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V/0180/2018

Finanzierung der Skulptur "Münsters Geschichte von unten" (Paul Wulf)

Vorlagen 08.03.2018

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Anlage 1_Paul Wulf und die späte Resonanz eines Aussenseiters_ Christoph Spieker

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Anlage 1_Paul Wulf und die späte Resonanz eines Aussenseiters_ Christoph Spieker

49593 Zeichen

189 
Anlage 1 
zur Vorlage V/0180/2018 
 
 
 
Christoph Spieker 
 
PAUL WULF UND DIE SPÄTE RESONANZ EINES AUSSENSEITERS1 
 
 
„Auffällig war die ausgemergelte Gestalt dieses vorzeitig gealterten Mannes mit dem 
langsam schlurfenden Gang, der sich bedächtig mit etwas linkischen und etwas ecki- 
gen Bewegungen im Straßenverkehr zu orientieren suchte und fast immer mühsam 
eine verschlissene, schon leicht aus dem Leim gehende, oft mit Papieren vollgestopf- 
te Aktentasche mit sich herumschleppte.“2 
 
So erinnerte der Dortmunder Rotpunktaktivist Klaus Dillmann3 seinen am 3. Juli 1999 
verstorbenen Freund Paul Wulf in einem Nachruf. Heute ist der Mann mit Hut und 
Aktentasche ein in Münster bekanntes Symbol für die „Geschichte von unten“. Wie 
Tausende andere, die durch den Nationalsozialismus verfolgt worden sind, würde auch 
an ihn keine öffentliche Erinnerung existieren, wäre er nicht seit den 1980er Jahren zu 
einer Symbolfigur der Sozialen Bewegungen geworden. Wie war dieser Aufstieg in das 
soziale Interesse einer Stadtgesellschaft möglich? 
Im Folgenden wird zunächst der biografische Werdegang von Paul Wulf skizziert. 
Seine Bemühungen um Anerkennung und insbesondere um eine historische Aufklä- 
rung sollen daran anschließend ebenso deutlich werden wie der Grad seiner Resonanz 
in der Erinnerungsarena Westfalens. 
 
 
 
 
 
 
 
1 Der Aufsatz ist Volker Pade (9.3.1958-24.4.2016) gewidmet, der im Geschichtsort Villa ten 
Hompel für die Sicherung und Erschließung des Nachlasses von Paul Wulf zuständig war. 
2 Klaus Dillmann, AntifaZ, Nr. 79, September/Oktober 1999, S. 4-7 und 9-10. 
3 Zur „Rote-Punkt-Aktion“ siehe Anna Christina Berlitt, Notstandskampagne und Roter Punkt. 
Die Studentenbewegung in Hannover 1967-1969, Bielefeld 2007. Mit sogenannten „Rote- 
Punkt-Aktionen“ versuchten Studenten gegen die Fahrpreiserhöhung der Straßenbahn im 
Sommer 1969 zu protestieren. Film- und Bildstelle der Polizei des Landes NW: Roter Punkt 
Düsseldorf, Geschichtsort Villa ten Hompel (künftig zit.: GO VtH), Film 001 − Filme aus der 
Lehrmittelsammlung der Polizeischule Carl Severing: Dokumentation über den Polizeiein- 
satz bei einer Demonstration von Gegnern der Fahrpreiserhöhungen vor dem Düsseldorfer 
Landtag und in der Düsseldorfer Innenstadt. Die polizeiliche Einsatztaktik wird geschildert. 
Zur Person Klaus Dillmann und seiner Verurteilung als „Rädelsführer“ siehe Roter Morgen. 
Zeitung der KPD/ML, Nr.4 ,3.2.1973, S. 7.

2 
Christoph Spieker    
 
 
 
 
Person 
 
Paul Wulf wurde am 2. Mai 1921 in eine Essener Bergarbeiterfamilie geboren. Zeit sei- 
nes Lebens war er ein Mensch mit Einschränkungen. So kam bereits der vierjährige 
Paul in die Kinderklinik Kettwig.4 Die Familie zog nach Münster in die Heimatstadt 
von Vater Fritz, wo sie unter sehr beengten Bedingungen mit vier Kindern in zwei 
Zimmern leben musste.5 Sei es in Folge der medizinischen Indikation oder aber aus so- 
zialen Gründen, am 14. September 1928 verbrachte man den siebenjährigen Paul − auf 
Vorschlag des „Landeshauptmannes“ oder eines „Professor Többen“6 − in die „private 
Hilfsschule“ Sankt Vincentheim nach Cloppenburg.7 Seine Eltern hatten, wie viele an- 
dere in dieser Zeit,8 den Fürsorgeverband in Münster in Anspruch genommen. Mit elf 
Jahren wurde Paul zusammen mit seiner jüngeren Schwester Christine9 am 1. August 
1932, angeblich aus Kostengründen,10 in ein „Heim nach Westfalen“, eine „Anstalt für 
Geisteskranke“, verlegt, das St. Johannes Stift in Niedermarsberg.11 
In diesen Anstalten der kirchlichen und der staatlichen Träger gerieten die Kinder 
mit der Ermächtigung des Nationalsozialismus in den Fokus der „Rassenhygiene“, dem 
„ureigensten Bereich“ der Sozial- und Bevölkerungspolitik des „Dritten Reiches“.12 Als 
Ersten traf diese Entwicklung Pauls Vater. Der Schmied Fritz Wulf litt an „Epilepsie“.13 
Trotz seiner Beteuerung, die Beschwerden seien eine Folge seiner Kriegsverletzung, 
die er sich bei einem Gasangriff zugezogen habe, stellte das Erbgesundheitsgericht in 
Münster für ihn die Diagnose „erbliche Fallsucht“.14 Der Hinweis auf die Unterbrin- 
4 GO VtH, Depositum Paul Wulf, (künftig zit.: Dep 001), Dokumentenmappe (künftig zit.: 
Dok) 05, Sachverständigengutachten Dr. med. Brinker, Facharzt für Innere Krankheiten, 
2.8.1975. Brinker zitiert wohl Paul Wulf selbst mit dem Terminus „Wasserentnahme aus dem 
Kopf“. 
5 Vgl. Biographische Notizen von Paul Wulf, in: Karl Heinz Roth, Erfassung zur Vernichtung. 
Von der Sozialhygiene zum „Gesetz über Sterbehilfe“, Berlin 1984, S. 7-9. 
6 Hier könnte es sich um Heinrich Többen (1880-1951) handeln, einem Rechtsmediziner und fo- 
rensischen Psychiater siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_T%C3%B6bben#cite_ 
note-Herber240-3 (Aufruf 2.2.2017). 
7 GO VtH, Dep 001, Briefe (künftig zit.: Bri) 01,32, Auskunft der „privaten Hilfsschule“ St. 
Vinzenzhaus an Rechtsanwalt Reismann, Cloppenburg 16.11.1949. 
8 Uwe Kaminsky, Heimerziehung als Exklusions-/Inklusionsprozess (1878-1975), in: Westfäli- 
sche Forschungen 65 (2015), S. 172. 
9 GO VtH, Dep 001, Dok 01. 
10 GO VtH, Dep 001, Bri 01,9, Gutachten Klaus Dörner, Westfälische Klinik für Psychiatrie, 
Psychosomatik und Neurologie Gütersloh, 24.7.1989. 
11 Freundeskreis Paul Wulf (Hg.), Lebensunwert? Paul Wulf und Paul Brune, NS Psychiatrie, 
Zwangsstabilisierung und Widerstand, Münster 2007, S. 12. 
12 Vgl. Ulrich Herbert, Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014, S. 413. 
13 Vgl. zu diesem Vorgang einzelne Fragmente in GO VtH, Dep 001, Dok 01,8-10. 
14 Eine Diagnose, die in Folge des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 
5.12.1933“ eine Sterilisierung „notwendig“ machte.

