3565/2017
Ankauf eines Kunstwerkes von Michel Majerus für das Museum Ludwig
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlagen-Nummer 3565/2017 Freigabedatum 24.11.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Ankauf eines Kunstwerkes von Michel Majerus für das Museum Ludwig Beschlussorgan Ausschuss Kunst und Kultur Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss für Kunst und Kultur beschließt den Ankauf des Kunstwerkes „Katze“ von Michel Ma- jerus für das Museum Ludwig. Die Mittel in Höhe von 416.500 € (einschließlich Mehrwertsteuer) stehen im Teilfinanzplan 0402- Museum Ludwig bei Teilplanzeile 9 – Auszahlungen für den Erwerb von beweglichem Anlagevermö- gen zur Verfügung. Ausschuss Kunst und Kultur 05.12.2017 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen 416.500 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 208.250 50 % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung: Michel Majerus *1967 Esch an der Alzette, Luxemburg – 2002 Niederanven Luxemburg Katze, 1993 Öl und Acryl auf Leinwand 714 x 966 cm, 9-teilig, je 238 x 322 cm Nachlass Michael Majerus, Courtesy neugerriemenschneider, Berlin Der mit 35 Jahren bei einem Flugzeugunglück verstorbene Künstler Michel Majerus hat in seinem kurzen Leben ein beeindruckend komplexes malerisches Werk geschaffen. Er knüpfte an die neue sogenannte wilde Malerei der 1980er Jahre an bei gleichzeitigem Rückbezug auf die Pop Art – nun aber mit dem Motivfundus der digitalen Medien um 1990. Mit genauem Blick wählte er diejenigen Bil- der und Objekte aus der Alltags- und Konsumwelt sowie aus der Game Culture und Jugendkultur, die für die mediale Umbruchszeit kennzeichnend waren. So finden sich zum Beispiel in den Arbeiten im- mer wieder der Cowboy aus Toy Story – dem ersten computergenerierten Animationsfilm – und der Held Mario aus einem der ersten Videospiele von 1981. Indem Majerus zudem seine Werke gezielt in den Raum erweiterte, entwickelte er die immersive Malerei der Pop Art, insbesondere von James Rosenquist, in begehbare Installationen fort. Majerus studierte 1986 bis 1992 Malerei an der Staatlichen Akademie Stuttgart. Nach dem Studium zog er nach Berlin, wo auch 1993 das großformatige Gemälde Katze entstand. Auf dem Gemälde sind verschiedene Comicfiguren aus der Kinderliteratur und der Werbung bei der Nikolausbescherung zu sehen. So werden in Luxemburg in der Vorweihnachtszeit die Kinder beschenkt. Die Figuren aus 3 den Bussi-Bär-Geschichten, gestaltet unter anderem von Rolf Kauka, und die Haribo-Katze rücken dem/der Betrachter/in in penetranter Freude schon alleine durch die Formatgröße nahe. Genauso auffällig sind in der heilen Welt von glänzender Schokolade und Zuckerguss die Farbspuren und Fehlstellen, die als irritierende Leerstellen gegen die dargestellte heile Welt arbeiten und auf den Pro- duktionsprozess verweisen. Dass diese Ambivalenz intendiert ist, vermittelt ein Gemälde mit ver- gleichbarem Motiv von 1993, dessen Titel maybe you should annihilate in großen Buchstaben quer über die Leinwand geschrieben steht. Bereits Rosenquist entdeckte, wie Gegenstände durch Größe ihre Identität und Form verlieren. Auch Majerus arbeitete mit dem Moment der Leere, die paradoxerweise durch den Überschuss an Bedeu- tung in seinen Motiven vermittelt wird. Wie das Werk Katze aber deutlich macht, kennzeichnet Maje- rus‘ Gemälde eine „explosive Doppelbödigkeit“ (Paul Dell), die nicht zuletzt die konzeptuelle Haltung seiner Malerei belegt. Michel Majerus hatte in Köln 1996 eine Ausstellung in der Galerie Monika Sprüth, 1999 im legendären Schnitt Ausstellungsraum und 2000 eine Einzelausstellung im Kölnischen Kunstverein sowie der Ga- lerie Monika Sprüth. Sein Werk wurde im Vergleich zu Martin Kippenberger gesehen und der kritische Rückbezug auf die Pop Art geschätzt. Mit Unterstützung der Galerie neugerriemenschneider, die den Nachlass betreut, und der Familie Majerus, ist es nun möglich dieses außergewöhnliche Werk, das bereits im Zentrum vieler Ausstellungen stand, zu erwerben. Der Kaufpreis beträgt 350.000 Euro zuzüglich 19 % MwSt. in Höhe von 66.500 Euro. Der Ankauf er- folgt über die Galerie neugerriemenschneider, die dem Museum im Rahmen der Kaufpreisverhand- lungen sehr entgegen gekommen ist. Darüber hinaus gewährt die Familie Majerus einen großzügigen Preisnachlass. Das Angebot der Galerie weist den eigentlichen Marktwert in Höhe von 860.000 € aus, der laut vor- liegendem Gutachten vom 17.11.2017 angesichts der ansonsten für vergleichbare Werke erzielten Preise des Künstlers sehr günstig ist. Der Ankauf wird aus dem Ankaufsetat des Museum Ludwig bestritten. Die Peter und Irene Ludwig Stiftung bezuschusst den Erwerb von Kunstwerken des Museum Ludwig bis einschließlich 2018 in Höhe von jährlich 500.000€. Im Gegenzug hat sich die Stadt Köln vertraglich dazu verpflichtet, städti- sche Eigenmittel in gleicher Höhe zur Verfügung zu stellen, so dass das Museum über einen jährli- chen Ankaufsetat von 1 Mio. Euro verfügen kann. Das Rechnungsprüfungsamt hat die Bedarfsprüfung zur Kenntnis genommen (AZ:141/21/44/17). Verfristung: Die externe Werteinschätzung ist gerade erst eingegangen. Um den Ankauf für das Mu- seum sichern zu können, ist ein kurzfristiger Abschluss erforderlich. Daher wird um Behandlung zur Sitzung am 05.12.2017 gebeten.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3565/2017
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 24.11.2017
- Erstellt
- 20.11.2017 10:34