V/1097/2008
Antrag der CDU-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0054/2008
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Beschlussvorlage
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V/1097/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Kulturamt Betrifft Antrag der CDU-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0054/2008 "Kulturwirtschaft als Standortfaktor - Gründerzentrum für kreative Ökonomie -" Beratungsfolge 11.02.2009 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Antrag der CDU-Fraktion Nr. A-R/0054/2008 an den Rat „Kulturwirtschaft als Standortfaktor - Gründerzentrum für kreative Ökonomie“ (vgl. Anlage) wird zur Vorberatung an den Kulturaus- schuss verwiesen. Begründung: Die Themenfeld der Kreativwirtschaft ist ausgesprochen komplex und hat in seinen wirtschaftli- chen und kreativ-künstlerischen Bezügen eine große Bandbreite. Es erscheint daher sinnvoll, den Focus der künftigen Betrachtung genauer zu justieren: Die Kultur- und Kreativwirtschaft gehört zu den innovativen Wirtschaftsbereichen in Nordrhein- Westfalen. Allein im engeren Bereich der Kulturwirtschaft arbeiten rund 33.000 Selbständige und Unternehmen, die Umsätze in Höhe von ca. 20,7 Mrd. € (2005) erwirtschaften. Die kulturwirtschaftliche Gründungs- und Entwicklungsdynamik liegt in vielen Bereichen über der traditioneller Branchen, und folglich entstehen überdurchschnittlich hohe Arbeitsplatz- und Wert- schöpfungseffekte in dieser Gruppe von Wirtschaftszweigen. Alle bisherigen Kulturwirtschaftsberichte Nordrhein-Westfalens haben gezeigt, dass die zukunfts- orientierten Branchen der Kulturwirtschaft in Nordrhein-Westfalen seit Jahren weit überdurch- schnittliche Umsatzzuwächse und erhebliche Beschäftigungseffekte aufweisen. Unter Kulturwirtschaft/Creative Industries werden in Deutschland diejenigen Kultur- bzw. Kreativ- unternehmen erfasst, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und bzw. oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen. Sie bilden den privaten(-wirtschaftlichen) Teilsektor des gesamten Kultur-/Kreativsektors ab. Vorlagen-Nr.: V/1097/2008 Auskunft erteilt: Herr Bertling Herr Wistokat Ruf: 492 70 43 492 41 04 E-Mail: Bertling@stadt-muenster.de Wistokat@stadt-muenster.de Datum: 19.01.2009 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/1097/2008 Im Modell der Kulturwirtschaft bildet der Faktor „Kultur im weiten Sinne“ das gemeinsame Merk- mal. Dieser reicht von der individuellen künstlerischen Idee und Originärproduktion über die ange- wandten Künste und den Kulturhandel mit künstlerischer und populärer Kultur bis hin zur massen- medialen Verbreitung von Kulturgütern und Dienstleistungen. Der entscheidende Schlüssel für das Verständnis der Kulturwirtschaft ist der Begriff der künstlerischen oder kulturellen Produktion. Da dies empirisch schwer zu fassen ist, steht hier stellvertretend die soziologische Kategorie der Künstler-, Kultur- und Kreativberufe. Beispielsweise zählen alle marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftszweige wie Musikensembles, Tonstudios, Labels, Verlage und Tonträgerproduktion, Buchhändler und Musikalienhändler, Kunsthändler und Galerien, Konzertagenturen, Filmschau- spieler, Filmproduzenten und Kinos, Architekturbüros und Designerstudios, Künstlerateliers, Auto- ren- und Journalistenbüros, Agenturbüros für kulturelle Dienstleistungen etc. zur Kulturwirtschaft. Im erweiterten Modell der Creative Industries steht der Faktor „Kreativität“ als Ausgangspunkt von branchenspezifischen Produkten und Dienstleistungen im Zentrum. Künstlerische, kulturelle Ideen und populäre Produkte verbinden sich hier neu mit technologischer, innovativer und wissenschaft- licher Kreativität. Kulturwirtschaftliche Teilbranchen werden durch zusätzliche marktwirtschaftliche Bereiche wie z.B. Werbung, Multimedia, Software- oder Games-Industrien zu einem größeren marktwirtschaftlichen Kreativkomplex zusammengefasst. Der entscheidende Schlüssel für das Verständnis der Creative Industries ist die Copyright-Basis aller Produkte und Dienstleistungen. Das Creative Industries Modell ist das im internationalen Kontext am weitesten verbreitete Konzept und lehnt sich an das britische Vorbild an. Die Kulturwirtschaft/Creative Industries wird aufgrund ihrer kleinteiligen Betriebsstrukturen auch als so genannte „kleine Creative Industries“ thematisiert. Die wachsende Bedeutung dieser kleinen Creative Industries scheint, durch die neuen technologischen und kostengünstigen Ausrüstungen