A-M/0123/2005
Innenstadtnaher Aufstellplatz für Wohnmobil-Touristen
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Originalantrag
1036 Zeichen
Anregung/Antrag A-M/0123/2005 der CDU-Fraktion vom 04.05.2005 CDU-Fraktion in der BV Mitte Münster, den 4. Mai 2005 Die Bezirksvertretung Münster-Mitte möge beschließen: Der Stadt Münster fehlt ein innenstadtnaher Parkplatz, der sich als Aufstell-/ Abstellplatz für Wohnmobil-Touristen eignet und entsprechende Ent- und Versorgungsstationen bereit hält sowie optimalerweise auch bewacht sein sollte. Daher beauftragt die Bezirksvertretung Münster-Mitte die Stadtverwaltung ein Konzept zur Realisierung dieses Vorschlags zu erarbeiten. Begründung: Für die besonderen Bedürfnisse von Wohnmobilisten gibt es in Münster kaum entsprechende Angebote. Campingplätze liegen meist zu weit außerhalb und sind für Wohnmobilfahrer nicht attraktiv genug. Andere Städte haben Münster in dieser Beziehung Einiges voraus. Aus unserer Sicht berührt dieser Antrag daher gleichermaßen den Planungsbereich, wie auch Münster-Marketing. gez.: Speker Bleckmann Brüning Gericke Peitz von Ungern-Sternberg Dr. Wiengarn
Stellungnahme
20537 Zeichen
61.2.100 28.11.2005
Herr Krause-Kämereit 61 11
Bezirksvertretung Münster – Mitte
01. Bezirksverwaltung Münster-Mitte
über Herrn Stadtdirektor Schultheiß
Stellungnahme zum Zwischenstand der Bearbeitung
der Anregung/Antrag Nr. A-M/0123/2005 der CDU-Fraktion in der BV Münster-Mitte
vom 04.05.2005 „Innenstadtnaher Aufstellplatz für Wohnmobil-Touristen“
Mit der Anregung/dem Antrag Nr. A-M/0123/2005 hat d ie BV Münster-Mitte die Verwaltung
beauftragt, ein Konzept zur Realisierung des Vorsch lags „Anlegung eines innenstadtnah
gelegenen Aufstellplatzes für Wohnmobile mit Ver- u nd Entsorgungsstation und -optimaler-
weise- Bewachung“ zu erarbeiten.
Mit der vorliegenden Stellungnahme zum Zwischenstan d (s. Anlage) legt die Verwaltung
noch nicht das gem. Anregung/Antrag Nr. A-M/0123/20 05 geforderte Konzept zur Realisie-
rung eines innenstadtnah gelegenen Wohnmobil-Stellp latzes mit Ver- und Entsorgungs-
station vor.
Vorgelegt wird zunächst ein Zwischenstand der Bearbeitung, der eine Sammlung von Grund-
lagen, von von Bürgern eingereichten Standortvorsch lägen sowie von Rahmenbedingungen
zum Thema Errichtung eines Wohnmobil-Stellplatzes allgemein sowie spezifisch in der Stadt
Münster umfasst. Basierend auf diesem Zwischenstand wird die Verwaltung nachfolgend
eine Konzeption mit geeigneten Standortvorschlägen erarbeiten, und anschließend – mög-
lichst noch im 1. Quartal 2006 - den parlamentarisc hen Gremien einen entsprechenden
Bericht vorlegen.
gez.
Schowe
Anlage
Anlage
Zwischenstand der Bearbeitung
der Anregung/Antrag Nr. A-M/0123/2005 der CDU-Fraktion in der BV Münster-Mitte
vom 04.05.2005 „Innenstadtnaher Aufstellplatz für Wohnmobil-Touristen“
I. Anlässe / Sachstand
A. Schreiben an die Verwaltung
Bereits in der Vergangenheit bzw. in aktuellen Schr eiben haben mehrere Anreger den
Vorschlag unterbreitet, in Münster – zentral gelege n – an einem oder besser mehreren
Standort(en) Aufstellmöglichkeiten für Wohnmobile vorzusehen:
Einige Anreger aus Münster, aber auch aus anderen Städten in Deutschland, (Schreiben aus
den Jahren 2001, 2003 - 2005) kritisieren, dass die im Stadtgebiet Münster vorhandene
Abstellmöglichkeit am Campingplatz Stapelskotten ni cht genüge und zu weit außerhalb
gelegen sei. Die Wohnmobilszene vermisse einen zent ral gelegenen Wohnmobilstellplatz,
der die spezifischen Anforderungen der Nutzer an di ese Einrichtung erfülle. Sie schlagen die
Einrichtung eines stadtnah gelegenen Platzes (oder ggf. sogar mehrere) vor, dabei stehe die
nutzerspezifische Praktikabilität der Anlage im Vor dergrund: Um den Ansprüchen zu genü-
gen, müsse der Platz eine schöne und zentrale Lage aufweisen und über eine Ver- und
Entsorgungsstation verfügen; am Standort werde kein Campingleben stattfinden.
