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2009/0260

Sprachwerkstatt - ein Ferienabenteuer auf Deutsch

Magistratsvorlage 18.06.2009

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2009/0260

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
18.06.2009 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat V  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Jugendamt  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2009/0260  
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Sprachwerkstatt - ein Ferienabenteuer auf Deutsch 
 
Vorlage vom: 18.06.2009 
 
Beschlussvorschlag: 
1.  Der Magistrat stimmt der Vorlage zu. 
2.  Die notwendigen Mittel werden unter der Kostenstelle 005-020-1001 SK 7128000, 
     Kostenträger 3621-00 zur Verfügung gestellt. 
3.  Die Vorlage ist der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis zu geben. 
4.  Die Vorlage ist dem Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis zu geben. 
5.  Bei der Durchführung der Sprachwerkstatt ist darauf zu achten, dass auch 
theaterpädagogische Elemente eingesetzt werden. Die Wirkung der Sprachwerkstatt soll 
evaluiert werden. 
 
 
Anlagen: Konzeption der Sprachwerkstatt_Anlage 01 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründungsseite zur Magistratsvorlage vom 18.06.2009  
 
Die Stadtverordnetenversammlung hat am 19.06.2008 dem Antrag der Koalitionsfraktionen Nr. 
2008/0027 „Deutschsommer“ zugestimmt. Das Jugendamt wurde daraufhin vom 
Jugenddezernenten beauftragt, die Umsetzungs- und Finanzierbarkeit des Projektes 
„Deutschsommer“ zu überprüfen. Für die Finanzierung des Projektes wurden keine zusätzlichen 
Haushaltsmittel etatisiert. Das Projekt sollte ausschließlich aus Spenden und Stiftungsmitteln 
finanziert werden.  
 
Es wurden daraufhin mit dem Träger des „Deutschsommer“, der Polytechnischen Gesellschaft in 
Frankfurt, Gespräche geführt. 
 
Das Konzept des „Deutschsommer“ ist an diverse Voraussetzungen gebunden, der Name geschützt 
und das Programm kann nicht wesentlich abgeändert werden, d.h. 
 
-  es muss einen Umfang von drei Wochen haben, 
-  es muss in den Sommerferien liegen, 
-  und in Zusammenarbeit mit den Schulen erfolgen. 
 
Die polytechnische Gesellschaft hat Kosten von ca. 2.200,- Euro pro Kind berechnet, bei ca. 40 
Kindern also mindestens 88.000,- Euro, bei 20 Kindern 44.000,- Euro. 
 
Diese erheblichen Kosten sind aus Sicht der Verwaltung weder durch Sponsoren noch durch 
städtische Mittel aufzubringen. Zu beachten ist ebenfalls, dass jedes Sponsoring oder der Einsatz 
von Stiftungsmitteln in diesem Bereich für andere Jugendhilfeprojekte, etwa Hausaufgabenhilfen, 
dann möglicherweise fehlen. Daher wurde das Jugendamt vom Jugenddezernenten beauftragt, 
realisierbare Alternativen zu finden.  
 
Im Verlauf der Recherchen wurde das Jugendamt auf das Projekt „Sprachwerkstatt“ der Stiftung 
ZuWachs (Darmstadt) aufmerksam. Die Stiftung entwickelte zusammen mit Herrn Dr. Zvi Penner ein 
innovatives Ferienprojekt für Grundschüler mit Sprachförderbedarf (siehe Anlage 1). Das ist die 
gleiche Zielgruppe, wie im Beschluss der Stadtverordnetenversammlung festgelegt. Auch die 
Zusammenarbeit mit Grundschulen ist, wie im Stadtverordnetenbeschluss gefordert, sicher gestellt. 
Die Schülerinnen und Schüler nehmen in den Sommerferien an zwei Wochen und in den 
Weihnachtsferien an einem Auffrischungswochenende an einem intensiven 
Spracherlebnisprogramm teil. Hauptziel auch dieses Projektes ist die Förderung des 
Leseverständnisses und der Lesekompetenz einerseits durch Gruppenarbeit mit speziell geschulten 
Lehrkräften und andererseits im freizeitpädagogischen Bereich die Wortschatzarbeit durch die 
Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte zu ergänzen. 
 
Hiermit soll die Sprachkompetenz als wesentliches Instrument zum verstehen von Wissen in allen 
Bereichen des Lebens gefördert werden. 
 
In diesem Jahr wird die Maßnahme vor Ort, also in Darmstadt, mit 20 Kindern  durchgeführt. Für die 
Jahre 2010 und 2011 ist, bei einer Beteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt, vorgesehen, die 
Kinder in den letzten beiden Ferienwochen im Albert-Schweitzer-Freizeithaus in Lindenfels 
unterzubringen, der städtische Anteil würde sich dementsprechend um diese Kosten und den Anteil 
in der freizeitpädagogischen Betreuung in diesen Jahren erhöhen. Das gemeinsame Gestalten und 
Erleben des Alltags in der Gruppe soll die erworbenen Kenntnisse weiter festigen.

3 
... 
Das Projekt ist zunächst für die Jahre 2009 bis 2011 geplant. 2009, mit dem reduzierten Angebot, 
betragen die  Gesamtkosten 17.750,- Euro, statt 44.000 Euro, die das Konzept „Deutschsommer“ 
kosten würde. 
 
