3773/2022
Resümee zum Bundesprogramm Kita-Einstieg in Köln
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IV/51/513 Vorlagen-Nummer 15.12.2022 3773/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 17.01.2023 Jugendhilfeausschuss 31.01.2023 Resümee zum Bundesprogramm Kita-Einstieg in Köln Das Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ startete am 1.10.2017 mit dem Ziel, Familien mit ihren Kindern den Einstieg in das System der frühkindlichen Bil- dung, Betreuung und Erziehung zu ermöglichen. In den letzten 5 Jahren wurden über 125 Standorte durch das Bundesprogramm gefördert, um Anregungen, Aktionen und Wege umzu- setzen, die den Zugang zur Kindertagesbetreuung vorbereiten und unterstützen sollten. Diese Angebote haben Einblicke in das System der Kindertagesbetreuung vermittelt, die Familien über die Möglichkeiten der frühen Bildung informiert und bildeten eine Grundlage für verbes- serte Startbedingungen der Kinder. Die Verwaltung informierte dazu in den Mitteilungen 0693/2017, 2684/2017 und 1042/2021. Das Programm wurde seitens des Bundes zum Jah- resende 2022 eingestellt. Die Stadt Köln setzte die Kita-Einstiegs-Angebote in Kooperation mit folgenden freien Trägern um: Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln (Familienzentrum Haus der kleinen Forscher, Graf-Adolf-Straße 24, 51065 Köln-Mülheim) Familienbildung on tour in Mülheim, Katholische Familienbildung Köln e.V., Arnold- von-Siegen-Straße 7, 50678 Köln Kindernöte e.V., Florenzer Straße 20, 50765 Köln Kinderschutzbund Köln, Familienzentrum Kalk im Kalker Netzwerk für Familien, Rolshover Straße 7-9, 51103 Köln; Schwerpunkteinrichtung: Städtisches Familienzent- rum Sieversstraße, Sieversstraße 37-41, 51103 Köln Die besondere Qualität der Kita-Einstiegsangebote in Köln lag in der ganz individuellen An- passung der Angebote auf die Familien vor Ort. Kölner Kinder und Eltern wurden so individuell 2 und durch eine sensitive Zugangsgestaltung an die institutionelle Kindertagesbetreuung her- angeführt. Um für die Familien in den betreffenden Stadteilen eine optimale Teilhabe zu ermöglichen, haben sich im Laufe der Programmlaufzeit Köln-spezifische Zielsetzungen entwickelt: Stabile niedrigschwellige Brücken zur Kindertagesbetreuung über Kita-Einstiegsfachkräfte und deren Angebote im Stadtteil gestalten. Viele Familien individuell zu der frühpädagogischen Angebotslandschaft in ihrem Kölner Veedel informieren und passgenaue Angebote vor Ort entwickeln und empfehlen. Mehrfachbelasteten Familien Informationen zu wohnortnahen Entlastungsangeboten bie- ten. Aufbau von Kooperationen durch Netzwerkarbeit in den betreffenden Veedeln weiterent- wickeln. Workshop zur Sicherung der Programminhalte In der zweiten Förderphase 01.01.21 bis 31.12.22 lag ein Arbeitsschwerpunkt auf der Verste- tigung und Sicherung von Programminhalten. Zu diesem Zweck fand am 30.08.2022 ein Workshop mit den beteiligten Kita-Einstiegs-Fachkräften und der koordinierenden Netzwerk- stelle statt. Die Dokumentation dieses Workshops ist dieser Mitteilung beigefügt. Abschlussveranstaltung für das Bundesprogramm Kita Einstieg in Köln Am 23.11.2022 fand die Abschlussveranstaltung aller beteiligten Träger und des Amtes für Kinder, Jugend und Familie mit Herrn Prof. Dr. Albers (Universität Paderborn) statt. Inhalt des Vortrags von Prof. Dr. Albers waren ein Resümee des Bundesprogramms Kita -Einstieg und mögliche Ausblicke. Zudem haben die kooperierenden Träger und die koordinierende Netzwerkstelle die Projekt- laufzeit Revue passieren lassen und einen Einblick in die inhaltliche Arbeit im Bundespro- gramm Kita-Einstieg gegeben. In den anschließenden Diskussionen und Gesprächen waren sich die Teilnehmenden einig, dass die wohnortnahen und niedrigschwelligen Hilfen, insbesondere für die Vormerkung eines Kitaplatzes, für die Familien in den Standorten von Kita-Einstieg der besondere Gewinn die- ses Programmes war. Gez. Voigtsberger
