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A-R/0004/2017

Neue Chancen für Münster: Eine Stadtbahn für unsere Stadt

Antrag an den Rat 15.02.2017

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7954 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. : A-R/0004/2017  
 
SPD -Fraktion  
im Rat der Stadt Münster 
 
Bahnhofstraße 9 
48143 Münster 
Tel. (0251) 45 314 
Fax (0251) 511 750 
www.spd-muenster.de 
 
 
„Neue Chancen für Münster:  
Eine Stadtbahn für unsere Stadt“ 
 
 
 
 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:  
 
 
• Die Verwaltung wird beauftragt, kurzfristig mit dem Land in Verhandlungen zu treten, die 
eine Förderung für einen Ausbau der Infrastruktur im öffen tlichen Nahverkehr durch 
Schaffung einer Stadtbahn für Münster zum Ziel haben. Hierfür ist ein Vorschlag für ein 
umfassendes Stadtbahnkonzept zu erarbeiten und den Gr emien des Rates zur 
Beschlussfassung vorzulegen. 
• Zentraler Bestandteil eines solchen Konzepts soll ein e neu zu schaffende Achse vom 
Hauptbahnhof bis nach Gievenbeck sein. 
• Im Sinne eines flächendeckenden Netzes von schienen gebundenem Nahverkehr sind zu 
reaktivierende Bahnhaltepunkte an bestehenden Trassen in das Konzept zu integrieren. 
Die Planungen sollen regional in enger Abstimmung mit  den Nachbarkommunen 
erfolgen.  
• Zur Finanzierung der notwendigen Investitionen sollen Fördermittel des Landes und des 
Bundes beantragt werden. Konkret ist hierbei die Aufna hme in das GFVG-
Bundesprogramm anzustreben, über das eine Förderung von bis zu 90% der 
Investitionssumme (60% Bund, 30% Land) möglich ist.  Hierfür soll eine Kosten-Nutzen-
Untersuchung der geplanten Maßnahme erstellt werden. Da bei ist insbesondere für eine 
neue Bahnlinie die beste und wirtschaftlichste technische Lösung zu finden und moderne 
Technik, z. B. Stromübertragung per Induktion, zu berücksichtigen.  
 
 
 
Begründung:  
 
Münster wächst – und das Wachstum unserer Stadt ist di e wichtigste soziale Frage dieses 
Jahrzehnts in der Kommunalpolitik. Dieses Wachstum mu ss sozial gerecht gestaltet werden – 
unsere Stadt muss Raum und Perspektiven für alle biete n, nicht nur für die, die es sich leisten 
können. Dieses Wachstum zeigt sich in seinen Folgen  an vielen Stellen: Münsters Verkehr ist 
davon besonders betroffen: Lange Staus in den Morgenst unden und im Feierabendverkehr, 
überfüllte Busse am Morgen und am Abend, die viele F ahrgäste nur noch stehen lassen können. 
All dies zeigt: Münsters Verkehr stößt an Kapazitätsgre nzen. Im letzten Jahr gab es in Münster 
14.02.2017

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rund 45 Millionen Fahrten mit dem Bus – vor gut einem Jahrzehnt waren es erst 30 Millionen. 
Dem erfreulichen Trend zu einer stärkeren Nutzung des Öf fentlichen Nahverkehrs steht 
allerdings ein ebenso stabiles Wachstum der Kfz-Zulas sungen in Münster gegenüber. Auf 
Münsters Straßen wird es immer enger, in wenigen Jahren wird es in Münster bei einer 
steigenden Gesamtbevölkerung noch schwieriger, pünktli ch und zuverlässig ein Ziel zu 
erreichen.  
 
Münster braucht daher einen grundlegend neuen Ansatz in  der Verkehrspolitik. Unsere Stadt ist 
bundesweit die einzige Metropole mit mehr als 300.000  Einwohner*innen, die im öffentlichen 
Nahverkehr ein ausschließlich mit Bussen operierendes Modell einsetzt. Dieses Konzept wird in 
der Zukunft bei weiterem Wachstum unserer Stadt noch we niger funktionieren als heute schon. 
Gleichzeitig braucht Münster auch aus Gründen der Ökolo gie und Nachhaltigkeit endlich eine 
klare Richtungsentscheidung zugunsten nachhaltiger Mo bilität: Der öffentliche Nahverkehr und 
der Radverkehr sollen Vorrang haben. Dabei ist es Ziel, diese Mobilitätsformen so attraktiv zu 
machen, dass sich der Umstieg vom motorisierten Indivi dualverkehr auf Schiene, Bus und Rad 
lohnt. Der öffentliche Nahverkehr soll die schnellste, kostengünstigste und attraktivste Form der 
Mobilität in unserer Stadt für alle Strecken werden, d ie nicht schnell mit dem Rad bewältigt 
werden können. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen w ir erhebliche Investitionen in unsere 
Infrastruktur. 
 
