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V/0202/2009

Jahresbericht 2008 des Familienbüros

Vorlagen 13.03.2009

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 29.04.2009, TOP 11

Berichtsvorlage

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Jahresbericht 2008 des Familienbüros

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Ansehen

Berichtsvorlage

2398 Zeichen

V/0202/2009 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Jahresbericht 2008 des Familienbüros 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
29.04.2009 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
 
Bericht: 
 
Das Familienbüro legt mit dieser Vorlage seinen vierten Jahresbericht vor. Erneut stieg die Zahl 
der Bürgerinnen und Bürger an, die das Familienbüro besuchten oder zu ihm Kontakt aufnah-
men. Im Berichtszeitraum nahmen 5.302 Bürgerinnen und Bürger - und damit 8,5 % mehr als im 
Vorjahr - die Dienste des Familienbüros in Anspruch. Führt man sich vor Augen, dass im ersten 
Berichtsjahr 2005 nur 3.851 Ratsuchende Kontakt zum Familienbüro aufnahmen, zeigt sich eine 
kontinuierliche Steigerung der Akzeptanz dieses Angebotes in der Bürgerschaft. 
Nach wie vor stellt die Beratung zu Fragen der Tagesbetreuung von Kindern den größten The-
menschwerpunkt im Familienbüro dar. Hinzu kam im vergangenen Jahr vor allem eine deutlich 
steigende Anzahl Ratsuchender zu den Bereichen Elterngeld und Elternzeit. 
Bürgerinnen und Bürger suchen offenbar vor allem dann den persönlichen Kontakt zu den Bera-
terinnen des Familienbüros, wenn es um komple xe Fragestellungen oder unklaren Problemlagen 
geht. Dagegen werden gezielte Fragestellungen häufiger per Telefon gestellt. Diese Form des 
Kontakts machte etwa 70 % aller Kontakte aus. Zunehmend suchen Bürgerinnen und Bürger den 
schriftlichen Kontakt über E-Mail, eine Entwicklung, die in Zukunft ausgewertet werden soll. 
Seit das Familienbüro eng mit dem neuen Präventionsteam Familienbesuche zusammenarbeitet, 
wird der Versand der Elternbriefe des Arbeitskreises Neue Erziehung in Berlin an die Eltern erst-
geborener Kinder in Münster auf eine neue Basis gestellt. Gerade von jungen Eltern wird dieses 
Medium als große Hilfe in Erziehungs- und Entw icklungsfragen ihres Kindes empfunden. Allein 
im letzten Quartal des Berichtsjahres konnten so 116 Familien zusätzlich in den Verteiler der El-
ternbriefe aufgenommen werden. Hier wird das Familienbüro weiterhin daran arbeiten, möglichst 
viele junge Eltern in der Stadt mit Informationen zu versorgen. 
 
I. V. 
 
gez. 
 
Dr. Hanke 
Stadträtin 
  
Vorlagen-Nr.: 
V/0202/2009 
Auskunft erteilt: 
Frau Neumair-Otto, Frau Lengemann 
Ruf: 
492 51 07 / 492 51 61 
E-Mail: 
Familienbüro@stadt-muenster.de 
Datum: 
23.03.2009 
Öffentliche Berichtsvorlage

Jahresbericht 2008 des Familienbüros

24220 Zeichen

Jahresbericht 2008

Stadt Münster 
Amt für Kinder, Jugendliche 
und Familien 
- Familienbüro - 
Redaktion: 
Margret Lengemann 
Heidemarie Neumair-Otto 
März 2008 
2

Vorwort       4 
Inhalt
Kundenkontakte     5 
Themenschwerpunkte    7 
• Schwangerschaft und Elternzeit  8 
• Kindertagesbetreuung - Platzbörse 9 
• Elternbriefe     10 
• Interkulturelle Kompetenz   12 
Kooperation und Vernetzung   13 
A u s b l i c k        1 4  
Statistik auf einen Blick    15 
 
