2011/0021
Wissenschaftsstadt - Wissenschaft und Stadtverwaltung
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Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Umfrage zur Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft und der Stadtverwaltung der Wissenschafts- stadt Darmstadt Autoren: Günther Bachmann, Michael Kolmer und Corina Zimdars Stand: 8.12.2010 2 Umfrage zur Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft und der Stadtverwaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt 1 Vorbereitung der Umfrage 1.1 Einführung Angeregt durch eine Kleine Anfrage des Herr n Stadtverordneten Roßmann wurde das Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung gebeten, eine Zusammenstellu ng der Zusammenarbeit von wis- senschaftlichen Instituten und Einrichtungen und der Stadtverwaltung Darmstadt vorzunehmen. Da dazu keine Übersicht von Seiten der Dezernat e und der Verwaltung vorliegt, wurde im Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung zusätzlich zu m feststehenden Jahresarbeitsprogramm 2010 ein Fragebogen erarbeitet, der an die Dezernate und Ämter mit der Bitte um Beantwortung weiterge- leitet wurde. Nun können nach Auswertung der Fragebögen die Umfrageergebnisse vorgelegt wer- den. 1.2 Der Fragebogen zur Umfrage Aus Gründen der fachlichen Zuständigkeit und des Datenschutzes wurde der Fragebogen von der Abteilung Statistik und Stadtforschung im Amt fü r Wirtschaft und Stadte ntwicklung entworfen, gedruckt und an alle Ämter mit der Bitte um Beantwortung versandt. Der Originalfragebogen ist in der Anlage beigefügt. Die Präzisierung der Fragestellung der ursprünglichen Anfrage wurde im Fragebogen folgender- maßen umgesetzt: „Im Auftrag des Magistrats bi tten wir Sie um Angaben zur Durchführung von Projekten, Gutachten, Unterstützung von Promotions- und Diplomarbeiten etc., die in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen in den 5 le tzten Jahren durchgeführt wurden.“ Die ange- schriebenen Ämter wurden gebeten, für jedes Pr ojekt einen eigenen Fragebogen auszufüllen und an die Abteilung Statistik und Stadtforschung im geschlossenen Umschlag zurückzusenden. Ins- gesamt gab es 185 Rückmeldungen in Form ausg efüllter Fragebögen, die bearbeitet und ausge- wertet wurden (s.u.). 2 Ergebnisse der Umfrage Die Ergebnisse der Umfrage zur Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Instituten und Einrich- tungen und der Stadtverwaltung Darmstadt werden im Folgenden dargestellt. Insgesamt 57 Ämter wurden angeschrieben und befragt, 47 haben ge antwortet und insgesamt 185 ausgefüllte Frage- bögen bzw. Rückmeldungen gegeben. Die Zahl der Projekte beläuft sich auf 163 und die Zahl der betreuten Promotions-, Bachelor-, Master- und Di plomarbeiten auf 22. Diese Zahl ist jedoch die Untergrenze der tatsächlichen wissenschaftlichen Kooperationen: eine Aufstellung aller wissen- schaftlicher Kooperationen bei bestimmten Institutionen, wie z.B. dem Institut Mathildenhöhe, ist aufgrund des wissenschaftlichen Grundcharakters der Einrichtung nicht möglich. Zudem ist davon auszugehen, dass bedingt durch z. B. Arbeitskräftefluktration, Ruhestandsversetzungen oder län- gerer Abwesenheit von mit der Wissenschaft koop erierenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein gewisser Anteil von Projekten nicht gemeldet werden, so dass in der Realität von einer noch höheren Kontaktdichte zwischen Verwaltung und Forschung auszugehen sein dürfte. Dies schmä- lert den Wert der Befragung, die Wiederholung find en soll, nicht, da die Ergebnisse ein guter Be- 3 leg eines verzahnten Netzwerks insbesondere innerhalb der räumlichen Grenzen der Wissen- schaftsstadt selbst liefern. 