3634/2021
Ergebnisbericht und Dokumentation des Programms Mentegra: Betriebliches Mentoring für qualifizierte geflüchtete Frauen zur beruflichen Integration
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Projektdokumentation_Mentegra
45375 Zeichen
1
Abschlussbericht
„Mentoring zur beruflichen Integration
von qualifizierten geflüchteten Frauen“
- Mentegra -
Laufzeit von Juli 2019 bis Juni 2021
Foto: Adobe Stock/jackfrog
2
Impressum / Kontakt
Stadt Köln
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat Soziales, Gesundheit und Wohnen
Amt für Soziales, Arbeit und Senioren
Kompetenzzentrum Frau & Beruf Region Köln
Hohe Str. 160 – 168
50667 Köln
0221/355065-0
competentia@stadt-koeln.de
www.competentia.nrw.de/koeln
Verfasserinnen: Viola Kelb, Ulrike Goldbach, Nurcan Gottschalk, Dorothee Mennicken
Redaktion und Layout: Dorothee Mennicken
3
Inhalt
1. Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Region Köln ............................................. 4
2. Zielsetzung und Konzeption von Mentegra .......................................................... 4
3. Beteiligte Akteure.................................................................................................... 6
3.1 Team ...................................................................................................................... 6
3.2 Projektgruppe ......................................................................................................... 7
3.3 Beteiligte Fachkräfte / Mentees .............................................................................. 7
3.4 Beteiligte Unternehmen / Mentor*innen .................................................................. 8
4. Durchführung .......................................................................................................... 9
4.1 One-to-one-Mentoring .......................................................................................... 11
4.2 Hospitanzen ......................................................................................................... 13
4.3 Begleitende Veranstaltungen ............................................................................... 13
4.3.1 Vorbereitungstreffen ....................................................................................... 14
4.3.2. Tandembuilding-Tag – der Start ins Programm ............................................ 15
4.3.3 Zwischenbilanz – das digitale Bergfest ......................................................... 16
4.3.4 Abschlusstagung – das digitale Freudenfest .................................................. 17
4.3.5 Netzwerktreffen .............................................................................................. 18
5. Erfahrungen und Ergebnisse ............................................................................... 19
5.1 Erfahrungen der Mentees ..................................................................................... 19
5.2 Erfahrungen der Mentor*innen ............................................................................. 20
5.3 Erfahrungen der Gruppe als Netzwerk ................................................................. 20
6. Fazit ........................................................................................................................ 22
4
1. Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Region Köln
Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Region Köln (Competentia Region Köln) ist seit 2012 für
kleine und mittlere U nternehmen (KMU) in den Städten Köln und Leverkusen sowie im
Oberbergischen Kreis, im Rheinisch -Bergischen Kreis und im Rhein -Erft-Kreis tätig und hat
seinen zentralen Sitz in Köln.
Gemeinsam mit den regionalen Partner *innen der Wirtschaft, Bildung, Gleich stellung und des
Arbeitsmarktes informiert das Kompetenzzentrum kleine und mittlere Unternehmen (KMU) über
Möglichkeiten, das Erwerbspotenzial von Frauen besser zu nutzen. Es unterstützt kleine und
mittlere Unternehmen mit:
wegweisenden Projekten
überbetrieblichen Workshops
Informationsveranstaltungen mit Beispielen aus der Unternehmenswelt
Gesprächen im Unternehmen
Vernetzung von Unternehmen untereinander
Informationsbroschüren, Arbeitshilfen, Tipps und Hinweisen
Durchgeführt werden die Projekte in Trägers chaft der Stadt Köln, sowie in Kooperation mit der
Industrie- und Handelskammer zu Köln (IHK) und dem Oberbergischen Kreis.
2. Zielsetzung und Konzeption von Mentegra
Seit 2015 wurde in der Region Köln eine Vielzahl an
Initiativen zur beruflichen Vorbereitung und Integration von
Geflüchteten gestartet. Für weibliche Geflüchtete speziell
ausgerichtete Angebote erfolg ten in der Stadt Köln
allerdings bisher vornehmlich für nicht oder geringfügig
qualifizierte Frauen, wie zum Beispiel mit dem auch in Köln
umgesetzten Bundesprogramm „Mütter mit Migrations -
hintergrund“. Geflüchtete Frauen, die in ihrem Herkunfts -
land zum Beispiel durch ein Studium eine qualifizierte
Ausbildung absolvierten, fanden bei den Integrationsbemühungen in Köln bisher kaum
Beachtung.
Foto: Adobe iStock/Jale Ibrak
5
Mit 3.885 weiblichen erwerbsfähigen SGB II Leistungsberechtigten im Kontext Flucht im Januar
2018 gab es zahlreiche Frauen, die für sich bisher keine adäquate Stelle gefunden haben.
Vor diesem Hintergrund wurde mit dem Projekt „Mentegra – Mentoring zur beruflichen Integration
qualifizierter geflüchteter Frauen“ ein strukturelles Mentoring-Programm speziell für qualifizierte
geflüchtete Frauen zur beruflichen Integration entwickelt und umgesetzt. Die Erkenntnis, dass
vieles im Tandem besser und einfacher geli ngt, ist weit verbreitet. Das Konzept des Mentorings
wird in vielen Bereichen der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik eingesetzt, wobei die
wachsende Aufmerksamkeit zweifelsfrei der großen Wirksamkeit dieses Instruments geschuldet
ist.
Welche Chance n Mentoring -Programme im Bereich der Arbeitsmarktförderung bieten, hat
Competentia Region Köln früh erkannt und mit Mentegra ein Mentoring-Programm für qualifizierte
geflüchtete Frauen ins Leben gerufen. Ziel war es, ein Angebot in Köln zu etablieren, das kleine
und mittelständische Unternehmen mit qualifizierten geflüchteten Frauen in Kontakt bringt und
diese als Fachkräftepotenzial sichtbar macht. Gleichzeitig hatte das Projekt Mentegra Pilot- und
Vorbildcharakter, wie Integration und die Chancengleichhei t der qualifizierten Frauen mit
Fluchtgeschichte auf dem Kölner Arbeitsmarkt gefördert werden kann.
Ziele für die beteiligten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU):
Die KMU k önnen eine bisher weitgehend unbekannte Gruppe von Fachkräften und
dessen Potenziale kennenlernen.
Die Unternehmen erhalten durch die Einbeziehung von Expert*innen die Gelegenheit, sich
dem Thema „weibliche Geflüchtete als Fachkräfte“ in einem fachlich reflektierten Rahmen
zu widmen.
Die Unternehmen k önnen Kontakte untereinander knü pfen und sich gezielt zu Themen
der Arbeitsmarktintegration austauschen.
Durch die etablierte Zusammen arbeit von Competentia Region Köln mit Kammern,
Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Arbeitsagenturen, Akteur*innen der Gleichstellung
und Jobcentern erfahren die Unternehmen weitere Unterstützung dabei, wie Integration in
den Arbeitsmarkt gelingen kann und sammeln Hinweise , die auch innerhalb ihrer
Unternehmen insgesamt nutzbar sind.
