Mandari Insight

V/0967/2014

Bürgerhaushalt 2011 - Abschlussbericht "Gesundheitsförderung in Grundschulen" (Nr. 443)

Vorlagen 10.12.2014

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 28.01.2015, TOP 7

Berichtsvorlage

· application/pdf

Ansehen

Berichtsvorlage

9219 Zeichen

V/0967/2014 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Gesundheit, Veterinär- und 
Lebensmittelangelegenheiten 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Bürgerhaushalt 2011 - Abschlussbericht "Gesundheitsförderung in Grundschulen" (Nr. 443) 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
20.01.2015 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 
21.01.2015 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und 
Arbeitsförderung Bericht 
28.01.2015 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
 
 
Bericht: 
 
1. Ausgangslage 
Das Projekt „Gesundheitsförderung in Grundschulen“ entstand aufgrund einer Anregung im Bür-
gerhaushalt 2011. Der Rat der Stadt Münster stimmte dem Vorschlag eines Bürgers, im Rahmen 
der Gesundheitsförderung in Grundschulen Unterrichtsprojekte zur gesunden Ernährung durch-
zuführen, zu. Er beauftragte die Verwaltung mit der Projektplanung und -durchführung und stellte 
finanzielle Mittel (je 25.000 Euro für zwei Jahre) bereit. 
 
Das Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten hat daraufhin den Fach-
ausschüssen ein Umsetzungskonzept vorgelegt (Vorlage V/0064/2012) und Ende 2013 eine Zwi-
schenbilanz gezogen (Vorlage V/0742/2013). 
Im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2014 wurden weitere 15.000 Euro zur Fortfüh-
rung des Projektes bereitgestellt. Damit kann das Projekt bis zum Ende des laufenden Schulhalb-
jahres (Ende Januar 2015) fortgeführt werden. Außerdem wurde dadurch für mehrere Grund-
schulklassen die Möglichkeit eröffnet, einen zweiten Durchlauf im nachfolgenden Schuljahr zu 
planen und durchzuführen. 
 
Zum Ende des Projektes wird nunmehr der Schlussbericht vorgelegt. 
 
2. Zielsetzung des Projektes 
Die Notwendigkeit einer guten, gesunden Schulverpflegung ist unumstritten. Daneben ist aber 
auch die frühzeitige Förderung der Gesundheits- und Ernährungsbildung in den Schulen wichtig. 
Insbesondere im Kindesalter erwirbt der Mensch seine prägenden Lebensgewohnheiten. Mit zu-
nehmendem Alter wird es immer schwieriger, Neues zu erlernen und Gewohnheiten zu verän-
dern. Daher ist eine frühzeitige Förderung von gesundheitlichem Verhalten wünschenswert, da-
mit sie nachhaltig greifen kann. 
Zahlreiche Studien bestätigen die Wichtigkeit von präventiven Maßnahmen der Gesundheitsför-
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0967/2014 
Auskunft erteilt: 
Frau Blank 
Ruf: 
492 -5381 
E-Mail: 
BlankR@stadt-muenster.de 
Datum: 
23.12.2014 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0967/2014 
 
derung und -bildung zur Vermeidung von ernährungsassoziierten Krankheiten. Ein guter Grund-
stein für die Ernährungsbildung kann bereits in der Grundschule gelegt werden, indem die Kinder 
theoretisch, praktisch und spielerisch an Themen rund ums Essen herangeführt werden. Im 
Rahmen der vermehrten Einführung des offenen und geschlossenen Ganztags eröffnen sich zu-
sätzlich Handlungsräume, das Thema Gesunde Ernährung in den Schulen aufzugreifen. 
 
