V/0970/2013
Zwischenbericht zum Thema Fallmanagement "Ernährung in Familien" sowie Ernährungsschule in Kitas im Rahmen des Maßnahmenprogramms einer kindbezogenen Armutsprävention in Münster
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Berichtsvorlage
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V/0970/2013 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten Betrifft Zwischenbericht zum Thema Fallmanagement "Ernährung in Familien" sowie Ernährungsschule in Kitas im Rahmen des Maßnahmenprogramms einer kindbezogenen Armutsprävention in Münster Beratungsfolge 22.01.2014 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht Bericht: Der Rat der Stadt Münster hat am 25.05.2011 das „Maßnahmenprogramm einer kindb ezogenen Armutsprävention in Münster“ beschlossen. Armutsfolgen bei Kindern sollen möglichst verhindert werden, indem Kindern von Anfang an gute Entwicklungs -, Bildung - und Gesundheitschancen ermöglicht werden. Da in den ersten Lebensjahren wichtige Grundlagen für die weitere Entwic k- lung gelegt werden, konzentriert sich das Maßna hmenprogramm auf die Altersgruppe der 0 - bis 6-jährigen Kinder. Die Angebote im Gesundheitsbereich werden durch das Amt für Gesundheit, Veterinär - und Le- bensmittelangelegenheiten koordiniert und durchgeführt. Neben aufsuchenden Hilfen durch F a- milienhebammen, Kinderkrankenschwestern und Sozialarbeiterinnen , Unterstützung von Eltern und Erzieherinnen bei Sprachauffälligkeiten durch eine Logopädin und medizinischen Unters u- chungen in Kindertagesstätten wird ein Schwerpunkt im Bereich Ernährung gesetzt. In dieser Vorlage soll ein kurzer Überblick über die Angebote hierzu vorgestellt werden. Gesunde Ernährung ist ein elementarer Baustein, wenn Kinder gesund aufwachsen sollen. Vi e- len Eltern fehlt aber das Wissen darüber, was gesund ist bzw. wie man gesunde L ebensmittel einkauft und zubereitet. Gerade, wenn die finanziellen Ressourcen in einer Familie begrenzt sind, ist es wichtig, zu wissen, wie man dennoch gesundes Essen auf den Tisch bringen kann. Die Familienzentren sind ein idealer Ort, um Eltern auch diesbezüglich zu beraten und zu unte r- stützen. Eine Ernährungsberaterin des Gesundheitsamtes (Mitarbeiterin in der Fachstelle Zah närztlicher Dienst) hat deshalb seit 2012 durch Stundenaufstockung über das Projekt in den Bezirken A n- gelmodde, Gievenbeck und Berg Fidel in ausgesuchten Kitas Gruppenvera nstaltungen für Eltern und Kinder zum Thema gesunde Ernährung angeboten. Vorlagen-Nr.: V/0970/2013 Auskunft erteilt: Frau Dr. Schwarte Ruf: 492-5434 E-Mail: SchwarteDagmar@stadt-muenster Datum: 23.12.2013 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0970/2013 Mit gemeinsamen Aktionen, wie dem Backen von Waffeln oder dem Herstellen von g esunden Brotaufstrichen aus Zutaten, die sowohl gesund als auch bezahlbar sind, konnten Eltern und Kin- der an das Thema Ernährung herangeführt werden. Am Rande dieser Ernährungsschule kam es zu zahlreichen Beratungsgesprächen. Themen w a- ren immer wieder Getränke für Kinder, gesundes Frühstück, Zahnpflege, Zah nprophylaxe und Übergewicht. Aus diesen Gesprächen ergaben sich dann einzelne weitere spezielle Beratungen. Insgesamt waren Eltern bei der Einzelberatung im häuslichen Umfeld sehr zurückhaltend. Ernä h- rung scheint eine der letzten persönlichen Bastionen, in die man sich nur u ngern hineinreden lässt. Die meisten Eltern wissen wohl auch, dass eine Umstellung im Ernährungsbereich die L e- bensgewohnheiten der gesamten Familie betreffen würde. G erade bei stark übergewichtigen Kindern und Eltern fällt dieser Schritt oft schwer. Umso positiver ist es, dass bereits im ersten Jah r über die Gruppenangebote 345 Eltern und 350 Kinder erreicht werden konnten. Der Anteil der Teilnehmer mit Migrationsvorg eschichte lag bei 80%! In 17 Fällen erfolgten Einzelberatungen auch im häuslichen Bereich. Durch den Ruhestand einer Kollegin im Zahnärztlichen Dienst wurden hier Neubesetzungen bzw. Umstrukturierungen erforderlich, durch die die Ernährungsberaterin nicht länger für das genannte Projekt zur Verfügung steht. Da die personellen Umsetzungen sich verzögerten, konnte eine neue Kollegin als Honorarkraft erst im Herbst 2013 ihre Aufgaben wahrnehmen. Der Diätassistentin und Ernährungsberaterin, die über frühere Tätigkeiten in Familienbildung s- stätten die Arbeit in Kitas bereits kannte, gelang die Kontaktaufnahme zu den Kitas in kurzer Zeit. Im laufenden Jahr wurden bislang 300 Eltern und 494 Kinder in Gruppen erreicht. Einzelberatu n- gen wurden 32 x durchgeführt. Insgesamt erscheint die Kombination von Gruppenangebot und Einzelberatung gut g eeignet, Eltern und damit auch Kinder an eine gesunde Ernährung heranzuführen. Die Mitarbeiterinnen der Familienzentren beobachten im weiteren Verlauf erste Ansätze von Ve r- änderungen im Essverhalten der Kinder, bzw. im Einkaufs- und Zubereitungsverhalten der Eltern. Diese berichten auch, dass die verteilten Rezepte ins tägliche Leben integriert werden. Fälle mit besonderem Unterstützungsbedarf, z.B. Adipositas, können in der Gruppe ohne Stigma- tisierung unverbindlich erreicht werden und Eltern erhalten so wohnortnah und ni ederschwellig Zugang zu Beratung und wenn nötig Begleitung. Die Ernährungsberatung in der Kita stellt eine gute Ergänzung zu anderen Angeboten des Amtes für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten, wie Zahnprophylaxe und Zahnärzt- licher Untersuchung dar. Sie bereitet Eltern und Kinder auch auf die Angebote zur Ernährung in Grundschulen (Pr ojekt über den Bürgerhaushalt; siehe Vorlage V/0742/2013) vor. Damit sind alle Angebote gut aufeinander abgestimmt und die Aussicht auf eine nachhaltige Veränderung deutlich erhöht. In Vertretung gez. Thomas Paal Stadtrat
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0970/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 18.12.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37