Paul Wulf und die späte Resonanz eines Außenseiters 
191 
 
 
 
 
gung seiner Kinder in Niedermarsberg wurde von ärztlicher Seite genutzt, die Be- 
schwerde des Schmieds gegen die angeordnete Unfruchtbarmachung abzulehnen.15 
„Das Erbgesundheitsgericht hat die Unfruchtbarmachung endgültig beschlossen, der 
Eingriff hat binnen 2 Wochen zu erfolgen, die hierfür in Betracht kommende Anstalt 
ist das städtische Hüfferstift in Münster“, teilte der Kreisarzt Pauls Vater mit. So kamen 
nach und nach Vater16 und zwei Kinder der Familie Wulf unter die Räder der national- 
sozialistischen Gesundheitspolitik. 
Später glaubt Paul Wulf, bereits 1936 von ersten Euthanasiemaßnahmen gehört zu 
haben. Auf der Schuljungen-Station in Niedermarsberg seien „Anstaltsinsassen durch 
Spritzen umgebracht“ worden.17 „Einmal, das war 1936, lagen am nächsten Morgen 
sechs Kinder tot im Bett“, berichtet Paul Wulf später.18 Der verantwortliche Anstalts- 
direktor Dr. Walter Kaldewey19 hätte von den Kindern den Spitznamen „Menschen- 
metzger“ erhalten.20 Paul und Christine seien auch durch einen Dr. Groß begutach- 
tet worden, der die „Rassenlehre als oberstes Gesetz der Blüte der Deutschen Nation 
bezeichnete“.21 Initiativen aus dem Kreis der Ärzteschaft erhofften von Hitler seit 1935 
eine „Entscheidung zur Vernichtung des lebensunwerten Lebens“.22 
Im November 1937 stellten Pauls Eltern einen Antrag auf seine Entlassung.23 Voraus- 
setzung dafür sei, so sei ihnen nach Paul Wulfs späterer Aussage damals nahegelegt 
worden, ein Erbgesundheitsverfahren. Die Eltern stimmten dem Verfahren zu, weil 
sie „von Seiten des Ordenspersonals“ vor „Experimenten“ in der Einrichtung gewarnt 
worden seien.24 
Das für das Heim zuständige Erbgesundheitsgericht in Arnsberg deklarierte den 
damals 17-jährigen als „schwachsinnig“.25 Bereits zwei Monate später wurde der nicht 
 
 
15 GO VtH, Dep 001, Dok 01,9. „Wulf gibt an die Epilepsie im Kriege erworben zu haben zwei 
Kinder von ihm befinden sich aber in Niedermarsberg“. 
16 GO VtH, Dep 001, Dok 01,10, Vermerk Dr. Fenner: „am 20.01.1935 unfruchtbar gemacht“. 
17 Freundeskreis Paul Wulf (Hg.), Lebensunwert?, S. 9. 
18 Anke Bruns im Gespräch mit Paul Wulf, in: Stadtblatt, Nr. 11/1991, S. 12-13. 
19 Karl Teppe, Massenmord auf dem Dienstweg. Hitlers „Euthanasie“-Erlass und seine Durch- 
führung in den Westfälischen Provinzialheilanstalten, Münster Oktober 1989, S. 14, sieht in 
Kaldewey „einen neuen Arzttypus, der geradezu besessen daran arbeite, ärztliches Wirken 
und nationalsozialistische Gesinnung in Übereinstimmung zu bringen“. 
20 Freundeskreis Paul Wulf (Hg.), Lebensunwert?, S. 9. 
21 Biographische Notizen von Paul Wulf, S. 5. 
22 Herbert, Geschichte Deutschlands, S. 413. 
23 Freundeskreis Paul Wulf (Hg.), Lebensunwert?, S. 14. 
24 GO VtH, Dep 001, Bri 02, Paul Wulf an die Oberfinanzdirektion Münster 26.8.1958. 
25 Staatliches Gesundheitsamt Brilon an die Provinzialheilanstalt Niedermarsberg, 2.3.1938: 
„Der berufslose Paul Wulf … ist aufgrund des Beschlusses des Erbgesundheitsgerichts Arns- 
berg vom 5.1.1938 … wegen angeborenen Schwachsinns unfruchtbar zu machen“; GO VtH, 
Dep 001, Dok 03.

Christoph Spieker    
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volljährige Paul im Landeskrankenhaus Paderborn zwangssterilisiert.26 Damit gehört 
er zu den mehr als 6 Prozent der minderjährigen Heiminsassen, die diese Verletzung 
ihrer Persönlichkeit und Würde im Rheinland und in Westfalen erleiden mussten.27 
Wenige Tage nach dem operativen Eingriff28 wurde Paul am 2. April 1938 tatsächlich 
aus dem Stift in Niedermaßberg entlassen,29 während seine zwei Jahre jüngere Schwes- 
ter Christine noch dort verblieb. 
Die Warnung der Ordensleute könnte auch für Christine gegolten haben.30 Denn 
ihre Mutter drängte Ende 1941, nur wenige Monate nach den Predigten mit denen Bi- 
schof von Galen in Münster vor der Tötung „unproduktiver Menschen“ gewarnt hatte, 
darauf, auch sie aus dem Heim zurückzuholen.31 Dies war 1934 noch abgelehnt worden, 
setzte aber auch 1941 die Sterilisation voraus. Christine drohte eine realistische Gefahr, 
war doch mit Kriegsbeginn die „Euthanasie“ von bis dahin bestehenden „Rücksichten 
und Widerständen“ gelöst worden.32 Die Verhandlung vor dem Erbgesundheitsgericht 
lässt aus heutiger Perspektive durch die Banalität ihrer Argumentation erschrecken. 
Christine hätte als Dreijährige Krämpfe während des Zahnens gehabt, hieß es da, sie 
sei schwer zu erziehen, oft unruhig und unbeständig und zurückgeblieben.33 „Sie stand 
1932 als neunjährige auf der Intelligenzstufe eines fünfjährigen Kindes. In Marsberg 
besuchte sie die Anstaltsschule, zeigte dort Interesse und kam gut voran. Auch Hausar- 
beiten konnte sie gut verrichten, hatte aber nur wenig Ausdauer und musste viel ange- 
trieben und ermahnt werden. Sie war sehr zappelig und vergesslich.“34 Das Erbgesund- 
heitsgericht konstatierte zwar, sie würde über einiges angelernte „Wissen“ verfügen, bei 
26 Freundeskreis Paul Wulf (Hg.), Lebensunwert?, S. 18. Paul Wulf erinnerte später, dies sei am 
Tag des Anschlusses von Österreich geschehen, also am 18. März 1938. 
27 Kaminsky, Heimerziehung als Exklusions-/Inklusionsprozess, S. 179. 
28 „Unterbrechung der Samenstränge in der Leistengegend“; GO VtH, Dep 001,Dok 01,4, hand- 
schriftlicher Vermerk von unbekannter Hand [Rechtsanwalt von Paul Wulf?], 12.12.1958. 
29 GO VtH, Dep 001, Bri 01,31, St. Johannes-Stift Marsberg 17.10.1991, Bescheinigung zur Vor- 
lage bei der Finanzdirektion Münster: Paul Wulf sei „Patient in unserer Klinik“ bis zum 
2.4.1938 gewesen. 
30 Robert Krieg, Wiedergutmachung eines Zwangssterilisierten im Nachkriegsdeutschland, in: 
ders., Paul Wulf ein Antifaschist und Freidenker, Selbstverlag 1999, S. 7: Anlässlich der Film- 
arbeiten erinnerte sich die Mutter: „Dann haben wir einen Bescheid gekriegt, daß wir zu den 
Herren Ärzten kommen sollten ... Darum, – lieber das ... als in die Gaskammer, habe ich 
gesagt. Das hab’ ich gesagt. Mehr konnte ich auch nicht sagen.“ Der Terminus „Gaskammer“ 
spricht für den Bezug zu Christine. 
31 GO VtH, Dep 001, Dok 02, Erbgesundheitsgericht Arnsberg an den Leiter des Gesundheits- 
amtes in Brilon, 6.2.1942. Der Antrag zur „Unfruchtbarmachung“ von Christine Wulf wurde 
vom Amtsarzt am 7.11.1941 gestellt. 
32 Herbert, Geschichte Deutschlands, S. 413. Zu den erschreckenden regionalen Formen siehe 
Franz-Werner Kersting, Psychiatrie in Westfalen zwischen NS-„Euthanasie“ und Reform, in: 
Freundeskreis Paul Wulf (Hg.), Lebensunwert?, S. 39ff. 
33 GO VtH, Dep 001, Dok 02, Erbgesundheitsgericht Arnsberg Sitzung vom 20. 12.1941. 
34 Ebd.

Paul Wulf und die späte Resonanz eines Außenseiters 
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Abb. 1: Familie Wulf, ca. 1940, mit Paul rechts stehend hinter seinem Vater, aber ohne Schwester Christine 
(Foto: Geschichtsort Villa ten Hompel, Dep 001, Foto 01) 
 
„Ansprüchen an das Denkvermögen aber versagen“, und kam abschließend zu dem 
Urteil, an der gestellten Diagnose „angeborener Schwachsinn“ könne deshalb bei der 
geschilderten einschlägigen Sippenbelastung kein Zweifel bestehen. Wie aber konn- 
te Christine bei der angeblich „angeborenen“ Schwäche ihr Wissen erwerben? Wurde 
dem Vater zuvor die Schwäche der Kinder vorgehalten, wurden nun Vater Fritz und 
Bruder Paul wiederum als Beleg für eine vermeintliche „Sippenbelastung“ der Tochter 
und Schwester herangezogen. Aus diesem circulus vitiosus gab es kein Entrinnen. Das 
Stigma „fortpflanzungsunwürdig“ verdeutlichte Paul dabei den Charakter des National- 
sozialismus. So berichtete er später seinem Freund Robert Krieg, dass es ihm danach 
wie die „Schuppen von den Augen“ gefallen sei, weil er nicht allein gemeint war: „Ich 
habe dann ‚Mein Kampf‘ gelesen. Da steht ganz deutlich, die Spreu vom Weizen tren- 
nen. Da habe ich gewusst, dass ich und meine Familie bei den Nazis als Spreu gelten.“35 
 
 
 
35 Zit. nach Robert Krieg, Der Rote von der Münzstraße, in: Freundeskreis Paul Wulf (Hg.), 
Lebensunwert?, S. 118.

Christoph Spieker    
194 
 
 
 
 
Nach Münster zurückgekehrt, arbeitete Paul Wulf von 1938 bis 1939 in der Werkstatt 
„Westfalenfleiß“ in einer Holzfabrik und ab 1940 für kurze Zeit auch beim Heeres- 
zeugamt.36 Von hier aus wechselte er 1941 bis zum Kriegsende als Zivilist zu dem Bo- 
denpersonal auf den Fliegerhorst Loddenheide bei Münster. Dort lernte er einige Leute 
kennen, die dem Nationalsozialismus „kritisch gegenüber standen“.37 Sie tauschten 
unter Gleichgesinnten Informationen aus. Paul selbst hörte den englischen Rundfunk 
ab und gab Frontnachrichten − z.B. über die Niederlage Italiens − weiter. Deswegen 
musste er sich, so schildert er es später selbst, angeblich auch einmal der Rüge  des 
Fliegerhorst-Leiters stellen.38 Unentdeckt blieb sein Kontakt zu einem Niederländer aus 
Enschede, den er regelmäßig über die täglichen Einsätze der Jägerstaffel informierte, 
die er schlicht dem schwarzen Brett auf dem Fliegerhorst entnahm, wissend, dass diese 
Informationen in die Niederlande weitergegeben wurden. 
 
