V/0392/2023
Veloroute Münster - Everswinkel: Umgestaltung der Schillerstraße zur Fahrradstraße 2.0
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Anlage 1_Lageplan_Schillerstraße 2.0
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P PIII IIIVIVIVIIVIVIVI IVIIIIIIIIIIVIV IIIIIIIIIIIIIII IIIIIVIVIVIVIVIIIIIIIVIIIIIIIIIIIVIVIVIVI IVIVVIIIIVIIIIIVIVIIIIIIIIIIVIVIIIIVIIIIVIVIV IIIIVIIIIIIIIV IIIVIVI II IV I IIIV I IV IIII II IVIV IVIIIIV IIIIVII IVIIIIIIIIIIIIIIIIVIVIIIIIIIIIIVIIIIIIIIIII IVIVIVIIIIIIIIIIIIVIIII IIIIIVIVI Kettelerheim IIIIII I IIIIII III F FS P WFSSFF IV IIIIIIIIII IVIVIII IIIIII III III IIIIIIII (zerstört) Bremer Platz (geplant) 38 a 64 a46148 a 4042363495387323 1012 3037 a3743 525555 a5754 45 61 a60 1913 6260 20 58 221172 569 7068 a68 5 68 74 a74 66186417 a 839 65 79357 35267715 a107377678982 a8115 90 1786807876845982 66 75 67 13 8088 16161414151369114 69 6 4147474949 35 8 3333 a 63 24 393123272729111111999212121 48 1 1416 44 46 33 44 a44 a44 b44 b (PGHQHU6WUDH(PGHQHU6WUDH 'RUWPXQGHU6WUDH'RUWPXQGHU6WUDH Hansaplatz Hansaring LinnebornstiegeBremer Platz 6FKLOOHUVWUDH 6FKLOOHUVWUDH www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H www.cadsys.de Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H WWWGGGFH WWWWWWW W WWW WWW WW WWW FHWWWFH W W FHWW WG FH WW WWWWW WWWGGGW WW W WW W WW Natursteinpflaster MosaikBetonstein 24/24Betonstein 24/2415 StufenGrünflächeBetonstein rot 20/10Betonstein 24/24Betonstein anthrazit 20/10rotAsphaltbetonrot 20/10anthrazit 20/10Betonstein 24/24Betonstein rot 20/10Betonstein 24/24Betonstein grau 16/16Grünfläche2 StufenKlinkerweiß 20/1057.2457.3857.0756.9956.9757.0257.0457.1057.1057.1057.0957.1657.0457.0557.0657.1557.0757.0557.0457.4357.2857.0757.1557.0857.0557.1657.0357.0257.1657.0357.1457.1357.0156.9656.9556.9957.0157.0557.0657.0657.0357.1657.1757.2657.3157.3657.4457.4257.3657.0257.1957.2157.2757.2257.2057.1657.1557.0557.3757.9557.9857.2257.0757.0357.0457.0957.0057.0957.0757.0857.1657.2657.2657.2657.2657.1857.1757.2257.2557.0057.0057.0157.0157.0157.0157.0257.0757.0757.0157.1457.1557.0357.2357.0657.0157.0557.0757.0357.30AhornSTø= 0.30 mKø= 5.00 m Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H B (50/20) B (50/20)Fahrradanlehnbügel (Baustein Nr. 1),(5 Stück), 85 x 85; feuerverzinktFahrradanlehnbügel (Baustein Nr. 1),(5 Stück), 85 x 85; feuerverzinkt B (50/20)B (50/20)kleineLeitplatteVZ 283-20 gegenVZ 286-10 + ZZtauschenvorh. FahrradanlehnbügelFahrradanlehnbügel (Baustein Nr. 1),(5 Stück), 85 x 85; feuerverzinkt 24 Fahrradanlehnbügel(Baustein Nr. 1), 85 x 85; feuerverzinkt VZ 283-10entfernenVZ 286-10 gegenVZ 286-30 tauschenund an Leuchte versetzenkleineLeitplatteFahrradanlehnbügel (Baustein Nr. 1),(3 Stück), 85 x 85; feuerverzinktkleineLeitplatte Fahrradanlehnbügel(Baustein Nr. 1),(4 Stück), 85 x 85;feuerverzinktkleineLeitplattevorh. Fahrradanlehnbügelvorh. FahrradanlehnbügelSicherheitstrennstreifenpflastern 8 Fahrradanlehnbügel(Baustein Nr. 1), 85 x 85; feuerverzinkt B (50/20) P P(zerstört) (geplant) (geplant) www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de 0,754,200,500,705,000,75 10,708,804,30 Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H Bewohnermit Parkausweis Nr.frei Hvorh. Fahrradanlehnbügel Bewohnermit Parkausweis Nr.frei HVZ 286-20 gegenVZ 286-30 tauschen Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H vorh. Fahrradanlehnbügel 2,933,321,94 www.cadsys.de www.cadsys.de 2,020,754,322,00Fahrradanlehnbügel (Baustein Nr. 1),(12 Stück), 85 x 85; feuerverzinkt,vorhandene Anlehnbügelzurückbauen2,023,00 VZ 209-31+ Pfeil geradeaus-rechts durchPfeil rechts ersetzen(auf dem Hansaring bestehtbereits beidseitig Abbiegeverbot) www.cadsys.de 14,50 13,90 1,00 www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de VZ 274.1 versetzen www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de www.cadsys.de VZ 244.1 versetzenVZ 267 + ZZ ergänzen(beidseitig)VZ 244.2 versetzen(beidseitig)Ablauf versetzenneue Baumscheibemit Straßenbaumneue Baumscheibemit Straßenbaum4,002,504,002,50 Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H S (100/100) 2,932,94 3,001,5 m breiter Streifen Großpflasterdurch glatte Steine ersetzen(Barrierefreiheit), Rampenstein bleibt! 4,00 3,302,506,003,006,045,183,244,341,002,003,961,5 m breiter Streifen Großpflasterdurch glatte Steine ersetzen(Barrierefreiheit), Rampenstein bleibt! Bewohnermit Parkausweis Nr.frei H 2,601,750,506,2818,42Fahrradanlehnbügel (diagonal),(2 x 3 Stück), 85 x 85; feuerverzinkt www.cadsys.de www.cadsys.de 0,75 Plot 30.06.2023Maßstab:gezeichnetBlatt-Nr.:1 :DatumNamebearbeitetProjekt-Nr.:Anlage-Nr.:( )_Verkehrstechnischer Entwurf11500Jun. 2023Rev / SplJun. 2023SplSchillerstraße - Verkehrstechnischer EntwurfUmgestaltung zur Fahrradstraße 2.0ohne Kfz-DurchgangsverkehrPlot 27.01.2023
Anlage 3_Dokumentation Bürgerbeteiligung_Schillerstraße
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V/0392/2023 Anlage 3
Fahrradstraße Schillerstraße
Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses:
18. April bis 28. Mai 2023
Blick auf die Fahrradstraße Schillerstraße (Foto: Stadt Münster, Zinke)
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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INHALT
HINTERGRUND | Anlass ................................ ................................ ................................ ................ 3
INFORMIEREN UND BETEILIGEN | vielfältige digitale und analoge Angebote .............................. 4
Auftaktveranstaltung am 18. April 2023 ................................ ................................ ....................... 4
Online-Umfrage vom 18. April bis 28. Mai 2023................................ ................................ ........... 5
Temporäre Umgestaltung eines Teilstücks ................................ ................................ .................. 7
Regelmäßiger Infostand im Straßenraum ................................ ................................ .................... 8
Quartiersspaziergänge am 11. und 16. Mai ................................ ................................ ................. 9
FAZIT | weiteres Vorgehen ................................ ................................ ................................ ........... 10
Anhang ................................ ................................ ................................ ................................ ......... 11
Informationsfaltblatt ................................ ................................ ................................ ................... 11
Infopostkarte ................................ ................................ ................................ ............................. 12
Infoposter im Straßenraum ................................ ................................ ................................ ........ 13
Kontakt
Fahrradbüro der Stadt Münster
Albersloher Weg 33
48155 Münster
Telefon: 0251 / 492 7272
E-Mail: fahrradbuero@stadt-muenster.de
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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HINTERGRUND | Anlass
Die Schillerstraße wurde 1990 als erste Fahrradstraße in Münster ausgewiesen. Heute ist sie zwi-
schen der Soester Straße und dem Hansaring zusätzlich zu ihrer Funktion als Fahrradstraße auch
ein wichtiger Abschnitt der Veloroute Everswinkel-Münster über Wolbeck.
