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2726/2019

Fachstellen "Extremismus- und Gewaltprävention

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 11.09.2019

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Nächste Beratung: Jugendhilfeausschuss, Sitzung am 17.09.2019, TOP 7.1.2

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

8521 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
IV/512/2 
 
Vorlagen-Nummer  10.09.2019 
 2726/2019 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Si tzung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Jugendhilfeausschuss 17.09.2019 
 
 
Fachstellen "Extremismus- und Gewaltprävention" (0362/2018) 
 
Die Verwaltung nimmt Bezug auf die Anfrage von Herrn Clemens, dass Radikalisierung auch im In-
ternet stattfinde und inwieweit Aussteigerprojekte in der Prävention berücksichtigt werden. 
 
 
Beantwortung: 
 
Kinder wachsen heute in einer vielfältigen Medienwelt auf, die in eine digitalisierte, alle Lebensberei-
che umfassende Umgebung eingebettet ist. Bereits in der frühen Kindheit sind (digitale) Medien Be-
standteil des Lebensalltags. Erste Erfahrungen sammeln die Kinder in den Familien, die inzwischen 
über eine umfassende Grundausstattung und ein breites Medienrepertoire verfügen.  
 
Es steht daher die Frage im Vordergrund, wie Kinder digitale Medien erleben, welche Rolle diese im 
Alltag spielen können und sollen und welche Begleitung beim kindlichen Umgang mit digitalen Medien 
erforderlich ist. Kinder und Jugendliche müssen Kompetenzen entwickeln, digitale Geräte nicht nur zu 
nutzen, sondern sie auch zu verstehen. Es bedarf an Kenntnissen, die über den klassischen Medien-
konsum hinausgehen. Parallel müssen Eltern und pädagogische Fachkräfte darin bestärkt und in die 
Lage versetzt werden, Kinder und Jugendliche zu unterstützen und für mögliche Gefahren zu sensibi-
lisieren. 
 
Während auf der einen Seite über den richtigen Weg zur Digitalisierung entlang der Bildungskette und 
vor allem der sinnvolle Einsatz von digitalen Hilfsmitteln in der pädagogischen Praxis intensiv disku-
tiert wird, ist andererseits der Alltag von Heranwachsenden längst von digitalen Medien geprägt.  
 
Die Jugendförderung steht, neben frühkindlicher Bildung und Schule, selbst im Spannungsfeld dieser 
Diskussionen und ist mit der Herausforderung konfrontiert, wie digitale Medienbildung bedarfs- und 
zielgruppenadäquat eingesetzt werden kann. Neben den teilweise noch ungeklärten rechtlichen Fra-
gestellungen mit denen sich die Träger und Einrichtungen beschäftigen, muss die Vermittlung von 
Medienkompetenz und Medienbildung als eine Grundvoraussetzung für gutes Aufwachsen aller Kin-
der und Jugendlichen im Selbstverständnis der pädagogischen Arbeit und der persönlichen Haltung 
der Fachkräfte verankert werden. Die pädagogische Medienarbeit ist als Querschnittsaufgabe zu 
etablieren und als solche zu verstehen! 
 
Im Rahmen der Prävention wird die Elternarbeit im Bereich der Medien bisher vor allem von den 
Schulen geleistet. Um auch Erziehungsverantwortliche zu erreichen, die von der klassischen Eltern-
arbeit nicht erreicht werden, ist es notwendig, eine moderne, der Lebenswirklichkeit angepasste El-
ternarbeit auch jenseits von Schule zu etablieren.  
 
Eltern sollen aktiv bei der Umsetzung der Medienerziehung ihrer Kinder unterstützt werden.

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Sie benötigen Angebote in denen sie unbefangen Medienerfahrungen machen, reflektieren und disku-
tieren können und durch die sie für den kritischen Umgang mit digitalen Medien sensibilisiert werden. 
Eltern und andere Erziehungsberechtigte müssen befähigt werden, ihren Kindern gegenüber Grenzen 
im Umgang mit digitalen Medien aufzuzeigen und dadurch selbst aktiv präventiv zu handeln. 
 
Die Stadt Köln hat die Entwicklung eines Konzeptes zur Medienbildung in den “Aktionsplan Kinder-
freundliche Kommune” aufgenommen. Der Rat der Stadt Köln hat die Umsetzung des Aktionsplans 
am 19.12.2017 (2668/2017) einstimmig beschlossen. Eine Handlungsempfehlung zur Medienbildung 
wird unter Einbezug von Vertreterinnen und Vertretern der medienpädagogischen Träger und derer 
der Jugendförderung (AG 78 Medienarbeit) erarbeitet. 
 
Der Fachbereich Streetwork und die medienpädagogischen Träger der Offenen Kinder- und Jugend-
arbeit nehmen universell Kontakt zur Zielgruppe auf. Neben Beratung, Fortbildung und Information 
der Institutionen durch die Träger der Medienarbeit, leistet der Fachbereich Streetwork präventive 
Beratung vorrangig im persönlichen Kontakt mit der Zielgruppe. 
 
