V/0470/2017
Haushalt 2017: Förderung des AFAQ e.V.
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Beschlussvorlage
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V/0470/2017
DER OBERBÜRGERMEISTER
Sozialamt
Betrifft
Haushalt 2017: Förderung des AFAQ e.V.
Beratungsfolge
21.06.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit,
Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
Der Sperrvermerk des im Haushaltsjahr 2017 zur Verfügung gestellten Zuschusses von 24.000 € für
die Miet- und Mietnebenkosten des AFAQ e.V. wird aufgehoben.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Der Haushaltsplan 2017 sieht in der Produktgruppe 0503 Mittel von jährlich 24.000 € für den ge-
nannten Zweck vor.
Begründung:
In seiner Etatsitzung am 23.11.2016 hat der Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Ver-
braucherschutz und Arbeitsförderung empfohlen, in den Haushaltsjahren 2017 und 2018 einen Zu-
schuss von jeweils 24.000 € vorzusehen; der Ausschuss hat ferner empfohlen, die Auszahlung im
Jahr 2017 von der Bedingung abhängig zu machen, dass der Verein gemeinsam mit der Verwaltung
zuvor ein tragfähiges Konzept erarbeitet (Sperrvermerk, Entsperrung durch den Fachausschuss). Der
Haupt- und Finanzausschuss sowie der Rat haben sich der Empfehlung im Zusammenhang mit der
Vorberatung und Verabschiedung der Haushaltssatzung 2017 angeschlossen.
Das Ergebnis der Zusammenarbeit befindet sich im Anhang. Besonderer Fokus der Verwaltung lag
auf dem Herausarbeiten der relevanten Arbeitsfelder, in denen der Verein tätig ist. Danach teilt sich
die Arbeit in die drei Kernbereiche Medien, Anlauf- und Beratungsstelle sowie Angebote im Bereich
Bildung, Integration und Kultur auf.
In allen drei Bereichen verfügt der AFAQ e.V. über ein breites Netz an Ehrenamtlichen. Außerdem
bietet der Verein drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über das Programm des Jobcenters „Soziale
Teilhabe am Arbeitsmarkt“ jeweils einen Arbeitsplatz.
Vorlagen-Nr.:
V/0470/2017
Auskunft erteilt:
Frau Stemmer
Ruf:
492-5566
E-Mail:
StemmerD@stadt-muenster.de
Datum:
09.06.2017
Öffentliche Beschlussvorlage
- 2 -
V/0470/2017
Mit seinem vielfältigen Medien- und Kulturangebot und der Beratungs- und Anlaufstelle leistet der
AFAQ e.V. wichtige Integrationsarbeit in Münster. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung
wurde unter anderem im Bereich Arbeitsförderung weiter ausgebaut. Wie der 5. Abschnitt „Zusam-
menarbeit mit anderen Institutionen“ verdeutlicht, ist der Verein in Münster und darüber hinaus gut
vernetzt.
Der Verein bemüht sich um Spenden und Fördergelder. Aus der Kalkulation wird allerdings deutlich,
dass eine Basisfinanzierung seitens der Stadt notwendig ist, um die laufenden Miet- und Mietneben-
kosten von insgesamt 25.080 € zu decken.
Auf der Grundlage des Konzepts empfiehlt die Verwaltung, den Sperrvermerk aufzuheben und den
Zuschuss in diesem und, vorbehaltlich der Ergebnisse der Etatberatungen 2018, im kommenden Jahr
auszuzahlen.
In Vertretung
gez.
Cornelia Wilkens
Stadträtin
Anlagen:
Konzept des AFAQ e.V.
