AN/1255/2024
Anfrage zur Mittelkürzung für HIV-/Aids- Förderung im Landeshaushaltsentwurf 2025
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Schriftliche Anfrage
4296 Zeichen
Sophie Sänger (TX Köln) Sachkundige Einwohnerin auf Vorschlag der Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik (nach § 22 ff. Hauptsatzung der Stadt Köln) Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker An den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses Herrn Ralf Unna Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 13.09.2024 AN/1255/2024 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Gesundheitsausschuss 29.10.2024 Mittelkürzung für HIV-/Aids-Förderung im Landeshaushaltsentwurf Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Dr. Unna, das Kabinett hat dem Landtag den Landeshaushaltsentwurf für das Jahr 2025 vorgelegt, in dem die HIV-/Aids-Förderung um über ein Drittel gekürzt werden soll. Diese Kürzung soll auch bei den kommunalisierten Landesmitteln angesetzt werden, also den Landespauscha- len, welche die Kommunen an die freien Träger weitergeben. Hier konkret um 35%. Insgesamt soll der Etat von 4,591 Mio. Euro auf 3 Mio. Euro gekürzt werden. Dies hätte dras- tische Einschnitte für die HIV-/Aids- und STI-Prävention in NRW und folgerichtig auch in der Kommune Köln zur Folge. Somit plant das Land NRW die qualitativ hochwertige Unterstützung von 40 Jahren effektiver HIV-/Aids-Prävention in NRW zu beenden und würde vielen Strukturen damit nachhaltig schaden. Die Landesregierung nimmt billigend in Kauf, dass nicht nur die Zahl der Neuinfektionen von HIV in NRW und in unserem Falle auch in Köln wieder deutlich steigen werden, auch kann man so dem Problem der in unserem Bundesland noch viel zu hohen HIV-Spätdiagnosen und den daraus resultierenden Aids-Erkrankungen nicht gerecht werden. Hier ist von einer wesentlichen Verschlechterung der Diagnoseraten durch zwangsweise verminderte Testan- gebote auszugehen und als Folge von einer steigenden Zahl von Spätdiagnosen. Am Ende würden diese Kürzungen in der Prävention und die vermeintlichen Einsparungen zu massiven Kostensteigerungen im Gesundheitswesen führen. Reparabel wäre der dann entstandene Schaden im Nachhinein nicht! - 2 - Die Aidshilfe Köln (ebenfalls Mitglied der StadtAG Queerpolitik) engagiert sich im sogenannten Kölner Modell (auch mit den Trägern anyway und rubicon) seit fast 40 Jahren für Menschen mit HIV und Aids, klärt in Schulen auf, wendet sich an Frauen, Familien, Jugendliche und Kinder, steht vor enormen Herausforderungen in der Suchtarbeit, betreut queere Geflüchtete und räumt nebenher neue Pandemien wie MPOX in 2022/2023 ab. Ein Beratungs- und Testangebot wie der Check-point rundet die Angebotspalette an fünf Abenden die Woche ab. Dies funktioniert nur mit der Unterstützung von 200 Ehrenamtlichen und einem hohen Anteil an Eigenmitteln und konstanter Spendenakquise. Die geplanten Kürzungen sind nicht nur eine Ohrfeige, sondern werden sich letztendlich kostensteigernd auf das Gesundheitssystem auswirken. Die geplanten Kürzungen verhindern Zugänge zu Prävention, Bildung, Selbsthilfe und Versorgung und wirken darüber hinaus demokratiezersetzend. Für die Stadt Köln ist hierbei in der fachbezogenen Landespauschale eine Kürzung von 73.200,00€ vorgesehen. Die Mittel der Zielgruppenspezifischen Prävention, für die Mitgliedsorganisationen wie die Aidshilfe Köln, das anyway oder auch rubicon Projektgelder beantragen können, sollen ins- gesamt um 620.000,00€ gekürzt werden. Hier stehen allein für den Träger Aidshilfe Köln zu- sätzliche 60.000€ als Kürzung im Raum. Vor diesem Hintergrund bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen: 1) Ist sich die Stadt Köln über das Ausmaß und die Folgen der drohenden Kürzun- gen im Bereich HIV/Aids und sexueller Gesundheit und Bildungsarbeit bewusst und wie bewertet sie diese? 2) Was gedenkt die Stadt Köln gegen diese Kürzungsszenarien zu unternehmen? 3) Wird die Stadt Köln etwaige Kürzungen in ihrer Haushaltsplanung berücksichti- gen, um eine adäquate Beratung, Schulaufklärung, Versorgung und Prävention für die Bürger*innen der Stadt zu gewährleisten? Die Antworten auf die drei an Ende der Anfrage gestellten Fragen mögen bitte auch an den Ausschuss Soziales, Seniorinnen und Senioren (wegen Selbsthilfe), in den Jugendhilfeaus- schuss (wegen Youthwork) und in die Stadt AG Queerpolitik versandt werden. Herzlichen Dank. Mit freundlichen Grüßen gez. Sophie Sänger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1255/2024
- Typ
- Anfrage nach § 4 der GeschO des Rates
- Datum
- 10.10.2024
- Erstellt
- 13.09.2024 10:54