V/0086/2007
Fortsetzung des Gemeinwesenprojektes "Wald und Heide"
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage 2, Finanzplan
562 Zeichen
Anlage 2 zur Vorlage V/0086/2007 Finanzierungsplan des Gemeinwesenprojektes „Wald und Heide“ für die Wirtschaftsjahre 2007 bis 2009 (Stiftung Siverdes) Wirtschaftsjahr 2007 Wirtschaftsjahr 2008 Wirtschaftsjahr 2009 Gesamtkosten Kosten für Ein- zelprojekte (laut Beschrei- bung) 4.000,00 € 4.000,00 € 4.000,00 € 12.000,00 € Kosten für die Begleitung des Vereins (Coa- ching) 11.040,00 € 5.520,00 € 2.760,00 € 19.320,00 € Gesamtkosten 15.040,00 € 9.520,00 € 6.760,00 € 31.320,00 €
Beschlussvorlage
6686 Zeichen
V/0086/2007 DER OBERBÜRGERMEISTER V/Stift Betrifft Fortsetzung des Gemeinwesenprojektes "Wald und Heide" Beratungsfolge 14.02.2007 Stiftungskommission Vorberatung 01.03.2007 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 06.03.2007 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung 13.03.2007 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 21.03.2007 Hauptausschuss Vorberatung 28.03.2007 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Die Stiftung Siverdes erhält den Auftrag, das Gemeinwesenprojekt „Wald und Heide“ gemeinsam mit dem Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und dem Treffpunkt „Wald und Heide“ e. V. in den Jahren 2007 bis Ende 2009 fortzusetzen. II. Kosten/Folgekosten Für die Wirtschaftsjahre 2007 bis 2009 entstehen bei der Stiftung Siverdes Gesamtkosten in Höhe von 31.320,00 €. III. Finanzierung/Mittelbereitstellung Wirtschaftsjahr 2007 Wirtscha ftsjahr 2008 Wirtschaftsjahr 2009 Stiftung Siverdes 15.040,00 € 9.520,00 € 6.760,00 € Gesamtfinanzierung 31.320,00 € Begründung: 1. Ausgangslage Das Gemeinwesenprojekt „Wald und Heide“ wurde 1998 durch die Stiftung Siverdes und den Cari- tasverband für die Stadt Münster e. V. initiiert. Ausgangssituation war die konfliktreiche Situation Vorlagen-Nr.: V/0086/2007 Auskunft erteilt: Herr Claahsen Ruf: 492 59 03 E-Mail: Claahsen@stadt-muenster.de Datum: 25.01.2007 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0086/2007 im Wohngebiet der Osthuesheide, die u. a. durch das Aufeinandertreffen verschiedenster Kulturen, verbunden mit vielfältigen sozialen Problemen entstanden war. Nach wie vor leben Menschen verschiedenster Herkunft und mit unterschiedlichen Normen, die durch vielfache soziale Probleme (Arbeitslosigkeit, ungesicherter Aufenthaltsstatus, schlechte Wohnbedingungen, geringer Bildungsstand) hoch belastet sind in der Osthuesheide und den an- grenzenden Straßenzügen. Das Gemeinwesenprojekt greift die dadurch entstandenen Probleme auf, initiiert Kommunikations- und Aktionsprozesse und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Integration. Die Konflikte aus dem gerade abgeschlossenen Jahr 2006 ließen ein hohes Gewaltpotential eini- ger männlicher Jugendlicher und Erwachsener erkennen. Das Projekt kooperiert mit den Akteuren des „Runden Tisches Osthuesheide“ und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien im Rah- men des Handlungsprogramms Osthuesheide. Das Projekt „Wald und Heide“ hat für die Integrationsarbeit in der Osthuesheide und in der Wald- siedlung ein wirkungsvolles Potential entwickelt. Auch wurde durch das Projekt ein „Sensor“ für die Bedürfnisse und Interessen der Bürgerinnen und Bürger sowie für die Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung des sozialen Friedens installiert. Zum Ende der Projektphase III (2004 – 2006) sind die Weichen für den Verselbstständigungs- prozess des erfolgreich angestoßenen bürgerschaftlichen Engagements gestellt. Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Stärkung des Vereins „Treffpunkt Wald und Heide“ als Selbsthilfeorganisation. Die soziale Stabilität erhält durch das ehrenamtliche Engagement der Bür- gerinnen und Bürger entscheidenden Rückhalt. 2. Fortführung des Projektes Die Kooperationsgemeinschaft, bestehend aus dem Caritasverband für die Stadt Münster und der Stiftung Siverdes, möchte das Projekt 2007 bis Ende 2009 fortsetzen. Die wesentlichen inhaltli- chen Bestandteile sollen dabei erhalten bleiben. Die von der Stiftung Siverdes bislang bereitge- stellten Projektmittel sollen für Einzelprojekte, wie sie der anliegende Bericht beschreibt, verwandt werden. Der Caritasverband soll, wie auch in den vergangenen Jahren, die Umsetzung der Projek- te durch die direkt in der Osthuesheide tätige Sozialarbeiterin sicherstellen. Die Einzelprojekte sind in den vergangenen Jahren in hohem Maße aus Spenden, wie z. B. des Vereins Lichtblicke oder auch der vier Rotary-Clubs Münster finanziert worden. Da Spenden für die kommenden Jahre nicht gesichert sind, soll mit den Stiftungsmittel ein Mindestangebot installiert werden. Der Treffpunkt Wald und Heide arbeitet seit vielen Jahren als Verein, der sich aus der Bürgerschaft in der Osthuesheide zusammensetzt, erfolgreich. Das ehrenamtliche Engagement wurde in den letzten Projektphasen von einem sogenannten Projektcoach unterstützt. Diese Form der gezielten fachlichen Unterstützung soll der Verein in der kommenden Projektphase erneut erhalten. Jedoch soll darauf hingewirkt werden, dass sich die bürgerschaftliche Arbeit im Verein stabilisiert und der Coach sich systematisch aus der Arbeit zurückzieht, um die Eigenständigkeit und Selbständigkeit des Vereins zu fördern. Dazu reduzieren sich die Wochenstunden, die dem Coach zur Verfügung stehen, ab 2007 systematisch von zunächst 10, dann auf 8 und zuletzt auf 6 wöchentlich. Die Mit- tel für den Einsatz des Coaches stellt die Stiftung Siverdes bereit. Die Gesamtkosten, die von der Stiftung Siverdes in das Projekt fließen, sollen im Verhältnis zur abgeschlossenen Projektphase (2004 bis 2006) weiter reduziert werden. Um den Verein in seinen Aktivitäten der bürgerschaftlichen Selbst- und Mithilfe weiter zu stärken, ist ab 2007 eine Überfüh- rung von Kosten in das seit vielen Jahren vorhandenen Programm der Stiftung Siverdes „Förde- rung bürgerschaftlicher Selbst- und Mithilfe“, vorgesehen. Das Förderprogramm steht seit nunmehr über 20 Jahren den Bürgerinnen und Bürgern in Münster zur Förderung bürgerschaftlicher und ehrenamtlicher Aktivitäten zur Verfügung. Über dieses Programm soll auch der Verein Wald und Heide die Gelegenheit erhalten, dauerhaft und in Zukunft unabhängig von dem Projekt „Wald und - 3 - V/0086/2007 Heide“ Zuschüsse zu beantragen. Die Eingliederung des Vereins in diese Förderungsmöglichkei- ten dient vor allem der nachhaltigen Sicherung der Angebote vor Ort. Der Wechsel in dieses För- derprogramm reduziert die für die Jahre 2007 bis 2009 entstehenden Projektkosten wesentlich. 3. Finanzierung über die Stiftung Siverdes Im Rahmen der Projektumsetzung entstehen der Stiftung Siverdes Gesamtkosten in Höhe von 31.320 Euro für drei Jahre. Im Wirtschaftsjahr 2007 hat die Stiftung eine ausreichende Projektrück- lage gebildet, die die Fortführung des Gemeinwesenprojektes ermöglicht, ohne den aktuellen Mit- telvorgriff der Stiftung zu erhöhen (siehe WP der Stiftung Siverdes 2007). Für die folgenden Wirt- schaftsjahre 2008 und 2009 sollen erneut Projektrücklagen gebildet werden. I. V. gez. Bickeböller Anlagen: Bericht Organigramm Finanzierungsplan