 
Aktionen 
 
Nachdem Paul Wulf über Jahrzehnte nur das Objekt von Fürsorgeerziehung und natio- 
nalsozialistischer Rassephantasien gewesen war, versuchte er nach 1945 in einem Wie- 
deraufnahmeverfahren die vermeintliche Diagnose „angeborener Schwachsinn“ aus 
seinen Akten tilgen zu lassen. Er musste einen Intelligenztest absolvieren und sich ei- 
ner Befragung stellen.39 Unter dem Geschäftszeichen 12 VIII 86/49 gelang es ihm, mit 
dem Entscheid des Amtsgerichtes Hagen vom 6. Februar 1950 die Diagnose aus dem 
Jahr 1938 zu revidieren. „Der Antragsteller war in der Lage, flüssig zu lesen, errechnete 
die ihm gestellten Rechenaufgaben richtig aus, und er zeigte sich auch sonst allgemein 
gut orientiert … Der Antragsteller hat sich offenbar spät entwickelt und die Entwicklung 
ist für ihn so günstig verlaufen, dass die Diagnose ‚angeborener Schwachsinn‘ nicht 
mehr aufrechterhalten werden kann“, befand das Urteil. Eine Entschädigungszahlung 
wurde dagegen vorläufig abgelehnt und auch im Wiedergutmachungsverfahren sollte 
Paul Wulf noch lange auf Gerechtigkeit warten.40 
 
36 GO VtH, Dep 001, Dok 05,04, Sachverständigengutachten Dr. med. Brinker Facharzt für 
Innere Krankheiten, 2.8.1975. 
37 „1941 arbeitete ich auf dem Fliegerhorst Loddenheide bei Münster und traf dort auf Wider- 
standskämpfer, die es ernst meinten und eine Gruppe aufzogen, wie Franz Wildemann, Jupp 
Höhner und viele andere“. Vgl. Biographische Notizen von Paul Wulf, in: Freundeskreis Paul 
Wulf (Hg.), Lebensunwert?, S. 14. 
38 „An dem Tag, an dem Italien kapitulierte, war es unsere Aufgabe, dieses kundzutun, was den 
damaligen Fliegerhorstleiter veranlaßte, mich in sein Büro zu zitieren: was ich für Gerüchte 
in die Welt setzen würde. Aber es verlief im Sande“. Ebd. 
39 GO VtH, Dep 001, Dok 04,2. 
40 Bezirksregierung Düsseldorf, Wiedergutmachungsvorgang 2362, BZK 445870, Paul Wulf.

Paul Wulf und die späte Resonanz eines Außenseiters 
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In den folgenden diversen Verfahren stieß er auf prinzipiellen und persönlichen Wi- 
derstand der Gutachter und Instanzen: „Solange ich lebe, werden sie keine Entschädi- 
gung bekommen!“ habe der frühere Leiter der vertrauensärztlichen Stelle der Landes- 
versicherungsanstalt, Dr. Martini, ihm gegenüber geäußert.41 Diese Meinung war keine 
Ausnahme. Das gesellschaftliche Umfeld der jungen Bundesrepublik akzeptierte nicht 
nur die früheren NS-Maßnahmen, mehr noch lebten in Münster auch NS-Täter wie der 
Psychologe Rudolf Absagen, der im Jugend-KZ in Moringen aktiv gewesen war und auf 
den Paul Wulf auf dem Arbeitsamt hätte treffen können.42 Kollegen und Assistenten 
des Rassetheoretikers Professor Otmar Freiherr von Verschuer,43 dem Doktorvater des 
grausamen Auschwitzarztes Josef Mengele, lebten hier ebenso wie der Humangene- 
tiker Gerhard Koch44 oder der Ordinarius in der Nervenklinik Friedrich Mauz,45 die 
in der westfälischen Metropole zum akzeptierten Milieu der bürgerlichen Gesellschaft 
gehörten. Dies hielt Paul Wulf aber nicht davon ab, den Weg der Instanzen trotz vieler 
Rückschläge weiter zu gehen.46 Dazu suchte er sich Rechtsanwälte und Unterstützer, 
um seine Sicht auf die Vergangenheit gerichtsfest werden zu lassen. 
Seine beruflichen Beschäftigungsverhältnisse waren während dieser Zeit zumeist 
nur kurzzeitige oder saisonbedingte Hilfstätigkeiten in der Bauwirtschaft, als Lagerist 
und als Gärtner an den Kliniken in Münster47, die ihn aber oft körperlich überforder- 
ten.48  Seine Versuche, in Traunstein/Bayern bessere Arbeitsbedingungen anzutreffen, 
 
 
Vgl. dazu Julia Volmer-Naumann, Bürokratische Bewältigung. Entschädigung für nationalso- 
zialistisch Verfolgte im Regierungsbezirk Münster, Essen 2012, S. 361. 
41 Biographische Notizen von Paul Wulf, S. 7-9. 
42 Ernst Klee, Die Täter im weißen Kittel, in: Mitschrift eines Vortrags vom 5.11.1999, Gedächt- 
nisveranstaltung für Paul Wulf in der ESG Aula Münster, GO VtH, Dep 001, Audio 01 − 
Sammlung Paul Wulf (Audio). 
43 Ebd. 
44 „Gerhard Koch: er war Humangenetiker und Verfasser mehrerer Bücher und Dokumentati- 
onen … Er hatte 1939 für die Deutsche Forschungsgemeinschaft einen Personalbogen aus- 
gefüllt. In die Spalte für das Berufsziel trug er Rassenhygiene ein. Diese Forschungsgemein- 
schaft hatte im Dritten Reich nahezu alle Medizinverbrechen finanziert. Gerhard Koch ist 
an der Universitäts-Nervenklinik Münster in der Erbpathologie tätig gewesen. Er war Grün- 
dungsmitglied der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Mukoviszidose“. Ebd. 
45 „Friedrich Mauz: auch er war an der Grenzland-Universität in Königsberg. Er wurde von den 
Verantwortlichen der Euthanasie-Zentrale belastet, auch Leiter einer Kinderabteilung gewe- 
sen zu sein. Sicher ist, dass er Gutachter bei der Euthanasie war, d.h. dass es seine Aufgabe 
war, Menschen für die Gaskammer zu selektieren. Ebenfalls war er Militärpsychiater. 1953 ist 
er ist in Münster Ordinarius und Direktor der Nervenklinik geworden“. Ebd. 
46 GO VtH, Dep 001, Dok 04,1. 
47 GO VtH, Dep 001, Dok 06, Arbeitsnachweise, Lohnsteuerkarten, „Stempelkarten“, Bewilli- 
gungsbescheide des Arbeitsamtes, Rentenbescheinigung. 
48 GO VtH, Dep 001, Dok 05, Öffentliche Sitzung des Sozialgerichts Münster am 20.6.1979, 8. 
Kammer, AZ S8J 41/74.

