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0766/2023

Optimierung der musealen Depots, Fortschreibung: Grundlagenermittlung und Mengengerüst

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 03.03.2023

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 14.03.2023

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

11828 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VII/4514 
 
Vorlagen-Nummer 03.03.2023 
 0766/2023 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bauausschuss 13.03.2023 
Ausschuss Kunst und Kultur 14.03.2023 
 
Ausgangspunkt der Mitteilung sind die Beschlussvorlage „Optimierung der musealen 
Depots“ (BV 3347/2020) sowie die Mitteilung „Optimierung der musealen Depots, 
Fortschreibung“ (Vorlagen-Nr. 2738/2022).  
 
Die Mitteilung erfolgt unter besonderer Berücksichtigung der mündlichen Anfrage der 
Fraktion Bündnis90/Die Grünen (Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 14. 
Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur vom 29.11.2022; 12.3. Mündliche Anfrage 
der Fraktion Bündnis90/Die Grünen: Optimierung der musealen Depots, Fortschreibung 
AN/2738/2022). Die Beantwortung dieser Anfrage (Vorlagen-Nr.  0293/2023) wurde im 
Ausschuss Kunst und Kultur am 31.01.2023 zurückgestellt, verbunden mit dem 
Wunsch, die Beratungsfolge um den Bauausschuss zu erweitern. 
1. Welche konkreten Bedarfe der Museen führen zur Überlegung, dass ein Zentraldepot 
eingerichtet werden soll?  
 
Die Bedarfe der Museen der Stadt Köln sind unterschiedlich und richten sich nach der ent-
sprechenden Gesamtsituation in den einzelnen Einrichtungen.  
Der verantwortungsbewusste und bewahrende Umgang mit Kunstwerken nach den Standards 
der UNESCO und ICOM-CC gehören zum Selbstverständnis der Kölner Museen. Dieser Ver-
antwortung kann ein Großteil der Museen in Hinblick auf die Depotsituation nicht, nur einge-
schränkt bzw. in Teilen nur eingeschränkt gerecht werden. Die individuellen Bedarfe der ein-
zelnen Museen werden aktuell im Rahmen einer Grundlagenermittlung zusammengetragen 
und ausgearbeitet (siehe Mitteilung 2738/2022). 
 
Grundsätzlich ergeben sich die Bedarfe aus den folgenden, je nach Museum variieren-
den Faktoren: 
 
 Hausinterne bzw. externe Depots entsprechen nicht den konservatorischen bzw. bauli-
chen Anforderungen und sind deshalb zur Unterbringung von Kulturgut nicht geeignet.  
 Hausinterne bzw. externe Depots verfügen nicht über die erforderlichen lüftungstech-
nischen Anlagen.  
 Die hausinternen Raumkapazitäten reichen nicht aus, so dass Sammlungsteile ausge-
lagert werden müssen, wodurch jährliche Kosten in Höhe von rund 3.320.000,00 Euro 
entstehen, was eine finanzielle Belastung für die betroffenen Museen darstellt.  
 Ebenfalls aufgrund räumlicher Engpässe müssen Objekte in ungenutzten Räumen 
(Ausstellungsräume, Technikräume etc.) untergebracht werden.

2 
 
 Die externen Depots sind in einem baulich schlechten Zustand (Feuchtigkeit, Schim-
mel etc.) mit zum Teil erheblichen Temperaturschwankungen, wodurch der Erhalt der 
Objekte gefährdet ist. Ein Arbeiten in diesen Depots ist nicht möglich.  
 Aufgrund der Gebäude- und Raumkonstellationen ist eine professionelle Schädlings-
kontrolle (IPM) nicht möglich.  
 Es fehlen Einrichtungen (z.B. Quarantäne) zur Vorsorge und Bekämpfung von Schäd-
lingen und Schadstoffen.  
 Das MAKK, das KSM und das RGM verfügen nicht über ausreichend Restaurierungs-
werkstätten. Zudem entsprechen diese nicht den Richtlinien des Arbeitsschutzes und 
den musealen Standards. Für diese Häuser müssen innerhalb des Zentraldepots ge-
eignete Werkstätten geschaffen werden.  
 Aufgrund von Baumaßnahmen ist für das MAKK, KSM und RGM eine Auslagerung der 
Gesamtbestände und für das ML eine Auslagerung von Teilbeständen erforderlich.  
 In einem Zentraldepot sollen die üblichen Zuwächse in den Sammlungen berücksichtigt 
werden.  
 Die Lager- und Sicherheitstechnik entspricht aktuell nicht den musealen Standards.  
 
