2217/2020
Beantwortung der mündlichen Nachfragen des SB Becker aus der Sitzung des Ausschusses Umwelt und Grün vom 04.06.2020 zu TOP 7.4 - Energiebericht 2019 (0811/2020)
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
7368 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
VI/26
Vorlagen-Nummer 22.07.2020
2217/2020
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Si tzung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Ausschuss für Umwelt und Grün 27.08.2020
Beantwortung der mündlichen Nachfragen des SB Becker aus der Sitzung des Ausschusses
Umwelt und Grün vom 04.06.2020 zu TOP 7.4 - Energiebericht 2019 (0811/2020)
Text der Nachfrage:
Der SB Becker fragte in der Sitzung vom 04. 06. 2020 zu TOP 7.4, Energiebericht 2019 (0811/2020)
1. „Einsparungen ab 2005: warum bei Strom nicht mehr als 10 %?
2. Einsparung beim Heizen (bereinigte Werte) von 2017 auf 2018 nur 0,8 %.
Insgesamt beim Heizen nur 14 % in den letzten 12 Jahren?
3. Wie sieht das Konzept aus, um in den nächsten Jahren eine stärkere Einsparung zu erreichen?
4. Wie ist der Stand des Austausches mit LED Beleuchtung?
5. Finanzielle Auswirkung durch Corona. Wieviel wurde eingespart?“
Antwort der Verwaltung:
Zu 1 und 2)
Der Energiebericht stellt die jährlichen Veränderungen der Heizenergie-, Strom- und
Wasserverbräuche der Gebäude im Sondervermögen der Gebäudewirtschaft zum jeweiligen Vorjahr
dar. Als Basisjahr der Betrachtung wurde 2005 gewählt, da ab diesem Zeitpunkt die ersten Umset-
zungsmaßnahmen eines Ratsbeschlusses zum „Aktiven Energiemanagementkonzept der Stadt Köln“
umgesetzt wurden. Getrennt nach den Objektarten „Verwaltung“, „Schule“, „Kindertagesstätte“ und
„Grün“ (letztere sind Arbeiterunterkünfte, Friedhöfe mit Trauerhallen, Parkanlagen, Betriebshöfe) wird
die Betrachtung eines flächenbezogenen Verbrauchswertes als Mittelwert der jeweiligen Objektart
vorgenommen. Dieses Verfahren dient der Vergleichbarkeit unter Berücksichtigung von Flächenver-
änderungen innerhalb der Bilanzjahre (Flächenbereinigung). Es weist den mittleren Energieverbrauch
eines Quadratmeters aus, in dem sowohl Gebäude mit sehr geringen als auch mit hohen
Verbräuchen vermischt werden. Die Differenz dieses Flächenwertes zum entsprechenden
Vorjahreswert ergibt das Maß für Einsparungen oder Mehrverbrauch, hier dargestellt in Prozent.
Dabei treten naturgemäß immer wieder Schwankungen in positiver wie in negativer Richtung und
Größe innerhalb der Jahre auf, die nicht speziellen Ursachen oder Ereignissen zugeordnet werden
können.
So ist im aktuellen Jahr immerhin noch eine Heizeinsparung von nur 0,8 % zum Vorjahr bilanziert
worden. In den zurückliegenden Jahren tauchten auch mehrmals Mehrverbräuche auf (2008:+ 0,7%,
2015: +1,5%, 2017: +3,2%). Demgegenüber standen aber auch Heizenergieeinsparungen in höherer
Größe (2007: 6,1%, 2012: 5,4%, 2013: 7,2%). Bei all dem spielt ein Rolle, dass die Nutzung von
Gebäuden insbesondere von Schulen, im Lauf der Zeit intensiviert wurde, was zwangsläufig zu
2
Mehrverbräuchen führt: Einführung von Ganztagsbetrieb erst in Grund- und danach auch in weiterfüh-
renden Schulen, Übergang der gymnasialen Schulzeit von neun auf acht Jahre (G9 auf G8), zuletzt
temporäre Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen. Trotzdem bleibt ein langfristiger
Einspartrend erkennbar, der mit gewissen Schwankungen nach oben weist: bezogen auf einen
Flächenverbrauchswert von 165 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Startjahr 2005 und einem
heutigen Wert von 127 Kilowattstunden pro Quadratmeter in 2018 ergibt sich eine
Heizenergieeinsparung von 22 %, das entspricht einer linearen Einsparung von 1,8 % in jedem Jahr.
