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3268/2020

Ankauf des Kunstwerkes Sympathische Kommunistin von Martin Kippenberger für das Museum Ludwig

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 10.03.2021

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 23.03.2021, TOP 10.16

Beschlussvorlage Rat

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Ansehen

Anlage Beschlussvorlage Rat 4070/2012

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Ansehen

Beschlussvorlage Rat

12136 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/4511 
 
Vorlagen-Nummer 
 3268/2020 
Freigabedatum 
10.03.2021  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Ankauf eines weiteren Drittels des Kunstwerkes Sympathische Kommunistin von Martin 
Kippenberger für das Museum Ludwig 
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Rat beschließt den Ankauf eines weiteren Drittels des Kunstwerks „Sympathische Kommunistin“ 
von Martin Kippenberger aus dem Jahr 1983 für das Museum Ludwig für 1,0 Mio. € gestaffelt über 
drei Jahre sowie die erste Freigabe in Höhe von 333.000 € im Teilfinanzplan 0402 – Museum Ludwig 
bei Teilplanzeile 9 – Auszahlungen für den Erwerb von beweglichem Anlagevermögen auf der Fi-
nanzstelle 4511-0402-0-2000 – Ankaufsetat Museum Ludwig, Hj. 2021. 
 
Die Verwaltung wird im Rahmen des Haushaltsplanaufstellungsprozesses 2022 ff. die erforderlichen 
Mittel in Höhe von 333.000 € für das Haushaltsjahr 2022 und in Höhe von 334.000 € für das Haus-
haltsjahr 2023 berücksichtigen. 
 
Finanzausschuss 15.03.2021 
Rat 23.03.2021

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen   1.000.000 € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja 500.000 €  50 % 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme        € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung 
 
Martin Kippenberger (1953-1997) 
 
Sympathische Kommunistin, 1983 
Öl und Harz auf Leinwand 
180 x 150 cm (gerahmt 183 x 153 cm) 
 
Die „Sympathische Kommunistin“ zeigt eine junge Frau in einer weißen Uniform und mit einer 
schwarzen Kappe, auf dem der rote Stern prangt. Sie schaut aus leichter Untersicht den*die Betrach-
ter*in des Gemäldes unverwandt an. Der Hintergrund ist wie bei einer Fotografie verschwommen; das 
Gesicht in grobe Farbfelder aufgeteilt. Als Kippenberger in seinem Atelier am Kölner Friesenplatz 
daran arbeitete, goss er über die rechte Bildhälfte Harz aus – und drehte das Motiv dafür auf den 
Kopf.  
 
Das Gemälde zieht die Aufmerksamkeit auf sich, weil der Künstler ein werbeträchtiges Bild nach ei-
nem Cover der DDR-Illustrierten NBI von 1977 geschaffen hat. Dabei wählte er aber einen Malstil, der

3 
wegen seiner rohen Machart zwanzig Jahre später „Bad Painting“ getauft wurde. Auf diese Weise 
lässt Kippenberger offen, ob das Motiv eine Botschaft vermitteln soll oder ob er es nur künstlerisch 
verwertet hat. Der Künstler hat immer wieder gesellschaftliche und künstlerische Ambivalenzen im-
mer mit großem Gespür aufgegriffen. Er holte sich – wie Bazon Brock feststellt – „seine Anstöße nicht 
nur aus den Bildwelten des Journalismus, der Illustrierten, des Fernsehens, der Zeitungen und der 
Werbung. Er produziert auch wiederum Bildwerte, die eigentlich nur in jenen journalistischen Medien 
ihre Kraft und ihren Anspruch entfalten können.“ Bei der „Sympathische Kommunistin“ handelt es sich 
um ein solches wirkungsvolles Bild, das zugleich in der Malerei neue Maßstäbe setzte. 
 
