1356/2018
Sicherheitsrisiken durch Personalmangel bei der Kölner Berufsfeuerwehr
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Beantwortung einer Anfrage (Rat)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle I/37 Vorlagen-Nummer 03.05.2018 1356/2018 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Rat 03.05.2018 Sicherheitsrisiken durch Personalmangel bei der Kölner Berufsfeuerwehr Beantwortung einer Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates AN/0409/2018 Sicherheitsrisiken durch Personalmangel bei der Kölner Berufsfeuerwehr Beantwortung einer Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates – AN/0409/2018 Die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet um Auskunft zu folgenden Fragen: 1. Welche Meldungen der Stadt zu den beschriebenen Missständen seitens der betroffenen Mitar- beiter vorliegen? Antwort der Verwaltung: Überlastungsanzeigen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lagen zum damaligen Zeitpunkt der Fragestellung bei der Feuerwehr Köln nicht vor. Derzeit können die Beschäftigten über die seit dem 01. März 2018 eingerichtete Ombudsstelle Eingaben einreichen, auf Wunsch auch anonym. 2. Wie sich die Art und Zahl der Arbeitsunfälle in den letzten zehn Jahren entwickelt hat? Antwort der Verwaltung: Die Auswertung der Unfallstatistik ist ab 2010 möglich. In diesem Zeitraum ist die Zahl der Sport- unfälle zurückgegangen, zugenommen hat die Zahl der Dienstunfälle aufgrund traumatischer Er- lebnisse. Dienstunfälle aufgrund physischer Verletzungen im Einsatz sind dagegen äußerst sel- ten. Dienstunfälle aufgrund technischer Mängel haben sich im Referenzzeitraum nicht ereignet. 3. Wie sich die Zahl der Überstunden in diesem Zeitraum entwickelt hat? Antwort der Verwaltung: Bei der Berufsfeuerwehr Köln werden Überstunden geleistet und vergütet. Zur ordnungsge- mäßen Aufgabenerfüllung fallen Überstunden in folgenden Bereichen an: Besetzung von regulären Einsatzdienstfunktionen aufgrund von unbesetzten Stellen Besetzung von zusätzlichen Einsatzdienstfunktionen bei Großereignissen Planmäßiger Brandsicherheitswachdienst nach BHKG Tätigkeiten in den Sachgebieten oder Werkstätten aufgrund unbesetzter Stellen Personalauswahlverfahren an den Wochenenden Wachdienst an der Einsatzstelle Waidmarkt 2 Die Bedarfe an Überstunden werden den Mitarbeitenden mitgeteilt und sie können sich freiwil- lig entscheiden, ob und wann sie Überstunden leisten. Dies führt zu einer hohen Zufriedenheit vieler feuerwehrtechnischen Beamtinnen und Beamten, allerdings entstehen je nach Interes- senslage sehr unterschiedlich hohe Stundenkonten bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die bei der Berufsfeuerwehr Köln geleisteten Überstunden waren von 2015 auf 2016 um 25% rückläufig (Vorlagen-Nr. 2179/2017). Eine detaillierte Auswertung der im Jahre 2017 geleiste- ten Überstunden erfolgt zurzeit. Eines der Amtsziele der Feuerwehr Köln ist eine weitere Reduzierung der Überstunden. a. Wie sich die Differenz zwischen Notfalleinsätzen zu Fehleinsätzen in diesem Zeitraum entwickelt hat? Antwort der Verwaltung: Die Auswertung der Fehleinsätze liegt für die Jahre 2016 und 2017 vor. Fehleinsätze im Rettungsdienst: Die Filterung der Fehlalarme erfolgt aufgrund zweier Kriterien, 1. das Einsatzmittel ist nicht am Einsatzort angekommen und 2. das Einsatzmittel