Mandari Insight

V/0128/2006

Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation junger Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler (Privje

Vorlage 15.02.2006

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung, Sitzung am 20.06.2006, TOP 6

Bericht 3

· application/pdf

Ansehen

Ergänzungsvorlage V/0128/2006/1

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage

· application/pdf

Ansehen

Bericht 4

· application/pdf

Ansehen

Bericht 2

· application/pdf

Ansehen

Bericht 1

· application/pdf

Ansehen

Bericht 3

4001 Zeichen

Alfons Egbert     16.05.2006 
Anlage 3 
 
Privjet II 
(Gievenbeck) 
Zwischenbericht  für den Zeitraum Juli 2003 bis Dezember 2005 
 
 
Ausgangslage  
 
Zur Zeit der Umstellung des Projektes Privjet durch  den entsprechenden Ratsbeschluss im Juni 
2003 wurden in Gievenbeck unter anderem neun Freize itgruppen durch die Brückenperson be- 
treut. Es waren Gruppen, die nicht zu den Besuchern  des sonst stark von spätausgesiedelten Ju- 
gendlichen genutzten Jugendtreffs TOP zählen. 
 
Auftragsgrundlage und Zielsetzung  
 
Zielsetzung von Privjet II war es unter anderem, di ese Freizeitgruppen auch in der veränderten 
Projektform weiterzuführen. Dafür standen jährlich laut Beschluss Sachmittel in Höhe von 1000 
Euro und Honorarmittel in Höhe von 3000 Euro der Stiftung Siverdes zur Verfügung. 
 
Mitteleinsatz  
 
Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die zur Verfügu ng stehenden  Stiftungsmittel genutzt, die 
Brückenperson aus der Phase Privjet I mit drei Woch enarbeitsstunden weiterzubeschäftigen. Da- 
durch sollte gewährleistet werden, dass die Erfahru ngen von Privjet I und die bereits guten Bezie- 
hungen zu den Honorarkräften, den Jugendlichen sowi e Kooperationspartnern (u.a. Haus der Fa- 
milie) weiterhin effektiv genutzt werden. 
 
Angebote Privjet II  
 
Entsprechend stellt sich das Angebot bzw. die Arbeit der Brückenperson zurzeit wie folgt da: 
- Betreuung einer Mädchengruppe im Alter von 16 Jah ren 
- Betreuung einer Gesangsgruppe junger Frauen in Ko operation mit dem Haus der Familie 
- Jährliches Nachbarschaftstreffen mit ca. 70 Teiln ehmer/innen 
- Beratung von spätausgesiedelten Jugendlichen und deren Familien 
- Vorbereitung der Ausstellung das Russlands-Deutsc he Haus im Februar 2006 
- Beratung von pädagogischen Fachkräften aus kooper ierenden Einrichtungen 
 
Zielerreichung – Auswertung  
 
Zusammenfassend wurden in Gievenbeck auch unter den  neuen Rahmenbedingungen freizeitpä- 
dagogische Gruppenaktivitäten unterstützt und wichtige Funktionen der „Brückenperson“ sowie die 
Intention des Projektes Privjet gesichert werden. 
 
Im Einzelnen ist die Entwicklung wie folgt zu bewerten:    
Bereits 6 Monaten nach Beginn von Privjet I zeichne ten sich zwei Entwicklungen ab. Es zeigte 
sich, dass die Weiterführung der Gruppen unter den neuen Rahmenbedingungen nur bedingt mög- 
lich ist, weil die zum großen Teil ehrenamtlichen G ruppenleiter/innen einer intensiven Betreuung 
und Unterstützung durch die Brückenperson bedürfen.  Die Brückenperson stellte für sie und damit 
auch für die Teilnehmer die notwendige Verbindung/A nbindung an das Fachwerk oder zum Bei- 
spiel an das Haus der Familie sicher. Es zeigte sic h gleichzeitig, wie nachhaltig die in Privjet I auf - 
gebauten Beziehungen und Kontakte zu Jugendlichen, Eltern, Großeltern und Kooperationspart- 
nern wirkten. Besonders nachhaltig zeigten sich in diesem Zusammenhang die Familienfahrten

Alfons Egbert     16.05.2006 
nach Oerlinghausen. Die Brückenperson wurde entspre chend  weiterhin regelmäßig um Unterstüt- 
zung und Beratung gebeten.  
Die Jugendlichen und Eltern sprechen die Brückenper son, die sie durch die beschriebenen Ange- 
bote kennen, im Stadtteil an und vereinbaren einen Termin mit ihr. Im Vordergrund stehen Erzie- 
hungsfragen, das Thema Ausbildung und Suchtproblema tiken. Die Brückenperson nutzt in diesem 
Zusammenhang ebenfalls die aufgebauten Kontakte zu den Kooperationspartnern, um die Hilfesu- 
chenden ggf. weiterzuvermitteln. 
Sowohl bei der Gruppenarbeit als auch in den Beratu ngsfällen zeigt sich die Wichtigkeit der Funk- 
tion einer Brückenperson, weil sie für das Klientel  und auch für andere Anbieter eine Verbindung 
zwischen der russischen Welt und der deutschen Welt herstellt.  
 
Perspektive  
 
Im Jahr 2006 eine Gruppenfreizeit nach Polen - es s oll geprüft werden, ob Familienfahrten ange- 
boten werden können.  
Durchführung der Ausstellung „Das Russlands-Deutsch e Haus“ unter Einbeziehung der Freizeit- 
gruppen und den Schulen und Kitas.

Ergänzungsvorlage V/0128/2006/1

2034 Zeichen

V/0128/2006/1 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
V/Stift 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation junger Spätaussiedlerinnen und 
Spätaussiedler (Privjet III) 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
21.06.2006 Hauptausschuss Vorberatung 
21.06.2006 Rat Entscheidung  
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
1. Der 2003 beschlossene Maßnahmenkatalog zur Verbe sserung der Lebenssituation junger 
Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler wird mit den  Maßnahmen des Projektes Privjet III 
sowohl im Stadtteil Hiltrup, in den Jugendzentren L orenz-Süd und Fachwerk Gievenbeck als 
auch in der Fürstenbergschule bis Mitte 2009 fortgeführt.  
 