Konzept AFAQ e.V
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1 Konzept AFAQ e.V. – Verein für kulturelle und gesellschaftliche Zusammenarbeit 1. Hintergründe, Ziele, Schwerpunkte AFAQ e.V. ist ein gemeinnütziger Verein in freier Trägerschaft, der sich aus Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlichen Alters und kulturellen Hintergrundes zusammensetzt. Er hat eine politisch und weltanschaulich neutrale Ausrichtung. Das allgemeine Ziel der Vereinsarbeit von AFAQ e.V. ist es, durch ein vielfältiges kulturelles Angebot und beständige, qualifizierte Beratung möglichst viele Menschen unterschiedlicher Gruppierungen anzusprechen und durch das Fördern des interkulturellen Dialogs in der Stadt Münster Problemen und Auseinandersetzungen, die auf lange Sicht aufgrund der kulturellen Diversität innerhalb Münsters noch entstehen könnten, vorzubeugen. Der Verein, welcher im Jahre 2012 von Münsteranerinnen und Münsteranern gegründet wurde, die aus dem arabischsprachigen Kulturkreis stammen und den Wunsch hatten die Münsteraner Bevölkerung mit ihrer Kultur vertraut zu machen und eine intensivere kulturelle und gesellschaftliche Zusammenarbeit in der Stadt durchzuführen, durchlief in den vergangenen zwei Jahren einen großen Wandel. Ging es zu Beginn vor allem darum, eine Plattform des interkulturellen Austausches zu schaffen, so stand in den letzten Jahren vor allem die „Erstversorgung“ von Geflüchteten im Vordergrund. AFAQ e.V. hat sich in der Vergangenheit als sehr flexibel erwiesen und entwickelte sich unter ständiger Berücksichtigung der Bedürfnisse von Geflüchteten weiter, so dass der Verein aktuell vor allem integrationsfördernde Maßnahmen, Beratungsangebote mit verschiedenen Themenschwerpunkten und die Begleitung zu Terminen für Neuankömmlinge anbietet. AFAQ e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, allen Menschen, die sich in einer schwierigen sozialen Lage befinden, Unterstützung zu bieten und so langfristig dazu beizutragen, dass sie ein erfülltes Leben in Münster führen können. Nur wenn sich alle Menschen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, gut in die Münsteraner Gesellschaft einfügen können, kann auch auf Dauer die kulturelle Diversität der Bevölkerung als eine Bereicherung angesehen werden. Der Verein mit seinen zahlreichen ehrenamtlichen Helfern hat sich zu einer Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten in Münster etabliert, die Hilfestellungen jeglicher Art benötigen. AFAQ e.V. möchte insbesondere Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund fördern, damit die jüngste Generation der Geflüchteten unter optimalen Bedingungen auf ihre Ziele und Träume hinarbeiten kann. Aber auch Menschen mit Migrationshintergrund, die bereits die erste Phase ihres Integrationsprozesses abgeschlossen haben, stellen für den Verein eine wichtige Zielgruppe dar, da diese insbesondere vom kulturellen Angebot profitieren können und sich gleichzeitig intensiv auf ehrenamtlicher Basis im Verein für Neuankömmlinge engagieren. 2 Hervorzuheben ist, dass auch Alteingesessene, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, durch verschiedene Aktionen und Veranstaltungen zur interkulturellen Öffnung angeregt werden sollen und die Chance erhalten sich mit Menschen auszutauschen, mit denen sie im Alltag nicht in Kontakt gekommen wären. Der Verein möchte mit seinen vielseitigen Projekten den Dialog der Menschen fördern und sie für unbekannte Kulturen und Sprachen begeistern. AFAQ e.V. strebt es an, für die kommenden Jahre die Rolle eines Bindeglieds zwischen der Münsteraner Bevölkerung und in erster Linie Bürgerinnen und Bürgern, die aus dem arabisch- und kurdischsprachigen Kulturkreis stammen, einzunehmen. Das langfristige Ziel, auf das alle Mitglieder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins hinarbeiten, ist es jedoch, dass sich die Gruppen auflösen und zu einem großen, bunten Ganzen werden, sodass kein Bindeglied mehr von Nöten ist. Die Verantwortlichen von AFAQ e.V. sind überzeugt davon, dass in Zusammenarbeit mit Institutionen und anderen Vereinen der Stadt Münster viel bewegt werden kann, wenn alle gemeinsam das Ziel eines harmonischen Zusammenlebens verfolgen. 