Mandari Insight

V/0382/2012

Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße

Vorlagen 09.05.2012

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Ost, Sitzung am 23.08.2012, TOP 3.2

Anlage-1-Bürgerumfrage-Ergebnisse

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Anlage-3-Anregung-85-2011

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Ansehen

Anlage-4-Anregung-135-2011

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Ansehen

Anlage-5-Antrag-SPD-0008-2012

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Anlage-2-Straßennamen-Vorschläge

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Anlage-6-Übersichtsplan

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Beschlussvorlage

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Ansehen

Anlage-1-Bürgerumfrage-Ergebnisse

4166 Zeichen

Anlage 1    
Anlage 1, Seite 1 
 
Bürgerumfrage 2012 „Ehrung von Personen durch 
Straßenbenennungen“ - Zusammenfassung der Ergebnisse  
 
 
1. Auftragslage und Zielstellung 
- Beschluss des erweiterten Ältestenrates der Stadt  Münster vom 07.07.2011 
- Grundlage: Ergebnisse der Kommission „Straßenname n“ 
- Gewinnung zusätzlicher Informationen mittels eine r repräsentativen Bürgerumfrage 
parallel zur Informations- und Kommunikationsphase (v. a. Ausstellung „Ehre, wem 
Ehre gebührt?!“ vom 26.01. – 16.03.2012) 
- Leitfrage: „Wie soll sich Münster zu Persönlichke iten stellen, die sie durch 
Straßennamen für ihr Lebenswerk in besonderer Weise geehrt hat, wenn sich diese 
Ehrung aufgrund neuer Forschungsergebnisse als fragwürdig erweist?“ 
 
 
2. Methodik 
- Befragungszeitraum: 25.01. – 15.02.2012 
- Zufallsstichprobe: 5.126 Bürgerinnen und Bürger ( über 18 Jahre, Hauptwohnsitz) 
- Rücklauf: 1.937 Fragebögen (37,8 % Rücklaufquote)  
- Ergebnisse lassen sich grundsätzlich auf Münstera ner Bevölkerung übertragen 
 
 
3. „Sind Sie generell dafür, Personen mit besonderer zeitgeschichtlicher 
Bedeutung durch Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen in Münster zu 
ehren?“ (Frage 1) 
- Ja, auf jeden Fall: 69,7 % 
- Ja, aber nur für Personen mit Bezug zu Münster: 1 7,5 % 
- Nein: 6,5 % 
- Ist mir egal: 4,4 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 0,8 % 
- Ohne Angabe: 1,1 % 
 
 
4. „Nach neueren quellengestützten Forschungsergebnissen ist der damalige 
Reichspräsident Paul von Hindenburg als Stütze des NS-Regimes anzusehen. 
Besteht heute noch ein Anlass, Hindenburg durch die Namensgebung für den 
größten Platz Münsters zu ehren?“ (Frage 2) 
- Ja: 35,0 % 
- Nein: 48,3 % 
- Ist mir egal: 7,3 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 6,6 % 
- Ohne Angabe: 2,8 %

Anlage 1, Seite  2 
2 
5. „Es gibt - neben dem Hindenburgplatz - noch weitere Anträge aus Bürgerschaft 
und Politik zur Umbenennung von Straßen und Wegen: Was würden Sie 
vorschlagen, wenn sich deren Namensgeber/innen nach neueren 
quellengestützten Forschungsergebnissen als Stützen des NS-Regimes erwiesen 
haben?“ (Frage 3) 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen so bleiben wie sie sind: 27,6 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen so bleiben wie sie sind; es soll aber jeweils ein 
Zusatzschild mit Erläuterungen zu den Namensgebern angebracht werden: 30,2 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen geändert werden ; auf den künftigen 
Straßenschildern soll aber auf die ehemaligen Namen hingewiesen werden: 16,2 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen geändert werden : 22,6 % 
- Ist mir egal: 0,6 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 1,3 % 
- Ohne Angabe: 1,5 % 
 
 
6. „Fühlen Sie sich zum Thema 'Ehrung von Personen durch 
Straßenbenennungen' ausreichend informiert?“ (Frage 4) 
- Ja: 56,4 % 
- Ja, zum Teil: 30,3 % 
- Nein: 11,4 % 
- Ohne Angabe: 1,9 % 
 
 
7. Fehlt Ihnen etwas an Informationen zu diesem Thema? (Frage 5) 
- Offene Frage: 512 Nennungen von 422 Befragten, d.  h. 21,8 % der 
Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer haben sich mittels Freitext geäußert 
- Nur ein geringer Teil der Nennungen bezieht sich auf „weitergehenden 
Informationen“: 4,3 % „weitere Informationen fehlen“; 3,1 % „mehr Informationen in 
Medien“ 
- Häufiger wird die Frage der „Kosten“ kritisch angesprochen: 7,6 % „Kosten 
insgesamt“, 7,0 % „Kosten der Umbenennung“  
- Auch machen die Anmerkungen deutlich, dass nicht alle Befragten die neueren 
Forschungen teilen, dass Hindenburg und weitere Namensgeberinnen/-geber als 
Stützen des NS-Regimes anzusehen sind: 8,2 % „Suggestive Fragestellung“,  
5,5 % „Begründung zweifelhaft“ (Hindenburg) bzw. 5,1 % (weitere Namensgeber) 
- Bezogen auf alle Umfrageteilnehmer/innen liegen d iese Antwortanteile bei 2,2 % 
(„Suggestive Fragestellung“), 1,4 % („Begründung Hindenburg zweifelhaft“) und 1,3 
% („Begründung weitere Namensgeber zweifelhaft“) 
- Ebenso werden auch „neue Namensvorschläge“ für de n Hindenburgplatz genannt 
(5,5 % aller Nennungen bzw. 1,4 % bezogen auf alle Umfrageteilnehmerinnen und -
teilnehmer), wobei hier der „Schlossplatz“ (3,7 %) überwiegt; vereinzelt werden 
weitere Namen genannt (z. B. Neuplatz, Friedensplatz)

Anlage-3-Anregung-85-2011

2426 Zeichen

Anregung Nr. 85/2011

T

‚ter

Oberbürgermeister der Stadt Münster

Herr Markus Lewe

Stadthaus 1

48127 Münster 13, Juli 2011

Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße

Sehr geehrter Herr Lewe,

wie wir der örtlichen Presse entnommen haben, wird die Benennung der Agnes-
Miegel-Straße in Frage gestellt, und zwar wegen des angeblich verwerflichen

Verhaltens der ostpreußischen Dichterin in der Zeit des Nationalsozialismus.