2. In den kommenden drei Jahren soll die derzeitige  Arbeit des Projektes Privjet „Freizeit“ 
so gestaltet werden, dass auch nach Auslaufen des Projektes die dort bisher besonders 
betreuten jugendlichen Spätaussiedler durch die vor handenen Betreuungsstrukturen 
der Offenen Jugendarbeit begleitet werden können. 
 
3. Das Projekt Privjet "Skola" wird ebenfalls zum J ahr 2009 beendet. Bei Bedarf erarbeitet 
die Verwaltung bis zur zweiten Jahreshälfte 2008 ei n Konzept zur Fortführung und zur 
Finanzierung und legt es zur Entscheidung vor. 
 
 
Kosten/Folgekosten 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass Gesamtkosten in  Höhe von 222.000 € bei der Stiftung Si- 
verdes entstehen. 
 
Finanzierung/Mittelbereitstellung 
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: 
 
 2006 2007 2008 2009 Gesamt 
Stiftung 
Siverdes 
37.000 € 74.000 € 74.000 € 37.000 € 222.000 € 
 
Befristung  
01.07.2006 bis 30.06.2009 
 
Vorlagen-Nr.:  
 
V/0128/2006/1. Erg  
Auskunft erteilt: 
Herr  Claahsen 
Ruf: 
492 59 03 
E-Mail: 
Claahsen@stadt-muenster.de  
Datum: 
21.06.2006 
Öffentliche Beschluss vorlage

- 2 - 
V/0128/2006/1 
 
 
Begründung: 
 
Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsf örderung hat in seiner öffentlichen Sitzung 
am 20.06.2006 den Beschlussvorschlag der Verwaltung  geändert (Änderungen fett) und dem Rat 
empfohlen, entsprechend zu beschließen. 
 
 
I. V. 
 
 
 
Dr. Klein

Beschlussvorlage

5491 Zeichen

V/0128/2006 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
V/Stift 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation junger Spätaussiedlerinnen und 
Spätaussiedler (Privjet III) 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
30.05.2006 Kommission zur Unterbringung von Aussiedlern, Asylbewerbern u.  
                     ausländischen Flüchtlingen Vorberatung 
31.05.2006 Ausländerbeirat Vorberatung 
01.06.2006 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 
06.06.2006 Stiftungskommission Vorberatung 
07.06.2006 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Vorberatung 
07.06.2006 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 
14.06.2006 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 
20.06.2006 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung 
21.06.2006 Hauptausschuss Vorberatung 
21.06.2006 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
Der 2003 beschlossene Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Lebenssituation junger Spä-
taussiedlerinnen und Spätaussiedler wird mit den Maßnahmen des Projektes Privjet III sowohl im 
Stadtteil Hiltrup, in den Jugendzentren Lorenz-Süd und Fachwerk Gievenbeck als auch in der 
Fürstenbergschule bis Mitte 2009 fortgeführt.  
 
 
Kosten/Folgekosten 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass Gesamtkosten in Höhe von 222.000 € bei der Stiftung Si-
verdes entstehen. 
 
Finanzierung/Mittelbereitstellung 
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: 
 
 2006 2007 2008 2009 Gesamt 
Stiftung 
Siverdes 
37.000 € 74.000 € 74.000 € 37.000 € 222.000 € 
 
Befristung 
01.07.2006 bis 30.06.2009 
Vorlagen-Nr.: 
V/0128/2006 
Auskunft erteilt: 
Herr  Claahsen 
Ruf: 
492 59 03 
E-Mail: 
Claahsen@stadt-muenster.de  
Datum: 
15.02.2006 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0128/2006 
Begründung: 
 
1. Ausgangslage 
 
Auf der Grundlage der Ratsbeschlüsse vom 28.04.1999 (Vorlage 20/99), vom 27.06.2001 
(Vorlage 347/01) und der Ratsentscheidung vom 11.06.2003 (Vorlage 283/03) fördert die 
Stiftung Siverdes die „Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation russlanddeut-
scher Jugendlicher in Münster“. Die als „Projekt Privjet“ in Münster installierten Hilfen für 
den o. g. Personenkreis dienen insbesondere der persönlichen Lebenswegplanung und der 
beruflichen Orientierung und konzentrieren sich auf Hilfestellungen in der Fürstenbergschu-
le und in der Hauptschule Hiltrup. Flankiert werden die sozialpädagogischen Beratungs-
maßnahmen durch Maßnahmen der gezielten Freizeitgestaltung in den Jugendzentren 
„Fachwerk Gievenbeck“ und „Lorenz-Süd“ in Berg Fidel. Zuletzt beschloss der Rat im Juni 
2003, das Maßnahmenpaket bis Mitte des Jahres 2006 durchzuführen. 
 
 
2. Fortführung der Maßnahmen / Projektdesign 
 
Es wird empfohlen, die in Ziffer 1 beschriebenen Maßnahmen als „Privjet Freizeit“ und die 
schulorientierten Maßnahmen als „Privjet Schkola“ fortzuführen. Das Projekt hat  sich so-
wohl im Freizeitbereich in den Jugendzentren als auch insbesondere in den Förderklassen 
der Fürstenbergschule und an der Hauptschule im Stadtteil Hiltrup, in der die Konzentration 
russlanddeutscher Jugendlicher besonders hoch ist, bewährt. Ausführliche Beschreibungen 
und Auswertungen des Projektes sind von den jeweiligen Projektmitarbeitern verfasst wor-
den und in den Anlagen 1 und 2 beigefügt. Die Maßnahmebeschreibungen der Aktivitäten 
in den Jugendzentren Gievenbeck und Berg Fidel sind der Vorlage in den Anlagen 3 und 4 
beigefügt. 
 