2. Das AFAQ-Team Die Grundlage der erfolgreichen Arbeit von AFAQ e.V. bildet ein großes Repertoire an Ehrenamtlichen und Festangestellten, die sich für ihre neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen und viel Zeit und Arbeit investieren. Das Team zeichnet sich durch Mitglieder unterschiedlicher Altersgruppen und Herkunft aus, die alle ganz individuelle Stärken besitzen. Neben zahlreichen Helferinnen und Helfern aus dem arabischen Kulturkreis kann sich der Verein auch auf viele deutschstämmige, ukrainische, russische etc. Ehrenamtliche verlassen. Zu dem AFAQ-Team gehören vier festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins, von denen drei im Rahmen des vom Jobcenter initiierten Programmes „Sozialteilhabe am Arbeitsmarkt“ tätig sind und eine Mitarbeiterin eine geringfügige Beschäftigung für den Verein verrichtet. AFAQ e.V. bietet diesen Personen nach langer Erwerbslosigkeit die Chance Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen, sich im Rahmen der Tätigkeit grundlegende Fähigkeiten anzueignen und erstmals wieder Verantwortung zu übernehmen. Des Weiteren bietet AFAQ e.V. regelmäßig Studierenden, Schülerinnen und Schülern und Migrantinnen und Migranten die Chance ein Praktikum im Verein zu absolvieren. Für viele von ihnen ist dies der erste Schritt auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Der Vorstand des Vereins ist auf ehrenamtlicher Basis tätig und führt zusätzlich zur Vereinsarbeit einen Beruf aus. 3 3. Unsere Schwerpunkte Bei AFAQ e.V. gibt es eine klare Aufgabenunterteilung, welche es ermöglicht in jedem Bereich auf Expertinnen und Experten zurückgreifen zu können. Insbesondere die gute Kommunikation untereinander trägt zu reibungslosen Arbeitsabläufen bei. 3.1 Medien Der Aspekt der Medien spielt für den gemeinnützigen Verein AFAQ e.V. eine entscheidende Rolle. Neben der Social-Media-Abteilung des Vereins selbst, welche in erster Linie von den Vorstandsvorsitzenden und einem Praktikanten geleitet wird und in die auch die Umgestaltung der Vereins-Homepage fällt, stehen an dieser Stelle zwei Projekte im Vordergrund, bei denen fast ausschließlich junge Geflüchtete ehrenamtlich tätig sind. In beiden Projekten geht es um die Informationsvermittlung, insbesondere was die Bewältigung des Alltags in Deutschland anbelangt und welche Hürden und Schwierigkeiten für Geflüchtete in der Stadt entstehen können. Online-Radiosender „HALA“ Ein Team von bis zu sieben Geflüchteten, ist für das Projekt des Online-Radiosenders „HALA“ zuständig. Sie ermöglichen es, dass täglich über einen Zeitraum von zwei Stunden Beiträge auf Kurdisch und Arabisch gesendet werden können. Der Radiosender stellt oftmals die einzige Informationsquelle zu Geschehnissen in der Stadt Münster für Geflüchtete dar, die noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Interkulturelles Magazin „HALA“ Hierbei handelt es sich um eine zweisprachige Zeitschrift (deutsch-arabisch) für die Münsteraner Bevölkerung – mit und ohne Migrationshintergrund -, die sich für die Arbeiten 4 von AFAQ e.V. und die Perspektiven der Neuankömmlinge der Stadt interessiert. Das Magazin erscheint vierteljährlich und legt viel Wert auf Aktualität. 