Im Namen und im Auftrag der Anwohner der Agnes-Miegel-Straße in Münster teilen
wir Ihnen mit, dass wir mit einer Umbenennung nicht einverstanden sind. Bisher haben
93,75 % der volljährigen Anwohner für die Beibehaltung des Straßennamens votiert.
Wir gehen davon aus, dass das mehrheitliche Votum der Anwohner bei der
anstehenden Entscheidung berücksichtigt wird. Die Unterschriftenliste hierzu haben

wir Ihnen als Anlage beigefügt.

Zu dem Verhältnis von Agnes Miegel zum Nationalsozialismus ist anzumerken, dass
hierzu durchaus widersprüchliche Darstellungen bestehen. Während die von der
Stadt Münster berufene Expertenkommission offensichtlich eine kritische Auffassung
vertritt, kommt die sich intensiv mit dem Lebenswerk der Dichterin auseinander-
setzende Agnes-Miegel-Gesellschaft, Bad Nenndorf, unter Verweis auf weitere
Gutachten zu dem Ergebnis, dass die Dichterin keine glühende Verehrerin Adolf

Anregung Nr. 85/2011

Bo

Hitlers war!. Dies wird nach Ansicht der Agnes-Miegel-Gesellschaft auch durch die im
Jahre 1949 erfolgte Entnazifizierung Agnes Miegels untermauert, die mit dem Urteil
schloss, dass Agnes Miegel als unbelastet anzusehen ist. Wir bitten Sie freundlichst um
Kenntnisnahme der vorgenannten Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen

Anlage
Kopie der Unterschriftenliste

Verteiler

Oberbürgermeister Markus Lewe
Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek
Ratsherr Walter von Göwels

' Vgl. Wikipedia-Unsinn über Dichterin Agnes Miegel, www .kul-tours.de/wikiped.htm, mit Verweis auf weitere
Quellen.

mm

Anregung Nr. 85/2011

Die Anwohner der
Agnes-Miegel-Straße in
48155 Münster

An
Stadt Münster
Bezirksvertretung Münster-Ost
Wir sind gegen die Umbenennung unserer Agnes-Miegel-Straße in Münster
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Es haben AS... von insgesamt Ab... volljährigen Anwohnern der Agnes-Miegel-Straße
in Münster gegen eine Umbenennung votiert.

Anlage-4-Anregung-135-2011

3433 Zeichen

Anregung Nr. 135/2011

BdV Bund der Vertriebenen Vereinigte Landsmannschaften

Frau ; m
Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek Kreisverband Münster-Stadt o. V.

Bezirksverwaltung Münster-Ost
Vennemannstraße 5

48157 Münster 48157 Münster

Tele

Bankverbindung:

Sparkasse Münsterland Ost
0

Münster, im Oktober 2011

Betr.: Umbenennung von Münsterschen Straßennamen
Sehr geehrte Frau Klimek,

der Bund der Vertriebenen bittet hiermit, von einer Umbenennung der Straßen Agnes-
Miegel-Straße und Stehrweg abzusehen.

Bei der Ansiediung der deutschen Heimatvertriebenen in den neuen Baugebieten in den
50er und 60er Jahren wurden bundesweit Straßennamen vergeben, die sich auf Städte,
Landschaften und Personen aus den Kulturräumen der Vertriebenen beziehen. Zur
Begründung wurde damals im Rahmen der Pflege des Kulturgutes der Heimatvertriebenen
gemäß $ 96 BVFG Folgendes ausgeführt:

„Wenn eine Gemeinde einer Straße einen ostdeutschen Namen gibt, so trägt sie dadurch
dazu bei, dass die Erinnerung an die ostdeutschen Gebiete auch bei der einheimischen
Bevölkerung wach bleibt. Zugleich beweist sie den von ihr aufgenommenen Vertriebenen
ihren guten Willen, sie auch auf diese Weise heimisch werden zu lassen.“

Diesem Anliegen, den Flüchtlingen und Vertriebenen durch vertraute Namen von Orten
und Persönlichkeiten ein heimatliches Gefühl zu geben, hat die Stadt Münster mit der
Vergabe von insgesamt etwa 100 Straßennamen in allen Stadteilen in Münster in
erfreulich großem Umfange Rechnung getragen.

Der Wegfall eines solchen heimatlich-vertrauten Straßennamens würde bei den in dieser
Frage sehr sensiblen Heimatvertriebenen ein großes Gefühl der Enttäuschung auslösen.
Und dieses trifft besonders auf Heimatschriftsteller zu, deren Werke für die Vertriebenen
einen Rest Heimat bedeuten, wie etwa bei der Schriftstellerin Agnes Miegel, der
bedeutendsten deutschen Balladendichterin.

Keine Frage: Wenn ein Lebenswerk durch Propaganda für das Unrechtsregime des
Dritten Reiches geprägt ist oder wenn ein Geehrter, geschützt durch das Regime,
Unrechtstaten begangen hat, ist sein Name zu tilgen.

Ein bedeutendes Lebenswerk aber in Kunst, Literatur oder Wissenschaft behält als Teil
der deutschen Geschichte bleibenden Wert auch dann, wenn seinem Schöpfer heute

Anregung Nr. 135/2011

vereinzelte Sympathiekundgebungen gegenüber dem damaligen Regime vorgeworfen
werden, Bekundungen, die sich aus den damaligen Zeitumständen ergeben haben.

Auf Einzelheiten zu Agnes Miegel, Straßenbenennung 1960 und Hermann Stehr,
Straßenbenennung 1954, wollen wir an dieser Stelle nicht eingehen, da Begründungen für
die Beibehaltung der Namen nach unserer Kenntnis bereits von anderer Seite vorgetragen
worden sind.

Mit Dank und freundlichen Grüßen

9

Anregung Nr. 135/2011

Die Landsmannschaften der Vertriebenen in Münster - Herbstfest -
An die Stadt Münster

Die aus Anlaß ihres Herbstfestes in Münster zusammengekommenen Vertriebenen
fordern die Stadt Münster auf, die Agnes-Miegel-Straße und den Stehrweg nicht
umzubenennen. Straßennamen, die sich auf Heimatorte und ostdeutsche Landschaften,
aber auch auf Dichter, Künstler und Wissenschaftler aus dem Deutschen Osten beziehen,
sind für uns ein Stück Heimat. Solche Straßennamen dürfen nicht getilgt werden.

Name Anschrift Unterschrift
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Anlage-5-Antrag-SPD-0008-2012

450 Zeichen

A-0/0008/2012

SPD-Fraktion
in der BV Münster Ost 19. April 2012 Anlage 3

Antrag an die BV

Betr.: Straßenumbenennungen

Die BV möge beschließen:

Der Stehrweg, der Castelleweg und die Agnes-Miegel-Straße werden umbenannt.
Begründung

Es wird auf die Empfehlungen der Kommission „Straßennamen“ sowie auf die
Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ verwiesen.