Obwohl die Anzahl der Schülerinnen und Schüler russlanddeutscher Herkunft in den oben 
beschriebenen Schulen geringfügig nachgelassen hat, wird empfohlen, die Maßnahmen 
fortzusetzen. Grundlagen für die inhaltliche Arbeit sollen weiterhin die Hilfen bei der Le-
bensplanung und der beruflichen Orientierung sowie die Heranführung an weiterführende 
Maßnahmen Dritter, wie z. B. des Bildungs- und Informationszentrums (BIZ), der Agentur 
für Arbeit, der Handwerkskammer oder auch des Jugendausbildungszentrums JAZ sein. 
Darüber hinaus haben die individuellen persönlichen Hilfen zur Bewältigung der zum Teil 
schwierigen Lebenssituationen der jungen Menschen einen hohen Stellenwert. Durch die 
persönlichen, meist auch längerfristigen Kontakte der Brückenpersonen zu den jungen 
Menschen, werden nicht selten sich abzeichnende „Fehlentwicklungen“ frühzeitig entdeckt 
und zu besseren Lösungen geführt.  
 
 
3. Projektfinanzierung 
 
Die Projektfinanzierung, die erneut durch die Stiftung Siverdes vorgenommen werden soll, 
konzentriert sich in erster Linie auf die Finanzierung der beiden Brückenpersonen in der 
Fürstenbergschule als auch in Hiltrup mit je einer Wochenstundenzahl von 19,25 Std. (Teil 
A). Der zweite Finanzierungsteil bezieht sich auf Honorar- und Sachmittelzuschüsse, die 
die Jugendzentren Fachwerk Gievenbeck und Lorenz-Süd als Zuschuss zur Gestaltung 
von Freizeitmaßnahmen erhalten (Teil B) 
 
 pro Jahr Gesamtprojektzeitraum 
Teil A 66.000 €  198.000 € 
Teil B 8.000 € 24.000 € 
Gesamtkosten 74.000 € 222.000 € 
(Die geringfügige Erhöhung der Kosten im Teil A begründet sich in allgemeinen Personalkostensteigungen.)

- 3 - 
V/0128/2006 
Der momentane Mittelvortrag der Stiftung Siverdes ist in diesem als auch in den Folgejah-
ren dazu in der Lage, das Projekt zu finanzieren. Wie auch bereits in der Ratsentscheidung 
im Jahre 2003 erwähnt, ist die Stiftung Siverdes, auch vor dem Hintergrund ihres Stiftungs-
zwecks geeignet, die oben beschriebenen Maßnahmen fortzuführen und zu finanzieren.   
 
I. V. 
 
 
 
Dr. Klein   
 
 
Anlagen: 
 
Berichte 1 – 4

Bericht 4

3820 Zeichen

Anlage 4 
 
Privjet II 
(Lorenz-Süd) 
Bericht  für den Zeitraum Juli 2003 bis Dezember 2005 
 
 
Ausgangslage  
 
Laut der Beschlussvorlage Nr. 283/03 vom 28.03.2003 , wird das Projekt Privjet über drei Jahre 
weitergefördert. So erhalten das Lorenz-Süd und das  Fachwerk Gievenbeck jeweils pro Jahr 
(01.07. – 30.06.) Stiftungsmittel zur Fortführung v on Freizeitgruppen (Privjet Freizeit). Diese Grup- 
pen von Kinder und Jugendlichen gehören sonst nicht  zu den regelmäßigen Besucherinnen und 
Besuchern der Lorenz-Süd Angebote.  
 
Auftragsgrundlage und Zielsetzung  
 
Zielsetzung von Privjet II war es unter anderem, di ese Freizeitgruppen auch in der veränderten 
Projektform weiterzuführen. Dafür standen jährlich laut Beschluss Sachmittel in Höhe von 1000 
Euro und Honorarmittel in Höhe von 3000 Euro der Stiftung Siverdes zur Verfügung. 
 
Mitteleinsatz  
 
Die bewilligten Stiftungsmittel im Bereich Honorare  werden für die Kursleiterinnen und –leiter ver- 
wandt (bis Juni 2004 auch für die Brückenperson). D iese führen inzwischen selbstständig die 
Gruppen. Langfristig ist eine Öffnung der Angebote für alle Besucherinnen und Besucher des Lo- 
renz-Süd geplant. Die Sachmittel werden in den einzelnen Angeboten verbraucht. 
 
Angebote Privjet II  
 
Angebot Zielgruppe Alter Angebote/Woche Teilnehmer/Angebot  
Malen /Töpfern Jungen und Mäd- 
chen  
12 – 14  3 Stunden 8 - 10 
Tanzen Mädchen 6 - 12 3 Stunden 10 
Nähen Jungen und Mäd- 
chen 
Junge Erwachsene 4 Stunden 5 
 
 
Zielerreichung – Auswertung  
 
Zu Beginn der zweiten Projektphase war im Lorenz-Sü d noch eine Brückenperson eingesetzt (bis 
Juni 2004). Mit ihr zusammen sind aus den Bedürfnis sen und Wünschen der russlanddeutschen 
Kinder und Jugendlichen die jetzt noch bestehenden Freizeitangebote entwickelt worden und tref- 
fen den momentanen Zeitgeist der Nutzer.  
Die Brückenperson war auch für die Beratung von Hil fesuchenden Ansprechpartner. Dieses Ange- 
bot nutzten überwiegend ältere Jugendliche und dere n Eltern. Schwerpunkt der Beratung waren 
die Ausbildungsplatz- und Arbeitssuche, Alkohol und  andere Suchtproblematiken sowie Kriminali- 
tät. Nachdem die Brückenperson die Tätigkeit im Lor enz-Süd im Juni 2004 eingestellt hat, gab es 
keine Brückenperson mehr mit russlanddeutschem Hint ergrund. Ein kleinerer Teil nutzt die Bera- 
tungs- und Informationsangebote der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lorenz-Süd. 
 