In Fahrradstraßen hat der Radverkehr Vorrang vor jeder anderen Verkehrsart. Grundsätzlich dienen
Fahrradstraßen der Radverkehrsförderung: Fahrradstraßen bündeln bei wahrnehmbarem Design
und konsequenter Netzplanung die Radverkehrsströme. Sie erhöhen die objektive sowie subjektive
Sicherheit und sind eine attraktive Alternative abseits der Radverkehrsanlagen an Hauptverkehrs-
straßen.
Aktuell bietet die Fahrradstraße Schillerstraße jedoch keinen Mehrwert für die Verkehrsteilnehmen-
den: Sie unterscheidet sich optisch kaum von anderen Erschließungsstraßen und es fehlt eine aus-
reichend breite Fahrgasse, um Begegnungsverkehre zu ermöglichen.
Aus diesem Grund soll die Schillerstraße nach den 2019 politisch beschlossenen Qualitätsstandards
umgestaltet werden. Vom 18. April bis zum 28. Mai hat ein informeller Beteiligungsprozess stattge-
funden, um die ersten Planungsideen frühzeitig und transparent vorzustellen, das Meinungsbild und
Anregungen der Öffentlichkeit dazu einzuholen, die Hintergründe einer Umgestaltung zu erläutern
und für Akzeptanz zu werben.
Der Gestaltungsspielraum ist von Beginn an deutlich kommuniziert worden: Die Qualitätsstandards
für Fahrradstraßen haben sich bereits vielfach in der Praxis bewährt und sollen auch in der Schiller-
straße umgesetzt werden. Sie sind daher nicht Gegenstand des informellen Beteiligungsverfahrens
gewesen. Münsteranerinnen und Münsteraner konnten u. a. bei den Themen Aufenthaltsqualität im
Seitenraum (Bänke, Grün, etc.), Kfz- und Fahrradparken, Elektro-Ladeinfrastruktur und Carsharing
mitdiskutieren, ihre Ideen einbringen und so die Planungen der Fahrradstraße 2.0 mitgestalten.
Das Foto zeigt, wie die Schillerstraße aktuell aus-
sieht: Beidseitig mit Kfz beparkt , sind Begegnungs-
verkehre nur schwer möglich. Auch die Gefahr durch
unaufmerksam geöffnete Autotüren steigt für Rad-
fahrende. Insgesamt bietet die Fahrradstraße aktuell
keinen geschützten und komfortabel zu befahrenden
Straßenraum. (Foto: Stadt Münster)
Mithilfe der Visualisierung wird verdeutlicht, wie die Schiller-
straße als Fahrradstraße 2.0 aussehen kann: Durch eine rote
Fahrbahneinfärbung ist die Fahrradstraße deutlich zu erken-
nen. Damit Begegnungsverkehre sicher möglich sind, ist nur
noch einseitig Kfz- oder Fahrradparken möglich.
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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INFORMIEREN UND BETEILIGEN | vielfältige digitale und analoge Angebote
Aufgrund der exponierten Lage der Schillerstraße im Stadtgebiet mit unterschiedlichsten Nutzungs-
ansprüchen kam dem informellen Beteiligungsprozess eine besondere Rolle zu. Um mit einer brei-
ten Öffentlichkeit zum Projekt ins Gespräch zu kommen, wurden vielfältige analoge und digitale For-
mate angeboten.
Die Kommunalpolitik ist im Januar und Februar 2023 über das Vorgehen an der Schillerstraße infor-
miert worden. Ende März wurden Infoflyer im Quartier per Postwurfsendung verteilt, gleichzeitig ist
die Internet seite https://www.stadt-muenster.de/schillerstrasse freigeschaltet worden. So konnten
sich alle Interessierten und insbesondere die Anwohnenden über die ersten Planungsideen sowie
die anstehenden Beteiligungsformate informieren. Zudem gab es eine zentrale Kontaktmöglichkeit
für Rückfragen, Anregungen und Hinweise.
Nachfolgend werden die verschiedenen Beteiligungsmöglichkeiten dargestellt und die daraus resul-
tierenden Ergebnisse in sortierter und zusammengefasster Form wiedergegeben.
Auftaktveranstaltung am 18. April 2023
Mit einer öffentlichen Präsenz-Auftaktveranstaltung am 18. April in der Aula des Hansa -Berufskol-
legs hat der informelle Beteiligungsprozess begonnen. Ziel war es, alle Interessierten über die Hin-
tergründe des Umbaus zu informieren , die ersten Planungsideen vorzustellen und Verständnisfra-
gen zu klären. Etwa 100 Menschen haben an der Veranstaltung teilgenommen und sich eingebracht.
Die ausführliche Dokumentation ist unter www.stadt-muenster.de/schillerstrasse abrufbar.
Auftaktveranstaltung in der Aula des Hansa-Berufskollegs (Foto: Jens Stachowitz)
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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Online-Umfrage vom 18. April bis 28. Mai 2023
Zeitgleich zur Auftaktveranstaltung ist eine sehr niederschwellige und kurze Online-Umfrage gestar-
tet, die über die Presse, Social Media , die Internetseite und den Infoflyer angekündigt wurde. Die
Online-Umfrage lief über das Beteiligungsportal beteiligung.nrw und bot di e Möglichkeit 24/7 eine
anonyme Rückmeldung zu der geplanten Umgestaltung der S chillerstraße zu geben. Ziel der Um-
frage war es, die Bedarfe der Verkehrsteilnehmenden, der Anwohnerschaft und der allgemeinen
Öffentlichkeit bzgl. des Seitenraums abzufragen und ein Feedback zur geplanten Umgestaltung zu
erhalten.
Insgesamt haben sich 300 Menschen an der Online-Umfrage beteiligt. Etwa die Hälfte der Teilneh-
menden hat angegeben, zwischen 31 und 65 Jahre alt zu sein. Viele nutzen die Schillerstraße ins-
besondere als Durchgangsverbindung oder weil sie in dem Quartier wohnen.
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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Im Fragebogen wurde nach derVerkehrsmittelwahl auf der Schillerstraße gefragt. Die Teilnehmen-
den konnten eine Mehrfachauswahl tätigen. Der überwiegende Teil der Befragten ist mit dem Fahr-
rad (Biobike, E-Bike, Lastenrad) auf der Schillerstraße unterwegs. Auch die Kategorie „Zu Fuß/ mit
dem Rollstuhl“ ist häufig genannt worden, gefolgt vom Verkehrsmittel Kfz. Dabei geben viele Zufuß-
gehende an, derzeit kein Hilfsmittel (Rollator, Rollstuhl, Gehilfe, Blindenhund, etc.) zu benötigen.
