Mandari Insight

2768/2025

Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Grünen-Fraktion aus der Sitzung der Bezirksvertretung Mülheim vom xx.xx.2025 (AN/xxxx/2025) betreffend "Obdachlosigkeit in den Außenbezirken

Beantwortung einer Anfrage (BV) 31.10.2025

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Bezirksvertretung 9 (Mülheim), Sitzung am 08.12.2025, TOP 7.1.3

Beantwortung einer Anfrage (BV)

· application/pdf

Ansehen

Beantwortung einer Anfrage (BV)

5918 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
V/50/507 
 
Vorlagen-Nummer 
 2768/2025 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 10.11.2025 
 
Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Grünen-Fraktion aus der Sitzung der 
Bezirksvertretung Mülheim vom 25.08.2025 (AN/1168/2025) betreffend "Obdachlosigkeit 
in den Außenbezirken" 
Die Verwaltung beantwortet die Fragen zur Entwicklung von Obdachlosigkeit in den Außenbe-
zirken wie folgt.  
 
 
Frage 1: Ist die Beobachtung der zunehmenden Obdachlosigkeit zutreffend? 
 
Antwort der Verwaltung 
Weder die lokal stattfindenden Beobachtungen in Köln noch die statistischen Erhebungen des 
Landes NRW in der Wohnungsnotfallberichterstattung lassen auf einen generellen und deutli-
chen Anstieg obdachloser Menschen in Köln schließen. Seit vielen Jahren kann beobachtet 
werden, dass es immer wieder zu Schwankungen sowohl im gesamten Stadtgebiet, als auch 
bei den immer wieder auftretenden Präsenzen obdachloser Menschen in den Außenbezirken 
kommt. Durch die Anstrengungen der Stadt Köln und der unterstützenden Träger gestaltet 
sich die Zahl obdach- und wohnungsloser Menschen mittelfristig gesehen derzeit relativ kon-
stant. 
An dieser Stelle ist auf das Verhältnis der Zahl der obdachlosen Menschen im Vergleich zur 
Anzahl der wohnungslosen Menschen hinzuweisen, die in den Unterstützungsangeboten der 
Stadt und freien Trägern unterstützt werden. So waren zum Stichtag 30.06.2024, laut Woh-
nungsnotfallberichterstattung des Landes NRW, in Köln 9.355 Menschen kommunal und ord-
nungsrechtlich untergebracht, im Vergleich zu rund 400 Personen, die obdachlos auf der 
Straße leben. 
Es ist derzeit zu beobachten, dass es in Köln vermehrt zu einer Verdrängung wohnungsloser 
Menschen aus dem innerstädtischen Bereich in die Außenbezirke gibt. Es ist davon auszuge-
hen, dass dies auch in einem kausalen Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Aufwertung 
der innerstädtischen Plätze steht. Diese zielen darauf ab, die innerstädtischen Plätze wieder 
attraktiver für Bürger*innen und Besucher*innen zu gestalten. 
In der Folge suchen sich die Menschen, die sich gewöhnlich an diesen zumeist innerstädti-
schen Plätzen aufhielten, neue Aufenthaltsorte, teilweise in Außenbezirken. Die Verlagerung 
erfolgt den Beobachtungen nach jedoch eher in die Stadtteile Ehrenfeld und Kalk. 
Weniger zieht es suchtmittelabhängige Menschen in die Außenbezirke, da sich konsumie-
rende Menschen dort aufhalten, wo sie Suchtmittel erwerben können. Das ist weiterhin eher 
im innerstädtischen Bereich der Fall.

2 
 
 
 
Frage 2: Stehen in den Außenbezirken Hilfsangebote zur Verfügung? Wohin könnte 
z.B. die Anwohnerschaft obdachlose Menschen verweisen?  
 