und Produktionsmethoden möglich zu werden und führt in der öffentlichen Wahrnehmung zu einer Aufwertung der selbstständigen Kultur- und Kreativberufe. Produkte und Dienstleistungen der selbstständigen Büros, Ateliers, Künstleragenturen nehmen in dieser Sichtweise eine zentrale Rol- le ein. Sie sind der erste wichtige Akteurstypus der gesamten Kulturwirtschaft/Creative Industries, neben den klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU), die als Rückgrat der Kulturwirt- schaft/Creative Industries Beschäftigung und Wertschöpfung schaffen. Mit dem recht neuen Begriff der „Kreativwirtschaft“ werden neben den „traditionellen“ Künsten, die Kulturindustrien wie Medien, Film, Verlagswesen und Design sowie Werbung und Software- und Spieleentwicklung gebündelt. Gemeinsames Muster dieser Akteure ist die Nutzung einer „ur- banen Atmosphäre“ als Kreativitätsressource sowie eine bewusst auf kleinräumige Nähe zu Fir- men des gleichen Aktivitätszweigs ausgerichtete Standortwahl. Es können so “Kreative Räume” auf Quartiers- oder Stadteilebene entstehen, welche als dynami- sche Sektoren „creative workers” anziehen. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Wettbewerbs der Städte um “kreative Köpfe” wird einer Stadtentwicklung, die die wechselseitigen Bezüge zwi- schen den Aktiven in kreativen Berufen und den urbanen Milieus aktiv in den Blick nimmt und zu- kunftsorientiert gestaltet eine große Bedeutung beigemessen. Für die Stadt Münster mit ihrer langen Tradition als Hochschul- und Kulturstandort gilt es umso mehr, die Bedürfnisse und Potenziale der von der Landesregierung zu den Leitmärkten Nordrhein- Westfalens gezählten Kultur- und Kreativwirtschaft in ihre strategische Entwicklungspolitik mit ein- zubeziehen. Es wird vorgeschlagen, dem Antragsanliegen zu folgen und einen Bericht zu Münster zu erarbei- ten, der ausgehend von einer weiten Vorstellung von Kreativwirtschaft auch die öffentlich finan- zierte Kultur in die Betrachtung einbezieht und bezogen auf die Situation in Münster zunächst das vorhandene Profil beschreibt. Dazu gehören u. a.: - 3 - V/1097/2008 • eine Darstellung der relevanten Akteure und Teilmärkte, ihre Umsätze und ihre Beschäftig- ten. • eine Beschreibung des öffentlich finanzierten Bereichs und der Dependenzen zwischen ihm und der Kulturwirtschaft/Creative Industries. • die Bedeutung der nicht wirtschaftlichen Aktivitäten herauszustellen. • bestehende Förderstrukturen auf Seiten des Landes bzw. Landesprojekte aufzeigen, (z.B. in Create.NRW). • Die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft als Wirtschafts- und Innovationsfaktor für Münster darzustellen, • Handlungsfelder zur Entwicklung der regionalen Kulturwirtschaft aufzeigen, • aufzeigen, wie die unternehmerische und marktbezogene Kompetenz bei Selbständigen und Kleinstunternehmern der Kultur- und Kreativwirtschaft und eine Verzahnung der Krea- tivwirtschaft mit der Gesamtwirtschaft verbessert werden kann, • Möglichkeiten zu prüfen, wie Plattformen, Marktplätze und Infrastruktureinrichtungen, wie z. B. ein Gründerzentrum ähnlich einem Technologiehof, geschaffen werden können, die als Schnittstellen von Kreativwirtschaft und anderen Branchen und als Anker- und Ausgangs- punkte für die Kreativwirtschaft dienen können, • Ideen zu entwickeln, wie der Know-how-Transfer zwischen Hochschulen und Unternehmen gefördert werden kann. • Die Möglichkeiten für “Kreative Räume” auf Quartiers- oder Stadteilebene zu untersuchen. Zu den grundsätzlichen Fragen eines Kulturwirtschaftsberichts hat es im Rahmen der Verwaltung bereits Abstimmungsgespräche zuwischen dem Kulturamt, der Wirtschaftsförderung, dem Amt für „Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung“ und MM gegeben. Die Verwaltung kann diese Fragestellung im Rahmen eines Kulturwirtschaftberichtes nur unter Zuhilfenahme externen Sachverstandes darstell en. Dadurch entstehen Kosten, die abhängig von der Untersuchungstiefe noch ermittelt werden müssen. I. V. gez. Dr. Hanke Stadträtin
CDU Antrag an den Rat A-R 00457 2008