3

1 Vorwort 
Elterngeld 
Bürgerinnen und Bürger wüns chen sich Hilfe, wenn sie nach Ansprechpartnern für 
ihre Fragen und nach dem passgenauen Angebot  für ihr Anliegen suchen. Oft sind 
Zuständigkeiten für sie nicht durchschauba r oder eine Information über veränderte 
Organisationsstrukturen hat sie nicht erreicht. Im Berichtsjahr galt dies besonders für 
die Auflösung der Versorgungsäm ter in Nordrhein-Westfalen. Die Zuständigkeit für 
das Elterngeld ging auf die Jugendämter der Kommunen über, die Sozialämter über-
nahmen die Aufgabe der Schw erbehindertenangelegenheiten und die Bezirksregie-
rung  wurde Ansprechpartner für Fragen des auslaufenden Erziehungsgeldes. Trotz 
ausführlicher Berichtserstattung in den Medien war vielen Ratsuchenden in den ers-
ten Monaten des Jahres nicht klar, an wen sie sich zum Zweck einer Beratung oder 
Antragstellung nun wenden mussten. Das Famili enbüro konnte hier einmal mehr die 
Rolle des Wegweisers übernehmen und Bürger innen und Bürger verbindlich infor-
mieren. 
Kinderbildungsgesetz 
Die Auswirkungen des Kinderbildungsgesetzes (K ibiz) führten Anfang des Berichts-
jahres zu einer Verunsicherung der Eltern, die für ihr Kind zum Kindergartenjahr 
2008 einen Einrichtungs platz suchten. Sie wünschten sich verbindliche Auskünfte 
über die zu erwartenden Gruppenformen und Betreuungszeiten, die die Mitarbeite-
rinnen des Familienbüros bis zur endgültigen Festlegung durch das Land NRW nicht 
geben konnten. Nach dem Versand „vorläufiger Zusagen“ durch die Einrichtungen in 
Münster hatten Beratungsgespräche so in weiten Teilen den Abbau von Verärgerung 
und Enttäuschung zum Gegenstand, bevor sa chliche Informati on gegeben und an-
genommen werden konnte. 
4

Besteuerung von Tagespflegepersonen 
Auch die geplante Besteuerung von Tagesmüttern 
löste neben der öffentlic hen Diskussion eine große 
Zahl individueller Beratungsgespräche mit Eltern aus, 
die für ihr Kind ei ne Betreuung in Form von 
Tagespflege in Anspruch nehmen wollten oder 
mussten. Die Sorge, dass keine ausreichend große 
Zahl von Tagespflegeper sonen mehr zur Verfügung 
stehen könnte oder bewährte Tagesmütter keine 
Kinder mehr aufnehmen könnten, führte zu 
Verunsicherung bei den Eltern. Sie fragten sich und 
die Mitarbeiterinnen im Familienbüro, ob sie die 
Rückkehr in den Beruf überhaupt so verbindlich 
planen könnten, wie ihr Arbei tgeber es von ihnen er-
wartete. 
Ausweitung von Servicezeiten 
Die wiederum gestiegene Zahl von telefonischen und persönlichen Kundenkontakten 
belegt, dass Bürgerinnen und Bürger im Familienbüro kompetente Beratung und ak-
tuelle Information erwarten und erhalten. Um  die Qualität und die Tiefe der Bera-
tungsgespräche in dem gewohnten Umfang sichern zu können, haben beide Mitar-
beiterinnen des Familienbüros seit Oktober - vorerst befristet bis September 2009 - 
die wöchentliche Arbeitszeit um je 5 St unden erhöht. So konnten die Servicezeiten 
ausgeweitet werden, damit Ratsuchende  direkt und ohne lange Wartezeit ihre Anlie-
gen vorbringen konnten. Umfang und Qualität der Beratung konnten so trotz gestie-
gener Zahl von Kundenkontakten gehalten werden. 
2 Kundenkontakte 
Im Jahr 2008 nahmen 5.302 Bürgerinnen und Bürger Kontakt zum Familienbüro auf, 
das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 8,5 %. Führt man sich vor Augen, dass 
im ersten Berichtsjahr 2005 erst 3.851 Ratsuchende Kontakt zum Familienbüro auf-
nahmen, lässt sich leicht ablesen, dass die Akzeptanz dieses Angebotes in der Bür-
gerschaft kontinuierlich gewachsen ist. Fast gleich geblieben ist die Zahl der persön-
lichen Besuche im Familienbüro. Mit 1.546 Besuchen ist ein leichter Anstieg auf 
29,2 % zu verzeichnen. Im Vorjahr waren es mit 1.385 Besuchen 28 % gewesen. Der 
weitaus größere Teil der Kundenkontakte, 3.756 Gespräche also 70,8 %, fanden in 
Form von Telefonaten statt. Ratsuchende nutzen den schnellen den Weg über das 
Telefon, um ihr Anliegen direkt und unmittelbar zu klären. Eine neue Entwicklung 
zeigt, dass zunehmend der schriftliche Kontak t über E-Mail gesucht wird. Die Zahl 
dieser Kontakte ist in diesem Jahr nicht in die Gesamtzahl eingeflossen, wird in zu-
künftigen Jahresberichten aber einbezogen und gesondert aufgeführt werden. 
5