Von den Anregern werden die nachfolgend aufgelisteten Standortvorschläge unterbreitet:
Lage im Hafengebiet
/am Kanal , im Nahbereich des Aasees , im Mühlenhof-Umfeld .
Ein Anreger aus Münster schlägt als möglichen Stand ort die Westerholtsche Wiese
vor.
Zugleich wird der mögliche Vorschlag Hindenburgplat z als unsicher in der Nacht – Lage auf
dem Präsentierteller als potenzieller innerstädtischer Standort abgelehnt. In seinem
Schreiben fasst der Anreger zusammen, welche Aussta ttungserwartung in der Wohnmobil-
Szene an einen Reisemobilhafen 1 gestellt werden: Eine geschotterte Fläche als
Untergrund, eine Ver- und Entsorgungsanlage, Stroms äulen und Schranke zur Abgrenzung
des Parkplatzes. Erlöse würden von einer solchen An lage erzielt durch: -Platzmiete, -Ver- u.
Entsorgungsgebühren, -Stromgebühr.
Ein Anreger aus Münster (Schreiben aus September 20 05) regt an, auf dem Hindenburg-
platz , wo in den Sommermonaten häufig Wohnmobile anzutre ffen sind, aber keine Ver- und
Entsorgungsmöglichkeit für die Wohnmobile besteht, eine solche Ver- und Entsorgungs-
station einzurichten. Der Anreger hat seinem Schrei ben einen Herstellerprospekt für eine
Ver- und Entsorgungsstation beigefügt.
Ergänzend ist mitzuteilen, dass bei Münster Marketi ng (MM) jährlich ca. 500 Anfragen zu
zentral gelegenen Wohnmobilstellplätzen im Stadtgeb iet Münster auflaufen, weshalb MM zu
der Schlussfolgerung kommt: Der Campingplatz Stapelskotten reicht nicht aus und ist zu weit
außerhalb gelegen; MM befürwortet deshalb den Bau z entraler Stellplätze an verschiedenen
Standorten in der Innenstadt.
B. Bisherige Initiativen der Stadt Münster bzw. von Privatinvestoren
Bereits im Zeitraum 2000/2001 wurden verwaltungssei tig Planungen für die Errichtung einer
Entsorgungsstation für Wohnmobile im Grundsatz gepr üft. Nach Angaben von Amt 66
wurden diese Planungen jedoch eingestellt, weil sic h solche Einrichtungen andernorts als
1 Reisemobilhafen ist der in der Wohnmobil-Szene wie auch in der Fachp resse verwendete gängige
Begriff für eine nutzerspezifisch ausgestattete Woh nmobil-Stellplatzanlage. Daher wird dieser Begriff
im vorliegenden Text im Weiteren für diese Einrichtung benutzt.
vollständig unrentabel erwiesen hätten, so dass für die Einrichtung kein privater Betreiber zu
finden gewesen sei. Auch die in dieser Angelegenhei t angesprochenen Tankstellenbetreiber
waren für eine solche Einrichtung nicht zu begeistern.
Andererseits legt eine aktuell der Verwaltung vorli egende Anfrage eines Investors die Ver-
mutung nahe, dass der Betrieb eines Reisemobilhafen s durch einen privaten Investor durch-
aus wirtschaftlich tragfähig erscheint, wenn der St andort die aus Nutzer- wie Betreibersicht
richtige Lage aufweist.
Mit Schreiben vom 12.09.2005 bekundet ein Investor aus Norddeutschland das Interesse, in
Münster einen Reisemobilhafen betreiben zu wollen. Der Investor betreibt bereits in Kiel
einen Reisemobilhafen. In erster Linie denkt der In vestor dabei an die Realisierung eines
saisonalen (1. März bis 31. Oktober) und mobilen Ko nzeptes, für das eine Fläche von ca.