Anlage 1, Bericht
20671 Zeichen
Anlage 1 Paul Claahsen, Stiftung Siverdes Margarete Bollrath, Caritasverband für die Stadt Münster e.V. Mark Dingerkus , Treffpunkt Wald und Heide e. V. Januar 2007 „Wald und Heide“ Ein Gemeinwesenprojekt der Stiftung Siverdes und de m Caritasverband für die Stadt Münster e. V. 0. Inhaltsverzeichnis 1. Einführung 2. Bewohnertreff Treffpunkt Waldsiedlung 2.1 Der Treffpunkt Waldsiedlung (TW) 2.2 Der Verein „Treffpunkt Waldsiedlung e. V.“ 2.3 Von der Koordination zum Coaching 3. Das Gemeinwesenprojekt und seine Angebote 4. Vernetzung 5. Fazit und Ausblick 1. Einführung Das Gemeinwesenprojekt „Wald und Heide“ wurde 1998 durch die Stiftung Siverdes und den Caritasverband für die Stadt Münster e. V. initiiert. Ausgangssituation war die konfliktreiche Situation im Wohngebiet der Osth uesheide, die u. a. durch das Aufeinandertreffen verschiedenster Kulturen, verbun den mit vielfältigen sozialen Problemen entstanden war. An den Rahmenbedingungen im Wohngebiet hat sich sei ther nichts geändert. Nach wie vor leben Menschen verschiedenster Herkunft und mit unterschiedlichen Nor- men, die durch vielfache soziale Probleme (Arbeitsl osigkeit, ungesicherter Aufent- haltsstatus, schlechte Wohnbedingungen, geringer Bildungsstand) hoch belastet sind in der Osthuesheide und den angrenzenden Straßenzügen. Das Gemeinwesenprojekt greift die dadurch entstande nen Probleme auf, initiiert Kommunikations- und Aktionsprozesse und leistet ein en wesentlichen Beitrag zur Integration. Die Konflikte aus dem gerade abgeschlossenen Jahr 2 006 ließen ein hohes Gewalt- potential einiger männlicher Jugendlicher und Erwachsener erkennen. In Kooperation mit den Akteuren des „Runden Tisches Osthuesheide“ und dem Amt für Kinder, Ju- gendliche und Familien wurde das Handlungsprogramm Osthuesheide 2005/2006 entwickelt und umgesetzt. 2 Wie die jüngste Bewohnerbefragung der Katholischen Fachhochschule Nordrhein- Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband für die Stadt Münster e. V. ergab, fühlen sich jedoch die meisten der Befragten im Wohngebiet wohl, dies be- sonders auf Grund des nachbarschaftlichen Zusammenh altes und der naturnahen Lage. Das Projekt „Wald und Heide“ hat für die Integrationsarbeit in der Osthuesheide und in der Waldsiedlung ein wirkungsvolles Potential en twickelt. Auch wurde dadurch ein „Sensor“ für die Bedürfnisse und Interessen der Bür gerinnen und Bürger sowie für die Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung des sozialen Friedens installiert. Zum Ende der Projektphase III (2004 – 2006) sind di e Weichen für den Verselbst- ständigungsprozess des erfolgreich angestoßenen bür gerschaftlichen Engagements gestellt. Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Z usammenhang die Stärkung des Vereins „Treffpunkt Wald und Heide“ als Selbsthilfeorganisation. Die Projektkonzeption ist im Organigramm (Anlage A) im Überblick verdeutlicht. - Finanzmittel der Stiftung Siverdes - Gewährleistungsträgerschaft des Caritasverbandes für die Stadt Münster e. V. für den Treffpunkt Waldsiedlung e. V. - Treffpunkt Waldsiedlung e.V. (Förderung bürgerschaftlicher Selbst- und Mithilfe) - Projekte des Caritasverbandes für die Stadt Münster e. V. - Projekte des Treffpunkt Waldsiedlung e.V. - Projekte in Kooperation mit weiteren Trägern (z. B. Diakonisches