Bei den bestehenden Freizeitangeboten zeichnet sich eine leichte Öffnung auch für andere Kinder- 
und Jugendgruppen ab, womit das Ziel der Integratio n in den Freizeitgruppen auf gutem Wege ist. 
Jedoch ist es weiterhin notwendig die Freizeitgrupp en finanziell zu unterstützen, da der momenta-

2 
ne Stand eine Eigenständigkeit noch nicht zulässt. Dennoch sind die Nutzer bereit, einen geringen 
Teil zur Refinanzierung einiger Angebote beizutrage n, die Mittel werden zum Ausbau des Pro- 
grammangebots für die russlanddeutschen Kinder und Jugendlichen verwendet.  
Bei allen Angeboten ist auffällig, dass überwiegend  Mädchen an diesen Angeboten teilnehmen. 
Die russlanddeutschen Jungen integrieren sich besser in die sonstigen Angebote des Hauses (z.B. 
Fahrrad- und Metallwerkstatt). 
 
 
Perspektive  
 
Die Freizeitangebote werden weitergeführt, nach und  nach sollen sie in das Programm des Lo- 
renz-Süd einfließen. Aus den frei werdenden Mitteln sollen neue russlanddeutsche Freizeitgruppen 
angesprochen werden und langfristig an das Lorenz-Süd angebunden werden. 
Auch 2006 werden die einzelnen Tanzgruppen (z.B. „Die Glöckchen“) wieder auf vielen Veranstal- 
tungen, wie dem Stadtteilfest Berg Fidel auftreten und dabei einen Teil zum Erhalt der russischen 
und russlanddeutschen Kultur beitragen. 
Die Mal- und Töpferkurse werden ihre Exponate wieder an verschieden Orten ausstellen.

Bericht 2

11552 Zeichen

1 
Anlage 2 
 
Privjet I - Schkola 
Bericht über „Maßnahmen für junge Spätaussiedlerinnen und 
Spätaussiedler“ an der Fürstenbergschule 
(2003 bis Februar 2006) 
 
 
Die Zahl der jugendlichen Aussiedler, die in den le tzten Jahren in Deutschland ihre 
„neue Heimat“ gefunden haben, stagniert zwar, dennoch ist für die Neuankömmlinge 
das Einleben nicht leichter geworden. Die Integrati onsschwierigkeiten hängen mit 
politischen wie auch soziologischen Entwicklungen z usammen. Während einerseits 
die sprachliche Förderung der Aussiedlerfamilien si ch verschlechtert hat, kann man 
andererseits immer weniger auf ausreichende Deutsch kenntnisse der neuen Bürger 
zurückgreifen.  
Besonders jugendliche Aussiedler werden im Zuge der  Familienzusammenführung 
nach Deutschland eher „mitgebracht“. Da sie an der Ausreiseentscheidung nicht aktiv 
teilnehmen konnten, erleben sie sich auch hier als passive Gesellschaftsmitglieder, 
denen aufgrund ihrer mangelnden Sprachkenntnisse de r Zugang zu beinahe allen 
Bereichen des gesellschaftlichen Lebens versperrt b leibt. Sie sehen sich in einer für 
sie sehr sensiblen Phase der Persönlichkeitsentwick lung einer angespannten 
Ausbildungssituation ausgesetzt, durch ihren kultur ellen Hintergrund nicht akzeptiert 
und von den Vorzügen des westlichen Lebensstils weitgehend ausgeschlossen.  
Da es sich bei den Betroffenen meistens um Jugendli che aus bildungsschwachen 
Familien handelt, besteht die Gefahr, dass sie aufg rund ihrer Defizite in Deutschland 
sowohl beruflich als auch gesellschaftlich dauerhaf t benachteiligt bleiben. Es drohen 
das Zurückziehen auf den engsten Kreis der Familie,  „Betäubung des eigenen 
Versagens“ durch Alkohol- und Drogenkonsum oder das  Abrutschen in die 
Kriminalität. Diesen Gefahren gilt es durch entspre chende Maßnahmen 
entgegenzutreten.  
 
Seit Juli 2003 hat die Stiftung Siverdes ihre Konze ption der bisherigen 
Integrationsarbeit im Rahmen des Projekts „Privjet“ aus dem Freizeitbereich mit einer 
zweiten Phase „Privjet II“ ausschließlich in den Be reich Schule verlagert. Das Ziel 
dieser Veränderung war eine Intensivierung der Inte grationsarbeit durch die 
Betreuung der Jugendlichen unmittelbar nach ihrer Ankunft in Deutschland.  
 
Die Fürstenbergschule in Münster ist eine Auffangsc hule für neu angekommenen 
Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler. In vier För derklassen mit altersgemäßer 
Zuordnung werden die Jugendlichen von eins bis ande rthalb Jahre überwiegend 
sprachlich gefördert. Wenn die sprachlichen Vorauss etzungen gegeben sind, erfolgt 
ein direkter Übergang in eine Regelklasse an Haupts chulen, Realschulen oder 
Gymnasien. Die Fürstenbergschule hat zur Zeit 340 S chülerinnen und Schüler. Fast 
100 davon sind junge Aussiedlerinnen und Aussiedler , die unbedingt eine 
Unterstützung und Förderung bei der Gestaltung ihre s Lebens in Deutschland 
benötigen.  
Mit der Initiierung sozialpädagogischer Maßnahmen i n dem schulischen Alltag der 
neuangekommenen jugendlichen Aussiedler sollten Wei chen für das Finden und 
Erreichen ihrer Ziele in Deutschland gestellt werden.