5.000 m² oder größer benötigt wird. Die erforderlic he Infrastruktur, bestehend aus Zäunen,
Platzabgrenzungen, Stromkästen, Wasserautomaten etc ., würde er mitbringen. Die Fläche
müsse dafür möglichst folgende Infrastruktur aufweisen: Starkstromanschluss, Frischwasser-
anschluss, Nutz- bzw. Grauwasserkanalisation, die g eeignet sind, die von der Fa. o. g.
mitgebrachten Ver- und Entsorgungsgeräte anschließe n zu können. Der Standort sollte über
eine landschaftlich schöne Lage verfügen und in Näh e des Stadtzentrums liegen, um den
gehobenen Ansprüchen der Wohnmobilisten zu genügen.
Die Verwaltung hat den Investor angeschrieben und a uf die in der Erarbeitung befindliche
Konzeption verwiesen. Erst auf der Grundlage einer beschlossenen Konzeption könne
seitens der Verwaltung auf das Angebot konkret eingegangen werden.
C. Wohnmobilisten als Wirtschaftsfaktor / wirtschaf tliche Bedeutung für Münster
Die wirtschaftliche Bedeutung eines oder mehrerer z entral gelegener Reisemobilhäfen sowie
deren Bedeutung als wichtiges Infrastrukturangebot für den Städtetourismus geht aus
verschiedenen Veröffentlichungen und Stellungnahmen hervor.
Der Deutsche Tourismusverband (DTV) hat am 30.08.2005 im Rahmen des Caravan
Salon Düsseldorf gemeinsam mit dem Allgemeinen Deut schen Automobil-Club (ADAC), dem
Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD), dem Caravaning Industrie
Verband (CIVD), dem Deutschen Caravaning Handels-Ve rband (DCHV), dem Euro Motor-
home Club (EMHC) sowie der Reisemobil Union (RU) – Dachverband der Reisemobilfahrer
Deutschland – die nach 2002 erweiterte Planungshilfe für Wohnmobilstellplätze der Öffent-
lichkeit präsentiert. Ziel der Planungshilfe ist es , den kommunalen und privaten Anbietern
verlässliche Empfehlungen zur Anlage und Ausstattun g von Wohnmobilstellplätzen zu
geben. Gleichzeitig versteht sich die Planungshilfe als vorbereitender Schritt zu einer Verein-
heitlichung der unterschiedlichen Vorgaben für die Einrichtung von Wohnmobilstellplätzen.
Groß ist inzwischen die Zahl der Gemeinden, Freizei tparks oder auch Restaurants, die dem
rasant ansteigenden Trend zum Reisen mit dem Wohnmo bil Rechnung tragen und ihren
Kunden Stellplätze zur Verfügung stellen: Mit bunde sweit rund 430.000 und europaweit ca.
eine Million zugelassenen Wohnmobilen sowie über 26 Millionen Tagesreisen und Über-
nachtungen mit Wohnmobilen außerhalb von Campingplä tzen ist das Wohnmobilreisen ein
profitables Geschäft, das mit einem Bruttoumsatz vo n rund 982 Millionen Euro verbundenen
ist.
Die Reisemobiltourismusbranche ist sich einig, dass diese Branche große Potenziale für die
Zukunft birgt. In den vergangenen 10 Jahren ist die Anzahl der zugelassenen Reisemobile
tendenziell zunehmend, während die Anzahl der Neuzu lassungen von Wohnwagenanhän-
gern rückläufig ist. Eine Untersuchung zur soziodem ographischen Struktur der Haushalte mit
Reisemobilen
2 hat zu folgenden Hauptaussagen geführt: Die Nutzer von Reisemobilen leben
2 Quelle: Obier/Peters 2003, Reisemobiltourismus in Deutschland; Veröffentlichung in PROJEKT M
Newsletter Nr. 03/05, Lorenz Tourismusberatung GmbH, Tempelhofer Ufer 23/24, 10963 Berlin
zu fast 80 % 3 in Zwei-Personen-Haushalten ohne Kinder; 67 % sind älter als 50 Jahre, etwa
die Hälfte davon älter als 60 Jahre. Sie verfügen ü ber viel freie Zeit und sind sehr reise-
intensiv. Ca. 32 % der befragten Haushalte verfügen über ein monatliches Nettoeinkommen
von über 2.000 €, 33 % über ein Einkommen von über 3.000 €.
Reisemobilisten verstehen sich als eigenständige Zi elgruppe mit speziellen Ansprüchen.