Christoph Spieker    
196 
 
 
 
 
scheiterten.49 Eine Erwerbsunfähigkeitsrente sollte aber trotz häufiger Krankheiten 
noch lange auf sich warten lassen.50 Noch am 23. Januar 1969 lehnte das Sozialgericht 
Münster die Klage Paul Wulfs auf Gewährung einer Frührente ab: „Hilfsarbeiten im 
Sitzen oder im Wechsel zwischen sitzen, gehen und stehen, etwa 6 Stunden am Tage 
mit den tarifüblichen Unterbrechungen“, könne Paul Wulf durchaus ausführen.51 Erst 
sechs Jahre später gab das Sozialgericht Münster dann endlich einem erneuten Antrag 
statt und ließ ein weiteres Gutachten erstellen, das nun die psychische Komponente 
der Zwangssterilisation berücksichtigte. Auch trug der Gutachter Dr. Nedelmann aus 
Tübingen dem Rechnung, was der Patient über Jahre erfahren hatte: „Er fühlt sich nicht 
nur vom Unglück, sondern auch vom Unrecht verfolgt“, zitierte das Sozialgericht aus 
dem Gutachten52 und verurteilte mit dem 20. Juni 1979 die Landesversicherungsanstalt 
Westfalen zur Zahlung einer Rente rückwirkend ab dem 1. September 1973. Zwei Jahre 
später – nach dreißig Jahren rechtlicher Bemühungen – wurde aus dem Härtefond der 
Bundesregierung eine einmalige Entschädigung in Höhe von 5.000 DM als Abfindung 
für die „erlittenen Nachteile durch die Zwangssterilisation“ geleistet, allerdings „ohne 
Anerkennung einer Rechtspflicht.“53 
Als Teil seiner juristischen Auseinandersetzungen mit Behörden und Gerichten be- 
gann Paul Wulf nun, Dokumente aus der NS-Zeit und Belege für seine Verfolgung zu 
sammeln und sich für die Geschichte des Nationalsozialismus zu interessieren. Seit 1954 
sei er in das Institut für Publizistik in Münster gegangen, um historische Zeitungen aus- 
zuwerten.54 Ein Leserausweis der Stadtbücherei Münster dokumentiert Buchentleihen55 
von Titeln wie „Die SS“56 und „Hitler“.57 Und Paul Wulf entdeckte die Welt der Archive, 
in denen er über Jahrzehnte − ein nicht immer ernstgenommener − Stammgast blieb.58 
 
49 Ebd., Arbeitsamt Traunstein 12.5.1967: Leistungsempfänger scheidet ab 6.6.1967 aus Leis- 
tungsbezug aus, geht zurück nach Münster. 
50 Vgl. die detaillierte Analyse von Robert Krieg, Eine nicht vorhersehbare günstige Spätent- 
wicklung, in: Freundeskreis Paul Wulf (Hg.), Lebensunwert?, S.17ff.; GO VtH, Dep 001, 
Dok 04,3, Landgericht Münster Entschädigungskammer Dr. Rose, an den Kläger Paul Wulf 
23.3.1964 [handschriftliches Konzept Formulierung Dr. Rose]: eilt sehr! Klagefrist! Klage zu- 
ständigkeitshalber nach Köln überwiesen. 
51 GO VtH, Dep 001, Dok 05,2, Urteil im Rechtsstreit des Paul Wulf, Münster Steinfurter Stra- 
ße 37, gegen die LVA wegen Erwerbsunfähigkeitsrente durch die 8. Kammer des Sozialge- 
richts Münster in der Sitzung von 23.1.1969. 
52 GO VtH, Dep 001, Dok 05, Öffentliche Sitzung des Sozialgerichts Münster 20.6.1979, 
8. Kammer, Aktenzeichen S8J 41/74. 
53 GO VtH, Dep 001, Dok 04, Bescheid vom 13.10.1981. 
54 Krieg, Der Rote von der Münzstraße, S. 120. 
55 GO VtH, Dep 001, Dok. 08, Ausleihvermerke Stadtbücherei Münster vom September 1957 
bis Dezember 1958. 
56 Ermenhild Neusüss-Hunkel, Die SS, Hannover 1956. 
57 Alan Bullock, Hitler. Eine Studie über Tyrannei, Düsseldorf 1954. 
58 GO VtH, Dep 001, Dok 01, Formales für Archivbenutzungen.

Paul Wulf und die späte Resonanz eines Außenseiters 
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„Paul Wulf war unermüdlicher Spurensucher, eine Archiv-Wühlmaus und ein Aufklä- 
rer“, resümiert Volker Pade die Eigenschaften des Mannes, dessen Nachlass er später 
selbst gesichert hat.59 
Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1967 ging Paul Wulf mit seinen Recherchen das 
erste Mal an die Öffentlichkeit. Einer Ausstellung im Münster im Jahr 196960 schloss 
sich im Jahr darauf eine Ausstellung in Greven an, wo er sich in einem gerade einge- 
richteten Jugendzentrum61 Angriffen ausgesetzt sah. Nach seinen Aussagen, für die 
sich aber keine Belege fanden, soll die Junge Union seine Ausstellung in dem Greve- 
ner Jugendzentrum attackiert haben. Es folgten weitere Ausstellungen im Jahr 1971 im 
Evangelischen Studentenwerk am Bült in Münster und im Jahr 1975 in der linken Sze- 
nekneipe „Kronenburg“, bevor sie in die entferntere Orte ging, z.B. nach Osnabrück, 
Lippstadt, Gießen, Bielefeld und Menden. Auf DIN A1 großen Kartons positionierte 
er Kopien aus Archiven und Publikationen; so verknüpfte er z.B. zur Darstellung der 
NSDAP in Münster und Westfalen Auszüge aus dem Einwohnerbuch von 1941 mit Fo- 
tos (Kopien) und Namen von Funktionsträgern des NS-Regimes aus Lüdinghausen, 
Gelsenkirchen, Bielefeld. Solche Aktionen waren ungewohnt in einer Zeit, in der die 
Archive noch sehr reserviert mit Informationen aus der NS-Zeit umgingen.62 Ein ande- 
res Plakat präsentierte mit „Des Teufels Psychiater“ nicht nur den Schauspieler Gustav 
Gründgens als Mephisto mit Hakenkreuzfahne, sondern auch einen Zeitungsartikel 
mit dem Titel „Wahrscheinlich getötet“, der auf Untersuchungen über das Schicksal 
kranker Kinder in der Nazizeit verwies und damit indirekt auch biographische Bezüge 
zu Paul Wulf aufzeigte.63 
 
 
 
 
59 Vgl. Volker Pade, Paul Wulf – ein Kämpfer für Gerechtigkeit, in: Freundeskreis Paul Wulf 
(Hg.), Lebensunwert?, S. 123 
60 GO VtH, Dep 001 Bri 02, Briefe an die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“, VVN, 
Ausstellung mit Stellwänden auf dem Servatiiplatz, ca. 1969. 
61 Stadtarchiv Greven, Zwischenarchiv Nr. 27974, berichtet über die Einrichtung des Martin- 
Luther-Hauses am 22.2.1966. Da Paul Wulf auch im ebenfalls „evangelischen“ Paul-Ger- 
hardt-Haus in Münster ausstellte, spricht einiges dafür, dass dies der Ort in Greven war. Dem 
widerspricht allerdings ein biographischer Eintrag von Paul Wulf selbst: „Eine der ersten 
Ausstellungen war in Münster 1967 und in Greven 1968. Es war an dem Tag, als in Münster- 
Greven das Jugendheim eröffnet wurde. Bei der Zerstörung der Ausstellung waren auswärti- 
ge Jugendliche der Jungen Union tätig“; GO VtH, Dep 001, Erinnerungen Paul Wulf (künftig 
zit.: Erin) 01, ohne Datum, „Kindheit“; GO VtH, Dep 001, Bri 02, Briefe an die „Vereinigung 
der Verfolgten des Naziregimes“ nennt 1970 als Jahr für die Ausstellung in Greven. 
62 Vgl. Abb. 2. Dieses Plakat ist seit 2015 Teil der Dauerausstellung „Geschichte Gewalt Gewis- 
sen“ im Geschichtsort Villa ten Hompel. 
63 Einen Überblick über die Ausstellungen von Paul Wulf gibt Brigitte Diel, in: Freundeskreis 
Paul Wulf (Hg.), Lebensunwert?, S. 147-191.

Christoph Spieker    
198 
 
 
 
 
 
 
Abb. 2: Ausstellungsplakat  von Paul Wulf, Serie: „Nazis in Münster“ 
(Foto: Geschichtsort Villa ten Hompel) 
 
 
 
Abb. 3: Ausstellungsplakat von Paul Wulf, Serie: „Euthanasie und Erbgesundheitslehre“ 
(Foto: Geschichtsort Villa ten Hompel)

Paul Wulf und die späte Resonanz eines Außenseiters 
199 
 
 
 