Die aus den Bedarfen abgeleiteten Ziele für ein Zentraldepot wurden in der Mitteilung 
2738/2022, „Optimierung der musealen Depots, Fortschreibung“ erläutert. Die sich aus den 
Bedarfen ergebenden musealen Anforderungen und Ziele lassen sich nicht dezentral, sondern 
nur in einem Zentraldepot realisieren. Gleichzeitig werden auch funktionale Synergien sowie 
energetische und betriebswirtschaftliche Vorteile erreicht. 
 
 
2. Um welche Bestände handelt es sich? (Erstellung einer Übersicht: Art und Anzahl 
der einzulagernden Exponate)  
 
 Museum Objektgruppen 
1 Museum für Ange-
wandte Kunst 
(MAKK) - 4514 
Möbel, Textilien, Design-Objekte, Plakate, Gemälde, Graphische 
Sammlung, Metall-, Glas und Keramikobjekte, Schmuck, Teile hist. 
Raumausstattung, Karmann Ghia (Auto), 
bei Generalsanierung 250.000 Objekte auszulagern 
2 Museum Ludwig 
(ML) - 4511 
Mixed-Media Objekte, Installationen, digitale Objekte, Außenskulp-
turen, 1 Bauwagen und ein Baumstamm von ca. 8,90 m Länge 
3 Römisch-
Germanisches Mu-
seum (RGM) - 4512 
Steinobjekte, Mosaike, Wandmalereien, Baukeramik, Keramik, 
Glas, Metall, Bein/Knochen, Holz, Leder, Textil, Molluskenschalen, 
Kleinfunde, Skelettreste, Bodenproben, Bleisarkophage, große 
Hölzer (Bauhölzer) 
4 Rautenstrauch -
Joest Museum 
(RJM) - 4513 
Objekte der verschiedenen Sammlungen, 1 großes Boot 
5 Museum Schnütgen 
(MS) - 4516 
Große Holzobjekte 
 
6 NS Dokumentati-
ons-zentrum (NS-
DOK) - 4520 
Schriftgut, Fotografien, Plakate, 3D-Objekte aller Art, AV-Medien, 
Gemälde und Zeichnungen 
7 Kölnisches Stadt-
museum (KSM) - 
4518 
Graphische Sammlung, Möbel, Designobjekte, Gläser, Keramik, 
Textilien, Eisenobjekte, Maschinen, Gipsabgüsse, 1 Auto, 3 Groß-
Fahrzeuge, Großobjekte (Objekte der ehemaligen Dauerausstel-
lung), Filmmaterial, Skulpturen, Kunsthandwerk, Gemälde 
8 Wallraf-Richartz - 
Museum & Fondati-
on Corboud (WRM) 
- 4510 
Keine Flächenbedarfe für Objekte angemeldet. Im zu errichtenden 
Erweiterungsbau des Museums entsteht eine zusätzliche Depotflä-
che. 
9 Museum für Ostasi- Keine Bedarfe an ein Zentraldepot, da genügend ausbaufähige

3 
 
atische Kunst 
(MOK) - 4515 
Räumlichkeiten im Haus vorhanden sind. 
 