In der Online-Umfrage ist auch der Bedarf einzelner Gestaltungselemente im Seitenraum der Schil-
lerstraße abgefragt worden. Die Teilnehmenden konnten damit ihre subjektive Wahrnehmung zur
Relevanz einzelner Elemente zurückmelden. Dabei wurde unterschieden in die Kategorien „Fahr-
radstellplätze“, „Grünflächen“, „Kfz -Stellplätze“, „Lastenrad -Stellplätze“, „Carsharing -Plätze“,
„Kfz.Stellplätze mit E-Ladeinfrastruktur“ sowie „Kfz-Stellplätze für Menschen mit Behinderung“ un-
terschieden. Hier konnten die Teilnehmenden wählen zwischen „hoher Bedarf“, „wenig Bedarf“, „kein
Bedarf“, „weiß nicht“ und „keine Angabe“. Die Antwortmöglichkeiten „weiß nicht“ und „keine Angabe“
sind im Folgenden zusammengeführt worden.
Die Rückmeldungen zeigen folgendes Bild: Hoher Bedarf besteht aus Sicht der Teilnehmenden an
mehr Fahrradabstellflächen (183), Grünflächen (135) und Kfz -Stellplätzen (101). Sowohl bei den
Fahrradabstellflächen als auch bei den Grünflächen überwiegt die Antwortmöglichkeit „hoher Be-
darf“ vor den anderen Optionen. Bei dem Thema Kfz-Stellplätze ist das Bild jedoch divers: Während
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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hier mit über 100 Rückmeldungen ein hoher Bedarf festgestellt wird, geben gleichzeitig 126 Teilneh-
mende an, hier keinen Bedarf zu sehen. 110 Personen kreuzen bei dem Thema zudem die Option
„weiß nicht / keine Angabe“ an. Bei dem Thema Carsharing und auch E -Ladeinfrastruktur ist das
Meinungsbild nicht eindeutig: Einerseits wurde überwiegend die Option „wenig Bedarf“ (117 / 122)
angekreuzt, gleichzeitig stimmten bei den Themen die Teilnehmenden auch für die Optionen „hoher
Bedarf“ (76 / 55) und „kein Bedarf“ (72 / 73). Bei dem Thema „Kfz -Stellplätze für Menschen mit
Behinderung“ geben viele „wenig Bedarf“ und „weiß nicht / keine Angabe“ an.
Mithilfe eines freien Textfeldes konnten weitere Elemente im Straßenraum benannt und auch die
Widmungen (Kfz-Parken für Anwohnende etc.) kommentiert werden.
Viele Kommentare bezogen sich auf das große Themenfeld „Grün- & Freiflächen“. Vor dem Hinter-
grund eines verbesserten Stadtklimas, aber auch einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Quartier
wünschen sich viele Teilnehmende mehr Grün im Straßenraum. Dabei sind auch mobile Lösungen
wie z. B. Hochbeete, Blumenkübel und mobile B äume vorgeschlagen worden. Die Relevanz von
Versickerungs- und Verschattungsflächen, Fassadenbegrünung und Patenschaftskonzepten sind in
diesem Zuge angeführt worden. Im Zuge einer Steigerung der Aufenthaltsqualität haben viele Teil-
nehmende den Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten genannt. Demgegenüber steht eine große
Anzahl an Rückmeldungen, die sich gegen eine Steigerung der Aufenthaltsqualität und Möblierung
aussprechen. Als Gründe werden die mögliche Vereinna hmung durch die Szene am Bremer Platz
genannt, aber auch Lärmbelastung, Verschmutzung und Vandalismus.
Ein weiteres Themenfeld war das Kfz -Parken. Zahlreiche Rückmeldungen benennen das Anwoh-
nerparken als ein wichtiges Element in der Schillerstraße, um all denjenigen einen Stellplatz anbie-
ten zu können, die in dem Quartiert wohnen. Dazu gibt es vereinzelte Kommentare, die die geplanten
Gebühren für das Anwohnerparken für zu hoch empfinden. Des Weiteren gibt es Rückmeldungen,
dass Parkraum auch für Gäste, Handwerker und Paketdienstleister / Lieferdienste vorgehalten wer-
den sollte. In anderen Kommentaren wird deutlich, dass es ein Parkkonzept für das gesamte Viertel
bedarf.
Zum Abschluss der Online-Befragung konnten die Teilnehmenden in einem freien Textfeld we itere
Hinweise und Anregungen zu der geplanten Umgestaltung der Schillerstraße geben. Hierbei ist das
Spannungsfeld einer qualitativ hochwertig ausgestalteten Fahrradinfrastruktur einerseits und dem
Wegfall von Parkständen in einem Quartier mit hohem Parkd ruck andererseits deutlich auszu-
machen. Viele Teilnehmende melden zurück, dass die aktuelle Situation für Radfahrende in der
Schillerstraße nicht gut ist und begrüßen daher den geplanten Umbau. Gleichzeitig äußern sie die
Sorge des durch den Wegfall von Kfz-Stellflächen steigenden Parkdrucks, sowohl für Anwohnende
als auch Gäste, Handwerker und weitere Dienstleister . Als ein weiteres zentrales Thema für die
Planungen wurde der Fußverkehr genannt. Die Teilnehmenden erläutern, dass durch Fahrräder, E-
Scooter und Autos die Gehwege oftmals so eingeengt sind, dass Zufußgehende, insbesondere mo-
bilitätseingeschränkte Personen, ältere Menschen oder Familien mit kleinen Kindern kaum oder nur
sehr schlecht vorankommen.
Temporäre Umgestaltung eines Teilstücks
Um die Auswirkungen einer Umgestaltung der Schillerstraße als Fahrradstraße 2.0 auf den Ver-
kehrsraum zu veranschaulichen und erfahrbar zu machen, wurden die Qualitätsstandards für Fahr-
radstraßen in Höhe der Emdener Straße auf etwa 50 Mete rn Länge mittels gelber Baustellenmar-
kierung temporär im Beteiligungszeitraum bis Ende Mai verdeutlicht. In diesem Bereich ist auf dem
nördlichen Teilstück ein Halteverbot für Kfz eingerichtet und die Sichtachse des Kreuzungsbereichs
durch die Aufstellung mobiler Fahrradan lehnbügel inkl. Sperrflächenmarkierung freigehalten wor-
den.
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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Temporäre Umgestaltung eines 50m langen Teilstücks der Schillerstraße (Foto: Stadt Münster)
Regelmäßiger Infostand im Straßenraum
Als aufsuchendes Beteiligungsformat sind im Zeitraum vom 18. April bis zum 26. Mai Verwaltungs-
mitarbeitende regelmäßig mit einem Infostand im Straßenraum vor Ort gewesen. Ziel war es, in den
persönlichen Austausch zu treten, die Planungsideen für die Schillerstraße vorzustellen, Fragen zu
klären, Hinweise aufzunehmen und Akzeptanz für das Projekt zu schaffen. Um eine möglichst breite
Zielgruppe zu erreichen (Familien mit Kindern, Studierende, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,
Anwohnende, etc.), sind unterschiedliche Tageszeiten gewählt worden.
In den zahlreichen Gesprächen ging es u. a. um das Für und Wider der Qualitätsstandards an Fahr-
radstraßen, den Parkdruck im Quartier, das Thema Fahrradstellplätze sowie Begrünung im Straßen-
raum. Zudem ist vielfach über das Thema Kfz -Durchgangsverkehr diskutiert worden – hier gab es
eine klare Mehrheit dafür, diese Durchgangsverkehre in Zukunft zu unterbinden.