In diesem Sinne sollten die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler im Laufe des Projektes 
 
- theoretisches und praktisches Ernährungswissen erlangen (einzelne Lebensmittelbau-
steine und –gruppen sowie deren Beitrag zu einer gesunden Ernährung), 
- den praktischen Umgang mit verschiedenen Lebensmitteln und Küchenwerkzeugen üben, 
- Hygieneregeln kennen lernen und anwenden, 
- ihre sinnliche Wahrnehmung gegenüber Lebensmitteln verbessern 
- durch die Vorbereitung und Durchführung gemeinsamer Kochaktionen und durch das ge-
meinsame Essen und Aufräumen ihre Sozialkompetenzen stärken, 
- Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln entwickeln, Tricks der Lebensmittelindustrie er-
kennen etc. und 
- unterschiedliche Esskulturen kennenlernen. 
 
3. Projektdurchführung 
3.1 Projektbeteiligte 
Zur Durchführung des Projektes wurde eine Oecotrophologin befristet für die Zeit vom 
01.09.2012 bis 31.01.2015 (0,5 Stelle EG 9) eingestellt, die Personalkosten werden aus den be-
reit gestellten Projektmitteln finanziert. 
Das Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten hat zu Beginn des Projek-
tes und auch zu Beginn der zweiten Phase vorrangig Grundschulen in den Stadtbezirken auf das 
Projektangebot aufmerksam gemacht, in denen die Schulkinder nach den vorliegenden schul-
zahnärztlichen Daten und den Erkenntnissen aus den Schuleingangsuntersuchungen tendenziell 
höhere Risikomerkmale bezüglich ihres Gesundheits- und Entwicklungsstandes aufweisen. Viele 
Schulen hielten es aber wegen anderer Verpflichtungen oder Projekte nicht für zweckmäßig, die-
ses Projekt zusätzlich in ihren Schulalltag einzubauen. Zur vollständigen Auslastung wurde das 
Angebot dann allen Grundschulen in Münster bekannt gegeben. Alle interessierten Schulen 
konnten im Verlauf der 2 ½ jährigen Projektdauer berücksichtigt werden. Die folgende Tabelle 
gibt einen Überblick über die teilnehmenden Schulen und Klassen: 
 
Schule Anzahl 
Klassen 
Klassen- 
stufe 
1. Durch-
gang 
2. Durch-
gang 
Eichendorffschule  
Angelmodde 
8 3. u. 4. 2 x 3. Klasse 
6 x 4. Klasse 
2 x 4. Klasse 
Dietrich-Bonhoeffer-
Schule, Aaseeviertel 
4 2. u. 3. 4 x 2. Klasse 2 x 3. Klasse 
Margaretenschule 
Mauritzviertel 
6 2., 3. u. 4. 2 x 2. Klasse 
4 x 3. Klasse 
2 x 4. Klasse 
Johannisschule 
Innenstadt 
4 3. u. 4. 4 x 3. Klasse 3 x 4. Klasse 
Bodelschwinghschule 
Innenstadt 
1 2. u. 3. 1 x 2. Klasse 1 x 3. Klasse 
Martin-Luther-Schule 
Kreuzviertel 
2 2. u. 3. 2 x 2. Klasse  2 x 3. Klasse 
Norbertschule 
Coerde 
2 3. 2 x 3. Klasse  
 
In das Projekt wurden zweite, dritte und vierte Klassen einbezogen. Insgesamt wurden 27 Klas-
sen mit 648 Schülerinnen und Schülern erreicht. 
 
Für die Eltern bestand die Möglichkeit, am Projekt teilzunehmen, um die Schülerinnen und Schü-

3 
V/0967/2014 
 
ler zu unterstützen. Insgesamt haben ca. 90 Eltern bei der Durchführung der Unterrichtseinheiten 
mitgeholfen. 
 
