AN/0452/2026
Unerträgliche Zustände in Kölner Kindertagesstätten – Maßnahmenpaket zur sofortigen Entlastung von Familien und Personal
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AfD Antrag nach § 3
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An den Oberbürgermeister der Stadt Köln Herrn Burmester Haus Neuerburg Gülichplatz 1 – 3 50667 Köln Stephan Boyens Zimmer 320 Tel: +49 (221) 221-25396 Stephan.Boyens @stadt-koeln.de Eingang beim Amt des Oberbürgermeisters: 09.03.2026 AN/0452/2026 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 19.03.2026 Unerträgliche Zustände in Kölner Kindertagesstätten – Maßnahmenpaket zur sofortigen Entlastung von Familien und Personal Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, die Fraktion der AfD bittet Sie darum, den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der kommenden Ratssitzung zu setzen: Beschluss: Die Verwaltung wird beauftragt, die folgenden Maßnahmen zur Verbesserung der untragbaren Situ- ation in den städtischen und von der Stadt geförderten Kindertagesstätten (Kitas) zu prüfen und dem Rat bis zur Sitzung des Rates am 02.07.2026 einen ersten Bericht über die Umsetzungsmög- lichkeiten, Kosten und Zeitplan vorzulegen. 1. Prüfung eines „Notfallplans Betreuungsgarantie“: Es soll geprüft werden, wie durch einen zentral koordinierten Pool an pädagogischen Springer-Kräften kurzfristige Schließungen von Gruppen oder ganzen Kitas aufgrund von Personalmangel verhindert werden können. Ziel sollte es sein, in Notfallsituationen insbesondere die tägliche Betreuungsgarantie für berufs- tätige Eltern sicherzustellen 2. Prüfung zur Einrichtung eines „Tagespflege-Springerpools“: Die Verwaltung soll prüfen, wie qualifizierte Tagespflegepersonen mit freien Kapazitäten vertraglich in einen Springer- pool integriert werden können. Diese sollen bei Personalengpässen flexibel in den Kitas ein- gesetzt werden, um Gruppen zu unterstützen oder Schließungen zu verhindern. Die Prüfung soll die rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen umfassen. - 2 - 3. Prüfung eines Maßnahmenpakets „Personaloffensive Kita“: Um dem dramatischen Perso- nalmangel entgegenzuwirken, soll die Verwaltung prüfen: a. Die Einführung einer „Köln-Zulage“ für pädagogisches Personal. b. Die Bereitstellung von vergünstigten Job-Tickets und die Schaffung von Kontingenten für Werkswohnungen oder ähnlichen Anreizen. c. Eine Kampagne zur Anerkennung und Wertschätzung des Berufs. 4. Prüfung zur Reduzierung der Gruppengrößen: Die Verwaltung soll berichten, in wie vielen Kitas der gesetzliche Personalschlüssel nicht eingehalten wird und prüfen, welche Sofort- maßnahmen (z.B. Einsatz von mehr Assistenzkräften, Tagespflegepersonen) ergriffen wer- den können, um das Personal zu entlasten. Begründung: Die Zustände in vielen Kölner Kindertagesstätten sind für Eltern, Kinder und das Personal unerträg- lich geworden. Es geht längst nicht mehr nur um fehlende Plätze, sondern um den rapiden Verfall der Qualität und Verlässlichkeit der bestehenden Betreuung. Permanente Personalausfälle führen zu kurzfristigen Schließungen, drastisch verkürzten Öffnungs- zeiten und der Zusammenlegung von Gruppen, was eine adäquate pädagogische Arbeit unmöglich macht. Eltern können ihrer Arbeit nicht mehr verlässlich nachgehen und stehen unter enormem, täg- lichem Stress. Das verbliebene pädagogische Personal arbeitet am Rande des Burn-outs. Die Stadt Köln verletzt damit den Geist des Rechtsanspruchs auf frühkindliche Förderung gemäß § 24 SGB VIII. Die bloße Verwaltung des Mangels muss ein Ende haben. Dieser Antrag zielt darauf ab, die Kernprobleme der Kita-Krise direkt und innovativ anzugehen: Ein Notfallplan (zu 1.) schafft die für Eltern existentielle Verlässlichkeit. Der Einsatz eines Tagespflege-Springerpools (zu 2.) würde eine riesige, bisher ungenutzte Res- source an qualifiziertem Personal mobilisieren, um Engpässe flexibel und stadtteilnah zu überbrü- cken. Eine Personaloffensive (zu 3.) ist der einzige Weg, den Fachkräftemangel aktiv zu bekämpfen, an- statt ihn nur zu beklagen. Köln zählt zu den Städten in NRW mit den höchsten Lebenshaltungskos- ten und wird als Standort für mittlere Einkommen zunehmend unattraktiv. Die Reduzierung der Belastung (zu 4.) ist entscheidend, um die pädagogische Qualität der frühkind- lichen Bildung zu sichern und das Personal langfristig im Beruf zu halten. Es ist höchste Zeit, dass die Stadt ihrer Verantwortung nachkommt und die mangelhafte Situation in den Kitas zur Chefsache macht. Eltern und vor allem die Kinder haben ein Recht auf verlässliche und hochwertige Betreuung. gez. Matthias Büschges (Fraktionsgeschäftsführer)
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/0452/2026
- Typ
- AfD Antrag nach § 3
- Datum
- 09.03.2026
- Erstellt
- 09.03.2026 11:29