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2011/0036

Implementierung des Projektes 'Hart am Limit' (HaLT) zur Frühintervention bei jugendlichen Rauschtrinkerinnen und Rauschtrinkern in Darmstadt

Magistratsvorlage 14.01.2011

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2011/0036

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
19.01.2011 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat V Dezernat VI an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Amt für Soziales und 
Prävention 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2011/0036 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Implementierung des Projektes "Hart am Limit" (HaLT) zur Frühintervention bei 
jugendlichen Rauschtrinkerinnen und Rauschtrinkern in Darmstadt 
 
Vorlage vom: 14.01.2011 
 
Beschlussvorschlag: 
1. Der Magistrat stimmt dem Konzept Jugend und Alkohol zu 
2. Der Magistrat stimmt der Antragstellung zur Teilnahme an der Landesinitiative des Hessischen 
Sozialministeriums als HaLT-Standort zu. 
 
 
Anlagen: HaLt Informationen zur Antragstellung 
 Konzept Jugend und Alkohol Stand Oktober 2010 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 14.01.2011  
 
Seit Anfang dieses Jahrzehnts tritt das Phänomen des komatösen Rauschtrinkens unter Jugendlichen 
auch in Hessen vermehrt auf. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen der unter 20-Jährigen hat sich 
in den letzten zehn Jahren von 800 auf 1800 Personen mehr als verdoppelt. 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat im hessenweiten Vergleich nach den Erhebungen des 
statistischen Landesamtes die wenigsten alkoholbedingten Krankenhauseinweisungen von Kindern 
und Jugendlichen zu verzeichnen. 
Das Phänomen bleibt aber trotz dieser Datenlage besorgniserregend und ist daher ein ausgewiesener 
und Schwerpunkt in den Präventionsstrategien der Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
 
Begleitend zu öffentlichen Veranstaltungen und Dialog-Foren wurde hierzu ein separates 
Präventionskonzept zum Thema Jugend und Alkohol in Zusammenarbeit zwischen Amt für Soziales 
und Prävention und Jugendamt im Auftrag des Sozialdezernenten entwickelt. 
Diese Konzept wurde im Rahmen der AG Sicherheit des Kommunalen Präventionsrates befürwortet 
und auf der Präventionskonferenz 2010 zum Thema Jugend und Alkohol „zwischen Kompetenz und 
Koma“ der Öffentlichkeit vorgestellt. 
 
Das zentrale Ergebnis der Präventionskonferenz ist, die Intensivierung der Frühintervention bei 
riskantem Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen, sowie die Gewinnung weiterer Partnerinnen 
und Partner in der Stadtgesellschaft zur konsequenten Umsetzung von Jugendschutzmaßnahmen in 
der Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
 
Das Land Hessen unterstützt diese Bemühungen ab 2011 zusätzlich mit dem Angebot, allen 26 
hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten im Rahmen einer Anschubfinanzierung eine 
Teilnahme an dem Projekt „HaLT in Hessen“ zu ermöglichen. 
 
Das Projekt „Hart am LimiT – HaLT“ wurde als Bundesmodell mehrere Jahre durchgeführt und von 
der Prognos AG evaluiert. Aufgrund der positiven Wirkungen wird HaLT inzwischen bundesweit 
durchgeführt. 
„HaLT in Hessen“ ist ein kommunaler Präventionsansatz zur Frühintervention und wird durch Mittel 
des Hessischen Sozialministeriums, der teilnehmenden Landkreise und Kommunen sowie den 
gesetzlichen Krankenversicherungen in Hessen finanziert.  
Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) ist mit der Projektorganisation beauftragt. Die 
Laufzeit des Projektes ist auf drei Jahre terminiert. 
 
Wissenschaftliche Expertisen belegen seit vielen Jahren, dass Suchtprävention nur dann effektiv und 
nachhaltig ist, wenn strukturelle Maßnahmen mit individuellen Ansätzen gemeinsam durchgeführt 
werden. 
Dies ist auch in den Konzepten der Fachstelle Suchtprävention und den Konzepten zur Sucht- und 
Drogenhilfe der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgewiesen. 
 
Das Konzept von HaLT berücksichtigt diese wissenschaftliche Erkenntnis und basiert deshalb auf 
zwei Säulen:  
1. Säule

3 
... 
Der proaktive Baustein umfasst strukturelle suchtpräventive Maßnahmen im Umgang mit Alkohol auf 
kommunaler Ebene. Zielgruppe ist die erwachsene Bevölkerung. 
 
Für diesen Baustein wurden bereits durch aktuelle Projekte und in kontinuierlichen Gesprächen 
Gastronome, der SV Darmstadt 98, die Darmstädter Privatbrauerei, die Hochschule Darmstadt und 
der Schaustellerverband als Kooperationspartner gewonnen. 
 
2. Säule 
Der reaktive Baustein besteht aus einem Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche, die mit einer 
Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. 
 
Für diesen Projektbaustein wurden bereits die Kinderkliniken Darmstadt, das Deutsche Rote Kreuz 
und das Suchthilfezentrum Darmstadt als Kooperationspartner gewonnen. 
 