Werk Münster e. V., Kommunaler Sozialdienst, Kirchengemeinden) - Steuerungsgruppe (Stiftung Siverdes; Caritasverband für die Stadt Münster e. V.; Treffpunkt Waldsiedlung e. V.) 2. Bewohnertreff Treffpunkt Waldsiedlung 2.1. Der Treffpunkt Waldsiedlung (TW) Der TW ist eine in Münster Gremmendorf, Wolbeck, Hi ltrup und Angelmodde durch Projektangebote und Presseberichte öffentlich bekan nte Institution, in der im weites- ten Sinne Integrationsarbeit für die Waldsiedlung geleistet wird. Der TW ist eine 80 m² große Wohnung im Hause Osthue sheide 73 unten links. Im selben Haus befindet sich auch die Beratungsstelle des Caritasverbandes für die Stadt Münster e.V. „Caritas vor Ort“ und ein variabel genutztes Büro des KSD. Der TW wird durch den gemeinnützigen Verein Treffpu nkt Waldsiedlung e. V. „ver- waltet“ und von verschiedenen Trägern für Projektangebote genutzt: - Gemeinwesenarbeit des Caritasverbandes; - Aufsuchende Kinder- und Jugendarbeit des Diakonischen Werkes Münster e. V. durch das Team des Jugendzentrums Mobile; - Angebote der Jugendgerichtshilfe des KSD; - Integrationsangebote des TW e.V. - Einzelveranstaltungen weiterer Träger, z. B. der Kirchengemeinden - Private Familienfeiern / Religiöse Familienfeiern 3 2.2. Der Verein „Treffpunkt Waldsiedlung e. V.“ Der Treffpunkt Waldsiedlung e. V. ist zum Begriff f ür ehrenamtliches Engagement im Stadtteil Angelmodde - West mit dem Ziel beidseitig gelebter Integration geworden, d.h., dass der Verein das offene Aufeinanderzugehen neu zugezogener Anwohner und alt eingesessener Anwohner in der Waldsiedlung fördert. Entstanden durch die Konzeption des Projektes „Wald und Heide“ (Waldsiedlung und Osthuesheide) wächst der Verein TW e. V., unterstüt zt durch die Stiftung Siverdes und den Caritasverband, nach und nach in die Selbst ändigkeit hinein. Die Stärkung und Stabilisierung des bürgerschaftlichen Engagemen ts in der Form der Selbsthilfe soll künftig noch deutlicher Ziel des Vereins sein. Projektphase I (1999–2001): Vereinsgründung, ca. 15 Mitglieder, Aufbau einer ge- mischten Struktur zivilgesellschaftlichen Engagemen ts. Im Ehrenamt für die Integra- tion engagierte Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener Herkunft, Kultur und Religion sowie mit differenziertem sozialen Status. Projektphase II (2002–2003): Ca. 25 Mitglieder, Kon solidierung der personellen Struktur, Entwicklung diverser Angebote ausgerichtet auf den Bedarf des Stadtteils. Projektphase III (2004–2006): Ca. 35 Mitglieder, de r erste Generationenwechsel in der Vereinsstruktur aufgrund von Todesfällen. Inhaltliche Weiterentwicklung. Projektphase IV (2007–2009): Geplant ist sowohl die Erweiterung des Kreises der aktiven wie auch passiven Mitglieder, als auch die Fortsetzung und Weiterent- wicklung der Projekte und Angebote sowie die Verselbständigung des Vereins. Der Treffpunkt Waldsiedlung e. V. ist organisiert a ls gemeinnütziger Verein mit den Vereinsorganen - Mitgliederversammlung (einmal jährlich bzw. bei b esonderem Bedarf) - Aktionskreis (monatlich immer am 1. Montag – „Das sensible Ohr“ im Stadtteil) - Vorstand (in unregelmäßigen Abständen) Die Angebote des Treffpunkt Waldsiedlung e. V. sind ausgerichtet auf Integration, orientiert sowohl an den Interessen und Möglichkeit en der Mitglieder sowie deren Ideen und Handlungskompetenzen, als auch an den Bed arfen der Bewohner der Waldsiedlung. Über die Vereinsorgane soll eine dauerhafte Einladung zur Beteiligung und Mitwirkung für die Bevölkerung aller Kulturen gegeben