1751/2025
Wahlverhalten bei den Kommunalwahlen 2009 bis 2020 in Köln
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Wahlverhalten_bei_Kommunalwahlen_in_Koeln_2009_bis_2020
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Wahlverhalten bei
Kommunalwahlen
in Köln von 2009
bis 2020
Entwicklungen und Trends
Kölner Statistische Nachrichten 9/2025
Kölner Statistische Nachrichten 9/2025 –
Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
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Kölner Statistische Nachrichten 9/2025 –
Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
3
Zusammenfassung
Der vorliegende Bericht analysiert das Wahlverhalten bei den Kommunalwahlen 2009, 2014 und
2020 in Köln.1 Vorangestellt sind zentrale Trends des Kommunalwahlgeschehens in Köln seit 1946.
• Seit 1999 erlebt die Kölner Wahlbeteiligung wieder einen stetigen Anstieg – von 45,8 Prozent auf
51,4 Prozent bei der Kommunalwahl 2020. Treibende Kraft war dabei die verstärkte Mobilisierung
jüngerer Wähler*innen: Zwischen 2009 und 2020 stieg die Wahlbeteilligung der 25- bis 34-
Jährigen um überdurchschnittliche 10,5 Prozentpunkte, die der 16- bis 24-Jährigen um
6,9 Prozentpunkte an (Wahlbeteiligung 2009 bis 2020: +2,3 Prozentpunkte).
• Die Altersstruktur der Kölner Wählerschaft ist weitgehend stabil. Die über
60-Jährigen stellen die größte Gruppe – etwa dreimal so groß wie die 16- bis 24-Jährigen.
Über 45-Jährige machen mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten aus und beteiligen sich
überdurchschnittlich (54 %), was ihnen ein deutliches Gewicht im kommunalpolitischen
Entscheidungsprozess verleiht. Jüngere Altersgruppen hingegen blieben bei der Kommunalwahl
2020 mit einer Beteiligung von nur 42,1 Prozent (16–24 Jahre) deutlich unterrepräsentiert – trotz
leicht steigender Tendenzen.
• Die Kölner Parteienlandschaft folgt dem bundesweiten Trend zunehmender Fragmentierung.
Zwischen 2009 und 2020 verloren SPD und CDU in Köln jeweils 6,4, die FDP 4,2 Prozentpunkte.
Die GRÜNEN legten deutlich zu (+6,9 %-Punkte) und wurden 2020 mit 28,5 Prozent erstmals
stärkste Kraft. Hatten bei der Kommunalwahl 2009 gerade einmal 4,6 Prozent der Wähler*innen
einer anderen Partei als SPD, CDU, FDP und GRÜNEN ihre Stimme gegeben, waren es bei der
Kommunalwahl 2020 – auch begünstigt durch den Wegfall der 2,5 %-Sperrklausel im Jahr 2017
– ein knappes Viertel (23,2 %).
• Die Zuwächse von GRÜNEN und sonstigen Parteien konzentrierten sich auf jüngere Alters-
gruppen: Die GRÜNEN gewannen bei Jungwähler*innen zwischen den Kommunalwahlen 2009
und 2020 um 7,9 Prozentpunkte hinzu, sonstige Parteien um 9,1 Prozentpunkte. In der Gruppe
der 25- bis 34-Jährigen wuchs hingegen der Anteil sonstiger Parteien überdurch-schnittlich stark
(+14,3 %-Punkte). CDU und SPD verloren in allen Altersgruppen – die CDU besonders stark bei
ihrer Kernwählerschaft der älteren Wähler*innen ab 70 Jahren (-13,7 %-Punkte), die SPD verlor
überdurchschnittlich bei den Jungwähler*innen bis 24 Jahre (-12,0 %-Punkte).
1 Der unterschiedliche Abstand zwischen den Kommunalwahlen 2009, 2014 und 2020 ergibt sich aus einer Änderung
des Kommunalwahlrechts in Nordrhein-Westfalen: Bis 2009 fanden die Wahlen im fünfjährigen Turnus statt.
Mit einer Reform wurde die Amtszeit der Kommunalvertretungen auf sechs Jahre verlängert. Um die
Kommunalwahlen weiterhin mit den Bürgermeister- und Landratswahlen zusammenzulegen, wurde die Amtszeit der
2014 gewählten Räte einmalig auf fünf Jahre verkürzt. Seit der Wahl 2020 gilt der reguläre Sechsjahresrhythmus.
Die Analyseberichte zu den Ergebnissen der Kommunalwahlen 2009, 2014 und 2020 finden sich unter
https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/strukturdaten-wahlanalysen (Abruf: 22.04.2025)
Hinweis auf Datenanhang
Alle im Bericht verwendeten Daten werden als Datenanhang (Excel-Datei) zur weiteren Verwendung
zur Verfügung gestellt. Dazu muss der Bericht aus dem Internet heruntergeladen und lokal
gespeichert werden. Der Datenanhang ist unter „Lesezeichen“ (letzter Punkt) und „Anlagen“ zu finden.
Kölner Statistische Nachrichten 9/2025 –
Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
4
Zentrale Trends des Kommunalwahlgeschehens
in Köln seit 1946
Wahl des Rates
Bei der Betrachtung der Kölner Ratswahlen der vergangenen Jahrzehnte lässt sich ein Trend
erkennen, der in vielen deutschen Großstädten zu beobachten ist: So dominierten bis Ende des
20. Jahrhunderts die etablierten Parteien CDU und SPD den Kölner Rat. Der FDP gelang es neben
der Dominanz dieser beiden Parteien nur einmal – bei der Wahl 1952 – einen Stimmenanteil von
mehr als zehn Prozent zu erreichen.
Im Langzeittrend verlieren SPD und CDU an Einfluss und das Parteiensystem in Köln fragmentiert
sich durch das Aufkommen weiterer Parteien, die jeweils spezifische Wählergruppen ansprechen.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (im Folgenden: GRÜNE) machten als neuer parteipolitischer Akteur
den Anfang bei der Kommunalwahl 1979.2
Grafik 1 Ergebnisse Kölner Kommunalwahlen (Ratswahl) seit 1946 (in %)
______________________________________________________________________________________________
Quelle: Stadt Köln - Bürgerdienste (Wahlamt)/Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem)
______________________________________________________________________________________________
2 Bei der Kommunalwahl 1979 in Köln traten die heutigen GRÜNEN noch als lokale Wählergruppe „Die Kölner
Alternative“ an. 1979 schlossen sich Grüne-Initiativen zusammen und traten als „Die Grünen“ zur ersten Europawahl
an. Die Vereinigung der Grünen mit dem ostdeutschen Bündnis 90 erfolgte im Mai 1993 (siehe
https://cms.gruene.de/uploads/assets/GRUENE_Chronik_1979-2019.pdf, Abruf: 22.04.2025)
34,6
37,7 37,1
46,0 46,8
57,4
53,8
47,8
44,5
46,4
42,1
42,5
30,3 31,0
28,0
29,4
21,6
53,4
42,5 43,0
41,9
45,4
38,1 38,6 42,9 44,3
37,8
30,5
33,9
45,2
32,7
27,9
27,2
21,5
4,0
10,8 11,7
16,2 15,7
16,6
21,7
19,5
28,5
0,7
7,2
11,4
7,2 7,5
4,5
6,0
8,3
6,6
4,5
7,0
3,5
4,1 7,4
9,4
5,1
5,3
2,1 3,0
4,8
7,0
6,5
3,6 4,4
5,0
11,3
12,6
8,5
4,9 0,3 0,0
1,6 1,0 0,6 0,5
8,7
3,9
2,5
9,4 8,2 8,2 7,3
0
10
20
30
40
50
60
1946 1948 1952 1956 1961 1964 1969 1975 1979 1984 1989 1994 1999 2004 2009 2014 2020
Parteiergebnisse Ratswahl
(in %)
Wahljahr
GRÜNE*
CDU
SPD
LINKE**
FDP
Volt
AfD
Sonstige
* 1979: Die Kölner Alternative
** vor 2005: PDS
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
5
Bereits bei der nächsten Kommunalwahl 1984 konnten sich die GRÜNEN als drittstärkste politische
Kraft vor der FDP etablieren. Seitdem erlebten die GRÜNEN einen stetigen Aufschwung, der in
einem Stimmenanteil von 28,5 Prozent bei der Kommunalwahl 2020 gipfelte, mit dem sie sich als
stärkste Kraft in Köln vor SPD und CDU positionieren konnten.
