3487/2024
Fortführung der Strukturförderung des Temporary Gallery e.V.
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/41/41/21 Vorlagen-Nummer 3487/2024 Freigabedatum 02.12.2024 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Fortführung der Strukturförderung des Temporary Gallery e.V. Beschlussorgan Ausschuss Kunst und Kultur Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss Kunst und Kultur beschließt die Weiterführung der Strukturförderung (instituti- onelle Förderung) des Temporary Gallery e.V. – Zentrum für zeitgenössische Kunst für den Zeitraum vom 01. Januar 2025 bis 31. Dezember 2026 innerhalb des Teilergebnisplans des Kulturamtes in der Produktgruppe 0416 – Kulturförderung, Teilplanzeile 15 – Transferaufwen- dungen, mit den nachfolgenden Zuschusssummen: - im Haushaltsjahr 2025: 105.000 Euro - im Haushaltsjahr 2026: 105.000 Euro Der Beschluss steht unter dem ausdrücklichen Vorbehalt des Vorliegens der haushaltsrechtli- chen Bedingungen, da zum Zeitpunkt der Beschlussfassung noch kein Haushaltsplan 2025/2026 verabschiedet wurde. Mit Blick auf den Haushaltsplan 2025/2026 bezieht sich der Vorbehalt insbesondere auch darauf, dass die Position „Temporary Gallery“ in entsprechender Höhe im von der Bezirksregierung Köln genehmigten Haushaltsplan der Stadt Köln, dort im Teilergebnisplan des Kulturamtes in der Produktgruppe 0416 – Kulturförderung, Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen, vorgesehen ist. Ausschuss Kunst und Kultur 03.12.2024 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme siehe unten € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2025-2026 a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. 105.000 € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Die Kulturverwaltung hat 2013 den Ideenwettbewerb für ein Zentrum für zeitgenössische Kunst in Köln ausgeschrieben. Ziel dieses Wettbewerbs war die Etablierung eines Zentrums für zeitgenössische Kunst in Köln, das als Identifikationsort für Kölner Künstler*innen, Kura- tor*innen, Kritiker*innen, Kunstprojekte, Hochschulen sowie Vermittler*innen fungiert. Nach Auswertung des Ideenwettbewerbs wurde dem Temporary Gallery e.V. eine institutionelle För- derung in Höhe von 80.000 Euro für die Jahre 2014 bis 2018 gewährt. Mit Beschluss vom 06.02.2018 (3959/2017) und auf Grundlage des Votums des Fachbeirates erhielt die Tempo- rary Gallery eine erneute Förderung und eine erstmalige Erhöhung um 10.000 Euro für die Förderjahre 2019 bis 2021. Mit Beschluss zur Fortschreibung der Förderung für die Jahre 2022 bis 2024 (Vorlagen-Nr. 3693/2021) erfolgte eine Erhöhung um 15.000 Euro auf jährlich 105.000 Euro. Votum des Fachbeirates Bildende Kunst Zur Vergabe von jahresübergreifenden Förderungen holt die Verwaltung - laut Förderkonzept Bildende Kunst - ein Votum des Fachbeirats Bildende Kunst ein. Das Beiratsverfahren bezog 3 sich auf die Förderperiode 2025 bis 2027. Die Temporary Gallery hat zur inhaltlichen Bewer- tung einen Rück- und Ausblick in Wort und Bild sowie eine SWOT-Analyse vorgelegt (Kurzfas- sung in der Anlage). Der Fachbeirat Bildende Kunst der Stadt Köln hat in einer gemeinsamen Sitzung am 21.10.2024 einstimmig für eine Fortsetzung der institutionellen Förderung des Temporary Gal- lery e.V. - Zentrum für zeitgenössische Kunst für drei Jahre votiert. Seine Einschätzung formuliert er wie folgt: „Der Fachbeirat spricht sich lobend aus für das engagierte und sehr innovative Pro- gramm sowie die gute internationale Vernetzung. Neben den Ausstellungen bietet die