Auffallend ist, dass im Berichtsjahr unklare Problemlagen von 751 Kunden im per-
sönlichen Gespräch vorgebracht wurden,  was eine Steiger ung von 21,9 % bedeutet. 
Die Zahl der unklaren Problemlagen, die am  Telefon vorgebracht wurden, ist nahezu 
identisch geblieben. Bür gerinnen und Bürger bevorz ugen demnach bei komplexen 
Fragestellungen oder unklaren Pr oblemlagen das persönliche Gespräch mit den Be-
raterinnen des Familienbüros. Es gibt ihnen in geschützter Atmosphäre die Möglich-
keit, sich zu öffnen, intensiver nachzu fragen und emotional belastete Anliegen vor-
zubringen.   
Gezielte Fragestellungen wurden häufiger per  Telefon gestellt, die Anzahl ist mit 
1.610 Kontakten um 11,1 % ges tiegen. Die Zahl der gezie lten Fragen bei persönli-
chen Besuchen im Familienbüro ist nur geringfügig gestiegen. 
Kontakte im Familienbüro im Jahresverlauf 2008 
 
422
485 479
525
559
512
391
448
398 397
349
311
0
100
200
300
400
500
600
Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
Im Vergleich zum Vorjahr ist ein deutlicher Anstieg der Kundenkontakte in den Mona-
ten April bis Juni festzuste llen. Die Spitze  der Entwic klung lag im Monat Mai mit ei-
ner Steigerung um 41,2 %. In diesen Zeitr aum fiel der Versand der Zu- bzw. Absa-
gen der Kindertageseinrichtungen. Wie bereits erwähnt konnten die Einrichtungen zu 
diesem Zeitpunkt nur „vorläufige Zusagen“ an die Eltern verschicken, da das Land 
NRW die kommunalen Planungen noch nicht bestätigt hatte. 
6

Die Eltern suchten in vielen Fällen nich t das Gespräch mit der Einrichtung sondern 
mit den Mitarbeiterinnen des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien, weil sie 
hofften, hier umfangreichere Auskünfte zu erhalten. Die Unsicher heiten, die die Um-
stellung auf das neue Gesetz mit sich brachte, führten dazu, dass Eltern sich gegen-
seitig mit Teilwissen informierten und hierdurch oft unnötige Sorge auslösten. 
Eltern, die eine Absage erhalten hatten,  nahmen erneut Kontakt zum Familienbüro 
auf, um weiter nach einem Einrichtungsplatz zu suchen oder sich im Beratungsge-
spräch über alternative Betreuungsmöglichkeiten informieren zu lassen. 
3 Themenschwerpunkte 
Kontakte im Familienbüro im Jahr 2008 nach Themenschwerpunkten 
Kindertagesbetreuung in 
Tagespflege; 768; 14 %
(2007: 828; 17 %)
Familienkrisen; 430; 8 %
(2007: 428; 9 %)
Erziehungsfragen; 260; 5 %
(2007: 324; 7 %)
Schwangerschaft, Elterngeld; 
597; 11 %
(2007: 377; 8 %)
Freizeitbeschäftigung, 
Ferienbetreuung; 478; 9 %
(2007: 436; 9 %)
Wirtschaftliche Hilfen; 385; 7 %
(2007: 301; 6 %)
Kindertagesbetreuung in 
Einrichtungen; 2.384; 46 %
2007: 2.193; 44 %)
Zur besseren Vergleichbarkeit mit dem Vorj ahr sind in dem Diagramm die Werte aus 
dem Jahr 2007 kursiv in Klammern abgebildet. 
Die deutlichsten Abweichungen zum Vorjah r sind in den Bereichen Elterngeld und 
Elternzeit sowie Kindertagesbetreuung zu verzeichnen. Diese Bereiche werden 
nachfolgend inhaltlich kommentiert. 
Das Thema Elternbriefe und der Ausbau des Verteilers werden umfassend darge-
stellt, da  hier eine deutliche Optimierung erreicht wurde. 
7