 
Mit diesen historischen Collagen und Präsentationen war der museale Amateur Paul 
Wulf gerade in Westfalen ein Pionier der Aufklärung über den Nationalsozialismus. 
Heute befinden sich die gelben Ausstellungselemente − soweit sie sich erhalten haben 
– im Nachlass in Münster.64 Als Nicht-Historiker und als Nicht-Akademiker wurde er 
allerdings mit seinen plakativen Anklagen gegen das Vergessen lange Zeit nicht ernst 
genommen. Seine Eingabe in eigener Sache aus dem Jahr 1970 an den Petitionsaus- 
schuss des Bundestages blieb jahrelang ohne Beantwortung.65 Erst Anfang der 1970er 
Jahre fand Paul Wulf in den entstehenden Jugendzentren ein interessiertes Publikum 
und engagierte Partner, die seine Ausstellungen präsentierten.66 Mehr und mehr rezi- 
pierte eine studentische „Gegen“-Öffentlichkeit seine Arbeiten im Rahmen aktueller 
historischer „Streit“-Themen: So war er beteiligt an den Diskussionen um „Medizin im 
Faschismus“ und war im Jahr 1983 immer dabei, wenn die Wanderausstellung: „Heilen 
und Vernichten im Nationalsozialismus“ in den Großstädten Frankfurt, Duisburg, Bre- 
men Dortmund und Hamburg − diesmal aber schon in Staatsarchiven und Volkshoch- 
schulen sowie Kulturzentren − gezeigt wurde.67 Die Dokumentation von Robert Krieg 
erreichte an diesen Orten nicht nur ein neues Publikum, sondern auch eine besondere 
Intensität. Mit dem innovativen Filmprojekt, das er 1978 zusammen mit Dagmar Lin- 
denberg (Wünnenberg) und unter Mitarbeit des Protagonisten auf den Weg gebracht 
hatte, erlangten der Ausstellungsmacher Wulf und sein Thema eine für die damalige 
Zeit medial außergewöhnliche partizipative Form und Resonanz.68 „Wir hatten uns da- 
für entschieden mit Video zu arbeiten“, berichtet der Regisseur Krieg. „Das hat den Vor- 
teil, dass wir prozessbezogen filmen konnten. Wir haben kein Drehbuch geschrieben, 
sondern das Drehbuch sich erst aus den gedrehten Filmepisoden heraus entwickeln 
lassen. Außerdem hatten wir so die Möglichkeit, schon bald nach Aufnahmeschluss 
das gedrehte Material gemeinsam anzusehen und zu diskutieren, sodass alle Beteilig- 
ten unmittelbar die Entstehung des Films mit beeinflussen konnten. Unser wichtigs- 
ter Zeuge, Paul W[ulf] hat sich so seiner eigenen persönlichen Vergangenheit wieder 
angenähert, die er vorher aus seinen Recherchen weitgehend ausgeklammert hatte.“69 
 
 
64 GO VtH, Dep 001, Ausstellungstafeln. 
65 GO VtH, Dep 001, Eingabe Paul Wulfs an den Rechtsausschuss des Bundestages vom 
16.5.1975, masch. 
66 GO VtH, Dep 001, Dok 05, Interview der Menden Zeitung mit Paul Wulf, ohne Datum. 
67 GO VtH, Dep 001, Dok 09, Robert Krieg, Film: Die nicht vorhersehbare späte Entwicklung 
des Paul W. Ein Film über die Folgen von Rassengesetzen und Zwangssterilisierung im 
Printbereich. Realisation: Robert Krieg, Dagmar Lindenberg, Paul Wulf, Bundesrepublik 
1979, Länge ca. 45 Minuten. 
68 GO VtH, Dep 001, Dok 09,8, Knipperdolling, November 1979. Die Uraufführung des Films 
fand in Münster am 7.11.1979 in der Mediathek des Pädagogischen Instituts statt. 
69 Ebd.

Christoph Spieker    
200 
 
 
 
 
 
 
Abb. 4: Filmemacher Robert Krieg im Gespräch mit Paul Wulf, ca. September 1991 
(Foto: Geschichtsort Villa ten Hompel, Dep 001, Foto 01) 
 
Paul Wulf war auch ein politischer Mensch. Parallel zu dem lange vergeblichen Streit 
um juristische Konsequenzen seiner nationalsozialistischen Verfolgung politisierte er 
sich immer stärker. Bereits an der Gründungsversammlung der Vereinigung der Ver- 
folgten des Naziregimes (VVN) in Münster, kurze Zeit nach dem Ende des Zweiten 
Weltkrieges, nahm er teil.70 Als Beschäftigter bei den Alliierten71 hatte Wulf Kontakte 
zu den lokalen Antifaschisten wie dem VVN-Vorstandsmitglied August Diekmann und 
dem Domkapitular Reinold Friedrichs.72 In der Wirtschaft „Zum Krummen Timpen“ 
traf er Gleichgesinnte aus der VVN und Mitglieder der damals noch nicht verbotenen 
KPD. Im Vorfeld des sich abzeichnenden KPD-Verbots half Paul Wulf außerdem, Ma- 
terial der Partei über Saarbrücken außer Landes zu schaffen.73 Er fühlte sich „von der 
KPD angezogen“74 und war stolz darauf, Teile des Materials in den Kellern der französi- 
70 Münstersche Rundschau, 29.10.1947: Generalversammlung der VVN, 200 Mitglieder. 
71 GO VtH, Dep 001, Dok 05, 4, Sachverständigengutachten Dr. med. Brinker, Facharzt für 
Innere Krankheiten, 2.8.1975. 
72 Krieg, Der Rote von der Münzstraße, S. 120. 
73 Ebd., S. 121: „ein kurzes Stück war ich dabei“. 
74  Ebd., S. 118.

Paul Wulf und die späte Resonanz eines Außenseiters 
201 
 
 
 
 
schen KP-Zeitung „Humanité“ zu wissen.75 Nach eigenen Aussagen begann er im Jahr 
1951, gegen die Wiederaufrüstung zu protestieren und beteiligte sich später an den Os- 
termärschen.76 Im studentischen Milieu erhoffte sich Paul Wulf in den 1960er Jahren 
Unterstützung und beteiligte sich an politischen Demonstrationen, wie an der „Anti- 
Thadden-Demo“ gegen den damaligen NPD-Vorsitzenden. Rückblickend zeigte er sich 
aber auch enttäuscht, wie Robert Krieg feststellte. „Nach einigen Flirts mit den kommu- 
nistischen Organisationsversuchen der sogenannten ‚K-Gruppen-Zeit‘ war Paul Wulf 
schwer enttäuscht von der zunehmenden Funktionalisierung der Politik. Er war immer 
nur solange interessant, wie er verwertbares Archivmaterial heranschleppte. Für den 
Menschen Paul Wulf interessierte sich kaum jemand.“77 
Es ist sicher noch ein Desiderat, Akteure, Intensität und Qualität der Aufarbeitung der 
NS-Bewegung und der NS-Zeit Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre zu ermit- 
teln.78 Es gab zu Beginn der lokalhistorischen Forschung Schwierigkeiten für professio- 
nelle Historiker und erst recht für Amateurhistoriker, an die NS-Zeit zu erinnern. Eini- 
ge Personen wurden sogar angeklagt, das sogenannte „Braunbuch“ verteilt zu haben.79 
Für den Dokumentationsstil, den Paul Wulf in den nächsten Jahren entwickeln sollte, 
wird diese Kompilation von NS-Dokumenten und Informationen aber eine wichtige 
Quelle und Anregung gewesen sein.80 Paul Wulf übernahm in jedem Fall die Vorge- 
hensweise, nationalsozialistisch geprägte Funktionäre und Personen des öffentlichen 
Lebens in der aktuellen Umwelt ausfindig zu machen und darzustellen. So nutzte er 
beispielsweise die Braunbuchangaben über Hans Ulrich Werner,81 der von den ostdeut- 
schen Herausgebern als Taktiker der verbrannten Erde bezeichnet wurde und in den 
1960er Jahren Kommandeur der Schutzpolizei in Berlin war. Werner gehörte nicht nur 
der NSDAP und der SS an, sondern war ab Herbst 1945 in der Polizeischule Hiltrup als 
75  Ebd., S. 121. 
76 GOVtH, Dep 001, Erin 01,1, Erinnerungen von Paul Wulf, maschinenschriftliches Manu- 
skript, ohne Datum. 
77 Krieg, Der Rote von der Münzstraße, S. 121. 
78 Eine Ausnahme ist der WDR-Film, ausgestrahlt am 22. September 1969: „Zwischen Kreuz 
und Hakenkreuz. Eine deutsche Stadt im Krieg“ von Olrik Breckoff. Vgl. „Münster 1968. 
Vom Krieg der Väter zum Protest der Söhne“, DVD Edition von LWL Medienzentrum für 
Westfalen und Geschichtsort Villa ten Hompel, Münster 2011. Vgl. auch Detlev Mühlberger, 
The Rise of National Socialism in Westphalia 1920-1933, Diss. Univ. London 1975. 
79 „Dazu zählen Antifaschisten und Verfolgte Rika La ngenfeld, Tochter der Wirtschaft auf dem 
Krummen Timpen. Er war der Treffpunkt der KPD, oder Anna Heuß, die ein Verfahren hatte 
wegen Verbreitung des Braunbuches“. Vgl. Erinnerungen von Paul Wulf in: GO VtH, Dep 
001, Erin 01. 
80 „1968“: Kritik an der Polizei, Kritik an westdeutschen Polizeiführern im DDR-„Braunbuch“ 
Mai 1968 − Hervorhebungen durch den münsterschen Amateurhistoriker Paul Wulf; GO 
VtH, 68stud03.pdf. 
81 Vgl. Marc von Miquel, Ahnden oder amnestieren? Westdeutsche Justiz und Vergangenheits- 
politik in den sechziger Jahren, Göttingen 2004, S. 284.