Temporary Gallery ein umfangreiches Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm. Es gibt Workshop-Formate, Gespräche, Führungen und jeweils zu den Ausstellungen er- scheinende Publikationen. Besonders zu erwähnen ist hierbei das internationale kura- torische Residenz- Programm mit dem Ziel, inklusive Kunstpraxen zu fördern. Lokale Kooperationspartner sind hierbei das Kunsthaus Kat18, Käthe:k Kunsthaus sowie die Sammlung Zander. Die Verknüpfung von freier lokaler Szene mit internationalen Kura- tor*innen und Künstler*innen gelingt insgesamt auf vorbildliche Weise. Mit dem vor- handenen Budget wird erstaunlich viel geleistet, ein klares Profil ist sichtbar. Die inhalt- liche und strukturelle Ausrichtung, die im Rahmen des Antrags beschrieben wird, er- achtet der Fachbeirat als gut und sinnvoll. Das Budget ist nicht zu hoch gegriffen und wird befürwortet. Insgesamt sind die Kosten realistisch kalkuliert. Eine weitere Förde- rung sollte unbedingt erfolgen.“ Die Kulturverwaltung schließt sich dem fachlichen Votum des Fachbeirates an. Die Informatio- nen im Anhang unterstreichen die wertvolle, zeitgemäße und professionelle Arbeit und tra- gende Rolle der Temporary Gallery. Die Kulturverwaltung schlägt dem Ausschuss für Kunst und Kultur daher die oben genannte Fortschreibung der Förderung in Höhe von 105.000 Euro für die Förderjahre 2025 und 2026 vor. Finanzierung: Der Haushaltsplan 2025/2026 ist zum Zeitpunkt der beabsichtigten fachlichen Beschlussfas- sung durch den Ausschuss Kunst und Kultur noch nicht in Kraft. Um Anfang des Jahres 2025, ggf. im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung, Abschläge des Betriebskostenzuschusses für den Verein bedarfsgerecht auszahlen zu können, ist ein frühzeitiger fachlicher Beschluss des Ausschusses Kunst und Kultur zur Förderung notwendig. Dieser steht unter dem Vorbehalt, dass der Haushaltsplan 2025/2026 in der in Kraft getrete- nen Fassung entsprechende Mittel für die beabsichtigte Förderung im Teilergebnisplan des Kulturamtes in der Produktgruppe 0416 – Kulturförderung, Teilplanzeile 15 – Transferaufwen- dungen, vorsieht. Sollten entsprechende Mittel unter der Position „Temporary Gallery“ nicht oder nicht in der be- nötigten Höhe im jeweils geltenden Haushaltsplan zur Verfügung stehen, so ist eine Förde- rung ausdrücklich nicht bzw. nicht in der beabsichtigten Höhe möglich. Begründung der Dringlichkeit Die verwaltungsinterne Abstimmung der Vorlage konnte leider nicht vor Ablauf der Fristen ab- geschlossen werden. Wie schon erwähnt, ist ein Beschluss über die Vergabe des Betriebs- kostenzuschusses vor dem Jahreswechsel erforderlich, um frühzeitig in 2025, ggf. im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung, Abschläge bedarfsgerecht auszahlen zu können. Nur mit frühzeitig ausgezahlten Zuschüssen kann die Liquidität und damit die betriebliche Struktur auf- rechterhalten werden. Anlage: Temporary Gallery, Kurzdossier mit Rückblick, Ausblick, SWOT-Analyse
Anhang, Temporary Gallery, Kurzdossier mit Rückblick, Ausblick, SWOT-Analyse
