AN/0210/2017
Präventionsarbeit zu sexueller Gewalt in Köln stützen
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Piraten Antrag nach § 3 (1)
4246 Zeichen
An Frau Oberbürgermeisterin
Henriette Reker
Thomas Hegenbarth
Lisa Gerlach
Rathaus - Spanischer Bau
50667 Köln
Tel.: +49 (221) 221 - 25541
Mail: Thomas.Hegenbarth@stadt-koeln.de
Mail: Lisa.Gerlach@stadt-koeln.de
Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 02.02.2017
AN/0210/2017
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Rat 14.02.2017
Präventionsarbeit zu sexueller Gewalt in Köln stützen
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker,
die Antragsteller bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung
des Rates zu setzen:
Der Rat der Stadt Köln möge beschließen:
1. Die Stadtverwaltung schafft eine Einrichtung zur Arbeit mit Jugendlichen und jungen E r-
wachsenen mit sexuell grenzverletzendem Verha lten in Köln. Diese richtet sich nach den
Richtlinien, die die Bundesarbeitsgemeinschaft „Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und
jungen Erwachsenen mit sexualisiert grenzverletzendem Verhalten“ e.V. (BAG KJSGV)
für dieses Aufgabenfeld formuliert hat, und str ebt eine Mitgliedschaft in der Arbeitsg e-
meinschaft an.
2. Die Stadtverwaltung unterstützt das Projekt „Heroes Köln“ des Kölner Trägervereins
HennaMond e.V. Die geeignete Höhe einer finanziellen oder anderweitigen Unterstü t-
zung soll nach Prüfung in einer weit eren Beschlussvorlage durch die Verwaltung dem
Rat oder den entscheidenden Gremien spätestens Anfang des 2. Halbjahres 2017 vorg e-
legt werden. Die „Heroes“ leisten einen kaum zu überschätzenden Beitrag, Männer aus
Ehrenkulturen mit den problematischen Impli kationen ihrer Werte zu konfrontieren, sie in
Selbstreflexion anzuleiten und sie zu Multiplikatoren auszubilden, damit sie in ihrem U m-
feld die vielfältigen Formen der Unterdrückung und Gewalt gegen Mädchen, Jungs,
Frauen und Männer wegen ihrer Sexualität h interfragen und möglichst unterbinden kö n-
nen.
- 2 -
Begründung:
Seit der Silvesternacht 2015/16 hat das Thema „Sexuelle Gewalt“ wieder mehr Aufmerksa m-
keit erfahren, ist aber leider in einer die Täter sexueller Gewalt ethnisierenden Debatte ste l-
lenweise untergegangen. Das Silvesterschutzkonzept für die Feiern 2016/17 sah Informat i-
onsangebote an Frauen und Mädchen vor, wie sie sexueller Gewalt beim Feiern entgehen
können, sowie Beratungsangebote, um Mädchen und Frauen nach einer Gewalttat zu helfen.
In der Zusamm enfassung der beteiligten Behörden und Ämter über die Ereignisse in der
Kölner Silvesternacht 2016/17 wird auf das Beratungsmobil „Anlaufstelle für Frauen und
Mädchen“ auf dem Alter Markt hingewiesen, das über den ganzen Zeitraum hinweg nicht
angefragt wur de.1 Natürlich ist es sinnvoll und notwendig, dieses Beratungsangebot auch
weiterhin bei Großveranstaltungen und darüber hinaus anzubieten. Auch ist die Plakataktion
der „Kölner Initiative gegen Sexualisierte Gewalt“ ein guter Schritt in die richtige Richtung.2
Die Piratengruppe im Rat der Stadt Köln schlägt weitergehende Maßnahmen vor, die das
Ziel haben, sexuelle und sexualisierte Gewalt insofern ernstzunehmen, als sie nur durch eine
Verhaltensänderung aufseiten von Männern sinnvoll bekämpft werden kann – sowohl bei
(potentiellen) Tätern als auch bei einem männlichen sozialen Umfeld, das einen gewalttät i-
gen sexuellen Umgang mit Frauen oft verharmlost, glorifiziert, relativiert oder ins Lächerliche
zieht. Daneben darf das Problem mit Intensivtätern, die i hre Wurzeln im nordafrikanischen
Raum haben, natürlich nicht relativiert werden. Es darf aber auch nicht die Ausmaße des
Problems mit sexueller Gewalt in der Mehrheitsgesellschaft, die durch Forschungen und
Kriminalstatistiken belegt sind, überstrahlen.
Deshalb beantragt die Piratengruppe, in einem ersten Schritt folgende Projekte in einem P a-
ket nach Köln zu bringen, und betont, dass der Kampf gegen sexuelle Gewalt nur Erfolg h a-
ben kann, wenn diese als ein weitverbreiteter Bestandteil unserer Gesellschaft betrachtet
wird – und eben nicht als Ausnahme.
gez. Thomas Hegenbarth gez. Lisa Hanna Gerlach
1 https://ratsinformation.stadt-koeln.de/to0050.asp?__ktonr=219111
2 http://www.koelner-initiative-gegen-sexualisierte-gewalt.de/
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: verwiesen in nachfolgende Gremien (ohne Rücklauf)
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0210/2017
- Typ
- Parteilos Antrag nach § 3
- Datum
- 02.02.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27