Neben dem Angebot auf klassischen Campingplätzen, d as nur von ca. 30 % der Reise-
mobilisten genutzt wird, benötigen sie deshalb in e iner Kommune optimalerweise ein zusätz-
liches Angebot von einem oder besser noch mehreren spezifischen Reisemobilhäfen.
II. Strategische Ansätze
A. Bestandsaufnahme
Wohnmobilisten finden in Münster zurzeit folgende Unterbringungsmöglichkeiten vor:
• Campingplatz Stapelskotten
Vor dem Campingplatz gibt es einen Übernachtungspla tz mit einer Stellfläche für
etwa 20 Wohnmobile, der für eine Übernachtung genut zt werden darf. Die Motor-
caravan-Servicestelle befindet sich direkt am Platz und die Sanitäreinrichtungen des
Campingplatzes dürfen genutzt werden.
• In Ermangelung eines zentral gelegenen Reisemobilh afens in Münster halten sich
Wohnmobilisten gern auf Stellplätzen rund um den Aa see auf; sie wurden auf
folgenden Stellplatzanlagen gesehen: Zoo-Parkplatz, Mühlenhof-Parkplatz, Himmel-
reichallee, Mecklenbecker Straße (Parkplatz westlic h Yachtclub) sowie auf dem
Hindenburgplatz bzw. Kalkmarkt. Keiner dieser Stand orte verfügt über eine Ver- und
Entsorgungsmöglichkeit.
Mit dem Campingplatz Stapelskotten und dem angegliederten Übernachtungsplatz für Wohn-
mobile verfügt die Stadt Münster im Stadtgebiet zwa r über einen Anlaufpunkt für Reisemobi-
listen, nach deren einhelliger Meinung (s. Kap. I. A.) entspricht dieses Angebot aber nicht
den Standort-Erwartungen der Reisemobil-Szene, weil der Standort u. a. zu weit von der
Innenstadt von Münster als dem Hauptziel entfernt liegt.
Gemäß einer Einschätzung von MM ist es möglich und zudem wünschenswert, die Ziel-
gruppe „Reisemobilisten / Camping“ stärker für die Stadt Münster zu interessieren. Eine
wesentliche Bedingung für ein solches Gelingen ist jedoch u. a. das Angebot eines Reise-
mobilhafens (bzw. mehrerer) in zentraler Lage
und mit ansprechendem Umfeld bzw. Infra-
strukturangebot.
Denn ein einziger, zentral gelegener Reisemobilhafen dürfte bereits zu einer Erwähnung von
Münster in den einschlägigen Szene-Magazinen der Re isemobilisten und damit zur Steige-
rung des Bekanntheitsgrades von bzw. der Aufmerksam keit für Münster führen. Bei der
Größenordnung potenzieller Reisemobil-Besucher von Münster könnte dies in der Saison
schnell zur vollständigen Auslastung der angestrebt en Anlage führen, was sicher auch
gewünscht ist. Es blieben dann ergänzend folgende M öglichkeiten zur weiteren Unterbrin-
gung:
• Verweis auf den Campingplatz Stapelskotten mit sei nem Angebot (auch dieser erfüllt
mit Ausnahme der zentralen Lage die meisten angeführten Standortkriterien);
• zusätzlich zu dem zentralen Reisemobilhafen könnte auf verschiedene bestehende
öffentliche Stellplatzangebote verwiesen werden, di e mit Ausnahme der technischen
Infrastruktur die anderen wichtigen Kriterien (schö ne Lage, Freizeit, zentrale Lage,
ÖPNV-Anschluss, Gastronomie) vollständig bzw. überw iegend erfüllen; ggf. sollten
auf den entsprechenden Stellplatzanlagen (saisonal abhängig) einige Stellplätze für
Reisemobile reserviert werden.
3 Befragt wurden 1.381 Haushalte mit Reisemobilen
B. Anforderungen / Ausstattung
Wünschenswerte Ausstattung
Die Planungshilfe für Wohnmobilstellplätze des Deutschen Tourismusverbands (DTV) listet
alle aktuell wünschenswerten Anforderungen und Auss tattungsmerkmale bei der Einrichtung
eines Reisemobilhafens auf. Der Planungshilfe beige fügt ist eine Übersicht der auf dem
Herstellermarkt gängigsten Ver- und Entsorgungsstationen.
Das Grundstück eines Reisemobilhafens sollte über f olgende Anschlüsse als wünschens-
werte Voraussetzung verfügen:
Stromversorgung
: Ausreichend Stromanschlüsse der Norm VDE 0100 mit einer
ausreichenden Stromabsicherung mit 16 Ampere;
Frischwasserversorgung : Wasserentnahmestellen, ausgestattet mit ¾-Zoll-Gewinde;
Kanalanschluss zur Abwasserentsorgung .