3.1 Schwangerschaft und Elternzeit 
 
Seit Januar 2008 liegt nach Auflösung des Ve rsorgungsamtes die Zuständigkeit für 
das Elterngeld bei der Stadt Münster. A lle Eltern, die Elterngeld beantragen, nehmen 
somit Kontakt zum Amt für Kinder, Jugendliche und Familien auf. Die gute Zusam-
menarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbei tern der Elterngeldstelle führt dazu, 
das Eltern mit weitergehenden Fragen dort ger aten wird, das Familienbüro aufzusu-
chen. Väter und Mütter nutzen das umfangreiche Angebot an Broschüren und Infor-
mationsschriften, lassen sich in den Verte iler der Elternbriefe aufnehmen oder infor-
mieren sich über die Zuständigkeit für den Kindergeldantrag.  
Durch die Einführung des Elter ngeldes kehren in vielen Fällen die Elternteile, die die 
Elternzeit in Anspruch genommen haben, früher  in den Beruf zurück. Das Auslaufen 
des Elterngeldes nach spätestens 14 Monat en setzt für sie den Zeitpunkt fest, zu 
dem sie in Teil- oder Vollzeit die Beru fstätigkeit wieder aufnehmen. Die Frage nach 
Betreuungsmöglichkeiten für das dann einjährige Kind muss zufriedenstellend gelöst 
sein, bevor mit dem Arbeitgeber verbindlic he Absprachen getroffen werden können. 
Eltern kommen deshalb häufig in den ersten Wochen nach der Geburt des Kindes, 
um sich über die Möglichkeiten der Tages betreuung für unter Dreijährige in Münster 
beraten zu lassen. 
Hinter einer großen Zahl von Beratungen zum Thema Schwangerschaft und Eltern-
zeit verbergen sich werdende Eltern, für di e das „Leben mit Kind in Münster“ etwas 
völlig Neues ist. Sie kommen mit dem An liegen einer Rundumbe ratung zu den Fra-
gen „Wir werden eine Familie, was müssen wir tun, was müssen wir beantragen, wer 
kann uns unterstützen?“ zu bekommen. Oft wohnen die Herkunftsfamilien, Eltern, 
Großeltern und Geschwister in anderen St ädten. Oftmals, beso nders bei ausländi-
schen Familien, fehlt der familiäre Hintergrund gänzlich, so dass ein vertrauensvolles 
Gespräch mit Eltern oder Geschwistern ni cht möglich ist. Werdende Eltern möchten 
dann wissen, wie sie öffentliche Hilfen bekommen, oder sich private Hilfe erschließen 
können. 
8

43,0 % dieser Gespräche fanden im pers önlichen Kontakt mit beiden Partnern im 
Familienbüro statt. Sie sind sehr zeitintensiv und bedürf en einer freundlichen, ruhi-
gen Atmosphäre. Durch die Ausweitung der Arbeitszeiten sind beide Mitarbeiterinnen 
des Familienbüros bei der Spätsprech stunde, donnerstags von 14:30 Uhr bis 
18:00 Uhr, anwesend und können so für die Ratsuchenden zufriedenstellend auf die-
sen Bedarf reagieren. 
Exkurs: 
Der Umzug der Familienkasse nach Rheine und die 
telefonische Erreichbarke it ausschließlich über eine 
Servicenummer empfinden viele Eltern als eine Er-
schwernis bei der Antragstellung. Sie wünschen am 
Ort Hilfe und Unterstützung beim Ausfüllen des An-
trages  und verstehen nicht, warum nicht städtische 
Mitarbeiterinnen und Mitarbei ter diesen Service bie-
ten. 
3.2 Kindertagesbetreuung und Platzbörse 
Das Thema Kindertagesbetreuung war seit Einrichtung des Familienbüros eines der 
Hauptthemen. Im Berichtsjahr war es bestimmt vom neuen Kinderbildungsgesetz 
(Kibiz) und von den dadurch aufgeworfenen Fragen und Unsicherheiten bei Eltern 
und Einrichtungen. Die kontroverse Diskussion im Vorfeld des Gesetzes, über die in 
den Medien ausgiebig berichtet wurde, trug für die Eltern nicht zu Klärung bei. 
Die neuen Gruppenformen und die in Aussi cht gestellten wählbaren Betreuungszei-
ten weckten bei vielen Eltern den Eindru ck, dass ihre ganz individuellen Betreu-
ungswünsche erfüllt würden. Sie wünscht en sich in vielen Fällen eine 25 Stunden 
Betreuung für unter dreijährige Kinder zu wechselnden Tageszeiten, eine 35 Stunden 
Betreuung im Block oder die Aufteilung der Stundenzahl nach ihren ganz persönli-
chen Wünschen. 
9