Hatten bei der Kommunalwahl 2009 gerade einmal 4,6 Prozent der Wähler*innen einer anderen
Partei als SPD, CDU, FDP und GRÜNE ihre Stimme gegeben, waren es elf Jahre später – bei der
Kommunalwahl 2020 – ein knappes Viertel (23,2 %). DIE LINKE, AfD und Volt konnten bei der
Kommunalwahl 2020 jeweils mindestens vier Prozent der Kölner Wähler*innen hinter sich vereinen
(zu den Ergebnissen der weiteren Parteien siehe Tabelle 2 im Anhang).
Die fortschreitende Fragmentierung des Rates wird nicht nur durch die zunehmende Favorisierung
kleinerer Parteien, Wählervereinigungen und Einzelbewerber*innen gefördert, sondern zusätzlich
durch den Wegfall der 2,5 %-Sperrklausel im Jahr 2017.
3
Wahl des*der Oberbürgermeister*in
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs haben 13 Oberbürgermeister*innen die Geschicke Kölns
gelenkt. Die Abfolge der Oberbürgermeister*innen steht in erster Linie im Zusammenhang mit den
genannten Verschiebungen in der Kölner Parteienlandschaft.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren SPD und CDU innerhalb einer überschaubaren
Anzahl von Parteien die dominierenden Kräfte in der Kölner Politik und standen in starker
Konkurrenz zueinander um das Amt des Kölner Oberbürgermeisters. Die SPD war von 1956 bis
1999 stimmenstärkste Kraft und stellte somit ununterbrochen über einen Zeitraum von mehr als
40 Jahren den Oberbürgermeister. Die CDU besetzte den Posten des Oberbürgermeisters in der
Nachkriegszeit bis 1956
4 sowie für zwei Amtsperioden seit der Jahrtausendwende (1999 bis 2009)
(siehe folgende Tabelle 1). Die Wahlergebnisse der letzten drei Wahlen zur Oberbürgermeister*in
in Köln finden sich im Anhang ab Seite 17).
Die aktuell regierende Oberbürgermeisterin Henriette Reker ist die erste Frau im Amt in Köln und
trat 2015 und 2020 zur Wahl des*der Oberbürgermeister*in als parteilose Kandidatin an – mit
Unterstützung unter anderem von GRÜNEN und CDU. Dass dies so möglich war, wurde nicht
zuletzt dadurch ermöglicht, dass 1999 die Direktwahl eingeführt wurde. Nachdem der*die
Oberbürgermeister*in bis dato von der jeweils stimmenstärksten Partei aus den eigenen Reihen
bestimmt wurde, wird er*sie seitdem von der Bevölkerung direkt gewählt. Harry Blum von der CDU
war 1999 der erste direkt gewählte Oberbürgermeister Kölns.
3 Nach dem Wegfall der 2,5 %-Sperrklausel im Jahr 2017, die der Verfassungsgerichtshof Nordrhein-Westfalen als
verfassungswidrig erklärte, werden Sitze in den Kommunalparlamenten Nordrhein-Westfalens nach dem
Verhältniswahlrecht vergeben, ohne dass eine Mindesthürde gilt. Die Sitzzuteilung erfolgt dabei nach dem Sainte-
Laguë/Schepers-Verfahren, einem Divisorverfahren mit Standardrundung, das eine möglichst proportionale
Verteilung der Sitze entsprechend dem Stimmenanteil der Parteien sicherstellt. Dadurch haben auch kleinere
Parteien mit geringem Stimmenanteil die Möglichkeit, Mandate zu erhalten (zum Wegfall der Sperrklausel siehe
https://www.verfgh.nrw.de/aktuelles/pressemitteilungen/2017/11_171121/index.php
sowie zur Sitzzuteilung
https://www.wahlrecht.de/verfahren/stlague.html (Abruf: jeweils 21.04.2025)).
4 Ausnahme: 1948/49 und 1950/51 amtierte Robert Görlinger von der SPD als Kölner Oberbürgermeister.
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
6
Tabelle 1 Kölner Oberbürgermeister*innen seit 1945
Im Jahr 1999 wurde mit der Abschaffung der sogenannten „Doppelspitze“ eine weitere Reform des
Kommunalwahlrechts umgesetzt: Die Ämter des Oberbürgermeisters und des ehrenamtlichen
Oberstadtdirektors wurden zusammengelegt. Vor 1999 war der Oberstadtdirektor Verwaltungschef
und der Oberbürgermeister Repräsentant der Stadt. Diese Reform führte dazu, dass der*die
Oberbürgermeister*in nun sowohl politischer Repräsentant*in als auch Leiter*in der Stadtverwaltung
ist – so wurden Kompetenzen gebündelt und eine klare Führungsstruktur geschaffen.
