AN/0646/2018
Angebote für Obdachlose
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Linke Anfrage nach § 4
3670 Zeichen
Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln An die Oberbürgermeisterin Henriette Reker An den Ausschussvorsitzenden Michael Paetzold Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln Postanschrift: Postfach 103564 · 50475 Köln Tel: 0221/221-27840 · Fax: 0221/221-27841 E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de Fraktionsvorstand Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 24.04.2018 AN/0646/2018 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss Soziales und Senioren Angebote für Obdachlose Sehr geehrte Frau Reker, sehr geehrter Herr Paetzold, die Fraktion DIE LINKE bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren zu setzen. Die Winterhilfe für Obdachlose ist für die Saison 2017/18 beendet. Ehrenamtliche Akteure haben rückgemeldet, dass die Resonanz der Nutzerinnen und Nutzer positiver ausfällt als in den vorangegangenen Jahren. Zudem wurden mehr Plätze zur Verfügung gestellt. Das ist erfreulich. Trotzdem bleiben viele ungelöste Probleme bestehen. Die Bedürfnisse von Obdachlosen werden durch die Angebote in der Stadt nur zum Teil erfüllt. Deshalb fragt die Fraktion DIE LINKE: 1. Die Zahl der Menschen, die in Parks und Wäldern wild campen, weil sie obdachlos sind, hat augenscheinlich stark zugenommen. Obdachlose, die Notunterkünfte nicht nutzen, geben seit Jahren dieselben Gründe dafür an: Die Schlafstellen sind zu weit von den Aufenthaltsorten der Obdachlosenszene weg und nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, was zu vielen „Schwarzfahr-Delikten“ führt. Hundebesitzer dürfen ihre Tiere nicht mitnehmen. In den Unterkünften, auch den Hotels, gibt es Ungezieferbefall. Die wenigen Besitztümer sind nicht vor Diebstahl geschützt. Alkoholkonsum ist verboten, was den zahlreichen Alkoholikern, die obdachlos sind, die Nutzung der Unterkünfte verbietet. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, denjenigen Obdachlosen ein Angebot zu machen und Abhilfe für die oben genannten Gründe zu schaffen? 2. Ein Teil der obdachlosen Menschen in Köln weist massive psychische Probleme auf. Akute Psychosen und wahnhafte Zustände erschweren es dieser Personengruppe, Angebote in Anspruch zu nehmen. Sie kapseln sich eher ab und vermeiden den Stress menschlicher Begegnungen. Darum brauchen sie eine spezielle Ansprache und Angebote, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Gibt es differenzierte Angebote für diese Gruppe und wenn ja, welche mit welchen Kapazitäten? 3. Wie groß schätzt die Verwaltung die Gruppe der akut schwer psychisch Kranken ein (absolut und prozentual) und hat sich diese Gruppe in den letzten Jahren vergrößert? 4. Schlagzeilen machte kürzlich der Fall eines obdachlosen Paares, das im Wald zeltete, weil es sich nachts nicht trennen wollte. Anscheinend gibt es zu wenige Unterbringungsmöglichkeiten für Paare. Welche Möglichkeit sieht die Verwaltung, hier schnell Abhilfe zu schaffen, z. B. durch die Vergabe von Doppelzimmern in angemieteten Hotels? 5. Viele der Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete aus der Phase des großen Zuzugs werden heute nicht mehr benötigt. Zelte und Leichtbauhallen stellen eine Verbesserung gegenüber dem Übernachten auf der Straße dar. Container könnten als Anlaufstelle in der dicht bebauten Innenstadt fungieren. Die ehrenamtlichen Obdachloseninitiativen suchen z. B. einen Ort, an dem sie Essen verteilen können, ohne immer wieder vertrieben zu werden. Welche Möglichkeit sieht die Verwaltung, diese Objekte für Obdachlose weiter zu verwerten? Mit freundlichen Grüßen gez. Michael Weisenstein Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Sache ist erledigt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0646/2018
- Typ
- Die Linke. Anfrage nach § 4
- Datum
- 24.04.2018
- Erstellt
- 24.04.2018 13:24