3063/2021
Beantwortung einer mündl. Anfrage zum Projekt: (Post)koloniales Erbe der Stadt Köln
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
4983 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/16/161/1 Vorlagen-Nummer 31.08.2021 3063/2021 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Si tzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 13.09.2021 Beantwortung einer mündl. Anfrage zum Projekt: (Post)koloniales Erbe der Stadt Köln In der Sitzung des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern am 21.06.2021 hat Willi Harz (sachkundiger Einwohner auf Vorschlag der GRÜNEN Fraktion) folgende mündliche Nach- fragen zum Prozess zur Aufarbeitung des (Post)kolonialen Erbes der Stadt Köln gestellt: „…Willi Harz begrüßt, dass die Stadt Köln sich mit der Kolonial-Geschichte auseinandersetzt und den Einsatz eines Gremiums mit Expert*innen plant. Willi Harz fragt, wie das Gremium besetzt wird und wie darüber entschieden wird. Gibt es eine Beteiligungsmöglichkeit zur Besetzung? An welchem Punkt soll die Beratungsfunktion des Gremiums ansetzen? Zum Beispiel bei der Umge- staltung der Richtlinien zur Benennung von Straßen oder erst bei der konkreten Umbenennungspro- zessen?“ Die Verwaltung dankt für die mündliche Anfrage und nimmt wie folgt Stellung. Der durch die Verwaltung angestrebte Prozess berücksichtigt den breiten gesellschaftlichen Kontext des Themas. Um die Vielzahl der Akteure einzubeziehen, die sich in Zivilgesellschaft, Institutionen und Politik mit der Aufarbeitung der Kolonialzeit in Köln beschäftigen, soll es im Verlauf des Prozes- ses verschiedene Beteiligungsformate geben, die zur Auseinandersetzung mit dem Thema aufrufen sowie Partizipation am und Mitgestaltung des Prozesses sicherstellen. Somit soll das Thema in der Gesellschaft verankert und die historischen und aktuellen gesellschaftlichen Auswirkungen und Be- züge eingeordnet werden. Das beschriebene Gremium von Expert*innen soll eine beratende Funktion für die Stadtverwaltung im Umgang mit der Aufarbeitung des kolonialen Erbes der Stadt Köln haben. In diesem Sinne soll es thematische und inhaltliche Schwerpunkte setzen können, die innerhalb des Projektes vertieft be- trachten werden sollen. Darüber hinaus sollen die Mitglieder einen Maßnahmenkatalog zum Umgang mit dem (post)kolonialen Erbe erstellen, der durch den Rat der Stadt Köln beschlossen werden soll. Sicherlich werden Themen, wie u.a. der Umgang mit (post)kolonialen Gedenken im Stadtbild eine Rolle spielen. Ziel ist es jedoch, dem breiten gesellschaftlichen Kontext des Themas gerecht zu wer- den. Im Vordergrund stehen daher Maßnahmen und Empfehlungen, die den gesamtgesellschaftli- chen Diskurs zum Umgang mit Kölns (post)kolonialem Erbe behandeln, eine gesamtstädtische Posi- tionierung zum Thema erlauben und eine gemeinsame Geschichtsschreibung ermöglichen. In seinen Beratungen und Überlegungen nimmt das Gremium Vorschläge aus Stadtgesellschaft und Politik auf, die in öffentlichen Veranstaltungen formuliert werden können. Den Expert*innen obliegt es, diese Vorschläge fachlich und inhaltlich zu beurteilen und anschließend ggf. in geeignete Maßnah- men des zu erstellenden Maßnahmenkatalogs zu überführen. In seiner Zusammenstellung soll das Gremium überparteilich und konfessionell ungebunden sein. Die Mitglieder werden aufgrund ihrer Expertise vorgeschlagen. Die Berufung der ersten Mitglieder des Gremiums erfolgt auf Basis von Vorschlägen und Empfehlungen von Vertreter*innen der Communi- 2 ties und Initiativen des (post)kolonialen Diskurses durch die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln. Das Gremium soll mehrheitlich mit Expert*innen besetzt sein, die einen fachlichen und/oder biographi- schen Hintergrund zu Ländern, Regionen und Gesellschaften in Afrika, Asien/Ozeanien und des ame- rikanischen Doppelkontinents besitzen. Das Gremium wird interdisziplinär mit Menschen besetzt, die über Expertise in Fragen der Kolonialgeschichte, postkolonialen Theorien, Politik-, Geistes- und Ge- sellschaftswissenschaft, Migrationsforschung, Gender-Studies, Rassismus- und Diskriminierungsar- beit oder -erfahrung verfügen und sich in ihrer Arbeit aktiv mit der Dekolonisation der Gesellschaft auseinandersetzen. Die Geschäftsführung des Gremiums obliegt der Stelle zum Abbau und Prävention von Intoleranz, Diskriminierung und Ausgrenzung (IDA) im Amt für Integration und Vielfalt, Abteilung Vielfalt. Vor- schläge zur Besetzung des Gremiums können gegenüber der Geschäftsführung des Gremiums ge- macht werden und müssen mit den genannten Kriterien übereinstimmen. Der Prozess zur Prüfung kritischer Straßennamen liegt in der Federführung des Amtes für Liegen- schaften, Vermessung und Kataster. Dieser Prozess befindet sich derzeit in der Ausarbeitung, betei- ligt allerdings ein anders zusammengesetztes Gremium als im vom Amt für Integration und Vielfalt gestalteten Prozess. Die beiden Perspektiven und Zuständigkeiten werden selbstverständlich im We- ge der ämterübergreifenden Zusammenarbeit abgestimmt. Gez. Reker
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3063/2021
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 31.08.2021
- Erstellt
- 25.08.2021 10:36