hat keinen Patiententransport durchgeführt. In der Summe ergeben sich im Jahr 2017 insgesamt 13.949 RTW-Fehleinsätze, das entspricht einem Fehleinsatzanteil im Rettungsdienst von 9,0 % bei insgesamt 154.400 RTW- Alarmierungen. Laut PRÜTTING, D. (2016) ist im bundesweiten Durchschnitt von Fehleinsät- zen von 10% auszugehen. Im Jahr 2016 wurden 149.566 RTW alarmiert, davon insgesamt 12.983 RTW-Fehleinsätze, das entspricht einem Anteil von 8,7%. Damit haben die Fehleinsätze im Rettungsdienst von 8,7% im Jahr 2016 zu 9% im Jahr 2017 um 0,3% zugenommen. Fehleinsätze im Brandschutz und bei technischen Hilfeleistungen: Fehleinsätze im Brandschutz und bei technischen Hilfeleistungen sind Einsätze, bei denen 1. die Einsatzmittel abbestellt wurden oder 2. die Einsatzmittel in guter Absicht alarmiert wurden jedoch nicht erforderlich waren oder 3. die Einsatzmittel böswillig alarmiert wurden. In der Summe ergeben sich im Jahr 2017 bei insgesamt 11.527 Einsätzen 5.824 Fehleinsätze. Das entspricht einer Fehleinsatzquote von 50,5%. Für 2016 erfolgten bei insgesamt 11.228 Einsätzen 5.373 Fehleinsätze. Das entspricht einer Fehleinsatzquote von 47,9%. Damit haben die Fehleinsätze im Brandschutz und bei technischen Hilfeleistungen von 47,9% im Jahr 2016 auf 50,5% im Jahr 2017 um 2,6% zugenommen. b. Ob die Alarmierungszeiten eingehalten wurden bzw. noch eingehalten werden können? Antwort der Verwaltung: Der Begriff Alarmierungszeit ist unklar, sofern die Frage auf die Zeitspanne zwischen dem Zeitpunkt der Einsatzentscheidung und dem Zeitpunkt der Alarmierung abzielt ist festzuhalten, dass planerisch für diese Zeitspanne eine Dauer von 60 Sekunden angenommen wird. Für das Jahr 2017 beträgt die mittlere Alarmierungszeit für Ein- satzmittel der Feuerwehr 13,2 Sekunden. 4. a) Durch welche Maßnahmen die Mitarbeiter künftig vor Überlastungen geschützt und fehlen- 3 de Praxiserfahrungen vermieden werden sollen? Antwort der Verwaltung: Die Feuerwehr Köln mit ihren vielen Sonder- und Spezialaufgaben wird künftig noch stärker eine fachliche Spezialisierung fördern. Von einem hauptberuflichen oder ehrenamtlichen Mit- arbeiter bzw. einer Mitarbeiterin, der bzw. die in einem begrenzteren Aufgabenspektrum inten- siv aus– und fortgebildet, aber vor allem häufiger eingesetzt wird, können in kritischen Ein- satzsituationen andere Standards erwartet werden. Dieser Veränderungsprozess wurde be- reits begonnen und weiterhin konsequent verfolgt. b) Durch welche personellen Konsequenzen weiteren Gefahren begegnet werden soll? Antwort der Verwaltung: Die täglich zu besetzenden 186 Funktionen der Feuerwehr Köln wurden 2017 zu 99,5% be- setzt. Dies zeugt von der sehr hohen Leistungsbereitschaft der feuerwehrtechnischen Beam- tinnen und Beamten. Durch diese Leistungsbereitschaft gewährleistet die Feuerwehr Köln kontinuierlich die Sicherheit der Kölner Bürger. In den in 2016 beschlossenen Bedarfsplänen für Brandschutz und Rettungsdienst sind für den Einsatzdienst zusätzliche Leistungen vorge- sehen, die einen Personalmehrbedarf von rund 160 Mitarbeitern erfordern. Ziel ist die Beset- zung dieser zusätzlichen Stellen bis Ende 2020. gez. Reker
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- 1356/2018
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Rat bzw. HA)
- Datum
- 03.05.2018
- Erstellt
- 24.04.2018 15:15