Die Standplätze sollten eben und mit einer guten Ob erflächenentwässerung/-versickerung
versehen sein. Die Tragfähigkeit des Untergrunds sollte mindestens für Fahrzeuge mit einem
Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen ausgelegt sein.
Flächenbedarf
Der Deutsche Tourismusverbands (DTV) geht von eine r optimalen Flächenversorgung
für Wohnmobile bei einer Abmessung je Stellplatz vo n 5 x 10 m = 50 m² zzgl. Erschlie-
ßung (ca. 25 – 35 m²) aus.
C. Standorte
Hinsichtlich der Standortsuche für einen bzw. mehre re zentral gelegene Reisemobilhäfen in
Münster wurden von den in Kap. I. A. aufgeführten A nregern bereits einige konkrete Stand-
ortvorschläge genannt. Im Folgenden können diese Vo rschläge im Einzelnen noch nicht
abschließend bewertet werden, weil die hierzu notwe ndige Prüfung und Abstimmung inner-
halb der Verwaltung noch andauert. Bei einigen gena nnten Standorten steht aber bereits
fest, dass eine Nutzung als Reisemobilhafen nicht möglich ist.
Grundsätzlich schlägt die Verwaltung jedoch Untersu chungen hinsichtlich geeigneter Stand-
orte für die nachfolgend genannten Suchräume Suchräume vor:
Suchraum „Zentraler City-Standort“
Seitens der Reisemobilisten wird ein möglichst zent ral gelegener, eher altstadtbezogener
Standort gewünscht. Bei der Auflistung von bereits heute genutzten Abstellmöglichkeiten für
Wohnmobile werden u. a. immer wieder die Standorte Hindenburgplatz, Kalkmarkt oder
Westerholtsche Wiese genannt.
Als nicht geeignet stuft die Verwaltung allerdings folgende Standort-Vorschläge ein:
Standortvorschlag Kalkmarkt
Der Parkplatz Kalkmarkt kommt wegen seiner geringen Größe (17 Pkw-Stellplätze gem.
Parkraumkonzept Münster 2010 Altstadt / Hbf.-Bereich) nicht in Betracht.
Standortvorschlag Westerholtsche Wiese
Amt 67 nennt folgende Gründe, die gegen die Nutzung als Reisemobilhafen sprechen:
Der Bereich ist stadthistorisch, stadtgestalterisc h sowie grünplanerisch besonders
sensibel; Nutzungen müssen sich diesen Ansprüchen unterordnen;
Eine direkte Zufahrt zum I. Ring ist aus verkehrli chen Gründen sehr schwierig, eine
mögliche Zufahrt besteht allerdings über die Anbindung Badestraße – Fritz-Greis-Weg;
Eine Nutzung als Parkplatz ist wegen der Hochwasse rgefahr (Lage unmittelbar neben der
Münsterschen Aa) und der Gefährdung des Gewässers ohne sehr teure Schutzeinrich-
tungen nicht möglich.
Als weitere Suchräume sieht die Verwaltung folgende Bereiche:
Suchraum „Südschiene / Stadthäfen / Halle Münsterland“
• Reisemobilhafen
Im Zusammenhang mit diesem Suchraum besitzt der Fachbegriff Reisemobilhafen eine
spezielle Münsteraner (Be-)Deutung mit doppeltem Wo rtsinn: Reisemobilhafen
– in dem in
der Wohnmobil-Szene (Reisemobilisten) gängigen Begr iff für einen Wohnmobil-Stellplatz
schwingen – aus Münsteraner Sicht – die Worte Wasse r – Hafen – Kanal (DEK) mit, die als
wichtige Standortkriterien gelten können, was das A mbiente im Umfeld eines möglichen
Standorts betrifft, und die im Zusammenhang mit dem Strukturwandel des Hafenquartiers
inzwischen für eine spezifische Standortqualität stehen.
Als weitere wichtige Standort-Kriterien werden vom DTV genannt:
- ÖPNV-Anschluss mit guter Erreichbarkeit der City/ Altstadt,
- Freizeit- und Gastronomieangebot in unmittelbarer Nähe.