Weiterer mündlicher Vortrag erfolgt nach Aufruf der Sache.

Für die Fraktion
Ära Go ren Br

Anlage-2-Straßennamen-Vorschläge

4877 Zeichen

Anlage 2 
Vorschläge für neue Straßennamen im Stadtbezirk Münster-Ost 
Seite 1 
Nelly-Sachs-Straße 
Nelly Sachs (1891-1970) jüdisch-deutsche Schriftstellerin, Sie floh 1939 nach Schweden. 1966 
erhielt sie den Nobelpreis für Literatur 
Anna-Krückmann-Weg 
Anna Krückmann, * 01.02.1868, † 10.02.1955; Ratsfrau von 1924 bis 1930, Begründerin des 
Münsterschen Hausfrauenvereins 1915. 
 
Mathilde-Grönhoff-Straße 
Mathilde Grönhoff *1863 †1954, ehrenamtlich engagiert in der Krankenpflege und Fürsorge. 
Sie gehörte ab 1919 zu den ersten Frauen in der Stadtverordnetenversammlung. 1919-1929 
Fürsorgerin am städtischen Gesundheitsamt und 1919-1924 Mitglied im Wohnungsausschuss. 
Vorschlag der AMF, Arbeitsgemeinschaft Münsterscher Frauenorganisationen, 1989 
Henriette-Hertz-Weg 
Henriette Hertz *1913 † 2001 jüdische Münsteranerin vom NS-Regime verfolgt und beraubt. 
Sie überlebte die NS-Zeit untergetaucht im Rheinland. Nach der Rückkehr in ihre Heimatstadt 
stellte sie – wie viele andere Überlebende – einen Antrag auf Rückerstattung für den in der 
NS-Zeit geraubten Besitz ihrer Familie. Nur ein Bruchteil wurde erstattet. 
Vorschlag von C. Spieker, Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel 
Goldenbergstraße 
Die Familie Else Goldenberg (1903-1979), Siegfried Goldenberg (1900-1980) und Tochter 
Mirjam, *1937, wurden 1941 ins KZ Riga deportiert. Die Tochter Mirjam wurde 1942 von dort 
nach Auschwitz verschleppt und ermordet. Else und Siegfried Goldenberg sind nach Jahren 
der KZ-Haft und Zwangsarbeit 1945 befreit worden und 1947 nach Münster zurückgekehrt. 
Jahrelang 
stellten sie in ihrer Wohnung einen Raum für den Gottesdienst zur Verfügung. 
Siegfried Goldenberg war von 1946 bis 1976 Gemeinde-Vorsitzender. Else und Siegfried 
Goldenberg wurde für ihre Verdienste um den Wiederaufbau der münsterischen jüdischen 
Gemeinde die Paulus-Plakette der Stadt Münster verliehen.  
Vorschlag von C. Spieker, Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel 
Franz-Ballhorn-Weg 
Franz-Josef Ballhorn (1908–1979); Studium der Sprach- und Gesellschaftswissenschaften in 
Münster; Leiter des katholischen Sportverbands „Deutsche Jugendkraft“; illegale Aktivitäten 
gegen den Nationalsozialismus; 1934 Flucht in die Niederlande; Arbeit als Redakteur bei 
katholischen Widerstandszeitungen; 1940 Verhaftung; 1940-1945 Haft in Berlin und im KZ 
Sachsenhausen; nach der Befreiung Mitglied in kommunalen Ausschüssen für 
Entnazifizierung und Wiedergutmachung; Mitglied der VVN, später Vorstandsmitglied des 
BVN;  ab 1947 Amtsdirektor in Nottuln; 1964–1974 Bundesvorsitzender der „Deutschen 
Jugendkraft“; 
Vorschlag von C. Spieker, Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel, 2010

Seite 2 
Josef-Henneböhl-Straße 
Josef Henneböhl *26.02.1909 †1990, hat als „grüner Polizist“ in Amsterdam viele Menschen 
vor der Deportation in deutsche KZs gerettet. 
Vorschlag von C. Spieker, Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel, 2010 
Determeyerweg 
Carl Determeyer, *30.06.1897 Karlshafen, †02.05.1976 Münster, Maler. Determeyer kam 1900 
mit seiner Familie nach Münster. In seiner Jugendzeit studierte er Architektur und 
Kunstgeschichte in Münster, Düsseldorf und München. Zum Lebenswerk des Malers wurde 
eine stets in Aquarelltechnik ausgeführte kunsthistorische Bestandsaufnahme alter Bauwerke 
Münsters und des Münsterlandes. Viele der von ihm dargestellten Gebäude existieren nicht 
mehr. Determeyers Bilder wurden häufig in Kunstzeitschriften publiziert. Werke von ihm 
befinden sich in 165 Museen des In- und Auslandes. 
 
Dobelmannweg 
Werner Dobelmann *1913 †1985, Finanzbeamter in Münster. Er erforschte in seiner Freizeit 
die Geschichte der Ortschaften, Bauerschaften und Höfe in Münster-Ost. Er veröffentlichte 
1971 Kirchspiel und Stift St. Mauritz, Werse und Berg Fidel, 1974 Amelsbüren, Angelmodde, 
Handorf und Hiltrup, 1976 Albersloh. Dobelmann wohnte Niedersachenring 45. 
Vorschlag vom „Schützenverein Werse von 1821“  1995 
Heinrich-Böll-Weg 
Heinrich Böll (1917-1985) Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der 
Nachkriegszeit, als moralische Autorität. 1972 Nobelpreis für Literatur. 
 
Nikolaus-Groß-Weg 
Nikolaus Groß *30.09.1898 †23.01.1945, deutscher Gewerkschafter der KAB, 
Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und NS-Opfer. Groß wurde am 
07.10.2001 durch Papst Joh.Paul II. seliggesprochen.  
Vorschlag von der KAB St.-Ida-Gremmendorf, 2007 
Michael-Keller-Straße   
Michael Keller *1896 †1961, katholischer Theologe, 1947 bis 1961.  Bischof von Münster, 
Förderer der katholischen Soziallehre und der Laienbewegung. 
Vorschlag aus der Anregung nach § 24 GO Nr. 130/2011 
Monastirstraße 
Monastir ist Partnerstadt der Stadt Münster seit März 1968 
mehrfach vorgeschlagen: z.B. vom Dezernent I von 1981, letzter Antrag A-R/0006/2007 vom 
13.02.2007 der Fraktionsgemeinschaft UWG/ödp, Beschluss Hauptausschuss V/0182/2007.