Oberbürgermeister*in Parteizugehörigkeit Amtsperiode
Willi Suth CDU 16.03.1945 - 04.05.1945
Konrad Adenauer CDU 04.05.1945 - 06.10.1945
Willi Suth (kommissarisch) CDU 06.10.1945 - 20.11.1945
Hermann Pünder CDU 20.11.1945 - 31.05.1948
Ernst Schw ering CDU 01.06.1948 - 15.11.1948
Robert Görlinger SPD 15.11.1948 - 09.12.1949
Ernst Schw ering CDU 09.12.1949 - 23.11.1950
Robert Görlinger SPD 23.11.1950 - 08.11.1951
Ernst Schw ering CDU 08.11.1950 - 09.11.1956
Theo Burauen SPD 09.11.1956 - 17.12.1973
John van Nes Ziegler SPD 20.12.1973 - 28.10.1980
Norbert Burger SPD 28.10.1980 - 30.09.1999
Harry Blum CDU 01.10.1999 - 17.03.2000
Fr itz Sc hr amma CDU 20.09.2000 - 20.10.2009
Jürgen Roters SPD 21.10.2009 - 20.10.2015
Henriette Reker parteilos 22.10.2015 - amtierend
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
7
Wahlberechtigte
Wahlberechtigt bei Kommunalwahlen in einem Wahlgebiet sind alle Deutschen sowie EU-
Bürger*innen, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet und mindestens seit dem 16. Tag vor
der Wahl im Wahlgebiet ihren Wohnsitz haben.5 Bei der Kommunalwahl 2020 waren dies in Köln
820.526 Personen, das entspricht 87,6 Prozent der Kölner Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren.6
Die Zahl der Wahlberechtigten in Köln steigt analog zur allgemeinen Bevölkerungsentwicklung
kontinuierlich an. Eine Zäsur bildete die Gebietsreform von 1975: Damals wurden große Teile
verschiedener Städte und Gemeinden des Kölner Umlandes in Köln eingemeindet7, was der Stadt
einen Zuwachs von rund 118.300 Wahlberechtigten bescherte (plus 20,9 Prozent im Vergleich zur
Vorwahl im Jahr 1969, siehe Grafik 2).
Auch die Absenkung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahre bei der Kommunalwahl 19998 hat die Zahl
der Wahlberechtigten zusätzlich erhöht.
Grafik 2 Wahlberechtigte und Wähler*innen bei Kommunalwahlen seit 1946 in Köln (absolut)
______________________________________________________________________________________________
Quelle: Stadt Köln - Bürgerdienste (Wahlamt)/Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem)
______________________________________________________________________________________________
5 § 7 KWahlG, Wahlrecht - Gesetze des Bundes und der Länder (lexsoft.de), (Abruf: 22.04.2025)
6 Basis: 933.654 (Bevölkerung 16 Jahre und älter mit Stand 31.12.2019)
7 In die Stadt Köln wurden große Teile der Städte Porz am Rhein und Wesseling sowie der Gemeinden Lövenich,
Rodenkirchen und Sinnersdorf eingegliedert (siehe „Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des
Neugliederungsraumes Köln (Köln-Gesetz)“, (Abruf: 22.04.2025)
8 Ministerialblatt (MBl. NRW.) Ausgabe 1999 Nr. 42 vom 30.6.1999, (Abruf: am 22.04.2025)
317.914
394.498
466.046
522.390
582.019
589.332
566.709
685.001
668.331
665.659
678.471
668.111
711.252
731.637
764.876
802.891
820.526
233.823
215.993
296.540
341.387
392.214
381.828
349.969
554.034
402.851
385.102
405.493
527.564
325.833
352.713
375.429
398.718
421.823
1946 1948 1952 1956 1961 1964 1969 1975 1979 1984 1989 1994 1999 2004 2009 2014 2020
0
10 0. 0 00
20 0. 0 00
30 0. 0 00
40 0. 0 00
50 0. 0 00
60 0. 0 00
70 0. 0 00
80 0. 0 00
90 0. 0 00
1. 0 00 .0 00
Wahlberechtigte Wähler*innen (absolut)
Gebietsreform 1975
Absenkung des Wahlalters
von 18 auf 16 Jahre
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
8
Während in Deutschland insgesamt der Anteil der jüngeren Bevölkerungsgruppen im Zuge des
demographischen Wandels abnimmt und der Anteil der älteren Bevölkerung weiter zunimmt9, sind
diese beiden Bevölkerungsanteile in Köln über die Jahre weitgehend stabil geblieben. Dies liegt
nicht zuletzt daran, dass die 18- bis unter 30-Jährigen seit Jahren die einzige Altersgruppe mit
einem Wanderungsplus sind.10
So ist der Anteil der jungen Wahlberechtigten bis 24 Jahre in Köln zwischen den Wahlen 199911
und 2020 sogar leicht gestiegen (+1,9 %-Punkte). Der Anteil der Wahlberechtigten im Alter von 60
Jahren und älter ist in ähnlichem Maße gestiegen (+2,1 %-Punkte), allerdings auf einem deutlich
höheren quantitativen Niveau, so dass der prozentual ähnliche Anstieg bei den älteren
Wahlberechtigten absolut deutlich stärker ausfällt als bei den jüngeren.
Die 60-Jährigen und Älteren sind die größte Altersgruppe und stellen seit Jahren etwa dreimal so
viele Wahlberechtigte wie die Gruppe der Erst- und Jungwähler*innen im Alter von 16 bis 24 Jahren
(siehe Grafik 3).
Grafik 3 Anteil der Wahlberechtigten bei den Kommunalwahlen 1999 und 2020 in Köln nach Altersgruppe
(in % aller Wahlberechtigten*)
______________________________________________________________________________________________
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), eigene Berechnungen
______________________________________________________________________________________________
9 Demografieportal - Fakten - Altersstruktur der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen (Abruf: 22.04.2025)
10 Siehe hierzu https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-einwohner-und-
haushalte/ksn_12_2024_bevoelkerungsbewegungen_2023.pdf, S. 8 (Abruf: 22.04.2025)
11 Bevölkerungsveränderungen werden in der Regel erst in einer Langzeitbetrachtung sichtbar, so dass hier als
Vergleichswahl die Kommunalwahl 1999 herangezogen wurde.
9,6 11,5
21,7 20,3
15,8 14,7
25,0 23,4
28,0 30,1
1999** 2020***
* Deutsche und EU-Ausländer*innen (aktuelle Zusammensetzung der Europäischen Union (EU 27))
** Stand: 31.12.1998
*** Stand: 31.12.2019
60 Jahre und älter
35 - 44 Jahre
16 - 24 Jahre
+ 2,1 %-Punkte
- 1,6 %-Punkte
+ 1,9 %-Punkte
Veränderung Anteile
Wahlberechtigte* Kommunalwahl
1999 - 2020
45 - 59 Jahre
25 - 34 Jahre
- 1,1 %-Punkte
- 1,4 %-Punkte
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
9
Wahlbeteiligung
Wie in Nordrhein-Westfalen insgesamt12 ist auch in Köln im Langzeitvergleich eine tendenziell
gesunkene Wahlbeteiligung13 bei Kommunalwahlen zu beobachten. Der Tiefpunkt in Köln wurde mit
einer Wahlbeteiligung von 45,8 Prozent bei der Kommunalwahl 1999 erreicht.
Nach 1999 stieg die Kommunalwahlbeteiligung in Köln – entgegen dem Trend in Nordrhein-
Westfalen (siehe Grafik 4) – wieder an, bis auf 51,4 Prozent bei der Wahl 2020. Da bei den Wahlen
2004 bis 2020 jeweils nur etwa die Hälfte der Kölner Wahlberechtigten ihre Stimme abgab, wurde
das Beteiligungsniveau von vor 1999 nicht wieder erreicht.