Beide Kriterien mit dem Standortfaktor Hafen/Kanal verknüpft ergibt Standorte im Bereich
Südschiene – Stadthäfen – Halle Münsterland, weil hier die Elemente
Wasser/Hafen
: DEK, Stadthafen 1,
Gastronomie: Kreativkai, Hansaring,
Freizeit: Cineplex-Kino, W.-Borchert-Theater, Halle Münsterland,
ÖPNV-Anschluss (auf dem Albersloher Weg gegeben)
zusammentreffen und Synergien eingehen.
Allenfalls der momentane Zustand der gewerblich/ind ustriell genutzten Flächen bzw. Gewer-
bebrachen im Bereich der Stadthäfen 1 + 2 entsprich t aktuell noch wenig dem geforderten
landschaftlich – schönen Ambiente für einen Reisemobilhafen-Standort. Gleichwohl biet en
gerade auch die vorhandenen Brachen möglicherweise den Ansatz für einen temporär
befristet zu nutzenden Standort am DEK mit den o. g . Standortvorteilen, bis eine neue
Dauernutzung realisiert wird. Dieser Suchraum besit zt auch den Vorteil, dass der Bereich
über den Albersloher Weg direkt und auf kurzem Wege an das überregionale Hauptverkehrs-
straßennetz (B 51) angebunden ist.
• Standort Halle Münsterland
Ergänzend zu den vorgenannten Überlegungen zum Hafe nbereich wäre Folgendes auch zu
beachten: In einer 2003 vom Stadtplanungsamt durchgeführten ersten Standortuntersuchung
zur Errichtung Wohnmobil-Stellplatzes anlässlich ei ner Anregung eines Bürgers wird als
weiterer, potenziell geeigneter Standort ein Bereic h im Umfeld der Halle Münsterland
genannt. Begründung: Für die Halle Münsterland GmbH wäre die Errichtung eines Reise-
mobilhafens u. U. deshalb interessant, weil ein Tei l der Besucher der dort stattfindenden
Veranstaltungen (u. a. Messen, Konzerte) sicherlich auch mit dem Wohnmobil anreist.
Der Wohnmobiltourismus ist ein überwiegend saisonal es Geschäft unter Ausschluss der
Wintermonate; wegen der ganzjährig stattfindenden V eranstaltungen der Halle Münsterland
wäre aber hier ggf. der ganzjährige Betrieb eines Reisemobilhafens wirtschaftlich tragfähig.
Suchraum „Aasee“
Bei der Auflistung von bereits heute genutzten Abst ellmöglichkeiten für Wohnmobile werden
u. a. immer wieder folgende Standorte rund um den A asee genannt: Zoo-Parkplatz, Mühlen-
hof-Parkplatz, Himmelreichallee, Mecklenbecker Straße (Parkplatz westlich Yachtclub).
Nördlich des Aasees liegen die räumlich benachbarte n vier Einrichtungen Zoo
, Naturkunde-
Museum , Hippomaxx-Museum und Freilichtmuseum Mühlenhof , die jeweils über ein hohes
Besucheraufkommen – teilweise weit über die Stadtgrenze hinaus – sowie eine Einbettung in
ein höchst attraktives landschaftliches Umfeld verf ügen. Das bietet Anlass genug, Überle-
gungen über die Errichtung eines Reisemobilhafens i n unmittelbarer Nähe anzustellen.
Gemeinsam wird bereits der Großparkplatz an der Sen truper Straße betrieben und unter-
halten. Ggf. besteht darüber hinaus auch das Intere sse an der gemeinsamen Errichtung und
Betreibung eines Reisemobilhafens, zumal die Lage w estlich des Aasees so ziemlich den
Idealvorstellungen der Reisemobilisten entspricht.
Im Rahmen der Standortsuche wäre zu differenzieren, ob ein Standort dauerhaft angeboten
werden soll oder ob z. B. an einem Standort zuminde st für eine Übergangszeit eine Nutzung
als Reisemobilhafen als Zwischennutzung sinnvoll wä re, zumindest so lange, bis zu einem
späteren Zeitpunkt eine endgültig geplante Nutzung umgesetzt wird.
Sofern geeignete Standorte im Innenstadtbereich ide ntifizierbar sind, wäre anschließend
noch die jeweilige Betreiberfrage zu klären.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: eingebracht
Zur SitzungOrte (6)
- Mecklenbecker Straße
- Himmelreichallee
- Fritz-Greis-Weg
- Hansaring
- Albersloher Weg
- Badestraße
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- A-M/0123/2005
- Typ
- Antrag an die BV Mitte
- Datum
- 04.05.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37