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2273/2023

Entwicklung und Sachstand zum Förderprogramm "Housing First Köln"

Mitteilung Ausschuss 07.08.2023

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren, Sitzung am 17.08.2023, TOP 12.19

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

7257 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
V/50/507 
 
Vorlagen-Nummer  07.08.2023 
 2273/2023 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 17.08.2023 
 
Entwicklung und Sachstand zum Förderprogramm "Housing First Köln" 
Mit Beschluss 1400/2020 vom 28.05.2020 hat der Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und 
Senioren das Förderprogramm „Housing First für die Stadt Köln“ als Ergänzung zu den bereits 
bestehenden Angeboten der Wohnungslosenhilfe genehmigt. Ziel des Förderprogramms ist 
es, die soziale Inklusion obdachloser Menschen voranzutreiben. Dafür wurden Mittel in Höhe 
von 100.000 Euro in 2020 und jeweils 200.000 Euro für die Jahre 2021 sowie 2022 bereitge-
stellt. Am 24.03.2022 hat der Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren das weiter-
entwickelte Förderprogramm Housing First ab 2022 beschlossen (0783/2022). Mit dem weiter-
entwickelten Förderprogramm wurden die Haushaltsmittel für die Jahre 2022 bis 2024 um je-
weils 300.000 Euro erhöht. Insgesamt stehen somit für die Jahre 2022 bis Ende 2024 Haus-
haltsmittel in Höhe von jeweils 500.000 Euro zur Verfügung.  
 
Die Vereine Vringstreff e.V., Sozialdienst katholischer Frauen Köln e.V. (SkF) in Kooperation 
mit dem Sozialdienst Katholischer Männer Köln e.V. (SKM) wurden mit der Umsetzung des 
Housing First-Konzeptes beauftragt. 
 
Aus Anlass der Verleihung des Bundespreises startsocial (https://startsocial.de/wir-feiern-die-
startsocial-preisverleihung-2023-mit-bundeskanzler-olaf-scholz) am 13.06.2023 an den Bun-
desverband Housing First unter dem Vorsitz von Dr. Kai Hauprich (Vringstreff e.V.) . wird über 
die Entwicklung und den Sachstand des Housing First-Konzeptes in Köln berichtet.  
 
 
Ende 2019 hat der Vringstreff als erster Verein in Köln mit einem eigenen programmtreuen 
Housing First Projekt begonnen. Diese Initiative „Housing First Köln“ wird als eines von zwei 
Projekten seit Juni 2020 entsprechend der Kriterien des Förderprogramms durch die Stadt 
Köln mit einer Personalstelle Sozialarbeit (100 %) und einer Personalstelle Projektkoordina-
tion (50%) sowie seit 2022 mit Mitteln zur Beschäftigung mit jeweils einer 50%-Personalstelle 
für eine Psychologin und eine Immobilienfachkraft finanziert.  
 
Der SkF erhält aus dem Förderprogramm eine Finanzierung jeweils einer 50%igen Personal-
stelle Sozialarbeit und Immobilienfachkraft. Der SKM erhält eine Finanzierung von jeweils ei-
ner 80%igen Personalstelle Sozialarbeit und Immobilienfachkraft. 
 
Housing First Köln unterstützt langzeitobdachlose Menschen mit multiplen Problemlagen (ins-
besondere schwere psychische Erkrankungen und schwere Sucht) dabei, schnellstmöglich –

2 
 
das heißt unmittelbar von der Straße – eine Normalwohnung mit eigenem Mietvertrag zu fin-
den. Ausgehend von der Sicherheit des neuen Zuhauses werden weiterführende Unterstüt-
zungen angeboten, die durch das multiprofessionelle Team als ambulante Hilfe im eigenen 
Zuhause angeboten werden. Diese selbstbestimmte Betreuung im eigenen Zuhause ist der 
Wesenskern des Modellprojekts. 
 
Bislang wurden vom Vringstreff e.V. insgesamt 20 Menschen eigene Mietverträge vermittelt. 
Davon wurden fünf wohnungslose Menschen aus den gewerblichen Unterkünften (Einfachho-
tels) der Fachstelle Wohnen vermittelt, in denen diese vorher ordnungsrechtlich untergebracht 
waren. Die restlichen 15 Personen waren akut obdachlos. Alle diese Menschen zeichnet aus, 
dass sie von keinem anderen Angebot der Wohnungslosenhilfe mehr erreicht wurden. Insge-
samt neun ambulante Hilfen wurden bereits erfolgreich abgeschlossen; 11 weitere dauern an 
und werden über das ambulant Betreute Wohnen nach § 67 SGB XII über den Landschafts-
verband Rheinland (LVR), als zuständigem überörtlichem Sozialhilfeträger, refinanziert. Alle 
Menschen werden wöchentlich beraten. Dabei erfolgt die Nachsorge der neun beendeten 
Fälle über die Fachberatungsstelle des Vringstreff e.V.. Die stattdessen aktivierten pflichtigen 
Unterstützungssysteme des SGB II und SGB XII bieten neben der wichtigen Perspektive auch 
eine gesamtgesellschaftlich ausgewogenere Kostenverteilung. 
 