Das Gemälde schließt an die Pop-Art-Sammlung des Museum Ludwig an, zum Beispiel an Gemälde 
wie Roy Lichtensteins „M-Maybe (A Girl’s Picture)“ von 1965 oder Andy Warhols „Jackie Triptych“ von 
1964. Es bietet aber auch aufschlussreiche Anschlussmöglichkeiten an die zweite Generation der 
Russischen Avantgarde an, deren Werke Peter und Irene Ludwig sammelten. Ilya Kabakov und Erik 
Bulatov griffen zum Beispiel zeitgleich die Bildsprache des Sozialistischen Realismus kritisch auf. 
Auch in der Geschichte der zeitgenössischen Malerei kommt dem Gemälde eine Schanierfunktion zu. 
Kippenberger grenzte sich mit solchen Werken gegen die expressiven Werke von Markus Lüpertz 
und Georg Baselitz ab. Zugleich schuf er eine neue Malweise und ein neues künstlerisches Selbst-
verständnis, an das die in den 1960er und 1970er Jahren geborenen Künstler*innen anschließen 
konnten. 
 
Seitdem das Gemälde „Sympathische Kommunistin“ sich im Museum Ludwig befindet, ist es dauer-
haft in der Sammlung ausgestellt. Es gehört heute nicht nur zu den Hauptwerken der Sammlung, 
sondern auch zu einem der beliebtesten Arbeiten – eine „Mona Lisa“ des Museum Ludwig.  
 
Ausgangslage 
Im Jahr 2012 bot sich dem Museum Ludwig und der Kunststiftung im Museum Ludwig die außerge-
wöhnliche Gelegenheit das Kunstwerk „Sympathische Kommunistin“ von Martin Kippenberger als 
Teilerwerb (1/3) und Teilschenkung (2/3) in den bedeutenden Sammlungsbestand des Museums auf-
zunehmen. Das Kunstwerk hat einen durch ein Gutachten von 2012 testierten Wert von insgesamt 
3,0 Millionen Euro. 
Ein Wertanteil von 1/3 des Gesamtkaufpreises gelangte bereits als Schenkung in die Kunststiftung im 
Museum Ludwig. Eingetragener Zweck der Kunststiftung im Museum Ludwig ist die ausschließliche 
Förderung des Museum Ludwig, insbesondere durch den Erwerb und Zurverfügungstellung von 
Kunstwerken auf Basis von zeitlich unbefristeten Leihverträgen. 
Ein weiteres Drittel des Kunstwerkes mit einem Wert von 1,0 Mio. € wurde durch die Stadt Köln für 
das Museum als Miteigentum aus dem Ankaufsetat des Museums Ludwig erworben. Der Ankauf wur-
de durch die Kulturstiftung der Länder und der Peter und Irene Ludwig Stiftung mit einen Betrag von 
jeweils 333.333,00 € gefördert.  
Der Rat hat in seiner Sitzung am 14.11.2012 den Ankauf des 1/3 Miteigentumsanteils am Kunstwerk 
beschlossen (Vorlagen-Nr. 4070/2012, s. Anlage). 
Das letzte Drittel des Kunstwerks soll der Kunststiftung im Museum Ludwig am 2. Januar 2023 ge-
schenkt werden. 
Der Ankauf und die Schenkung an die Kunststiftung wurden zwischen der Stadt Köln, der Kunststif-
tung im Museum Ludwig und dem Eigentümer vertraglich vereinbart und zur Absicherung der Wirk-
samkeit am 23.11.2012 notariell beurkundet. 
 
Teilschenkung des Kunstwerkes an die Kunststiftung 
Die Kunststiftung im Museum Ludwig wurde am 16.12.2008 von der Bezirksregierung Köln als selbst-
ständige Stiftung des bürgerlichen Rechts anerkannt. 
Maßgebender Impuls zur Stiftungsgründung war die Verabschiedung des Gesetzes zur weiteren

4 
Stärkung des bürgerlichen Engagements im Jahr 2007. Die Stiftung verfolgt ausschließlich gemein-
nützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. 
Zweck der Stiftung ist die Förderung von Kunst und Kultur. Die Stiftung erfüllt ihren Zweck aus-
schließlich durch die Förderung des Museum Ludwig Köln. 
Die mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit der Stiftung einhergehende steuerliche Begünstigung 
unterstützt insbesondere bei der Ansprache von Sammlerinnen und Sammlern. 
 
