3482/2019
Eingabe nach § 24 GO NRW - Konsequent gegen Zigarettenabfall im Stadtgebiet (Think global - act local) (Az: 13/19 und 38/19)
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V-6 Vorlagen-Nummer 3482/2019 Freigabedatum 14.10.2019 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Eingabe nach § 24 GO NRW - Konsequent gegen Zigarettenabfall im Stadtgebiet (Think global - act local) (Az: 13/19 und 38/19) Beschlussorgan Ausschuss für Anregungen und Beschwerden Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden bedankt sich bei den Petenten. Die Verwaltung wird sich mit den Vorschlägen erneut beschäftigen, wenn der Verwertungsweg von Zigarettenkippen durch tobacycle offen gelegt wurde. Das Verwarnungs- und Bußgeld für das Weg- werfen von Zigarettenkippen wurde zwischenzeitlich erhöht. Ausschuss für Anregungen und Beschwerden 29.10.2019 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung: Die Petenten stellen die Problematik der nicht ordnungsgemäßen Entsorgung von Zigarettenkippen dar und machen die in Anlage beigefügten Vorschläge zur Verbesserung der Situation. Zu diesen führt die Verwaltung aus: 1. und 3. Recycling statt Verbrennung (Kooperation der Stadt Köln und der AWB GmbH mit tobacycle n.e.V.) Der Verein tobacycle verwertet Zigarettenkippen. Die Zigarettenkippen werden zusammen mit Kunst- stoffverpackungen eigenen Angaben zufolge eingeschmolzen und zu Plastikpellets verarbeitet. Aus diesen werden neue Plastikprodukte hergestellt. Mit dem Verein wurde Kontakt aufgenommen. Hierbei sollte der konkrete Verwertungsweg hinterfragt werden. Es wurde vereinbart, dass der Verein sich zurückmeldet, wenn hierüber Auskunft gegeben und die entsprechende Anlage besichtigt werden kann. Dies ist bisher nicht erfolgt. Da somit noch keine Auskunft zum Verwertungsweg vorliegt, wird eine Entscheidung über einen denkbaren Pilotver- such zunächst zurückgestellt. 2. Einstufung von Zigarettenkippen als Schadstoff Seitens der Stadt Köln und/oder der AWB GmbH ist es nicht möglich, Zigarettenkippen als Schadstoff einzustufen. Dies ist Sache der Länder und/oder des Bundes. Zigarettenkippen bzw. darin enthaltene Stoffe werden in der Abfallverzeichnisordnung nicht als gefährliche Abfälle und auch nicht als eigene Abfallkategorie geführt. Sie sind den gemischten Siedlungsabfällen und dem Kehricht zuzuordnen. 3. Schwerpunktaktionen „Kölle Putzmunter“ in Kooperation mit tobacycle n.e.V. Tobacycle kann wie jeder Akteur auch eigene Sammelaktionen anmelden und durchführen, die im Rahmen von „Kölle putzmunter“ begleitet werden können. Im Rahmen von „Kölle putzmunter“ werden alle gelitterten Abfälle gesammelt, nicht nur Zigarettenkippen. Mit einem geplanten Handlungspro- gramm gegen Littering ab 2020 sollen achtlos weggeworfene Abfälle verstärkt in den öffentlichen Fo- kus gerückt werden. 4. Anpassung des Bußgeldkatalog Das Verwarnungs- und Bußgeld für achtlos weggeworfene Zigarettenkippen wurde zwischenzeitlich angepasst. Das Verwarnungsgeld wurde von 35 € auf 50 € erhöht. Im Wiederholungsfall wird ein Bußgeld von 100 € fällig. Werden Zigarettenkippen auf Spielplätzen, in Grünanlagen, in Landschafts- schutzgebieten und in Kanalabläufe geworfen, wird dies mit einem Bußgeld von 150 € geahndet. Problematisch sind Zigarettenkippen, wenn sie nicht ordnungsgemäß entsorgt werden. Eine in Kölner Grünanlagen durchgeführte Littering-Studie hat ergeben, dass Bequemlichkeit und ein mangelndes Bewusstsein dafür, dass Zigarettenkippen Abfall sind, Hauptgründe für einen achtlosen Umgang da- mit sind. Mit einem geplanten Handlungsprogramm gegen Littering soll ab 2020 durch verschiedene zusammenwirkende Maßnahmen ein entsprechendes Bewusstsein für einen achtsamen Umgang mit allen gelitterten Abfällen geschaffen werden. In der Restmüllverbrennungsanlage stellen Zigarettenkippen kein Problem dar. Die Verwaltung wird sich mit dem Thema wieder beschäftigen, wenn der Verwertungsweg offen gelegt wurde.