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1 Kurzdossier 1. Einführung 2. Rückblick 2022-2024 3. Vorschau 2025-2027 (Auswahl) 4. Neues Projekt: Towards the Mycelium / Auf dem Weg zum Myzel 5. SWOT Analyse (Ein ausführliches Dossier befindet sich hier: https://drive.google.com/drive/folders/1L3cTvIjx1ahmNjKnLl7W4VV7HwconE4C?usp=sharin g) Alle Fotos zeigen unsere Ausstellung Cooking as performance. 1. Einführung Die Temporary Gallery ist als Raum für Ausstellungen seit 2009 in Köln etabliert. Zunächst als Mietgalerie von Galerist*innen für Galerist*innen kommerziell genutzt, verfolgt sie seit 2012 ausschließlich gemeinnützige Ziele, nämlich zeitgenössi sche Kunstpraxis und -theorie zu präsentieren, zu vermitteln, zu diskutieren und in einem gesellschaftlichen Kontext zu verorten. Diese Arbeit wurde im Jahr 2018 mit dem ADKV-ART COLOGNE Preis ausgezeichnet. In den letzten Jahren haben wir das Programm um Themen wie Ökologie, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Inklusion erweitert. Wir engagieren uns sowohl im Internationalen (internationale Einzel- und Gruppenausstellungen) als auch im Lokalen (Ausstellungen von Kölner Künstler*innen) und entwickeln Projekte durch eine grundlegende Erkundung eines lokalen und globalen sozioökonomischen Kontextes und in einer engen Zusammenarbeit mit Theoretiker*innen und Praktiker*innen – nicht nur aus dem Bereich zeitgenössischer Kunst. Das Programm soll nicht nur künstlerisch überzeugend, sondern auch gesellschaftlich relevant sein. Unser Ziel ist es, im wahrsten Sinne des Wortes Zentrum der zeitgenössischen Kunst in Köln zu sein: als Präsentationsort für hervorragende künstlerische Arbeit, aber auch als lebendiger sozialer Raum, der Kulturschaffende unterstützt, eine starke Gemeinschaft und Netzwerke erzeugt, und den Austausch mit anderen gesellschaftlichen Gruppen fördert. Wir 2 möchten uns aktiv gegen Ausgrenzung und Diskriminierung einsetzen und arbeiten gezielt inklusiv: Vor zwei Jahren haben wir unser Angebot um mehrere Programme erweitert: um ein Jugendbildungsprogramm, in dem wir mit der Katharina -Henroth-Gesamtschule in Köln - Vingst zusammenarbeiten, um ein Residenzprogramm, in dessen Rahmen internationale Kulturschaffende eine kuratorische Recherche in Köln durchführen – unter besonderer Berücksichtigung von Initiativen, die Künstler*innen mit Behinderung unterstützen, sowie um ein Programm, das sich mit ökologischen Aspekt en beschäftigt. 2023 wurde das partizipative Format „Temporary Kitchen" etabliert, ein regelmäßiges Kochformat mit der mobilen Küche der Temporary Gallery im öffentlichen Raum, das den nachbarschaftlichen Austausch und das Gemeinschaftsgefühl unterschiedli cher Menschen im Mauritiusviertel stärkt und ein neues Publikum für unsere Veranstaltungen und Ausstellungen generiert. Gemeinsam mit den Partnerinstitutionen Jindrich Chalupecky Society (JCHS, Prague), Latvian Centre for Contemporary Art (LCCA, Riga), Fra me Contemporary Art Finland (FF, Helsinki), Julius Koller Society (JKS, Bratislava) sowie der Faculty of things that can’t be learned (FRU, Skopje) war die Temporary Gallery Teil des Projekts Islands of Kinship: A Collective Manual for Sustainable and Incl usive Art Institutions des Creative Europe Programme (2022-2024). Das Projekt hatte zwei Schwerpunkte: Nachhaltigkeit und Inklusion. Das alles wäre nicht möglich ohne die institutionelle Förderung der Stadt Köln. Sie hat im Jahr 2013 mit dem öffentlichen Ideenwettbewerb für ein neues „Zentrum für zeitgenössische Kunst“, aus dem die Temporary Gallery als Siegerin hervorging, den Grundstein für unsere heutige Arbeit gelegt. Für die Unterstützung der Stadt möchte ich im Namen unseres Teams, des Vorstandes und den vielen Mitwirkenden nochmals ausdrücklich einen großen Dank an die Stadt Köln aussprechen! 2. Rückblick 2022-2024 Ausstellungen 2022—2024 2022 13.11.21-01.05. Alicja Rogalska: From Ground To Horizon 14.05.22.