Hier mussten die Mitarbeiterinnen des Fam ilienbüros zeitaufwändige Aufklärungsar-
beit leisten, Unmut beschwichtigen und au f zu erwartende Entscheidungen vertrös-
ten. 
 
Im Zusammenhang mit dem Auslaufen des Elterngeldes standen viele Eltern vor der 
Situation, dass sie im lauf enden Kindergartenjahr einen Betreuungsplatz für ihr unter 
dreijähriges Kind benötigt en. Typischerweise ergaben si ch in diesen Situationen 
Schwierigkeiten wie folgt: 
• Endet die Elternzeit im Dezember, müsse n die Eltern sich in das Anmeldeverfah-
ren im Januar/Februar begeben und im Falle einer Zusage ab August den Einrich-
tungsplatz in Anspruch nehmen und bezahlen, obwohl sie selbst noch mehrere 
Monate zu Hause sind. Entscheiden sie sich gegen diese Lösung, stehen sie vor 
dem Problem, die Zeit von der Arbeitsaufnahme im Dezember bis zum nächsten 
August überbrücken zu müssen. 
• Endet die Elternzeit z. B. im Febr uar, ist es nahezu unmöglich, einen Einrich-
tungsplatz zu finden. Für die alternative Betreuung durch eine Tagesmutter muss 
bei vielen Eltern erst die innere Bereitschaft  geschaffen werden.  
• Planen Eltern eine Arbeitsaufnahme in Vollzeit müssen sie eine Betreuungszeit 
von 45 Stunden buchen und bezahlen, weil sie zum Zeitpunkt der Arbeitsaufnah-
me sonst möglicherweise keinen Tagesstättenplatz erhalten. Eine Änderung der 
Betreuungszeit im laufenden Kindergartenjahr ist nicht möglich. 
3.3. Elternbriefe 
Seit 1977 verschickt das Amt für Kinder , Jugendliche und Familien an die Eltern 
erstgeborener Kinder in Münster die Eltern briefe des Arbeitskreises Neue Erziehung 
in Berlin. Es handelt sich um insgesamt 46 Elternbriefe, die je nach Lebensalter zu 
10