Anlage-6-Übersichtsplan

73 Zeichen

eGerhart-Hauptmann-Straß
Agnes - M
i
ge
 -Straße
e
l
Anlage 6
V/0382/2012

Beschlussvorlage

26008 Zeichen

V/0382/2012 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Vermessungs- und Katasteramt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
23.08.2012 Bezirksvertretung Münster-Ost Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Entsprechend der Empfehlung der Kommission Straßennamen wird die Agnes-Miegel-
Straße umbenannt. 
2. Die bisherige Agnes-Miegel-Straße erhält einen neuen Namen aus der Anlage 2. 
3. Die Anregung nach § 24 Gemeindeordnung Nr. 85/2011 vom 13.07.2011 ist damit erledigt 
(Anlage 3). 
4. Die Anregung nach § 24 Gemeindeordnung Nr. 135/2011 ist damit in Bezug auf die Ag-
nes-Miegel-Straße erledigt (Anlage 4). 
5. Der Antrag der SPD-Fraktion der BV-Ost Nr. A-O/0008/2012 vom 19.04.2012 ist damit in 
Bezug auf die Agnes-Miegel-Straße erledigt (Anlage 5). 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Es entstehen Kosten für neue Straßennamenschilder. Die  Finanzierung ist aus laufenden Mi t-
teln des Tiefbauamtes aus dem Budget „1201-Straßenerhaltung“ sichergestellt.  
 
 
 
Begründung: 
Diese Beschlussvorlage zur Agnes-Miegel-Straße steht im Zusammenhang mit de n stadtwei-
ten Diskussionen über NS-belastete Straßennamen.  
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0382/2012 
Auskunft erteilt: 
Herr Zimmermann 
Ruf: 
492 62 42 
E-Mail: 
ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de  
Datum: 
14.05.2012 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0382/2012 
Ein Ausgangspunkt der Disku ssionen war im Mai 2007 der Antrag der SPD-Fraktion der BV-
West auf Umbenennung des Carl -Diem-Weges. Ebenfalls im Mai 2007 hat die SPD -Fraktion 
in der BV-Mitte um Prüfung der Vorwürfe gegen den Namensgeber des Jöttenweges gebeten 
sowie einen Bericht über die Straßennamen angefordert, deren Namensgeber in die Unrechts-
taten bzw. Kriegsverbrechen des Nationalsozialismus verstrickt waren. Diese  Prüfung führte 
zu einem Auftrag an den Historiker Dr. Schmidt, der die Namensgeber der Straßen im Stad t-
bezirk Mitte auf deren Verstrickung in die Unrechtst aten des NS-Regimes überprüfen sollte. In 
seinem Gutachten benannte Dr. Schmidt 29 Personen, die er in 4 Kategorien eingeteilt hatte: 
Kategorie 1: keine Nähe zum NS-Regime 
Kategorie 2: Haltung zum NS-Regime nicht eindeutig 
Kategorie 3: Aktive Stützen des NS-Regimes 
Kategorie 4: Beteiligung an Kriegsverbrechen oder Unrechtstaten 
Während in der Kategorie 4 keine Namensgeber auf Münsters Straßenschildern vorha nden 
sind, sind es  in der Kateg orie 3 nach dem Gutachten Schmidt 7 Personen (Franz Ludwig, 
Ludwig Humborg, Karl Wilh. Jötten, Hans Pfitzner, Alfred Stühmer, Karl Wagenfeld und Agnes 
Miegel), davon liegt die Agnes -Miegel-Straße im Stadtbezirk Ost. Ein weiterer Prüfau ftrag des 
Oberbürgermeisters an das Stadtarchiv zu den Straßennamen im übrigen Stadtgebiet ergab 
drei weitere  Namensgeber in der Kategorie 3 aus dem Stadtbezirk Münster -Ost (Friedrich 
Castelle, Heinrich Lersch und Hermann Stehr). Darüber hinaus hatte der Ratsantrag der SPD-
Fraktion vom Januar 2008 zur Umbenennung des Hindenburgplatzes die Debatte um Str a-
ßennamen sehr stark in die Öffentlichkeit getragen.  
Nach der Kommunalwahl 2009 hat der erweiterte Ältestenrat des Rates beschlossen, eine 
Kommission unter der Leitung des Oberb ürgermeisters einzusetzen, der alle im Rat vertret e-
nen Parteien und die Historiker Prof. Dr. Thamer und Prof. Dr. Kenkmann angehören sollten.  
Diese Kommission sollte über die zehn Personen der Kategorie 3 (dazu Diem und Hinde n-
burg) also über zwölf Namensgeber beraten. Im Vordergrund des Prüfa uftrags stand nicht die 
Bewertung der gesamten Lebensleistung dieser Personen, sondern ob und inwieweit die N a-
mensgeber das NS-Regime gestützt haben. Außer der Beratung über historische Fakten sollte 
die Kommission den  entscheidungsbefugten G remien (Rat und Bezirksvertretungen) ihre 
Empfehlung mitteilen, ob die Ehrung durch den Straßennamen nach wie vor angemessen sei 
und eine Umbenennung stattfinden solle oder nicht. 
Nach Abschluss der Kommissionsarbeit hat der  erweiterte Ältestenrat die Ergebnisse und 
Empfehlungen der Kommission am 07.07.2011 entgegengenommen und die Verwaltung be-
auftragt, diese Ergebnisse in einer breit angelegten Informations- und Kommunikationsphase 
zu veröffentlichen. Zusätzlich sollte die Verwaltu ng eine repräsentative Bürgerumfrage zur 
Frage der „Ehrung“, die mit der Benennung einer Straße nach einem Namensgeber verbu n-
den ist, durchführen. Die se Bürgerumfrage sollte eine zusätzliche Informationsquelle für die 
Diskussion in den Gremien bilden, diese aber nicht binden. 
Die Informations- und Kommunikationsphase hatte zum Ziel, über die Ergebnisse der Ko m-
mission zu informieren. Insbesondere sollte die auf neuen Erkenntnissen der historischen Fo r-
schung basierende Einschätzung der Kommission zu den Namen sgebern vermittelt werden, 
da diese Erkenntnisse vermutlich in weiten Teilen der Bürgerschaft nicht bekannt sind.  
Im Vordergrund der Information sollte daher nicht die gesamte Lebensleistung der Namen s-
geber stehen, sondern sollten insbesondere die neuen h istorischen Fakten stehen, nach d e-