-02.06. Talk To Me. Other Histories of Nature 09.06.22-19.06. Digitaler Dadaismus – S2/E1 09.07.22-04.09. Bradley Davies: Hold Your Horses 24.09.22-18.12. Auf dem Kamm einer hohen und wunderschönen Welle. Kunst als Geisteszustand 24.09.22-18.12. Zentrum für zeitgenössische Kunst Wawel-Schloss. Die erste Dekade 24.09.22-18.12. katze und krieg: Die Wiederverzauberung des öffentlichen Raumes 2023 3 06.01.-08.01. Diasporen — Feldstudien im Gemeinschaftsgarten 04.02.-30.04. Unruly Kinships 12.05.-11.06. Vibrant Waters. Photoszene Co-Labs! 14.06.-18.06. Nahem Mohaiemen: Langer Tag 08.07.-10.09. Cooking as Performance 30.09.-17.12. Ines Doujak: Every Courageous Life is a Song to the Future 2024 25.01.-22.02. In Touch. Kunstmentorat NRW 2023 13.04.-02.06. Blue Binding Ribbon 20.07.-28.07. Eloïse Bonneviot und Anne de Boer: All of the Critters 22.06.-15.12. Alberta Whittle: …Moving Beyond the Time of Salt In den Jahren 2022 bis 2024 wurden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Workshops und Vorträge organisiert, die sich auf Themen wie Gemeinschaft, Kunst, Umwelt, Identität und gesellschaftliche Transformation konzentrieren. Im Jahr 2022 fanden 36 Veranstaltungen statt, darunter Performances, Vorträge und Diskussionsrunden. Das Jahr 2023 umfasste 40 Veranstaltungen mit Schwerpunkt auf künstlerischem Engag ement und Umweltfragen, z. B. "Hydrofeminismus", die "Temporary Kitchen"-Serie und "Towards Permacultural Institutions", das sich mit Klimagerechtigkeit und nachhaltiger Institutionenarbeit beschäftigte. Diese Veranstaltungen zeigten einen deutlichen Fokus auf die Verbindung von Kunst und Umweltbewusstsein. Im Jahr 2024 wurden bislang 15 Veranstaltungen organisiert, die eine Fortsetzung der Themen nachhaltige Entwicklung und Gemeinschaftskultur bieten. Workshops wie "Creating Caring Culture" und "Pattern Pl ayground" konzentrierten sich auf den Aufbau gerechter Kunstgemeinschaften und kreativer Ausdrucksmöglichkeiten durch Textildesign. Im Zuge unserer Zusammenarbeit mit der schottischen Grafikdesignerin Mariella Marcella / RISOTTO STUDIOS, die auch unsere Au sstellungshefte und -poster gestaltet, wurde der öffentliche grafische und gestalterische Auftritt der Temporary Gallery. Zentrum für zeitgenössische Kunst einer Umgestaltung unterzogen . Es wurden auch mehrere Publikationen herausgegeben. 3. Vorschau 2025-2027 (Auswahl) Die Temporary Gallery, ein Zentrum für zeitgenössische Kunst in Köln, stellt in ihrer Vorschau für 2025–2027 neue Projekte und Ausstellungen vor, die sich mit Themen wie Inklusion, sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit und partizipativer Kunstpraxis auseinandersetzen. Ein Highlight für 2025 ist die Duoausstellung *Embracing* von Kinke Kooi und Roland Schimmel, die ein immersives, gesamträumliches Kunstwerk zeigen wird. Die Künstler, die seit 35 Jahren zusammenleben, arbeiten zum ersten Mal gemeinsam an einer Ausstellung, die Elemente wie Wandmalerei, Zeichnungen und Soundinstallationen umfasst. Weitere 4 Projekte umfassen eine Retrospektive des Kölner Künstlers Sebastian Fritzsch und die Gruppenausstellung *The Pleasures We Choose* über künstlerische Praktiken, die stark von verkörperten Erfahrungen struktureller, ökologischer und sozialer Ungleichgewichte geprägt sind. Im Jahr 2026 beginnt die Gallery eine neue Ausstellungsreihe zu den sieben Todsünden, die durch aktuelle soziale und psychologische Themen neu interpretiert werden, wie etwa „Lustaktivismus“ in der Ausstellung *LUXURIA*, inspiriert vom Buch *Pleasure Activism*. Ziel ist es, gängige moralische Vorstellungen und gesellschaftliche Erwartungen zu hinterfragen. Ein bedeutendes Projekt ist das inklusive Residenzprogramm, das internationale Kulturschaffende nach Köln einlädt und auf die Integration von Kunstschaffenden mit Behinderungen in die allgemeine Kunstszene abzielt. Zudem plant die Gallery ein Jugendbildungsprogramm, das benachteiligten Jugendlichen über Workshops und Exkursionen den Zugang zur Kunstwelt ermöglicht. Im Bereich der Umweltprojekte startet die Gallery 2025 das Projekt *Why do Rivers Cry?