Anlage Eingaben
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Stadt Köln Ausschuss für Anregungen und Beschwerden Ludwigstr. 5 50667 Köln 07.02.2019 Konsequent gegen Zigarettenabfall im Stadtgebiet „Think global - act local“ Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit möchte ich anregen, durch geeignete Maßnahmen ein konsequentes Vorgehen gegen Zigarettenabfall im Stadtgebiet auf Basis der gemachten Vorschläge zu beschließen. Hintergrund: Nicht zuletzt durch die Veröffentlichung auf tagesschau.de (https://www.tagesschau.de/inland/verschmutzung-zigarettenkippen-101.html) ist in der Öffentlichkeit das Thema der massiven Auswirkung von Zigarettenkippen auf die Umwelt bekannt geworden. Das achtlose Entsorgen von Zigarettenkippen hat erhebliche Auswirkungen auf die Natur und schädigt sie enorm. Hier ein paar Fakten: Jährlich landen 4.500.000.000.000 Zigarettenfilter pro Jahr in den Meeren Ein Zigarettenfilter auf einem Liter Wasser tötet bereits Wasserflöhe 4 Zigarettenfilter in einem Liter Wasser tötet einen Fisch Möwen halten die im Meer schwimmenden Filter für Nahrung, fressen sie und sterben qualvoll 50 % des Abfalls an den Stränden besteht aus Zigarettenfiltern e Das in den Zigarettenfiltern enthaltene Mikroplastik braucht über 100 Jahre, um von der Natur abgebaut zu werden e Mikroplastik aus Zigarettenfiltern steht auf Platz 1 der Kunststoffe, die die Meere verschmutzen Zwar liegt Köln nicht am Meer, doch auch hier reicht ein Regenschauer, um aus den achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen Giftstoffe zu spülen, die dann ins Grund- und Trinkwasser und auch in den Rhein (und letztlich dann doch ins Meer) gelangen. Ebenfalls verursachen sie einen erhöhten Aufwand bei den Abfallwirtschaftsbetrieben für die Reinigung der Straßen: Zigarettenstummel setzen sich gerne in Gehwegritzen fest und können nur aufwändig zusammengekehrt werden. Wenn man offenen Auges durch die Stadt geht, ist festzustellen, dass trotz der guten Dichte an Abfallbehältern, in denen in einem separaten Bereich auch Zigaretten entsorgt werden können, eine große Anzahl von Zigarettenkippen nach wie vor auf Straße, Gehweg oder Grünbereich weggeworfen werden. Ich habe alleine auf dem kleinen Stück von der Bahnhaltestelle Maria-Himmelfahrt-Str. bis zu mir nach Hause in einer Seitenstraße 64 Zigarettenstummel gezählt. Und das in einem Vorort abseits einer verkehrsreichen Straße. Dies zeigt deutlich, dass die bisher zur Vermeidung von Zigarettenstummeln im öffentlichen Raum getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen. Im Hinblick auf die aktuell in der Gesellschaft geführten Klima- und Umweltdebatte sollte die Stadt Köln als gutes Vorbild vorangehen und konsequent gegen Zigarettenkippen im Stadtgebiet vorgehen. Hierzu eignen sich folgende Vorschläge, die ich Sie freundlich bitte zu prüfen: 1. Recycling statt Verbrennung: Kooperation der Stadt Köln und der AWB mit tobacycle.n.e.V. Auch bei der Entsorgung von Zigarettenkippen über den Hausmüll werden bei der Verbrennung giftige Substanzen freigesetzt. Inzwischen gibt es die Möglichkeit, Zigarettenkippen zu recyclen. Zigarettenkippen sind zwar giftig, aber auch ein Wertstoff, der genutzt werden kann, um Neues herzustellen. Der Entsorgung und dem Recycling von Zigarettenkippen hat sich tobacycle n.e.V. verschrieben. Im Internetauftritt des Vereins können Details zum Wertstoffkreislauf für Zigarettenkippen entnommen werden: hitps://tobacycle.de/. Auf diese Weise werden die Zigarettenkippen konsequent der Umwelt entnommen und wieder verwendet. Es landen keine Gifte in der Natur. Das Sammeln funktioniert genauso, wie es jetzt bereits für