Regelmäßiger Infostand im Straßenraum (Fotos: Stadt Münster)
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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Quartiersspaziergänge am 11. und 16. Mai
Ziel der Quartiersspaziergänge war es, die Planungsideen vor Ort mit interessierten Anwohnerinnen
und Anwohnern, Nutzenden und Initiativen zu diskutieren. Hinweise und Anregungen konnten direkt
im Straßenraum in den Blick genommen werden.
Am 11. Mai hat ein öffentlicher Quartiersspaziergang für alle Interessierten stattgefunden, bei dem
ca. 20 Personen teilgenommen haben. Hier wurde u. a. eine Verbesserung der Kreuzungssituatio-
nen Schillerstraße / Bremer Platz und Schillerstraße / Hansaring für Radfahrende angeregt (in Form
von Grünpfeilen, intelligenten Ampelschalt ungen, Shared Space s oder Mittelinseln). Auch das
Thema „Grün- & Freiflächen“ ist thematisiert worden – einige Teilnehmenden wiesen auf die Gefahr
der Vermüllung hin, andere konnten aufzeigen, dass die Umzäunung von Baumscheiben im östli-
chen Bereich dazu beitragen konnte, das Problem zu mindern. Im Rahmen des Spaziergangs ist
auch über das Thema Parken, die Relevanz des Autos für mobilitätseingeschränkte Personen sowie
der Wegfall von Parkraum diskutiert worden. Überdies sind Anregungen für eine Verbesserung des
Fußverkehrs in der Schillerstraße eingegangen (geordnetes Fahrrad- und Kfz-Parken, abgesenkte
Bordsteine, taktile Elemente, private Müllbehälter nicht im öffentlichen Straßenraum abstellen). Teil-
nehmende haben während des Quartiersspaziergang auch rückgemeldet, dass sich viele Verkehrs-
teilnehmende nicht an die bestehenden Geschwindigkeit sbegrenzungen halten und die Beobach-
tung geschildert, dass die Schillerstraße als Kfz-Umfahrungsstrecke genutzt wird.
Öffentlicher Quartiersspaziergang am 11. Mai 2023 (Foto: Stadt Münster)
Am 16. Mai hat ein weiterer Quartiersspaziergang stattgefunden, der Akteuren, Verbänden und Ini-
tiativen aus dem Bereich Verkehr vorbehalten gewesen ist. Eingeladen wurden der Allgemeine Deut-
sche Fahrrad Club (ADFC), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Allgemeiner Deutscher Automobilclub
(ADAC), Fuß e.V., Fahrradstadt MS, Kidical Mass, Polizei Münster Direktion Verkehr sowie die Kom-
mission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen (KIB). Fast alle eingeladenen
Akteure haben an dem Spaziergang teilgenommen.
In den Gesprächen ging es u. a. um Vorschläge zur Verbesserung des Fußverkehrs an der Schiller-
straße, wie bspw. die Einrichtung von gesicherten Überwegen an Kreuzungssituationen, taktilen
Elementen, abgesenkten Bordsteinen, das geordnete Abstellen von Fahrrädern und Kfz im Neben-
raum der Fahrgasse sowie Aufpflasterungen des Gehwegs an Kreuzungspunkten, um niveaugleich
queren zu können. Die Teilnehmenden gaben zudem den Hinweis, das Behindertenparkplätze bei
den Planungen mitgedacht werden müssen. Des Weiteren ist auch das Thema Kfz-Durchgangsver-
kehr diskutiert worden. Die Akteure waren sich einig, dass eine geringere Anzahl an Kf z-Durch-
gangsverkehren die Sicherheit für Fuß- und Radverkehr sowie die Aufenthaltsqualität erhöht.
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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FAZIT | weiteres Vorgehen
Wie bereits mit der Vorlage V/0038/2021 „Fahrradstraßen 2.0 | Sachstandsbericht sowie Leitlinien
bei der Kommunikation“ ausgeführt, ist die Kommunikation mit der Öffentlichkeit bei der geplanten
Umgestaltung oder erstmaligen Einrichtung von Fahrradstraßen unerlässlich, um Akzeptanz für die
Projekte zu gewinnen. Aufgrund der zentralen Lage der Schillerstraße und den dortigen vielfältigen
Nutzungsansprüchen an den Straßenraum hat es einen umfassenden informellen Beteiligungspro-
zess gegeben, den die Planungsverwaltung mit großem personellen Aufwand vorbereitet, durchge-
führt und dokumentiert hat. Durch die unterschiedlichen Formate konnte eine breite Öffentlichkeit
erreicht und mit vielen Menschen in den Dialog getreten werden. Die Diskussionskultur war meist
konstruktiv und die Hinweise und Anregungen der Teilnehmenden wurden in die weiteren Über le-
gungen zu den Umplanungen einbezogen.
Aus dem informellen Beteiligungsprozess haben sich zusammengefasst drei Kernthemen ergeben:
Grün- & Freiflächen, Umgang mit Parkraum im Quartier sowie Ausgestaltung von guter Radinfra-
struktur.
Die Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit zeigen, dass die aktuelle Ausgestaltung der Fahr-
radstraße Schillerstraße für viele Verkehrsteilnehmende problematisch ist. U. a. sind Begegnungs-
verkehre Kfz-Rad oder Kfz-Kfz kaum möglich. Dies führt zu gefährlichen Situationen. Und auch die
Gehwege sind nicht optimal für Zufußgehende ausgestaltet, da Mülltonnen, abgestellte Fahrräder
sowie parkende Kfz an vielen Stellen die W ege einengen. Die Mehrheit befürwortet daher die Auf-
wertung zu einer Fahrradstraße mit den po litisch beschlossenen Qualitätsstandards. Ein Großteil
spricht sich zudem für geordnetes Fahrrad -und Kfz-Parken sowie die Reduzierung von Kfz -Durch-
gangsverkehren aus.
Gleichwohl viele Menschen eine breitere Fahrgasse für die Schillerstraße befürworten, gib t es Un-
mut über die damit einhergehenden wegfallenden Kfz-Stellplätze. Aktuell wird bereits ein hoher Kfz-
Parkdruck festgestellt und die Sorge besteht, dass sich dieser mit einer Umgestaltung der Schiller-
straße ausweiten könnte. Viele Menschen regen an, di e verbleibenden Kfz -Stellplätze daher der
Anwohnerschaft bereitzustellen und diese Regelung laufend zu kontrollieren. Gleichzeitig wird aus
den Rückmeldungen deutlich, dass in der Schillerstraße auch weiterhin Parkraum für Gäste, Hand-
werker und Lieferdienste angeboten werden sollte.
Ein drittes großes Kernthema betrifft Grün- & Freiflächen. Von Beginn an wurde klar kommuniziert,
dass aufgrund des Leitungsbestandes unterhalb des Straßenraums mobile Grünelemente beim
möglichen Umbau der Schillerstraße in den Blick genommen werden müssen. Die zahlreichen Rück-
meldungen aus der Öffentlichkeit zu diesem Thema zeigen, dass das Thema Grün- und Freiflächen
einen hohen Stellenwert bei Straßenumbauplanungen einnimmt. Dabei spielt sowohl das Thema
Stadtklima eine Rolle, als auch die Erhöhung der Aufenthaltsqualität.
Aus dem informellen Beteiligungsprozess konnten viele Hinweise und Anregungen in die weiteren
Überlegungen zur Umgestaltung der Schillerstraße als Fahrradstraße 2.0 einfließen. Die so konkre-
tisierten Planungen werden als Planungs- und Baubeschluss den politischen Gremien vorgelegt.
