A-R/0004/2017
Neue Chancen für Münster: Eine Stadtbahn für unsere Stadt
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
a-r-0004-2017-Stadtbahnkonzept.docx
7954 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. : A-R/0004/2017
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
„Neue Chancen für Münster:
Eine Stadtbahn für unsere Stadt“
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
• Die Verwaltung wird beauftragt, kurzfristig mit dem Land in Verhandlungen zu treten, die
eine Förderung für einen Ausbau der Infrastruktur im öffen tlichen Nahverkehr durch
Schaffung einer Stadtbahn für Münster zum Ziel haben. Hierfür ist ein Vorschlag für ein
umfassendes Stadtbahnkonzept zu erarbeiten und den Gr emien des Rates zur
Beschlussfassung vorzulegen.
• Zentraler Bestandteil eines solchen Konzepts soll ein e neu zu schaffende Achse vom
Hauptbahnhof bis nach Gievenbeck sein.
• Im Sinne eines flächendeckenden Netzes von schienen gebundenem Nahverkehr sind zu
reaktivierende Bahnhaltepunkte an bestehenden Trassen in das Konzept zu integrieren.
Die Planungen sollen regional in enger Abstimmung mit den Nachbarkommunen
erfolgen.
• Zur Finanzierung der notwendigen Investitionen sollen Fördermittel des Landes und des
Bundes beantragt werden. Konkret ist hierbei die Aufna hme in das GFVG-
Bundesprogramm anzustreben, über das eine Förderung von bis zu 90% der
Investitionssumme (60% Bund, 30% Land) möglich ist. Hierfür soll eine Kosten-Nutzen-
Untersuchung der geplanten Maßnahme erstellt werden. Da bei ist insbesondere für eine
neue Bahnlinie die beste und wirtschaftlichste technische Lösung zu finden und moderne
Technik, z. B. Stromübertragung per Induktion, zu berücksichtigen.
Begründung:
Münster wächst – und das Wachstum unserer Stadt ist di e wichtigste soziale Frage dieses
Jahrzehnts in der Kommunalpolitik. Dieses Wachstum mu ss sozial gerecht gestaltet werden –
unsere Stadt muss Raum und Perspektiven für alle biete n, nicht nur für die, die es sich leisten
können. Dieses Wachstum zeigt sich in seinen Folgen an vielen Stellen: Münsters Verkehr ist
davon besonders betroffen: Lange Staus in den Morgenst unden und im Feierabendverkehr,
überfüllte Busse am Morgen und am Abend, die viele F ahrgäste nur noch stehen lassen können.
All dies zeigt: Münsters Verkehr stößt an Kapazitätsgre nzen. Im letzten Jahr gab es in Münster
14.02.2017
2
rund 45 Millionen Fahrten mit dem Bus – vor gut einem Jahrzehnt waren es erst 30 Millionen.
Dem erfreulichen Trend zu einer stärkeren Nutzung des Öf fentlichen Nahverkehrs steht
allerdings ein ebenso stabiles Wachstum der Kfz-Zulas sungen in Münster gegenüber. Auf
Münsters Straßen wird es immer enger, in wenigen Jahren wird es in Münster bei einer
steigenden Gesamtbevölkerung noch schwieriger, pünktli ch und zuverlässig ein Ziel zu
erreichen.
Münster braucht daher einen grundlegend neuen Ansatz in der Verkehrspolitik. Unsere Stadt ist
bundesweit die einzige Metropole mit mehr als 300.000 Einwohner*innen, die im öffentlichen
Nahverkehr ein ausschließlich mit Bussen operierendes Modell einsetzt. Dieses Konzept wird in
der Zukunft bei weiterem Wachstum unserer Stadt noch we niger funktionieren als heute schon.
Gleichzeitig braucht Münster auch aus Gründen der Ökolo gie und Nachhaltigkeit endlich eine
klare Richtungsentscheidung zugunsten nachhaltiger Mo bilität: Der öffentliche Nahverkehr und
der Radverkehr sollen Vorrang haben. Dabei ist es Ziel, diese Mobilitätsformen so attraktiv zu
machen, dass sich der Umstieg vom motorisierten Indivi dualverkehr auf Schiene, Bus und Rad
lohnt. Der öffentliche Nahverkehr soll die schnellste, kostengünstigste und attraktivste Form der
Mobilität in unserer Stadt für alle Strecken werden, d ie nicht schnell mit dem Rad bewältigt
werden können. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen w ir erhebliche Investitionen in unsere
Infrastruktur.