Die Stiftung ZuWachs würde sich mit 10.000,- Euro, die Stiftung der Sparkasse mit 3000,- Euro und 
die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit 4.750,- Euro beteiligen. Darin enthalten sind bereits die 
Kosten für das Nachhaltigkeitswochenende. 
 
In den Jahren 2010 und 2011 würde das Projekt 25.000,- Euro kosten, die Wissenschaftsstadt 
Darmstadt hätte davon bis zu 15.000,- Euro pro Jahr zu tragen. Durch die Gewinnung von 
Sponsoren soll dieser Betrag vermindert werden.  
 
Somit wird auch in den Folgejahren, bei erfolgreicher Durchführung des Pilotsommers der 
„Sprachwerkstatt – ein Ferienabenteuer auf Deutsch“, eine kostenbewußte Realisierung erreicht. 
 
Die Ausgaben der Wissenschaftsstadt Darmstadt für die Beteiligung an der „Sprachwerkstatt“ 
würden pro Kind 2009 ca. 240,- Euro (reduziertes Angebot) und in den Jahren 2010 und 2011 bis zu 
750,- Euro betragen.  
 
Die „Sprachwerkstatt“ ist sowohl aus konzeptionellen als auch aus finanziellen Gründen für die 
Wissenschaftsstadt Darmstadt das geeignete Projekt, mit gezielten Fördermaßnahmen das 
Sprachverständnis und Sprachvermögen bei Kindern, die Unterstützung benötigen, zu fördern. 
 
Die Intention des Stadtverordnetenbeschlusses wird somit mit verantwortungsvollem Mitteleinsatz 
realisiert.  
 
Darmstadt, 18.06.2009 
 
Dezernat V 
 
 
 
 
Jochen Partsch 
Stadtrat

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Die Sprachwerkstatt – ein Sprach-Ferienprojekt für Grundschüler mit Migrationshintergrund wird unter der Trägerschaft der Darmstädter Stiftung Zuwachs und des Diakonischen Werkes Darmstadt-Dieburg an zwei Standorten, in Groß-Zimmern und Darmstadt, erstmalig durchgeführt. In Groß-Zimmern sind die städtische Kinder- und Jugendförderung und das Mehrgenerationenhaus des Diakonischen Werkes aktiv bei der Umsetzung beteiligt.  
Die Idee zu diesem Projekt entstand aus der Tatsache, dass viele Migrantenkinder unter Leseverständnisproblemen leiden, die auf mangelhafte Wortschatzkenntnisse zurückzuführen sind. In anderen Städten gibt es bereits seit einigen Jahren Sprachförderungsmaßnahmen für diese Kinder, die Erfolg zeigen. 
Schüler mit Sprachförderungsbedarf in der  3. Grundschulklasse nehmen in den Sommerferien über 2 Wochen an einem intensiven Spracherlebnisprogramm teil. 
Hauptziel ist in diesem Projekt die Förderung des Leseverständnisses und der Lesekompetenz , der Schwerpunkt in den Kursen in den Vormittagsstunden bildet die Förderung des Wortschatzes, um Verständnisprobleme zu minimieren. Als Grundlage dient das illustrierte Sach- und Abenteuerbuch „Kapitän Benjamins große Flussreise von der Quelle zu Mündung“ und Unterrichtsmaterialien dazu.
In den Nachmittagsstunden wird die Wortschatzarbeit durch die Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte erweitert, in Form von naturbezogenen Projekten, thematisch passend  zur Textgrundlage (Bsp. Wasser, Fluss, Tiere, Pflanzen). 
Somit werden zwei eigenständige Lernbereiche miteinander verbunden: Das naturwissenschaftliche Sachwissen mit dem sprachlichen  Wissen: Mit Wortfeldern lernen. Mit dieser innovativen Methode werden semantische Felder mit naturwissenschaftlichem Sachwissen aus dem o.g. Buch verknüpft. Bsp. für Themen sind: Bewegung, Kraft und Energie, Handlungen und Zustandsveränderungen, Raumorientierung und Raumlage etc.
40 Kinder- jeweils 20 aus Groß-Zimmern und Darmstadt dürfen an der Sprachwerkstatt teilnehmen. Empfohlen werden sie von den Lehrerinnen und Lehrern der Schulen.
Veranstaltungsorte sind die Schule am Angelgarten in Groß-Zimmern und die Heinrich-Hoffmann-Schule in Darmstadt. Dort findet von 8 bis 17 Uhr von Montag bis Freitag in den letzten beiden Ferienwochen das Projekt statt. 
Betreut werden die Kinder von erfahrenen Deutschlehrern/DaZ Lehrern  und Freizeitpädagogen, die speziell für die Sprachwerkstatt von dem Schweizer Sprachwissenschafter Dr. Zvi Penner geschult werden und bereits Erfahrung in der Arbeit mit ausländischen Kindern haben. Somit können sie im weitern Verlauf des Projektes in den Folgejahren als Multiplikatoren agieren und ebenso das Förderangebot im schulischen Alltag umsetzen. 

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Details

Vorlagen-Nr.
2009/0260
Typ
Magistratsvorlage
Datum
18.06.2009
Erstellt
29.09.2026 00:00