Anlage - Dokumentation Workshop Kita-Einsteig
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1 Dokumentation des Workshops zur Sicherung der Programminhalte im Bundesprogramm Kita-Einstieg „Brücken bauen in frühe Bildung“ in Köln 1. Rahmen Auf Basis des Workshops am 30.8.2022 und der Beantwortung eines vorabgestellten Fragebogens ist nachfolgende Dokumentation erstellt worden. Die Teilnehmenden setzten sich aus den Fachkräften im Bundesprogramm Kita-Einstieg in Köln und der koordinierenden Netzwerkstelle als auch Trägervertreter*innen zusammen. 2. Grundlegende Informationen Das Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (nachfolgend nur noch kurz „Kita-Einstieg“ genannt) fördert seit 2017 niedrigschwellige Angebote, die darauf abzielen, Kindern und Familien den Zugang zum System der frühkindlichen Bildung zu erleichtern. Die Umsetzung erfolgt in Köln an folgenden Standorten: in Chorweiler durch Kindernöte e.V., in Kalk durch den Kinderschutzbund / das Kinderschutz Zentrum Köln, für Mülheim durch den AWO Kreisverband Köln e.V. und mit einem Mobilen Angebot in Mülheim durch die Katholische Familienbildung. Koordiniert wird die Umsetzung durch das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln. 3. Zielgruppen Zielgruppen der Standorte im Bundesprogramm Kita-Einstieg in Köln sind Familien in vielfältigen Konstellationen - ohne und mit Migrations-oder Fluchthintergrund, die unzureichend oder noch nicht von der institutionalisierten Kindertagesbetreuung profitieren. - z.B. bildungsbenachteiligte Familien, in denen lernunterstützende Strukturen fehlen, die in ökonomischen, sozialen Risikolagen leben. 4. Was sind die zentralen Herausforderungen in der Arbeit mit der Zielgruppe? Die Standorte in den Stadtteilen haben es mit sehr diversen und heterogenen Familien als Zielgruppe zu tun. Für diese Familien bedarfsorientierte, passende Angebote zu konzipieren 2 und erfolgreich durchzuführen, ist einerseits gelungen, stellt die Fachkräfte und Träger andererseits vor hohe Anforderungen. Die Herausforderungen sind im Einzelnen: Um den Zugang der Eltern zu den Angeboten und Informationen zu ermöglichen, braucht es Lotsen, die diese Eltern begleiten und informieren. Der Zugang zu Bildung muss unkompliziert/niedrigschwellig sein und gleichzeitig den spezifischen Anforderungen entsprechen. Die zumeist finanziell mit geringen Ressourcen ausgestatteten Zielgruppen benötigen kostenfreie Angebote. Insgesamt stehen Fachkräfte wie auch die Eltern vor multifaktoriellen Problemen (fehlende Kindertagesbetreuung, fehlendes soziales Netzwerk und fehlende Ressourcen wie Mobilität, Finanzen, Sprache der Zielgruppe). Die oft fehlende Medienkompetenz und die Sprachbarrieren stehen einem leichten Zugang zu Little Bird, den formalen Antragswegen für einen Kitaplatz, entgegen. Barrieren und Anforderungen können nur auf Basis eines Beziehungs- und Vertrauensaufbaus überwunden werden, die dann die Annahme der Angebote ermöglichen. notwenige Kontinuität und praxisnahe Begleitung setzen gesicherte finanzielle Ressourcen voraus 5. Was sind die Bedarfe der Eltern? Die Bedarfe der Eltern sind vielfältig und gehen über die eigentlichen Informationen und Unterstützung beim Zugang zu einem Kita-Platz weit hinaus. Dies betrifft Familien mit und ohne Migrationshintergrund, also auch Familien, die schon länger in Köln leben. Die Bedarfe wurden deutlich durch die kontinuierliche Teilnahme an Netzwerktreffen und den Beziehungsaufbau zu Familien im Sozialraum, durch Gesprächsangebote und Unterstützungsangebote in einer vertrauensvollen/wertschätzenden Atmosphäre in den Kita- Einstiegangeboten. Im Einzelnen sind folgende