2.1 Forschungsprojekte unter Beteiligung der Stadtverwaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt Wichtige Forschungsarbeiten in der Wissenschaf t können häufig nur mit Unterstützung potentiel- ler oder realer Nutzer entstehen, auch wenn sie eher zum Bereich Grundlagenforschung zählen. Im Bereich der Forschungsprojekt e wurden 22 Projekte gemeldet, die eine weite Spannweite ab- decken. Dazu zählen beispielsweise die Ermittlungen des Solarpotentials der Stadt, die Erstellung und Umsetzung einer Sportentwicklungsstudie, die Voraussetzungen der Gründung und des Be- triebes eines aus der TU Darmstadt ausgegründet en High Tech-Unternehmens, eine Studie zur regionalwirtschaftlichen Bedeutung einer wichti gen Raumfahrtagentur, St udien zur Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels sowie Grundlagen zum Vergleich eines qualifizierten Mietspiegels verschiedener deutscher Großstädte, Reauditier ungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Untersuchungen zum Einsatz verschiedener Leuc htmittel im Straßenverkehr, Möglichkeiten zur Reduzierung von Partikelemission im Bereich de r Abfallwirtschaft, bund esweite Benchmarking- Untersuchungen zur Jugendhilfe sowie Perspektiven der Jazz-Musik. Die Forschungsprojekte wurden mit diversen Hoch schulen, Universitäten und Forschungseinrich- tungen durchgeführt. Den größten Anteil haben die Institute der TU Darmstadt, die Evangelische Fachhochschule Darmstadt, das Institut Wohnen und Umwelt Darmstadt. Außerdem wurden zahl- reich Kooperationen mit anderen Großstädten in Projektverbänden gemeldet. Mit wenigen Aus- nahmen wird mit den hier kurz dargestellten Fo rschungsprojekten auch wissenschaftliches „Neu- land“ betreten; die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist somit durch ihre Projekte an der vordersten „Forschungsfront“ mit beteiligt. 2.2 Kooperationsprojekte im Bereich Aus- und Weiterbildung Unter diesen Teilaspekten wurden die derzeit vorhandenen neunzehn Projekte erfasst, die dazu beitragen, im Rahmen der Tätigkeit für die Wiss enschaftsstadt Darmstadt gewonnenes Wissen an Studierende an Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen, aber auch an Auszubil- dende innerhalb der Stadtverwaltung weiter zu geben. Dazu zählen Lehraufträge, die Unterstüt- zung neuer Studienangebote, die Erarbeitung fa chlicher Standards von Prüfungen und Abschlüs- sen, Kooperationen zwischen Städten und Ausb ildungsbereichen bei der Jugendpflege und der Fachaustausch mit Universitäten im In- und Ausland. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Stadtentwicklung und Stadtplanung, Architektur, Hilfen zur Erziehung, Schulsanierung, Bibliotheksmanagement, Jazz-Musik, IT-Angebote an Schulen sowie strategische Entwicklungsfragen deutscher Groß städte. Kooperationspartner sind insbesondere die TU Darmstadt und die Hochschule Darmstadt, jeweils mit ihren Fachbereichen, sowie die Co- lumbia University in New York, die Goethe-Univers ität Frankfurt a. M. und andere Großstädte in Gemeinschaftsprojekten. 4 2.3 Kooperationsprojekte im Bereich konkrete r Umsetzungen städtischer Projekte mit wissen- schaftlichen Instituten und Einrichtungen Die elf Kooperationsprojekte im Bereich konkre ter Umsetzungen städtischer Projekte mit wissen- schaftlichen Instituten und Einr ichtungen beziehen sich auf die Erforschung der Möglichkeiten angewandter Wissenschaften, die ein breites Themen feld umfassen. Hierbei geht es nicht um die Grundlagenforschung, wie in Kapitel 2.1 beschr ieben, sondern um die konkrete Umsetzung wis- senschaftlicher Erkenntnisse für konkrete Projekte und konkrete Zielsetzungen. Dazu zählen als Projekte insbesondere die Einr ichtung eines Technologie- und Innovationszent- rums, wohnungswirtschaftliche Entwicklungsperspe ktiven der Stadt, die Erweiterung eines kon- ventionellen Kompostwerkes, Vernetzung von Ho chschulstandorten, der Betrieb des Wissen- schafts- und Kongresszentrums, Konzepte für ei ne innovative Energieversorgung, die wissen- schaftliche Begleitung des Konversionsprozesses in Darmstadt sowie die Kooperation zum Thema Papiertechnologie. Kooperationspartner sind insbesondere die TU Darmstadt mit ihren Fachberei- chen, die Schader-Stiftung Darmstadt sowie das Institut Wohnen und Umwelt. 