Der Rückgang der Wahlbeteiligung wurde zwei Mal unterbrochen: 1975 fand die Kommunalwahl
zusammen mit der Landtagswahl Nordrhein-Westfalen statt, 1994 zusammen mit der
Bundestagswahl. Traditionell ist die Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen niedriger als bei
Landtags- oder Bundestagswahlen. Die Gleichzeitigkeit mit einer übergeordneten Wahl zieht die
Kommunalwahlbeteiligung nach oben, so dass sie 1975 mit 80,9 Prozent auf dem Niveau der
Bundestagswahl und 1994 mit 79,0 Prozent auf dem Niveau der Landtagswahl lag.
Grafik 4 Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen seit 1946 in Köln und Nordrhein-Westfalen (in %)
______________________________________________________________________________________________
Quelle: Stadt Köln - Bürgerdienste (Wahlamt)/Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem),
Die Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen
______________________________________________________________________________________________
12 Die Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen: Wahlergebnisse in NRW – Kommunalwahlen
https://www.wahlergebnisse.nrw/kommunalwahlen (Abruf: 22.04.2025)
13 Die Wahlbeteiligung bei einer Wahl errechnet sich aus der Anzahl der bei einer Wahl abgegebenen Stimmen im
Verhältnis zu der Gesamtheit der Wahlberechtigten.
73,6
54,8
63,6 65,4 67,4 64,8 61,8
80,9
60,3 57,9 59,8
79,0
45,8 48,2 49,1 49,7 51,4
74,4
69,0
76,0 76,9 78,2 76,2
68,6
86,4
69,9
65,8 65,6
81,7
55,0 54,4 52,4 50,0 51,9
1946 1948 1952 1956 1961 1964 1969 1975 1979 1984 1989 1994 1999 2004 2009 2014 2020
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
80,0
90,0
100,0
Kommunalwahl
%
Köln
Nordrhein-Westfalen
im Verbund mit der
Landtagswahl
Nordrhein-Westfalen
im Verbund mit der
Bundestagswahl
Kölner Statistische Nachrichten 9/2025 –
Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
10
Wahlverhalten spezifischer Wähler*innengruppen
in Köln
Die im Folgenden dargestellten Ergebnisse basieren auf den Daten der repräsentativen
Wahlstatistik zu den Kommunalwahlen 2009, 2014 und 2020. Die repräsentative Wahlstatistik ist
eine anlässlich der Wahlen durchgeführte Erhebung, die eine detaillierte Analyse des
Wahlverhaltens der Bevölkerung ermöglicht. Ziel ist es, ein genaues Bild der Wähler*innenstruktur
und des Wahlverhaltens zu erhalten, ohne das Wahlgeheimnis zu gefährden. Der mit den drei
Wahlen 2009 bis 2020 abgedeckte Zeitraum von elf Jahren ermöglicht es, das jüngere
Wahlverhalten der Kölner Wähler*innen näher zu beleuchten und Entwicklungen zu erkennen.
Repräsentative Wahlstatistik
Die Durchführung der repräsentativen Wahlstatistik bei Kommunalwahlen ist im
Kommunalwahlgesetz (KWahlG NRW) geregelt. Danach ist der Landesbetrieb Information und
Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) beauftragt, eine Statistik über die Wahlberechtigten und
ihre Beteiligung an der Wahl und ihre Stimmabgabe jeweils nach Geschlecht und
Geburtsjahresgruppen zu führen und darüber zu berichten (§50 KWahlG). Bei Kommunalwahlen
wird die Statistik nur für die Kreistagswahlen der Kreise und kreisfreien Städte durchgeführt.
Die Auswahl der repräsentativen Stimmbezirke in Nordrhein-Westfalen erfolgt durch die
Bundeswahlleiterin im Einvernehmen mit dem Statistischen Landesamt Nordrhein-Westfalen
(IT.NRW). In den ausgewählten repräsentativen Kölner Stimmbezirken werden entsprechend
gekennzeichnete Stimmzettel ausgegeben. Diese Stimmzettel enthalten eine Kennung, aus der
hervorgeht, ob die Stimmabgabe von einer Frau oder einem Mann (einschließlich divers, ohne
Angabe14) erfolgt und welcher Altersgruppe die stimmabgebende Person angehört.
14 Aufgrund der geringen Zahl an Personen mit dem im Melderegister eingetragenen Geschlechtsmerkmal „divers“
wurde vom Statistischen Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Statistischen Landesämtern vereinbart, die
Geschlechtsmerkmale „männlich“ und „divers“ in einer Gruppe zusammenzuführen. Siehe hierzu:
https://www.bundeswahlleiterin.de/bundestagswahlen/2025/informationen-waehler/rws.html#4ae74809-3af5-4ae5-
a3e5-2d87b10ca12b (Abruf: 22.04.2025).
Kölner Statistische Nachrichten 9/2025 –
Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
11
Wahlbeteiligung nach Geschlecht und Alter
Die Wahlbeteiligung der Frauen lag bei den hier betrachteten Kommunalwahlen 2009, 2014 und
2020 stets geringfügig über der der Männer.
Grafik 5 Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen 2009, 2014 und 2020 in Köln nach Geschlecht (in %)
______________________________________________________________________________________________
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), repräsentative
Wahlstatistik, eigene Berechnungen
______________________________________________________________________________________________
Auch in Köln zeigt sich der generell positive Zusammenhang zwischen Alter und Wahlbeteiligung15:
So wiesen die 16- bis 24-Jährigen Jung- und Erstwähler*innen mit einer Quote von 42,1 Prozent
eine deutlich unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2020 auf, während die
Wahlbeteiligung der älteren Wahlberechtigten mit 54,8 Prozent (45- bis 59-Jährige)
beziehungsweise 53,7 Prozent (60-Jährige und Ältere) überdurchschnittlich hoch ausfiel (siehe
Grafik 6).
Die 16- bis 24-Jährigen machten nur knapp über zehn Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung
aus und hatten mit einer Wahlbeteiligung von nur 42,1 Prozent eine deutlich unterdurchschnittliche
Beteiligung. Im Gegensatz dazu wiesen die höheren Altersgruppen ab 45 Jahren eine
überdurchschnittliche Wahlbeteiligung von rund 54 Prozent auf. Sie stellen zusammen mehr als
50 Prozent der Wahlberechtigten und könnten somit die politischen Prioritäten und Entscheidungen
stärker beeinflussen als es ihrem tatsächlichen Bevölkerungsanteil entspricht.
Auch wenn die Wahlbeteiligung insbesondere der Jung- und Erstwähler*innen unter 25 Jahren nach
wie vor unterdurchschnittlich ist, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Wahlbeteiligung zwischen
den Kommunalwahlen 2009 und 2020, dass bei den jüngeren Altersgruppen bis 34 Jahre ein
positiver Trend hin zu einer höheren Beteiligungsbereitschaft an Kommunalwahlen zu erkennen ist
(siehe Grafik 6).
15 Siehe unter anderem Arzheimer, K. (2006). Jung, dynamisch, Nichtwähler? Der Einfluss von Lebensalter und
Kohortenzugehörigkeit auf die Wahlbereitschaft. In: Roller, E., Brettschneider, F., van Deth, J.W. (Hrsg.) Jugend und
Politik: „Voll normal!“. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Seite 317ff. https://doi.org/10.1007/978-3-531-90094-
0_12 (Abruf: 22.04.2025).
