AN/1180/2025
Der wahre Schatz sind die Menschen – Sofortmaßnahmen gegen Armut und Obdachlosigkeit im Sinne des „Hillijen Löres“ von Rom
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Die PARTEI Antrag nach § 3
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Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 25.08.2025 AN/1180/2025 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 04.09.2025 Der wahre Schatz sind die Menschen – Sofortmaßnahmen gegen Armut und Obdachlosigkeit im Sinne des „Hillijen Löres“ von Rom Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker, ein allerletztes Mal bitten wir Sie - sehr höflich - den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der aller- letzten (regulären) Ratssitzung in dieser Ratsperiode, am 4. September 2025, zu setzen: Beschluss: 1. Selbstverpflichtung des Rates: Innerhalb von zehn (!) Werktagen legt jede Fraktion ein Budget frei (Hallo Restmittel!) zur Soforthilfe für Menschen ohne Wohnperspektive. (Sachspenden, Geld- spenden, Hands-On-Hilfe) 2. „Schatz der Stadt“ – Initiative: Jede Woche wird mindestens 1 leerstehende Immobilie (z. B. Ladenlokal, Büro-/Gewerbeeinheit, Russenhäuser, Oper/Museum, etc.) temporär als Wohnraum geöffnet – begleitet mit niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten. 3. „Laurentius-Fonds“ der Stadt Köln: Der Fonds ist öffentlich einsehbar und seine Mittel werden zur Akuthilfe gegen Wohnungsnot und Obdachlosigkeit in Köln verwendet werden. Für jede eingebrachte Dringlichkeitsentscheidung zahlt das Baudezernat 10.000 Euro an den Laurentius-Fond. Für jede extern beauftragte Agentur oder Kanzlei, die originäre Verwaltungsaufgaben übernimmt, spendet das betreffende Dezernat 10% des Auftragsvolumens an den Laurentius-Fonds. Für jeden Euro, der in Prestigeprojekte versenkt wird, welche in keinster Weise zum Abbau von Armut, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit beitragen, zahlt das betreffende Dezernat 1 Euro an den Laurentius-Fonds. An die Vorsitzende des Kölner Stadtrates Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Fraktion Die PARTEI Michael Hock, Birgit Dickas, Walter Wortmann Unter Goldschmied 6 50667 Köln Tel.:+49 (221) 221 – 35606 E-Mail: diepartei@stadt -koeln.de - 2 - Der Fonds wird federführend von Dezernat II (Finanzen und Recht) betreut. Darüber hinaus er- hält ein noch zu wählendes Konsortium aus Kölner Vereinen und Initiativen, die sich nachweis- lich in Köln für arme und obdachlose Menschen einsetzen, aktives Mitbestimmungsrecht. 4. Güldener „Laurentius-Rost“: Mit dieser Auszeichnung sollen alle zwei Jahre Kölner Einzelper- sonen, Unternehmen, Institutionen und Parteiengroßspender, die über die Soforthilfe hinaus dau- erhaftes Engagement im Sinne des „Hillijen Löres“ zeigen, geehrt werden. Begründung: Der Überlieferung zufolge war Laurentius von Rom (Laurenz, auf Kölsch auch „Löres“) als Archidiakon für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig. Im Jahr 258 war Kaiser Valerian wieder mal auf Plündertour. Unterwegs hatte er schon Papst Sixtus II. geköpft, nun verlangte er von Laurentius die Heraus gabe des römisch -cöllnischen Kirchenvermögens. Doch Laurentius verteilte den Kirchenschatz an die Mitglieder der Gemeinde. Als Valerian die Herausgabe einforderte, versammelte Laurentius eine Schar von Armen und Kranken, Verkrüppelten, Blinden, Leprö- sen, Witwen und Waisen – und präsentierte sie dem Kaiser als „den wahren Schatz der Kirche“. Als Zei- chen echter Solidarität wurde Laurentius anschließend ordentlich geroastet (auf dem Rost unter Feuer hingerichtet). Sein Beispiel aber bleibt unvergessen. Sein Gedenktag ist der 10. /11. August – ein Datum, das wir zum Anlass nehmen sollten, uns zu fragen: Wo liegt unser Schatz heute? Wir als Stadtgesellschaft stehen vor einer ganz ähnlichen Wahl: Investieren wir weiter in Verdrängung statt Versorgung? In Sicherheitspersonal statt Solidarität? In Opernsanierung statt Obdachlosenhilfe? Oder erkennen wir an, dass der wahre Schatz unserer Stadt die Menschen sind – insbesondere die, die am meisten Unterstützung brauchen? Deshalb fordern wir nicht nur Absichtserklärungen, sondern konkretes Handeln: Es reicht nicht, Mitleid zu zeigen. Jetzt ist die Zeit, anzupacken – mit Geld, mit Sachspenden, mit eigener Arbeitskraft. Leerstand ist kein Schatz – solange Menschen draußen schlafen. Der „Laurentius-Fonds“ wird gespeist aus städtischen Mitteln, die andernorts oft genug fragwürdig ver- wendet werden. Wer meint, immer neue Millionen für Repräsentanz im Stile spätrömischer Dekandenz ausgeben zu müssen (siehe alles entlang der Via Culturalis; Neue ‚Flaniermeile Aachenerstr.‘), soll we- nigstens einen Bruchteil davon in echten sozialen Nutzen zurückführen. Das Baudezernat kann hier mit gutem Beispiel vorangehen – und vielleicht sogar wieder Vertrauen zurück gewinnen. Dieser Antrag ist ein Aufruf zur Umverteilung, zur Umdeutung und vor allem zum Umdenken: Köln muss nicht reicher erscheinen. Köln muss gerechter handeln. https://www.erzbistum-koeln.de/presse_und_medien/magazin/Laurentius-von-Rom-Der-Heilige-mit-dem- Rost/ Gez. Michael Hock (Die PARTEI)
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/1180/2025
- Typ
- Die PARTEI Antrag nach § 3
- Datum
- 25.08.2025
- Erstellt
- 25.08.2025 11:29