 
Dazu gehört ein umfassendes Stadtbahnkonzept. In die ses Konzept sollen Bahnhaltepunkte an 
bestehenden Trassen integriert werden, die reaktiviert o der neu errichtet werden sollen. Dabei 
ist die Reaktivierung der WLE auf der Südostachse eben so von zentraler Bedeutung wie weitere, 
neue Bahnhaltepunkte, zum Beispiel in Berg Fidel/Preu ßenstadion. Ziel ist ein flächendeckendes 
Netz von schienengebundenem Nahverkehr in unserer Stad t, in dem bestehende Lücken zügig 
geschlossen werden. Ebenso klar ist aber auch: Das all ein wird nicht reichen. In zentralen 
Wachstumsregionen unserer Stadt, auf maßgeblichen Verke hrsachsen liegen keine Trassen, die 
wieder in Betrieb genommen werden können. Zentrale Orte in unserer Stadt können allein mit 
diesem Konzept nicht angebunden werden.  
 
Eine Stadtbahn soll daher auch auf einer neu zu scha ffenden Achse vom Hauptbahnhof nach 
Gievenbeck verkehren. Auf dieser Strecke liegen schon h eute die verkehrsstärksten Haltestellen 
des bisherigen Busnetzes, eine weitere Verstärkung mit Bussen ist kaum noch möglich. Auf dem 
Weg nach Gievenbeck liegt mit der Altstadt das Gesch äftszentrum unserer Stadt, aber mit 
zahlreichen Hochschuleinrichtungen auch Orte des Forsc hens und Lernens, die von tausenden 
Menschen jeden Tag aufgesucht werden, schließlich mi t dem UKM einer der größten 
Arbeitgeber und die wichtigste medizinische Einrichtun g unserer Stadt, schließlich mit dem 
Konversionsgelände der Oxfordkaserne bald ein neues Wohnquartier und mit Gievenbeck selbst 
einer der wachstumsstärksten Stadtteile Münsters. Dies e zentrale Verkehrsachse unserer Stadt 
braucht so-bald wie möglich eine grundlegend neue Ersc hließung mit dem öffentlichen 
Nahverkehr. Mit einem Stadtbahn-Konzept soll dabei d er Nahverkehr zu einer preisgünstigen, 
schnellen und attraktiven Alternative zum Auto gemach t und zugleich die Innenstadt und den

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Westen unserer Stadt besser an den neuen Hauptbahnhof angebunden werden. 
 
Die notwendigen Investitionen in unsere Infrastruktu r liegen sicher über der Grenze von 100 
Millionen Euro. Das wird Münster nicht alleine stemmen  können. Daher soll auf die 
Unterstützung des Landes gesetzt werden. Ziel ist es,  mit einem überzeugenden Konzept in den 
Genuss entsprechender Landes- und Bundesförderung zu kommen.  
 
Eine neue Bahnverkehrsachse Hauptbahnhof – Gievenbe ck soll nur der Einstieg in ein 
umfassendes Konzept für nachhaltige Mobilität in Mün ster und der Region sein. Für viele 
Menschen auch aus dem Umland ist die Erreichbarkeit Mü nsters von zentraler Bedeutung. 
Deswegen sollen alle Schritte des neuen Stadtbahnkon zepts von Anfang an im Sinne regionaler 
Vernetzung gedacht und konzipiert werden. Bei der Planu ng der neuen Achse nach Gievenbeck 
sollen daher bei der technischen Umsetzung auch der perspektivische Anschluss an die WLE und 
damit nach Südosten in den Kreis Warendorf hin in den Blick genommen werden. Für in Zukunft 
weitere zu realisierende Achsen eines Stadtbahnkonzept s soll dieses von Anfang an regional in 
enger Abstimmung mit den Nachbarkommunen geplant werden. 
 
Eine solche Stadtbahn für Münster ist der entscheidend e Baustein für die Mobilität in unserer 
Stadt. Ziel ist es, den öffentlichen Nahverkehr dami t zur schnellsten, preisgünstigsten und 
attraktivsten Form der Mobilität neben dem Fahrrad mache n – und so eine nachhaltige und 
ökologische Alternative zum motorisierten Individualve rkehr schaffen. Münster braucht 
Investitionen in Infrastruktur. Es ist zulange nichts  geschehen – es wird höchste Zeit, die 
Weichen richtig zu stellen. Investitionen in eine Stadtbahn sind dafür ein wichtiger Beitrag 
. 
 
 
 
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 
Fraktion im Rat der Stadt Münster 
 
Dr. Michael Jung   Thomas Fastermann    Doris Feldmann  
Philipp Hagemann   Marius Herwig    Dr. Cornelia Jäger 
Mathias Kersting   Michael Kleyboldt   Marianne Koch 
Katharina Köhnke   Thomas Kollmann   Gaby Kubig-Stel tig 
Hedwig Liekefedt   Anne Schulze Wintzler  Petra Seyf ferth 
Ludger Steinmann   Beate Vilhjalmsson   Robert von Ol berg 
     Maria Winkel

Beratungsverlauf (1)

22.02.2017 Rat
TOP 24.4 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Bahnhofstraße 9

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Details

Aktenzeichen
A-R/0004/2017
Typ
Antrag an den Rat
Datum
15.02.2017
Erstellt
06.10.2020 14:37