3.2 Projektbausteine 
Die von der Oecotrophologin durchgeführten Theorie- und Praxiseinheiten in den Schulklassen 
bildeten den Schwerpunkt des Projekts. In den Theorieeinheiten erarbeiteten die Schulkinder die 
Grundprinzipien einer gesunden Ernährung anhand der Ernährungspyramide. In den praktischen 
Einheiten erlernten sie Hygieneregeln und den richtigen Umgang mit Lebensmitteln und Küchen-
geräten. Die Speisen wurden in Kleingruppen zubereitet, gekocht oder gebacken. Anschließend 
haben die Schülerinnen und Schüler gemeinsam gegessen und aufgeräumt.  
Im zweiten Jahr der Teilnahme wurden unterschiedliche Esskulturen und Speisen aus anderen 
Ländern thematisiert. Die Idee entwickelte sich daraus, dass viele Grundschulklassen auch von 
Schülerinnen und Schülern mit Migrationsvorgeschichte besucht werden. Der multikulturelle As-
pekt bietet einen guten Ansatz, um andere Esskulturen zu verstehen und fremde Speisen kennen 
zu lernen. Die Auswahl der Länder orientierte sich an der Herkunft der jeweiligen Schülerinnen 
und Schüler in den Klassen. Die jeweiligen Länder wurden durch die Schülerinnen und Schüler 
vorgestellt. Anschließend wurden typische Gerichte aus den Ländern zubereitet. 
 
4. Bewertung und Ausblick 
Trotz anfänglicher Bedenken mancher Schulen ist die organisatorische Einbindung des Projektes 
in den Schulalltag mehrerer Schulen gut gelungen. Die Unterrichteinheiten wurden in der Regel 1 
x pro Woche angesetzt. Die Praxis hat gezeigt, dass eine solche Unterrichtsreihe den Bedürfnis-
sen der Schülerinnen und Schüler besser gerecht wird und nachhaltigere Wirkungen erzielt als 
die Durchführung von Projekttagen und -wochen. 
 
Die von den Schülerinnen und Schülern nach Abschluss der Unterrichtsreihe ausgefüllten Frage-
bögen spiegeln durchgängig wider, dass ihnen das Kochen im Unterricht Spaß gemacht hat. 
 
Die Bewertung durch die beteiligten Lehrkräfte war ebenfalls positiv. Ausdrücklich gelobt wurden 
die gute Organisation und Vorbereitung, die Praxisnähe, das ausgewogene Verhältnis zwischen 
Theorie und Praxis und der angemessene, altersentsprechende Umgang mit den Schülerinnen 
und Schülern. 
 
Bezogen auf die unter Ziff. 2 formulierten Zielsetzungen ist festzuhalten, dass nach Einschätzung 
der Lehrkräfte Lernerfolge bei den Schülerinnen und Schülern zu beobachten sind. Die Kinder 
würden ihr eigenes Essverhalten und das der Mitschülerinnen und Mitschüler bewusster wahr-
nehmen und in den Frühstückspausen verstärkt „Fachwissen“ über gesunde Ernährung austau-
schen. Viele Kinder hätten die Rezepte zuhause mit ihren Eltern nachgekocht. 
 
Aufgrund der gut zweijährigen Projekterfahrungen liegt zum Abschluss ein praxiserprobtes Unter-
richtskonzept für die 2. bis 4. Grundschulklassen zum Thema gesunde Ernährung für Grund-
schulkinder vor. Der Aufbau der Unterrichtsreihe sowie nützliche Tipps zur Umsetzung wurden in 
einem „Leitfaden“ ausführlich und anschaulich beschrieben. Im Anhang des Leitfadens finden 
sich für die Lehrkräfte  interessante Hintergrundinformationen zur Entwicklung des Essverhaltens 
und zur Ernährung im Schulkindalter. 
 
Das Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten hofft, dass Lehrkräfte an 
münsterschen Grundschulen mit Hilfe dieses Leitfadens die Unterrichtsreihe eigenständig fort-
setzen bzw. umsetzen können. Der Leitfaden wird allen Grundschulen zur Verfügung gestellt. 
 
In Vertretung 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat

Beratungsverlauf (3)

21.01.2015 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 11 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
27.01.2015 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
28.01.2015 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 7 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0967/2014
Typ
Vorlagen
Datum
10.12.2014
Erstellt
06.10.2020 14:37