bestimmten Entwicklungs- und Erziehungsfr agen versandt werden. Den ersten Brief 
erhalten die Eltern mit einem Begrüßungs schreiben und einer Sammelmappe einige 
Wochen nach der Geburt ihres Kindes. Der letzte Brief kommt, wenn das Kind das 8. 
Lebensjahr vollendet hat. Die Bandbreite der Themen reicht von A wie Abstillen, über 
F wie Fragealter bis Z wie Zeugnis.  
Der passgenaue Versand der Elternbriefe wir d von jungen Eltern als große Hilfe 
empfunden. Sie erhalten viele Antworten auf Erziehungs - und Entwicklungsfragen 
zum genau richten Zeitpunkt. Ärzte, Hebamm en und Mitarbeiter von Geburtshilfesta-
tionen geben dem Familienbüro positive Rü ckmeldung. Sie sehen in den Elternbrie-
fen ein wichtiges Instrument zur Unterstützung von Vätern und Müttern und beteili-
gen sich intensiv an der Verbreitung der Elternbriefe.  
Eine wissenschaftliche Analyse der Elternbrie fe für NRW, die das Institut für soziale 
Arbeit e. V. im Auftrag des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integ-
ration  erhoben hat, belegt: 
 „Elternbriefe sind eine erfolgreiche Me thode, Eltern von Kindern unterschiedli-
chen Alters grundsätzlich zu erreiche n und sie mit allgemeinen Informationen 
über kindliche Entwicklung, Pflege und Erziehung sowie mit spezifischen Infor-
mationen über Angebote vor Ort zu vers orgen. Diejenigen, die die Briefe lesen 
und diese bewerten, sind begeistert davon und schätzen den altersgenauen und 
kostenlosen Erhalt der Briefe sehr. Mütter, Väter und andere Personen lesen die 
Texte, diskutieren darüber, reflektieren  ihre Haltung zum Kind und verändern 
Verhalten, weil sie den Ratschlägen in den Briefen folgen und diese auf ihren 
Familienalltag übertragen können. Elternbr iefe tragen in einem hohen Maße zu 
Familienbildungsprozessen bei, so dass a llen Eltern Zugang zu dieser Art von 
schriftlicher Information gewährt werden sollte und das Medium ‚Elternbriefe’ 
sowie das Erreichen der entsprechenden  Zielgruppen zukünftig weiter entwi-
ckelt werden sollte.“ 
Damit wird ein wichtiger  Beitrag zu fr ühen Hilfen für junge Familien geleistet und 
dem Amtsziel  „Familien sollen sich in Münster wohlfühlen“ entsprochen. 
Seitdem der kostenlose Service Eltern erstgeborener Kinder angeboten wird, wurde 
an der Optimierung des Versandes bzw. an der  Ausweitung des Verteilers gearbei-
tet. Bestimmungen des Datenschutzgesetzes hatten zur Folge, dass das Standesamt 
nur dann die Adressen an das Amt für Kinder , Jugendliche und Familien weiterleiten 
darf, wenn Eltern das bei der Anmeldung ihres Kindes ausdrücklich genehmigen. So 
konnten in den ersten Jahren r und 70 % der Eltern in den Verteiler der Elternbriefe 
aufgenommen werden. 
2006 informierten die Mitarbeiterinnen des Fa milienbüros in einer groß angelegten 
Kampagne Frauenärzte, Hebammen, Kinder ärzte, Familienbildungsstätten und 
Krankenhäuser in Münster über  das Angebot der Elternbr iefe. Sie wurden mit einem 
kompletten Satz der Elternbriefe und Faltbl ättern ausgestattet. In der Folge dieser 
Aktion informierten sie ihre Klientel über den kostenlosen Service für junge Eltern, so 
dass viele von diesen die Aufnahme in den Verteiler der Elternbriefe beantragten. 
11