3.2 Angebote Die Angebote des Vereins sind äußerst vielseitig und sprechen verschiedenste Zielgruppen an. Die kulturelle Arbeit stellt bereits seit der Gründung einen der bedeutsamsten Arbeitsbereiche für AFAQ e.V. dar. Gemeinsam mit allen für einen Verein unabdingbaren organisatorischen und finanziellen Angelegenheiten, sind dies Arbeiten, die in erster Linie von den Vorstandsvorsitzenden und einer Arbeitskraft durchgeführt werden, die auf Minijob-Basis für AFAQ e.V. tätig ist. Bei der konkreten Umsetzung von kulturellen Veranstaltungen setzt der Verein jedoch dann auch wieder auf die Hilfe von Ehrenamtlichen. 3.2.1 Weiterbildende Maßnahmen Der Verein bietet seit einiger Zeit verstärkt Kurse und Workshops an, welche verschiedene Zielgruppen ansprechen. Es sei jedoch an dieser Stelle hinzugefügt, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Kategorien meist fließend sind und sich einige der Angebote mehreren Unterpunkten zuordnen lassen. AFAQ-Treffpunkt Lernwerkstatt für Flüchtlingskinder Es handelt sich hierbei in erster Linie um einen Lerntreff für Grundschülerinnen und Grundschüler, die alle einen Migrationshintergrund haben und erst seit kurzem in Deutschland leben. Neben dem Erlernen der deutschen Sprache sollen auch kulturelle Unterschiede und Besonderheiten des deutschen Alltags thematisiert werden. So kann auf Dauer der individuelle Integrationsprozess der Kinder gefördert werden. AFAQ-Treffpunkt Sprache für geflüchtete Jugendliche Dies ist ein Sprachencafé für geflüchtete Jugendliche, die von ihren Erfahrungen in der deutschen Gesellschaft berichten. Viele von ihnen haben noch immer Hemmungen, was die Anwendung der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit anbelangt. Insbesondere der Aspekt der Zukunftsplanung steht bei diesem Projekt im Fokus. Arabisch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Münster Von AFAQ e.V. ausgerichtete Arabisch-Sprachkurse, die im Auftrag der Stadt Münster speziell auf die Bedürfnisse und Interessen der Angestellten der Stadt abgestimmt sind und auch nur für diese Zielgruppe vorgesehen sind. Sprache als Handschlag – Arabisch für Sozialarbeiter und Ehrenamtliche Hierbei handelt es sich um mehrere Sprachkurse auf verschiedenen Sprachniveaus, die die 5 erste Kommunikation zwischen Sachbearbeiterin und Sacharbeiter und Klientin und Klient vereinfachen sollen. 3.2.2 Kulturelles Angebot für die Münsteraner Bevölkerung Viele der Veranstaltungen finden regelmäßig bereits seit mehreren Jahren statt und sollen auch in Zukunft ein fester Bestandteil des Angebots von AFAQ e.V. sein. AFAQ-Kindertag Der Kindertag von AFAQ e.V. findet jährlich statt und ist ganz nach den Bedürfnissen der Kinder mit und ohne Migrationshintergrund ausgerichtet. AFAQ-Kulturwoche Die von AFAQ e.V. organisierte Kulturwoche ist ein wichtiges Event, das in der ganzen Stadt stattfindet und alle Bereiche der kulturellen Zusammenarbeit vereint. In Münster heimisch werden. Du! Ihr! Alle! Bei dieser eintägigen Veranstaltung handelt es sich um einen Tag der Begegnungen, welchen der Verein AFAQ jedes Jahr regelmäßig im Zuge der Münsteraner Wochen gegen Rassismus veranstaltet. Hierbei geht es vor allem darum den Neuankömmlingen Münsters die Stadt näher zu bringen und den kulturellen Austausch untereinander zu fördern. Literaturabende und Lesungen In Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt, zu denen vor allem die Westfälische Wilhelms-Universität Münster zählt, soll allen Münsteranerinnen und Münsteranern mit Migrationshintergrund der Zugang zur Wissenschaft erleichtert werden. Münsters neue Melodie- Kulturelle Grenzen vergessen und Neuankömmlinge willkommen heißen Hierbei handelt es sich um einen Musikabend, bei dem in erster Linie die Neuankömmlinge der Stadt willkommen geheißen werden und sich die Bürgerinnen und Bürger Münsters einander annähern sollen. 