- 3 - 
V/0382/2012 
nen die N amensgeber nach heutiger Bewertung nicht mehr als Vorbilder dienen können und 
eine Ehrung nicht verdient haben. 
Die Information der Öffentlichkeit erfolgte unter dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ 
- mit einer neuen Internetseite auf der Homepage der Stadt unter 
www.muenster.de/stadt/strassennamen, freigeschaltet seit 21.12.2011 
- mit der Ausstellung „Widerstände im Münsterland“ in der Bürgerhalle des Rathauses 
vom 19.11. - 21.12.2011 
- mit der Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt ?!“ in der Bürgerhalle des Rathauses 
vom 26.01. - 16.03.2012 
- mit einer Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ am 
25.01.2012 im Rathaus-Festsaal 
- mit zwei Informationsveranstaltungen in den Stadtbezirken Ost und Mitte am 
26.01.2012 und 09.02.2012 
- mit einer Podiumsdiskussion „Ehre, wem Ehre gebührt?! - Geschichte und Verantwor-
tung in einer demokratischen Gesellschaft“ mit prominenten Podiumsteilnehmern am 
29.02.2012 im Rathaus-Festsaal 
Ergebnisse der Bürgerumfrage 
Die repräsentative Bürgerumfrage wurde vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ve r-
kehrsplanung in der Zeit vom 25.01. - 15.02.2012 durchgeführt. Es wurde unter anderem die 
Frage gestellt: „Sind Sie generell dafür, Personen mit besonderer zeitgeschichtlicher Bede u-
tung durch B enennung von Straßen, Wegen und Plätzen in Münster zu ehren?“  Knapp 70 
Prozent der Antworten lauteten „Ja“.  
Auf die weitere Frage „Es gibt - neben dem Hindenburgplatz - noch weitere Anträge aus Bü r-
gerschaft und Politik zur Umbenennung von Straßen und Wegen: Was würden Sie vorschl a-
gen, wenn sich deren Namensgeber/innen nach neueren quellengestützten Forschungse r-
gebnissen als Stü tzen des NS -Regimes erwiesen haben?“  sprachen sich knapp 40 Prozent 
der Befragten für eine Umbenennung aus.  
Die einzelnen Umfrageergebnisse sind in Anlage 1 beigefügt.  
Empfehlung der Kommission Straßennamen 
Die Kommission hat in ihrer abschließenden 4. Sitzung am 15. Juni 2011 zusammengefasst 
folgende Empfehlungen abgegeben: 
"Die Kommission empfiehlt einstimmig die Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße. Aus-
schlaggebend für die Empfehlung der Umbenennung war die Bewertung, dass Agnes Miegel 
eine Stütze des NS-Regimes im Bereich Kultur war und den „Führer“ in ihren Werken verherr-
lichte." 
 
Die im Folgenden angeführte Begründung für die Umbenennung ist dem vom Stadtarchiv au f-
bereiteten Internetangebot „Ehre wem Ehre gebührt!?“ entnommen.

- 4 - 
V/0382/2012 
Agnes-Miegel-Straße 
Die Straße wurde 1960 benannt nach der os tpreußischen Dichterin Agnes Miegel, 
* 09.03.1879 in Königsberg † 26.10.1964 in Bad Salzuflen. 
Agnes Miegel und der Nationalsozialismus 
Politische Mitgliedschaften 
1937: Beitritt NS-Frauenschaft 
1940: Eintritt in die NSDAP (Mitgliedsnummer: 845438) 
"Ich traue auf Gott und den Führer, - nicht so kindlich-bequem, wie Viele es tun, sondern 
so, wie man als Deutscher und Ostgermane dem Schicksal vertraut." 
(Agnes Miegel an Hans Friedrich Blunck am 15.05.1939) 
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten bedeutete einen Umschwung in Leben und Werk 
Agnes Miegels. In einem Brief an Hans Friedrich Blunck vom November 1933 schrieb sie von 
der großen "Idee, in der wir nun alle leben."  (Zitiert nach Küchmeister, 282) "Die Dichterin, die 
die Wiedergeburt Deutschlands begeistert begrüßt hat",  (Kieler Zeitung 7.3.1944) war eine 
systemkonforme Schriftstellerin, die auch in der nationalsozialistischen Öffentlichkeit eine 
wichtige Funktion innehatte. 
Schon im Oktober 1933 nahm sie die Berufung in den Vorstand der Sektion für Dichtung der 
Preußischen Akademie der Künste an. Politisch unliebsame Autoren waren vorab ausg e-
schlossen worden. Dessen Hauptaufgabe war es laut der Literaturwissenschaftlerin Inge Jens 
"als 'Wahrer des deutschen Schrifttums' das ihre zum Aufbau des neuen Staates b eizutragen 
und sich in Huldigungsadressen, Aufrufen und Erklärungen öffentlich zu Führer, Volk und V a-
terland zu bekennen."  (Jens, S. 263) Ende Oktober 1933 unterzeichnete sie ein in Zeitung s-
anzeigen verbreitetes "Gelöbnis treuester Gefolgschaft" auf Adolf Hitler. 
"Denn ich bin Nationalsozialist." 
Anders als vielfach behauptet nahm sie Anteil an der politischen Veränderung. Das belegt ihr 
privater Briefwechsel mit Hans Friedrich Blunck (NS-Schriftsteller und Kulturpolitiker). In einem 
Brief an Blunck vom September 1934 legte sie ein Bekenntnis zum Nationalsozialismus ab: 
"Der Nationalsozialismus trat erst in mein Leben, als er andere schon lange erfüllte. Das ist ei-
ne Schuld – und ich habe es gebüßt durch die vielen inneren, nicht nur inneren Kämpfe, durch 
die ich dann in gedrängter Zeit gehen musste: [...] Durch ein Hinauszögern und ein Grauen da-
für, mit mir Ungleichen als Gelegenheitsjäger zu scheinen, stehe ich ausserhalb der Partei, der 
ich nur durch den RDS [Reichsverband des deutschen Schrifttums] und die Volkswohlfahrt an-
gehöre. Vielleicht ist dies, was ich als eine Art Busse für mein spätes Aufwachen ansehe, das 
Richtige für mich, vielleicht wirkt mein Einstehn dann überzeugender auch auf Andere. – Denn 
ich bin Nationalsozialist." 
In weiteren Zeilen reflektierte Agnes Miegel ausführlich ihren politischen Wandel zur Nationa l-
sozialistin:  
"Zuerst ging ich diesen Weg [...], weil ich immer dem alten Mann von Tannenberg [Paul von 
Hindenburg] gefolgt bin, in guten und auch in schweren Tagen. Dann aber immer tiefer ergrif-

