0379/2024
Benennung von 3 Mitgliedern des Integrationsrates für das Kuratorium für ein Denkmal zu den Anschlägen des NSU in der Keupstraße und der Probsteigasse
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle OB/16 Vorlagen-Nummer 0379/2024 Freigabedatum 05.02.2024 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Benennung von 3 Mitgliedern des Integrationsrates für das Kuratorium für ein Denkmal zu den Anschlägen des NSU in der Keupstraße und der Probsteigasse Beschlussorgan Integrationsrat Gremium Datum Beschluss: Der Integrationsrat wählt folgende Mitglieder Name: Name: Name: in das Kuratorium für ein Denkmal zu den Anschlägen des NSU in der Keupstraße und der Probsteigasse. Die Entsendung gilt für die Wahlzeit des Integrationsrates, verlängert sich jedoch bis zu der Ratssitzung nach der Neuwahl, in der die Mitglieder des Kuratoriums gewählt werden. Sie endet in jedem Fall mit dem Ausscheiden aus dem Integrationsrat vor Ablauf der Wahlzeit. Integrationsrat 27.02.2024 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Zusammenfassung in Einfacher Sprache: In den Jahren 2001 und 2004 explodierten in der Probsteigasse und in der Keup- straße in Köln zwei Bomben, die viele Menschen schwer verletzten. Der Künstler Ulf Aminde hat ein Denkmal zur Erinnerung an diese Taten und die Opfer entworfen, das in Mülheim errichtet werden soll. Ein Kuratorium wird die Gestaltung des Denkmals begleiten. Dies ist eine Gruppe, die sich darum kümmert, dass alle betroffenen Menschen gehört werden. Der Integrati- onsrat kann drei Mitglieder benennen, die zu dieser Gruppe gehören sollen. Wer das sein wird, muss der Integrationsrat beschließen. Begründung: Mit Beschluss vom 26.10.2023 (1060/2023) hat der Rat der Stadt Köln das Konzept für ein Kuratorium für ein Denkmal zu den Anschlägen des NSU in der Keupstraße und der Probsteigasse verabschiedet. Das Kuratorium begleitet die inhaltliche Gestaltung des Denkmals zur Erinnerung an die Nagelbombenanschläge des NSU in der Keupstr. und der Probsteigasse in den Jahren 2001 und 2004 nach dem Entwurf des Künstlers Ulf Aminde. „...Es gewährleis- tet, dass das Kölner Denkmal ein Ort der Erinnerung wie auch des Austausches wer- den kann, in dem sich – ausgehend von der Anerkennung der Erfahrung und Perspek- tiven der Betroffenen – Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Erfahrungen wiederfinden...“ Das Kuratorium umfasst gemäß Konzept „...zwölf Personen (sowie ein Ehrenmitglied), zu denen vor allem die Betroffenen der Anschläge bzw. deren Vertreter*innen sowie Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Kunst & Kultur, Kölner Schüler*innen sowie Ver- treter*innen des Integrationsrates zählen. Es trifft sich einmal im Jahr um bspw. Film- projekte oder ähnliche Projekte zu vergeben bzw. auszuwählen. Das Kuratorium soll laut Beschluss des Rates vom 09.11.2021 „...mehrheitlich von Personen besetzt sein, die die Betroffenenperspektive einnehmen...“ Es ist mit vorliegendem Konzept kein statisches Gebilde, das sich aus dem immer gleichbleibenden Personenkreis zusam- mensetzt. Vielmehr folgt es inhaltlich und strukturell dem Gedanken von Dialog, Parti- zipation und stetiger Wandelbarkeit. Gleichermaßen sind die Aufgaben auf einen län- gerfristigen Prozess angelegt. Auch diese können (und werden) sich im Laufe der Zeit verändern. So ist dieses Gremium selbst ein Beispiel für demokratische Aushand- lungsprozesse. Das Kuratorium hat die Aufgabe, neue mediale Inhalte auszuwählen, die in das Denk- 3 mal eingespielt werden. Zunächst soll kein offener Aufruf stattfinden, sondern das Ku- ratorium wird Medienproduktionen mit einer vorgegebenen inhaltlichen Klammer expli- zit beauftragen. Diese Beauftragung muss nicht an professionelle Filmschaffende ge- hen, sondern kann auch z.B. in Form eines Medien- oder Empowerment-Workshops mit Jugendlichen stattfinden. Auch eine einjährige Kooperation mit einer festgelegten Schule wäre möglich. Bei der Vergabe von Filmen können auch Fachleute zum je- weils geplanten Themenbereich hinzugezogen werden. Im Kuratorium sollen die Betroffenen und Menschen aus der Keupstraße und der Probsteigasse im Mittelpunkt stehen. Damit wird die Idee des Co-Curating aufgegrif- fen, die Ausdruck von Transformationsprozessen in kulturellen Institutionen ist (und auch in Köln bereits in Ansätzen verschiedener Kultureinrichtungen praktiziert wird). Indem Wissen und Expertise nicht allein bei den etablierten Akteur*innen im Kultur- oder Politikbetrieb verortet werden, werden auch Machtasymmetrien abgebaut und di- vergente Perspektiven in die kuratorische Arbeit integriert. Von großer Bedeutung ist daher, dass sich in diesem Gremium auch und insbesondere Menschen entfalten kön- nen, deren Alltag nicht von entsprechenden Sitzungen geprägt ist. Das stärker experi- mentell gedachte Konzept folgt dem Grundsatz, dass das situierte Wissen der Be- troffenen (bspw. um Rassismus und Diskriminierung) diese zu kuratorischer Arbeit be- fähigt. Das Kuratorium ist somit auch ein Diskursraum, der von Fragen bestimmt ist wie: Wer spricht (für wen)? Wem wird zugehört? Wer wird wahrgenommen? Das Kuratorium übernimmt die Aufgaben einer Jury. Dazu gehören: Entscheidung über die Vergabe von Filmen u. Ä. im Rahmen der zur Verfü- gung stehenden Mittel Entscheidung über die Annahme von Filmen u. Ä., die in das Denkmal einge- spielt werden (ab Fertigstellung des Denkmals).“ Der Integrationsrat entscheidet über die Entsendung von drei Mitgliedern aus seiner Mitte. Die konstituierende Sitzung des Kuratoriums findet im Mai 2024 statt.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0379/2024
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 05.02.2024
- Erstellt
- 23.01.2024 16:43