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[.; 0 —— trag an den Rat Nr. A-R/0054/2008 cp. 28.10.2008 Antrag Kulturwirtschaft als Standortfaktor - Gründerzentrum für kreative Ökonomie - Der Rat möge beschließen: Die Verwaltung wird beauftragt, mit der Wirtschaftsförderung Münster GmbH 1. die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft als Wirtschafts- und Innovationsfaktor für Münster darzustellen, 2. Handlungsfelder zur Entwicklung der regionalen Kulturwirtschaft aufzuzeigen, 3. aufzuzeigen, wie die unternehmerische und marktbezogene Kompetenz bei Selbstständigen und Kleinstunternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft und eine Verzahnung der Kreativwirtschaft mit der Gesamtwirtschaft verbessert werden kann. 4. Möglichkeiten zu prüfen, wie Plattformen, Marktplätze und Infrastruktureinrichtungen, wie z.B. ein Gründerzentrum ähnlich einem Technologiehof, geschaffen werden können, die als Schnittstellen von Kreativwirtschaft und anderen Branchen und als Anker- und Ausgangspunkte für die Kreativ- wirtschaft dienen können, 5. Ideen zu entwickeln, wie der Know-how-Transfer zwischen Hochschulen und Unternehmen geför- dert werden kann. Begründung: Die Kultur- und Kreativwirtschaft gehört zu den innovativen Wirtschaftsbereichen in Nordrhein- Westfalen. Allein im engeren Bereich der Kulturwirtschaft arbeiten rund 33.000 Selbstständige und Unternehmen, die Umsätze in Höhe von 20,7 Mrd. € (2005) erwirtschaften. Während traditionelle In- dustriezweige tendenziell zurückgehen, entstehen in diesen überwiegend kleinteilig strukturierten, zur Clusterbildung neigenden Wirtschaftsbereichen zahlreiche neue Unternehmen und Arbeitsplätze. Über die eigene Branche hinaus kann die Kultur- und Kreativwirtschaft zugleich Impulsgeber und Motor für Innovationen In vielen anderen Wirtschaftsbranchen sein: Sie eröffnet neue Sichtweisen und Hand- lungsansätze und trägt zur Entwicklung originärer, unverwechselbarer Produkte und Angebote bei, die den entscheidenden Unterschied im Wettbewerb generieren. Es ist davon auszugehen, dass nachhaltige Kooperationen und Partnerschaften an den Schnittstellen von Kultur- und Kreativwirtschaft und anderen Branchen (beispielsweise zwischen Designern und Unternehmen, zwischen Unternehmen der Kulturwirtschaft und Touristikern oder Marketingfachleuten, etc.), zwischen den Akteuren einer oder mehrerer Kulturbranchen, zwischen Künstlern und Unterneh- men oder zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu neuen Ideen und Konzepten und Win-win- Situationen führen. Der Kultur- und Kreativwirtschaft kommt zudem eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung urbaner, aber auch ländlicher Räume und Regionen zu. Aus dem Zusammenspiel ähnlicher und verwandter Branchen, Produzenten und Dienstleister in milieu- und infrastrukturbezogenen Zusammenhängen entstehen regionale Wirtschaftsverbünde, die neue Wertschöpfungsprozesse in Gang setzen. CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster Fraklionsgeschäftsstelle Mauritzstraße 7-8 48143 Münster Telefon (0251) 4 18 43-0 ' Telefax (0251) 4 31 36 e-mail fraktion@cdu-ms.de htlps/www.cdu-ms.de Die wirtschaftlichen Potenziale der Kreativbranche sind in Münster noch bei weitem nicht ausge- schöpft. Das besondere Augenmerk gilt dabei den Klein- und Kleinstunternehmen. Diese Klein- und Kleinstunternehmen als Idee- und Impulsgeber für die Kulturwirtschaft sind besonders wichtig. Gerade hier werden auf experimentelle Weise Kultur erzeugt sowie Prototypen der Kultur- und Kreativproduk- tion entwickelt, Die Anzahl solcher Mikrounternehmen ist in den vergangenen Jahren gestiegen, ihre Umsätze nehmen hingegen erheblich ab. Diese Klein- und Kleinstunternehmen besitzen oftmals schwach entwickelte wirtschaftliche Potenziale und tragen nur selten zu einem Ausbau von sozialver- sicherungspflichtigen Arbeitsplätzen bei. Letztere sind aber nach wie vor das Orientierungsmaß für die Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik. Daraus ergibt sich Handlungsbedarf. gez. H.-Dieter Sellenriek Dr, Veit Christoph Baecker Frank Baumann Sybille Benning Georg Berding Meik Bolte Heinz-Georg Buddenbiumer Edgar Drüge Dr. Dietmar Erber Richard M. Halberstadt Eleonore Heyne Christoph Jahn Horst Kisnal Rolf Klein Karl Kleine-Wilke Marliese Kosmider Franz-Pius Graf von Merveldt Josef Messing Ursula Möllers Charlotte Nees Robert Otte Karin Reismann Josef Rickfelder Ursula Schaffstein Günter Schulze Blasum Florian Steinforth Barbara Stober Stefan Weber Helga Welker Simone Wendland CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster Fraktionsgeschäftsstelle Mauritzstraße 7-8 48143 Münster Telefon (0251) 4 18 43-0 Telefax (0251) 4 31 36 e-mail fraklion@cdu-ms.de 'hilps/www,odu-ms.de
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Mauritzstraße 7
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/1097/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 23.12.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37