49,1 48,9
49,4
49,7
49,1
50,3
51,4
50,6
52,0
insgesamt* männlich** weiblich insgesamt* männlich** weiblich insgesamt* männlich** weiblich
* amtliches Endergebnis
** inklusive divers und keine Angabe
2009 2014 2020
Kommunalwahl
Kölner Statistische Nachrichten 9/2025 –
Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
12
Grafik 6 Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen 2009, 2014 und 2020 in Köln nach Altersgruppe (in %)
______________________________________________________________________________________________
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), repräsentative
Wahlstatistik, eigene Berechnungen
______________________________________________________________________________________________
Im Durchschnitt ist die Wahlbeteiligung in Köln zwischen den Kommunalwahlen 2009 und 2020 um
2,3 Prozentpunkte gestiegen. Während die Wahlbeteiligung in den Altersgruppen ab 35 Jahren in
diesem Elfjahreszeitraum stabil bis leicht rückläufig war, stieg sie in den jüngeren Altersgruppen bis
34 Jahren deutlich um 10,5 Prozentpunkte (25- bis 34-Jährige) beziehungsweise 6,9 Prozentpunkte
(16- bis 24-Jährige) an (siehe Grafik 7).
Grafik 7 Entwicklung der Wahlbeteiligung zwischen den Kommunalwahlen 2009 und 2020 in Köln nach
Altersgruppe (in %-Punkten)
______________________________________________________________________________________________
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), repräsentative
Wahlstatistik, eigene Berechnungen
______________________________________________________________________________________________
35,2
38,6
50,0
55,5 55,1
38,8
40,8
50,7
53,6 54,8
42,1
49,1 49,6
54,8 53,7
16 - 24 Jahre 25 - 34 Jahre 35 - 44 Jahre 45 - 59 Jahre 60 Jahre und älter
Kommunalwahl
2009 2014 2020
-1,4
-0,7
-0,3
+10,5
+6,9
60 Jahre und älter
45 - 59 Jahre
35 - 44 Jahre
25 - 34 Jahre
16 - 24 Jahre
durchschnittliche Entwicklung Wahlbeteiligung 2009 - 2020
+2,3 %-Punkte
Kölner Statistische Nachrichten 9/2025 –
Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
13
Dies zeigt, dass der festgestellte Anstieg der Wahlbeteiligung nach einer Phase des Rückgangs bis
zur Kommunalwahl 1999 (siehe Seite 9 in diesem Bericht) maßgeblich auf die gestiegene
Wahlbeteiligung der jüngeren Wähler*innen zurückzuführen ist.
Die Bevölkerungsprognose für Köln deutet darauf hin, dass sich das ungleiche Stimmenverhältnis
zwischen Jung und Alt in Zukunft wieder verstärken könnte. Die Gruppe der geburtenstarken
Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre (Babyboomer) wird im Prozess der Alterung die Gruppe
der zukünftig 60-Jährigen und Älteren zahlenmäßig überdurchschnittlich anwachsen lassen.16 Es
bleibt abzuwarten, ob das Auseinanderdriften der politischen Teilhabe zwischen Jung und Alt durch
eine weiter wachsende Bereitschaft jüngerer Wähler*innen abgeschwächt werden kann.
Wahlentscheidung nach Geschlecht und Alter
Die Ergebnisse der Kommunalwahl 2020 in Köln zeigen Unterschiede in den Parteipräferenzen
zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Jung und Alt.
Frauen haben deutlich stärker zum Wahlerfolg der GRÜNEN beigetragen als Männer. Mit anderen
Worten: Von allen Wählerinnen haben 32,5 Prozent die GRÜNEN gewählt, von den Wählern waren
es 26,2 Prozent. Männer hingegen wählten mit 8,0 Prozent mehr als doppelt so häufig die AfD wie
Frauen (3,8 %). Auch die FDP wurde von Männern (5,8 %) etwas häufiger gewählt als von Frauen
(4,8 %).
Grafik 8 Ergebnisse der Parteien bei der Kommunalwahl 2020 (Ratswahl) in Köln nach Geschlecht (in %)
______________________________________________________________________________________________
Quelle: Stadt Köln - Bürgerdienste (Wahlamt)/Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem)
______________________________________________________________________________________________
Bei der SPD und der CDU waren die geschlechtsspezifischen Unterschiede dagegen gering: Die
SPD lag bei Männern und Frauen fast gleichauf (21,0 % versus 21,5 %), ebenso die CDU (18,9 %
versus 18,2 %). Kleinere Parteien wie Volt und die Gruppe der sonstigen Parteien wiesen ebenfalls
nur geringe geschlechtsspezifische Unterschiede auf.
16 Vgl. https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/bevoelkerung-und-haushalte (Abruf: 22.04.2025)
21,0
18,9
26,2
5,8
7,4 8,0
5,3
7,5
21,5
18,2
32,5
4,8
6,7
3,8 4,8
7,7
SPD CDU GRÜNE FDP DIE LINKE AfD Volt Sonstige
männlich* weiblich
* inklusive divers und keine Angabe
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
14
Grafik 9 Ergebnisse der Parteien bei der Kommunalwahl (Ratswahl) 2020 in Köln nach Altersgruppe (in %)
______________________________________________________________________________________________
Quelle: Stadt Köln - Bürgerdienste (Wahlamt)/Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem)
______________________________________________________________________________________________
36,1 34,2 33,3 31,4
18,4
16 - 24
Jahre
25 - 34
Jahre
35 - 44
Jahre
45 - 59
Jahre
60 Jahre
und älter
GRÜNE
10,0 11,9
17,2 17,3
28,6
16 - 24
Jahre
25 - 34
Jahre
35 - 44
Jahre
45 - 59
Jahre
60 Jahre
und älter
CDU
8,3 11,0 10,0 7,7
3,3
16 - 24
Jahre
25 - 34
Jahre
35 - 44
Jahre
45 - 59
Jahre
60 Jahre
und älter
Sonstige
6,1 6,5 5,7 5,1 4,2
16 - 24
Jahre
25 - 34
Jahre
35 - 44
Jahre
45 - 59
Jahre
60 Jahre
und älter
FDP
16,6 15,1 17,7
21,1
29,7
16 - 24
Jahre
25 - 34
Jahre
35 - 44
Jahre
45 - 59
Jahre
60 Jahre
und älter
SPD
1,8 4,1 4,2 7,0 8,5
16 - 24
Jahre
25 - 34
Jahre
35 - 44
Jahre
45 - 59
Jahre
60 Jahre
und älter
AfD
10,3 8,6 6,0 4,0 1,1
16 - 24
Jahre
25 - 34
Jahre
35 - 44
Jahre
45 - 59
Jahre
60 Jahre
und älter
Volt
10,8 8,6 6,0 6,3 6,2
16 - 24
Jahre
25 - 34
Jahre
35 - 44
Jahre
45 - 59
Jahre
60 Jahre
und älter
DIE LINKE
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
15
Grafik 9 zeigt, dass die politischen Präferenzen vor allem vom Alter der Wählerschaft abhängen.