Durch die Zuwendung der beiden Miteigentumsanteile an die Kunststiftung sollten die steuerlichen 
Begünstigungen für den Eigentümer im zeitlichen Abstand von zehn Jahren vollzogen werden. Der 
erste Miteigentumsanteil im Wertanteil von 1,0 Mio. € wurde mit Zahlung des vollständigen Kaufprei-
ses durch die Stadt Köln an die Kunststiftung im Museum Ludwig in 2013 übertragen. Der zweite Mit-
eigentumsanteil in gleicher Höhe sollte der Stiftung zehn Jahre später zum 02. Januar 2023 übertra-
gen werden. 
Zum jetzigen Zeitpunkt sind der ursprüngliche Eigentümer, die Stadt Köln sowie die Kunststiftung 
Eigentümer je eines Miteigentumsanteils von einem Drittel an dem Kunstwerk Martin Kippenberger, 
„Sympathische Kommunistin“. 
 
Die Finanzverwaltung Köln legt zwischenzeitlich das Prüfergebnis über den von dem ursprünglichen 
Eigentümer beantragten Spendenabzug gemäß § 10b Abs. 1 a EStG vor. Demnach wird der Spen-
denabzug hinsichtlich des bereits zugewandten Miteigentumsanteils an die Kunststiftung seitens des 
Finanzamtes Köln nachweislich versagt. 
 
Damit ist der mit der Teilschenkung von zwei Dritteln des Gemäldes verbundene Wunsch, die beste-
hende Möglichkeit des Spendenabzugs geltend zu machen, mit dem vorliegenden Kauf- und Schen-
kungsvertrag nicht gegeben. 
 
Der in 2012 testierte Wert des Gemäldes wurde in 2012 durch zwei Gutachten auf 3 Mio. Euro festge-
legt. Heute liegt der Wert im zweistelligen Millionenbereich, da es nur wenige frühe ikonische Werke 
von Martin Kippenberger gibt, die überhaupt auf dem Kunstmarkt gehandelt werden.  
Mit einer Änderungsvereinbarung zum Vertrag vom 21. November 2012 soll nun ein Ausweg aus dem 
Problem gefunden werden, weil der großzügige Plan, zwei Drittel eines solch herausragenden 
Hauptwerkes des bedeutenden Künstlers Martin Kippenberger dem Museum Ludwig zu schenken, 
mit dem vorliegenden Vertrag nicht mit einem Spendenabzug verbunden werden kann.  
Die Änderungsvereinbarung, die bereits mit dem Rechtsamt der Stadt Köln abgestimmt wurde, sieht 
vor, dass der 2012 festgelegte Wert von 3 Mio. Euro weiterhin bestehen bleibt.  
 
Der Eigentümer beabsichtigt auch weiterhin, den noch bei ihm verbleibendem Miteigentumsanteil an 
dem Kunstwerk dem Museum Ludwig zukommen zu lassen und bietet diesen der Stadt Köln nunmehr 
zum Erwerb an. Im Gegenzug erklärt er sich bereit, auf jegliche Ansprüche an dem bereits übertra-
genden Miteigentumsanteil an die Kunststiftung zu verzichten.  
 
 
Finanzierung:  
 
Der Kaufpreis für das letzte Drittel des Kunstwerkes beträgt insgesamt 1,0 Mio. € und wird durch die 
Stadt Köln für das Museum Ludwig als weiteres Miteigentum erworben.  
Der Ankauf wird aus dem Ankaufsetat des Museum Ludwig bestritten. 
 
