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3167/2022

Beantwortung der Anfrage AN/1672/2022:: "Sprunghafter Anstieg der Drogentoten in NRW"

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 27.09.2022

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

8601 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/53 
 
Vorlagen-Nummer 
 3167/2022 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Gesundheitsausschuss 27.09.2022 
 
Beantwortung der Anfrage AN/1672/2022:: "Sprunghafter Anstieg der Drogentoten in NRW" 
Mit der Anfrage AN/1672/2022 stellt die FDP-Fraktion folgende Fragen: 
 
1. Wie hat sich die Zahl der an illegalem Drogenkonsum Verstorbenen in den letzten zehn Jah-
ren in Köln entwickelt? 
2. Gibt es Kenntnis über die Altersstruktur der an illegalem Drogenkonsum verstorbenen Men-
schen in Köln und ggfs. In Nordrhein-Westfalen? 
3. Gibt es Erkenntnisse über die Dauer des Konsums illegaler Drogen vor dem Versterben? 
4. Inwieweit ist eine Prognose für die Zukunft möglich? 
5. Woran liegt der sprunghafte Anstieg und was unternimmt die Verwaltung dagegen? 
 
Die Verwaltung antwortet wie folgt: 
 
Zu 1.: Wie hat sich die Zahl der an illegalem Drogenkonsum Verstorbenen in den letzten zehn 
Jahren in Köln entwickelt? 
 
Zur statistischen Erfassung der drogenbedingten Todesfälle wird in der Antwort der Landesregierung 
NRW, Drucksache 18/820, Seite 3 vom 05.09.2022 auf die Kleine Anfrage der SPD ausgeführt: 
„Die Erfassung der Rauschgifttoten beruht auf den polizeilich erfassten Todesfällen. Sterbefälle, bei 
denen die Polizei nicht hinzugezogen wurde, sind folglich nicht berücksichtigt….Die Erfassung der 
Rauschgifttoten erfolgt nach bundeseinheitlichen Richtlinien. Demnach werden Todesfälle als 
„Rauschgifttote“ gewertet, die in einem kausalen Zusammenhang mit dem missbräuchlichen Konsum 
von Betäubungs- und Ausweichmitteln, neuen psychoaktiven Stoffen oder Ersatzstoffen (auch in Ver-
bindung mit Arzneimitteln und pflanzlichen Stoffen) stehen. Die so erkannten Rauschgifttoten werden 
dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen durch die Kreispolizeibehörden zur statistischen Erfas-
sung gemeldet.“ 
Die jährliche Anzahl der drogenbedingten Todesfälle in Köln, die entsprechend der Ausführungen 
oben in der „Polizeilichen Kriminalstatistik Stadtgebiet Köln“ erfasst werden und häufig im Zusam-
menhang mit dem Konsum von Opiaten stehen, ist starken Schwankungen unterworfen (siehe Abbil-
dung 1).

2 
 
 
Abbildung 1 Langzeittrend Drogenbedingten Todesfälle 
Zeitraum 2004 bis 2021 
 
 
Quelle: Polizeipräsidium Köln, https://koeln.polizei.nrw/artikel/polizeiliche-kriminalstatistik-2021-0, 
abgerufen 23.09.2022 
 
2021 lag die Anzahl der drogenbedingten Todesfälle bei 74, davon waren 15 Personen, etwa 20 Pro-
zent weiblich. In der Langzeitbetrachtung von 2004 bis 2021 (siehe Abbildung 1 unten) zeigt sich, 
dass die jährliche Anzahl der drogenbedingten Todesfälle in Köln seit einem Höchststand 2006 zu-
nächst rückläufig war und seit 2012 wieder ansteigt. Von 2013 bis 2017 blieb die Anzahl zunächst auf 
etwa gleichem Niveau. 2018 wurde ein Anstieg um nahezu die Hälfte (auf fast 150 Prozent) gegen-
über dem Vorjahr 2017 erfasst. In den beiden Folgejahren 2019 und 2020 war jedoch wieder einen 
Rückgang etwa auf den Stand von 2017 zu verzeichnen. 2021 stieg die Anzahl der drogenbedingten 
Todesfälle wieder erheblich an und lag in etwa bei dem Wert von 2018.  
 
Zu 2.: Gibt es Kenntnis über die Altersstruktur der an illegalem Drogenkonsum verstorbenen 
Menschen in Köln und ggfs. in Nordrhein-Westfalen? 
 
Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik Stadtgebiet Köln gab es 2021 in Köln die meisten Drogentoten 
in der Altersgruppe der 41- bis 50-Jährigen. Das Durchschnittsalter wurde mit 45 Jahren angeben. 
Laut oben erwähnter Antwort der Landesregierung, Drucksache 18/820, Seite 2 vom 05.09.2022 stieg 
in NRW das Durchschnittsalter der Drogentoten von 43,1 Jahren im Jahr 2020 auf 44 Jahre im Jahr 
2021 an. Detailliertere Auswertungen der Altersstruktur sind auf Ebene des Stadtgebiets Köln und auf 
Landesebene nicht verfügbar. 
 
Zu 3.: Gibt es Erkenntnisse über die Dauer des Konsums illegaler Drogen vor dem Versterben?

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Über die Dauer des Konsums illegaler Drogen vor dem Versterben im Stadtgebiet Köln liegen der 
Stadt Köln keine Daten vor. 
 
Zu 4.: Inwieweit ist eine Prognose für die Zukunft möglich? 
 