Bedarfe zu nennen: Information bezüglich der Notwendigkeit der frühzeitigen onlinebasierten Kitaanmeldung Begleitung der Familien bei der Kita-Anmeldung und Kita-Suche Informationen zum Anmeldeverfahren und zum Bildungssystem Hilfe/Unterstützung/Orientierung/Informationen rund um Kind und Familie (z.B. Unterstützung bei Erziehungsfragen) 3 ernst genommen werden mit den ganz individuellen Fragen, Sorgen und Hilfebedarfen in Institutionen Beratung in vielfältigen Bereichen, z.B. bei Fragen rund um die Wohnungssuche Ergänzende Beratung zu Alltagshilfen für Familien 6. Kita-Einstieg in Köln Abbildung 1: Blau: Angebote Kita -Einstieg in Köln. Grün: Qualität der Fachkräfte und Träger Kita-Einstieg in Köln Beratung und Information Strukturqualität Kompetenzprofil Angebote für den Sozialraum Konzeptqualität Prozessqualität Spiel und Bildung in Gruppen 4 Zu Beratung und Information: Offene Sprechstunden, Elterncafés, Einzel- und Gruppenberatung, Elternabende, Gesprächskreise, Tage der offenen Tür in Kitas und Familienzentren, Infomaterial wie z.B. Flyer, KIWI-Informationen, Broschüren. Angebote für den Sozialraum: Aufsuchende Arbeit auf Spielplätzen, offene Sprechstunden an verschiedenen Orten im Bezirk (Standort mit hohem Bedarf), mobiles Angebot per Bus (ist mit Spielmaterial ausgerüstet), Eltern- und Familienbegleitung, Begleitung zur Kita und bei Behördengängen, Spielplatztreff, Kontakte zu Integrations- und Kulturlotsen, Fachpersonal und ehrenamtlichen Mitstreiter*innen, regelmäßige Besuche zu Kooperationspartnern (z.B. Integrationshaus), Sozialraum Erkundung, Besuch der Stadtteilbibliothek mit Familien, Vermittlung von Sprachkursen und Integrationskursen Spiel und Bildung in Gruppen: Info-Veranstaltungen in Anker-Kitas zu Themen rund um den Kita-Alltag, Angebote zu verschiedenen Themengebieten, z.B.: „Naturerfahrungen in der Stadt“, Besuche wichtiger Institutionen im Stadtviertel, Besuche mit „Büchervehikel“ in Wohnunterkunft für geflüchtete Familien und auf Spielplätzen, spezielles Fachangebot zum Thema „Sinneserfahrungen für Kinder“ im Rahmen des Elterncafés, Kreativangebote für Mütter, Familienwochenendfahrten, Bewegungsangebot, u.v.m. 7. Kompetenzprofil Die Aufgaben im Bundesprogramm erfordern von den Fachkräften spezielles Wissen und Kompetenzen: Kenntnisse zu Erziehungsfragen und rund um den Kontext Kita-Einstieg aufsuchende Arbeit in der Lebenswelt der Eltern Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung Kenntnisse rund um das Anmeldeverfahren für Kitaplätze (Little Bird) Transparenz schaffen können rund um die Kita-Platzvergabe Gesprächsbedarfe rund um Familie, Kindesentwicklung, Partnerschaft, finanzielle Angelegenheiten, Sozialberatung rund um Lebensfragen bedienen. 5 8. Qualitätskonzept Einstieg Kita Qualitätssicherung- Koordination Datenerhebung und Dokumentation z.B. durch Zusammen- arbeit mit Hoch- schule/FH Evaluation Projektbegleitung Fachliche Unterstützung Fortbildungen Prozessqualität niedrigschwellige Arbeitsweise der Fachkräfte Haltung: Transparenz Respekt, Achtung, Wertschätzung, Anspruch an die Arbeit, Frustrationstoleranz der Fachkräfte verlässlich, regelmäßig mit Ressourcen ausgestattet (Fachlichkeit der Ansprechpersonen, dauerfinanziert) feste Ansprechpartner*in für Familien Strukturqualität- Professionalisierungsgrad der Akteure & Fachkräfte, formelle und informelle Orte, Angebote; Wohnortnähe für die Familien; barrierefreie, gut auffindbare Räume, Bedarfe, Aufträge und Ziele 6 8.1. Details zur Strukturqualität Orte Formelle Orte, z.B.: Jugendtreffs Familienbüro KIWI Stadtteileltern Kitas + Familienzentren Beratungsstellen ….. Informelle Orte, z.B.: Spielplätze Märkte Parks Plätze Treffpunkte im Sozialraum ….. Angebote: Informationen Netzwerkarbeit Arbeitskreise Informationsmaterial, wie z.B. Flyer + Stadtpläne Koordination Zusammenarbeit im Sozialraum u.v.m. Kompetenzprofil fachliches Wissen über Vielfalt der Kulturen, frühkindliche Bildung und Erziehungsthemen (Fachkompetenz) Wissen über das Kitasystem + Aufnahmeverfahren Vernetzungswissen, Handlungskompetenz ….. 