Bei der Kommunalwahl 2020 waren bei den Jung- und Erstwähler*innen bis 24 Jahre die GRÜNEN
mit 36,1 Prozent besonders stark vertreten, auch Parteien wie Volt (10,3%) und DIE LINKE (10,8%)
wurden in dieser Altersgruppe stärker bevorzugt. Traditionelle Parteien wie die SPD (16,6 %) und
die CDU (10,0 %) fanden bei ihnen weniger Zuspruch, ebenso wie die AfD, die in dieser
Altersgruppe nur sehr geringe Stimmenanteile (1,8 %) erhielt.
Mit zunehmendem Alter steigt die Präferenz für SPD und CDU an – insbesondere bei den 60-
Jährigen und Älteren erzielten beide Parteien überdurchschnittliche Stimmenanteile (SPD: 29,7 %;
CDU 28,6%). Umgekehrt nehmen die Stimmenanteile der GRÜNEN mit zunehmendem Alter ab,
ebenso die der Partei DIE LINKE und von Volt. Hier zeigt sich eine nach wie vor deutliche
Hinwendung der älteren Wähler*innen zu den etablierten Volksparteien.
Ein Blick auf die Veränderung der Stimmenanteile der Parteien zwischen den Kommunalwahlen
2009 und 2020 zeigt eine deutliche Schwächung von SPD, CDU und FDP und einen spürbaren
Aufschwung der GRÜNEN sowie der kleineren Parteien: In den elf Jahren zwischen den beiden
Wahlen mussten SPD und CDU (jeweils -6,4 %-Punkte) sowie die FDP (-4,2 %-Punkte) deutliche
Stimmenverluste hinnehmen. Dagegen konnten die GRÜNEN als einzige der großen Parteien
deutlich Stimmen hinzugewinnen (+6,9 %-Punkte). DIE LINKE konnte einen moderaten Zugewinn
verzeichnen (+1,6 %-Punkte). Auffällig ist vor allem der deutliche Stimmenzuwachs, den die Gruppe
der sonstigen Parteien (inkl. AfD) in dem Elfjahreszeitraum zwischen 2009 und 2020 für sich
verbuchen konnten (+8,5 %-Punkte) (siehe Grafik 10).
Die deutliche Veränderung der Stimmenanteile allein im Zeitraum von 2009 bis 2020 unterstreicht
den langfristigen Trend einer zunehmenden politischen Verschiebung und Fragmentierung, wie sie
bereits in Grafik 1 dargestellt ist.
Grafik 10 Veränderung der Parteistimmenanteile (Ratswahl) zwischen den Kommunalwahlen 2009* und 2020 in Köln
(in %-Punkten)
______________________________________________________________________________________________
* AfD ist erstmalig 2014 und Volt erstmalig 2020 angetreten
Quelle: Stadt Köln - Bürgerdienste (Wahlamt)/Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem),
eigene Berechnungen
______________________________________________________________________________________________
-6,4
-6,4
+6,9
-4,2
+1,6
+8,5
1
2
3
4
5
6
SPD
CDU
GRÜNE
FDP
DIE LINKE
Sonstige
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
16
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine steigende Wahlbeteiligung oft mit einer stärkeren
Unterstützung für die GRÜNEN sowie für kleinere Parteien einhergeht. Gleichzeitig zeigt sich bei
den traditionellen Parteien wie SPD, CDU und FDP ein klarer Rückgang der Stimmenanteile in allen
Altersgruppen.
So stieg die Wahlbeteiligung bei den Jung- und Erstwähler*innen zwischen 2009 und 2020 deutlich
an (+6,9 %-Punkte; siehe Grafik 7). Gleichzeitig gewannen die GRÜNEN (+7,9 %-Punkte) und die
Gruppe der sonstigen Parteien (+9,1 %-Punkte) stark hinzu (Grafik 11). Die etablierten Parteien
SPD (-12,0 %-Punkte) und CDU (-6,9 %-Punkte) verloren dagegen in dieser Altersgruppe
überdurchschnittlich. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den 25- bis 34-Jährigen: Hier stieg die
Wahlbeteiligung mit plus 10,5 Prozentpunkten am stärksten an und auch hier verloren SPD (-8,9 %-
Punkte) und CDU (-7,1 %-Punkte), während die Gruppe der sonstigen Parteien in dieser
Altersgruppe überdurchschnittlich zulegen konnte (+14,3 %-Punkte).
Die Gruppe der sonstigen Parteien konnte auch bei den anderen Altersgruppen mit einem Plus von
jeweils rund zehn Prozentpunkten an Akzeptanz gewinnen – mit Ausnahme der Gruppe der 60-
Jährigen und Älteren, bei denen ihre Zugewinne etwas moderater ausfielen (+5,5 %-Punkte).
Grafik 11 Veränderung der Parteistimmenanteile (Ratswahl) zwischen den Kommunalwahlen 2009 und 2020 in Köln
nach Altersgruppe (in %-Punkten)
______________________________________________________________________________________________
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), repräsentative
Wahlstatistik, eigene Berechnungen
______________________________________________________________________________________________
SPD, CDU und FDP mussten Verluste in allen Altersgruppen hinnehmen. Während die CDU vor
allem bei ihrer Stammwählerschaft der ältesten Wählergruppe ab 60 Jahren überdurchschnittliche
13,7 Prozentpunkte verlor, musste die SPD überdurchschnittliche Verluste bei den Jung- und
Erstwähler*innen bis 24 Jahre Verluste hinnehmen (-12,0%-Punkte).
