0178/2019
Australisches Grill-Feeling im Stadtbezirk Kalk
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Stellungnahme zu einem Antrag (BV)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/67/0 Vorlagen-Nummer 0178/2019 Stellungnahme zu einem Antrag öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 8 (Kalk) 07.02.2019 Australisches Grill-Feeling im Stadtbezirk Kalk Antrag der Fraktion DIE LINKE - AN/1622/2018 Antrag: Die Bezirksvertretung Kalk möge beschließen: 1. Zur nächsten Grillsaison, also ab April 2019, ist als Kalker Pilotprojekt für zunächst drei Jahre eine Grillstation nach australischem Vorbild und insbesondere dem Projekt der Grillstation auf der Michelwiese in der Hansestadt Hamburg (auch in Bezug auf Betrieb, Kooperation und Fi- nanzierung) an einem geeigneten Ort in der Merheimer Heide zu errichten. 2. Sollte sich in der Merheimer Heide wider Erwarten kein geeigneter Standort finden, schlägt die Verwaltung kurzfristig einen anderen Standort im Stadtbezirk Kalk vor, wie z.B. den Grünzug Westerwaldstraße, den Bürgerpark Kalk oder den Vingster Berg in Ostheim. 3. Es soll eine regelmäßige Berichterstattung und Evaluation zum jeweiligen Jahres-ende erstellt werden, die Kosten, Kostenersparnis, Einnahmen und Nutzungsverhalten erfasst. 4. Rechtzeitig vor Ablauf der Pilotphase erstellt die Verwaltung eine Vorlage über eine mögliche Verlängerung oder Einstellung des Betriebs. 5. Sollten die Kosten in Höhe von ca. 40.000 Euro nicht durch allgemeine Haushaltsmittel oder Mittel aus der Grünpflege zu decken sein, sind diese aus Stadtverschönerungsmitteln zu de- cken. 6. Die Verwaltung verhandelt mit Energielieferanten (in erster Linie RheinEnergie AG) über eine ökologische Energieversorgung und Reinigungsfirmen (in erster Linie AWB) über eine Koopera- tion unter Ausschluss von Arbeitsgelegenheiten mit so genannter Mehraufwandsentschädigung (1-Euro-„Jobs“). 7. Die laufenden Einnahmen dienen zur Deckung der Betriebskosten. Eine mögliche Unterde- ckung wird durch die Verwaltung ausgeglichen. Begründung: In Australien findet man elektrische und gasbetriebene öffentliche Grillstationen an fast jeder Ecke (im südpazifischen Raum stehen immerhin schon mehr als 50.000 Grillstationen.). Auch in Hamburg wird seit über sieben Jahren sehr erfolgreich eine Grillstation nach australischem Vorbild betrieben. „Die größte Bedrohung für städtische Parks ist der kleine Einweg-Kohlegrill. Dieser trägt er- heblich zur Umweltverschmutzung bei – besonders an belebten Wochenenden. Normaler- weise werden diese Grills einfach achtlos zurückgelassen. Am Ende eines Tages mit vielen Besuchern stellen sie somit ein massives Entsorgungsproblem dar. Hunderte Kilogramm Müll müssen aufgesammelt und entfernt werden. All diese Umweltprobleme, die durch das Grillen verursacht werden, sind das Ergebnis von offenen Feuern und Grills und verursachen für die 2 Verwalter von öffentlichen Parks enorme Probleme. Diese müssen nicht nur die Fauna und Flora eines Parks schützen, sondern auch Mittel und Arbeitskräfte bereitstellen, um die Grill- plätze immer wieder zu reinigen.