2 
Die Arbeit im Rahmen des Projekts „Privjet II-Schko la“ besteht aus folgenden 
Bereichen: 
1. Hilfen zur Lebensplanung: „wer bin ich? Was kann ich? –Fit für 
das Leben 
 
Jugendliche Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler werden in Deutschland vor 
neue Anforderungen gestellt. Dabei gilt es nicht nu r in kurzer Zeit eine neue Sprache 
zu erlernen, sondern sich in einer ihnen befremdlic h erscheinenden Kultur 
zurechtzufinden. Mitgebrachte Fähigkeiten und Gewoh nheiten können in dieser 
intensiven Anfangsphase in Vergessenheit geraten od er als negative Eigenschaften 
empfunden werden. Um der Überforderung und dem Verl ust des Selbstvertrauens 
entgegenzuwirken, ist es notwendig mit den Jugendli chen den kulturellen Wechsel 
aufzuarbeiten. Dabei wird eine Brücke zwischen ihre r Vergangenheit und der 
Gegenwart geschlagen, die eine Kontinuität in der p ersönlichen Entwicklung der 
betroffenen Jugendlichen fördern soll.  
 
Durch themenbezogenen Projektunterricht und Blockve ranstaltungen wird den 
Jugendlichen die Möglichkeit geboten, ihre Ängste u nd Wünsche frei zu äußern. Die 
Reflexion eigener Schwächen und Stärken soll dabei behilflich sein, Strategien zur 
individuellen Problembewältigung  bei der Lebensplanung zu entwickeln. Die 
bewusste Wahrnehmung positiver Eigenschaften stärkt  das Selbstvertrauen und das 
Selbstwertgefühl der Jugendlichen und hilft ihnen, im schulischen Alltag mit 
Frustration und Misserfolgen fertig zu werden. Die Fürstenbergschüler konnten ihre 
Erfahrungen aus der Vergangenheit z.B. in Kunstproj ekten thematisieren und 
Münster unter anderem hautnah durch Stadtrallye kennenlernen. 
 
2. Entwicklung eigener Zielperspektiven: „Fit für d ie Ausbildung.“ 
 
Die jugendlichen Spätaussiedlerinnen und Spätaussie dler sind durch zweifache 
„Sprachlosigkeit“ benachteiligt. Zum einen bedarf e s Zeit, eine neue Sprache zu 
erlernen, mit deren Hilfe sie Kontakt zu ihrer Umwe lt aufnehmen können. Zum 
anderen garantieren sogar gute Kenntnisse der deuts chen Sprache nicht 
automatisch, dass die Jugendlichen im Hinblick auf ihre berufliche Zukunft 
Eigeninitiative ergreifen und zielstrebig an der Verwirklichung ihrer Ziele arbeiten. 
 
Durch die Weiterentwicklung und Fortführung der Maß nahmen im Bereich der 
Schulsozialarbeit, die auf spezifische Probleme der  jugendlichen 
Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler eingehen, si nd Rahmenbedingungen und 
Angebote entstanden, die den Jugendlichen bei der L ebensplanung, insbesondere 
bei der beruflichen Orientierung, helfen. 
 
Eine zentrale Rolle spielt dabei der Erwerb von Schlüsselkompetenzen für den 
beruflichen Alltag . Gefördert werden persönliche und soziale Kompeten zen, wie 
Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung. Einen wicht igen Baustein bildet dabei ein 
breit angelegtes Kommunikationstraining, mit dessen Hilfe Jugendliche lernen sollen, 
eigene Standpunkte und eigene Wünsche verbal zu äuß ern. Dabei soll erreicht 
werden, dass sie sich in der neuen Lebenssituation nicht als Zuhörer und Empfänger 
fremder Ideen, sondern als Mitspieler und Akteure begreifen und die Umsetzung ihrer 
eigenen Lebensplanung eigenverantwortlich angehen. Zum kontinuierlichen

3 
Lernprozess tragen Sprach- und Mentalitätskenntniss e der Brückenperson bei, mit 
deren Hilfe Unterbrechungen des Lernprozesses durch  Sprachblockaden vermieden 
werden sollen.  
 
Des weiteren soll den jugendlichen Spätaussiedlerin nen und Spätaussiedlern eine 
Hilfestellung bei der Berufswahlorientierung  geboten werden. Wichtig dabei ist, 
dass die Jugendlichen über soziale Wirklichkeit in Deutschland ausreichend 
informiert werden, insbesondere bezüglich der vorha ndenen 
Ausbildungsmöglichkeiten und der Lage auf dem Stell enmarkt. Hierbei spielen das  
Kennenlernen von  Berufsfeldern, Heranführen und Vermittlung  der 
Jugendlichen an weiterführende Maßnahmen Dritter, w ie z.B. 
(Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote des Bildungs- und 
Informationszentrums (BiZ) des Arbeitsamtes, Besuch e der Handwerkskammer und 
Kooperation mit dem Jugendausbildungszentrum (JaZ) eine wichtige Rolle.  
 
Dieses Hilfsangebot bei der Berufswahlorientierung wird durch den Erwerb von 
Grundkenntnissen im Umgang mit den neuen Medien (PC, Internet, „Wie 
recherchiere ich?“), durch ein Bewerbungstraining  („Wie erstelle ich ein 
Bewerbungsschreiben?“, „Wie stelle ich mich vor?“),  wie auch Besuche in den 
Betrieben, komplettiert.  
 
3. Beratung und Einzelfallbetreuung 
 
Bisherige Erfahrungen im Projekt „Privjet“ haben ge zeigt, dass die 
Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler Beratungsangebote  benötigen. Nicht 
aussiedlerspezifische Beratungsangebote werden von ihnen oft nicht 
wahrgenommen, weil sie Hemmungen vor Behörden haben , die soziale Wirklichkeit 
in Deutschland kaum kennen und/oder über ungenügende Kenntnisse der deutschen 
Sprache verfügen. Deswegen ist es wichtig, gerade in der ersten Zeit in Deutschland, 
dass sie bei lebenspraktischen Fragen von Fachkräft en mit Sprach- und 
Mentalitätskenntnissen beraten werden.  
 