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fen und jetzt so sehr in mir verwandelt, dass es wie ein Umschmelzen war. Nicht dass ich’s mit 
irgend welchem Ueberschwang bin, das liegt meiner Art nicht, dazu sind meine Gefühle zu tief. 
[...] Wenn ich über meine Heimat und ihr Geschick etwas glaube, so ist es das: Wir werden ein 
nationalsozialistischer Staat sein – oder wir werden nicht sein! Und das wäre der Untergang 
nicht nur Deutschlands – es wäre der Untergang des weißen Mannes. – In dem Augenblick, als 
ich das ganz klar erkannte – [...] da war ich bereit, für diesen Glauben nicht nur zu leben – auch 
(und ich kann sagen, da war ich gewiß) dafür zu sterben." (Zitiert nach Küchmeister, S. 284) 
Agnes Miegel analysierte sehr genau die Entwicklung ihrer politischen Einstellung vom Nati o-
nalkonservatismus Hindenburgscher Prägung hin zum Nationalsozialismus. Damit widerlegte 
sie eigenhändig die ihr häufig zugesprochene Naivität in politischen Zusammenhängen. Auch 
ihr Briefpartner Blunck erkannte dies und bezeichnete ihre Worte zum Nationalsozialism us als 
"so prächtig", dass er "einen kleinen Auszug an den Freund Rudolf Hess [...] senden möc h-
te".(Zitiert nach Küchmeister, S. 284, siehe auch Stadthaus) 
Ihren späten Eintritt in die NSDAP im Jahr 1940 begründete sie Blunck gegenüber auch. Sie 
habe Respekt und Bewunderung vor den "alten Kämpfern", ein schlechtes Gewissen für ihr 
"spätes Erwachen" und glaubte, sich erst bewähren zu müssen. Sie wollte nicht als "Gelegen-
heitsjägerin" gelten. (Zitiert nach Küchmeister, S. 284) 
"Laß in deine Hand, Führer, uns vor aller Welt bekennen" 
Der Dank des Regimes für ihren Einsatz äußerte sich in zahlreichen Würdigungen und Ehru n-
gen. Walther Killy (1990) spricht von ihr, als einer "von den Nationalsozialisten mit Ehrungen 
überhäuft[en]" Autorin, die "sich öffentlich immer wieder zum NS-Staat" bekannt habe. 
Das literarische Werk der Miegel änderte sich nach 1933. Es vollzog sich ein Wandel "vom 
Heldischen zum Hymnischen, vom ichbezogenen Lied zum wirbezogenen Valterlandslied; und 
je mehr sie die ostpreußi sche Dichterin zu  werden schien, um so mehr wuchs sie in das g e-
samtdeutsche Schrifttum hinein." (Brief Blunck an Miegel, zitiert nach Küchmeister, 286) 
In ihrem schriftstellerischen Werk finden sich begeisterte Führer - und Kriegsgedichte. Die 
Adolf Hitler gewidmeten Gedich te: "Dem Führer!"  (1936), "An den Führer"  (1938) huldigten 
ihm mit den Worten: "Du bist aller Zukunft Herz und Pfand!"  oder "Laß in deine Hand, Führer, 
uns vor aller Welt bekennen; Du und wir, nie mehr zu trennen stehen ein für unser deutsches 
Land." oder "Übermächtig füllt mich demütiger Dank, dass ich dieses erlebe, Dir noch dienen 
kann." 
Dem Gedichtband zum 50. Geburtstag Hitlers steuerte sie das Gedicht "Dem Schirmer des 
Volkes" bei, das identisch mit dem früheren Gedicht "Dem Führer!" ist. 
"Dienen an der deutschen Sache" 
Nach 1933 trat Miegel öffentlich als nationalsozialistische Dichterin in Erscheinung: Ihr kultu r-
politischer Einsatz für das Dritte Reich äußerte sich in propagandistischen Texten auf nati o-
nalsozialistische Führungspersönlichkeiten sowie  für Frauen - und Jugendorganisationen. 
Schon im September 1934 beschrieb sie, was für sie Mitkämpfen für die große Idee bedeut e-
te. Die Zielgruppe für die sich nun einsetzen wollte, waren die Frauen und die Jugend. "Ich 
habe einen sehr starken Ei ndruck von der Frauenschaft und Jugendarbeit gewonnen [...], von 
ihrem freudigen Dienen an der deutschen Sache." (Zitiert nach Küchmeister, 283)

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Agnes Miegel schrieb für den Bund Deutscher Mädel. Sie verfasste 1936 einen Beitrag zu e i-
ner Propagandaschrift des BDM "Mädel im Kampf" . Auch zur nationalsozialistischen Fraue n-
zeitung "NS-Frauen-Warte" steuerte sie 1937 ein Gedicht bei. Der Beitrag "Mutterherz" steht 
ganz im Sinne des überhöhenden NS-Muttermythos.  
Miegel pries öffentlich nationalsozialistische Repräsentanten . So widmete sie 1939 ihr prop a-
gandistisches Gedicht "An die Reichsfrauenführerin Scholtz -Klink" der NS -Frauenpolitikerin 
und pries ihr Wirken: "Laß mit den andern Schwestern heute mich kommen, / Dir zu danken 
für diese Jahre des Wirkens, / Dir zu danken, daß Du so weise uns alle / Eingebaut in das 
Werk, das alle verei nte!" Sie glorifizierte darin erneut die "arische" Muttergestalt: "Haus, das 
der Führer für uns wie ein Vater erbaut hat / Das für uns Frauen dann Du, die Frau, so woh n-
lich gestaltet/[... ] / Daß sie freudig dem großen Gedanken dienen, / Wie Du es vorlebst."  En-
dend mit "Und zu verströmen dafür und freudig zu dienen, / In dem Werk, das Du für uns alle 
gefügt hast." (Zitiert nach Thalmann, S. 111) 
Ihren linientreuen Werken verdankte sie die Aufna hme in Sammelbände wie das von Hans 
Friedrich Blunck herausgegebene "Deutschlandbuch". "Ihr Beitrag [sei] im Kreis der führenden 
deutschen Namen unentbehrlich." (Küchmeister, S. 284) 
"Ich habe so ein felsenfestes Vertrauen in den Führer, er wird uns halten." 
Diese Zeilen schrieb Agnes Miegel im Juli 1944. Noch immer glaubte sie an den militärischen 
Sieg und an Adolf Hitler. Als Poetin des Zweiten Weltkrieges hatte sie die Kriegspolitik des 
Dritten Reiches von Anfang an stark unterstützt. Ihre Kriegseuphorie  drückte sie 1940 im G e-
dichtband "Ostland" aus. Enthalten ist der kriegerische Appell "An die deutsche Jugend" . Der 
Band ist voller P athos und rühmt wiederum Hitler: "Übermächtig füllt mich demütiger Dank, / 
dass ich dieses erlebe, / Dir noch dienen kann, dienen den Deutschen / Mit der Gabe, die Gott 
mir verlieh!" Ihre Gabe lag im dichterischen Einsatz für den Nationalsozialismus. 
Mit ihrer dichterischen "Gabe" unterstützte sie die nationalsozialistische Kriegspolitik. Das G e-
dicht "An Deutschlands Jugend"  unterstützte die NS -Kriegspropaganda. Sie appellierte an 
Kampfesmut und Opferbereitschaft. Sie forderte die Jugend auf, "folgend dem Ruf des Fü h-
rers" sich dem Vaterland im Krieg zu opfern: "Und wir sehn Dich, Jugend, uns herrlich vora n-
gehn! / Wagend den fr ühen Kampf, – die einen im Felde, /Knaben, gefallener Brüder Antlitz 
tragend, / Junge Saat, gestreut in die Furchen der Erde, [...]" Abgedruckt wurde das Gedicht 
auch in Sammelbänden. Es fand sich beispielsweise in einer "Sammlung junger Kriegsdic h-
tung", die vom Reichsjugendführer Axmann mit dem Titel "Vom Wehrhaften Geiste" im Kriegs-
jahr 1944 herausgegeben wurde. 
Die kulturpolitische Wirkung Miegels sah auch Hans Friedrich Blunck. Nachdem er die Os t-
landgedicht gelesen hatte, schrieb er ihr 1940: "Wie herrlich, wie wundervoll, dass eine deu t-
sche Landschaft so durch den Mund einer Frau so zum Reich, zum Ganzen des Volks spr e-
chen kann." (Zitiert nach Küchmeister, 285) 
Ihre Unterstützung der NS -Kriegspolitik wurde als wichtig erachtet. Dies zeigt die Korrespo n-
denz zwischen Hanns Johst und Propagandaminister Goebbels von 1940, aus der hervorgeht, 
dass "das aufrüttelnde Erlebnis unserer Tage den packendsten und künstlerisch reifsten Au s-
druck" in Miegels Ostland-Gedichten gefunden hätte. (BA RK/D 0055) 
Bis zur endgül tigen Kapitulation des Dritten Reiches hielt Miegel an ihrer Treue zum Regime 
fest. In einer NSDAP Propagandaschrift verfasste sie zur "Kriegsweihnacht" 1944 eine letzte