Die Peter und Irene Ludwig Stiftung bezuschusst den Erwerb von Kunstwerken des Museums Ludwig 
in Höhe von jährlich 500.000 €. Im Gegenzug hat sich die Stadt Köln vertraglich dazu verpflichtet, 
städtische Eigenmittel in gleicher Höhe zur Verfügung zu stellen, so dass das Museum über einen 
jährlichen Ankaufsetat von 1,0 Mio. Euro verfügen kann.  
 
Die Auszahlungen erfolgen mit vorgegebenem Zahlungsziel in den Jahren 2021 bis 2023 laut Ände-
rungsvertrag zwischen der Stadt Köln, der Kunststiftung und dem bisherigen Eigentümer in drei Ra-
ten. Die erste Rate ist bis spätestens zum 30.06.2021 fällig.

5 
Die Mittel stehen im Haushaltsjahr 2021 in Höhe von 333.000 € im Teilfinanzplan 0402 – Museum 
Ludwig bei Teilplanzeile 9 – Auszahlungen für den Erwerb von beweglichem Anlagevermögen auf der 
Finanzstelle 4511-0402-0-2000 – Ankaufsetat Museum Ludwig bereit. 
Die Verwaltung wird im Rahmen des Haushaltsplanaufstellungsprozesses 2022 ff. die erforderlichen 
Mittel in Höhe von 333.000 € für das Haushaltsjahr 2022 und in Höhe von 334.000 € für das Haus-
haltsjahr 2023 berücksichtigen. 
 
Folgeaufwendungen entstehen nicht. 
 
Die Eigentumsübertragung an die Stadt Köln erfolgt mit Zahlung der letzten Rate in 2023. 
 
Das Rechnungsprüfungsamt hat die Bedarfsprüfung des 1/3 Ankaufs zur Kenntnis (141/21/01/21) 
genommen. 
 
Eine Abbildung des urheberrechtlich geschützten Werkes ist nicht möglich.  
 
 
Haushaltsbewirtschaftung in der Corona-Krise 
Die Hauptaufgabe der wissenschaftlichen Museen ist der Auf- und Ausbau von Kunst- und Kulturgut 
durch Sammeln, Erhalten und Forschen. Durch den Erwerb des Kunstwerks von Martin Kippenberger 
wird der bestehende Sammlungsbestand im Museum Ludwig hervorragend ergänzt und trägt somit 
zur Sicherung der bestehenden Strukturen bei. 
 
 
Begründung der Dringlichkeit  
 
Die verwaltungsinterne Abstimmung war sehr zeitaufwändig. Aufgrund der vertraglichen Ausgestal-
tung mit festem Zahlungstermin muss die Beschlussfassung noch in der Sitzung des Rates vom 
23.03.2021 erfolgen. Auf die Beteiligung des Ausschusses für Kunst und Kultur als vorberatendes 
Gremium muss daher leider verzichtet werden. Der Ausschuss wird über den Beschluss nachträglich 
per Mitteilung informiert. 
 
 
 
 
 
Anlage 
 
Beschlussvorlage 4070/2012

Anlage Beschlussvorlage Rat 4070/2012

10447 Zeichen

Der Oberbürgermeister 
Dezernat, Dienststelle 
VII/VII/4 
 
Vorlagen-Nummer 
 4070/2012  
Freigabedatum 
14.11.2012 
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Ankauf eines Kunstwerks für das Museum Ludwig 
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Rat beschließt den Ankauf eines 1/3 Miteigentumsanteils am Kunstwerk „Sympathische Kommu-
nistin“ von Martin Kippenberger aus dem Jahre 1983 für 1,0 Mio. € sowie die erste Freigabe in Höhe 
von 667.000 € im Teilfinanzplan 0402 – Museum Ludwig bei Teilplanzeile 9 – Auszahlungen für den 
Erwerb von beweglichem Anlagevermögen, Haushaltsjahr 2012. 
 