Grundlagenermittlung für die Planung eines Zentraldepots für die Kölner Museen – Er-
gebnis der Mengengerüstauswertung  
Für das sogenannte Mengengerüst wurde der Platzbedarf der Sammlungsbestände vor Ort 
durch die Firma Iconyk erfasst. Berücksichtigt wurden die auszulagernden Bestände in den 
Stammhäusern und in den Außendepots sowie die in Kunstlagern deponierten Objekte. Die 
Bestände wurden in Hinblick auf eine konservatorisch angemessene Aufbewahrung in geeig-
neter Lagertechnik systematisch aufgenommen. Dabei wurden zu hohe Lagerdichten oder 
ungeeignete Lagertechnik mit entsprechenden Zuschlägen berücksichtigt.  
Die Berechnung der erforderlichen Nutzungsfläche  (NUF) erfolgte auf Basis der erhobenen 
Daten und unter der Annahme angemessener Lagerhöhen sowie der notwendigen Bedien-
gänge innerhalb einzelner Depotzellen. Diese Annahmen beruhen auf Erfahrungen aus ande-
ren Depotprojekten in jüngerer Zeit. 
Die Reserve f ür den zukünftigen Zuwachs wird institutionsspezifisch festgelegt. Wo diese 
noch nicht vorliegt, wird vorerst ein Wert von 25% angenommen, der bei vergleichbaren Pro-
jekten üblich ist. 
 
Funktionsflächen Depot 
Insgesamt liegt gemäß vorläufiger Auswertung (siehe Tab. 1) der Flächenbedarf für die Lage-
rung der Sammlungsbestände der Stadt Köln inklusive prognostiziertem Zuwachs auf 25 Jah-
re bei ca. 22.520 m² Nutzungsfläche (NUF).  
Tab. 1 Vorläufige Depotflächenbedarfe der Häuser 
 
Aus der Erhe-
bung des Men-
gengerüsts ist die 
Verteilung des 
Flächenbedarfs 
auf die Institutio-
nen sowie die 
ungefähre flä-
chenmäßige Ver-
teilung der ver-
schiedenen Ma-
terialgruppen 
(siehe Tab. 2) 
bekannt. Die De-
potflächen lassen 
sich dadurch 
einerseits den 
verschiedenen 
Institutionen und andererseits unterschiedlichen Raumhöhen, Bodenlasten sowie klimatischen 
Bedingungen zuordnen, welche im Fortschreiten der Grundlagenermittlung konkretisiert wer-
den.  
In erster Priorität werden die Bestände einzelnen Institutionen und damit zukünftigen Depot-
einheiten zugewiesen. In zweiter Priorität lassen sich Sonderanforderungen, welche einen 
größeren technischen Aufwand erfordern, sinnvoll in räumliche Einheiten zusammenfassen. 
Die sogenannte „Verfügungsfläche für baulich bzw. k onzeptionell bedingte Abweichungen“ 
(siehe Tab. 1) dient dazu, derartige Abgrenzungen sinnvoll umsetzen zu können.  
Depotflächenbedarfe von NUF 
NUF +Zuwachs auf 25 
Jahre 
Museum Schnütgen 94 m² 117 m² 
Museum Ludwig * 2.572 m² 3.215 m² 
NS-DOK 160 m² 201 m² 
Römisch-Germanisches Muse-
um* 5.908 m² 7.273 m² 
Museum für Angewandte Kunst 
Köln 2.963 m² 3.704 m² 
Kölnisches Stadtmuseum 4.880 m² 6.044 m² 
Rautenstrauch-Joest-Museum 1.180 m² 1.466 m² 
Verfügungsfläche für  
baulich bzw. konzeptionell be-
dingte Abweichungen  500 m² 
Gesamtbedarf Depotflächen 
(NUF) 17.757 m² 22.520 m² 
*nutzerspezifische Zuwachsprognose berück-
sichtigt

4 
 
Tab. 2 Vorläufige prozentuale Volumen-Anteile der Materialgruppen aller Häuser 
Materialgruppen 
Summe von n [m3] Regalvolumen in 
% 
Anorganisch 33,75% 
Foto/Film/AV 0,20% 
Installation/moderne Plastik  16,87% 
Metall 2,05% 
Organisch 38,16% 
Technisches Kulturgut/Design 8,97% 
Gesamtergebnis 100,00% 
 