*, das in Wasserspaziergängen die Beziehungen zum Rhein im Kontext der globalen Wasserkrise beleuchtet und den Austausch zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft fördert. 4. Neues Projekt: Towards the Mycelium / Auf dem Weg zum Myzel Das Projekt zielt darauf ab, ein innovatives institutionelles Modell zu entwickeln, das ökologische und soziale Nachhaltigkeit vereint. Unter der Leitung von Aneta Rostkowska wird das Konzept einer „perma-kulturellen Institution“ erforscht, das die gängigen Strukturen des neoliberalen Kunstsystems herausfordert und alternative Formen der Zusammenarbeit und des Gemeinschaftssinns fördert. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Mycelium-School, ein Bildungsprogramm mit Kursen zu Themen wie Inklusion, ökologischer Aktivismus und Resilienz im Kulturbereich, die eine tiefgreifende Verankerung von Kunst in sozialen und ökologischen Anliegen anstreben. Zusätzlich sind ein Mycelium-Manifest sowie eine thematische Ausgabe einer Kunstzeitung geplant, um die Philosophie einer dezentralisierten, 5 flexiblen Institution zu verbreiten. Ein Stipendienprogramm wird Kunsttheoretiker und Kulturschaffende unterstützen, die an diesen nachhaltigen Themen forschen. Das Projekt versteht sich als Teil einer globalen, „myzelartigen“ Bewegung von Einzelpersonen und kulturellen Organisationen, die Schritte in Richtung eines anderen Kunstsystems unternehmen. 5. SWOT Analyse Die SWOT-Analyse der Temporary Gallery gibt einen umfassenden Überblick über die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken d er Institution. Zu den **Stärken** zählen das international anerkannte Programm, das innovative Projekte wie die Mobile Küche und das Residenzprogramm sowie der gute Ruf, der die Gallery national und international positioniert. Die enge Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnern sowie das diverse Publikum durch umweltbezogene und inklusive Initiativen zeichnen die Galerie weiter aus. Gleichzeitig werden bedeutende **Schwächen** sichtbar, wie das begrenzte Team und unzureichende finanzielle Mitt el, die zu Belastungen in Verwaltung und Projektkontinuität führen. Zu den **Chancen** gehört die zunehmende gesellschaftliche Nachfrage nach nachhaltigen und ökologischen Kulturangeboten, die das Alleinstellungsmerkmal der Galerie stärken könnten. Auch kö nnte eine engere Anbindung an lokale Gemeinschaften und internationale Bildungsprogramme zusätzliche Einnahmequellen erschließen. Jedoch sieht sich die Gallery **Risiken** durch die Abhängigkeit von Fördergeldern und potenziellen Kürzungen im Kulturbereich ausgesetzt. Konservative gesellschaftliche Tendenzen könnten zudem die Relevanz ihrer progressiven Projekte beeinträchtigen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wird empfohlen, stabile Förderstrukturen aufzubauen und das eigene Profil als nachhaltige Institution weiter zu schärfen.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3487/2024
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 02.12.2024
- Erstellt
- 04.11.2024 17:36