sein. Der Aktionskreis des TW e. V. trifft sich monatlich am 1. Montag im Mona t um 20:00 Uhr im TW und ist öffentlich. Die Angebotspalette des TW e. V. ist ohne Gewährlei stung und Verpflichtung zu se- hen, da sie ausschließlich im Ehrenamt stattfindet. Realisiert werden z. Z.: Ausspra- che- bzw. Artikulationstraining, Buchprojekt „Alte Heimat – Neue Heimat“, Dialog der Religionen, Flohmarkt, Handarbeit / Nähstube, jahreszeitliche Feste, Kleinprojekte, z. B. Beteiligung an Pfarr- und Gemeindefesten, privat e Familienfeiern im TW, regel- mäßige Renovierung des TW, Schachgruppe, Öffentlich keitsarbeit (Presse, Schau- kasten im Stadtteil, www.treffpunkt-waldsiedlung.de) 4 Mit neuen Mitgliedern ist auch immer eine neue inha ltliche Ausrichtung möglich, je nach eingebrachten Interessen und Fähigkeiten. So stehen auf der Ideenliste: Fahrradwerkstatt, Integrationslotsen, International er Garten, Wiederauflage der Kul- turbegegnungen, Kleiderkammer, Lesegruppe / Literaturgruppe, Teestube, Interkultu- relles Kochen. Realisierte Angebote weiterer Träger im TW: Jugenda ngebote, z. B. muslimische Mädchengruppe (DWM), Jugendgerichtshilfe (KSD). Zur Freiwilligenagentur Münster bestehen gute Kontakte. 2.3. Von der Koordination zum Coaching Die durch das Projekt „Wald und Heide“ installierte Koordination (10 Wochenstunden in Honorartätigkeit) hatte zur Aufgabe, die Struktu r für bürgerschaftliches Engage- ment aufzubauen, inhaltlich zu fördern und in die Verselbständigung zu begleiten. Ziel des Coachings ist es, die Selbsthilfestrukturen weiter zu fördern und zu stabilisie- ren; dabei soll das Coaching sukzessive reduziert werden, um die Verselbständigung ausreichend umzusetzen. 3. Das Gemeinwesenprojekt und seine Angebote In der Projektphase III wurden einige Projekte des Caritasverbandes für die Stadt Münster e. V. fortgesetzt, einige neu begonnen. Sie greifen wesentliche Bedürfnisse und Probleme der Bewohner auf und bieten Unterstütz ung u. a. bei der Sicherstel- lung der materiellen Lebensgrundlage, der Lösung vo n sozialen und nachbarschaftli- chen Konflikten, bei Fragen zur Erziehung und famil iären Problemen und ganz all- gemein zur Integration. Die Realisierung der Projek te erfolgte unter Hinzunahme von Mitteln der Stiftung Siverdes. Die Verteilung von Lebensmitteln der Münster-Tafel wird traditionell in den Räumen des Caritasverbandes für die Stadt Münster und des Treffpunkt Waldsiedlung e. V. mit Ehrenamtlichen organisiert. Durch den Zuzug vie ler Russlanddeutscher in die Waldsiedlung stieg die Zahl der Nutzer sichtbar an, so dass Besucherkarten einge- führt wurden und die Gesamtzahl auf 80 beschränkt wurde. Nach einem Wechsel der Ehrenamtlichen engagieren si ch zurzeit wöchentlich sechs Erwachsene und drei Jugendliche aus der Osthueshei de sehr verlässlich bei der Vergabe. Die belastende Lebenssituation vieler Frauen im Woh ngebiet Osthuesheide erforder- ten besondere Angebote. Viele berichten von Gewalterfahrungen. Sie sind z. T. allein erziehend und tragen die Verantwortung für die Erziehung meist mehrerer Kinder und die Sicherstellung der materiellen Lebensgrundlage allein. Die speziellen Angebote sollen die Frauen entlasten und in ihr Selbstwertge fühl und in ihre sozialen Kompe- tenzen stärken. Das wöchentlich stattfindende Frauenfrühstück mit Kindern im Treffpunkt Waldsiedlung ist ein festes regelmäßiges Angebot geworden, welches vorwiegend von deutschen Frauen besucht wird. Es he rrscht dort ein hoher Grad an Vertrauen untereinander – es können