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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ANHANG
Informationsfaltblatt
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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Infopostkarte
Fahrradstraße Schillerstraße: Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses
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Infoposter im Straßenraum
Anlage 2_Folgelastenberechnung_Schillerstraße
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Folgelastenberechnung Anlage 1 V/00392/2023 Aufgestellt am: 29.06.2023 Amt: 66 A Investitionsmaßnahme Produktgruppe 1201 Investitionsmaßnahme 4243 Jahr der Fertigstellung: 2024 Nutzungsdauer: 40 Jahre B Kapitalbedarf/ Finanzierung Euro % 1. Zuschüsse und Zuweisungen 170.000 30,91 2. Beiträge 0 0,00 3. Eigenanteil Stadt Münster 380.000 69,09 Gesamt-Kapitalbedarf 550.000 100,00 C Gesamtkosten der Investitionsmaßnahme Euro % 1. Grund und Boden 2. Baukosten 550.000 100,00 3. Beschaffungen (ohne Fahrzeuge) 4. Fahrzeug (e) Gesamtkosten 550.000 100,00 D Folgeaufwendungen pro Jahr Einmalig im Haushaltsjahr: Fortlaufend ab dem Haushaltsjahr: Euro % Personal- und Versorgungsaufwendungen, Zeilen 11, 12 Ergebnisplan 0,00 Sach- und Dienstleistungen, Zeile 13 Ergebnisplan 1. Instandhaltung der Grundstücke und baul. Anlagen 2. Instandhaltung des Infrastrukturvermögens 2025 5.500 22,04 3. Instandhaltung des sonstigen unbewegl. Vermögens 4. Haltung von Fahrzeugen 5. Bewirtschaftung der Grundstücke und baul. Anlagen Zwischensumme 5.500 22,04 Bilanzielle Abschreibungen, Zeile 14 Ergebnisplan 6. Bilanzielle Abschreibungen Zwischensumme 13.750 55,11 Sonstige ordentliche Aufwendungen, Zeile 16 Ergebnisplan 7. Mieten und Pachten 8. Sonstige Verwaltungs- und Betriebsaufwendungen Zwischensumme 0 0,00 Zinsen, Zeile 20 Ergebnisplan 9. Fremdkapitalzinsen 5.700 22,85 NACHRICHTLICH: Zinsen (3,00 %) 5.700 € p.a. + Tilgung 11.400 € p.a. = Schuldendienst 17.100 € p.a. Summe Folgeaufwendungen 24.950 100,00 E Folgeerträge pro Jahr Einmalig im Haushaltsjahr: Fortlaufend ab dem Haushaltsjahr: Euro % 1. Zuweisungen und Zuschüsse für lfd. Zwecke 2. Auflösung Sonderposten (Zuwendungen und Beiträge) 2025 4.250 100,00 3. Benutzungsgebühren und ähnliche Entgelte 4. Mieten und Pachten 5. Sonstige Verwaltungs- und Betriebserträge Summe Folgeerträge 4.250 100,00 Einmalig im Haushaltsjahr: Fortlaufend ab dem Haushaltsjahr: Euro F Entfallende Aufwendungen pro Jahr G Entfallende Erträge pro Jahr H Folgelasten (D-E-F+G) pro Jahr Euro insgesamt 20.700 in % der Gesamtkosten (vgl. C) 3,76 I Folgeinvestitionen Zeitpunkt Euro J Erläuterungen Umbau der Schillerstraße zur Fahrradstraße 2.0 Bereitstellung von Verkehrsflächen und –anlagen Velorouten Stadtregion Folgelastenberechnung (Ermittlung der haushaltsrelevanten Erträge und Aufwendungen)
Anlage A
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Anlage A zur V/0392/2023 Kurzüberblick Die Schillerstraße ist Teil der Veloroute 11 nach Everswinkel und soll den Qualitätsstandards für Fahrradstraßen in Münster entsprechend umgestaltet werden. Es wird eine durchgehende, rot eingefärbte Fahrbahn von mindestens 4 Metern Breite und eine Kfz-Durchfahrtsperre mit Wende- anlage vor dem Knotenpunkt Hansaring/Schillerstraße angelegt. Es werden zusätzliche Fahrrad- anlehnbügel und neue Baumstandorte geschaffen. Durch die Maßnahme entfallen insgesamt rund 95 Kfz-Stellplätze. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird das Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Er- lebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft“ verfolgt. Das Teilziel lautet: „Umgestaltung der Fahrradstraße Schillerstraße zwischen Bremer Platz und Hansaring zur Verbesserung der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur und der Verkehrssicherheit“. Zielerreichung: Nach heutigem Stand ist eine Realisierung im Jahr 2024 vorgesehen. Für den Umbau entstehen Kosten in Höhe von ca. 550.000 €. Finanzierung Produktgruppe: 1201 Bereitstellung von Verkehrsflächen und -anlagen Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan x Ja Nein Im Haushaltsplanentwurf 2024 enthalten? x Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja Nein Bereits veranschlagt? x Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Die Aufgaben der Produktgruppe 1201 beruhen auf folgenden rechtlichen Grundlagen: Grundge- setz (GG), Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), Bundesfernstraßengesetz (FStrG), Straßen- und We- gegesetz des Landes Nordrhein-Westfalen (StrWG NRW). Beeinflussbarkeit der finanziellen Auswirkungen: Eine Reduzierung der finanziellen Auswirkungen ist nicht möglich bzw. ist der in der Vorlage auf- geführten Reduktionsvariante zu entnehmen. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Vorlage verfolgt das Ziel, den Klimanotstand durch eine umweltbewusste und nachhaltige Verkehrsplanung zu entschärfen.