-12,0
-8,9
-3,7
-9,1
-4,4
-6,9
-7,1
-4,9
-6,7
-13,7
+7,9
+0,3
+4,1
+8,8
+12,1
-3,2
-2,0
-5,2
-3,0
-3,0
+5,2
+3,5
+0,5
+0,0
+3,3
+9,1
+14,3
+9,1
+10,0
+5,5
16 - 24 Jahre
25 - 34 Jahre
35 - 44 Jahre
45 - 59 Jahre
60 Jahre und älter
SPD
CDU
GRÜNE
FDP
DIE LINKE
Sonstige
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
17
Anhang
Tabelle 2 Ergebnisse der Kommunalwahlen seit 1946 in Köln (Ratswahl in %)
Quelle: Stadt Köln - Bürgerdienste (Wahlamt)/Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem)
SPD CDU GRÜNE 1) FDP DIE
LINKE 2)
AfD Volt KLIMA
FREUNDE 3)
Die
PA RTEI
GUT FWK 4) pro Köln Piraten Republikaner Sonstige
1946 34,6 53,4 0,7 x x x x x x x 11,4
1948 37,7 42,5 7,2 x x x x x x x 12,6
1952 37,1 43,0 11,4 x x x x x x x 8,4
1956 46,0 41,9 7,2 x x x x x x x 4,9
1961 46,8 45,4 7,5 x x x x x x x 0,3
1964 57,4 38,1 4,5 x x x x x x x 0,0
1969 53,8 38,6 6,0 x x x x x x x 1,6
1975 47,8 42,9 8,3 x x x x x x x 1,0
1979 44,5 44,3 4,0 6,6 x x x x x x x 0,6
1984 46,4 37,8 10,8 4,5 x x x x x x x 0,5
1989 42,1 30,5 11,7 7,0 x x x x x x 7,4 1,3
1994 42,5 33,9 16,2 3,5 x x x x x x 0,7 3,1
1999 30,3 45,2 15,7 4,1 2,1 x x x x x x 1,2 1,2
2004 31,0 32,7 16,6 7,4 3,0 x x x 1,7 4,7 x 0,9 2,1
2009 28,0 27,9 21,7 9,4 4,8 0,8 x x 1,5 5,4 x x 0,6
2014 29,4 27,2 19,5 5,1 7,0 3,6 2,0 0,1 x 0,9 2,6 2,1 x 0,6
2020 21,6 21,5 28,5 5,3 6,5 4,4 5,0 2,0 2,5 2,0 0,6 x x x 0,2
1) 1979 - Kölner Alternative 2) vor 2005 PDS 3) vor 2020 DEINE FREUNDE 4) vor 2014 = FW - KBB
Stimmenanteile Parteien mit Sitzen im gew ählten Rat (in %)
Kommunal-
w ahl
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
18
Tabelle 3 Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen 2009, 2014 und 2022 in Köln nach Geschlecht und
Altersgruppe (in %)
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), repräsentative
Wahlstatistik, eigene Berechnungen
2009 2014 2020
insgesamt* insgesamt 49,1 49,7 51,4
männlich** männlich** 48,9 49,1 50,6
w eiblich w eiblich 49,4 50,3 52,0
16 - 24 Jahre insgesamt 35,2 38,8 42,1
männlich** 35,7 37,7 39,1
w eiblich 34,7 39,8 45,0
25 - 34 Jahre insgesamt 38,6 40,8 49,1
männlich** 36,8 37,8 47,0
w eiblich 40,5 43,4 51,0
35 - 44 Jahre insgesamt 50,0 50,7 49,6
männlich** 47,5 48,8 49,0
w eiblich 52,9 52,8 50,2
45 - 59 Jahre insgesamt 55,5 53,6 54,8
männlich** 55,3 53,6 54,3
w eiblich 55,7 53,6 55,4
60 Jahre und älter insgesamt 55,1 54,8 53,7
männlich** 58,0 55,9 54,6
w eiblich 52,9 53,8 53,0
Wahlbeteiligung bei der Kommunalw ahl... (in %)
Mer kmal
* amtliches Endergebnis
** inklusive divers und ohne Angabe
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
19
Tabelle 4a Stimmenanteile der Parteien bei der Kommunalwahl 2009 in Köln nach Geschlecht und Altersgruppe (in %)
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), repräsentative
Wahlstatistik, eigene Berechnungen
SPD CDU GRÜNE F DP DIE LINKE Sonstige Summe
insgesamt* 28,0 27,9 21,7 9,4 4,8 8,2 100
männlich** 28,2 25,3 18,9 9,9 6,4 11,2 100
w eiblich 29,2 29,8 23,2 7,1 3,6 7,0 100
16 - 24 Jahre insgesamt 28,6 16,9 28,2 9,3 5,6 11,3 100
männlich** 30,3 17,1 21,1 13,2 5,9 12,5 100
w eiblich 26,8 16,8 35,6 5,4 5,4 10,1 100
25 - 34 Jahre insgesamt 24,1 19,0 34,0 8,6 5,1 9,4 100
männlich** 25,7 17,5 30,6 9,8 4,9 11,5 100
w eiblich 22,5 20,4 37,2 7,3 5,2 7,3 100
35 - 44 Jahre insgesamt 21,4 22,1 29,2 10,9 5,5 11,0 100
männlich** 20,0 21,1 25,9 13,0 6,3 13,7 100
w eiblich 22,6 22,9 32,2 8,9 4,8 8,6 100
45 - 59 Jahre insgesamt 30,2 24,0 22,6 8,1 6,3 8,8 100
männlich** 27,5 23,4 21,0 8,7 8,5 10,8 100
w eiblich 33,1 24,7 24,2 7,5 4,0 6,5 100
60 Jahre und älter insgesamt 34,1 42,3 6,3 7,1 2,9 7,3 100
männlich** 34,8 36,7 6,0 8,2 4,8 9,4 100
w eiblich 33,5 47,3 6,6 6,1 1,1 5,5 100
* amtliches Endergebnis
** inklusive divers und ohne Angabe
Mer kmal
Parteistimmenanteile bei der Kommunalw ahl (Ratsw ahl) 2009 (in %)
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Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
20
Tabelle 4b Stimmenanteile der Parteien bei der Kommunalwahl 2014 in Köln nach Geschlecht und Altersgruppe (in %)
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), repräsentative
Wahlstatistik, eigene Berechnungen
SPD CDU GRÜNE F DP DIE LINKE Sonstige Summe
insgesamt* 29,4 27,2 19,5 5,1 7,0 11,8 100
männlich** 29,9 25,8 17,1 5,8 7,6 13,8 100
w eiblich 28,9 28,5 21,7 4,2 6,2 10,5 100
16 - 24 Jahre insgesamt 28,6 21,4 25,5 4,1 8,6 11,9 100
männlich** 27,9 21,1 21,1 6,0 10,4 13,5 100
w eiblich 29,3 21,7 29,7 2,3 6,8 10,3 100
25 - 34 Jahre insgesamt 25,5 18,5 26,7 3,8 8,0 17,4 100
männlich** 23,9 19,7 24,5 4,8 7,7 19,4 100
w eiblich 26,7 17,6 28,5 3,1 8,3 15,9 100
35 - 44 Jahre insgesamt 23,9 20,3 27,8 6,2 7,6 14,3 100
männlich** 24,9 18,5 23,2 7,7 8,1 17,6 100
w eiblich 22,9 22,0 32,2 4,7 7,1 11,0 100
45 - 59 Jahre insgesamt 27,7 25,0 22,4 4,4 7,6 12,8 100
männlich** 27,5 24,3 20,6 4,5 8,7 14,4 100
w eiblich 27,9 25,8 24,3 4,4 6,5 11,1 100
60 Jahre und älter insgesamt 36,5 39,6 6,1 5,7 4,7 7,5 100
männlich** 38,7 35,9 5,1 6,6 5,2 8,5 100
w eiblich 34,4 43,0 7,0 4,9 4,2 6,5 100
* amtliches Endergebnis
** inklusive divers und ohne Angabe
Mer kmal
Parteistimmenanteile bei der Kommunalw ahl (Ratsw ahl) 2014 (in %)
Kölner Statistische Nachrichten 9/2025 –
Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020
21
Tabelle 4c Stimmenanteile der Parteien bei der Kommunalwahl 2020 in Köln nach Geschlecht und Altersgruppe (in %)
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), repräsentative
Wahlstatistik, eigene Berechnungen
SPD CDU GRÜNE F DP DIE LINKE Sonstige Summe