6
Ziele für die qualifizierten geflüchteten Frauen
Unterstützung bei der individuellen Zieldefinition
und bei der Entwicklung eines „Aktionsplans“
Ausbau persönlicher Kompetenzen durch
begleitende Angebote wie Bewerbungstraining
Transfer von (informellen) Erf ahrungswissen
durch das One -to-one-Mentoring und den
Austausch in der Gruppe
Kennenlernen eines Unternehmens im Rahmen der Hospitationen
Erweiterung des persönlichen Netzwerkes und das Knüpfen neuer Kontakte
Feedback von erfahrenen Fach - und Führungskräften und eine damit verbundene
Reflexionsmöglichkeit der eigenen Ziele und Möglichkeiten
Als Vorbilder bei der Konzeption des Programms diente zum einen das bereits in Dortmund
erfolgreich erprobte Programm PerMenti 1 sowie die Erfahrungen und Erkenntnisse des in Köln
erprobten „Mentorings für Akademikerinnen mit Behinderung an der Hochschule in KMU“ 2
(Laufzeit Januar 2016 bis März 2018).
3. Beteiligte Akteure
3.1 Team
Die Konzeption und Durchführung des Programms Mentegra wurde von der Leitung des
Kompetenzzentrums Frau und Beruf gesteuert. Für die konkrete Durchführung wurde mit Viola
Kelb eine externe Prozessbegleiterin engagiert, die das Mentoring-Programm über den gesamten
Zeitraum begleitet hat. Sie war insbesondere für die Beratung und Begleitung der Tandems und
gemeinsam mit dem Team von Competentia Region Köln für die P lanung und Moderation aller
Veranstaltungen im Programm zuständig.
1 https://permenti.de/
2 Erfahrungsbericht siehe:
http://www.competentia.nrw.de/kompetenzzentren/kompetenzzentrum_Koeln/Unternehmen/Inklusion/Abschlus
sberichtMentoring_END.pdf
Foto: pexels/C.Morillo
7
3.2 Projektgruppe
Eine Projektgruppe mit relevanten Akteur*innen
auf dem Arbeitsmarkt wurde initiiert . Bei
regelmäßigen Treffen und in einzelnen
Beratungen unterstützten sie das Proje kt
Mentegra bei der Akquise der weiblichen
Geflüchteten und der Gewinnung der Unter -
nehmen. Sie trugen mit ihrer Fachexpertise zur
Qualitätssicherung sowie zur Sicherung
flankierender Unterstützungsangebote (Beispiel:
Anerkennungsberatung, ergänzende Quali fi-
zierungsangebote etc.) bei.
Darüber hinaus ist es Ziel , Mentegra über die
Projektlaufzeit hinaus in Köln zu etablieren. Dafür
sind die Mitglieder der Projektgruppe mögliche
Ansprechpartner*innen.
Neben den wirtschaftsnahen Institutionen benötigte Mentegra die Beteiligung des Jobcenters als
Leistungserbringer der Frauen im SGB II Bezug. Die Akquise der weiblichen Geflüchteten soll te
vornehmlich aus dem Stadtgebiet Köln und dem Oberbergischen Kreis erfolgen; die Gewinnung
der Unternehmen erfolgte aus der gesamten Region Köln.
3.3 Beteiligte Fachkräfte/Mentees
Die Rekrutierung der sieben teilnehmenden Frauen geschah über einschlägige Anlaufstellen wie
beispielsweise den Vingster Treff , das Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer
Frauen Köln, Work First - Diakonie Michaelshoven sowie
die Otto-Benecke-Stiftung e.V. Ebenso haben Vereine wie
MA.i -Migration und Arbeitswelt e.V. und die KAUSA-
Servicestelle als auch Institutionen, unter anderen auch das
JobCenter, die Akquise aktiv unterstützt. Mit allen Frauen
wurden im Vorfeld Einstiegsgespräche geführt.
Herkunftsländer der Mentees
Syrien
Iran
Afghanistan
Irak
Zusammensetzung der Projektgruppe:
IHK Stiftung für Ausbildungsreife und
Fachkräftesicherung Köln
Wirtschaftsförderung Oberbergischer
Kreis
Köln Business Wirtschaftsförderungs-
GmbH (KBW)
IHK Köln und HWK zu Köln
Jobcenter Köln
Kommunales Integrationszentrum
Oberbergischer Kreis
Stadt Köln, Amt für Gleichstellung
von Frauen und Männern
Stadt Köln, Amt für Integration und
Vielfalt (Querschnitt zu den
Fachdienststellen)
8
Als Voraussetzung für die Teilnahme am Programm galten folgende Kriterien:
Fluchtgeschichte: Das Programm sprach explizit Frauen an, die innerhalb der letzten
Jahre nach Deutschland geflüchtet sind.
Qualifikation: Das Programm richtete sich an Frauen, die in ihrem Herkunftsland bereits
eine Qualifikation, beispielsweise in Form eines
Hochschulabschlusses, erworben haben.
Sprachkenntnisse: Als Voraussetzung für die Teil-
nahme galt ein deutsches Sprachniveau, das für die
Verständigung mit den Mentor*innen und den
weiteren Programmakteur*innen sowie für die
Integration in den Arbeitsmarkt angemessen ist.
3.4 Beteiligte Unternehmen/Mentor*innen
Über das Netzwerk von Competentia Region Köln und durch persönliche Ansprachen konnten
insgesamt sieben Vertreter*innen von kleinen und mittleren Unternehmen ( KMU) für die
ehrenamtliche Mitarbeit im Programm Mentegra gewonnen werden. Die KMU -Vertreter*innen
haben für jeweils eine Fachkraft (Mentee) die Rolle der Mentorin bzw. des Mentors übernommen
und diese im Verlauf des Programms aktiv begleitet und unterstützt.