 
Rat 15.11.2012

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen   1,0 Mio. € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja 667.000 €  67 % 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme        € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
 
Begründung 
Martin Kippenberger (1953-1997) 
Sympathische Kommunistin, 1983 
Öl und Harz auf Leinwand 
180 x 150 cm (gerahmt 183 x 153 cm) 
 
Wie im Folgenden dargelegt, handelt es sich bei Martin Kippenbergers „Sympathische Kommunistin“ 
von 1983 um ein ikonenhaftes Gemälde aus dem Frühwerk, welche äußerst selten auf den offenen 
Markt gelangen. Nun bietet sich die außergewöhnliche Gelegenheit, dass der Eigentümer, Herr Dr. 
Martin Peters, Köln, das Gemälde dem Museum Ludwig und der Kunststiftung im Museum Ludwig 
zum gemeinsamen Erwerb anbietet.  
 
Das Gemälde hat einen durch ein Gutachten belegten Wert von 3 Millionen Euro. Dabei schenkt der 
Eigentümer einen Wertanteil von 2/3 des Gesamtkaufpreises der Kunststiftung im Museum Ludwig. 
Auf diesem Wege kann er die Schenkung für ihn steuerlich optimal geltend machen. Eingetragener 
Zweck der Kunststiftung im Museum Ludwig ist die ausschließliche Förderung des Museum Ludwig, 
insbesondere durch den Erwerb und Zurverfügungstellung von Kunstwerken auf Basis von zeitlich 
unbefristeten Leihverträgen. Die Stiftung wurde im Jahre 2008 von der Stadt Köln errichtet. 
 
Das dritte Drittel des Kunstwerkes mit einem Wert von 1,0 Mio. € wird durch die Stadt Köln für das 
Museum als Miteigentum erworben und in dieser Höhe bilanziert. Da der volle Anteil des Kaufpreises 
im Haushaltsjahr 2012 nicht zu Gänze aus dem Ankaufsetat des Museums Ludwig getragen werden 
kann, soll ein Anteil in Höhe von 334.000,00 € auf das Haushaltsjahr 2013 entfallen.  
 
Der Ankauf wird durch die Kulturstiftung der Länder mit einen Betrag von 333.333,00 € gefördert. Die 
Zusage liegt vor. Die Mittel werden nach erfolgtem Ratsbeschluss abgerufen. Als weitere Förderung 
wird ein Betrag in gleicher Höhe aus den jährlich von der Peter und Irene Ludwig Stiftung pauschal für 
Ankäufe zur Verfügung gestellten Zuschussmitteln verwendet. In Anwendung des entsprechenden

3 
Haushaltsvermerks beträgt der städtische Eigenanteil damit 333.334 €. 
 
Zu erwähnen ist, dass der Eigentümer aus steuerrechtlichen Gründen die Zuwendung der beiden 
Miteigentumsanteile an die Kunststiftung im Museum Ludwig im zeitlichen Abstand von zehn Jahren 
vollziehen wird. Der erste Miteigentumsanteil im Wertanteil von 1,0 Mio. € wird mit Zahlung des voll-
ständigen Kaufpreises durch die Stadt Köln an die Kunststiftung im Museum Ludwig übertragen. Der 
zweite Miteigentumsanteil in gleicher Höhe wird der Stiftung zehn Jahre später zum 02. Januar 2023 
übertragen. Zur Absicherung der Wirksamkeit des Vertrages wird dieser notariell beurkundet werden 
 
 
Zum Gemälde: 
 