2.4 Kooperationsprojekte im Bereich Umwelt und Klima Drei Kooperationsprojekte wurden zum Thema Umwelt und Klima gemeldet, dabei ist zu berück- sichtigen, dass bei enger Auslegung auch andere Projekte zu diesem Themenbereich (Grundla- genforschung und angewandte Forschung) hierzu gezählt werden könnten. Die Themenfelder sind eine CO 2-Bilanz für Kommunen, Klimaschutzfragestellungen für Kommunen und die Nutzung von Satellitenbildern zu modernen umweltorientierten Fragestellungen. Die Kooperationspartner sind u.a. das Institut Wohnen und Umwelt, die Fachhochschule Erfurt sowie die Eumetsat. Wesentlich ist, dass die Wissenschaftsstadt Darmstad t auch hier mit an vorderer Stelle der For- schung in Deutschland steht, da für die derzeit europaweit aktuell diskutierten Fragestellungen wie z. B. CO 2-Bilanzen für Kommunen noch ke ine generellen Lösungen vorliegen, jedoch auf- grund der vorhandenen vielfältigen Daten und Stat istiken eine für deutsche Städte generalisierba- re Lösung möglich erscheint. Der besondere Aspekt z.B. bei der wissenschaftlichen Analyse und Aufstellung von CO 2-Bilanzen für Städte liegt in den Stärken Darmstadts: sowohl von der Seite der ansässigen Forschungseinrichtungen her, von der Verfügbarkeit der Daten und Statistiken aus verschiedenen städtischen Fachbereichen als auch von Seiten der mathematischen Modellierbar- keit komplexer Umweltbilanzen sind in Darmstad t exakt jene Einrichtungen mit ihren hoch kom- petenten Wissens- und Erfahrungsbereichen vor Ort, die Beispiel gebend für andere deutsche Städte wichtige und moderne Lösungsansätze im Bereich von Umwelt und Klima erarbeiten. 2.5 Kooperationsprojekte im Bereich „Soziales Darmstadt“ Bereits seit 1993 unternimmt Darmstadt von der stadtpolitischen und stadtentwicklerischen Seite her große Anstrengungen, eine „soziale Stadt“ zu sein und zu bleiben. Deswegen überrascht es nicht, dass dieser Bereich mit 36 Projekten in de r Fachumfrage sehr umfangreich vertreten ist. Die Projekte im Bereich „Soziales Darmstadt“ umfassen die Themenfelder Erziehung von Kindern und Jugendlichen, Sozialberichterstattung und Sozialraumanalyse im hessischen, nationalen und 5 internationalen Vergleich, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, frauen- und männerspezifische Schwerpunkte in Beruf, Familie und Nachbarschaf t, Fort- und Weiterbildungskonzepte für soziale Projekte und für Einzelpersonen/spezifische Gruppen, integrative Schulsanierung bis hin zu de- mografischen Stadtteilanalysen für Seniorinnen und Senioren. Die Palette der Kooperationspartner ist sehr breit: von der OECD in Genf über die EU-Kommission DG Regio in Brüssel bis zu universitären Part nern (TU Darmstadt, Hochschule Darmstadt und Evangelische Fachhochschule, Verwaltungsfachhoch schule Wiesbaden, Goethe-Universität Frank- furt a.M., Humboldt-Universität Berlin, Universität Heidelberg u.a.) und wissenschaftlich arbeiten- den Instituten und Einrichtungen wie der Schader-Stiftung (Darmstadt), dem Deutschen Jugend- institut (München), dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung oder der Prognos AG. Die Fragestellungen sind auf verschiedenen Niveaus angesiedelt: die grundlegenden Fragestellungen und Datenerhebungen zu Armut und Reichtum in der Stadt für kommunale, föderale und interna- tionale Vergleiche, innerstädtische Raumbeobachtungs- und Sozialmonitoring-Projekte, Frauen-, Männer-, Familien-Projekte zur Vereinbarkeit vo n Familie und Beruf im kommunalen oder bun- desweiten Vergleich, Projekte im Bereich für äl tere Menschen von Sport bis zum Lebensumfeld oder die Unterstützung lokaler Bündnisse mit wi rkungsorientierter Steuerung haben unmittelbar oder mittelbar Konsequenzen für das nachhaltige Zusammenleben verschiedener sozialer und altersmäßiger Gruppen und Bevölkerungsteile in der Stadt. 