Anlage 4_Zusammenfassung Verkehrsuntersuchung_Schillerstraße
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INGENIEUR BÜRO HELMERT Verkehrsuntersuchung Hafenmarkt B-Plan 609 Sperrung der Ein- und Ausfahrten am Knotenpunkt Schillerstraße / Hansaring für den MIV Aachen, 24.7.2023 V/0392/2023 Anlage 4 Gliederung INGENIEUR BÜRO HELMERT Ausgangssituation Planungen Prognose 2035 Vergleichsfall Prognose 2035 Planfall Fazit INGENIEURBÜRO HELMERT 24.07.2024 3 Planungen Knotenpunkt Schillerstraße / Hansaring Förderung der Radwegeverbindung Schillerstraße <-> Innenstadt Schon jetzt deutlich mehr Rad- als Kfz-Verkehr Einschränkungen durch parkende Kfz auf der Achse Hansaring – Bremer Platz Die Fahrradstraße in der Schillerstraße zw. Ring und Bremer Str. soll aufgewertet werden; eine Einseitige Wegnahme des ruhenden Verkehrs würde aber die Attraktivität für den Kfz-Durchgangsverkehr erhöhen Lösungsansatz: Unterbindung der Ein- und Ausfahrt am Knoten Schillerstr. / Hansaring Kartengrundlage: Openstreetmap-Mitwirkende INGENIEURBÜRO HELMERT 24.07.2024 4 Zielsetzung und Grundlage der Untersuchung Fragestellung: Können verkehrsplanerische Änderungen vorgenommen werden, ohne die im Rahmen der Verkehrsuntersuchung Hafenmarkt (VU 609 Hafenmarkt, Fa. nts) identifizierten lärmtechnisch sensiblen Bereiche mit höheren Verkehrsmengen zu belasten? Grundlage: Verkehrsprognose 2035 aus der VU Masterplan Stadthäfen: Planfall mit Hafenmarkt ohne Ausbau Bahnunterführung INGENIEURBÜRO HELMERT 24.07.2024 5 Vergleichsfall Prognose 2035 mit Hafenmarkt ohne Bahnunterführung Kartengrundlage: Stadt Münster INGENIEURBÜRO HELMERT 24.07.2024 6 Prognose 2035 mit Hafenmarkt ohne Bahnunterführung Sperrung Ein- und Ausfahrten Knoten Schillerstraße / Hansaring Planfall mit Sperrung Schillerstraße Kartengrundlage: Stadt Münster INGENIEURBÜRO HELMERT 24.07.2024 7 Differenzen Planfall <-> Vergleichsfall Prognose-2035 Differenzen Sperrung Ein- und Ausfahrten Knoten Schillerstraße / Hansaring Kleinräumliche Verlagerungen Umfahrung über Knoten Wolbecker Straße / Hansaring Mehrbelastungen Wolbecker Straße ca. 330 Kfz (<3%) Minderbelastung Hansaring ca. 120 Kfz (<1%) Kartengrundlage: Stadt Münster INGENIEURBÜRO HELMERT 24.07.2024 9 Fazit Die geplanten Sperrung der Zu- und Ausfahrmöglichkeiten an der Schillerstraße von / zum Hansaring hat folgende Effekte: Ca. 900 Kfz sind von der Maßnahme betroffen Verlagerungen sind nur kleinräumlich Mehrbelastungen: Wolbecker Straße (<3%, entspricht der Größenordnung täglicher Schwankungen) Emdener Straße (die Mehrbelastung wird sich auf Dortmunder Str. und Emdener Str. verteilen, es handelt sich ausschließlich um Quell- und Zielverkehr des Gebiets) Minderbelastung: Hansaring (<1%, entspricht der Größenordnung täglicher Schwankungen) INGENIEURBÜRO HELMERT 24.07.2024 10 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit ! Ingenieurbüro Helmert Wilhelmstr. 89 52070 Aachen Telefon 0241 - 90 19 472 Fax: 0241 9019471 www.buero-helmert.de Kontakt: Christoph Helmert
Beschlussvorlage
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V/0392/2023
V/0392/2023
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Veloroute Münster - Everswinkel: Umgestaltung der Schillerstraße zur Fahrradstraße 2.0
Planungs- und Baubeschluss
Beratungsfolge
17.10.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
26.10.2023 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
Der Planung und dem Umbau der Schillerstraße zwischen Knotenpunkt Bremer Platz/Schillerstraße
und Knotenpunkt Hansaring/Schillerstraße (Teil der Veloroute Münster-Everswinkel) entsprechend
der beschlossenen Qualitätsstandards für Fahrradstraßen (vgl. Beschlussvorlage V/0151/2019) ge-
mäß dem Plan vom 30.06.2023 (Anlage 1) inklusive Einrichtung einer beschilderten Kfz -
Durchfahrtsperre mit Wendemöglichkeit vor dem Knotenpunkt Hansaring wird zugestimmt.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Es wird zur Kenntnis genommen, dass der Stadt Münster Baukosten in Höhe von ca. 550.000 € ent-
stehen. Dem gegenüber stehen Einnahmen aus Fördermitteln in Höhe von ca. 170.000 €.
Die v. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren:
Teilfinanzplan
Nr. Bezeichnung Haush.-
jahr
Betrag
€
Bemerkungen
Produktgruppe 1201 Bereitstellung von Verkehrsflä-
chen und -anlagen
Investitionsmaßnah-
me
4243 Velorouten Stadtregion
Auszahlungen 2024 550.000
Einzahlungen 2024 170.000
Saldo 380.000
Amt für Mobilität und Tiefbau
28.09.2023
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Spliethoff
Telefon: 492-7213
Spliethoff@stadt-
muenster.de
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V/0392/2023
Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplanentwurf 2024 bei der o. g.
Investitionsmaßnahme und den u. g. Produktgruppen veranschlagt.
Teilergebnisplan
Nr. Bezeichnung Haush.-
jahr
Betrag
€
Bemerkungen
Produktgruppe 1201 Bereitstellung von Verkehrsflä-
chen und -anlagen
Zeile 02 Zuwendungen und allgemeine
Umlagen
2025ff. 4.250 Folgeertrag
Zeile 13 Aufwendungen für Sach - und
Dienstleistungen
2025ff.
5.500
Folgeaufwand
Zeile 14 Bilanzielle Abschreibungen 2025ff. 13.750 Folgeaufwand
Produktgruppe 1601 Allgemeine Finanzwirtschaft
Zeile 20 Zinsen und sonst. Finanzauf-
wendungen
2025ff. 5.700 Folgeaufwand
Die Folgelastenberechnung (Anlage 2) wird zur Kenntnis genommen.
Begründung:
Bestand und Netzbedeutung
Die Schillerstraße wurde 1990 als erste Fahrradstraße in Münster ausgewiesen und besitzt seitdem
einen praktisch unveränderten Querschnitt. Die Fahrbahnränder werden beidseitig durchgehend mit
Kfz beparkt, wodurch vielfach nur eine Restfahrbahnbreite von 3 ,5 m oder weniger zur Verfügung
steht. Kfz und Fahrradfahrende können sich kaum verkehrssicher begegnen, der Begegnungsfall Kfz-
Kfz oder LKW -Rad sind in weiten Teilen der Schillerstraße praktisch überhaupt nicht möglich. Die
Gehwege werden immer wieder dur ch abgestellte Fahrräder eingeengt und sind für mobilitätseinge-
schränkte Menschen oft nur schwer nutzbar. In den letzten zwei Jahren wurden Fahrradabstellplätze
(Anlehnbügel) zulasten einzelner Kfz -Parkstände eingerichtet, doch der Fahrradparkdruck ist auf-
grund der dichten Wohnbebauung weiterhin hoch.
Als Parallelachse zur Wolbecker Straße besitzt die Schillerstraße eine zentrale quartierserschließen-
de und viertelverbindende Funktion im Hansaviertel und darüber hinaus. Zugleich ist sie auch ein
zentraler Bestandteil der Veloroute Everswinkel-Münster und besitzt als solche überregionale Bedeu-
tung für Radfahrende aus den südöstlichen Stadtteilen Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck so-
wie den Umlandgemeinden Alverskirchen und Everswinkel. Sie komplettiert die Fahrradstraßenachse
Lindberghweg / Lütkenbecker Weg / Schillerstraße aus dem Südosten Münsters mit Anschluss an
den Hauptbahnhof. Diesen vielfältigen Funktionen als zentrales Netzelement im Radverkehrsnetz
wird die Straße in ihrem heutigen Querschnitt nich t ausreichend gerecht. Das Radverkehrsaufkom-
men ist bereits heute enorm und wird sich durch den Ausbau der Velorouten und den allgemeinen
Wandel im Mobilitätsverhalten weiter erhöhen. In einer vergleichenden Querschnittszählung im März
2023 wurden in der Spitzenstunde 227 Radfahrende gezählt – fast sechs Mal mehr als Kfz (38). Ent-
sprechend ist der Handlungsbedarf besonders hoch und die planerischen Abwägungen orientieren
sich an dieser besonderen Netzbedeutung.