Die Mentor*innen und Unternehmen bei Mentegra
Désirée Ervens, Rechtsanwältin Stefan Peck, Geschäftsführer
S.E.B. Rechtsanwälte, Arbeits-, M. Zilken GmbH, Industrie-
Gesellschafts- und Erbrecht, Köln bedarf, Verpackung, Logistik,
Köln
Muila Swele, Geschäftsführerin Natalie Kühn, Geschäftsführerin
Clearstone GmbH, Personal- SK Elektronik GmbH, Flammen-
Beratung, Finanz-, IT- und ionisationsdetektoren, Interface-,
Ingenieurberufe, Köln Mess- und Analysetechnik,
, Leverkusen
Berufsgruppen der Mentees
Biologie
Webdesign
Informationstechnologie
Lehramt
Management
Journalismus
9
Dominic Land, Geschäftsführer Dr. Afsar Sattari,
Story & Story, S&S Digital UG, Geschäftsführerin Goal EPMTS,
Full-Service-Agentur für Web- Dienstleistungsunternehmen im tech-
Entwicklung, Marketing, Social nischen, buchhalterischen und Ver-
Media, Köln waltungsbereich, Software, Köln
Birgit Siepe, Personal und Marketing
Siepe GmbH, Herstellung hochwertiger
Verpackungen, Kerpen-Sindorf
Kurzporträts der beteiligten Unternehmen:
http://www.competentia.nrw.de/kompetenzzentren/kompetenzzentrum_Koeln/Unternehmen/Ber
ufliche-Integration-gefluechteter-Frauen/KMU-Portraets_Web.pdf
4. Durchführung
Für die Gewinnung der KMU und Mentees zur Durchführung des betrieblichen Mentorings war
eine Vielzahl an Aktivitäten notwendig, die mit der Projektgruppe umgesetzt wurden, um eine
zufriedenstellende Passung von Betrieb und Mentee zu erreichen: Zuerst erfolgte die Gewinnung
und Auswahl der KMU, damit den interessierten Frauen ein konkretes Angebot hinsichtlich des
Berufsfeldes und der Branc he unterbreitet werden konnte . Dabei handelt e es sich um ein
freiwilliges Angebot, das der beruflichen Orientierung dient . Ziel war es, das Informations - und
Erfahrungsspektrum der Frauen im Hinblick auf die berufliche Integration zu erweitern.
Kern des modular konzipierten Mentoring -Programms Mentegra bildete das „One -to-one-
Mentoring“, also die Mentoring-Beziehung zwischen je einer teilnehmenden Frau und je einem*r
KMU-Vertreter*in.
Das Konzept von Mentegra enthielt insgesamt folgende Teilschritte:
Rekrutierung der teilnehmenden geflüchteten Frauen in Abstimmung mit den institutionellen
Partnern aus der Projektgruppe (u.a. durch eigens entworfenes Faltblatt, Website, Telefonate
etc.)
10
Rekrutierung der teilnehmenden Unternehmen (u.a. durch Veranstaltungen, Telefonate,
Faltblätter, Website und Vorbereitungstreffen)
Erstinformation für interessierte Frauen zu Zielen und Inhalten des Mentoring-Angebotes
Erstinformation der Mentor*innen zu Zielen und Inhalten des Mentoring-Programmes
Individuelles Matching und Tandembildung mit einer Mentorin / einem Mentor aus einem KMU
bezogen auf die Qualifikation, betrieblichen Vorerfahrungen der Mentees
Hospitanzen der Fachkräfte in einem KMU
Prozessbegleitung mittels Information, Austausch und Workshops für die beteiligten
Unternehmen und die Frauen im Rahmen von Netzwerktreffen und Einzelgesprächen
(„Coaching“)
Flankierende Fachveranstaltungen mit dem Ziel des Fachaustauschs und der Qualifizierung
der beteiligten Akteur*innen
Lotsinnen- und Lotsenfunktion für ergänzende Schritte, die während des Mentorings und im
Anschluss für die Frauen individuell durch externe Anbieter und Fördermi ttelgeber erfolgten
(zum Beispiel Anerkennungsverfahren, Qualifizierungen, Sprachkurse, Bewerbungstrainings
etc.)
Prozessorientierte Ergebnissicherung, Dokumentation und öffentlichkeitswirksame Arbeit mit
der Zielsetzung, das Angebot nachhaltig zu etablieren
Die Planung mit zeitlichem Ablauf sah so aus:
Zeitleiste Mentor*innen
11
Zeitleiste Mentees
Pandemiebedingt konnte Mentegra erst im September 2020 statt im Mai 2020 starten und hatte
dementsprechend eine Laufzeit bis 1. Juni 2021.
4.1 One-to-one-Mentoring
Kernmodul v on Mentegra stellt das „One -to-one-Mentoring“ dar. Das gesamte Programm
Mentegra unterstützte mit Fachexpertise und Verweisberatung die persönliche Förderbeziehung
zwischen den Mentor*innen aus den KMU und den Mentees.
Das „Matching“ wurde von Competentia Region Köln durchgeführt und erfolgte auf Grundlage der
im Zuge der Programmbewerbung bei den Mentees abgefragten Wünschen und Erwartungen.
Da es im One-to-one-Mentoring in erster Linie um eine persönliche Beratung und Begleitung geht,
konnten die Tandems auch branchenübergreifend zusammengestellt werden. Soweit möglich ,
wurde auf eine bestmögliche Passfähigkeit der
Unternehmensprofile mit den Qualifizierungen und
Karrierezielen der Fachkräfte geachtet.
Nach dem erfolgten Ma tching begleiteten die
ehrenamtlichen Mentor*innen die Mentees innerhalb
der Programmlaufzeit von Oktober 2020 bis Juni 2021.
Dabei ging es vor allem um individuelle Beratung und
Feedback, Orientierungshilfen im deutschen
Ausbildungs- und Berufssystem, um Fragen rund um die Anerkennung von im Herkunfts land
erworbenen Schul- und Berufsabschlüssen, um die Weitergabe von Erfahrungswissen, um die
konkrete Planung der beruflichen Laufbahn sowie um Unterstützung bei Bewerbungen und beim
Foto: Adobe Stock/jackfrog
12
Netzwerkausbau. Bei diesen Themen konnte jederzeit auch auf die Expertise der Projektgruppe
zurückgegriffen werden.
In geschütztem und vertraulichen Rahmen ermöglichte das persönliche Mentoring-Setting, auch
informelles Wissen über den deutschen Ausbildungs - und Arbeitsmarkt a uszutauschen,
individuelle Erfahrungen mit strukturellen Hürden zu reflektieren und über Potenziale und
Kompetenzen der Frauen zu sprechen.
In der Konzeption und Durchführung des One-to-one-Mentorings orientierte sich
Mentegra an den Qualitätsstandards des Forum Mentoring:
Freiwilligkeit:
Mentee und Mentor*in nehmen freiwillig und aus eigenem Antrieb am
Programm teil.
Unabhängigkeit:
Es gibt kein direktes Abhängigkeitsverhältnis und keine Arbeitsbeziehung
zwischen Mentor*in und Mentee.
Definierter Zeitraum:
Die Tandembeziehung ist auf die Programmlaufzeit begrenzt. Darüber hinaus
bestehen keine gegenseitigen Verpflichtungen.
Persönlicher Kontakt:
Der Mentoring-Prozess gestaltet sich über den persönlichen Kontakt, es finden
regelmäßige Einzelgespräche statt.
Vertraulichkeit:
Die Mentoring-Gespräche finden in geschütztem Rahmen statt und sind von
den Beteiligten streng vertraulich zu behandeln.
Verbindlichkeit
Der verbindliche und zuverlässige Umgang mit Terminen und Absprachen ist
eine wesentliche Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Mentoring-
Beziehung.