Christoph Spieker    
202 
 
 
 
 
Ausbilder eingesetzt gewesen. Paul Wulf übertrug diese Dokumentationsform eben- 
falls auf Münsteraner Beispiele: „Mein Ziel war es, Münsters Vergangenheit zu brechen 
und den kleinkarierten Bürgern, die immer noch den Nazis [nach]trauerten, Aufklä- 
rung zu bieten, was für Verbrechen die Nazis sich hier in Münster leisteten.“82 
 
 
Reaktionen 
 
Die Basis für die öffentliche Resonanz des Amateurhistorikers Wulf lag zum einen in 
seinem Auftreten und seiner großen Beharrlichkeit, mit der er die Themen seiner Zeit 
aufarbeitete. Zum anderen stieß er aber auch auf ein Umfeld, in dem gerade zu den The- 
men, die seine Person betrafen, neue Forschungen begonnen wurden. Ohne diese öffent- 
liche Neugierde ist die Resonanz auf das Wirken von Paul Wulf kaum zu erklären. Noch 
bevor Initiativen wie der „Schülerwettbewerb um den Preis des Bundespräsidenten“83 
oder die alltagsgeschichtlich ausgerichteten, lokalen Geschichtswerkstätten sich der 
‚Geschichte von unten‘ zuwendeten, war Paul Wulf in solchen Themenfeldern aktiv 
gewesen. Es verwundert also nicht, wenn Forscher wie Ernst Klee ihn als ein Vorbild 
beschreiben und ihn zum Teil auch posthum würdigten.84 Als Klee dann 1983 seine For- 
schungen über „Euthanasie im NS-Staat“ publizierte,85 begann ein öffentlicher Diskurs, 
der letztlich den selbstbeauftragten Sammler und Dokumentar Wulf stützte. Auch der 
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) begann 1983, also fünfzig Jahre nach der so- 
genannten Machtergreifung Hitlers, als eine der ersten öffentlichen Einrichtungen die 
Geschichte der Vorgängerorganisationen zu erforschen und die Recherchen dann auch 
auf die Geschichte der Psychiatrie und der Provinzialheilanstalten auszudehnen.86 Paul 
Wulf muss diesen wissenschaftlichen und institutionell unterstützten Anstrengungen 
zunächst misstraut haben.87 Sein Freund Klaus Dillmann riet ihm aber, seine Haltung 
zu überdenken und an dem geplanten Buchprojekt des LWL mitzuarbeiten.88 
 
82 GO VtH, Dep 001, Erin 01, 7. 
83 Vgl. Alfons Kenkmann u.a., Jugendliche erforschen die Vergangenheit: Bibliographie zum 
Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte, Hamburg 1997. 
84 GO VtH, Ernst Klee.wma, Gedächtnisveranstaltung für Paul Wulf in der ESG-Aula am 
5.11.1999. 
85 Ernst Klee, „Euthanasie“ im NS-Staat. Die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, Frankfurt 
a.M. 1983. 
86 Vgl. Karl Teppe, Massenmord auf dem Dienstweg, S. 3 (Vorwort): Anstoß durch Landesdirek- 
tor Herbert Neseker 1983. 
87 GO VtH, Dep 001, Bri 01, Brief Klaus Dillmann an Paul Wulf, 16.8.1989: „… daß Du und der 
Historiker Teppe bisher gegeneinander gearbeitet habt“. 
88 Ebd. „Denn die Öffentlichkeit, die ihm [Teppe] eingeräumt wird, müßtet ihr auch für Euch 
verwerten  können.“

Paul Wulf und die späte Resonanz eines Außenseiters 
203 
 
 
 
 
Obwohl die Kommunikation zwischen dem Aktivisten Wulf und den Akademikern 
weiterhin von Missverständnissen geprägt war, ist die publizistische Performance des 
ehemaligen Außenseiters in seiner Bilanz erstaunlich. Eine kleine Aufzählung soll ab- 
schließend die breite Resonanz Paul Wulfs deutlich machen: 
Mit ihrem Film „Die nicht vorhersehbare Spätentwicklung des Paul W.“ schufen 
Robert Krieg, Dagmar Wünnenberg nicht nur ein eindrucksvolles Dokument der 
Psychiatriereform, sondern sie brachten auch Paul Wulf und die NS-Zwangssterilisie- 
rung anschaulich ins öffentliche Gespräch. Am 17. August 1989 hielt Dr. Karl Teppe 
einen Vortrag vor der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe über „Wert und Un- 
wert des Menschen im Nationalsozialismus“, dem als prominenter Gast Paul Wulf 
zuhörte.89 Im westdeutschen Lokalfernsehen berichteten Bettina Maoro und Berthold 
Krähling am 18. August 198990 über diese Veranstaltung und die Person Wulf sowie 
den Vortrag von Karl Teppe. Im Jahr 2003 folgten weitere Medienberichte z.B. der von 
Dieter Stege.91 
Hatte Paul Wulf in früheren Jahren zur Durchsetzung seiner Wiedergutmachungs- 
ansprüche viele Verwaltungs- und Gerichtsinstanzen befragt und den Petitionsaus- 
schuss des Bundestages vergeblich in Anspruch genommen,92 so erfuhr er doch späte 
Genugtuung, als ihm am 15. September 1991 vom Oberbürgermeister der Stadt Müns- 
ter, Jörg Twenhöven, das Bundesverdienstkreuz überreicht wurde − obwohl er mit dem 
Gedanken gespielt haben soll, den Orden nicht anzunehmen.93 Bernd Drücke schreibt 
dazu in den „Erinnerungen an einen Freund“, Wulf habe zum Oberbürgermeister da- 
mals gesagt: „Gib mal her, den Karnevalsorden“.94 Hier wird die ambivalente Haltung 
des gesellschaftlichen Rebellen und des Forschers deutlich, der sich sehr über die späte 
Anerkennung freute.95 Auf der Einladungsliste zur Verleihung finden sich nun neben 
den Leitern von Staats- und Stadtarchiv auch viele MitarbeiterInnen, mit denen er im 
Laufe der Jahre Kontakt hatte. 
 
 
 
89 Karl Teppe, Massenmord auf dem Dienstweg. 
90 GO VtH, Dep 001, Dok 09, 11. 
91 WDR Lokalzeit Münster, Geschichten − Kurzporträt von Paul Wulf und seinen Ausstellun- 
gen, 9.4.2003. 
92 GO VtH, Dep 001, Bri 02, Entwürfe von Briefen an den Rechtsausschuss des Bundestages 
über den SPD Abgeordneten Hansen, zuvor bereits 1970 über den Abgeordneten Wallkoff. 
93 GO VtH, Dep001, Dok 09, 7: Paul Wulf hält Erinnerung an NS-Zeit wach, in: Westfälische 
Nachrichten, 24.9.1991. 
94 Bernd Drücke, Erinnerung an einen Freund, in: Freundeskreis Paul Wulf (Hg.), Lebensun- 
wert, S. 131. 
95 „Paul Wulf hält Erinnerung an NS-Zeit wach“ titelten die Westfälischen Nachrichten am 
24.9.1991.

Christoph Spieker    
204 
 
 
 
 
 
 
Abb. 5: Oberbürgermeister Jörg Twenhöven und Paul Wulf in der Rüstkammer des Stadtwein- 
hauses Münster, ca. 1991 (Foto: Geschichtsort Villa ten Hompel, Dep 001, Foto 01) 
 
Der „Geschichtsort Villa ten Hompel“ in Münster hat bereits kurz nach dem Tod von 
Paul Wulf am 3. Juli 1999 dessen Nachlass übernommen. Die ehrenamtliche Sichtung 
und Erschließung durch den „Freundeskreis Paul Wulf“ hat mittlerweile ca. 30 Prozent 
des vorsortierten Materials im „Depositum 001“ erfasst und verfügbar gemacht. 
Ebenfalls aus dem Nachlass erstellte der Freundeskreis zwei Publikationen: 1999 die 
Broschüre „Paul Wulf − ein Antifaschist und Freidenker. Zum Leben und politischem 
Wirken des 1938 als 16jähriger zwangssterilisierten jugendlichen Widerstandskämpfers 
Paul Wulf“ und acht Jahre später das Buch „Lebensunwert. Paul Wulf und Paul Brune. 
NS Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand“, so der programmatische Titel 
aus dem Graswurzelverlag. 
Eine didaktische Mappe über das Leben Paul Wulfs erstellte der von der Bezirks- 
regierung Münster abgeordnete Lehrer Jürgen Düttmann für das Selbststudium in 
der Ausstellung des Geschichtsorts Villa ten Hompel. In der „Station 21“ des pädago- 
gischen Stadtrundgangs „Ins Stolpern kommen“ thematisieren Peter Schilling, Ulrike 
Schneider Müller, Jürgen Düttmann und Horst Wiechers sowohl den NS-Verfolgten als