persönliche Pr obleme und Fragen insbeson- dere auch zur Erziehung der Kinder in einer akzepti erenden und unterstützenden Atmosphäre formuliert werden. Auf besonderen Wunsch einiger Teilnehmerinnen, die 5 auf Grund ihrer Berufstätigkeit nicht mehr teilnehm en können, wird ein zusätzlicher Nachmittagstermin ab Oktober 2006 angeboten. Um auch den ausländischen Frauen eine Möglichkeit z um Austausch und Kennenn- lernen zu geben, wurde in Zusammenarbeit mit der Ka tholischen Fachhochschule im August 2004 eine Internationale Frauengruppe gegründet, die sich zunächst wö- chentlich und in der Folge dann vierzehntägig triff t. Unter Berücksichtigung der Be- dürfnisse der einzelnen Teilnehmerinnen werden u. a . die kulturellen und religiösen Besonderheiten der jeweiligen Kultur, die Stellung der Frau und die damit verbunde- nen Probleme, Besonderheiten in der Erziehung und S chwierigkeiten in Bezug auf die Integration in Deutschland besprochen. Einen Hö hepunkt stellen die gemeinsa- men, von den Frauen organisierten Feiern mit Musik, Gesang und internationalen Speisen vor Weihnachten dar. Finanziert durch zusätzliche Spendenmittel und Zuschüsse konnte jährlich jeweils ein Sprach- und Alphabetisierungskurs für Erwachsene unter dem Motto „Eltern ler- nen Deutsch in der Schule der Kinder“ von einer Fac hkraft in der Eichendorffschule durchgeführt werden. Es ist ein niedrigschwelliges Angebot, das anhand von alltags- relevanten Themen wie „Schule“, „Arztbesuch“ etc. die deutsche Sprache vermitteln soll. Die Teilnehmer/innen stammen aus verschiedene n Herkunftsländern und brin- gen unterschiedlichste Vorraussetzungen mit. Dieses Angebot fördert sehr die Integ- ration, das gegenseitige Kennen Lernen und den Kontakt untereinander. Tradition haben auch mittlerweile die jährlich stat tfindenden Ausflüge mit Familien aus der Waldsiedlung in Kooperation mit dem Diakoni schen Werk Münster e. V.. Ziele dieser Maßnahmen sind neben der Freizeitgesta ltung das Kennenlernen der Familien untereinander, die Integration ausländischer Familien und die Unterstützung von sozialem Lernen. Während in den vorangegangenen Jahren Tagesausflüge in die nähere Umgebung angeboten wurden, sind fand in 2005 erstmalig ein Ausflug über drei Tage mit 8 Familien ins Sauerland statt. Die Fahrt in ein Selbstversorger- haus wurde gemeinsam mit den Familien vorbereitet. Sie haben gemeinsam sowohl das Ziel, als auch die Aktivitäten und die Mahlzeiten organisiert. Durch eine zusätzliche Spende aus der Aktion Sterns trahlen der vier Rotary Clubs in Münster in Zusammenarbeit mit der Aktion Lichtblick e e. V. konnten 2006 zwölf Fa- milien für drei Tage nach Norderney fahren, was für viele ein besonderes Erlebnis war. Durch die zusätzliche Finanzierung findet seit August 2006 wöchentlich ein El- terntraining für junge Eltern mit kleinen Kindern ( OASE) im Treffpunkt Waldsiedlung statt. Ein großes Ärgernis für die Anwohner stellen immer wieder die Schmierereien und Graffitis an den Haus- und Garagenwänden in der Umgebung der Osthuesheide dar. Zu diesem Thema wurde gemeinsam mit dem Diakon ischen Werk Münster e. V. und dem Treffpunkt Waldsiedlung e. V. zu einer Bewo hnerversammlung eingeladen, um Aktionen zur Beseitigung der Schmierereien zu pl anen. An dieser haben sowohl betroffene Anwohner des Bonnenkamp, als auch Jugend liche und Erwachsene aus der Osthuesheide teilgenommen. An der Aktion zur En tfernung der Graffitis waren Jugendliche aktiv beteiligt. Im Sommer 2006 wurde von 2 Studentinnen der