Altbatterien üblich ist: an zentralen Orten werden entsprechende Sammelbehälter aufgestellt, die von tobacycle n.e.V. regelmäßig geleert werden. Die Bereitstellung von Sammelbehältern des Vereins erfolgt über ein Pfandsystem. Um die Akzeptanz des Zigarettenkippen-Recyclings zu erhören, sind kurze Wege unerlässlich. Niemand möchte mehrere Kilometer zurücklegen, um seine gesammelten Zigarettenkippen entsorgen zu können. Durch eine Erhöhung der Dichte der Abgabestellen kann ein wertvoller Beitrag zur Akzeptanz des Recyclings bewirkt werden, daher schlage ich vor, geeignete Sammelbehälter in städtischen Dienstgebäuden analog der Batteriesammelbehälter aufzustellen. Hierdurch wird es nicht nur Bürgerinnen und Bürgern erleichtert, sich an dem Konzept Zigarettenkippen-Recycling zu beteiligen, sondern auch die (rauchenden) Mitarbeitenden der Stadt Köln haben kurze Wege, um ihren Zigarettenabfall wirklich umweltgerecht zu entsorgen. Bei Bedenken hinsichtlich Sicherheit/Brandschutz kann mit tobacycle n.e.V. besprochen werden, ob die Sammlung auch in anderen als vom Verein bereitgestellten Sammelbehältern erfolgen kann. Hier wäre z.B. denkbar, dass die AWB (wie auch schon bereits zur Altbatteriesammlung) passende Behälter zur Verfügung stellt und deren Inhalte zur Recyclingstelle verbringt. Hiermit würde die Stadt Köln als Vorbild für andere Kommunen vorangehen, mehr für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu tun. 2. Einstufung von Zigarettenkippen als Schadstoff Da die umweltschädlichen Auswirkungen von Zigarettenkippen hinlänglich bekannt sind, sollten diese nicht als „Restmüll“ sondern als „Schadstoff" eingestuft werden. Selbst wenn Bundes- oder Landesbehörden die Einstufung gesetzlich vornehmen müssen (und dies noch nicht getan haben), kann sich die Stadt Köln entscheiden, dass das örtliche Entsorgungsunternehmen Zigarettenkippen als Schadstoff zu behandelt und für entsprechende Entsorgungsmöglichkeiten zu sorgen. 3. Recycling statt Verbrennung: Kooperation der AWB mit tobacycle.n.e.V. Die AWB empfehlen auf ihrer Internetseite die Entsorgung von Zigarettenkippen über den Hausmüll (https://www.awbkoeln.de/restm%C3%BClltonne/?L=0 ). Diese Empfehlung berücksichtigt nicht die Möglichkeit des Recyclings. Durch das Reoyclen von Zigarettenkippen kann der Anteil an giftigen Substanzen im Hausmüll reduziert werden. Die AWB könnten über eine Kooperation mit tobacylce n.e.V. hier einen weiteren Beitrag zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit leisten. In diesem Fall würde es sich anbieten, wenn die AWB die Kippen aus öffentlichen Abfallbehältern separat sammelt und zum Recycling übergibt oder abholen lässt. Das Vorgehen wäre auch hier analog zum Sammeln von Altbatterien. Da die Zigarettenkippen bereits jetzt in einem separaten Bereich der Abfallbehälter im öffentlichen Raum gesammelt werden, wäre nur zu prüfen, ob auch eine separierte Sammlung hiermit möglich ist. Dies könnte beim Leeren der Behälter möglicherweise etwas mehr Aufwand bedeuten, steht aber aus meiner Sicht in keinem Verhältnis zum Nutzen des ‚„Wertstoffes Zigarettenkippe“ durch ein Recycling. Alternativ wäre denkbar, die Abfallbehälter im öffentlichen Raum so umzugestalten, dass ein separates Leeren ermöglicht wird. 4. Schwerpunktaktionen „Kölle Putzmunter“ in Kooperation mit tobacycle n.e.V. Über die Internetseite „Kölle Putzmunter“ wird zum bürgerschaftlichen Engagement zur Reinhaltung der Stadt aufgerufen: https://www.awbkoeln.de/koelle-putzmunter!. Durch regelmäßige Schwerpunktaktionen „Zigarettenkippen“ sollte auf die Problematik aufmerksam gemacht und (presswirksam) für das Thema „Zigarettenkippen in der Umwelt“ sensibilisiert werden. Es wäre doch interessant, wie viele Zigarettenkippen bei einer solchen stadtweiten Aktion zusammen kommen, die dann dem Recycling übergeben werden können. 