Transparente Erwartungen und Vereinbarung
Zu Beginn der Mentoring-Partnerschaft sollten konkrete Erwartungen und
Vereinbarungen über das formale Ziel, Kontaktaufnahmeregeln, Feedback, etc.
zwischen Mentee und Mentorin bzw. Mentor kommuniziert und ggf. schriftlich
fixiert werden („Zielvereinbarung“).
Quelle: Forum Mentoring 2014: Mentoring mit Qualität: Qualitätsstandards für Mentoring in der Wissenschaft
13
4.2 Hospitanzen
Das Programm sah auch Hospitanzen der Mentees in den jewei ligen Unternehmen der
Mentor*innen vor. Durch eine variabel nach Absprache zu organisierende, bis zu dreimonatige
Hospitanz in den Unternehmen der Mentor*innen sollten die Mentees die jeweilige
Unternehmenswelt näher kennenlernen.
Tatsächlich erforderte n die pandemiebedingten Umstände kreative Lösungen. So wurden
Hospitanzen zum Teil mit Einschränkungen durchgeführt. Andere Me ntees absolvierten ihre
Hospitanzen während des coronabedingten Lockdowns überwiegend online. Je nach Profil und
den Interessensschwerpunkten der Mentees wurde
jedoch auch ganz auf die Hospitanzen bei den
jeweiligen Mentor*innen verzichtet. So wurde etwa die
Hospitanz in einer Anwaltskanzlei als wenig
zielführend für die Mentee eingeschätzt, da sich diese
für eine berufliche Weiteren twicklung im sozialen
Bereich entschieden hatte. Des Weiteren wurden
innerhalb des Mentegra -Netzwerkes in zwei Fällen
bezahlte Praktika ermöglicht. So absolvierte eine
Mentee zunächst ein Praktikum in der Firma ihres Mentor s und im Anschluss ein weiteres
Praktikum in der Firma eines anderen Mentegra -Mentors. Für beide Praktika erhielt sie
Zeugnisse, die sie im Zuge ihres Bewerbungsprozesses verwenden konnte. In einem weiteren
Fall unterstützte ein Mentor seine Mentee dabei, einen Platz für ein bezahltes Pra ktikum im
sozialen Bereich (offene Ganztagsschule) zu finden. Hier wurde eine anschließende geringfügige
Beschäftigung bei entsprechender Eignung in Aussicht gestellt.
4.3 Begleitende Veranstaltungen
Das persönliche Mentoring wurde von einer Reihe von V eranstaltungen flankiert, die dem
Integrationsprozess eine n fachlichen Rahmen gaben und zudem als regelmäßige
Austauschplattform für alle Beteiligten dienten. Bedingt durch die Maßnahmen zur Eindämmung
der COVID19-Pandemie fand ein Großteil der Veranstaltungen digital statt.
Foto: Adobe iStock/auremar
14
4.3.1 Vorbereitungstreffen
Mentees
Zunächst wurden für die zukünftigen Mentees
und Mentor*innen getrennt voneinander
Vorbereitungstreffen angeboten. Das Treffen für
die Mentees fand am 18.9.2020 statt. Die
Veranstaltung diente zunächst der allgemeinen
Programminformation sowie dem gegenseitigen
Kennenlernen. Als externe Referentin hielt
Barbara Wenzel vom Vorbildprogramm
„PerMenti Dortmund“ einen Vortrag zum Thema
„Arbeitsmarktintegration geflüchteter Frauen“. Aufgrund ihrer langj ährigen Erfahrungen im
Dortmunder Mentoring -Programm konnte sie wertvolle Tipps an die Teilnehmerinnen
weitergeben. Im Rahmen einer Übung erarbeiteten die teilnehmenden Frauen im Anschluss an
diesen Input ihre individuellen Ziele, die sie im Rahmen des Programms erreichen wollten. Diese
Ziele konnten von allen Mentees bereits sehr konkret formuliert werden und bezogen sich zu
einem großen Teil auf berufliche Neuorientierungen durch Ausbildungen (z. B. „Kauffrau für
Büromangement“) oder Weiterqualifizierung (z. B. „IT -Fachinfomatikerin Systemintegration“).
Auch die Herausforderung der fehlenden Anerkennung von Schul - und Berufsabschlüssen aus
den jeweiligen Heimatländern wurde in diesem Rahmen thematisiert.
Mentor*innen
Das Vorbereitungstreffen für die Me ntor*innen fand am 11.9.2020 statt. Auch hier berichtete
Barbara Wenzel von „PerMenti Dortmund “ von ihren Erfahrungen zum Thema „Arbeitsmarkt -
integration geflüchteter Frauen“. Im Anschluss lag der Fokus auf der Rolle der Unternehmer*innen
als Mentor*innen für geflüchtete Frauen. Die Veranstaltung bot zudem Raum für allgemeinen
Erfahrungsaustausch und Netzwerken unter den Unternehmer*innen.
Motivation der Mentees
berufliche Weiterbildung
Qualifizierung
Bewerbungsverfahren kennenlernen
Mögliche Berufsfelder erkunden
Anerkennung von Qualifikations-
nachweisen (Zeugnisse, Zertifikate
etc.)
Netzwerken
15
4.3.2. Tandembuilding-Tag – der Start ins Programm
Der Tandembuilding-Tag des Programms Mentegra
fand am 8.10.202 0 im Kölner Rathaus statt. Dort
erhielten die sieben Tandems erstmalig die
Gelegenheit, sich persönlich kennenzu lernen. Das
war aufgrund der Pandemiesituation besonders
erfreulich und wichtig. Fünf Mentorinnen, zwei
Mentoren und vier Mentees schilderten je weils in
einer kurzen Darstellung ihre berufliche Situation
und ihre Motivation, an Mentegra teilzunehmen.
Dabei wurde sowohl bei den Unternehmer*innen als auch bei den geflüchteten Frauen ein starkes
Engagement deutlich. Danach interviewten sich die Tand empartner*innen gegenseitig zu
Themen wie berufliche Ziele, Unterstützungsmöglichkeiten, Stärken und Kompetenzen sowie
Hürden und Herausforderungen.
Am Ende des Tandembuilding -Tages wurde dann die Mentoring -Vereinbarung zwischen den
Mentor*innen und Mentees der jeweiligen Tandems geschlossen. Etwa eine Stunde verhandelten
sie miteinander, wie sie ihre Beziehung gestalten wollen. Dabei ging es um die Häufigkeit und
Organisation der Tandemtreffen, die Vertraulichkeit der ausgetauschten Informationen und die
Möglichkeiten der gegenseitigen Kontaktaufnahme.
Ausführlicher Bericht siehe:
http://www.competentia.nrw.de/kompetenzzentren/kompetenzzentrum_Koeln/Unternehmen/Ber
ufliche-Integration-gefluechteter-Frauen/Nachbericht_Tandem08102020_END.pdf
Im Oktober 2020 im Kölner Rathaus: Die Tandems im
Gespräch. Foto: Competentia Region Köln/R.Freude
16
4.3.3 Zwischenbilanz – das digitale Bergfest
25 Teilnehmende fanden sich am 18. Februar 2021 zu einer
zweistündigen Zwischenbilanz des Mentoring -Projekts
Mentegra pandemiebedingt vor dem Bildschirm zusammen.