2.6 Kooperationsprojekte im Bereich Stadtplanung und Stadtentwicklung Großstädte sind bei der Entwicklung nachhaltig er Stadtentwicklungspro jekte heutzutage mehr denn je auf Erfahrung, Wissen und Einbindung von Fachkompetenz angewiesen als früher. Erfreu- lich ist von daher die enge Kooperation fast aller Stadtentwicklungs- und Stadtplanungsprojekte in der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit anderen deutschen und europäischen Städten, unter ande- ren insbesondere die Partnerstädte Plock, Ushgorod und Liepaja, als auch mit vielseitigen Ele- menten der Bürgerbeteiligung. Insgesamt 26 Projekte sind in dieser Gruppe der Kooperationspro- jekte im Bereich Stadtplanung und Stadtentwicklung vertreten, die die Themenfelder von Flächen- nutzung, Stadtumbau, energieeffiziente Stadt, Mobilitätsmanagement, Lärmkartierung, Mietspie- gelanalysen, Infrastruktur und Nahversorgung bis hin zu wirtschaftspolitischen Fragestellungen umfassen. Durch die Entwicklung der Darmstädter Konversionsflächen wird sich dieser Bereich auch in Zukunft voraussichtlich dynamisch erwe itern und von wichtiger Fragestellung für die nachhaltige Fortentwicklung der Stadt bleiben. Kooperationspartner sind – neben den Partnerstädte und anderen Kommunen – insbesondere eine Vielzahl universitärer Fachbereiche an verschie denen deutschen und europäischen Universitäten und Hochschulen sowie wissenschaftlich arbeiten de Instituten und Einrichtungen. Die meisten Projekte in diesem Bereich werden mit der TU Darmstadt durchgeführt, ferner sind Universitäten aus München, Stuttgart, Mainz, Hamburg-Harburg, Köln, Berlin, Bukarest und Augsburg an diesen Projekten beteiligt. Forschungseinrichtungen wie die Schader-Stiftung, das Institut Wohnen und Umwelt, das Deutsche Institut für Urbanistik (d ifu, Berlin), das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Bonn) und das Institut für Landes - und Stadtentwicklung in Nordrhein-Westfalen sind ebenfalls vertreten. 6 2.7 Kooperationsprojekte im Bereich Beratung und politische Umsetzung städtischer Maßnahmen Mit acht Projekten werden im Bereich Beratung und politische Umsetzung städtischer Maßnah- men auch jene Prozesse unterstützt, die zu ei ner erfolgreichen Nutzung der Konversionsflächen führen sollen. Vier Projekte haben alleine diesen Schwerpunkt, die anderen konzentrieren sich auf Projekte der grafischen Visualisierung, der K ooperation der Jugendämter und der nachhaltigen Stadtentwicklung. Kooperationspartner sind die TU Darmstadt, die Schader-Stiftung, verschiedene Software-Firmen und Netzwerke im Bereich der Jugendämter. 2.8 Themen- u. projektbezogene Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen Hierbei ist insbesondere der Aspekt der angewandten Forschung und Wissenschaft im Mittelpunkt der Betrachtung, der in der Regel drei Kooperationspartner umfasst: Ämter und Einrichtungen der Stadtverwaltung, eine wissenschaftlich-universitä re Einrichtung und ein oder mehrere Unterneh- men arbeiten zusammen. Themenbereiche der 10 Projekte sind der Aufbau eines Software- Clusters Rhein-Main, Beratung und Betreuung von Software-Projekten, Entwicklung von Projekten im Bereich Verkehrsplanung und Verkehssicherheit sowie im Bauingenieurwesen. Stark eingebunden ist die TU Darmstadt mit ihre n Fachbereichen, das Institut Wohnen und Um- welt, sowie eine Vielzahl von Unternehmen und Firmen, insbesondere aus dem IT-Bereich. 2.9 Schwerpunkt des Projekts: Promotions-, Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten Insgesamt 22 Projekte mit dem Ziel der Erlangun g eines Mastertitels, eines Diploms oder einer Dissertation wurden oder werden aktuell in de r Stadtverwaltung der Wissenschaftsstadt Darm- stadt unterstützt und betreut, die das Ziel habe n, Wissenslücken zu verschiedenen Fragestellun- gen zu schliessen oder neue Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen zu finden. Dabei werden nicht nur Studierende an der TU Darmstadt durch die Stadtverwaltung unterstützt, ebenso hilf- reich ist die Unterstützung