5. Anpassung Bußgeldkatalog . Hinsichtlich der massiven Umweltschäden, die durch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen entstehen, sollte der Bußgeldkatalog angepasst werden. Wenn wir eine Stadt ohne Zigarettenmüll haben möchten, sollte es wirklich empfindlich schmerzen, eine Zigarettenkippe einfach auf die Straße zu werfen. Beispielsweise habe ich auf der Kalker Hauptstraße vergangene Woche auf einer Strecke von 100 m zwei Menschen gesehen, die einfach ihre Zigarettenkippe weggeschnippt haben, obschon wirklich alle paar Meter Abfallbehälter zur Verfügung stehen. Ich würde mich freuen, wenn meine Vorschläge bei Ihnen Gehör finden und nach Möglichkeit umgesetzt werden könnten. Denkbar wäre zum Thema Recycling von Zigarettenstummeln auch ein Pilotversuch in einem Stadtteil oder in ausgewählten Dienstgebäuden, um die allgemeine Akzeptanz und Wirkung festzustellen. Mit freundlichen Grüßen Stüwe, Carla Von: Tobacycle - Das Sammelsystem für Zigarettenkippen <info@tobacycle.de> Gesendet: Mittwoch, 16. Januar 2019 09:07 An: 02-1/4 Geschäftsstelle Anregungen und Beschwerden Betreff: Sammelsystem für Zigarettenkippen Antrag nach $ 24 der Geschäftsordnung NRW Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister Hupke, sehr geehrte Damen und Herren der Bezirksvertretung Innenstadt, ich bitte Sie, folgende Anregung auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der BV Innenstadt zu setzen: Pilotprojekt Zigarettenkippenrecycling im Gebiet der Bezirksvertretung Innenstadt Zigarettenkippen sind zahlenmäßig betrachtet ein großes Umweltproblem. Sie machen ca. 60 % des achtlos weggeworfenen Mülls (Littering) aus. In Deutschland kommen rund 40.000 Tonnen Abfall an Zigarettenkippen pro Jahr zusammen. Diese Abfälle werden zu wenigen Prozenten verbrannt bzw. landen mehrheitlich in der Umwelt. Dadurch landen in der Gesamtheit betrachtet eine Vielzahl giftiger Stoffe, z.B. Vinylchlorid, Teer, Formaldehyd, Hydrazin, Ammoniak, Kohlenmonoxid, Benzol, Polonium, Blausäure und Arsen ebenfalls in der Umwelt bzw. im Boden und je nach Auswaschung durch Regen, auch im Grundwasser. Der Tobacycle n.e.V. bittet eine Lösung an, um Zigarettenkippen direkt nach dem Rauchvorgang zu separieren und zu sammeln. Nach dem Sammeln werden die Zigarettenkippen restlos verwertet und zu neuen Produkten verarbeitet. Somit entsteht ein geschlossener Wertstoffkreislauf. Meine Anregung: Die Kölner Stadtverwaltung erarbeitet gemeinsam mit der AWB und dem Tobacycle n.e.V. eine konkrete Lösung, nach der bei der Entleerung der städtischen Mülleimer im Gebiet der BV Innenstadt, testweise z.B. an den Kölner Ringen oder im Studierendenviertel, die Abfälle in den Zigarettenkippenschlitzen der städtischen Mülleimer separat gesammelt werden und dem gemeinnützigen Verein Tobacycle e.V. (www.tobacycle.de) zum 100%-igen Recycling kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Das Pilotprojekt sollte mindestens 1 Jahr laufen und im Nachgang einer Evaluation des Pilotprojekts die Verstetigung bzw. räumliche Ausweitung politisch diskutiert und ggfs. neu beschlossen werden. Durch dieses Pilotprojekt soll einerseits für diese noch relativ unbekannte Müllproblematik sensibilisiert werden und andererseits eine aktive gemeinsame Zusammenarbeit der o.g. drei Akteure erprobt werden. Mit freundlichen Grüßen
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3482/2019
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 14.10.2019
- Erstellt
- 07.10.2019 09:41