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V/0392/2023
Beteiligungsverfahren
Aufgrund ihrer exponierten Lage mit spezifischen Herausforderungen und vielen Anforderungen an
den öffentlichen Raum kommt der Einbindung der Bürgerschaft im Planungsprozess eine besondere
Rolle zu. Aus diesem Grund hat vom 18. April bis zum 28. Mai ein in formeller Beteiligungsprozess
stattgefunden. Ziel war es, die ersten Planungsideen frühzeitig und transparent vorzustellen, das
Meinungsbild und Anregungen der Öffentlichkeit dazu einzuholen, die Hintergründe einer Umgestal-
tung zu erläutern und für Akzepta nz zu werben. Um die möglichen Auswirkungen auf den Verkehrs-
raum zu veranschaulichen und erfahrbar zu machen, wurden diese in Höhe der Emdener Straße auf
etwa 50 Metern Länge mittels gelber Baustellenmarkierung temporär verdeutlicht.
Der Gestaltungsspielraum ist von Beginn an deutlich kommuniziert worden: Die Qualitätsstandards
für Fahrradstraßen haben sich bereits vielfach in der Praxis bewährt und sollen auch in der Schiller-
straße umgesetzt werden. Sie waren daher nicht Gegenstand des informellen Beteiligungsverfahrens.
Münsteranerinnen und Münsteraner konnten u. a. bei den Themen Aufenthaltsqualität im Seitenraum
(Bänke, Grün, etc.), Kfz- und Fahrradparken, Elektro-Ladeinfrastruktur und Carsharing mitdiskutieren,
ihre Ideen einbringen und so die Planungen der Fahrradstraße 2.0 mitgestalten.
Um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, wurden vielfältige analoge und digitale Formate angebo-
ten: Der Prozess ist mit einer Präsenz -Auftaktveranstaltung im Hansa-Berufskolleg gestartet, bei der
etwa 100 Mensche n teilgenommen haben. Zeitgleich wurde die anonymisierte Online -Umfrage frei-
geschaltet, bei der bis zum 28. Mai insgesamt 300 Menschen mitgemacht haben. Im Beteiligungszeit-
raum hat es außerdem zwei Quartiersspaziergänge gegeben, die Stadtverwaltung ist regelmäßig mit
einem Infostand vor Ort gewesen und war über zentrale Kontaktadressen postalisch, per Telefon und
per Mail erreichbar. Eine eigens eingerichtete Internetseite ( www.stadt-muenster.de/schillerstrasse)
informiert über das Projekt.
Die Dokumentation des informellen Beteiligungsprozesses ist beigefügt (Anlage 3).
Planung
Zentraler Baustein zur Umsetzung der neuen Qualitätsstandards für Fahrradstraßen ist die Einrich-
tung einer 4 bis 5 Meter breiten, durchgehend rot eingefärbten Fahrgasse, auf der nicht geparkt wer-
den darf. Diese ist am nördlichen Fahrbahnrand der Schillerstraße vorgesehen, um die vorhandenen
Baumscheiben sowie die kürzlich eingerichteten Fahrradabstellmöglichkeiten entlang der Südseite zu
erhalten.
Querschnitt der Schillerstraße vor und nach Umsetzung der Qualitätsstandards (eispielhaft)
Abb. 2: Querschnitt im Bestand Abb. 3: Querschnitt nach Umbau
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V/0392/2023
Ergänzend ist vorgesehen, das Parkraumangebot für den Radverkehr deutlich zu steigern, um dem
punktuell hohen Fahrrad-Parkdruck auf den Gehwegen zu begegnen, insbesondere in besonders
hochfrequentierten Bereichen (Umfeld Hansa -Berufskolleg, Umfeld Hauptbahnhof/Bremer Platz).
Hierdurch profitiert der Fußverkehr in hohem Maße. Insgesamt sieht die Planung 72 zusätzliche Fahr-
radanlehnbügel vor. Zusammen mit den bereits vorhandenen Anlehnbügeln stehen über den gesam-
ten Verlauf der Schillerstraße zukünftig 100 Anlehnbügel mit insgesamt 200 Fahrrad-Abstellplätzen
zur Verfügung.
Zusätzliche Lastenrad-Stellplätze sind dabei zunächst nicht eingeplant. Im Bereich Hauptbahnhof
sowie an den Einmündungsbereichen der Dortmunder und Emdener Straße wurden in der Vergan-
genheit Lastenrad-Stellplätze eingerichtet, die bislang überwiegend durch Fremdparker (normale
Fahrräder) genutzt werden. Das Fahrradbüro schlägt daher vor, Lastenradstellplätze in Bereichen mit
besonders hohem Fahrradparkdruck dort anzulegen, wo ein konkreter Bedarf durch die Bewohner-
schaft mitgeteilt wird . Die Anwohnerschaft der Schillerstraße wird in den nächsten Wochen daher
gesondert per Postwurfsendung aufgefordert, Bedarf anzumelden. Darüber hinaus ist es auch mög-
lich, Bedarfe über das 3.000-Stellplätze-Programm mitzuteilen (vgl. V/0020/2021 und V/0127/2023).
Im Rahmen der B ürgerbeteiligung wurde vielfach angeregt, mehr Grünflächen und zusätzliche Stra-
ßenbäume bei der Umgestaltung einzuplanen. Im Z uge des Rückbaus der Senkrechtstellplätze im
Bereich Bremer Platz werden ehemalige Stellplatzbereiche entsiegelt, wodurch die versicherungs -
und verdunstungsfähige Fläche an dieser Stelle deutlich vergrößert werden kann. Die hier vorhande-
nen vier Bestandsbäume erhalten deutlich größere Baumscheiben und werden im Wurzelbereich zu-
künftig nicht mehr durch abgestellte Kfz belastet . Zudem wurde für den gesamten Straßenzug die
Einbringung zusätzlicher Baumstandorte geprüft. Aufgrund des vorhandenen Leitungsbestandes sind
aktuell jedoch lediglich zwei zusätzliche Baumstandorte im östlichen Bereich des Straßenzuges auf
Höhe der Hausnummer 44 a / 44 b realisierbar, die entsprechend in die Planung aufgenommen wur-
den. Für zukünftige Leitungsarbeiten wird langfristig die Verlegung einzelner Leitungstrassen zuguns-
ten zusätzlicher Baumstandorte auch im westlichen Bereich der Schillerstraße angeregt.
Auswirkungen auf den Kfz-Parkraum
Um die hier dargelegte Planung zur Umsetzung der Qualitätsstandards für Fahrradstraßen auf der
Schillerstraße realisieren zu können, muss der heute zur Verfügung stehende Kfz-Parkraum deutlich
verringert werden. Insgesamt entfallen durch die Umgestaltung etwa 95 Kfz -Parkstände. Davon ent-
fällt der Großte il (ca. 62 Parkstände) auf die Freihaltung des nördlichen Fahrbahnrandes vom Kfz -
Parken, um die rote Fahrgasse in einer durchgehenden Breite von mindestens 4 Metern erreichen zu
können. Weitere Parkstände entfallen durch den Rückbau von Senkrecht- und Diagonalparkständen
in den Bereichen Bremer Platz und Hansaplatz, die nach den Qualitätsstandards aufgrund des deut-
lich erhöhten Konfliktpotenzials bei Ein- und insbesondere bei Ausparkvorgängen auf Fahrradstraßen
grundsätzlich nicht vorgesehen sind. Weitere 1 0 Parkstände entfallen entlang des südlichen Fahr-
bahnrandes zur Realisierung punktueller Maßnahmen, die überwiegend im Rahmen der Bürgerbetei-
ligung angeregt wurden (Ladezonen, zusätzliche Fahrradanlehnbügel-Standorte, zusätzliche Baum-
scheiben, zwei Querungshilfen für den Fußverkehr).
