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2002/2021

Häusliche Gewalt in der Corona-Krise

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 27.05.2021

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Nächste Beratung: Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Sitzung am 28.05.2021, TOP 4.7

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

3867 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/50/502 
SOZ/0004/2021 
Vorlagen-Nummer  27.05.2021 
 2002/2021 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 27.05.2021 
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 28.05.2021 
 
Häusliche Gewalt in der Corona-Krise 
Die Fraktionen Bündnis90/Die Grünen, CDU und Volt haben folgende Anfrage eingereicht: 
 
Die Corona-Pandemie verlangt von uns allen durch Isolation und Verzicht auf physische Kontakte viel 
ab. Für Menschen, die von häuslicher Gewalt bedroht sind, hat die derzeitige Situation enorme Aus-
wirkungen auf ihre Sicherheit und verschärft ihre Lage, insbesondere wenn räumliche Enge besteht 
und die Möglichkeiten, auszuweichen, reduziert sind. Nach einigen Wochen im ersten Lockdown, 
konnte vergangenes Jahr noch keinen Anstieg häuslicher Gewalt verzeichnet werden (1125/2020). 
Nach Bericht der Welt am Sonntag sind die Zahlen von häuslicher Gewalt 2020 im Vergleich zu 2019 
in NRW um fast acht Prozent gestiegen. Es ist aber durchaus zu befürchten, dass eine große Dun-
kelziffer besteht (https://www.welt.de/politik/deutschland/article230983679/Zahl-der-Opfer-
haeuslicher-Gewalt-steigt-um-sechs-Prozent.html). 
 
Wir fragen die Verwaltung: 
 
1. Wie viele Fälle von häuslicher Gewalt hat die Verwaltung im vergangenen Jahr verzeichnet, gab 
es einen Anstieg im Vergleich zu 2019? Wenn ja, was ist der Hintergrund für den Anstieg der 
Zahlen? 
 
Antwort der Verwaltung: 
 
Die absoluten Zahlen der in 2020 verzeichneten Fälle häuslicher Gewalt liegen der Verwaltung noch 
nicht vor. Am 25.05.2021 gab es zu dieser Frage jedoch einen Austausch in der Steuerungsgruppe 
des Netzwerkes gegen häusliche Gewalt. 
Dort wurde festgestellt, dass im Wesentlichen kein Anstieg der registrierten Fälle häuslicher Gewalt 
im letzten Jahr verzeichnet werden kann. Seitens der Polizei wurde sogar ein leichter Rückgang der 
bekanntgewordenen Fälle festgestellt. Dafür stieg in vergleichbarem Maße der Anteil der Selbstmel-
der*innen. 
 
 
2. Welche zusätzlichen Maßnahmen sind zur Unterstützung der Betroffenen geplant? Sind auch 
zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten vorgesehen? 
 
Antwort der Verwaltung: 
 
Wegen des befürchteten, jedoch nicht feststellbaren Anstiegs von Fällen häuslicher Gewalt infolge 
der Pandemie, wurden bereits in 2020 verschiedenen Maßnahmen ergriffen, um veränderten Bedar-
fen gerecht zu werden. 
So wurden für die Krisenintervention zusätzliche Aufnahmeplätze im Rahmen des „Clearingwohnens“

2 
 
geschaffen. Zudem wurde zusätzlich Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um auf bestehende Hilfsangebo-
te hinzuweisen. 
 
Nachdem die Mitarbeitenden der Interventions- und Beratungsstellen mittlerweile annähernd vollstän-
dig den Impfschutz haben, konnte zudem die Beratung in persönlichen Gesprächen wieder aufge-
nommen werden. Dies wird wegen der auch teilweise pandemiebedingten zunehmenden Komplexität 
der Fälle (Sicherung Beschulung der Kinder in Aufnahmefällen etc.) auch als besonders erforderlich 
angesehen. 
 
 
3. Wie können niederschwellige Angebote ausgebaut und Hürden zur Kontaktaufnahme verringert 
werden, um möglichst für möglichst viele Betroffene erreichbar zu sein und die Dunkelziffer zu 
verkleinern? 
 
Antwort der Verwaltung: 
 
Die bestehenden Hilfsangebote sind schon auf einen niederschwelligen Zugang ausgerichtet. 
Es ist geplant, nochmals medienwirksam eine Öffentlichkeitsinitiative zeitnah durchzuführen, um 
nochmals auf die bestehenden Hilfsangebote und den Zugang zu diesen hinzuweisen. Wir erhoffen 
uns davon, noch diejenigen Opfer häuslicher Gewalt zu erreichen, die bislang noch keine Kenntnis 
von Hilfemöglichkeiten haben. 
 
Die Antwort bitten wir auch dem Gleichstellungsausschuss zur Verfügung zu stellen. 
 
gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (2)

27.05.2021 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 11.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
28.05.2021 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
TOP 4.7 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2002/2021
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
27.05.2021
Erstellt
26.05.2021 09:46