Anhand der Auswertung über einen längeren Zeitraum in Köln wird ersichtlich, dass aufgrund starker 
Schwankungen der vorliegenden Daten keine belastbaren Prognosen für die Zukunft möglich sind. 
Laut Langzeitbeobachtung (siehe Trendlinie, Abbildung 1) ist seit 2004 ein moderater Anstieg der 
Anzahl der drogenbedingten Todesfälle zu verzeichnen. 2006 und 2018 gab eine ähnliche Anzahl an 
drogenbedingten Todesfällen in Köln wie 2021. Ob es sich in Köln bei dem Anstieg 2021 um einen 
Extremwert im Rahmen regelhafter Schwankungen handelt oder die Anzahl an drogenbedingten To-
desfällen auf hohem Niveau bleiben wird, werden die Ergebnisse der nächsten Jahre zeigen. 
 
Zu 5.: Woran liegt der sprunghafte Anstieg und was unternimmt die Verwaltung dagegen? 
 
Wie in Frage 4 ausgeführt, ist anhand zukünftiger Entwicklungen zu beobachten, ob es einen dauer-
haften Anstieg der Anzahl der drogenbedingten Todesfälle in Köln geben wird. Es liegen bisher keine 
gesicherten Erkenntnisse möglicher Veränderungen vor, die einen Anstieg seit 2020 begründen könn-
ten.  
 
Laut oben erwähnter Antwort der Landesregierung, Drucksache 18/820, Seite 1-2 werden für  den 
Anstieg der drogenbedingten Todesfälle in NRW folgende Erklärungsansätze angeführt: „Der deutli-
che Anstieg der Zahl der Rauschgifttoten (2020: 401 Fälle, 2021: 693 Fälle) dürfte insbesondere auf 
die deutliche Steigerung der Todesfälle infolge konsumbedingter Gesundheitsschädigungen bei 
Langzeitkonsumierenden zurückzuführen sein (2020: 305 Fälle, 2021: 489 Fälle). Bei 70,6 % der 
Rauschgifttoten im Jahr 2021 handelt es sich um Langzeitkonsumierende.“ 
 
Die Verwaltung wirkt der Problematik der Menschen mit Drogenabhängigkeit in Köln durch ein diffe-
renziertes Angebot der niedrigschwelligen Suchthilfe entgegen, das fortlaufend weiterentwickelt und 
bedarfsgerecht ausgebaut wird.  
So wurde in Köln neben dem langjährig bestehenden Drogenkonsumraumangebot am Hauptbahnhof 
zusätzlich von Seiten der Stadt Köln Ende 2019 das Mobile Drogenhilfeangebot mit Konsummöglich-
keit an zentraler Lage im Stadtgebiet geöffnet und 2022 in ein festes Einrichtungsangebot im Ge-
sundheitsamt überführt. In dem Drogenkonsumraum können Drogenabhängige unter medizinischer 
Aufsicht mitgebrachte Drogen injizieren oder rauchen. Ein vom Aufsuchenden Suchtclearing (ASC) 
und Mobilen medizinischen Dienst (MMD) unterstütztes Naloxon-Projekt mit Drogennotfallschulung 
für User*innen ergänzt das Angebot. Durch diese Angebote kann aktuellen Drogentodesfällen, bei-
spielsweise aufgrund von Überdosierung oder unbekannter Substanzen entgegengewirkt werden. 
Möglicherweise hat das in Köln dazu beigetragen, dass die Zahl drogenbedingten Todesfällen in 2020 
trotz des Lockdowns und der Einschränkungen in anderen Suchthilfeangeboten auf dem gleichen 
Stand wie im Vorjahr blieb. 
 
Todesfällen durch langfristigen Drogenkonsum und damit einhergehenden Drogen-
Folgeerkrankungen wird ebenfalls durch niedrigschwellige medizinische Angebote entgegengewirkt.

4 
 
Die Behandlung von Menschen mit Opiatabhängigkeit wird bei entsprechenden Voraussetzungen 
unter anderem in der Methadonambulanz der Stadt Köln sichergestellt. Des Weiteren werden im Dro-
genkonsumraum Spritzentausch, medizinischer Beratung und Behandlung angeboten und in weiter-
führende Hilfen vermittelt. Diese Angebote werden von Seiten der User*innen sehr rege genutzt. Eine 
ärztliche Grundversorgung in Form von Sprechstunden der Drogentherapeutischen Ambulanz leistet 
der Mobile Medizinische Dienst (MMD) des Gesundheitsamtes. 
Ein weiteres Angebot ist das Aufsuchende Suchthilfeclearing (ASC), das im Rahmen 
der aufsuchenden Sozialarbeit in den Kölner Straßenszenen unterwegs ist. Zu den zentralen Aufga-
ben des ASC gehört die Vermittlung von drogenabhängigen Menschen in das bestehende Kölner 
Suchthilfesystem. 
Darüber hinaus ist die Einrichtung eines weiteren Drogenhilfeangebots mit Konsummöglichkeit in 
Köln-Mülheim und Köln-Kalk geplant. Eine von Träger gewünschte Erweiterung des Drogenkonsum-
raumangebots am Hauptbahnhof konnte in den verwaltungsseitigen Haushaltsplanungen nicht be-
rücksichtigt werden. 
Des Weiteren ist eine Ausweitung und Ausdehnung der Rundgänge des Aufsuchenden Suchtclearing 
(ASC) in die Abendstunden vorgesehen, um durch Streetwork Menschen mit Drogenproblematik noch 
engmaschiger und frühzeitiger erreichen und bedarfsgerecht in Versorgungsangebote vermitteln zu 
können.

Beratungsverlauf (1)

22.11.2022 Gesundheitsausschuss
TOP 2.1.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3167/2022
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
27.09.2022
Erstellt
26.09.2022 14:48