Durch die Übersiedlung werden Spätaussiedlerfamilie n einem enormen Druck 
ausgesetzt. Dieses führt zu innerfamiliären Spannun gen und Unsicherheiten, bei 
deren Bewältigung Jugendliche auf Hilfe angewiesen sind. Traditionelle 
Vorstellungen ihrer oft verunsicherten Eltern sind für jugendliche Spätaussiedlerinnen 
und Spätaussiedler bei den schulischen und gesellsc haftlichen Anforderungen keine 
ausreichende Hilfe. In speziellen Einzelfällen  ist es daher notwendig, dass den 
Jugendlichen in Form von Einzelbetreuung  ergänzende Hilfe zur Bewältigung ihrer 
persönlichen Probleme geboten wird. Dazu gehört auc h eine Zusammenarbeit mit 
den Eltern, die nicht selten durch die Kontaktaufna hme in Form von Hausbesuchen 
erst ermöglicht werden kann. So hat z.B. erst der H ausbesuch der Brückenperson im 
Haus einer Jugendlichen offenbart, in welchen schwi erigen Verhältnissen sie lebt. 
Die positive Veränderung der Lebenssituation konnte  erst dann erreicht werden, 
nachdem mehrere Institutionen wie Polizei und Jugen damt in diesen Fall involviert 
und Hand in Hand zusammengearbeitet haben.

4 
4. Flankierung der pädagogischen Arbeit der Lehrend en 
 
Bisherige Erfahrungen in der schulischen Projektarb eit haben gezeigt, dass das 
Wissen der Lehrenden über die Aussiedlungshintergrü nde, Herkunftsland, Mentalität 
der jugendlichen Spätaussiedlerinnen und Spätaussie dler sehr lückenhaft ist. Das 
führt zur Entstehung von Missverständnissen zwische n der Lehrerschaft und den 
spätausgesiedelten Schülerinnen und Schülern, die n icht selten den 
Unterrichtsablauf beeinträchtigen.  
 
Damit die Lehrer auf problematische Situationen und  Konflikte im Unterricht 
konstruktiv reagieren können, ist ein kollegial-fachlicher Austausch  zwischen den 
Lehrern und der Brückenperson an der Schule notwend ig. Die Brückenperson 
vermittelt zwischen Lehrern, Schülern und ggf. Elte rn in konfliktträchtigen 
Situationen. 
 
 
Ausblick 
 
Wenn für die jugendlichen Aussiedler Weichen gestel lt werden, die ihr späteres 
Leben positiv beeinflussen sollten, dann sind das W eichen die unmittelbar bei ihnen 
und ihrer Lebenswelt ansetzen. Es ist wichtig diese  jungen Menschen in einem für 
sie fremden Land vor allem direkt nach ihrer Ankunf t zu begleiten. Es ist wichtig, 
dass sie durch Brückenpersonen (siehe Personalstell e in Hiltrup und in der 
Fürstenbergschule über die Stiftung Siverdes) begle itet werden, die ihre Fragen und 
Zweifel kennen. Diese Fragen müssen im Rahmen von p ädagogischen Maßnahmen 
gestellt werden auch dann, wenn sie sehr schmerzhaf t sind. Ob man sich in einem 
Land willkommen fühlt hängt nicht von statistischen  Angaben über fehlende 
Ausbildungsplätze oder Meldungen über ausländerfein dliche Übergriffe ab. Auch 
Angaben über Kriminalität und Drogenkonsum unter ju gendlichen Aussiedlern 
entscheiden nicht über den Lebensweg jeder einzelne n Person. Sich als Individuum 
mit Fähigkeiten zu begreifen, das den erziehenden P ersonen nicht gleichgültig ist, 
den Mut zu haben, Ziele zu entwickeln und Träume zu  träumen, Vergangenes als 
wertvolle Erfahrung wahrzunehmen und sich mutig der  Zukunft zu stellen, muss 
manchmal gelernt und unterstützt werden. Besonders dann, wenn die Umwelt neu 
und kaum verständlich erscheint und man nach Orient ierung sucht. Durch 
entsprechende Orientierungshilfen versuchen wir dieser Suche zu begegnen.  
 
 
gez. Rudolf Rossel

Bericht 1

10741 Zeichen

Anlage 1 
 
Privjet II 
– Maßnahmen an der Hauptschule Hiltrup –  
Tätigkeitsbericht 2003 - 2006 
 
 
I. Ausgangslage 
 
Im Oktober 2003 wurden an der Hauptschule Hiltrup d ie Integrationshilfen für spät- 
ausgesiedelte Schülerinnen und Schüler installiert.  Die Grundlage für die 
sozialpädagogische Arbeit an der Schule lieferte di e Vorlage 283/2003. Konzeptionelle 
Grundlage sollte das Angebot „Jugendhilfe an den Hauptschulen“ darstellen. Die Leistungen  
sollten in enger Zusammenarbeit mit anderen Angebot en freier Träger der Jugendhilfe im 
Stadtteil koordiniert werden. Vorrangig sollten sic h die Maßnahmen konzentrieren auf Hilfen 
zur Lebensplanung, Entwicklung eigener Zielperspekt iven, Beratung und Einzelfallbetreuung 
in besonderen Lebenslagen und Beratungsangebote zur  Erweiterung der interkulturellen 
Kompetenz von Fachkräften aus Schule und Jugendsozialarbeit. 
 
 
II. Leistungen 
 
Im Schuljahr 2003/2004 waren 638 Schülerinnen und S chüler an der Hauptschule Hiltrup 
angemeldet. Davon sind 126 ausländische Schülerinne n und Schüler und 56 ausgewiesene 
ausgesiedelte Schülerinnen und Schüler. Damit ist d ie Hauptschule die größte Hauptschule 
in Münster. 
 
An zwei Tagen in der Woche ist die sozialpädagogisc he Fachkraft an der Hauptschule 
Hiltrup tätig. Zu Beginn der Tätigkeit galt es, Kon takt zu den Schülerinnen und Schülern 
herzustellen, ohne dass eine Hervorhebung der Grupp e und somit eine Stigmatisierung statt 
gefunden hätte. Dies verlief über die Vorstellung d er eigenen Person in sämtlichen 
Jahrgangsstufen. Da ab der 8. Klasse alle Schülerin nen und Schüler durch die 
Sozialpädagogin Frau Walter vom Verein Jugendhilfe Direkt e.V. und dem 
Schulsozialarbeiter Herrn Rooseboom ebenfalls eine Begleitung erfahren, stellte sich der 
Bedarf in den unteren Jahrgangsstufen heraus.  
 