Antwort der Verwaltung 
Zu der Verteilung Obdachloser und der Angebote in den Bezirken ist festzustellen, dass sich 
noch immer die Verteilung der Unterstützungsangebote für Menschen in Wohnungsnotfällen 
in Köln stark auf den linksrheinischen innerstädtischen Bereich fokussiert, sodass in den Au-
ßenbezirken weniger entsprechende Angebote vor Ort vorgefunden werden. 
Diese Ungleichverteilung ist historisch gewachsen. Aber bereits seit mehreren Jahren arbeitet 
die Verwaltung daran, die Angebotslandschaft rechtsrheinisch auszubauen. Mittlerweile gibt 
es neben der Arche für Obdachlose in Mülheim, dem hinter dem Wiener Platz gelegenen und 
durch den SKM Köln e.V. betriebenen Tagesaufenthaltsangebot, das Beratungsangebot der 
Oase in Deutz, die frauenspezifische Beratungsstelle Wendepunkt und das Beratungszentrum 
Wohnungsnot in Kalk, beide von der Diakonie Michaelshoven betreut. 
Hinzu kommt das aufsuchende Angebot von Streetwork, das im gesamten Stadtgebiet ope-
riert. Das im Einsatz befindliche Streetworkteam im Bereich der Wohnungslosenhilfe und der 
Humanitären Hilfe für Menschen aus der EU-Migration ohne Zugang zum Sozialsicherungs-
system der Bundesrepublik Deutschland arbeitet dabei eng mit dem gesamten Hilfesystem für 
Menschen in Wohnungsnotlagen, aber auch weiteren Angeboten aus anderen sozialen Berei-
chen und auch weiteren Streetwork-Diensten zusammen, z.B. die für Menschen mit Sucht-
problematiken oder junge Menschen, die durch die Jugendhilfe unterstützt werden. 
 
Bürger*innen können jeden Fall der wahrgenommenen Obdachlosigkeit der Stadtverwaltung 
melden. Dies kann telefonisch über das Bürgertelefon erfolgen oder per E-Mail an das städti-
sche Postfach: sozialamt.streetwork@stadt-koeln.de. 
 
 
Frage 3: Gibt es Unterscheide in den sozialen Problemlagen im Vergleich zur Obdach-
losigkeit in der Innenstadt, z.B. im Hinblick auf Drogenkonsum und (Beschaf-
fungs-)Kriminalität? 
 
Antwort der Verwaltung 
Einen generellen Unterschied in der Bedarfslage wohnungsloser Menschen im innerstädti-
schen Bereich im Vergleich zu den Außenbezirken ist nicht erkennbar. Unabhängig vom loka-
len Aufenthaltsort weisen die Menschen regelmäßig ähnliche individuelle Bedarfslagen auf.  
Die Gruppe der obdachlosen Menschen ist heterogen. Unter den im öffentlichen Raum leben-
den Personen befinden sich in größerer Zahl Menschen aus Ost- und Südosteuropa, Men-
schen aus der binnendeutschen Migration und aus Drittstaaten zugewanderte Personen. Ei-
nige dieser Personen sind psychisch sehr stark beeinträchtigt. 
Ein gemeinsames Merkmal ist in vielen Fällen die durch Armut verursachte und fortschrei-
tende Verelendung dieser Menschen. 
Häufig werden auch im öffentlichen Raum auffällig werdende suchtkranke Personen aufgrund 
ihres Auftretens und Erscheinungsbildes fälschlicherweise der Gruppe der wohnungslosen 
Menschen zugeordnet, obwohl dies nur auf einen Teil der öffentlich konsumierenden Perso-
nen zutrifft. Nicht wenige dieser Personen verfügen noch über vorhandenen Wohnraum. 
Der innerstädtische Bereich ist wegen der dort ansässigen offenen Drogenszene stärker von 
Beschaffungskriminalität bedroht als die Außenbezirke.

Beratungsverlauf (1)

08.12.2025 Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
TOP 7.1.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2768/2025
Typ
Beantwortung einer Anfrage (BV)
Datum
31.10.2025
Erstellt
10.09.2025 12:08