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Hitler-Huldigung: "O du, der uns bewacht, sieh in der dunklen, stillen, / der heil’gen  Weih-
nachtsnacht mein Volk voll gutem Willen / geschwisterlich vereint, in deinem Lichte stehend." 
Noch kurz vor Kriegsende war ihr Führervertrauen auch privat ungebrochen. Sie fürchtete 
zwar, ihre Heimat verlassen zu müssen, hoffte aber weiter auf den Sieg. "Aber ich habe so ein 
Gefühl, daß es dahin nicht kommt, ich habe so ein felsenfestes Vertrauen in den Führer, er 
wird uns halten. I mmer wieder brandet Rußland an – aber der Sieg wird uns doch bleiben."  
(Aus einem Brief an Hans Friedrich Blunck im Juli 1944, zitiert nach Steffen Stadthaus) 
Agnes Miegel nach 1945 
"Dies habe ich mit meinem Gott alleine abzumachen und mit niemand sonst." 
Nach ihrer Flucht aus Ostpreußen und einem längeren Aufenthalt bis Ende 1946 im Flüch t-
lingslager in Dänemark ließ sich Agnes Miegel in Bad Nenndorf nieder. In einem Brief an Hans 
Friedrich Blunck erinnerte sie sich 1947 "immer noch mit Dank an jene große Schicksalg e-
meinschaft". (Küchmeister, 288) 1949 wurde sie von deutschen Behörden als " entlastet (Kate-
gorie V)" entnaz ifiziert. Bürgen ihrer angeblich nicht NS -konformen Haltung waren u.a. dem 
Nationalsozialismus nahe stehende Personen wie Hans Grimm und Ina Seidel. Ihre NS -
Vergangenheit tabuisierte A gnes Miegel. Sie sah sich als unpolitische Dichterin und erklärte 
ihr Eintreten für den Nationalsozi alismus mit ihrer Sorge um ihre Heimat Ostpreußen. Gefragt 
nach ihrer NS-Vergangenheit, gab sie nach 1945 an: "Dies habe ich mit meinem Gott alleine 
abzumachen und mit niemand sonst." 
Zwei Mal wurde Agnes Miegel in den 1950er Jahren für den Verdienstorden der Bundesrepub-
lik Deutschland vorgeschlagen. Der zuständige Ministerialrat des Bundespräsidialamtes riet 
zum Verzicht. Zwar wisse der Bundespräsident Theodor Heuss um den literarischen Wert der 
Agnes Miegel, aber "unvergessen ist der  überschwängliche Dithyrambus [Weihelied], den sie 
auf Adolf Hitler g edichtet hat". Agnes Miegel hatte auch eine lyrische Huldigung auf Theodor 
Heuss verfasst. "Dr. Heuss wünscht [...] nicht, dass irgendwann diese beiden Gedichte einmal 
gemeinsam in einem Sammelband auftauchen." 
Auf der einen Seite wurde sie als "Mutter Ostpreußens" verehrt und von verschiedenen Seiten 
vielfach für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Schulen und Straßen wurden nach ihr benannt. 
Die neu g egründete Agnes -Miegel-Gesellschaft pflegt ihr Andenken. In Münster wurde die 
Agnes-Miegel-Plakette verliehen. Auf der anderen Seite rief sie immer wieder Protest und A b-
lehnung hervor, etwa als das Gymnasium in ihrem langjährigen Wohnort Bad Nenndorf 1969 
nach ihr benannt werden sollte. 
In der Fachliteratur lassen sich verschiedene Autoren finden, die die Nähe Agnes Miegel zum 
Nationalsozialismus bestätigen. Sie bezeichnen  die Autorin als "Vertreterin einer nationals o-
zialistischen Frauenkultur" (Goedle von der Decken, 1988), als antidemokratische Schriftstelle-
rin und systemkonforme Vorzeigedichterin, deren literarisches Werk von der NS -Ideologie 
durchdrungen sei (Angelika Döpper -Henrich, 2004). Eva -Maria Gehler (2010) meint, dass 
Werk und Verhalten von Agnes Miegel Miegels Werk eine deutliche Nähe zu m Nationalsozia-
lismus aufzeigte. 
Die Fraktion der Miegel -Verehrer, insbesondere auch die Agnes -Miegel-Gesellschaft b e-
schreibt sie als unpolitische oder politisch naive Autorin. Dazu zählt auch ihre frühe Biografin 
Anni Piorreck. Die jüngste Aufsatzsammlung  zu Agnes Miegel meint, dass bei der 1933 b e-