Nach der Begrüßung beeindruckte die Gleichstellungs -
beauftragte der Stadt Köln, Bettina Mötting, mit einem
motivierenden Gruß wort, in dem sie die Bedeutung von
Mentegra als „Vorzeigeprojekt“ hervorhob. Durch
verschiedene Impulse angeregt, konnten Mentor *innen, Mentees und Projektgruppenmitglieder
sich in digitalen Räumen kennenlernen und austauschen. Dabei wurden sowohl über erste Erfolge
berichtet als auch bestehende Schwierigkeiten und Lösungsmöglichkeiten erörtert.
Ein informativer Input zum Qualifizierungschancengesetz war der nächste Programmpunkt.
Stefanie Pörschke vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Köln warb f ür die
Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere
Unternehmen und Arbeitnehmende.
Die Veranstaltung bot für alle Programm -
teilnehmenden sowie für die Projektgruppe die
Möglichkeit, in Kleingruppen unterschiedliche
Beratungs- und Begleit angebote, wie die
Anerkennungsberatung der IHK Köln , das
Projekt ÖFFNUNGs ZEITEN! (Interkul turelle
Öffnung von Arbeitsmarktakteuren zur
Beschäftigung von Migrantinnen von IQ NRW
und KAUSA (Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration) in Köln kennenzulernen.
Ausführlicher Bericht siehe:
http://www.competentia.nrw.de/kompetenzzentren/kompetenzzentrum_Koeln/interessantes/Arch
iv-2021/Nachbericht_Zwischenbilanz2021_02_18_END.pdf
Bettina Mötting, Gleichstellungsbeauftragte
der Stadt Köln bei ihrem Grußwort.
Im Februar 2021: Zwischenbilanz zu Mentegra vor dem Bildschirm
17
4.3.4 Abschlusstagung – das digitale Freudenfest
Am 1. Juni 2021 zogen 23
Teilnehmende, leider wie -
derum nur digital vor dem
Bildschirm, Bilanz auf der
Abschlussveranstaltung des
Projekts Mentegra.
Nach dem Grußwort der
Kölner Gleichstellungsbeauf-
tragten Bettina Mötting, die
auch einen Gruß von Köln s Oberbürgermeisterin Henriette Reker übermittelte, gelang es
dennoch, mit einer abgewogenen Mischung aus Fachimpulsen und den Erfahrungsberichten der
sieben Tandems eine kurzweilige und feierliche Atmosphäre im digitalen Raum zu kreieren. Der
Impulsvortrag von Dr. Yuliya Kosyakova vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
zum Thema: „Geschlechterunterschiede in der Arbeit smarktintegration von Geflüchteten:
Ausmaß und mögliche Erklärungsfaktoren“ beleuchtete die Situation von geflüchteten Frauen auf
dem deutschen Arbeitsmarkt aus wissenschaftlicher Sicht.
Im Anschluss diskutierte die Referentin gemeinsam mit Bettina Möttin g und der Mentorin Muila
Swele von der Clearstone GmbH im Rahmen einer Fragerunde über diesbezügliche Chancen
und Hürden. Nach einer kurzen Pause ging die Abschlussveranstaltung weiter im R ahmen von
moderierten Gespräch srunden in versch iedenen digitalen
Räumen. Hier tauschten sich Mentor*innen, Mentees und
Projektgruppenmitglieder über die Erfahrungen und
Fortschritte aus, die im Laufe von Mentegra gemacht werden
konnten. Dabei wurde deutlich, wie gut das entstandene
Netzwerk auch über die Tandems hinaus funktioniert hat.
Die darauffolgende virtuelle Zertifikatsübergabe durch
Bettina Mötting, wurde zum Höhepunkt des „Freudenfestes“
zum Abschluss von Mentegra. Die Mentees und
Mentor*innen der vertretenden Tandems berichteten von
ihrer Zusammenarbeit und stellten beeindruckend ihre persönlichen Erfahrungen, aber auch die
erzielten Erfolge durch die Teilnahme an Mentegra dar.
Viola Kelb (rechts oben), Bettina Mötting (rechts
oben), Dr. Afsa Sattari (Mentorin, links unten), Goal
EPMTS und Shadi Taheri Najafabadi (Mentee), bei
der virtuellen Zertifikatsübergabe.
Freudenfest vor dem Bildschirm: Die Abschlussveranstaltung von Mentegra
18
Ausführlicher Bericht siehe:
http://www.competentia.nrw.de/kompetenzzentren/kompetenzzentrum_Koeln/interessantes/Arch
iv-2021/Nachbericht_AbschlussMentegra2021_06_01.pdf
4.3.5 Netzwerktreffen
Insgesamt wurden innerhalb der Prog rammlaufzeit fünf Netzwerktreffen für Mentees und zwei
Netzwerktreffen für Mento r*innen angeboten. Alle Netzwerktreffen mussten aufgrund der
Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie online durchgeführt werden.
Folgende Treffen haben stattgefunden:
Dezember 2020: Online-Treffen für Mentees als offener Austausch rund um die Themen
„persönliche Ziele“, „Karriereplanung“ und „Kontaktgestaltung mit der Mentor*in“
Januar 2021: Online-Treffen für Mentees zum Thema „Komm unikation/
Selbstpräsentation“ sowie Übungen und Feedback zur präzisen Präsentation der eigenen
Person und des Berufsbildes
Januar 2021: Online-Treffen für Mentor*innen als offener Austausch zur Gestaltung der
Tandembeziehung mit den Mentees sowie zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten
durch Beratungs- und Kontaktstellen („Verweisberatung“)
Februar 2021: Online-Treffen für Mentees zum Thema „Ausbildungsmöglichkeiten bei der
Stadt Köln“ mit der Referentin Heike Gasper (Stadt Köln, Arbeitmarktförderung)
März 2021: Online-Treffen für Mentees zum T hema „Bewerbungstraining“ mit der
Referentin Saskia Pflugradt (Gesellschaft für berufliche Förderung in der Wirtschaft)
Mai 2021: Online-Treffen für Mentees als offener Austausch zur Frage, welche Beratungs-
und Begleitungsmöglichkeiten nach dem Programm Mentegra zur Verfügung stehen
Mai 202 1: Online-Treffen für Mentor*innen als offener Austausch zwecks Bilanz und
Reflexion der Rolle als Mentor*in
19
5. Erfahrungen und Ergebnisse
5.1 Erfahrungen der Mentees
Mit Blick auf das Ziel, qualifizierte geflüchtete Frauen bei ihrer beruflichen Integration in
Deutschland zu unterstützen und KMU in Kontakt mit dieser Zielgruppe zu bringen , konnten im
Programm Mentegra beachtliche Erfolge erzielt werden. Hier hat sich vor allem die sehr konkrete
und persönliche Unterst ützung durch die
Mentor*innen als zielführend erwiesen.
