0458/2022
Verschwundenes sichtbar machen. Kommunikation im und über den Holocaust
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4522 Vorlagen-Nummer 23.02.2022 0458/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 08.03.2022 Verschwundenes sichtbar machen. Kommunikation im und über den Holocaust hier: Erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln bei der Stiftung EVZ in Höhe von ca. 500.000 € Im Sommer 2021 wurden der Museumsdienst Köln und das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln ermutigt, einen Antrag zur Etablierung von digitalen Bildungsräumen bei der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft EVZ (Berlin) zu stellen. Aufgrund der engen Anbindung an die museumspä- dagogische Referentenstelle hat der Museumsdienst in Absprache mit dem NS- Dokumentationszentrum verantwortlich die Antragstellung übernommen und konnte 497.600 € ein- werben. Die Förderung durch die Stiftung erfolgt im Rahmen der „Bildungsagenda NS-Unrecht“ des Bundesministeriums der Finanzen (BMF), im Förderschwerpunkt „Digitale (Lern-)Räume“. Das Pro- jekt konnte am 01.10.2021 starten und endet am 31.12.2022. Ziel des Projektes Verschwundenes sichtbar machen – Einblicke in vernichtete Gedankenwelten geben – zerstörte Kommunikationsräume rekonstruieren: Dies ist das Ziel des von der Stiftung EVZ und dem BMF ge- förderten Projektes von Museumsdienst Köln (MD) und NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (NS-DOK). Web-Portal Zentrales Ergebnis wird ein vielschichtiges Web-Portal sein, in dem exemplarisch die Lebens- und Verfolgungsgeschichte der jüdischen Kölner Familie Schönenberg dargestellt wird. Anhand von bis- lang unpublizierten Selbstzeugnissen (Briefe / Tagebücher) werden neue Einblicke in die damalige Gedanken- und Wahrnehmungswelt der Betroffenen selbst vermittelt. 3D-Visualisierungen, Morphing-Elemente und künstlerische Adaptionen veranschaulichen die zu- nehmende Einengung des Lebens- und Wohnumfeldes von der gutbürgerlichen Wohnung über das Ghettohaus bis zum Sammellager und zur Deportation. Verknüpfungen mit Zeitzeug*innen-Interviews betten die Familiengeschichte in multiperspektivische Sichtweisen ein. Erläuternde historische Informationen und die Verknüpfung mit der Gesamtedition der Selbstzeugnisse dienen der Kontextualisierung. Projektionen im Stadtraum Die Projektergebnisse finden in Form von drei Großprojektionen zudem direkten Eingang in den Stadtraum: An Orten, die in den Briefen und Tagebüchern beschrieben wurden – an denen sich Aus- grenzung und Verfolgung vor den Augen der Gesamtgesellschaft abspielten. Avisiert sind – vorbehaltlich Genehmigung und Einverständnis der Anwohner*innen – folgende Ter- mine, jeweils anknüpfend an das Schicksal der Familie Schönenberg und entsprechende allgemeine Jahrestage: 15. Juni 2022: Venloer Straße/ Ecke Bismarckstr. (ehem. Wohnhaus Familie Schönenberg, al- ternativ: Stadtgarten), Jahrestag der Deportation Köln – Ghetto Theresienstadt 1942 09. November 2022: Glockengasse/ Opernvorplatz (ehem. Standort Synagoge), Jahrestag Novemberpogrom 1938 2 07. Dezember 2022: Messe Köln/ Bahnhof Deutz (tief), Jahrestag der Deportation Köln – Ghetto Riga 1941 Das Web-Portal soll anlässlich der Projektion am 9. November in großen Teilbereichen und am 7. Dezember 2022 vollständig online präsentiert werden. Die erfolgreiche Antragstellung zahlt ein auf den im Kontext zur Ausschreibung der Websites der Mu- seen und des Museumsportals (Vorlage 1140/2020) eingebrachten Änderungsantrag (AN/0798/2020), wonach die neuen Web-Auftritte über Förderprogramme des Bundes eine ergän- zende Finanzierung erfahren sollten. In diesem Kontext erfolgt auch eine Kompetenzstärkung im Be- reich des Fördermittelmanagements, das perspektivisch gerade für den IT-Bereich zu intensivieren ist. Gez. Charles
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0458/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 23.02.2022
- Erstellt
- 08.02.2022 13:01