AN/1372/2022
Armut in Köln: Obdach- und Wohnungslosigkeit 2022 – Winterhilfe und Hitzeschutz
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Gem. Anfrage nach § 4 (SPD)
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SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Köln An den Vorsitzenden des Ausschusses für Soziales, Seniorinnen und Senioren Herrn Daniel Bauer-Dahm Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 15.08.2022 AN/1372/2022 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 18.08.2022 Armut in Köln: Obdach- und Wohnungslosigkeit 2022 – Winterhilfe und Hitzeschutz Sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Antragstellenden bitten Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung des Ausschusses am 18.08.2022 aufzunehmen: Die Antragstellenden fragen regelmäßig nach der aktuellen Entwicklung der Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Köln. Laut der integrierten Wohnungsnotfallberichterstattung in NRW wa- ren 7.193 Menschen in Köln zum Stichtag 30. Juni 2020 wohnungslos. Damit hat si ch die Zahl der wohnungslosen Menschen in Köln im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 1.000 Personen erhöht. Angesichts der massiven Inflation und der horrenden Steigerungen alltäglicher Lebenshaltungs- sowie Energiekosten sind immer mehr Menschen gefä hrdet, in die Armut abzusinken. Dabei stehen die Heizperiode und damit der absehbare Ernstfall erst noch bevor. Es steht zu befürchten, dass Kölner Haushalte Schwierigkeiten haben werden, ihre Mieten zu bezahlen. Dies könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass Räumungskla- gen und Zwangsräumungen zunehmen. Dagegen muss die Stadt jetzt Maßnahmen in die Wege leiten. Die Stadt München hat beschlossen, wohnungslose Menschen vermehrt in sogenannten Flexi-Heimen unterzubringen. Seit 2014 werden dafür leerstehende Hotels durch eine öffent- liche Förderung sowohl von städtischen Wohnungsgesellschaften als auch von privaten In- vestoren umgebaut. Bis 2025 sollen im Rahmen dieses Modells insgesamt 5.000 neue Plät- ze in ehemaligen Hotels entstehen. Dort sollen künftig Alle instehende, Paare, anerkannte Flüchtlinge, junge Erwachsene aus der stationären Jugendhilfe und Familien in abgeschlos- senen Appartements mit eigenem Bad und Küche leben, bis sie eine Wohnung gefunden haben. Das Ziel ist, dass die Wohneinheiten als kurzfristiger Übergang zurück in den regulä- ren Wohnungsmarkt dienen. München differenziert bei den Flexi -Heimen zwei Varianten: Eine für noch nicht mietfähige wohnungslose Haushalte, bei denen die Mietfähigkeit noch durch eine engere sozialpädagogische Anbindung erarbeitet werden muss. Die zweite Vari- ante richtet sich an grundsätzlich bereits mietfähige Einzelpersonen, für die ein weniger en- ger Betreuungsschlüssel sowie reduzierte Besetzungszeiten der Hauspforten vorgesehen werden können. - 2 - Im Spiegel 30/2022 wird über die Hitzehilfe für obdachlose Berliner*innen berichtet. Nun er- klärte der Paritätische Wohlfahrtsverband, dass er die Hilfsangebote in deutschen Städten für Obdachlose im Sommer für unzureichend halte. Wir möchten daher von der Verwaltung wissen: 1.) Wie v iele wohnungs- und obdachlose Menschen sind ordnungsbehördlich in Köln zurzeit wo untergebracht? (Bitte aufschlüsseln nach Übergangswohnheimen/ - wohnungen, Sozialhäusern, Plätzen in Hotels u.a. Beherbergungsbetrieben, Notun- terkünften sowie „Housing-First“-Plätzen.) 2.) Gibt es Pläne der Stadt Köln, ähnlich wie in München im größeren Stil Hotels zu kau- fen und umzubauen, und wenn nicht: Welche Pläne verfolgt die Stadt Köln um den größer werdenden Bedarf zu decken? 3.) Was plant die Verwaltung für die Winterhilfe 202 2/23, und welche Maßnahmen zum Hitzeschutz für obdachlose Menschen hat die Verwaltung in diesem Sommer in die Wege geleitet? 4.) Wie werden die Maßnahmen und Mittel, die zur Verhinderung von Wohnungsverlust und zur Vermeidung von Zwangsräumungen dienen, angesichts der enormen wirt- schaftlichen und sozialen Folgen der Energiekrise und Inflation ausgebaut? 5.) Wie weit ist die Verwaltung mit der Umsetzung des Beschlusses des Sozialaus- schusses vom 14.01.2021 bezüglich zusätzlicher Unterbringungsmöglichkeiten für obdachlose Menschen, der die Umstellung des Unterbringungssystems in Köln auf Einzelzimmer mit 24-Stunden-Verweilmöglichkeit vorsieht? Mit freundlichen Grüßen gez. Mike Homann gez. Michael Weisenstein SPD-Fraktionsgeschäftsführer Fraktionsgeschäftsführer DIE LINKE
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Sache ist erledigt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1372/2022
- Typ
- Gem. Anfrage nach § 4 (SPD)
- Datum
- 15.08.2022
- Erstellt
- 15.08.2022 13:23