Teilweise haben sich diese Kontakte
intensiv und umfassend entwickelt, nicht
selten fand Unterstützung und Beratung
auch zu psychosozialen Themen wie
Kinderbetreuung oder Wohnungssuche
statt. Auch das Engagement der Mitglieder
aus der Projektgruppe, z. B. im Rahmen
der „Anerkennungsberatung“ hat sich an
dieser Stelle als förderlich erwiesen.
Doch vor allem wurden hinsichtlich der im
Tandem-Building entwickelten beruflichen
Ziele der teilnehmenden Fra uen Erfolge
und Teilerfolge erzielt.
Im Rahmen einer abschließenden
Befragung der Mentees zu Mentegra
gaben fünf von sieben Frauen an, sie
seien „sehr zufrieden“ mit dem Verlauf des
Programms. Vier von den befragten
Mentees gaben an, das Programm sei
„sehr hilfreich“ in Bezug auf i hre
beruflichen Ziele gewesen.
Erreichte Ziele der Mentees
- eine Mentee fand einen Ausbildungsplatz als
Kauffrau für Büromanagement
- eine Mentee wurde nach ihrer erfolgreichen
Hospitation als Büromanagerin im Unter -
nehmen ihrer Mentorin im Rahmen einer Halb-
tagsstelle fest eingestellt
- eine Mentee fand gemäß ihrer Qualifizierung
eine Festanstellung als Biologin in einem
Kölner Labor
- eine Mentee wurde zu einer Umschul ung als
„IT-Fachinformatikerin Systemintegration“
zugelassen
- eine Mentee erhielt einen Platz für ein be -
zahltes Praktikum als Webdesignerin in einem
der am Programm beteiligten Unternehmen
- eine Mentee absolvierte während Mentegra
ein Praktikum in einer offenen Ganztags -
schule mit der Option auf einen Honorar -
vertrag
- Eine weitere Mentee befand sich zum Zeit -
punkt des Programmabschlusses in der B e-
werbungsphase um einen Ausbildungsplatz.
20
5.2 Erfahrungen der Mentor*innen
Für die Vertreter*innen der KMU ergab sich über das Programm die Gelegenheit, die
Fachkräftegruppe „geflüchtete Frauen“ kennenzulernen. Dabei wurden nicht nur die Potenziale
der einzelnen Fachkräfte, sondern auch die verschiedenen Hürden bei der Integration in den
Arbeitsmarkt transparent. Im Rahmen der Veranstaltungen, insbesondere durch die Beiträge auf
der Veranstaltung „ Zwischenbilanz/Bergfest“, lernten nich t nur die Mentees, sondern auch die
Mentor*innen Unterstützungsangebote und Lösungsmöglichkeiten kennen. Insofern hat eine
Sensibilisierung in Bezug auf Integrationsfragen stattgefunden, von denen die einzelnen
Mentor*innen auch über das Programm hinaus innerhalb ihrer Unternehmen profitieren können.
Überdies konnten zwei beteiligte Unternehmen neue Fachkräfte aus der Gruppe der Mentees für
ihr Unternehmen gewinnen (im Rahmen einer Festanstellung und im Rahmen eines bezahlten
Praktikums).
Im Rahmen der Abs chlussbefragung beantworteten die Mentor*innen die Frage: „Was ist das
Wichtigste, das Sie aus diesem Programm für sich bzw. für Ihr Unternehmen mitnehmen?“ mit
folgenden Stichpunkten:
auch nach Enttäuschungen durchhalten
Erfahrungswerte im Umgang mit Flu chtbiographien und deren Berücksichtigung im
Arbeitsumfeld
Erweitern des Bekanntheitsgrades
Integration- und Vielfältigkeitsprozesse
5.3 Erfahrungen der Gruppe als Netzwerk
Bereits zu Begi nn des Programms zeigte sich, dass die Beteiligten nicht nur inner halb der
Tandems, sondern darüber hinaus auch als Gruppe untereinander weitreichende Kontakte
knüpften. So führten einige Mentor*innen mit mehreren Mentees auf dessen Wunsch hin
Einzelgespräche. Auch in Bezug auf die Hospitationen kam es zu tandemübergreif enden
Vereinbarungen (siehe Punkt 4.1). Die Kontakte der Frauen untereinander im Sinne eines Peer-
Netzwerkes hätten sich sicherlich noch stärker entwickeln können, wenn Vor -Ort-Treffen und
gemeinsame Unternehmungen möglich gewesen wären. So beschränkten si ch die Kontakte
untereinander weitestgehend auf den digitalen Raum.
21
Im Zuge einer abschließenden Reflexion anlässlich des letzten Netzwerktreffens für Mentor*innen
reflektierten diese nochmal eingehend ihre Rolle im Mentoring -Prozess. Von zwei Mentor*innen
wurde in diesem Zusammenhang eindrücklich beschrieben, wie fließend die Grenzen zwischen
beruflicher und „persönlicher“ bzw. psychosozialer Beratung verlaufen können.
Interview: Erfolgreiches Tandem im Mentoring-Programm Mentegra
Fatemeh Moradabadi ist in der iranischen Hauptstadt
Teheran geboren und seit September 2015 in
Deutschland. Die verheiratete Mutter von zwei Kindern
hat englische Literatur studiert und berufliche
Erfahrungen in Personalmanagement, Projektplanung
und Büroorganisation gesammelt.
Natalie Kühn ist Geschäftsführerin der SK Elektronik
GmbH in Leverkusen. Das Elektronikunternehmen hat
36 Beschäftige und gilt für die Produktgruppe der
Flammenionisationsdetektoren (FID) zur
Schadstoffkontrolle im industriellen Bereich als
Marktführer.
Beide lernten sich im Oktober 2021 auf der
Tandembuilding-Veranstaltung von Mentegra bei Competentia Region Köln kennen und sind in
einen erfolgreichen Tandemprozess gestartet. Nach einer Hospitanz im Unternehmen ist
Fatemeh Moradabadi dort mittlerweile fest als Industriekauffrau angestellt. Nachdem das
Programm Mentegra beendet war, gaben sie Auskunft über ihre Erfahrungen.
Frau Moradabadi, was denken Sie heute über den Tandemprozess im Rahmen von
Mentegra? Was war für Sie am wichtigsten am Austausch mit Frau Kühn?
Ich war zuerst nur dankbar, dass mir die IHK im Rahmen des Tandemprozesses eine Mentorin
vermitteln konnte. Frau Kühn wollte sich um einen Praktikumsplatz bei Covestro bemühen, was
aber wegen der Pandemie nicht möglich war. Vorher hatte sie mir bereits auch in Ihrer Firma ein
Praktikum angeboten.