insgesamt* 21,6 21,5 28,5 5,3 6,5 16,6 100
männlich** 21,0 18,9 26,2 5,8 7,4 20,7 100
w eiblich 21,5 18,2 32,5 4,8 6,7 16,3 100
16 - 24 Jahre insgesamt 16,6 10,0 36,1 6,1 10,8 20,4 100
männlich** 14,7 11,5 33,0 8,3 10,5 22,0 100
w eiblich 18,4 8,5 39,1 3,9 11,1 18,9 100
25 - 34 Jahre insgesamt 15,1 11,9 34,2 6,5 8,6 23,6 100
männlich** 17,1 11,6 28,0 7,4 8,9 27,0 100
w eiblich 13,2 12,2 40,1 5,7 8,2 20,4 100
35 - 44 Jahre insgesamt 17,7 17,2 33,3 5,7 6,0 20,2 100
männlich** 17,3 19,0 28,7 6,4 7,0 21,7 100
w eiblich 18,0 15,5 37,6 5,0 5,2 18,7 100
45 - 59 Jahre insgesamt 21,1 17,3 31,4 5,1 6,3 18,7 100
männlich** 20,3 19,2 28,3 5,7 6,0 20,4 100
w eiblich 22,0 15,3 34,8 4,5 6,6 16,9 100
60 Jahre und älter insgesamt 29,7 28,6 18,4 4,2 6,2 12,9 100
männlich** 29,2 26,2 18,0 3,7 7,1 15,8 100
w eiblich 30,2 30,9 18,8 4,6 5,3 10,0 100
* amtliches Endergebnis
** inklusive divers und ohne Angabe
Mer kmal
Parteistimmenanteile bei der Kommunalw ahl (Ratsw ahl) 2020 (in %)
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise)
nur mit Quellenangabe 13/15/0/06.2025
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IX/153/1 Vorlagen-Nummer 23.06.2025 1751/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 26.06.2025 Wahlverhalten bei den Kommunalwahlen 2009 bis 2020 in Köln Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik veröffentlicht einen Vorabbericht zur anstehenden Kommunalwahl im September dieses Jahres. Dieser Bericht analysiert das Wahlverhalten bei den Kommunalwahlen 2009, 2014 und 2020 in Köln. Vorangestellt sind zentrale Trends des Kommunalwahlgeschehens in Köln seit 1946. Zur Beschreibung der Entwicklung des Wahlverhaltens 2009, 2014 und 2020 greift dieser Bericht auch auf Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik zurück. Für die repräsentative Wahlstatistik wurden in ausgewählten Kölner Wahlbezirken speziell gekennzeichnete Stimmzettel ausgegeben mit einer Kennung, die darüber Auskunft gibt, ob die Stimmabgabe von einer Frau oder einem Mann erfolgt und welcher Altersgruppe die Person angehört. Seit 1999 erlebt die Kölner Wahlbeteiligung wieder einen stetigen Anstieg – von 45,8 Prozent auf 51,4 Prozent bei der Kommunalwahl 2020. Treibende Kraft war dabei die verstärkte Mobilisierung jüngerer Wähler*innen: Zwischen 2009 und 2020 stieg die Wahlbeteilligung der 25- bis 34-Jährigen um überdurchschnittliche 10,5 Prozentpunkte, die der 16- bis 24-Jährigen um 6,9 Prozentpunkte an (Wahlbeteiligung 2009 bis 2020: +2,3 Prozentpunkte). Grafik 1: Entwicklung der Wahlbeteiligung zwischen den Kommunalwahlen 2009 und 2020 in Köln nach Altersgruppe (in % -Punkten) Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), reprä- sentative Wahlstatistik, eigene Berechnungen Die Altersstruktur der Kölner Wählerschaft ist weitgehend stabil. Die über 60-Jährigen stellen die größte Gruppe – etwa dreimal so groß wie die 16- bis 24-Jährigen. Über 45-Jährige machen mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten aus und beteiligen sich überdurchschnittlich (54 %), was ihnen ein deutliches Gewicht im kommunalpolitischen Entscheidungsprozess -1,4 -0,7 -0,3 +10,5 +6,9 60 Jahre und älter 45 - 59 Jahre 35 - 44 Jahre 25 - 34 Jahre 16 - 24 Jahre durchschnittliche Entwicklung Wahlbeteiligung 2009 - 2020 +2,3 %-Punkte 2 verleiht. Jüngere Altersgruppen hingegen blieben bei der Kommunalwahl 2020 mit einer Beteiligung von nur 42,1 Prozent (16–24 Jahre) deutlich unterrepräsentiert – trotz leicht steigender Tendenzen. Die Kölner Parteienlandschaft folgt dem bundesweiten Trend zunehmender Fragmentierung. Zwischen 2009 und 2020 verloren SPD und CDU in Köln jeweils 6,4, die FDP 4,2 Prozentpunkte. Die GRÜNEN legten deutlich zu (+6,9 %-Punkte) und wurden 2020 mit 28,5 Prozent erstmals stärkste Kraft. Hatten bei der Kommunalwahl 2009 gerade einmal 4,6 Prozent der Wähler*innen einer anderen Partei als SPD, CDU, FDP und GRÜNEN ihre Stimme gegeben, waren es bei der Kommunalwahl 2020 – auch begünstigt durch den Wegfall der 2,5 %-Sperrklausel im Jahr 2017 – ein knappes Viertel (23,2 %). Die Zuwächse von GRÜNEN und sonstigen Parteien konzentrierten sich auf jüngere Altersgruppen: Die GRÜNEN gewannen bei Jungwähler*innen zwischen den Kommunalwahlen 2009 und 2020 um 7,9 Prozentpunkte hinzu, sonstige Parteien um 9,1 Prozentpunkte. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen wuchs hingegen der Anteil sonstiger Parteien überdurchschnittlich stark (+14,3 %-Punkte). CDU und SPD verloren in allen Altersgruppen – die CDU besonders stark bei ihrer Kernwählerschaft der älteren Wähler*innen ab 70 Jahren (-13,7 %-Punkte), die SPD verlor überdurchschnittlich bei den Jungwähler*innen bis 24 Jahre (-12,0 %-Punkte). Grafik 2: Veränderung der Parteistimmenanteile (Ratswahl) zwischen den Kommunalwahlen 2009 und 2020 in Köln nach Altersgruppe (in %-Punkten) Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem), reprä- sentative Wahlstatistik, eigene Berechnungen Gez. Haack Anlage Kölner Statistische Nachrichten 9/2025 – Wahlverhalten bei Kommunalwahlen in Köln von 2009 bis 2020 -12,0 -8,9 -3,7 -9,1 -4,4 -6,9 -7,1 -4,9 -6,7 -13,7 +7,9 +0,3 +4,1 +8,8 +12,1 -3,2 -2,0 -5,2 -3,0 -3,0 +5,2 +3,5 +0,5 +0,0 +3,3 +9,1 +14,3 +9,1 +10,0 +5,5 16 - 24 Jahre 25 - 34 Jahre 35 - 44 Jahre 45 - 59 Jahre 60 Jahre und älter SPD CDU GRÜNE FDP DIE LINKE Sonstige
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
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Details
- Aktenzeichen
- 1751/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 23.06.2025
- Erstellt
- 02.06.2025 07:28