Als Martin Kippenberger sich entschied, die „Sympathische Kommunistin“ als Solitär in einem großem 
Format zu malen, hatte er das prägnanteste Motiv aus seinen Arbeiten der letzten Jahre ausgewählt: 
Eine junge Frau mit einer schwarzen Kappe, auf dem der rote Stern prangt, und in einer weißen Uni-
form schaut unverwandt aus leichter Untersicht den Betrachter des Gemäldes an. Der Hintergrund ist 
wie bei einer Fotografie verschwommen; das Gesicht in grobe Farbfelder aufgeteilt. Um jeglichen 
Eindruck einer expressiven Malweise zu widersprechen und damit der Vorstellung, dass das künstle-
rische Subjekt sich in dem Gemälde ausgedrückt haben könnte, ist über die rechte Bildhälfte Harz 
ausgegossen – das Motiv wurde dafür einmal umgedreht. „Sympathische Kommunistin“ zieht die 
Aufmerksamkeit auf sich, weil Kippenberger offensichtlich nach einem Privatfoto ein werbeträchtiges 
Bild im Stile des Sozialistischen Realismus gemalt hat, ohne dass der Widerspruch zwischen Öffent-
lich und Privat aufgehoben würde. Die ästhetische Indifferenz wiederholt sich auch in dem Motiv, das 
unklar lässt, ob es etwas propagieren oder nur künstlerisch verwerten will. Martin Kippenberger hat 
mit großem Gespür diese gesellschaftlichen Ambivalenzen aufgegriffen. Bazon Brock erkennt darin 
vor allem die Nutzung des „Bildjournalismus als ästhetische Macht“: „Er [Kippenberger] holt sich seine 
Anstöße nicht nur aus den Bildwelten des Journalismus, der Illustrierten, des Fernsehens, der Zeitun-
gen und der Werbung. Er produziert auch wiederum Bildwerte, die eigentlich nur in jenen journalisti-
schen Medien ihre Kraft und ihren Anspruch entfalten können.“ Bei der „Sympathische Kommunistin“ 
handelt es sich offensichtlich um ein solches Bild, das in den Berichterstattungen zu Martin Kippen-
berger bevorzugt in den Massenmedien abgebildet wird und, auf diese Weise in die Medienwelt ein-
gespeist, seine irritierende Wirkung bis heute entfaltet.  
 
Das Gemälde schließt auf vielfältige Weise an die Sammlung des Museum Ludwig an. Das Museum 
Ludwig besitzt in Europa die größte Sammlung amerikanischer Pop Art. Im Vergleich zum Beispiel zu 
Roy Lichtensteins „M-Maybe (A Girl’s Picture)“ von 1965 oder zu Andy Warhols „Jackie Triptych“ von 
1964 werden die erhellenden Ähnlichkeiten im künstlerischen Selbstverständnis und die Unterschiede 
der Verwendung von Massenkultur deutlich. Das von Peter und Irene aufgebaute Sammlungskonvo-
lut mit Werken von Ilya Kabakov oder Erik Bulatov, die zur gleichen Zeit ebenfalls die Bildsprache des 
Sozialistischen Realismus kritisch aufgriffen, bieten ebenfalls aufschlussreiche Anschlussmöglichkei-
ten. 
 
Über diese motivische Einbettung der Arbeit in die Sammlung des Museum Ludwig ist der Fakt ent-
scheidend, dass Martin Kippenberger gemessen an seiner kunsthistorischen Bedeutung und seiner 
Bedeutung für das Rheinland bislang mit seinen Werken nicht angemessen in der Sammlung vertre-
ten ist. Das Museum Ludwig besitzt zwar ein großes Konvolut seiner Plakate, als Dauerleihgabe der 
Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ein unbetiteltes Gemälde von 1991 aus der Se-
rie „Krieg böse“ sowie die Installation „Reise nach Jerusalem“ von 1987. Aber erst mit der Arbeit 
„Sympathische Kommunistin“ kann die Besonderheit von Kippenberger als Maler überzeugend ver-
mittelt werden. Nicht zuletzt inspiriert vom Punk der späten 1970er und frühen 1980er Jahre interes-
sierte ihn das Rohe, Unfertige, das gegen gesellschaftliche und bürgerliche Übereinkünfte gewendet 
ist. So bedeutete es eine besondere Provokation zu Beginn seiner Karriere, dass er sich der Malerei 
widmete, also demjenigen Medium, das nach der konzeptuellen Kunst der 1970er Jahre den „Hunger 
nach Bildern“ stillte, aber ausdrücklich in einer Manier des „Bad Painting“, die die Malerei von Markus 
Lüpertz, Georg Baselitz ironisch zu kommentieren schien. Diese Maler standen lange Jahre für einen 
weiteren Sammlungsschwerpunkt der Gegenwartskunst zusammen mit Werken von A.R. Penck, Jörg 
Immendorff, Gerhard Richter und Sigmar Polke. Die deutliche Lücke der so einflussreichen Gegenpo-
sition von Martin Kippenberger kann mit dem Gemälde „Sympathische Kommunistin“ geschlossen