3.2.3 Integrationsfördernde Maßnahmen für Geflüchtete Der gemeinnützige Verein legt großen Wert darauf, auf die konkreten Bedürfnisse der Geflüchteten einzugehen und anhand dieser speziell angepasste Kurse und Beratungsmöglichkeiten anzubieten. AFAQ-Treffpunkt Frau Die Treffen sollen Frauen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit geben in einer entspannten Atmosphäre über ihre Erfahrungen in der neuen Heimat zu sprechen. Es geht in erster Linie um den Austausch, vor allem von Wünschen, Zukunftsplänen, Ängsten und Bedürfnissen. An den Treffen nehmen auch deutsche Frauen teil, so dass die Frauen auch die 6 Gelegenheit bekommen in einer weniger angespannten Atmosphäre ihre erworbenen Deutschkenntnisse anzuwenden. Beratung und Austausch zu religiösen Angelegenheiten Seit Januar 2017 zählt auch eine Beratung und ein Austausch zu religiösen Angelegenheiten zu unserem Angebot. Auch dieses Projekt richtet sich unter anderem an Jugendliche, die sich in einer schwierigen Situation befinden. Wir möchten jungen Menschen helfen einen Weg zu finden ihre Religion frei praktizieren und ausleben zu können, ohne damit in der deutschen Gesellschaft Konflikte hervorzurufen. Erstorientierungsworkshop Der zweiteilige Workshop zielt darauf ab, den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern Münsters bei der Orientierung in ihrer neuen Heimat behilflich zu sein und ihnen wertvolle Tipps für den Alltag zu geben. Psychologische Beratung von Kindern und Familien Die psychologische Beratung wird auf verschiedenen Sprachen angeboten, geht bereits in den Bereich des Coachings über und wird von einer jungen, feinfühligen Mitarbeiterin (BSc Applied Psychology) durchgeführt. Besonders ist hierbei vor allem, dass sie und ihr Team zu einem großen Teil aus den Herkunftsländern der Geflüchteten stammen und so den nötigen kulturellen Hintergrund mitbringen, um den Kindern und Erwachsenen aktiv helfen zu können. 3.3 Anlaufstelle – Beratung und Begleitung Die angesprochenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Maßnahme „Sozialteilhabe am Arbeitsmarkt“ sind während der täglichen Sprechstunden (9-16 Uhr) im Rahmen der Anlaufstelle für Geflüchtete und teilweise auch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter da, die Hilfe bei verschiedensten Angelegenheiten benötigen. Hierbei handelt es sich vor allem um Hilfestellungen bei dem Ausfüllen von Dokumenten, Übersetzungen von Dokumenten und Beratungen zu verschiedenen Themenbereichen, wie etwa dem Gesundheitswesen, Asylangelegenheiten und der Wohnungssuche. Gleichzeitig gehört auch die Koordinierung von Terminen zu dem Aufgabenbereich der drei Festangestellten. Hierbei handelt es sich meist um Arzttermine, Behördengänge o.ä., bei dem die Hilfesuchenden Unterstützung durch eine Sprachmittlerin oder einen Sprachmittler benötigen. Diese Sprachmittler sind ohne Ausnahme Personen, die die Begleitung zu Terminen ehrenamtlich durchführen und zu einem Großteil auch Vereinsmitglieder sind. Sie stammen aus verschiedenen Ländern und gehören ganz unterschiedlichen Altersklassen an. 3.4 Organisation und Finanzen Alle größeren organisatorischen Aufgaben, die Koordination der Mitarbeiterinnen und 7 Mitarbeiter und die Beschaffung und Verwaltung von finanziellen Mitteln fallen in den Aufgabenbereich des Vorstandvorsitzenden und seiner Stellvertreterin. Die zahlreichen Ehrenamtlichen engagieren sich je nach Bedarf und Fähigkeiten in allen aufgeführten Bereichen und sind dem Verein vor allem durch ihre unbegrenzte Hilfsbereitschaft und Leidenschaft eine große Stütze. 