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reits 54 Jahre alten A utorin nationalsozialistische "Gedanken und Lebenseinstellungen der 
Dichterin keine wirkliche Grundlage besessen hätten" . (Leidinger, 2011, Zitiert nach Stad t-
haus) Auf dieser Linie bewegt si ch auch das Urteil der Vorsitzenden der Agnes -Miegel-
Gesellschaft, Marianne Kopp, die mehrere Publikationen zur Autorin vorgelegt hat. 
Agnes Miegel muss als Person des öffentlichen Lebens angesehen werden, die nach außen 
hin aktiv den Nationalsozialismus v ertreten hat, die gerade bei den Frauen und in der Jugend 
für ihn geworben hat und die für den Nationalsozialismus eine wichtige Symbolfigur war. (u.a. 
Gutachten Matzerath) 
Zur Person Agnes Miegel 
Lebenslauf 
 
1885–1894: Höhere Töchterschule in Königsberg 
1898:  Herausgabe eines Bandes, verfasst Balladen und Erzählungen 
1901:  erster Balladenband sowie Gedichtband 
1907:  "Balladen und Lieder" 
Ab 1902:  Ausbildung als Lehrerin  
1920–1926:  Leiterin des Feuilletons der Ostpreußischen Zeitung, danach freie Schrift-
stellerin  
1926:  "Geschichten aus Alt-Preußen" 
1933:  "Die Fahrt der sieben Ordensbrüder" 
seit 1933:  Vorstandsmitglied der Deutschen Akademie der Dichtung der Preußischen 
Akademie der Künste.  
Oktober 1933:  Unterzeichnung "Treuegelöbnis" deutscher Schriftsteller für Adolf Hitler  
1934:  Unterzeichnung des "Aufruf der Kulturschaffenden" zur Vereinigung des 
Reichskanzler- und des Reichspräsidentenamtes in der Person Hitlers. 
1936:  "Noras Schicksal. Erzählungen." 
1940:  Gedichtband "Ostland" 
1945:  Flucht  
Bis Ende 1946: Flüchtlingslager in Dänemark 
1948:  Umzug nach Bad Nenndorf 
 Ehrungen 
 
1916: Kleist-Preis 
1924:  Ehrendoktorwürde der Königsberger Universität 
1936:  Herderpreis

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1939:  Goldenes Ehrenzeichen der HJ 
1939:  Königsberger Literaturpreis 
1940:  Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main. Bei der Verleihung wird sie als 
"Künderin deutschen Wesens" bezeichnet, die für die Wiedergeburt deut-
scher Art gewirkt habe. (Fink, 626)  
1940:  Ehrendoktorwürde der Universität Königsberg 
1942:  Aufnahme in die „Sonderliste der sechs unersetzlichen Schriftsteller“ der 
Liste der gottbegnadeten Künstler 
1942:  Erstmalige Verleihung eines Siegelrings durch Gauleiter und Reichsstatt-
halter Albert Forster als Präsident des "Kulturwerks Deutsches Ordens-
land" 
1944:  Aufnahme in die Sonderliste der sechs wichtigsten Schriftsteller innerhalb 
der "Liste der gottbegnadeten Schriftsteller des Deutschen Reichs" 
1957:  Ehrenplakette des Ostdeutschen Kulturrats 
1959:  Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 
29.11.1960:  Straßenbenennung in Münster 
1961:  Westpreußischer Kulturpreis 
 Ehrensold durch die Städte Hameln und Duisburg 
1979:  Sonderbriefmarke der Bundespost 
 
Weitergehende Informationen 
Weitere Dokumente, Quellen - und Publikationsangaben finden sich au f der Internetse ite  
www.muenster.de/stadt/strassennamen/ 
Die Anregung Nr. 85/2011 
In der Anregung Nr. 85/2011 vom 13.07.2011 weisen Anlieger der Agnes -Miegel-Straße da-
rauf hin, dass das Verhältn is von Agnes Miegel zum Nationalsozialismus von der Agnes -
Miegel-Gesellschaft Bad Nenndorf völlig anders dargestellt wird als von der Kommission Str a-
ßennamen. 15 Anwohnerinnen und Anwohner treten mit ihrer Unterschrift gegen die Umb e-
nennung der Straße ein. 
Die Anregung Nr. 135/2011 
In der Anregung Nr. 135/2011 fordern die Landsmannschaften der Vertriebenen die Stadt 
Münster auf, die Agnes -Miegel-Straße und den Stehrweg nicht umzubenennen auch wenn 
den Künstlern heute vereinzelte Sympathiekundgebungen gegenü ber dem damaligen Regime 
vorgeworfen werden. Dieser Anregung liegt eine Unterschriftenliste mit 59 Unterschriften bei.

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Der Antrag der SPD-Fraktion Nr. A-O/0008/2012 
Mit dem Antrag spricht sich die SPD -Fraktion in der BV Münster -Ost unter Verweis auf die 
Empfehlung der Kommission Straßennamen für die Umbenennung der Agnes -Miegel-Straße 
und weiterer Straßen im Bezirk Münster-Ost aus.  
Fazit 
Aufgrund der einstimmigen Empfehlung der Kommission schlägt die Verwaltung die Umb e-
nennung der Agnes Miegel-Straße vor. Von der Umbenennung sind 21 gemeldete Einwohner 
und Einwohnerinnen unter 11 Hausnummern betroffen.  
Neuer Straßenname 
In Anlage 2 schlägt die Verwaltung Straßennamen vor, die für die Verwendung im Stadtbezirk 
Münster-Ost geprüft sind. 
 
 
 
 
In Vertretung 
 
 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
 
Anlagen: 
1  Ergebnis der Bürgerumfrage 
2  Vorschläge für neue Straßennamen 
3  Anregung § 24 GO Nr. 85/2011 
4  Anregung § 24 GO Nr. 135/2011 
5  Antrag SPD Nr. A-O/0008/2012 
6  Übersichtsplan

Beratungsverlauf (1)

23.08.2012 Bezirksvertretung Münster-Ost
TOP 3.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich abgelehnt

Zur Sitzung

Orte (10)

  • Goldenbergstraße
  • Agnes-Miegel-Straße
  • Anna-Krückmann-Weg
  • Henriette-Hertz-Weg
  • Nikolaus-Groß-Weg
  • Castelleweg
  • Stehrweg
  • Schlossplatz
  • Vennemannstraße 5
  • Werse

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0382/2012
Typ
Vorlagen
Datum
09.05.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37