der Wissenschaft bei der Weiterqualifizierung städtischer Bediensteter in verschiedenen Ämtern und Facheinrichtungen. Von der Elektrotechnik, der Architektur und der Verkehrsplanung/Verkehrstechnik über die Servi- celeistungen der Stadtverwaltung bis zur Informatik reichen die Themenstellungen, die erarbeitet werden. Kooperationspartner sind die TU Darmstadt, die Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden, die Gutenberg-Universität in Mainz, die Hochschule Darmstadt, die FH Rüsselsheim und die Mar- tin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg. 2.10 Projekte im Zusammenhang mit Vorträgen, Seminaren und Kongressen Sechzehn Projekte im Zusammenhang mit Vorträ gen, Seminaren und Ko ngressen umfassen eine breite Palette, die in der Regel mit mehreren Veranstaltern zusammen organisiert, durchgeführt und ausgewertet werden. Die Themenpalette reicht von der Diskussion über Grundeinkommen und Existenzsicherung, der Stadtentwicklung, der Durchführung von Ausstellungen und Erfah- 7 rungsaustauschen im kulturellen und sozialen Bereich bis hin zum Ausstellungsprojekt „Deut- scher Jazz“. Alleine die TU Darmstadt ist an acht Projekten beteiligt, weitere Kooperationspartner sind die Firma Merck, die Agentur für Arbeit, die Evange lische Fachhochschule, Darmstadts Caritasver- band, das Deutsche Institut für Urbanistik in Berlin und die Goethe-Institute. 8 3 Zusammenfassung und Ausblick Auf vielfältige Weise sind die Stadtverwaltung, wissenschaftliche Institute und Firmen in Darm- stadt aufeinander angewiesen: moderne Stadtentwicklung erfordert auch von Seiten der Stadtver- waltung die Erarbeitung moderner, zeitgemäßer Lösungen für viele Bereiche der Verwaltung, der Planung und der Umsetzung von Lösungen städtischer Probleme. Sehr überraschend ergibt sich durch die Befrag ung aller Ämter und Einrichtungen der Stadtver- waltung, in welch breitem Maße hier eine Zusa mmenarbeit mit der Wissenschaft täglich stattfin- det. Auffällig sind viele Fragestellungen, die von der Stadt mit ihren Kooperationspartnern ange- gangen werden, die auch in anderen Städten den dortigen Stadtverwaltungen „unter den Nägeln brennen“ und wo nach Lösungen gesucht wird. Oft ist es alleine die Wissenschaftsstadt Darm- stadt, die durch ihre vielfältigen Kontakte zu Wissenschaftseinrichtungen, zumeist häufig vor Ort und mit bundesweitem, wenn nicht sogar europäischem Profil, mit höchster Sachkompetenz Lö- sungen zu den drängenden Fragen unserer Zeit erarbeitet und dieses Wissen mit anderen Groß- städten in Kooperationsprojekten teilt. Die Palette der Kooperationspartner ist höchst pr ominent, von High Tech-Unternehmen der Welt- spitze bis zu kompetenten Ansprechpartnern in mehreren Wirtschaftsclu stern, von politischen Organisationen und Einrichtungen wie z. B. de r EU-Kommission bis zur Nachbargemeinde, von der TU Darmstadt bis zu europäischen oder amerikanischen Hochschulen. Sehr breit sind auch die Themenfelder, die bearbeitet werden: von der Grundlagenforschung bis zur konkreten Anwendung, von der Bürgerbeteiligung bei der Konversion über ein kommunales Solarkataster bis zur sozialen Stadt reichen die Kooperationsprojekte. Sie dienen nicht nur der Verbesserung der Lebensverhältnisse und der Lebensqualität der Menschen in der Bundesrepu- blik, sondern sind klare Belege für die Aktivitä t der Stadtverwaltung zur konkreten Umsetzung in Darmstadt, mit Nutzen für die konkret hier lebende Einwohnerschaft. 