Seit September 2008 arbeitet das Familienbüro eng mit dem Präventionsteam Fami-
lienbesuche zusammen. Alle Mitarbeiteri nnen nehmen die Elternbriefe mit zu den 
Hausbesuchen und weisen Eltern ausdrücklich auf das Angebot hin. Wenn es ge-
wünscht wird, leiten sie die Adresse der Fa milie direkt an das Familienbüro weiter. 
So konnten im letzten Quartal des Berichtsjahres 116 Familien zusätzlich in den Ver-
teiler der Elternbriefe aufgenommen werden. Bis durch dieses S ystem die weitaus 
größte Zahl der Eltern in Münster erreic ht wird, bietet das Familienbüro für eine 
Übergangszeit auch den Eltern zweitgeborener  Kinder an, sich rückwirkend in den 
Verteiler der Elternbriefe aufnehmen zu lass en. So werden jetzt auch die Eltern er-
reicht, die nach der Geburt des ersten Kindes in den vergangenen drei Jahren die 
Elternbriefe nicht bekamen. Im Dezem ber 2008 erhielten 7.012 Münsteraner Famili-
en die Elternbriefe.  
3.4. Interkulturelle Kompetenz 
Beratungsgespräche mit Angehörigen anderer Nationalitäten, deren Hintergrund eine 
andere Kultur oder Religion bi ldet, stellen besondere Anfor derungen an Berater, so 
auch an die Mitarbeiterinnen des Familienbür os. Beide Mitarbeiterinnen absolvierten 
im Berichtsjahr eine Fortbildung, die von Referentinnen des Vereins Ethnologie in 
Schule und Weiterbildung (ESE) durchgeführt  wurde. Landesspezifische Familienbil-
der oder Rollenzuschreibungen müssen in der Beratung berücksichtigt und auf sen-
sible Weise thematisiert werden, damit Bürger innen und Bürger mit Migrationsvorge-
schichte sich ernst genommen und verstanden fühlen.  
Eine gesicherte Aussage dazu, wie viele M enschen mit Migrationsvorgeschichte das 
Familienbüro in Anspruch nehmen, lässt sich nicht machen. Besucher des Familien-
büros erwarten hier eine unbürokratische Hilfe ohne ei ne Zeit raubende Datenerhe-
bung. Diesem Prinzip möchten die Mita rbeiterinnen treu bleiben, um nicht unge-
wünschte Hemmschwellen aufzubauen. 
Die Abfrage der Herkunft am Telefon könnte Anrufer  brüskieren, die Einschätzung 
aufgrund eines visuellen Eindruckes beim per sönlichen Besuch kann völlig falsch 
sein, da fremdländisches Aussehen oder Akz ent nicht gleichbedeutend mit einer 
Migrationsvorschichte sind. 
Die Mitarbeiterinnen des Familienbüros recherchieren kontinuierlich, welche Informa-
tionsschriften es für Ratsuchende, die nich t gut Deutsch sprechen, in ihrer Landes-
sprache gibt. 
Das Familienbüro hält 9 Elternbriefe in türk ischer Sprache vor und hat die Broschüre 
„Warum der Kindergarten für Ihr Kind so wichtig ist“ in russischer und türkischer 
Sprache vorrätig. Auch das Faltblatt „9 Chancen für Ihr Kind“ wird neben Deutsch in 
Russisch und  Türkisch angeboten. 
 
12

Dieses Informationsmaterial oder interessante Links im Internet machen die Mitarbei-
terinnen im Familienbüro auch den Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Abtei-
lungen und Fachstellen zugänglich. So nehmen si e ihre Rolle als Serviceleister und 
Drehscheibe zu Angeboten und Hilfen auch intern wahr. 
4 Kooperation und Vernetzung 
Im Berichtsjahr waren die Mitarbeiterinnen des Familienbüros durch die Beratungstä-
tigkeit zeitlich so gebunden, dass Angebote und Termine extern nur sehr begrenzt 
wahrgenommen werden konnten. Im April besuc hte eine Mitarbeiterin eine Klasse 
des Overberg-Kollegs in Münster. Eine große Zahl von Absolventinnen der Klasse 
war alleinerziehend mit sehr jungen Kindern . Sie wünschten sich Information und 
Beratung zum Thema „Möglichkeiten der Kindertagesbetreuung in Münster“, beson-
ders unter dem Aspekt der Betreuung von Kindern, deren Mütter in einer anderen 
Kommune leben, aber in Münster ihre schulische Ausbild ung absolvieren. An dem 
Treffen nahm auch der Stufenleiter des Ov erberg-Kollegs teil. Gemeinsam mit ihm 
wurden Möglichkeiten angedacht, Kinderbetr euung als Angebot der Schule in der 
Schule zu installieren. Er sagte den j ungen Frauen zu, die Fragestellung mit dem 
Träger der Einrichtung zu erörtern. 
13