Das Housing First Modellprojekt des Vringstreff e.V. hat seine Zielvorgaben auch in 2023 be-
reits erfüllt. Bislang liegt die Wohnstabilität bei 100 Prozent.  
 
Der SkF/ SKM haben seit dem 01.01.2021 bis zum Stichtag 01.08.2023 insgesamt vier Men-
schen reguläre Mietverträge im Rahmen des Housing First Modellprojektes vermitteln können. 
Davon wurden zwei wohnungslose Menschen aus den gewerblichen Unterkünften (Einfachho-
tels) der Fachstelle Wohnen vermittelt, in denen diese vorher ordnungsrechtlich untergebracht 
waren. Die anderen zwei Personen waren akut obdachlos. Keiner der vier Angebotsnutzen-
den erhält ambulant Betreutes Wohnen nach § 67 SGB XII bzw. wollte diese Hilfe in Anspruch 
nehmen. Bisher liegt auch in diesen Fällen die Wohnstabilität bei 100 Prozent. 
 
Fiskalisch betrachtet hat das Modellprojekt Housing First für Köln bis heute rund 310.000 Euro 
ordnungsrechtliche Mittel (Einfachhotels) für die Stadt Köln eingespart. 
 
 
Informationen zur Preisverleihung startsocial 
Auf Initiative des Vringstreff e.V. haben sich Housing First Projekte aus ganz Deutschland un-
ter einem gemeinsamen Fachverband „Bundesverband Housing First e.V.“ zusammengefun-
den. Herr Dr. Kai Hauprich (Projektkoordinator Housing First beim Vringstreff e.V.) wurde zum 
Vorsitzenden gewählt und vertritt den neuen Dachverband. Der Bundesverband nahm 
2022/2023 am Coaching von startsocial teil. Im Wettbewerb mit einhundert anderen sozialen 
Startups konnte sich die Arbeit des Bundesverbandes Housing First e.V. durchsetzen und 
wurde als eine von sieben Initiativen durch den Schirmherrn, Bundeskanzler Olaf Scholz per-
sönlich, mit einem startsocial Bundespreis ausgezeichnet. 
Der Vringstreff e.V. ist mit den Gründern des Housing First Ansatzes in den USA (Sam Tsem-
beris) und Finnland (Y-Foundation) in andauerndem Fachaustausch und arbeitet daran, den 
Housing First Ansatz programmtreu und mit den Regelinstrumenten des deutschen Sozial-
staates umzusetzen. Dies gelingt in Köln bereits sehr gut, aufgrund einiger günstiger Beson-
derheiten des Kölner Hilfesystems. Das Kölner Housing First Modell wird daher von vielen 
Kommunen, freien Trägern und politischen Entscheidungsträger*innen in der qualitativen Ar-
beit überregional als Erfolgsmodell wahrgenommen und zum Zwecke der Replikation zuneh-
mend angefragt. Seit 2023 ist der Vringstreff e.V. auf europäischer Ebene im Housing First 
Europe Hub vertreten.  
 
Die konzeptionelle Arbeit des Kölner Modells ist noch nicht final abgeschlossen. Einige

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Dienstleistungen und Strukturen, die zur programmtreuen Umsetzung mit voller Leistungsfä-
higkeit notwendig sind, werden noch im nationalen und internationalen Fachaustausch erar-
beitet. Ziel ist es, aus der Modellphase (mit begrenzten Mitteln) in die Verbreitung und Skalie-
rung des Ansatzes zu gehen, sodass nach Bedarf beliebig viele Housing First Projekte entste-
hen könnten, die einerseits programmtreu gleich erfolgreich sind, sich aber andererseits lang-
fristig mit den deutschen Regelinstrumenten selbst tragen können, sodass sie nicht dauerhaft 
von Zuschüssen abhängig sind.  
 
 
Gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

17.08.2023 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.19 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
2273/2023
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
07.08.2023
Erstellt
14.07.2023 16:14