Bislang wird die gesetzlich festgelegte Quote, dass maximal 50 % des öffentlichen Stellplatzangebo-
tes für Bewohnerparken reserviert werden dürfen, im Hansaquartier (Bremer Straße/Wolbecker Stra-
ße/Hansaring) noch deutlich unterschritten. Auch unter Berücksichtigung des o. g. Entfalls der rund
95 Parkstände in der Schillerstraße ergibt sich noch rechnerisches Potenzial, um zusätzliche Park-
stände für die Bewohnerschaft zu reservieren. Die Reservierung des verbleibenden Parkraumes auf
der Schillerstraße ausschließlich für Bewohnerinnen und Bewohner ist somit im Rahmen der gesetzli-
chen Möglichkeiten.
Zudem wird es zukünftig im Hansaviertel ein deutlich vergrößertes Parkraumangebot in Quartiersga-
ragen geben. Die Fertigstellung der Qu artiersgarage Hafenmarkt mit 220 Quartiersstellplätzen wird
für Ende 2023 erwartet. Die Planungen zum Umbau des Parkhauses Bremer Platz zu einem Mobility-
Hub (vgl. V/0863/2021) sehen ebenfalls in größerem Umfang Quartiersstellplätze vor.
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Mögliche Kfz-Durchgangs- und Schleichverkehre
Im Zuge der Umgestaltung anderer Fahrradstraßen wurde erkannt, dass die Qualitätssteigerungen für
den Radverkehr unter Umständen auch den Kfz-Durchgangsverkehr fördern können – was den Quali-
tätszugewinn für den Radverkehr deutlich schmälern kann. Während der Planvorbereitungen wurde
deshalb auch die Belastung durch Kfz -Durchgangsverkehre auf der Schillerstraße untersucht (Erhe-
bung im Dezember 2022). Auf voller Länge der Schillerstraße sind die Kfz -Durchgangsverkehre ver-
gleichsweise unauffällig (15-25 Kfz in der Spitzenstunde), jedoch kommt es in Teilbereichen bereits
heute zu deutlichen Umfahrungsverkehren zur Umgehung des Knotenpunktes Wolbecker Stra-
ße/Hansaring. Seitens Verwaltung, Polizei und Anwohnerschaft besteht – auch mit Blick auf die Er-
fahrungen in anderen Fahrradstraßen – die Befürchtung, dass die Verbreiterung der Fahrgasse und
die damit einhergehende, deutliche Erleichterung des Begegnungsfalls Kfz -Kfz zu einer stärkeren
Belastung durch Kfz-Durchgangs- bzw. Schleichverkehren führen könnte.
Die Verwaltung schlägt deshalb vor, den Kfz-Durchgangsverkehr zu unterbinden, indem die Schiller-
straße durch einen modalen Filter für den Kfz-Verkehr vom Knotenpunkt Hansaring abgebunden wird.
Die Planung sieht vor, die Ein - und Ausfahrt in bzw. aus der Schillerstraße am Knotenpunkt Hansa-
ring nur noch für den Radverkehr zu erlauben. Der modale Filter wird durch beidseitige Beschilderung
eines Einfahrtverbotes für Kfz realisiert und mittels Markierungen und flankierender baulicher Ma ß-
nahmen erkennbar gemacht. Feuerwehr, Rettungsdienst und AWM können die beschilderte Sperre
ohne Beeinträchtigung befahren. Um die Einhaltung des Einfahrtverbotes zu kontrollieren, werden
auch Schwerpunktkontrollen durch die Polizei angeregt.
Die Verwaltung sieht zunächst keine Notwendigkeit für eine bauliche Sperrung mittels Sperrpfosten
und schlägt deshalb vor, zunächst die Wirksamkeit der hier aufgezeigten Beschilderungslösung zu
beobachten. Sollte die beschilderte Sperrung keine ausreichende Wirksamkeit entfalten, ist die nach-
trägliche Einrichtung einer baulichen Sperre mittels Sperrpfostens ohne weitere Umbauarbeiten mit
der vorgelegten Planung kombinierbar. Im Bedarfsfall müssten hierzu noch detaillierte Abstimmungen
mit Polizei, Feuerwehr und AWM erfolgen.
Mit Umsetzung des beschilderten modalen Filters wird die Schillerstraße im Abschnitt zwischen Em-
dener Straße und Hansaplatz/Hansaring entsprechend zur Sackgasse. Um dem Kfz-Anliegerverkehr
in dieser Situation eine möglichst konfliktarme und übersich tliche Wendemöglichkeit zu bieten und
kein zusätzliches Gefahrenrisiko durch rangierende PKW zu erzeugen, sieht die Planung die Einrich-
tung einer PKW -Wendeanlage auf Höhe der ehemaligen Diagonal-Stellplätze im Bereich Hansaplatz
vor (einzügige Wende mit PKW möglich).
Um zu überprüfen, inwieweit sich der modale Filter durch räumliche Kfz -Verkehrsverlagerungen auf
das umliegende Verkehrsnetz und benachbarte Bauprojekte auswirken wird, hat die Verwaltung eine
Planfallrechnung auf Grundlage der Prognoseberech nung 2035 (einschl. Hafenmarkt und weitere
umliegende Entwicklung) durchführen lassen (s. Anlage 4). Die Berechnung zeigt im Prognoseplan-
fall, dass sich der Verkehr aus der Schillerstraße überwiegend auf die Wolbecker Straße als direkt
angebundene Parallelstraße verlagern wird. Dort sind Mehrverkehre von rund 330 Kfz pro Tag (+3%)
zu erwarten. Für den Bereich Hansaring wird eine geringfügige Entlastung um rund 120 Kfz pro Tag (-
1%) erwartet. Entsprechend sind keine negativen Auswirkungen auf aktuelle Bauvorhaben im Bereich
Hafen/Hansaring zu erwarten.
Kosten, Bauverfahren & Zeitplanung
Die bisherige Kostenschätzung beziffert voraussichtliche Baukosten in Höhe von rund 550.000 €. Das
Vorhaben ist nicht KAG -beitragspflichtig, die Anlieger tragen keine Kosten. In der Schillerstraße soll
das gleiche Bauverfahren wie im weiteren Verlauf der Veloroute angewandt werden. Im Abschnitt
Lütkenbecker Weg / Lindberghweg wurde rot er Heißasphalt verbaut. Die Heißasphalt-Bauweise be-
sitzt die größte Lebensdauer und die best en Rolleigenschaften. Die Umsetzung der Bauleistungen
soll in 2024 erfolgen. Im Teilabschnitt Bremer Straße bis Schillerstraße 35 bestehen Abhängigkeiten
zur aktuell laufenden Umgestaltung des Bremer Platzes sowie zu einer noch ausstehenden Kanal-
baumaßnahme, sodass die Umsetzung der Fahrradstraßenstandards hier ggf. erst in einem zweiten
Bauabschnitt erfolgen kann.
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V/0392/2023
In Vertretung
gez.
Robin Denstorff
Stadtbaurat
Anlagen:
Anlage A
Anlage 1 Lageplan
Anlage 2 Folgelastenberechnung
Anlage 3 Dokumentation der Bürgerbeteiligung & -information
Anlage 4 Zusammenfassung Verkehrsuntersuchung Ing.-Büro Helmert
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (14)
- Schillerstraße 35
- Wolbecker Straße
- Emdener Straße
- Dortmunder Straße
- Soester Straße
- Bremer Straße
- Bremer Platz
- Hansaring
- Albersloher Weg 33
- Lindberghweg
- Lütkenbecker Weg
- Wilhelmstraße 89
- Hansaplatz
- Hafenmarkt
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0392/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 28.06.2023
- Erstellt
- 23.06.2023 11:30