Für die Einsparungen bei Strom gilt das Vorgesagte analog. Erschwerend kommt hinzu, dass im Lauf
der Jahre die Strombedarfe durch stromintensive Ausstattungen und Nutzungen in den Gebäuden
deutlich angestiegen sind: hauptsächlich elektrifizierte Mensaküchen, hoher Anstieg der IT-
Ausstattungen durch Digitalisierung insbesondere auch in Schulen (PC-gestützter Unterricht,
Einrichtung von Server-Räumen und ähnlichem). Ähnlich wie bei der Heizenergie sind auch hier über
die Jahre Schwankungen der Verbrauchseinsparungen feststellbar, wobei die Mehrverbräuche zum
Vorjahr sich in Grenzen halten (2012: +3,9%, 2016: +4,6% durch Flüchtlingsunterbringung).
Auch hier ist der Trend seit 2005 aber insgesamt positiv mit 10 % Einsparung trotz erheblich
gestiegener Bedarfe.
Zu 3)
Das Konzept der Gebäudewirtschaft zur Einsparung von Energie in städtischen Gebäuden basiert
seit geraumer Zeit auf den Säulen „hohe Energieeffizienz bei Neubauten (Energieleitlinien mit
Passivhausbauweise), zeitnahes Energiecontrolling (aktuell mit neuerdings tagesgenauen
Verbrauchswerten von etwa 200 Verbrauchsstellen), Analyse von Liegenschaften mit hohen
Verbrauchskennwerten und Verbesserungsmaßnahmen nach Prioritäten und Ressourcen im Objekt-
management, Generalinstandsetzungen unter besonderer Berücksichtigung von Energieeffizienz
nach Energieleitlinien“. In den letzten 15 Jahren konnten mit diesem Vorgehen Einsparungen von
insgesamt rund 22 % beim Heizenergie- und Wasserverbrauch sowie etwa 9 % beim Stromverbrauch
erreicht werden. Die damit verbundene CO2-Einsparung liegt bei 33 %. Trotz der in diesem Zeitraum
angestiegenen Nutzungsintensitäten der Gebäude durch Ausbau der Ganztagskonzepte in Schulen
und technischen Ausstattungsmerkmalen durch Mensabetrieb und Ausweitung der IT- und Kommuni-
kationstechnik in den Gebäuden ist kein Anstieg der Energieverbrauche zu verzeichnen. Das Konzept
hat sich damit positiv bewährt und steht nicht auf dem Prüfstand für Änderungsüberlegungen.
Zu 4)
Unter Inanspruchnahme des Förderprogramms „Nationale Klimaschutzinitiative“ des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit wurden seit 2013 in
mehreren städtischen Gebäuden Sanierungen zum Ersatz veralteter und teilweise nicht mehr
ausreichender Beleuchtungseinrichtungen gegen moderne energiesparende LED-Leuchtmittel
durchgeführt.
Seitdem wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:
Schule Kuckucksweg Turnhalle alt + neu, Aula
Berufskolleg Eitorfer Straße Vier-Feld-Sporthalle
Gymnasium Kreuzgasse
Vogelsanger Straße Aula
Schule Adlerstr. Turnhalle
Schule Cäsarstr. Turnhalle
KölnKolleg, Judenkirchhofsweg Erneuerung Allgemein-und Sicherheitsbeleuchtung
Schule Lohmarer Str. Innen-und Ha llenbeleuchtung
Grundschulen Buschfeldstraße Schulgebäude, Turnhalle, Aula
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Stadthaus Deutz Willy -Brandt-Platz Flurbeleuchtung
Im Rahmen weiterhin anstehender Generalsanierungen werden die vorhandenen Beleuchtungsein-
richtungen gemäß den Vorgaben der „Energieleitlinien der Stadt Köln“ auch auf LED-Leuchtmittel
umgestellt.
Zu 5)
Es gibt keine Erhebungen über durch die Corona-Pandemie verursachten Auswirkungen auf den
Verbrauch an Energie und Wasser, die sich finanziell beziffern ließen. Grundsätzlich kann jedoch
davon ausgegangen werden, dass bedingt durch die Schulschließung für den Regelunterricht auch im
Bereich von Strom (nur sporadische Beleuchtung) sowie Wasser (geringere Toilettenbenutzung)
weniger verbraucht wurde. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die Schulgebäude trotz
Unterrichtswegfall nicht geschlossen waren, sondern weiterhin der Betrieb durch Lehrkräfte und auch
Notbetreuung von Schülern stattgefunden hat. Dies erforderte daher auch die Aufrechterhaltung der
Beheizung der Gebäude. Ähnliches gilt auch für die Kita-Gebäude
gez. Greitemann
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2217/2020
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 22.07.2020
- Erstellt
- 20.07.2020 14:11