Paul Wulf und die späte Resonanz eines Außenseiters 
205 
 
 
 
 
auch den Amateurhistoriker.96 Die multimediale Station in der Außenapplikation der 
aktuellen Dauerausstellung „Geschichte Gewalt Gewissen“ bietet für Smartphones eine 
Station zu „Paul Wulf“. Darüber hinaus wird in den früheren (seit 2001 und 2005) und 
der aktuellen (seit 2015) Dauerausstellung des Geschichtsortes und in den entsprechen- 
den Katalogen über die Person, die Verfolgungsgeschichte sowie die Bemühungen um 
Wiedergutmachung berichtet. 
Die Geschichte vom Paul Wulf erhielt schließlich durch die Ausstellung „Skulptur 
Projekte“ im Jahr 2007 internationale Aufmerksamkeit. Gleich zwei Künstler nahmen 
auf ihn Bezug. Manfred Pernice setzte die Erinnerung an den NS-Verfolgten Wulf in 
den Kontrast zu der Erinnerung an einen Täter des NS-Regimes,97 während Silke Wag- 
ner unter Mitarbeit von Bernd Drücke das ikonographische Bild des Aufklärers für eine 
gleichzeitige mediale Präsentation einer „Geschichte von unten“ mit Hilfe einer über- 
lebensgroßen Skulptur von Paul Wulf nutzte.98 Nach dem Ende der Ausstellung entwi- 
ckelte sich in der Stadtöffentlichkeit von Münster eine lebhafte Diskussion um den An- 
kauf und die Platzierung der Skulptur.99 Diese wurde zwar von den BesucherInnen der 
Ausstellung besonders hervorgehoben, ja sogar zur beliebtesten Skulptur gewählt. In 
einer politischen Auseinandersetzung entschied sich eine Mehrheit aus CDU und FDP 
zunächst nicht für die dauerhafte Aufstellung in der Stadt. Eine Spendensammlung 
und eine breite Unterschriftenaktion des Freundeskreises Paul Wulf sorgten letztlich 
aber mit Unterstützung des Fördervereins des Geschichtsorts Villa ten Hompel wäh- 
rend der letzten zehn Jahre für die Finanzierung. Nach einem Standortwechsel steht sie 
seit dem 5. September 2010 auf dem Servatiiplatz in Münster, dort wo Paul Wulf vierzig 
Jahre zuvor bereits einige Stelltafeln präsentiert hatte. 
Mittlerweile ist die Geschichte des Paul Wulf auch überregional bespielgebend ver- 
wendet. In Berlin befindet sich eine aufwändige multimediale Gedenk-Installation zum 
Thema „T4“.100 Auf einem Ausstellungsblock wird unter anderem an die Predigt des 
Bischofs Clemens August Graf von Galen am 3. August 1941 in Münster erinnert und 
96 Siehe Förderverein Villa ten Hompel, http://www.villa-ten-hompel.de/?page_id=314, mit dem 
Filmclip zu Paul Wulf: https://www.youtube.com/watch?v=LZsahfB3s8s (Aufruf 1.1.2017). 
97 Archiv der Skulptur Projekte zu Manfred Pernice (*1963 in Hildesheim, Berlin), http://www. 
skulptur-projekte.de/skulptur-projekte-download/muenster/07/www.skulptur-projekte.de/ 
kuenstler/pernice/index.html (Aufruf 1.1.2017). 
98 Archiv der Skulptur Projekte zu Silke Wagner (*1968 in Göppingen, Frankfurt), http://www. 
skulptur-projekte.de/skulptur-projekte-download/muenster/07/www.skulptur-projekte.de/ 
kuenstler/wagner/index.html (Aufruf 1.1.2017). 
99 Dietmar Klenke, Schwarz − Münster − Paderborn: Ein antikatholisches Klischeebild, 
Göttin- gen 2008, S. 111. 
100 Am historischen Ort der Berliner Villa in der Tiergartenstraße 4 (T4), wo die Ermordung 
hunderttausender Psychiatriepatienten und Behinderter auf den Weg gebracht wurde, befin- 
det sich seit 2011 ein Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen 
„Euthanasie“.

Christoph Spieker    
206 
 
 
 
 
 
 
Abb. 6: Karikatur zum kommunalpolitischen Streit um den Verbleib der Skulptur 
(Zeichnung: Arndt Zinkant/Westfälische Nachrichten, 2007) 
 
nur wenige Schritte weiter wird mit einem Bild des münsterschen Fotographen Ralf 
Emmerich in gleicher Form Paul Wulf vor seinen Ausstellungstafeln gezeigt. 
Die Stadt Münster erlebte in Folge politischer Mehrheitsveränderungen, wie aus 
Außenseiterpositionen Mehrheitsmeinungen wurden. Die Szenefigur Paul Wulf aus 
einem linken studentischen Umfeld wurde zusammen mit den alten Freunden aus 
Universität und alternativen Projekten ein Teil der Stadtkultur, wohl vor allem, weil aus 
ehemaligen Studenten und Mitdemonstranten mittlerweile politische Entscheider ge- 
worden waren. Andererseits veränderte sich auch die konservative Gegenposition. Nach 
Jahren der unangefochtenen Mehrheitsposition geriet sie in den 1990er Jahren erst- 
mals in die Opposition. Personalwechsel und Veränderungen des politischen Klimas 
hin zu mehr Liberalität und Diversität erreichten auch die Christdemokraten in Müns- 
ter. Zur Wiederaufstellung der Figur am 5. September 2010 legte Oberbürgermeister 
Marcus Lewe (CDU) ein Bekenntnis für den weiteren Erhalt des Kunstwerkes ab: „Ich 
freue mich im Namen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster diese besondere

Paul Wulf und die späte Resonanz eines Außenseiters 
207 
 
 
 
 
Skulptur Paul Wulf zum zweiten Mal und hoffentlich nun von Dauer im Stadtbild hier 
begrüßen zu dürfen. Denn ich glaube diese Skulptur bedeutet den Münsteranerinnen 
und Münsteranern sehr viel.“101 
Münsters Lokalpolitik entschied im Mai 2012 bewusst, dass einem Professor der 
Universität mit NS-Vergangenheit die Ehre entzogen wurde, einen Weg nach ihm zu 
benennen, und änderte den Namen in „Paul-Wulf-Weg“.102 Im Hafen von Münster 
präsentierte im Jahr 2016 eine große Multimediawand gegenüber dem Cineplex über 
Monate eine Bildinszenierung, die auch Silke Wagners Skulptur zum Thema hatte.103 
Das Internet bietet neben der von Volker Pade erstellten Sammlung zu Paul Wulf104 
auch eine umfangreiche multimediale Dokumentation des Umweltzentrum-Archivs, 
die als Teil der Skulptur „Geschichte von unten“ im Jahr 2007 begonnen wurde und im 
Auftrag der Künstlerin Silke Wagner durch Bernd Drücke redaktionell fortgeführt wird. 
Hier werden seit zehn Jahren aktuelle Inhalte und Diskussionsbeiträge zu Paul Wulf 
und seinen Themen verfügbar gemacht.105 Die Resonanz der Geschichte Paul Wulfs ist 
somit noch nicht zu Ende. 
 
 
Abb. 7: Aktueller Teil der Skulptur „Geschichte von unten“ ist die durch Dr. Bernd Drücke redigier- 
te Internetseite: www.uwz-archiv.de/Paul-Wulf.6.0.html (Aufruf 22.3.2017) 
 
101 Markus Lewe in einer Ansprache am 5.9.2010 auf dem Servatiiplatz, dokumentiert in: GO 
VtH, 2010 09 05 paul wulf\ Lewe zu wulf IMAG0007.jpg 
102 Vgl. https://www.muenster.de/stadt/strassennamen/joettenweg.html, (Aufruf 1.1.2017); 
https://www .stadt -muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/vo0050.php?__kvonr=  
2004034577&voselect=8361 (Aufruf 1.1.2017). 
103 Norbert Nowotsch, Installation für die PSD-Bank 2016. 
104 Paul Wulf − ein unermüdlicher Kämpfer für Gerechtigkeit, in: http://www.paul-wulf.net 
(Aufruf 1.1.2017). 
105 Siehe http://www.uwz-archiv.de/Paul-Wulf.6.0.html (Aufruf 1.1.2017).

Christoph Spieker    
208 
 
 
 
 
Fazit 
 
Die persönliche Geschichte eines Außenseiters wurde zum gesellschaftlichen Thema: 
– weil eine verfolgte und gedemütigte Person sich nicht damit abfinden wollte, ge- 
schunden und gequält worden zu sein; 
– weil diese Person bemerkte, dass ihr Schicksal nur eines von vielen war und dies 
öffentlich kundtat; 
– weil dieser Außenseiter von anderen Organisationen und Einrichtungen der Verfolg- 
ten des NS-Regimes unterstützt und gleichzeitig nach Jahrzehnten der Missachtung 
zur Symbolfigur einer „Geschichte von unten“ wurde; 
– weil die Person Paul Wulf von Robert Krieg medial übersetzt wurde und seine Ge- 
schichte empathisch veranschaulicht werden konnte; 
– weil er von neuen Forschungstrends seit den 1980ziger Jahren profitierte. Paul Wulf 
brauchte die dokumentarische und akademische Welt als Fundgrube, die Wissen- 
schaft ihrerseits benötigte den einzelnen Menschen, der sich nicht demütigen lassen 
wollte, und der dadurch für sich und andere eine ‚Aura der Empathie‘ ermöglichte. 
 
Während diese Entwicklungen lange Jahre aneinander vorbei gingen und die Haupt- 
erzählung über den Nationalsozialismus wesentlich auf Vorbilder aus den Reihen der 
Männer des 20. Juli 1944 oder in den Kirchen wie z.B. Bischof Graf von Galen be- 
schränkt blieb, wurde der Akteur Paul Wulf auch zum Motor einer alternativen Ge- 
schichtsschreibung, die mittlerweile im Zentrum der gesellschaftlichen Erinnerung 
und Historiographie angekommen ist und sich selbst den kritischen Fragen und Me- 
thoden der Geschichtswissenschaft zu stellen hat.