9 Anlage 1 - Fragebogen: Fragebogen zur Zusammenarbeit zwischen der Wissen- schaftsstadt Darmstadt und wissenschaftlichen Einrichtun- gen Im Auftrag des Magistrats bitten wir Sie um Angaben zur Durchführung von Projekten, Gutachten, Unterstützung von Promotions- und Diplomarbeiten etc., die in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen in den letzten 5 Jahren (2005 – 2009 ff.) durchge- führt wurden. Bitte benutzen Sie für jedes Projekt einen eigenen Fragebogen! Amt: Abteilung: Ansprechpartner: (Name, Tel.) Kooperationspartner (Universität/Hochschule/Einrichtung): Projekttitel/Thema: Organisatorischer Ablauf des Projektes/der Kooperation; Arbeitsverteilung, Ergebnis (in Stichworten): Finanzierung: Laufzeit: von… bis … abgeschlossen fortlaufend Veröffentlichung/en (falls vorhanden): Sonstiges: 10 Anlage 2 - Angeschriebene Ansprechpartner: Dezernat I Dezernat II Dezernat IV Dezernat V Dezernat VI Agenda Büro Datenschutzbeauftragte Fachdienst Zentrale Verwaltung Akademie für Tonkunst Amt für Familie, Kinderbetreuung und Sport Familienzentrum – Familienbildung – Erziehungsberatung Amt für Soziales und Prävention Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Amt für Wohnungswesen Ausländerbeirat Bauaufsichtsamt Bezirksverwaltung Darmstadt Arheilgen Bezirksverwaltung Darmstadt Eberstadt Bezirksverwaltung Darmstadt Wixhausen Bürgerbüro Kranichstein Bürgerbüro Darmstadt-West Bürger- und Ordnungsamt Eigenbetrieb Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkte Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt Eigenbetrieb Kulturinstitute der Wissenschaftsstadt Darmstadt Feuerwehr Finanzverwaltung Frauenbüro Grünflächenamt Vivarium Hauptamt IT-Abteilung Institut Mathildenhöhe Jazz-Institut Darmstadt Jugendamt Personalamt Gesamtpersonalrat Personalrat Pressestelle Rechtsamt Revisionsamt Schulamt Stadtarchiv Stadtbibliothek Stadtplanungsamt Standesamt Straßenverkehrs- und Tiefbauamt Umweltamt Vergabe- und Beschaffungsstelle Vermessungsamt Volkshochschule Darmstadt Marketing GmbH
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 24.01.2011 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschluss- fassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2011/0021 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Wissenschaftsstadt - Wissenschaft und Stadtverwaltung Vorlage vom: 11.01.2011 Beschlussvorschlag: Der Bericht und die Auswertung der Umfrage zur Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Einrich- tungen und der Stadtverwaltung werden zur Kenntnis genommen. Anlagen: Anlage 1 - Auswertung der Umfrage zur Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Stadtverwaltung Datenschutzrelevante Anlage: Beschluss des Magistrats vom 2 ... Begründung zur Magistratsvorlage vom 11.01.11 Diese Vorlage dient dazu, über drei Teilprojekte aus dem Themenfeld Wissenschaftsstadt bzw. Wissenschaft in Darmstadt zu berichten: - Umfrage zur Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Stadtverwaltung Zur Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit Akteuren des Forsch ungs- und Entwicklungssektors lag bisher keine systematische Übersicht vor. Gleichwohl konnte aufgrund der Eingebundenheit von zahlreichen Einheiten der Verwaltung in wissenschaftsnahe Netzwerke insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene von einer gewissen Kontakt- und Projektdichte in jedem Falle ausgegangen werden. Angeregt durch eine Kleine Anfrage des Stadtverordneten Dr. Roßmann wurde vereinbart, dass das Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Abteilung Statistik und Stadtforschung, zusätzlich zu den in den übrigen in der Jahresplanung für 2010 festgelegten Projekten und Befragungen eine Studie zu diesem Thema innerhalb der Stadtverwaltung vornimmt. Dazu wurde ein Fragebogen erarbeitet, der an die Dezernate und Ämter mit der Bitte um Beantwortung weitergeleitet wurde. Insgesamt wurden durch die abgeschottete Statistikstelle 185 Rückmeldungen in Form ausgefüllter Fragebö- gen ausgewertet. An dieser Stelle können die Ergebnisse nun vorgelegt werden. Die in der Anlage beigefügte Auswertung belegt die Eingangsvermutung einer intensiven Kooperation in verschiede- nen Themenbereichen. Weiterführende Details können dem Dokument entnommen werden. - Kooperation mit der Schader-Stiftung / Vernetzung der wissenschaftlichen Einrichtungen Die Weiterentwicklung der gegenseitigen Kenntnis, Kommunikation und darauf aufbauend Koopera- tion zwischen den Forschungseinrichtungen und forschenden Unternehmen vor Ort ist ein wichtiges Ziel für einen technologieorientierten Standort, dessen zentrale Ressource „Wissen“ ist. Dies gilt z.B. im Sinne des von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Antrags zu einer „Wis- sens- und Wirtschaftsallianz“. Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung sondierende Gespräche geführt, die zu dem Schluss geführt haben, dass es anzustreben ist, eine Veranstaltungsreihe an einem festen Ort mit Widererkennungswert zu etablieren, die auf dem Charakter von sog. Kaminge- sprächen aufbauend, eine Gesprächsplattform zwischen den Akteuren in Forschung und Entwick- lung in Darmstadt anbietet. Zielgruppe ist die Leitungs- bzw. höhere Managementebene der Institu- tionen. Zu diesem Zweck ist es wichtig, mit einem Partner auf wissenschaftlicher Seite in inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht zu kooperieren, der über entsprechendes Know-how verfügt, in der Darmstädter Wissenschaftslandschaft ähnlich der Stadtverwaltung eine gewisse Neutralität aus- strahlt und Anerkennung genießt. Dies trifft in idealer Weise auf die Schader-Stiftung zu, die dan- kenswerter Weise im Zuge ihrer in jüngerer Zeit stark intensivierten Zusammenarbeit mit der Stadt Kooperationspartner sein wird und ebenfalls ein Interesse an der Ausgestaltung des Leitbildes Wis- senschaftsstadt an ihrem Stiftungssitz hat. Als Veranstaltungsort ist das Schader-Forum vorgese- hen. Start der Reihe soll unter Berücksichtigung der Raumverfügbarkeit und organisatorischer Fra- gestellungen das zweite Halbjahr 2011 sein. Komplementär und inhaltlich abgestimmt wird die Darmstadt Marketing GmbH, unterstützt durch die HEAG AG, kurzfristig eine weitere Plattform starten, welche die Optimierung der Vernetzung der wissenschaftlichen Einrichtungen zum Ziel hat. Der sogenannte „Themenkreis Wissenschaft“ wird sich ab Februar in regelmäßigen Treffen vorrangig an die Beauftragten für Kommunikationsfragen und Eventmanagement bei den wissenschaftlichen Einrichtungen in Darmstadt wenden. Gemein- sam soll über Fachgrenzen hinweg ein Netzwerk aufgebaut werden. Bestehende Kontakte und Ko- operationen sollen institutionalisiert werden. Absicht ist es, durch eine abgestimmte Öffentlichkeits- 3 ... arbeit und Kooperation bei bestehenden Veranstaltungsformaten ebenso wie bei neuen Ansätzen die Sichtbarkeit von Wissenschaft und Forschung im Darmstädter Alltagsleben weiter zu erhöhen. - Wissensregion / regionale Cluster- und Netzwerkstudie Wissenschaftliche Verflechtung endet trotz der Vorteile großer räumlicher Nähe selbstverständlich nicht an Stadtgrenzen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hält zudem zweifelsohne eine Alleinstel- lung als technologisches Zentrum in der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Die Stadt engagiert sich deshalb seit längerem in der Initiative Wissensregion und zählt zu den Städten, welche 2008 die „Erklärung zur Wissensregion“ unterzeichnet haben. In diesem Verbund wird derzeit eine sog. Cluster- Netzwerkstudie FrankfurtRheinMain vorbereitet. Wesentliches Ziel der Studie ist es, auf Basis eines Indikatorensystems und mit Experteninterviews umfassend und übergreifend Daten zu den zukunftsfähigen Technologiefeldern in Wirtschaft und Wissenschaft (im Sinne von Clustern) in der Metropolregion zu erheben und die regionale Wettbe- werbsposition im internationalen Vergleich zu prüfen. Projektpartner sind neben den übrigen Groß- städten der RheinMain-Region z.B. auch die IHK Darmstadt. Die Stadt wird in der Projektsteuerung maßgeblich vertreten sein. Über die Ergebnisse der Studie wird zum gegebenen Zeitpunkt geson- dert berichtet werden. Dez. I Walter Hoffmann Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2011/0021
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 11.01.2011
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00