7 8.2. Netzwerkqualität bedarf der Zusammenarbeit, Steuerung und Koordination Bedarfe / Auftrag/ Zielsetzung Akteure Formelle Ansprechpersonen Familienbüro Jugendamt Frühe Hilfen KIWI Kitas + Familienzentren ….. Informelle Ansprechpersonen: Kümmerer Ehrenamtliche Nachbarn Ehemalige TN Multiplikator*innen …… Ansprechpersonen Koordination Koordination Kita-Einstieg konzeptbasiert vielfältige Kooperationen lösungsorientiert in Konflikten Regelaustausch + verbindliche Absprachen Informationsbündelung Informationen aus und über Arbeitskreise 8 Kernbotschaften der Träger zur Nachhaltigkeit Die Zielgruppen-Familien können besonders gut erreicht werden, wenn niedrigschwellige und aufsuchende Arbeit direkt im Sozialraum/in Wohnortnähe stattfindet. Die Familien fühlen sich durch die aufsuchende Arbeit und die persönliche Ansprache in ihrem Sozialraum gesehen und können besser erreicht und überzeugt werden. Wohnortnähe und mobile Angebote bauen Zugangshürden ab. Zur gelingenden Kommunikation zwischen Familien, Fachkräften und Institutionen eignen sich besondere Materialien, Websites und Apps in leichter Sprache und mit mehrsprachig aufbereiteten Informationen sowie bildgestützte Kommunikation zum System der Kindertagesbetreuung. Die Berücksichtigung der vielfältigen Familienkulturen und deren Ressourcen und Bedürfnisse ist notwendig, um Hürden in der Teilhabe und Partizipation abzubauen. Das Vertrauen in das System frühkindliche Bildung wird schrittweise über Beziehungen zu verlässlichen und konstanten Ansprechpersonen hergestellt. Die Vernetzung der verschiedenen Akteur*innen im Sozialraum ermöglicht Bildungslandschaften, die über vielfältige Angebote und Unterstützungsstrukturen die Bildungschancen aller Kinder erhöhen und verbessern. Die Aufnahmeverfahren in die Kindertagesbetreuung müssen barrierearm gestaltet werden, um das Recht auf Bildung, Partizipation und Teilhabe zu sichern. Eine kulturelle, sprachliche und professionelle Vielfalt in den Teams fördert die Identifikation vielfältiger Familien mit den frühpädagogischen Einrichtungen und erleichtert so den Zugang zu diesen. Personen mit in anderen Ländern erworbenen pädagogischen Abschlüssen gilt es, den Zugang zu erleichtern. Pädagogische Fachkräfte sollten durch Fort- und Weiterbildungsangebote ihre Handlungskompetenzen für diesen Bereich der sogenannten Kita- Sozialarbeit ständig professionalisieren. 9 9. Ideenpool für weitere Angebote Im Laufe des Bundesprogramms Kita-Einstieg haben die beteiligten Träger in Köln zahlreiche Praxiserfahrungen und Erkenntnisse gesammelt, die anhand der aufgeführten Kernbotschaften (siehe vorherigen Punkt 8) dargestellt worden sind. Zum Ende der Projektlaufzeit ist im Hinblick auf eine damals im Raum stehende Weiterführung des Bundesprogrammes ein Ideenpool für denkbare Angebote entstanden, welcher der Vollständigkeit halber aufgeführt wird: Lotsen im Quartier – Orientierung zu den verschiedenartigen Beratungs- und Unterstützungsangeboten im Kölner Unterstützungs-Netzwerk (Kommunal, Träger, Verbände, Nachbarschaft, Gemeinden, Stadtteile) Aktivcenter für Erziehende – Unterstützung bei Bewerbungsaktivitäten, täglich 3 Std. Nah am Menschen – die Knotenpunkte/kleiner Bürgerladen im Quartier für ratsuchende Bürger (ähnlich einem Stadtteilbüro) Aufsuchende Stabilisierungsberatung bei Arbeitsaufnahme Sprachkurse für Erziehende
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3773/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 15.12.2022
- Erstellt
- 09.11.2022 09:59