Anlage A

1513 Zeichen

Anlage A zur V/0180/2018 
Kurzüberblick 
In der Vorlage wird der Verbleib der Skulptur „Münsters Geschichte von unten“ (Paul Wulf) auf 
dem Servatiiplatz bis zu dessen Überplanung vorgeschlagen. Die Vorlage erläutert die Finanzie-
rung der Pflege der Skulptur ab 2019. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Der Verbleib und die Sicherung der Skulptur für den öffentlichen Raum in Münster dient folgen-
den Zielen: 
- qualifizierte Fortführung des Angebotes der subsdiären, vermittelnden, wissenschaftlichen und 
öffentlichen Vielfalt im Bereich der Erinnerungskultur 
- Bereicherung des Angebotes der Kunst im öffentlichen Raum in Münster 
- Entwicklung Münsters als kulturelles Zentrum mit Projekten internationaler Ausstrahlung. 
  
 
Finanzierung 
Produktgruppe: Nr. der PG 0408 Geschichtsort Villa ten Hompel 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja  Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja  Nein X  
Im beschlossenen Haushaltsplan 2018 enthalten? X Ja  Nein   
Im Entwurf des Haushaltsplan 2019ff. enthalten? X Ja  Nein   
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja  Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja  Nein X  
Aufwendungen: Aufnahme einer Ausgabeposition in Höhe von 5.000 Euro  im Haushaltsplan 2019 
ff. und in der mittelfristigen Finanzplanung 2020 bis 2022. 
Einnahme: Beteiligung des Freundeskreises „Paul Wulf in Höhe von 2.000 Euro jährlich ab 2019. 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
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Beschlussvorlage

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V/0180/2018 
V/0180/2018 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
Finanzierung der Skulptur "Münsters Geschichte von unten" (Paul Wulf) 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   17.04.2018 Kulturausschuss Vorberatung 
   08.05.2018 Bezirksvertretung Münster-Mitte Entscheidung 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Die Skulptur „Münsters Geschichte von unten“ der Künstlerin Silke Wagner verbleibt bis zur 
Überplanung/zum Umbau des Servatiiplatzes an diesem Standort.  
 
2. Es wird zur Kenntnis genommen, dass 
- für die notwendige Wechselplakatierung sowie die Pflege der begleitenden Website Mittel in 
Höhe von ca. 5.000 Euro jährlich erforderlich sind,  
- die Verwaltung 5.000 Euro in den Entwurf des Haushaltsplans 2019 bzw. die mittelfristige E r-
gebnis- und Finanzplanung 2020 – 2022 einstellen wird, 
- eine Beteiligung des Freundeskreis „Paul Wulf“ in Höhe von 2.000 Euro erforderlich ist, die 
ebenfalls in den Entwurf des Haushaltsplanes 2019 bzw. die mi ttelfristige Ergebnis- und Fi-
nanzplanung eingestellt wird.  
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
Teilergebnisplan 
 Nr. Bezeichnung Haush.- 
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkungen 
Produktgruppe 0408 Geschichtsort Villa ten Hompel 2019ff   
Zeile 02 Zuwendungen und allg. Uml a-
gen 
 2.000  
Zeile 16 Sonstige ordentliche Aufwe n-
dungen 
 5.000  
Saldo    3.000  
Kulturamt 
 
12.03.2018 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Dr. Kirkpatrick 
Herr Dr. Spieker 
Telefon: 492-4191 
Telefon: 492-7112 
Kirkpatrick@stadt-
muenster.de 
SpiekerC@stadt-
muenster.de

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V/0180/2018 
Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen werden im Haushaltsplan -Entwurf 2019 bei der 
o. g. Produktgruppe veranschlagt: Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Beschlussausführung 
unter dem Vorbehalt steht, dass der Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2019 bzw. der mittelfrist i-
gen Ergebnis- und Finanzplanung die Ermächtigungen bereitstellt. 
 
 
Begründung: 
 
Die Skulptur „Münsters Geschichte von unten“ (Paul Wulf) is t von der Künstlerin Silke Wagner für die 
Skulptur Projekte 2007 realisiert worden. Das Kunstwerk wurde 2010 vom Verein zur Förderung einer 
Erinnerungs-, Forschungs- und Bildungsstätte in der ehemaligen Villa ten Hompel e. V. nach einer 
Spendensammlung und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Münster aus den Mitteln der Gewin n-
ausschüttung der Sparkasse Münsterland -Ost erworben und anschließend der Stadt Münster g e-
schenkt (vgl. V/0354/2010). Nach der Aufstellung der Skulptur waren der Verbleib und die Finanzie-
rung mehrfach Gegenstand der politischen Beratung (Etatberatungen im Kulturausschuss, Vorlagen 
V/0271/2014 und V/0149/2015 an die Bezirksvertretung Münster-Mitte). In der zuletzt genannten Vor-
lage ist die Verwaltung auch aufgefordert worden, „ein K onzept für den weiteren Umgang mit der 
Skulptur zu entwickeln und den zuständigen Gremien vorzulegen“. 
 
Das Kunstwerk ist als performative Aktion – also zeitlich begrenzt - konzipiert worden. Eine wec h-
selnde Plakatierung und eine begleitende Website sind w esentliche Komponenten der künstlerischen 
Arbeit. Das Projekt besteht aus zwei Teilen: Zum einen aus der 3,4 m hohen Beton-Skulptur von Paul 
Wulf, die als Ausstellungsfläche für „Münsters Geschichte von unten“ dient (jetziger Standort am Ser-
vatiiplatz), zum anderen aus der digitalen Präsentation von Teilen des Umweltzentrum-Archivs und 
der Webseite www.uwz-archiv.de. Das Projekt ist damit nicht auf einen Standort festgelegt. 
 
Die Skulptur zeigt ein Portrait des Münst eraner Bürgers Paul Wulf und thematisiert dessen persönl i-
ches Schicksal als NS -Verfolgter und historischer Aufklärungspionier, das als Symbol für „Münsters 
Geschichte von unten“ verstanden werden kann. Der Körper der Figur ist wie eine Litfaßsäule gesta l-
tet und wird kontinuierlich (ca. einmal im Monat) neu plakatiert. Die Plakate thematisieren Paul Wulfs 
Aufklärungsarbeit, „Häuserkämpfe“ in der Stadt, die Anti-AKW-Bewegung in Münster u. ä. und stellen 
so eine Dokumentation der jüngeren politischen Zeitgeschichte dar. 
 
Nach intensiven Diskussionen in der Münsterschen Stadtöffentlichkeit und einer öffentlichen Tagung 
mit Kunstexperten und Zeithistorikern in der Akademie Franz Hitze Haus war der Wunsch nach For t-
führung der Skulptur sehr präsent. 
 
Um die notwendige Wechselplakatierung sowie die Pflege der begleitenden Website leisten zu kö n-
nen, sind Mittel in Höhe von ca. 5.000 Euro jährlich notwendig. Durch Zuschüsse an den Förderverein 
Villa ten Hompel nach Beschlüssen des Kulturausschusses und der Bezir ksvertretung Mitte sind die-
se Komponenten bis Ende 2018 abgesichert. 
 
 
Ausblick 
 
Der aktuelle Standort auf dem Servatiiplatz ist Gegenstand einer Überplanung und setzt damit einer 
Fortführung der Skulptur eine zeitliche Begrenzung. Im Rahmen der Überplanun g ist eine Entsche i-
dung über den Verbleib der Skulptur an diesem Standort zu treffen. Für die Baumaßnahme muss die 
Skulptur abgebaut und ggf. eingelagert werden.  
 
An Paul Wulf als Person wird über die Skulptur hinaus in der Dauerausstellung der Villa ten Hompel 
erinnert. Auch die elektronische App „Geschichte Gewalt Gewissen“ berücksichtigt die Skulptur und 
seine Person. Ein umfangreicher Nachlass ist in der Sammlung der Villa ten Hompel hinterlegt und 
bisher nur zum kleinen Teil erschlossen. Hier sollten in der Zukunft eine Verzeichnung und eine 
exemplarische Edition aus dem Konvolut gefördert werden, damit die erinnerungskulturelle und zei t-

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V/0180/2018 
geschichtliche Entwicklung Münsters für die historisch interessierte Öffentlichkeit und die wisse n-
schaftliche Forschung zur Verfügung stehen. 
 
 
 
i. V. 
 
 
 
 
 
gez. 
Wilkens 
Stadträtin 
 
Anlagen: 
 
Anlage 1: Paul Wulf und die späte Resonanz eines Aussenseiters, Christoph Spieker

Beratungsverlauf (2)

17.04.2018 Kulturausschuss
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
08.05.2018 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 4.3 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Münzstraße
  • Servatiiplatz
  • Paul-Wulf-Weg
  • Loddenheide

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Details

Aktenzeichen
V/0180/2018
Typ
Vorlagen
Datum
08.03.2018
Erstellt
06.10.2020 14:37