Mandari Insight

AN/1346/2017

Klima und Lebensqualität in unseren Veedeln verbessern – Offensive für Dach- und Fassadenbegrünung

Gem. Änderungsantrag (SPD) 20.09.2017

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 14.11.2017

Gem. Änderungsantrag nach § 13 (SPD)

· application/pdf

Ansehen

Gem. Änderungsantrag nach § 13 (SPD)

6688 Zeichen

SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln 
DIE LINKE im Rat der Stadt Köln 
 
 
Frau Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker 
 
Historisches Rathaus 
 
 
 
 
Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 20.09.2017 
 
AN/1346/2017 
 
Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Rat 28.09.2017 
 
Klima und Lebensqualität in unseren Veedeln verbessern – Offensive für Dach- und 
Fassadenbegrünung 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
 
die antragstellenden Fraktionen bitten Sie, folgenden Ersetzungsantrag zu dem 
Antrag der SPD-Fraktion und dem Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE zu 
TOP 3.1.4 in die Tagesordnung des Rates am 28.09.2017 aufzunehmen: 
 
 
Präambel: 
 
Der Trend zum Leben in der Stadt ist ungebrochen. Immer mehr Menschen zieht 
es in die urbanen Quartiere. Dies bringt die Notwendigkeit weiterer baulicher 
Verdichtung zur Schaffung von Wohnraum mit sich. Auch der motorisierte Indivi-
dualverkehr mit den entsprechenden negativen Auswirkungen bei CO₂-
Emissionen und Feinstaubbelastung wird vor diesem Hintergrund nicht kurzfristig 
abnehmen. 
 
Im Sommer ist es deutlich spürbar: So schön diese Jahreszeit in der Stadt auch 
sein kann, flirrende Hitze in den Straßen und fehlende Abkühlung in der Nacht 
machen Anwohnerinnen und Anwohnern zu schaffen und stellen eine gesundheit-
liche Belastung dar. Insbesondere gilt dies auch für Negativrekorde bei der 
Feinstaubbelastung, die in den betreffenden Hot-Spots gerade an heißen Tagen 
leider immer wieder zu verzeichnen sind. 
 
Die konsequente Erhaltung und Schaffung einer urbanen grünen Infrastruktur 
gewinnt daher – neben weiteren wichtigen Handlungsansätzen zur Anpassung an 
den Klimawandel - weiter an Bedeutung und muss wesentlicher Bestandteil 
nachhaltiger ökologischer und gesundheitsfördernder Stadtentwicklung sein. Da-
bei muss die gesamte Bandbreite der verschiedenen Elemente grüner Infrastruk-

- 2 - 
 
tur in den Blick genommen und bestehende Potenziale für mehr Grün in der 
Stadt gehoben werden. Hier besteht bei Dach- und Fassadenflächen ein Hand-
lungsfeld mit bislang nicht ausgeschöpften Möglichkeiten zur Verbesserung von 
Klima und Lebensqualität in unserer Stadt.  
   
 
Beschluss: 
 
Der Rat beauftragt die Verwaltung bis Ende 2017 darzustellen, wie der Bau von 
mehr begrünten Dächern bei Neubauten wie auch auf geeigneten 
Bestandsgebäuden und die Begrünung von Fassaden forciert werden können. Zur 
Entwicklung einer tragfähigen und wirkungsvollen Strategie sollen StEB, GAG, 
weitere Wohnungsbaugenossenschaften sowie auch mit Blick auf gewerblich 
genutzte Gebäude die IHK und HWK eingebunden werden. 
 
Dabei sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen: 
 
a) Als Grundlage für die Entwicklung geeigneter Maßnahmen und Instrumente 
sowie insbesondere zur späteren Evaluation sind möglichst auf der 
Grundlage bestehender Daten und anhand pragmatischer Methoden 
Aussagen zum Status Quo der begrünten Dach- und Fassadenflächen im 
Stadtgebiet zu treffen. Eine Potenzialanalyse soll einen Anhaltspunkt 
liefern für die Festlegung konkreter Zielvorgaben, die mit einer Offensive 
für Dachbegrünung in den kommenden fünf Jahren erreicht werden 
können. 
 
b) Außerdem wird die Verwaltung gebeten zu prüfen, unter welchen 
Bedingungen und in welchem Ausmaß die Dachbegrünung aus 
Ausgleichsmitteln (Baumschutzsatzung sowie Bundesnaturschutzgesetz / 
Baugesetzbuch) finanziert werden kann.  
 