Frau Kühn, wie sehen Sie das? Gibt es etwas, dass Sie im Tandemprozess besonders
beeindruckt hat?
Der Austausch über unsere unterschiedlichen Kulturen und Arbeitsweisen und die enorme
Gastfreundlichkeit von Frau Moradabadi haben uns auch an Ihrer Kultur teilhaben zu lassen. Ich
bin sehr gern Mentorin, insbesondere für Frauen, um auch hier eine Integration in Deutschland
zu vereinfachen und gemeinsam Brücken zu bauen.
Natalie Kühn, links und Fatemeh Moradabadi, rechts
22
Frau Moradabadi, wann ist Ihnen klar geworden, dass Sie gern bei SK Elektronik arbeiten
würden?
Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich bei SK Elektronik sehr wohl. Dank des Führungsstils von
Frau Kühn. Die Mitarbeiter waren alle freundlich und hilfsbereit. Mir wurde viel geholfen und die
Arbeitsabläufe erklärt. In dieser Firma hat die Menschlichkeit einen hohen Stellenwert. Es gibt
keinerlei Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit. In dieser positiven Arbeitsatmosphäre möchte
man gerne arbeiten.
Frau Kühn, wie kam es dazu, dass Sie Frau Moradabadi einen Arbeitsplatz angeboten
haben?
Innerhalb des Praktikums haben wir festgestellt, dass die akademische Ausbildung von Frau
Moradabadi zwar eine etwas andere Ausrichtung hat, aber Frau Moradabadi zu vielen
operativen Inhalten einer qualifizierten Industriekauffrau befähigt. Darüber hinaus zeigte Frau
Moradabadi eine übergeordnete Integrationsfähigkeit und den enormen Willen Teil dieses
Unternehmens und unserer Gemeinschaft zu sein. Sie hat sich mit allen ihr zur Verfügung
stehendenden Möglichkeiten in ihre Arbeitsumwelt eingebracht.
Frau Moradabadi, inwiefern waren für Sie neben dem Tandemprozess auch die anderen
Angebote des Mentoring-Programms nützlich?
Der punktuelle Austausch mit den anderen Mentees war interessant. Auch die verschiedenen
Veranstaltungen boten viele gute Informationen, die man als Migrantin brauchen kann.
Frau Kühn, wie schätzen Sie die begleitenden Angebote und Veranstaltungen von
Mentegra ein?
Wir hätten uns vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch mehr Basisinformationen zum
Thema Integration und interkulturelle Kompetenz gewünscht. Doch der Austausch über das
entstandene Netzwerk der Mentoren konnte natürlich jeder Zeit erfolgen und war auch sehr
hilfreich, um den verschiedenen Mentees eine breitgefächerte, mentorenübergreifende
Unterstützung zu geben.
6. Fazit
Die Durchführung des Programms Mentegra kann insgesamt als Erfolg bezeichnet werden und
das trotz der pandemiebedingten Einschränkungen in der Durchführung des Programms . Der
Erfolg des Programms und der einzeln en Tandems zeigt, wie wichtig diese Programme auch
künftig sein werden, um Chancengerechtigkeit zu erreichen und dem Fachkräftemangel etwas
entgegenzusetzen. Vor allem die beruflichen Erfolge einzelner Mentees sind hinsichtlich des
kurzen Zeitraums und der (digitalen) Rahmenbedingungen als bemerkenswert festzuhalten.
23
Für das Erreichen der individuellen Erfolge
seitens der Mentees ist unbedingt das große
Engagement der einzelnen Mentor*innen und der
Mitglieder der Projektgruppe zu nennen, die die
Frauen bezüglich ihrer beruflichen Integration
unterstützten. Über das im Rahmen von Mentegra
vereinbarte Maß hinaus haben sich diese für die
beruflichen Ziele und privaten Belange ihrer
Mentees eingesetzt. Auch die Zielstrebigkeit und
das Durchhaltevermögen der Mentees sowie ihre
Bereitschaft, sich unter schwierigen Bedingungen (Pandemie) auf Neues einzul assen, war en
unabdingbar für den Erfolg von Mentegra.
Als zielführend hat sich in diesem Zusammenhang die strukturierte Erarbeitung der individuellen
Ziele mit den Mentees erwiesen. Im Rahmen der Zielvereinbarung, die die Tandems jeweils
gemeinsam während der Auftaktveranstaltung ausgefüllt haben, wurden die jeweiligen Ziele und
Erwartungen transparent und gleichzeitig verbindlich formuliert und vereinbart. So g aben die
Zielvereinbarungen dem Mentoring-Prozess einen strukturellen Rahmen.
Competentia Region Köln gelang es zusätzlich trotz der unvorhersehbaren Herausforderungen
die Inhalte und Bausteine des Programms stets im Fokus zu behalt en und durch schnelle und
flexible Anpassungen ( beispielweise durch einen Wechsel der Durchführungsformate)
durchgängig adäquate Lösungen zu finden und bestmögliche Angebote zu schaffen , um das
Programm durchführen zu können und nicht absagen zu müssen.
Des Weiteren bewährte sich die Entscheidung mit einer extern engagierten Prozessbegleiterin zu
arbeiten, sodass mehr Kapazitäten für Einzelgespräche und individue lle Begleitung möglich
waren. Diese wurden von einigen Mentor*innen und Mentees gern in Anspruch genommen. Bei
Unsicherheiten innerhalb des Tandemprozesses hatten beide Seiten so die Gelegenheit, die
nächsten Schritte mit einer dritten Person zu besprechen und zu reflektieren.
Die ausgeprägten Querverbindungen, die innerhalb der Gruppe in kürzester Zeit entstanden,
bestätigten den Mehrwert von regelmäßigen Veranstaltungen für die Gesamtgruppe und den
damit einhergehenden Gruppenprozess. Diese positiven Erfahrungen mit Mentegra als Netzwerk
Eines der erfolgreichen Tandems: Nisreen Alkhali (links) und
Stefan Peck, M. Zilken GmbH
Foto: Competentia/R. Freude
24
könnten wegweisend für die Konzeption zukünftiger Projekte mit dem Ziel der Arb eits-
marktintegration qualifizierter geflüchteter Frauen sein. Regelmäßige Netzwerkveranstaltungen
für kleine und mittlere Unternehmen und Fachkräfte mit Fluchtgeschichte könnten über
strukturierte Mentoring -Programme hinaus einen weiteren wichtigen Meilen stein hin zu mehr
Arbeitsmarktintegration darstellen.
Auch die Einbeziehung von Fach - und Beratungsstellen über die Projektgruppe hat sich als
sinnvoll erwiesen. Insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, dass berufliche Themen
teilweise fließende Übergänge zu psychosozialen Themen wie zu Fragen der Vereinbarkeit von
Familie und Beruf aufweisen, wurde von den Mentor*innen vermehrt nach professionellen
Anlaufstellen wie zum Beispiel Familienberatungsstellen gefragt.