14 
 
Beide Mitarbeiterinnen arbei ten nach wie vor in den Arbeitsgemeinschaften nach 
§ 78 SGB VIII „Kindertagesbetreuung“ und „Familienförderung“ mit. Eine Mitarbeite-
rin ist auch weiterhin Mitgli ed des Arbeitskreises „Alleinerziehende in Münster“. Die-
ser regelmäßige Kontakt zu Kooperationspartnern und der fachliche Austausch mit 
Kolleginnen und Kollegen förder t die gute Zusammenarbeit, verkürzt Informations-
wege und beschleunigt von Fall  zu Fall Entwicklungsprozesse zu Gunsten der Bür-
gerinnen und Bürger in Münster. 
5 Ausblick 
Auch im kommenden Jahr werden viele El tern Kontakt zum Familienbüro aufneh-
men, weil sie nach einer Betreuungsmöglichkei t für ihr Kind suchen. Für Eltern unter 
drei jähriger Kinder wird die Suche nach Alternativen zu einem Einrichtungsplatz eine 
Rolle spielen. Viele werden akzeptieren müssen, dass die gewünschte Betreuungs-
form und -zeit nicht in ihrer Wunschei nrichtung angeboten wird.  Andere werden ei-
nen weiteren Weg zurücklegen müssen, um im  laufenden Kindergartenjahr für Kind 
einen Platz zu bekommen. In allen Fällen werden die Mitarbeiterinnen des Familien-
büros neue Strukturen erklären, auf gesetzliche Vorgab en hinweisen und zusammen 
mit den Eltern nach zufriedenstellenden Lösungen suchen. 
Die Beratung in den Bereichen Freizeitbeschäftigung, Fe rienbetreuung und Ganz-
tagsbetreuung von Schulkindern in den Ferien gehörte auch bislang zum Tätigkeits-
bereich des Familienbüros und wird es auch weiterhin. Mit der Verlagerung der Zu-
ständigkeit für die Offenen Ganztagsschulen  vom Amt für Schule und Weiterbildung 
zum Amt für Kinder, Jugendliche und Familien werden sich weitere Beratungstätig-
keiten für die Mitarbeiterinnen des Familie nbüros ergeben. Deren Umfang ist derzeit 
nicht abzusehen. Viele Fragen werden Eltern dire kt in der Schule, bei den dort täti-
gen pädagogischen Kräften oder aber mit der  zuständigen Fachabteilung klären. Da-
her bleibt abzuwarten, in we lchem Umfang sich hier ein weiteres Beratungsfeld er-
gibt.

15 
6 Statistik auf einen Blick  
Familienbüro 2008 
gesamt 
Adresse und 
kurze  
Beratung 
gezielte Frage 
Beratung:  
unklare  
Problemlage 
persönliche 
Beratung: 
gezielte Frage
persönliche 
Beratung:  
unklare  
Problemlage 
Suche zum Sommer 663  3  188  275  112  85  
Suche zum 3. Geburtstag 680  -  199  305  89  87  
Suche für Kinder unter 3 Jahre 658  - 176  308  85  89  
Probleme in der KiTa 77  - 21  46  4  6  
Elternbeiträge / ÜMB / Verpflegungskosten 306  42  121  83  32  28  
Kindertagesbetreuung in Einrichtungen 2.384  45  705  1.017  322  295  
Alternative (fehlender Einrichtungsplatz) 325  30  111  101  43  40  
Suche nach Tagesmutter 308  79  79  96  26  28  
Spielgruppen 135  18  44  38  20  15  
Kindertagesbetreuung in Tagespflege 768  127  234  235  89  83  
Familienkrisen 183  -  46  65  29  43  
Sorgerecht / Umgangsrecht 165  -  42  53  37  33  
Trennung / Scheidung 82  1  18  29  15  19  
Familienkrisen 430  1  106  147  81  95  
Erziehungsfragen Kinder 161  -  34  67  31  29  
Erziehungsfragen Jugendliche 67  -  10  23  14  20  
Probleme in der Schule 32  2  11  15  1  3  
Erziehungsfragen 260  2  55  105  46  52  
Schwangerschaft, Erziehungszeit, Elterngeld 597  14  186  140  133  124  
Freizeitbeschäftigung 107  16  45  24  11  11  
Ferienbetreuung 149  9  56  42  23  19  
Ganztagsbetreuung von Schulkindern in den Ferien 222  2  86  69  39  26  
Freizeitbeschäftigung, Ferienbetreuung 478  27  187 135  73  56  
Kosten / wirtschaftliche Hilfe allgemein 220  38  93  37  28  24  
Unterhalt 165  27  44  49  23  22  
Wirtschaftliche Hilfen 385  65  137  86  51  46  
Kontakte insgesamt 5.302  281  1.610  1.865  795  751  
davon persönlich im Familienbüro 1.546

Beratungsverlauf (1)

29.04.2009 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 11 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0202/2009
Typ
Vorlagen
Datum
13.03.2009
Erstellt
06.10.2020 14:37