c) Analog der Städte mit Vorbildcharakter, die da sind: Hannover und 
München für Förderung von Dach- und Fassadenbegrünung, sowie 
Hamburg, Stuttgart und Bremen für Fassadenbegrünung, erstellt die 
Verwaltung eine Beschlussvorlage zur vorbildlichen Förderung für Dach- 
und Fassadenbegrünung in Köln. 
 
d) Über bereits bestehende Möglichkeiten, direkte Zuschüsse für Begrü-
nungsmaßnahmen zu erhalten und reduzierte Niederschlagswassergebüh-
ren zu beantragen, sollen Bauherren und Hausbesitzer genauso umfassend 
informiert und beraten werden, wie über die Vor- und Nachteile einer 
Dach- und Fassadenbegrünung im Verbund mit dem Einsatz regenerativer 
Energien. 
 
e) Die Möglichkeiten, über eine aktive Stadtentwicklung Dach- und 
Fassadenbegrünung, z.B. durch Festsetzungen in Bebauungsplänen, auch 
als ortsnahe ökologische Ausgleichsmaßnahmen, in Köln zu forcieren, 
sollen voll ausgeschöpft werden.

- 3 - 
 
f) Bei Neubau und Sanierung städtischer Gebäude sowie bei Gebäuden der 
stadteigenen und stadtnahen Betriebe werden die Stadt Köln und die 
stadteigenen und –nahen Betriebe eine Vorbildfunktion wahrnehmen. 
 
g) Es sind Möglichkeiten darzustellen, mit Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und 
geeigneten Beteiligungsformaten Aufmerksamkeit für die Themen 
"Dachbegrünung" und „Fassadenbegrünung“ auch im Verbund mit dem 
Einsatz regenerativer Energien zu schaffen und diese zu bewerben.  
 
 
 
Begründung: 
 
Als wesentliche positive Effekte einer Begrünung von Dächern und Fassaden für 
Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität sind nachweisbar: 
 
- Luftkühlung und –befeuchtung 
- Sauerstoffproduktion und CO₂-Bindung 
- Bindung von Staub- und Schadstoffen (z.B. Feinstaub) 
- Rückhaltung von Regenwasser (z.B. bei Starkregen Abflussverzögerung) 
- Erhöhung der Artenvielfalt 
- Lärmminderung 
- Aufwertung des Stadtbildes  
- Gewinnung attraktiver nutzbarer Freiflächen (Dachbegrünung) 
- Verbesserung der Energiebilanz von Gebäuden. 
 
Diese Effekte kommen in hohem Maße insbesondere Bewohnerinnen und Bewoh-
nern in dicht besiedelten Stadtteilen zugute und können einen wichtigen Beitrag 
auch zu einer sozial gerechten Stadtentwicklung leisten.  
 
Eine Steigerung an begrünten Dach- und Fassadenflächen kann nur gelingen, 
wenn möglichst viele Bauherren von Sinnhaftigkeit und Nutzen überzeugt wer-
den. Neben der Schaffung von finanziellen Anreizen bzw. der Information über 
bestehende Fördermöglichkeiten sind daher Beteiligung der Bürgerinnen und 
Bürger, Öffentlichkeitsarbeit und Beratung wesentliche Erfolgsfaktoren.  
 
Erfolgreiche Strategien anderer Städte, z.B. Hamburg, München oder Düsseldorf 
können als Vorbilder herangezogen und dortige Erfahrungen einbezogen werden.  
So folgt Hamburg mit seiner Gründachstrategie dem Leitbild, mindestens 70 % 
der Neubauten mit Flachdach oder flachgeneigten Dächern und geeigneten 
Flachdachsanierungen zu begrünen, davon sollen 20 % für Bewohner und Be-
schäftigte nutzbar sein. 
 
Eine vergleichbare Größenordnung ist auch für Köln vorstellbar und bei entspre-
chender Förderung durch die Stadt auch erreichbar. 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
gez. Dr. Barbara Lübbecke   Michael Weisenstein 
SPD-Fraktionsgeschäftsführerin  Fraktionsgeschäftsführer DIE LINKE

Beratungsverlauf (1)

14.11.2017 Rat
Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Sache ist erledigt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/1346/2017
Typ
Gem. Änderungsantrag (SPD)
Datum
20.09.2017
Erstellt
20.09.2017 15:46