4. Finanzierung Aufgrund der Tatsache, dass AFAQ e.V. ausschließlich gemeinnützige Arbeiten in der Stadt Münster durchführt, bemühen sich die Verantwortlichen um finanzielle, personelle oder materielle Förderung durch lokale Institutionen und Arbeitgeber. Neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden ist der Verein auf Fördermittel angewiesen. Für die Haushaltsjahre 2016/2017 erhielt der Verein Anschubförderungen sowohl durch die Bezirksregierung Arnsberg, als auch durch das Kommunale Integrationszentrum im Rahmen des Förderprojektes „Komm an NRW“. Da es geplant ist, den Verein langfristig gesehen in der Stadt Münster zu etablieren und das Beratungs- und kulturelle Angebot weiter auszubauen und mit qualifiziertem Personal noch zu verbessern, werden an vielen Stellen weitere finanzielle Ressourcen benötigt. Um dauerhaft gute Arbeit leisten zu können, musste der Verein 2016 in größere Räumlichkeiten ziehen. Die monatliche Miete von 1.997 € stellt eine jährliche Belastung von 23.964 € dar, welche nicht durch Projektmittel gedeckt ist. 5. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen An dieser Stelle folgt eine Auflistung der Kooperationspartner von AFAQ e.V. mit einer Kurzbeschreibung hinsichtlich der gemeinsamen Tätigkeiten und Projekte. Es handelt sich hierbei in erster Linie um Partner aus der Stadt Münster, jedoch ist AFAQ e.V. auch über die Stadtgrenzen hinaus aktiv und arbeitet mit Institutionen und Vereinen anderer Regionen, z.T. sogar im Ausland, zusammen. Alexanier – Martinistift: Für die genannte Einrichtung der öffentlichen Erziehungshilfe stellt der Verein Sprachmittlerinnen und Sprachmittler zur Verfügung. Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten: AFAQ e.V. ist als einer der Ansprechpartner für die arabischsprechende Zielgruppe auf dem Flyer „Gesundheitswegweiser für Migrantinnen und Migranten“ aufgeführt. AWO Duisburg: Mit der AWO pflegt AFAQ e.V. eine gute kulturelle Zusammenarbeit und war bereits im Rahmen des Duisburger Stadtfestes aktiv. 8 Bezirksregierung Arnsberg: AFAQ e.V. erhält Anschubförderungen aus Arnsberg für seine Arbeiten. Brücke und das International Office der WWU: Diese zwei Anlaufstellen der Universität unterstützt der Verein, indem er eine Beratung für Geflüchtete ermöglicht, die ein Studium in Deutschland in Betracht ziehen. Bürgerstiftung für Münster: Im Jahre 2014 kam AFAQ e.V. unter die acht Finalisten des Bürgerpreises, welcher von der Bürgerstiftung verliehen wird. Zudem hat sich der Verein bereits am Bürgerbrunch beteiligt und auch die Chance wahrgenommen, den Weihnachtsmarktstand der Stiftung zu nutzen. Flüchtlingsheime der Stadt: AFAQ e.V. stellt zahlreichen Flüchtlingsunterkünften auf Nachfrage Sprachmittlerinnen und Sprachmittler zur Verfügung. Frauenbüro Stadt Münster: Im Rahmen des monatlich stattfindenden AFAQ Treffpunkt-Frau arbeitet AFAQ e.V. mit dem Münsteraner Frauenbüro zusammen. Integrationsrat: Bei verschiedenen Veranstaltungen wie z.B. dem Friedensfest oder dem interkulturellen Fest hat AFAQ e.V. finanzielle Unterstützung von Seiten des Integrationsrates erhalten. Jobcenter: Auch die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter spielt für AFAQ e.V. eine wichtige Rolle. Drei der vom Verein Angestellten sind im Rahmen des Projektes „Sozialteilhabe am Arbeitsmarkt“ tätig. Hervorzuheben ist außerdem der rege Austausch mit der Migrationsbeauftragten des Jobcenters. Der Verein vermittelt Hilfesuchenden wichtige Informationen über die Arbeit und die Prozesse des Jobcenters. Kommunales Integrationszentrum Münster: AFAQ e.V. erhält Förderungen durch das KI, die in das Projekt „Komm an NRW“ fallen. Auch das Programm „Ankommen und verstehen“, welches Soforthilfen zur Förderung der Integration von Geflüchteten ermöglichte, kam dem Verein zugute. Koordinierungsstelle für Migranten: Mit dieser Institution kommt es aufgrund unserer aktiven Teilnahme am Tag der Migranten regelmäßig zu einer Zusammenarbeit. Kulturamt: Der Verein erhielt Unterstützung vom Kulturamt für die Veranstaltung „Münsters neue Melodie – Kulturelle Grenzen vergessen und Neuankömmlinge willkommen heißen“. Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen: Im Rahmen des Projektes „Wegweiser“, bei dem es sich um ein Präventionsprogramm gegen gewaltbereiten Salafismus handelt, wird AFAQ e.V. vom Innenministerium als Beratungsstelle empfohlen. Des Weiteren erhielt der Verein Unterstützung vom Innenministerium im Rahmen der Münsteraner Wochen gegen Rassismus und für die 9 Veranstaltung „Münsters neue Melodie – Kulturelle Grenzen vergessen und Neuankömmlinge willkommen heißen“. Polizei Münster: Gemeinsam mit der Münsteraner Polizei und dem Sozialamt führt AFAQ e.V. eine Aufklärungsreihe gegen politischen Salafismus durch, die in erster Linie für Geflüchtete und unbegleitete minderjährige Ausländer vorgesehen ist. Dies geschieht in Abstimmung mit dem Innenministerium und dem Verein Vip, welcher Träger des „Wegweiser“ Projektes ist. Zudem klärt der gemeinnützige Verein AFAQ regelmäßig Menschen mit Migrationshintergrund über die Arbeit der Polizei auf und vermittelt ihnen die wichtigsten Informationen zu diesem Themenbereich. Mit dem Kontaktbeamten für muslimische Institutionen (KmI) herrscht eine beständige und rege Zusammenarbeit. Sozialamt: Der Verein steht mit dem Sozialamt Münster in engem Kontakt und wird in naher Zukunft im Rahmen des vom Sozialamt initiierten Projektes Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) bis zu fünf Migrantinnen und Migranten die Chance bieten einen ersten Eindruck von der deutschen Arbeitswelt zu erhalten. Auf Anfrage des Sozialamtes stellt der Verein auch ehrenamtliche Dolmetscherinnen und Dolmetscher für Geflüchtete zur Verfügung, die noch kein Recht auf einen bezahlten Dolmetscher oder eine bezahlte Dolmetscherin haben. Sparkasse und Volksbank: Von beiden Einrichtungen erhielt der Verein in der Vergangenheit Unterstützung für verschiedene kulturelle und kinderorientierte Veranstaltungen. Stadtwerke Münster: Auch die Stadtwerke haben den Verein bereits bei Veranstaltungen unterstützt. Gleichzeitig vermitteln unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Hilfesuchenden regelmäßig die wichtigsten Informationen über die Arbeit und auch die Angebote der Stadtwerke Münster. Stiftung Internationale Wochen gegen Rassismus: Für die Durchführung von Veranstaltungen, die der Verein anlässlich der Münsteraner Wochen gegen Rassismus organisiert, erhält AFAQ e.V. Unterstützungen von der genannten Stiftung. Universität Leiden: Gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein Hikma aus Leiden hat AFAQ e.V. ein Austauschprogramm unter dem Thema des Irak-Krieges durchgeführt. Volkhochschule Münster: Die von AFAQ e.V. organisierten Kurse zur arabischen Sprache und Kultur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Münster wurden in Zusammenarbeit mit der VHS Münster durchgeführt. 10 6. Kalkulation für Januar bis Dezember 2017 Zuschuss der Stadt Münster 24.000,00 € Zuschüsse, Spenden und Mitgliedschaftsbeiträge 7.000,00 € Mittelanforderung ESF Soziale Teilhabe -JobCenter 39.678,00 € Anschubförderung BezReg Arnsberg (Mittelabruf 16.03.2016) 6.000,00 € Komm An! NRW 9.848,00 € Arabisch für Sozialarbeiter und Ehrenamtliche 1.500,00 € Arabisch für MitarbeiterInnen der Stadt Münster 2.400,00 € Catering für diverse Veranstaltungen (KI, Sozialamt, Brücke) 2.864,00 € MBC-Projekt 9.245,00 € Veranstaltungskosten, Fahrtkosten (u.a. Frauentreff, Münsters neue Melodie, Münsteraner Wochen gg. R.) 4.750,00 € Porto- und Telefonkosten 755,00 € Mietkosten inkl. Nebenkosten 25.080,00 € Kontoführungsgebühren 200,00 € Buchhaltung/Steuerberatung 250,00 € Personalaufwand (Löhne, Honorare, Sozialabgaben) 51.250,00 € MBC-Projekt 8.750,00 € Bürobedarf und Ausstattung 1.500,00 € Hala Magazin und Radio 10.000,00 € Summe 102.535,00 € 102.535,00 €
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0470/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 22.05.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37