Katholi schen Fachhochschule eine aktivierende Bewohnerbefragung in der Osthuesheide und den angrenzenden Straßen durchgeführt. Es wurden 90 Einzel- und Gruppeninterviews geführt, in denen 6 die Bewohner Erfahrungen, Schwierigkeiten, Empfindu ngen, Wünsche und Anregun- gen formulieren konnten. Ziel der Befragung war es zum Einen, einen Überblick über die Probleme und Bedürfnisse der Bewohner zu gewinn en. Zum Anderen sollte eine Aktivierung der Bewohner in Bezug auf die Verbesser ung der Situation in ihrem Stadtteil angestoßen werden. In der anschließenden Bewohnerversammlung wur- den die Ergebnisse vorgestellt und veröffentlicht. Wesentliche Ergebnisse sind hier kurz in der Rangfo lge der Nennungen dargestellt worden: - Beim größten Teil der Befragten herrscht eine all gemein hohe Zufriedenheit. Geschätzt wird das soziale Umfeld und der nachbarschaftliche Zusammenhalt, sowie die naturnahe Stadtrandlage. - Als meistgenanntes Problem werden besonders in de r Osthuesheide der Um- gang mit Müll und der Schmutz empfunden, wie auch d er Zustand der Häuser und Wohnungen. - Ein Teil der Befragten fühlt sich durch Lärm belä stigt. - Das Verhalten der Jugendlichen wird als belästige nd konfliktreich empfunden. Obwohl sich in der Befragung die meisten eine Betei ligung bei der Lösung der Prob- leme gut vorstellen konnten und zur Bewohnerversamm lung kommen wollten, nah- men bedauerlicherweise an dem Termin nur wenige der Bewohner teil. Auf ein großes Straßen- und Bewohnerfest wurde bewusst in den vergangenen Jah- ren verzichtet, zum Einen weil es als Wunsch nicht von den Bewohnerinnen und Be- wohnern formuliert wurde, zum Anderen um das konsumierende Verhalten anlässlich solcher Feste nicht weiter zu fördern. Stattdessen fand die Familienolympiade 2005 statt. Gemeinsames Feiern ist ein wertvolles „Tor“ zum pos itiven Miteinander und schafft Raum für Begegnungen über die kulturellen und sozialen Unterschiede hinweg. Es dient der Verständigung der Einzelpersonen und Familien unterschiedlicher Kultu- ren untereinander und ermöglicht das Kennenlernen d er Bürgerinnen und Bürger sowohl untereinander als auch für die ehrenamtlich und die hauptamtlich Aktiven im Stadtteil. Um eine Alternative zum erfahrungsgemäß oft zu sehr konsumorientierten Verhalten auf Stadtteilfesten zu erreichen, entstand im Proje kt „Wald und Heide“ die Konzept- idee der Familienolympiade, die im Herbst 2004 erst mals durchgeführt wurde und inzwischen auch in anderen Stadtteilen erfolgreiche Nachahmung fand. Über die jeweiligen Einrichtungen melden sich die F amilien bereits Wochen zuvor an und treten bei der Familienolympiade selbst gemeins am als ein Familien-Team an, das die unterschiedlichen Disziplinen durchläuft. Die Organisationsleitung oblag dem Nation-Worker im Stadtteil und dem Koordinator des TW. Es beteiligten sich ca. 20 Einrichtungen und über 60 Familien. Die Familienolympiade: - stärkt die Familie selbst durch die möglichst kom plette Teilnahme aller Famili- enmitglieder 7 - bringt die Familien miteinander in einen unkompli zierten kommunikativen Kon- takt mit dem Ergebnis des „Sich kennen Lernens“ für künftige Alltagsbegeg- nungen im Stadtteil - fängt Einzelpersonen, insbesondere Kinder ohne an wesende Familien, auf in den so genannten olympischen Familien - wird ausgerichtet durch den Verbund vieler, mögli chst aller Einrichtungen ei- nes Stadtteils (Gemeinden, Vereine, Kindergärten, S chulen, Jugend- und Al- tenheime, Beratungsstellen, …) und verschiedener Äm ter der Kommune (Ab- fallwirtschaftbetriebe Münster, Gesundheitsamt, Sozialamt, Jugendamt, KSD) - orientiert sich an der olympischen Idee des fried lichen Miteinanders unter- schiedlicher Kulturen - führt zur Entwicklung phantasievoller Familienspi ele, die als unterschiedliche Disziplinen von allen Familien durchlaufen werden - bietet allen Einrichtungen die Einbindung weitere n zivilgesellschaftlichen En- gagements 4. Vernetzung Wesentlicher Bestandteil der Gemeinwesenarbeit ist die Zusammenarbeit mit den vor Ort tätigen Institutionen. - „Arbeitskreis Waldsiedlung“, tagt viermal jährlic h, vertreten sind alle sozialen Einrichtungen, Kirchengemeinden, Schulen etc.. Them atisiert werden aktuelle Geschehnisse sowie Termine und Strömungen im Stadtt eil. Diesem Arbeits- kreis obliegt auch die Beiratsfunktion des Projektes „Wald und Heide“. - „Heideteam“, tagt etwa alle zwei Monate, vertrete n sind die in der Osthueshei- de unmittelbar tätigen Träger und Institutionen. - Beirat des Jugendzentrums Mobile, tagt viermal jä hrlich, der Träger der Ju- gendarbeit im Stadtteil (Diakonisches Werk Münster e.V.) hält über den Beirat u. a. mit Beteiligten des Projektes „Wald und Heide“ direkten Kontakt. 5. Fazit und Ausblick Der Projektansatz „Wald und Heide“ ist in der realistischen Einschätzung seiner Mög- lichkeiten erfolgreich. Ein Projekt wie dieses vermag nicht alle Probleme m angelnder Integration im Stadt- teil zu lösen und alle Bedarfe abzudecken, die sich durch die multikulturelle Vielfalt und die soziale Breite der Bevölkerungsstruktur für den Stadtteil Angelmodde Wald- siedlung ergeben. Deutlich wird, dass durch das Konzept der vielen kl einen Angebote das große Integ- rationsfeld bearbeitet werden kann. So ist erkennbar, - dass durch das Projekt die Probleme nicht eskalie ren - dass viele Probleme direkt bearbeitet bzw. an spe zifische Fachstellen zur Be- arbeitung weitergeleitet werden können - dass auf vereinzelte Eskalationen direkte Reaktio nen erfolgen - dass die präventive Arbeit Wirkungen zeitigt, die sich im Alltag und in der Le- bensqualität des Stadtteils wieder finden Das Projekt „Wald und Heide“ ist durch seine direkte positive Wirkung und die positi- ve Rückmeldung aus der Bevölkerung zum Modellprojekt geworden. 8 Die auf Verselbständigung hin ausgelegte Konzeption der Projektphase ab 2007, die vom Rat der Stadt Münster als zuständiges Stiftungs organ zu beschließen ist, bietet dem Treffpunkt Waldsiedlung e.V. die Chance, sich a ls Träger im Stadtteil etablieren zu können, der sich der Thematik der Integration wi dmet und über entsprechende Förderung, Einbindung und Vernetzung dauerhaft im S tadtteil Angelmodde Wald- siedlung mitwirkt. Die enge Kooperation mit den Angeboten des Caritas verbandes soll im Projekt „Wald und Heide“ fortgesetzt und möglichst erhalten bleiben.
Anlage 1, Anlage A
505 Zeichen
Projekt
„Wald und Heide“
Anlage A
Projekt „Wald und Heide“
Organigramm der Phase 4
01.01.2007 – 31.12.2009
Stadt Münster
Stiftung Siverdes
Caritasverband für die
Stadt Münster e.V.
Steuerungsgruppe
Treffpunkt
Waldsiedlung e.V.
MV – Vorstand - AK
Coaching
Angebote des CV e.V.
Angebote des TW e.V.
Kooperationsangebote des TW und / oder des CV
mit dem DW, KSD, den Kirchengemeinden,
Schulen, Kindergärten, … (AK-Waldsiedlung)
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Bonnenkamp
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0086/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 29.01.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37