In der Zusammenarbeit mit anderen Schulen in Hiltru p wurde ein erhöhter Beratungsbedarf 
in der Johannes-Gutenberg-Realschule deutlich, die direkt neben der Hauptschule Hiltrup 
liegt. Daraufhin wurde ein Angebot auch an der Real schule Hiltrup installiert. Hier ist die 
sozialpädagogische Fachkraft einmal in der Woche tätig. 
 
Ein besonderer Schwerpunkt in beiden Schulen machte  die Begleitung der Schülerinnen und 
Schüler in den Erprobungsstufen aus. Während die Gr undschule Möglichkeiten hat, die 
Kinder in ihrer häuslichen Umgebung zu unterstützen  und häufig engere Kontakte zu den 
Eltern pflegen, müssen die Kinder auf der weiterfüh renden Schule schon sehr selbständig 
sein. Kinder mit Migrationshintergrund haben einen Nachteil gegenüber den einheimischen 
Kindern, die bereits über viele soziale Kontakte ve rfügen und mit der hiesigen Kultur 
aufgewachsen sind.  
 
Für die pädagogische Arbeit in den Erprobungsstufen  ergaben sich somit folgende 
Leistungen: 
 
1. Beratung und Einzelfallhilfe 
 
 
• Individuelle, bedarfsgerechte Hilfen für einzelne Jugendliche in besonderen 
Lebenssituationen 
• Beratung und Begleitung von Gruppen/Klassen

• Kriseninterventionen 
• Beziehungsarbeit 
• Hilfen zur individuellen Lebensplanung 
 
Die Jugendhilfe bietet ergänzende Alternativen im U mgang mit benachteiligten und 
auffälligen Kindern und Jugendlichen zum herkömmlic hen System der Schule. In Absprache 
mit der Schule können Ratsuchende am Vormittag in d en Pausen und auch in der 
Unterrichtszeit Beratung in Anspruch nehmen. Besond ers Kinder und Jugendliche mit 
Migrationshintergrund sind mit dem Schulsystem und der Freizeitkultur nicht gut vertraut und 
werden von ihrer Umgebung missverstanden. Beratung und Begleitung bietet Orientierung, 
Sicherheit, Steigerung der Kommunikationsfähigkeit und des Selbstwertgefühls. 
 
2. Durchführung von „Sozialen Trainingseinheiten“ gemeinsam mit der Klassenleitung  
 
• Themenorientiertes Arbeiten in Einzelarbeit, Klein - und Großgruppen zur Findung 
und Stärkung der Klassengemeinschaft: „welche Regel n sind wichtig in unserer 
Klasse“, „wie kann ich mich in der Klasse wohl fühl en“, „was bedeutet es, anders zu 
sein – was ist besonders an mir“  
• Stärkung des Selbstwertgefühls und des Selbstbewus stseins jedes Einzelnen 
• Förderung der Reflexions- und Kommunikationsmöglic hkeiten 
• Förderung von Entscheidungs- und Lösungskompetenze n, Konfliktfähigkeit 
• Steigerung der Konzentrationsfähigkeit 
• Interessenbildung 
• Lernen durch Sport, Spiel und Entspannung 
• Integration von Einzelnen in die Klassengemeinscha ft 
 
Überwiegend wird dieses Angebot mit den 5. Klassen durchgeführt. Da die Klasse sich neu 
finden muss, ist es sinnvoll direkt mit verschieden en Thematiken zu arbeiten. Hierfür kann 
ein Schulvormittag genutzt werden. 
 
3. Beratung von Eltern 
 
 
• Beziehungsaufbau zu Eltern oder Elternteilen 
• Moderation in Gesprächen mit Lehrkräften 
• Begleitung in Krisensituationen 
• Offene Beratung 
• Vermittlung weiterer Hilfen (Hilfen zur Erziehung,  Beratungsmöglichkeiten) 
 
Bei Krisen, Problemen mit dem Kind in der Schule od er in der Familie wird das 
Beratungsangebot für Eltern gut angenommen. Häufig ist zunächst eine Sensibilisierung für 
die Schwierigkeiten und für die Notwendigkeit zur A nnahme von Unterstützungsangeboten 
notwendig. Dies ist vor allem darauf zurück zu führ en, dass in den Herkunftsländern wenig 
Unterstützungsangebote existieren bzw. der Eingriff  staatlicher Stellen oder weiterer 
Institutionen negativ erlebt wurde. 
 
4. Anwesenheit an Elternsprechtagen/Tag der offenen  Tür 
 
 
• Vorstellung des Beratungs- und Unterstützungsangeb otes der Jugendhilfe und der 
Beraterin 
• Beratung und Information für Eltern ohne Lehrkräft e 
• Mediation, Unterstützung in krisenbehafteten Gespr ächen mit Eltern und Lehrkräften 
 
Eltern nehmen das pädagogische Beratungsangebot, ne ben den Informationen über die 
schulischen Leistungen und das Verhalten ihres Kind es durch das Lehrpersonal, gerne in 
Anspruch. Es entlastet Lehrkräfte und auch Eltern.

5. Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer/Förderu ng interkultureller Kompetenzen  
 
• Hilfestellungen zu bestimmten Problemen und Fragen  
• Moderationshilfe bei Elterngesprächen/Gesprächen m it den Jugendlichen 
• Beratung im VO-SF Verfahren im Zusammenhang mit de r Schule für Erziehungshilfe 
und Übergängen zu anderen Schulen 
• Vermittlung und Informationen zu weiteren Jugendhi lfeträgern 
• Förderung der interkulturellen Kompetenz durch Ber atung, Information und Projekte 
• Hinweise zu Fachveranstaltungen 
 
Lehrkräfte unterstützen bedeutet, mit ihnen über di e Gesamtsituation von Schülern und 
Schülerinnen und dem Schulalltag im Gespräch zu ble iben und ihnen eine 
Reflexionsmöglichkeit zu geben.  
 