Mit Blick auf die sehr spezifischen biographischen Erfahrungen der Mentees in Verbindung mit
ihrer Fluchtgeschichte wurde von den Mentor*innen betont, dass es wünschenswert wäre,
zusätzlich durch eine professionelle Beratungsstelle begleitet zu werden. Für künftige Programme
wäre daher zu üb erlegen, ob eine zusätzlich angebunden e Beratungsstelle zur psychosozialen
Unterstützung nicht eine sinnvolle Ergänzung des Programms darstellt. Dies gilt ebenso wie das
zur Verfügungstellen von sogenannten Safe Spaces (sichere Räume, analog oder digital, in die
sich Menschen mit Diskriminierungserfahrung zurückziehen können) und die Erstellung eines
Awareness-Konzepts (Sensibilisierungskonzept) für die Teilnehmenden.
Optimieren könnte man auf jeden Fall den Matchingprozess. Unter normalen Bedingungen hätten
sich die Mentor*innen und Mentees erst unverbindlich kennen gelernt und anschließend
Präferenzen für Tandems ab gegeben. Aufgrund der damals herrschenden Kontakt -
beschränkungen, der limitierten Projektlaufzeit und der Auswahloptionen wurden die Tandems
durch das Projektteam gemäß der jeweiligen Unternehmens - und Berufs profile
zusammengeführt. Manche meldeten zurück, dass sie sich an dieser Stelle mehr Mitsprache-
möglichkeiten gewünscht hätten.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass trotz der pandemiebedingten Herausforderungen und den
dargestellten Verbesserungsmöglichkeiten, die das Beratungsangebot oder das Matching
betreffen, die Erfolge der Frauen eine klare Sprache sprechen: Mentoring-Programme setzen
25
genau dort an, wo es an institutionellen Zu ständigkeiten mangelt, nämlich an der direkten
Vernetzung von Person und Unternehmen - von Mentee und Mentor*in. Das Ziel, die berufliche
Integration von migrierten Frauen effizient zu unterstützen und diese als mögliche Fachkräfte mit
ihrem Potenzial für die Unternehmen sichtbar und erfahrbar zu machen, konnte Mentegra
erreichen.
Anfragen von Einzelpersonen und Verbänden nach Ablauf des Programms zeigen den großen
Bedarf nach solchen Programmen und den dabei entstehenden Austauschmöglichkeiten auf. Es
wäre wünschenswert und nicht nur wirtschaftlich sinnvoll , das Mentoring-Programm in weiteren
Durchläufen zu optimieren und das Netzwerk zu vergrößern, um vielen kleinen und mittleren
Unternehmen das Kennenlernen einer noch weitgehend unbekannten Gruppe von Fachk räften
und qualifizierten Frauen eine Chance auf Integration in den Arbeitsmarkt und damit auch in die
Gesellschaft, zu ermöglichen.
Mitteilung Ausschuss
3705 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
V/50/505
Vorlagen-Nummer 25.10.2021
3634/2021
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 08.11.2021
Integrationsrat 16.11.2021
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 18.11.2021
Wirtschaftsausschuss 18.11.2021
Runder Tisch für Flüchtlingsfragen 19.11.2021
Ergebnisbericht und Dokumentation des Programms Mentegra: Betriebliches Mentoring für
qualifizierte geflüchtete Frauen zur beruflichen Integration
Das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Region Köln informiert seit 2012 mit praxisgerechten Ange-
boten über Möglichkeiten, wie kleine und mittlere Unternehmen das Erwerbspotenzial von Frauen
durch betriebliche Frauenförderung und Rekrutierungsstrategien nutzen können (siehe auch Mittei-
lung 3135/2021).
Mit dem Programm Mentegra (Mentoring zur beruflichen Integration qualifizierter geflüchteter Frauen)
wurde ein strukturiertes Mentoring-Programm speziell für diese Zielgruppe entwickelt und umgesetzt.
Ziel war es, ein Angebot in Köln zu etablieren, dass kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine
gezielte Rekrutierung von qualifizierten weiblichen Geflüchteten ermöglicht. Es sollte ein nachhaltiges
Instrument geschaffen werden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und gleichsam die In-
tegration in den Arbeitsmarkt zu fördern.
Mentegra wurde in den Jahren 2020 und 2021 durchgeführt und konnte als Pilotprojekt beeindru-
ckende Ergebnisse liefern. Das Ziel, die berufliche Integration von geflüchteten Frauen effizient zu
unterstützen sowie ihr Potenzial für die Unternehmen sichtbar und erfahrbar zu machen, ist Mentegra
gelungen. Im Unterschied zu anderen Mentoring-Programmen richtete sich Mentegra dabei gezielt an
qualifizierte Frauen, die in ihrem Herkunftsland ein Studium oder eine Ausbildung absolviert haben.
Alle teilnehmenden Frauen konnten im Rahmen des Mentorings vermittelt werden und haben im An-
schluss eine Beschäftigungs- oder Ausbildungsmöglichkeit erhalten. Mentegra hat die Wirksamkeit
von Mentoring-Programmen als Schlüssel zur Fachkräftesicherung bestätigt. Somit hat Mentegra
Vorbildcharakter, wie Integration und Chancengleichheit von qualifizierten Frauen mit Fluchtgeschich-
te auf dem Kölner Arbeitsmarkt gefördert werden können. Das Mentoring endete offiziell zum
01.06.20211 mit einer Abschlussveranstaltung. Im Anhang ist die ausführliche Dokumentation und
Auswertung des Programms zu finden.
Aus wirtschaftlicher und integrationspolitischer Sicht wäre es wünschenswert und sinnvoll das Mento-
ring-Programm auch künftig zu nutzen, weiterzuentwickeln und fortzuführen. Die Anfragen von Ein-
zelpersonen und Verbänden nach Ablauf von Mentegra zeigen einen weiterhin großen Bedarf nach
1 Siehe Nachbericht zur Abschlussveranstaltung hier:
http://www.competentia.nrw.de/kompetenzzentren/kompetenzzentrum_Koeln/interessantes/Archiv -
2021/Nachbericht_AbschlussMentegra2021_06_01.pdf
2
einem derartigen Programm. Dass die Förderung des Kompetenzzentrums Frau und Beruf durch Mit-
tel des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Eu-
ropäischen Union (EFRE) zum 30.04.2022 enden wird, wurde in der Mitteilung 3135/2021 berichtet.
Die Verwaltung setzt sich dafür ein, eine aus Landesmitteln finanzierte Weiterförderung für Köln zu
erreichen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass diese Drittmittelfinanzierung für Köln ersatzlos
zum 01.05.2022 enden könnte. Das Programm Mentegra könnte nur mit einer Weiterförderung des
Kompetenzzentrums Frau und Beruf Region Köln weitergeführt werden.
Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3634/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 15.11.2021
- Erstellt
- 15.10.2021 09:58