4 
werden.  
 
Als Martin Kippenberger 1997 starb, vereinte sein Werk die wichtigsten Kennzeichen der aktuellen 
Kunst: die Grenzüberschreitung von Malerei, Skulptur und Konzeptkunst; Appropriation, Selbstinsze-
nierung und Kollaborationen; sowie die Verbindung von Trivialität und Kunstgeschichte, Zeitgeist und 
Gesellschaftskritik. Die spätere künstlerische Praxis, seine Arbeiten an Assistenten zu delegieren, fiel 
mit seinen sozialen Netzwerken zusammen. Er war auch Teil des inspirierenden Austausches in den 
1990er Jahren von Kölner Künstlern mit solchen aus Los Angeles wie Mike Kelley, Cady Noland und 
Christopher Wool. Seine Bedeutung für die jüngere Generation der in den 1960er Jahre Geborenen 
kann nicht genügend betont werden: Das Werk entfaltet seine Wirkung in unserer Gegenwart.  
 
Es ist eine außergewöhnliche Gelegenheit, ein frühes Gemälde von Martin Kippenberger zu in die 
Sammlung aufnehmen zu können, das nicht nur zu seinen Schlüsselwerken zählt, sondern auch wäh-
rend seiner Kölner Zeit in seinem Atelier am Friesenplatz entstanden ist. Mit dem Teilerwerb und der 
Teilschenkung von „Sympathische Kommunistin“ von Martin Kippenberger könnte sowohl der künstle-
rische Gegenpol zu den 1980er Jahren sichtbar gemacht werden als auch die Verbindung zur Kunst 
des 21. Jahrhunderts sinnfällig hergestellt werden. 
 
Der Eigentümer hatte das Bild Mitte der 1980er Jahre vom Künstler direkt erworben. Wie das Zu-
standsprotokoll von 2008 zeigt, wird das Bild konservatorisch sehr gut betreut. Die Restaurierung des 
Museum Ludwig konnte sich ebenfalls davon überzeugen, dass das Gemälde in einem ausgezeich-
neten Zustand ist.  
 
Das Rechnungsprüfungsamt hat die Bedarfsprüfung zur Kenntnis genommen. 
 
Begründung der Dringlichkeit: 
 
Die Verhandlung der bedingt durch die oben beschriebenen Besonderheiten sehr komplexen vertrag-
lichen Konditionen konnten soeben erst abgeschlossen werden. Da der Verkäufer des Werks sich 
auch angesichts der erheblichen Zuwendung an die Kunststiftung im Museum Ludwig auf einen un-
verzüglichen Vertragabschluss ausbedingt, erfolgt eine Direktvorlage an den Rat. Die Beteiligung des 
Ausschusses für Kunst und Kultur und des Finanzausschusses war zeitlich nicht mehr möglich. 
 
Anlagen 
Abbildung des Gemäldes

Beratungsverlauf (2)

15.03.2021 Finanzausschuss
TOP 10.19 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
23.03.2021 Rat
TOP 10.16 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3268/2020
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
10.03.2021
Erstellt
10.11.2020 09:02