“ (Quelle: Broschüre des Christie Parksafe) Dieses Zitat ist uns von seinem Inhalt nicht neu und in der aktuellen Vorlage zur Erhöhung der Stra- ßenreinigungsgebühren (Vorlagen-Nr.3254/2018) werden die Ausweitung Littering Grünanlagen in 2010 und die Grillaschebehälter in 2018 zurecht als kostensteigernd beschrieben. Durch öffentliche Grillstationen kann dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Das Grillen mit der Grillstation... schont die Grünflächen und reduziert den Abfall durch weniger Einweg-Grills ist umweltschonender, denn es entstehen weder Treibhausgase noch Asche ist sicherer als das Grillen mit Kohle, da das Verletzungsrisiko durch heiße Glut entfällt ist gesünder, da kein Fett in die Kohlenglut tropft entlastet die Anwohner und Besucher durch rauchfreies Grillen reduziert Brandrisiken, da keine offene Flamme entsteht (www.grill-drauf-los.de) Aus unserer Sicht werden durch den Einsatz von Grillstationen viele Probleme im Sommer verhindert werden. Wir wünschen uns daher einen flächendeckenden Einsatz solcher. Die angehängten Berichte zur Grillstation Michelwiese stützen diese These. Um unsere Annahmen für Köln-Kalk zu bestätigen, soll daher diese erste Grillstation als Vorbild und Pilot im Bezirk Kalk eingerichtet werden. Stellungnahme der Verwaltung: Nach Auskunft der Stadt Hamburg wird die Station mit Strom statt Gas betrieben. Die Stadt Hamburg hat die Betreuung der Grillstation bis letztes Jahr noch komplett an Dritte vergeben. Da das immer wieder zu Problemen bei der Geldabholung/ Wartung und Reinigung geführt hat, übernimmt die Stadt Hamburg ab 2019 nun selbst die Betreuung. Bisher ist nicht geplant das Projekt auf weitere Stationen auszuweiten. Entgeltlich ist der Betrieb ein deutliches Minusgeschäft, da selbst bei starker Auslastung nicht viele Einnahmen entstehen. Der Standort in Hamburg befindet sich in einer zentral gelegenen und belebten Grünanlage unweit der Hafencity. Im Gegensatz zur weitläufigen Merheimer Heide findet hier eine hohe soziale Kontrolle statt, sodass dort bisher keine Probleme mit Vandalismus zu verzeichnen sind. In der Merheimer Hei- de dagegen sind des Öfteren Vandalismus-Schäden, beispielsweise an Bänken oder Papierkörben, festzustellen, sodass auch Schäden an der Grillstation zu erwarten wären, insbesondere, weil die Station nur durch Münzeinwurf in Betrieb genommen werden kann, sodass sich der Aufbruch lohnen könnte. Eine Unterhaltung der Anlage wäre nur mit hohen Dauerkosten möglich. Die Reinigung und Wartung in Hamburg wird während der Grillsaison (April – Oktober) 2x pro Woche durchgeführt. 1x pro Monat findet eine intensivere Grundreinigung statt, wobei auch ein Spezialkanister mit Fett entsorgt wird. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen lehnt die Installation der Grillstation ab, da eine der- artige Anlage nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Auch die Abfallwirtschaftsbetriebe, welche für die Reinigung der Grünanlagen verantwortlich sind, haben bei Prüfung der Unterlagen keine Wirtschaftlichkeit der Grillstationen feststellen können, da sich der Säuberungsaufwand und die damit verbundenen Kosten nicht verringern sondern sogar noch erhöhen würden, solange die Grünflächen weiterhin so intensiv mit handelsüblichen Grillgeräten ge- nutzt werden dürfen. Da kaum ein „Griller“ seinen Unrat entfernt, ist der Reinigungsbedarf bei Schön- wetterlagen bereits jetzt enorm hoch. Für die nicht unerheblichen Sonderkosten zur Unterhaltung inklusive der Stromkosten und regelmä- 3 ßigen Säuberung der Anlage stehen keine Haushaltsmittel zur Verfügung. Ökologisch vertretbar wäre die Aufstellung solcher Grill-Stationen ausschließlich dann, wenn das Grillen mit anderen Geräten in Grünanlagen, wo sich diese Stationen befinden, verboten wird.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0178/2019
- Typ
- Stellungnahme zu einem Antrag (BV)
- Datum
- 23.01.2019
- Erstellt
- 15.01.2019 14:17