Dazu gehört ein umfassendes Stadtbahnkonzept. In die ses Konzept sollen Bahnhaltepunkte an
bestehenden Trassen integriert werden, die reaktiviert o der neu errichtet werden sollen. Dabei
ist die Reaktivierung der WLE auf der Südostachse eben so von zentraler Bedeutung wie weitere,
neue Bahnhaltepunkte, zum Beispiel in Berg Fidel/Preu ßenstadion. Ziel ist ein flächendeckendes
Netz von schienengebundenem Nahverkehr in unserer Stad t, in dem bestehende Lücken zügig
geschlossen werden. Ebenso klar ist aber auch: Das all ein wird nicht reichen. In zentralen
Wachstumsregionen unserer Stadt, auf maßgeblichen Verke hrsachsen liegen keine Trassen, die
wieder in Betrieb genommen werden können. Zentrale Orte in unserer Stadt können allein mit
diesem Konzept nicht angebunden werden.
Eine Stadtbahn soll daher auch auf einer neu zu scha ffenden Achse vom Hauptbahnhof nach
Gievenbeck verkehren. Auf dieser Strecke liegen schon h eute die verkehrsstärksten Haltestellen
des bisherigen Busnetzes, eine weitere Verstärkung mit Bussen ist kaum noch möglich. Auf dem
Weg nach Gievenbeck liegt mit der Altstadt das Gesch äftszentrum unserer Stadt, aber mit
zahlreichen Hochschuleinrichtungen auch Orte des Forsc hens und Lernens, die von tausenden
Menschen jeden Tag aufgesucht werden, schließlich mi t dem UKM einer der größten
Arbeitgeber und die wichtigste medizinische Einrichtun g unserer Stadt, schließlich mit dem
Konversionsgelände der Oxfordkaserne bald ein neues Wohnquartier und mit Gievenbeck selbst
einer der wachstumsstärksten Stadtteile Münsters. Dies e zentrale Verkehrsachse unserer Stadt
braucht so-bald wie möglich eine grundlegend neue Ersc hließung mit dem öffentlichen
Nahverkehr. Mit einem Stadtbahn-Konzept soll dabei d er Nahverkehr zu einer preisgünstigen,
schnellen und attraktiven Alternative zum Auto gemach t und zugleich die Innenstadt und den
3
Westen unserer Stadt besser an den neuen Hauptbahnhof angebunden werden.
Die notwendigen Investitionen in unsere Infrastruktu r liegen sicher über der Grenze von 100
Millionen Euro. Das wird Münster nicht alleine stemmen können. Daher soll auf die
Unterstützung des Landes gesetzt werden. Ziel ist es, mit einem überzeugenden Konzept in den
Genuss entsprechender Landes- und Bundesförderung zu kommen.
Eine neue Bahnverkehrsachse Hauptbahnhof – Gievenbe ck soll nur der Einstieg in ein
umfassendes Konzept für nachhaltige Mobilität in Mün ster und der Region sein. Für viele
Menschen auch aus dem Umland ist die Erreichbarkeit Mü nsters von zentraler Bedeutung.
Deswegen sollen alle Schritte des neuen Stadtbahnkon zepts von Anfang an im Sinne regionaler
Vernetzung gedacht und konzipiert werden. Bei der Planu ng der neuen Achse nach Gievenbeck
sollen daher bei der technischen Umsetzung auch der perspektivische Anschluss an die WLE und
damit nach Südosten in den Kreis Warendorf hin in den Blick genommen werden. Für in Zukunft
weitere zu realisierende Achsen eines Stadtbahnkonzept s soll dieses von Anfang an regional in
enger Abstimmung mit den Nachbarkommunen geplant werden.
Eine solche Stadtbahn für Münster ist der entscheidend e Baustein für die Mobilität in unserer
Stadt. Ziel ist es, den öffentlichen Nahverkehr dami t zur schnellsten, preisgünstigsten und
attraktivsten Form der Mobilität neben dem Fahrrad mache n – und so eine nachhaltige und
ökologische Alternative zum motorisierten Individualve rkehr schaffen. Münster braucht
Investitionen in Infrastruktur. Es ist zulange nichts geschehen – es wird höchste Zeit, die
Weichen richtig zu stellen. Investitionen in eine Stadtbahn sind dafür ein wichtiger Beitrag
.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Thomas Fastermann Doris Feldmann
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäger
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Seyf ferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von Ol berg
Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Bahnhofstraße 9
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0004/2017
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 15.02.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37