Funktionsflächen Betrieb 
Zu den Depotflächen (siehe Abb. 1) kommen weitere Funktionsflächen hinzu, die für den Be-
trieb der Depots erforderlich sind, wie Anlieferung, Bereitstellung, Quarantäne, Konservie-
rungswerkstätten, Büros, Vorlegeräume, Sozialräume etc. 
Der Flächenbedarf für diese Raumgruppe wird derzeit in einzelnen Nutzerworkshops definiert 
sowie häuserübergreifend für das Gesamtprojekt konsolidiert, um Synergien zu nutzen.  
Der Flächenbedarf für die Funktionsflächen Betrieb wird voraussichtlich im Mai vorliegen. 
 
Verkehrsflächen und Technikflächen 
Depotflächen und Funktionsflächen für den Betrieb des Depots (siehe Abb. 1), zusammen die 
Nutzungsfläche (NUF), müssen mit den notwendigen Flächen für die interne Erschließung 
(Verkehrsfläche VF) und die Hautechnik (Technikfläche TF) ergänzt werden.  
Dieser Zuschlag erfolgt zunächst prozentual aufgrund der Erfahrung aus anderen Bauprojek-
ten und wird in den Phasen der Vor - und Entwurfsplanung der Architektur mit konkreten Zah-
len ergänzt.  
 
Welche Flächenarten werden in den Angaben verwendet? 
Aus Sicht der Nu tzer ist die Nutzungsfläche (NUF) entscheidend, denn diese umfasst die 
effektiv dem Nutzungszweck gewidmeten Flächen.  
Die im Zuge der Grundlagenermittlung erhobene, gebäudeunabhängige Nutzungsfläche 
(NUF) ist vorerst als abstrakte Größenordnung zu verstehen. Erst in den Phasen der Planung 
der Architektur werden Lagereinrichtung, Ausstattung der Arbeitsräume und Büros konkreti-
siert und ggf. die Flächenangaben nochmals angepasst. Größere Anpassungen des Flächen-
bedarfs können durch veränderte betriebliche, wirtschaftliche, (museums-)politische oder ge-
sellschaftliche Rahmenbedingungen eintreten. 
Alle weiteren Flächen für die Technik (TF), die Verkehrsflächen (VF) sowie die Konstruktions-
grundfläche (KGF) (siehe Abb. 1) sind vom Gebäude und den damit verbundenen baulichen, 
technischen sowie baurechtlichen Anforderungen abhängig. Sie werden in der Regel als pro-
zentuale Zuschläge auf die Nutzungsfläche (NUF) angegeben. Die Nettoraumfläche (NRF = 
NUF + TF + VF) ist in Analogie zu anderen Depotprojekten mit einem Zusc hlag von ca. 25% 
auf der ermittelten Nutzungsfläche (NUF) zu bewerten.  
Die Nettoraumfläche (NRF) in Verbindung mit den erforderlichen Raumhöhen bildet die maß-
gebliche Größe zur Grundstücksuche für einen Neubau. 
 
Nutzerbedarfsprogramm 
Der ermittelte Flächenbedarf für Funktionsflächen Depots und Funktionsflächen Betrieb fließt 
ins sogenannte Nutzerbedarfsprogramm ein, das nebst dem erforderlichen Flächenbedarf 
weitere Angaben zu Ausstattungsmerkmalen wie Raumhöhen, Lastenangaben, Klima, Si-
cherheit, Arbeitsplatzausstattung, Anzahl Arbeitsplätzen etc. enthält.

5 
 
Die Fertigstellung des Nutzerbedarfsprogramms ist für Mitte Mai 2023 vorgesehen. 
 
 
Gez. Charles

Beratungsverlauf (2)

13.03.2023 Bauausschuss
TOP 7.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
14.03.2023 Ausschuss Kunst und Kultur
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0766/2023
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
03.03.2023
Erstellt
28.02.2023 14:26