In Bezug auf das Internet und soziale Medien hat sich der Fachbereich Streetwork wie folgt aufge-
stellt: 
 
 
Streetwork online 
 
Streetwork Köln ist auch online in den sozialen Medien zu finden und erweitert damit die Präsenz um 
einen virtuellen Ansatz. Dadurch wird ein weiterer niederschwelliger Zugang geschaffen. Durch Profi-
le bei Instagram und der Verknüpfung mit WhatsApp auf den Diensthandys der einzelnen Streetwor-
kerinnen, haben jegliche User die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen.  
 
Mit Hilfe der Kommentar, bzw. Chatfunktion der o.g. Apps, können Fragen der Userinnen (auch ano-
nym) an Streetwork gestellt werden und es kann eine erste Kontaktaufnahme erfolgen. Darüber hin-
aus können Userinnen auch persönliche Termine über o.g. Funktionen vereinbaren. Außerdem finden 
sich innerhalb der digitalen Profile alle wichtigen Informationen, wie Sprechstundenzeiten, Ansprech-
partner etc. Auf der Onlineplattform Instagram ist Streetwork Köln mit einem übergeordneten „Street-
work Köln“ Account vertreten, welcher die einzelnen Bezirke vorstellt und zu den dazugehörigen Pro-
filen weiterleitet. So können sich InteressentInnen direkt an die Streetworkerinnen beim Bezirk ihrer 
Wahl melden oder informieren. 
 
Des Weiteren werden die sozialen Medien von Streetwork Köln zur Verbreitung verschiedener Inhalte 
genutzt, um die Erreichbarkeit zu erhöhen. Beispielsweise wird über Instagram verbreitet, dass es an 
Weiberfastnacht ein kostenfreies Verpflegungsangebot mit Rückzugsmöglichkeit am Fischmarkt gibt. 
Über mehrere Wochen weisen die einzelnen Profile von Streetwork Köln darauf hin. 
 
Durch die Vernetzung von Streetwork Köln mit anderen Trägern aus dem Arbeitsfeld der aufsuchen-
den, bzw. mobilen Arbeit (AG § 78 Streetwork und Mobile Jugendarbeit) und deren Präsenz in den 
sozialen Medien, kann bei speziellen Bedarfen von Hilfesuchenden auch online vermittelt werden. 
 
Seitens Streetwork werden außerdem Informationen über spezialisierte Präventionsangebote, Bera-
tungs- und Freizeitangebote, Veranstaltungen, sowie selbst kreierte Inhalte veröffentlicht.  
 
 
Extremismus- und Gewaltprävention / Aussteigerprogramme 
 
Der Auftrag zur Durchführung bzw. der Finanzierung von Aussteigerprogrammen obliegt prinzipiell 
den Ministerien. Die im Bereich der Extremismus- und Gewaltprävention durchgeführten Aussteiger-
programme in Nordrhein Westfalen sind der Verwaltung bekannt und finden im täglichen Handeln 
Berücksichtigung. Durch die Kooperation zwischen der Stadt Köln und der projektausführenden Trä-
ger, besteht ein regelmäßiger fachlicher Austausch. Hier ist beispielsweise das Programm „Wegwei-
ser“ zu nennen.

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In den gängigen Beschreibungen wird Extremismus- und Gewaltprävention in die Kategorien: 
- universelle Prävention 
- zielgruppenspezifische Prävention  
- indizierte Prävention  
eingeordnet.  
 
Die Form des Präventionsansatzes richtet sich im Ziel an der Gefährdung von Gruppierungen und 
Einzelpersonen aus. Über die Beziehungsebene, der Form der Erreichbarkeit und je nach Grad der 
Radikalisierung, bzw. dem Eintauchen in rechte, linke, religiöse Szenen sind entsprechende Präven-
tionsansätze und Programme angesagt. 
 
Hier sind noch die psychosozialen Umstände sowie die ideologische Manifestierung der Personen-
kreise bzw. Einzelpersonen zu differenzieren. 
 
So betrachtet wirken die verschiedenen Präventionsansätze  
- Proaktiv 
- Interaktiv  
- Reaktiv 
 
Aussteigerprogramme sind im Kern reaktiv- intervenierende Angebote und werden auf Bundes- und 
Landesebene vorgehalten.  
 
Die Programme sind maßgebliche Angebote der Extremismus-Prävention und haben zum Ziel extre-
mistische Personen wieder in die demokratische Gesellschaft zurück zu führen. 
 
Das Ministerium des Inneren des Landes Nordrhein Westfalen deckt mit seinen Aussteigerprogram-
men nachfolgende extremistische Ausrichtungen ab: 
 
- „Spurwechsel“ (Aussteigerprogramm Rechtsextremismus) 
- „API“ (Aussteigerprogramm Islamismus) 
Hier ergänzend das Präventionsprogramm „Wegweiser“ (gemeinsam gegen gewaltbereiten 
Salafismus) 
- „left“ (Aussteigerprogramm Linksextremismus) 
 
Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz bietet Aussteigerprogramme gegen 
- Rechtsextremismus sowie gegen 
- Linksextremismus. 
 
Alle Programme sind medial präsent und den Fachberatungsstellen bekannt. 
 
 
Gez. Voigtsberger

Beratungsverlauf (1)

17.09.2019 Jugendhilfeausschuss
TOP 7.1.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
2726/2019
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
11.09.2019
Erstellt
09.08.2019 10:40