6. Überleitungsgespräche mit den abgebenden Grundsc hulen 
 
 
• Kontaktaufbau und Kooperation mit Grundschulen 
• Abklärung bestehender Probleme im Sozialverhalten,  den schulischen Leistungen 
• Abstimmung von Fördernotwendigkeiten und –möglichk eiten 
 
Der Einblick in das Verhalten und die Leistungen de s Kindes erleichtert die reibungslose 
Eingliederung in die weiterführende Schule. 
 
7. Teilnahme an Lehrer- und Klassenkonferenzen 
 
 
• Unterstützung und Begleitung von Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften 
• Schärfung der Wahrnehmung auf Situationen und Prob leme 
• Informationen über sozialpädagogische Themen 
 
8. Initiierung von bildungs- und freizeitpädagogisc hen Angeboten  
 
• Bedarfsgerechte Angebote/Aktionen zur Stärkung der  Persönlichkeit im Freizeit- und 
Förderung im Bildungsbereich 
• Besuch von Veranstaltungen, Ausstellungen zu besti mmten Themen als Brücke zu 
„fremden“ Kulturen (z.B. Ausstellung „Russlandsdeut sche Haus“ im Fachwerk 
Gievenbeck) 
 
Das Verständnis für die andere Kultur wächst und ba ut Fronten zwischen den Schülerinnen 
und Schülern ab und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. 
 
 
9. Information über Möglichkeiten der Freizeitgesta ltung in der nahen Umgebung und 
stadtweit  
 
• Bereitstellung von aktuellen Informationsmateriali en von freien und kommunalen 
Trägern der Jugendhilfe, die Kinder- und Jugendangebote vorhalten 
• Kontaktherstellung zu Jugendeinrichtungen, Sportve rbänden und weiteren Anbietern 
 
Spätausgesiedelte Kinder und Jugendliche haben sehr  häufig ein großes Interesse an einer 
aktiven, sportlichen Freizeitgestaltung. Durch das gemeinsame Interesse und gemeinsamer 
Aktivität gelingt eine sehr leichte Integration mit  anderen Kindern und Jugendlichen und die 
Kenntnisse über Kultur und Sprache können spielerisch erweitert werden. 
 
10. Hausaufgabenbetreuung und/oder Übermittagbetreuung 
 
 
• Vermittlung zur Hausaufgabenbetreuung des Förderve reins „Alte Post – Berg Fidel“ 
(Unterrichtsfächer: Deutsch, Mathematik, Englisch)

• Vermittlung, Kontakt zu den Übermittagbetreuungsan geboten der Hauptschule Hiltrup 
und dem Verein Jugendhilfe Direkt e.V. 
 
In der Hauptschule Hiltrup werden zwei Angebote Übe rmittagsbetreuung vorgehalten. Eine 
Gruppe betreut der Jugendhilfe Direkt e.V. in den R äumlichkeiten des Jugendheimes St. 
Clemens im näheren Umfeld. Spätausgesiedelte aus de r 5. und 6. Klasse haben hier die 
Möglichkeit, ihre Hausaufgaben unter Aufsicht mache n zu können und mit Gleichaltrigen 
Freizeit zu gestalten. 
 
11. Teilnahme am Arbeitskreis Jugend Hiltrup/Kooper ation mit anderen 
Jugendhilfeträgern  
 
Der Arbeitskreis Jugend Hiltrup besteht aus Fachkrä ften aus der Kinder- und Jugendarbeit 
und der Jugendhilfe (Jugendeinrichtungen, Beratungs stellen, Schulen, Polizei, der 
Jugendförderung und dem kommunalen Sozialdienst des  Amtes für Kinder, Jugendliche und 
Familien u.a.). Die Arbeit im Arbeitskreis fördert die Kooperation zu Institutionen, die 
Unterstützung, Hilfe und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche bieten.  
Fachgespräche und Austausch optimieren das Beratungsangebot. 
 
 
3. Fazit 
 
Die mit Mitteln der Stiftung Siverdes geförderten A ngebote der Jugendhilfe werden von 
Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern s ehr gut angenommen. Der 
Bekanntheitsgrad des Beratungsangebotes ist gestieg en und das Vertrauen zu vielen 
Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften konnte au fgebaut werden. Die Lebenssituation 
von spätausgesiedelten und ausländischen Kindern un d Jugendlichen kann durch die 
Unterstützung und die Kooperation zu anderen freien  Trägern der Jugendhilfe erheblich 
verbessert werden. 
 
Es ist wichtig, die Kommunikation zwischen den unte rschiedlichen Kulturen auszubauen und 
zu stabilisieren. Jedes Jahr werden neue 5. Klassen  gebildet. Hier müssen frühzeitig 
Interventionen und Beratungsangebote sichergestellt werden. 
 
Perspektivisch gesehen ist es sinnvoll, das Angebot  auf ausländische Schülerinnen und 
Schüler (bzw. mit Migrationshintergrund) auszuweiten. 
 
 
 
 
 
I.A. 
 
Clarissa Benner 
Karin Schild

Beratungsverlauf (10)

30.05.2006 Kommission zur Unterbringung von Aussiedlern, Asylbewerbern u. ausländischen Flüchtlingen
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
31.05.2006 Sitzung
TOP 3.2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
01.06.2006 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 6.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
06.06.2006 Stiftungskommission
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
07.06.2006 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung
TOP 3 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
07.06.2006 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 8 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
14.06.2006 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
20.06.2006 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
Vorberatung
Entscheidung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0128/2006
Typ
Vorlage
Datum
15.02.2006
Erstellt
06.10.2020 14:37