0123/2024
Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion aus der Sitzung des Sportausschuss vom 30.11.2023 (AN/1997/2023) betreffend "Mädchen an den Ball" in Köln
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle IV/52/520 Vorlagen-Nummer 24.01.2024 0123/2024 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Sportausschuss 01.02.2024 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion aus der Sitzung des Sportausschuss vom 30.11.2023 (AN/1997/2023) betreffend "Mädchen an den Ball" in Köln Für die Sitzung des Sportausschusses am 30.11.2023 stellte die SPD-Fraktion folgende An- frage: 1. Wie könnte die Verwaltung die nachweislichen Erfolge von "Mädchen an den Ball" in anderen Städten nutzen, um in Köln aktiv zu werden und das Projekt hier einzuführen? 2. Welche finanziellen Mittel und Unterstützung könnte die Verwaltung zur Verfügung stellen, um "Mädchen an den Ball" in Köln erfolgreich zu etablieren? 3. Wäre es sinnvoll, dass die Verwaltung aktiv auf lokale Sponsoren, Stiftungen und Vereine zugeht, um "Mädchen an den Ball" in Köln zu unterstützen? 4. Welche Maßnahmen könnte die Verwaltung ergreifen, damit "Mädchen an den Ball" nicht nur als kurzfristiges Projekt gesehen wird, sondern langfristig in den städtischen Sportstrukturen verankert wird? Die Verwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung: Die Zielgruppe von „Mädchen an den Ball“ sind alle Mädchen im Alter 6 - 16 Jahren. „Ziel des Projektes ist es, niederschwellige und breitensportbetonte sowie kulturelle Angebote nur für Mädchen zu schaffen. Ligaspiele und Wettkämpfe sind bei dem Projekt nachrangig. Projekt- gedanke ist vielmehr der Spaß und die Freude am Fußballspielen weiterzugeben und die sozi- ale und kulturell ausgerichtete Kommunikation und vielfältige Interaktion der Mädchen zu stär- ken. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Einbindung von Mädchen mit und ohne Mig- rationshintergrund.“ Der oben aufgeführte Projektgedanke wird in Köln bereits u. a. durch das Projekt „Scoring Girls“ abgebildet. Es handelt sich dabei um ein Projekt des Vereins HAWAR.help e. V., der so- wohl in Köln als auch in Berlin rund 120 Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren aus Migran- ten- und Flüchtlingsfamilien mit gleichaltrigen deutschen Mädchen zusammenbringt und durch informelle Bildungs- und Teilhabeangebote ganzheitlich unterstützt. Durch das Programm sollen Vorurteile abgebaut und die Entwicklung grundsätzlicher Lebens- kompetenz gefördert werden. Im Rahmen des Projekts soll die Integration, die Persönlich- keitsentwicklung und die soziale Integration in Deutschland gestärkt werden. Das Teilhabepro- gramm, das sich aus formellen und informellen Bildungsangeboten (Schulhilfeprogramm und Workshops), Veranstaltungen, gemeinsamen Unternehmungen und sportlichen Aktivitäten zu- sammensetzt, wird seit 2016 in Köln durch die ehemalige Bundesligaspielerin des 1. FC Köln, 2 Tugba Tekkal, federführend betreut. Als Tochter jedisischer Flüchtlinge musste Frau Tekkal als junge Frau und angehende Fußballspielerin selbst gegen Vorurteile ankämpfen und sich innerhalb patriarchalisch geprägten Rollenverständnissen der Frau durchsetzen. Durch ihre eigene Geschichte schaffte es Frau Tekkal in Köln immer wieder Brücken zwischen Kulturen zu bauen, den Eltern in den Flüchtlingsunterkünften ihre Ängste zu nehmen und den Mädchen letztendlich die Chance zu ermöglichen, an etwas teilzunehmen, was in ihren Herkunftslän- dern teilweise verpönt oder sogar verboten ist. Für ihr Engagement wurde Frau Tekkal 2017 mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Köln ausge- zeichnet. Im Mai 2019 gewann das Projekt den Civis Medienpreis und im November 2019 wurde SCORING GIRLS mit dem Goldenen Band – die älteste Sportauszeichnung in Deutschland – ausgezeichnet Nähere Informationen hierzu auch unter nachfolgendem Link: https://www.hawar.help/de/pro- jekt/scoring-girls/scoring-girls-bildung/ Das Sportamt fördert das Projekt Scoring Girls aktuell jährlich mit rund 29.400 Euro. Darüber hinaus nehmen auch Mädchen die Spiel- und Trainingsangebote im Rahmen des Projekts „Poldi’s Straßenkicker“ war. Das Sportamt fördert das Projekt seit Jahren, in 2024 sind hierfür 30.000 Euro im Haushalt veranschlagt. Seitens des Sportamtes wird zudem im Rahmen des jährlich stattfindenden Pokalfinales der Frauen intensiv mit den organisierten Sport- und Fachverbänden zusammengearbeitet. Seitens des Amtes für Kinder, Jugend und Familie werden mit dem Fokus auf pädagogische Inhalte, Integration, Fairness sowie soziale und berufliche Orientierung die Projekte „Rhein- flanke“ (nähere Informationen unter dem Link: https://rheinflanke.de/) und „KIDsmiling“ (nä- here Informationen unter dem Link: https://kidsmiling.de/) gefördert. Beide Organisationen bie- ten Fußballtrainings für Jungen und Mädchen an. Die Oberbürgermeisterin ist Schirmherrin des KIDsmiling-Fußballprojekts, einer der Kooperationspartner ist die Stiftung des 1. FC Köln. Dort werden auch separate Trainings für Mädchen angeboten. Seitens des Fußball-Verbands Mittelrhein e.V. werden Bausteine von „Mädchen an den Ball“, wie insbesondere Mädchen-AG‘s, die Ausbildung nur für Trainerinnen oder auch Mädchenfuß- ball-Events durch verschiedene Projekte (z. B. Mentoring, Mädels-Kick, DFB-JUNIOR- COACH „Only Girls“) bzw. im Rahmen der Leitgedanken der Neuen Spielformen im Kinder- fußball (KiFu) bereits umgesetzt. Im Kreis Köln sind über den Fußball-Verband Mittelrhein e. V. aktuell 56 Mädchen-Mannschaf- ten gemeldet, welches im Vergleich zur Spielzeit 2021/2022, wo lediglich 41 Mannschaften gemeldet waren, eine Steigerung in diesem Bereich bedeutet. Nach Einschätzung der Fachverwaltung wird dem bestehenden Bedarf mit der Umsetzung der o. g. Projekte und der bestehenden finanziellen Förderung der Stadt Köln im Bereich „Mäd- chenfußball“ innerhalb der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel aktuell entsprochen. Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0123/2024
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 24.01.2024
- Erstellt
- 09.01.2024 08:16