2588/2018
Ankauf von zwei Alabasterreliefs, Verkündigung an Maria, südliche Niederlande um 1410-20, für das Museum Schnütgen
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beschlussvorlage Ausschuss
6722 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/VII/4 Vorlagen-Nummer 2588/2018 Freigabedatum 24.08.2018 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Ankauf von zwei Alabasterreliefs, Verkündigung an Maria, südliche Niederlande um 1410-20, für das Museum Schnütgen Beschlussorgan Ausschuss Kunst und Kultur Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss Kunst und Kultur beschließt den Erwerb eines Miteigentumsanteils zu 66,7 % an zwei die Verkündung Maria darstellende Alabasterreliefs, südliche Niederlande um 1410 – 1420, für das Museum Schnütgen im Wert von 566.666,67 €. Der Beschluss ergeht unter dem Vorbehalt, dass die von der Kulturstiftung der Länder in Aussicht gestellten Fördermittel in Höhe von 283.333,33 € bewilligt werden und die Ernst von Siemens Kunst- stiftung einen Miteigentumsanteil im Wert von ebenfalls 283.333,33 € erwirbt. Der Gesamtpreis der beiden Objekte beträgt 850.000 €. Der von der Stadt Köln zu tragende Anteil beträgt 283.333,34 €. Ausschuss Kunst und Kultur 11.09.2018 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen 566.667 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 283.333 50 % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung: Für das Museum Schnütgen ergibt sich die Gelegenheit, zwei Reliefs aus Alabaster mit der Darstel- lung der Verkündung Marias, südliche Niederlande, um 1410 – 20, zu erwerben. Der Ankaufpreis für die beiden Reliefs beträgt insgesamt 850.000 €. Für den Ankauf haben die Kul- turstiftung der Länder und die Ernst von Siemens Kunststiftung eine Ankaufsförderung zu je einem Drittel, mithin je 283.333,33 € des Kaufpreises in Aussicht gestellt. Die Kulturstiftung der Länder för- dert den Ankauf ins Eigentum der Stadt Köln, die Ernst von Siemens Kunststiftung erwirbt einen Mit- eigentumsanteil von einem Drittel und stellt diesen dem Museum Schnütgen als Dauerleihgabe zur Verfügung. Diese Verfahrensweise ist vergleichbar mit dem Erwerb des Gemäldes „Lucchesische Madonnna“ für das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud. Beide Stiftungen können derzeit noch keine abschließenden Zusagen für die Förderung erteilen, da deren Gremien erst im Oktober dieses Jahres tagen. Der Ankauf wird daher erst vollzogen, wenn die Förderzusagen tatsächlich eingehen. Der Beschlussvorschlag enthält aus diesem Grunde einen ent- sprechenden Vorbehalt. Es liegen zwei Wertgutachten vor. Beide Gutachter kommen zum Ergebnis, dass der Ankaufspreis angesichts von Qualität und Bedeutung der Objekte angemessen ist. Verkäuferin ist die Kunsthandlung Julius Böhler, 82319 Starnberg. Julius Böhler, Gründer der Kunst- handlung, hatte die Reliefs im Jahre 1907 erworben, welche sich seither im Familienbesitz befanden. Zu den Reliefs: Die beiden Reliefs sind Beispiele der Kunst der sogenannten Internationalen Gotik um 1400 von wirk- lich einzigartiger künstlerischer Qualität. Die Figuren der Verkündigung, der Erzengel Gabriel und 3 Maria, sind auf zwei ungewöhnlich tiefe Rahmenformen verteilt, bei denen sich jeweils ein Vierpass mit einem Quadrat durchdringt. Es gelingt dem Bildhauer durch die Position und Haltung weniger Ko- ordinaten – die Köpfe, Arme und Hände, beim Engel auch die Andeutung seines linken Knies und der Füße – beiden Figuren eine absolut klare, überzeugende und gefestigte Körperhaltung zu verleihen, obwohl sich der Körper unter den weich geschwungenen, wie gemalt erscheinenden Stoffen kaum abzeichnet. Dabei wird differenziert zwischen dem etwas körperhafteren Engel, bei dem es noch die Andeutung einer Hüfte gibt, und der von ihrem Mantel wie eine Himmelserscheinung umspielten Ma- ria. Von großer Raffinesse zeugt das Verhältnis der Figuren zur Rahmenform. Die Bögen der Vier- pässe werden gefüllt vom bewegten Spiel der Gewänder, Spruchbänder und Flügel, während die Quadratform den Figuren sicheren Halt zu geben scheint, obwohl ein Boden, auf dem sie sich bewe- gen würden, gar nicht dargestellt ist. Das Relief der Figuren erhebt sich noch etwa 1 cm über den Rand des Rahmens, was ihre Präsenz zusätzlich steigert. Bei einer Alabasterskulptur kaum zu über- treffen ist die Virtuosität in der Gestaltung hinterschnittener Formen und der Wiedergabe von Stoff- lichkeit. Bislang wurden die beiden Reliefs nur in wenigen Ausstellungen in den 1950er und 60er Jahren ge- zeigt und mit kurzen Katalognotizen unterschiedlich eingeordnet. Zuerst durch Hans Buchheit als „Mittelrhein, um 1420“, dann in einem Katalog der Kunsthandlung Julius Böhler 1958 als „Köln, An- fang des 15. Jahrhunderts“ und 1962 in der Ausstellung des Europarats in Wien als „Flämisch Anfang 15. Jahrhundert“. Die Reliefs fügen sich hervorragend in die Sammlung des Museum Schnütgen ein. Auf der Ebene der internationalen Kunst finden sie eine Korrespondenz in den beiden Alabasteraposteln, um 1430, von dem wohl in Brügge tätigen Meister des Rimini-Altars oder dem in Gent um 1440 entstandenen gro- ßen Kalvarienberg. Korrespondenzwerke aus der Kölner Skulptur sind z.B. in Stein der Torso der Madonna und die Engelskonsole aus der Kartäuserkirche oder in Holz die Prophetenfiguren aus dem historischen Rathaus. Franko-flämische Alabasterfiguren dieses Ranges fehlen bislang, abgesehen von den im Stil etwas andersartigen Rimini-Aposteln, in der Sammlung. Der Ankauf der beiden Reli- efs entspricht also ganz dem Ziel, das sich das Museum 2013 in seinem Leitbild gesetzt hat: „Neuer- werbungen dienen dazu, die Sammlung qualitativ zu steigern und sie um neue Facetten zu erwei- tern“. Der Erwerb des 2/3-Miteigentumsanteils wird in Höhe von 566.666,67 € aus dem Ankaufsetat der Museen finanziert. Die Mittel stehen im Teilfinanzplan 0401 – Museumsreferat – bei der Teilplanzeile 9 – Auszahlungen für den Erwerb von beweglichem Anlagevermögen zur Verfügung. Der Förderbe- trag der Kulturstiftung der Länder in Höhe von 283.333,33 € wird nach Bewilligung durch die Stiftung abgerufen. Die Ernst von Siemens Kunststiftung erwirbt den 1/3-Eigentumsanteil eigenständig. Das Rechnungsprüfungsamt hat das Ergebnis der Bedarfsprüfung zur Kenntnis genommen. Anlage: Abbildung der beiden Reliefs
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2588/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 24.08.2018
- Erstellt
- 03.08.2018 12:24