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2296/2023

Beantwortung einer Anfrage des Einzelmandatsträgers Hengstenberg (AfD) betreffend "Rauchen in Statistik erfassen" AN/0957/2023

Beantwortung einer Anfrage (BV) 21.07.2023

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 9 (Mülheim), Sitzung am 14.08.2023, TOP 7.1.2

Beantwortung einer Anfrage (BV)

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Beantwortung einer Anfrage (BV)

5716 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
V/53 
 
Vorlagen-Nummer 
 2296/2023 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 14.08.2023 
 
Beantwortung einer Anfrage des Einzelmandatsträgers Hengstenberg (AfD) betreffend 
"Rauchen in Statistik erfassen" AN/0957/2023 
Diese Anfrage knüpft an die unbeantwortete Anfrage aus der Sitzung vom 06.12.2021: 
Wieviel Todesfälle in Zusammenhang mit dem Rauchen sind nur für Köln in 2020 aus-
gewiesen? an. 
Laut Todesursachenstatistik 2020 für Köln starben ein Viertel der Menschen (also 
2.500) an Tumoren. „625 Menschen starben an Tumoren von Kehlkopf und Atemwe-
gen.“ 
 
1. Welche Ursachen sind für die Bildung von Tumoren von Atemwegen und 
Kehlkopf bekannt? 
Die Fachliteratur und vielfältige seriöse Internetportale definieren Risikofaktoren 
bzw. Einflussfaktoren, die zu Tumoren von Atemwegen und dem Kehlkopf führen 
können wie folgt: 
„Die Entstehung bösartiger Tumoren im Kopf-Halsbereich wird von verschiedenen 
Faktoren begünstigt. Dazu gehören das Rauchen, regelmäßiger hoher Alkoholkon-
sum, virale Infektionen (humanes Papillomvirus, HPV), der berufliche Umgang mit be-
stimmten Schadstoffen (Asbest, chrom- und nickelhaltige Farben und Lacke, polyzykli-
sche aromatische Kohlenwasserstoffe). Eine wesentlich geringere Rolle spielen wei-
tere Faktoren, wie UV- und radioaktive Strahlung, schlechte Mundhygiene, ein schwer 
geschwächtes Immunsystem (zum Beispiel nach Organ- oder Knochenmarktransplan-
tation) und chronische Verletzungen der Schleimhaut.“ (https://www.krebsgesell-
schaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsar-
ten/kopf-hals-tumoren/ursachen-und-risikofaktoren.html) 
Weiterhin beschreibt das Portal gesund.bund.de vom Bundesministerium für Gesund-
heit die Risikofaktoren von Kehlkopfkrebs wie folgt: „Kehlkopfkrebs basiert wie fast 
jede Krebserkrankung auf genetischen Veränderungen. Durch diese verwandeln sich 
normale Körperzellen in bösartige Krebszellen und beginnen unkontrolliert zu wach-
sen. Die meisten dieser Genveränderungen entstehen im Laufe des Lebens zufällig.

2 
 
Es gibt aber Risikofaktoren, die Kehlkopfkrebs begünstigen. Zu den bekannten Risiko-
faktoren zählen:  
 regelmäßiges Rauchen  
 übermäßiger Alkoholkonsum  
 Asbeststaubbelastung  
 Belastung mit Schadstoffen wie ionisierender Strahlung (etwa Uran), schwefel-
säurehaltigen Aerosolen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, 
Steinkohle oder Teerprodukten  
 bei einem kleineren Teil der Patienten Infektionen mit humanen Papillomviren 
(HPV), insbesondere mit dem Hochrisiko-Typ HPV 16  
 bestimmte weißliche (Leukoplakie oder Pachydermie) oder rötliche Verände-
rungen (Erythroplakie) der Kehlkopfschleimhaut (Krebsvorstufen)  
 
Tabak- und Alkoholkonsum sind die Hauptrisikofaktoren und gemeinsam beson-
ders schädlich: Bei kombiniertem Konsum ist ein bis zu 30-fach erhöhtes Erkran-
kungsrisiko gegeben.  
Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass auch eine Mangelernährung oder der ver-
mehrte Verzehr von Fleisch oder von gebratenem Essen das Risiko für Kehlkopfkrebs 
erhöhen können.“ (https://gesund.bund.de/kehlkopfkrebs#weitere-informationen) 
 
2. Warum wird „Rauchen“ in diesem Zusammenhang nicht aufgeführt? 
Wie in der Antwort zu Frage 1 beschrieben, gibt es eine Vielzahl von Risikofakto-
ren/Einflussfaktoren für die Bildung von Tumoren in den Atemwegen und dem Kehl-
kopf. In den oben genannten Definitionen ist Rauchen auch als Risikofaktor definiert. 
Die Todesursachenstatistik hingegen liegt die Systematik der 10. Revision der Interna-
tionalen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-
10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugrunde (Quelle: Gesundheitsberichter-
stattung des Bundes). Hier werden Todesursachen nach Krankheiten systematisiert 
und nicht nach Risikofaktoren/ Einflussfaktoren. Datenquelle ist die von Ärzt*innen 
ausgestellte Todesbescheinigung, auf der die Krankheiten aufgelistet sind, die zum 
Tode geführt haben.  
Weitere Informationen erhalten Sie bei IT-NRW, der Gesundheitsberichterstattung des 
Bundes und der WHO.  
 
3. Warum sollte der Zusammenhang in einer Statistik unterdrückt oder nicht 
von Interesse sein? 
Rauchen ist keine konkrete Todesursache, sondern ein Einflussfaktor bzw. Risikofak-
tor, welcher die Bildung von z.B. Tumoren und Lungenerkrankungen begünstigt.  
Anhand der Daten der Todesursachenstatistik lässt sich aber abschätzen, welche Be-
deutung verschiedene Gesundheitsrisiken (z.B. das Rauchen) für die Sterblichkeit und 
insbesondere für die vorzeitige Sterblichkeit (vor dem 65. Lebensjahr) haben. 
Unterschiedliche Studien untersuchten Einflussfaktoren, die die Sterblichkeit beein-
flussen können.

3 
 
In der Global Burden of Diseases, Injuries and Risk Factors Study (GBD 2010) wer-
den Ernährung, Übergewicht, Bluthochdruck und das Rauchen als wichtigste Risi-
kofaktoren für die vorzeitige Sterblichkeit in Deutschland genannt.  
Das Bundesministerium für Gesundheit deklariert Rauchen als größtes vermeid-
bares Gesundheitsrisiko in Deutschland. „In Deutschland starben im Jahr 2017 
126.900 Menschen an den Folgen des Rauchens. Damit waren 13,4 Prozent aller To-
desfälle durch das Rauchen bedingt (schließt Todesfälle infolge von Krebs-, Herz-
Kreislauf- und Atemwegserkrankungen ein) (Quelle: Krebsgesellschaft: 
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/be-
wusst-leben/rauchen-zahlen-und-fakten.html#:~:text=In%20Deutschland%20star-
ben%20im%20Jahr,Kreislauf%2D%20und%20Atemwegserkrankungen%20ein, 
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/r/rauchen.html 
).

Beratungsverlauf (1)

14.08.2023 Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
TOP 7.1.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2296/2023
Typ
Beantwortung einer Anfrage (BV)
Datum
21.07.2023
Erstellt
18.07.2023 13:40