Die Aktivitäten der beiden Bausteine, die auf einem kommunalen Suchtpräventionskonzept basieren, 
werden in einer Steuerungsgruppe vor Ort zusammengeführt und abgestimmt. Dieses Netzwerk wie 
auch die Koordination sind in der Wissenschaftsstadt Darmstadt in der Fachstelle Suchtprävention im 
Amt für Soziales und Prävention und im Kommunalen Präventionsrat bereits vorhanden 
 
Eine landesweite Koordinierungsstelle in der HLS unterstützt die Aktivitäten vor Ort und sichert die 
Qualität des landesweiten Projektes. 
 
Der fachlich anspruchsvolle, standardisierte und evaluierte Ansatz dieses Projektes ist gleichzeitig 
auch ein Garant für eine effektiv funktionierende Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen, 
welche inzwischen im Sinne des HaLT-Projektes an über 100 Standorten in 9 Bundesländern 
gemacht wurden. 
 
Darmstadt, 14.01.2011 
 
 
Dezernat V      Dezernat VI 
 
 
 
 
Jochen Partsch      Dieter Wenzel 
Stadtrat      Stadtrat

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Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
1 
Konzept Stand Oktober 2010 
Jugend und Alkohol

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
2 
Jugend und Alkohol 
Daten und Fakten 
 
Über den Alkoholkonsum von Jugendlichen wird viel in den Medien berichtet, vor allem wenn 
drastische Ereignisse und Entwicklungstrends Anlass zur Sorge geben. In erster Linie ist der 
wie zur Selbstverständlichkeit gewordene Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Alkohol 
im öffentlichen Raum auffällig und wird als Problemlage wahrgenommen. Auch in der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt wird die öffentliche Debatte geführt. 
 
Grundlage für den konzeptionellen Schwerpunkt Jugend und Alkohol in den Bereichen der 
Sucht- und Drogenhilfe und dem Jugendschutz der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind 
bundesweit erhobene statistische Werte. Unmittelbare regionale Vergleichsdaten liegen für 
die Wissenschaftsstadt Darmstadt bislang nur teilweise vor. 
 
Neben einer Befragung Darmstädter Schüler und Schülerinnen zum Suchtmittelkonsum des 
Kommunalen Präventionsrates in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt 2007/2008 
und der spezifizierten Auswertung des Deutschen Roten Kreuz Starkenburg zu 
alkoholbedingten Notfalleinsätzen der Altersgruppe 13 bis 16 Jähriger liegen in Darmstadt 
derzeit keine Vergleichsdaten vor. 
 
Alkoholbedingte Notfalleinsätze der DRK Starkenburg im Jahr 2009 (Ldkr. und Stadt) 
 
Gesamteinsätze: 24  Mädchen: 12  Jungen:  12 
AG 13 Jahre    1  Mädchen:   0  Jungen:    1 
AG 14 Jahre    3  Mädchen:   3  Jungen:    0 
AG 15 Jahre    3  Mädchen:   0  Jungen:    3 
AG 16 Jahre  17  Mädchen:   9  Jungen:    8 
 
Alkoholbedingte Notfalleinsätze der DRK Starkenburg im Jahr 2010 (Stand August 2010) 
 
Gesamteinsätze: 24  Mädchen:   8  Jungen:  16 
AG 13 Jahre    0  Mädchen:   0  Jungen:    0 
AG 14 Jahre    3  Mädchen:   1  Jungen:    2 
AG 15 Jahre    6  Mädchen:   3  Jungen:    3 
AG 16 Jahre  15  Mädchen:    
 
Die derzeit vorliegenden Daten und Fakten der Wissenschaftsstadt Darmstadt bestätigen die 
wissenschaftlichen Daten der folgenden Zusammenfassung bundesweiter Untersuchungen 
und Trends zum Thema Jugend und Alkohol. 
Die Polizeistatistik des Polizeipräsidium Südhessen wird derzeit für Vergleichsdaten gefiltert, 
Die alkoholbedingten Einlieferungen Jugendlicher in den Darmstädter Kinderkliniken sind 
angefragt. Die Kontrollen im Bereich des repressiven Jugendschutzes des Bürger- und 
Ordnungsamtes wie die Maßnahmen des präventiven Jugendschutz des Jugendamtes werden 
aktuell nachgefragt. 
 
Die Präventionsmaßnahmen, Projekte und Veranstaltungen im Amt für Soziales und 
Prävention im Bereich der Suchtprävention sind dokumentiert und fortlaufend seit 1990 
jährlich statistisch ausgewiesen. Kommunale Vergleichsdaten zu Verkaufstellen, 
Öffnungszeiten Preisgestaltung und Steuereinnahmen zu den national wie auf europäischer 
Ebene erhobenen wissenschaftlichen Daten liegen nicht vor. Eine entsprechende Statistik 
kann – sofern sinnvoll – erstellt werden.

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
3 
Wissenschaftliche Daten 
Grundlagen suchpräventiver Strategien und Maßnahmen zum Jugendschutz 
 
Daten und Fakten 
 
Zusammenfassung: 
Konsumformen 12 – 17 Jahre in Prozent (Quelle BZgA 2009) 
 
     Gesamt Jungen  Mädchen 
Abstinent     54,7  52,9  56,6 
Risikoarmer Konsum    37,1  38,0  36,1  
Riskanter Konsum     6,2   6,6   5,8  
Gefährlicher Konsum     2,0   2,5   1,5 
 
Differenziert: (exemplarisch)  
 
• Konsumeinstieg:  Zwei Drittel der 12- bis 15-Jährigen haben schon einmal Alkohol 
getrunken. Bei 16-Jährigen sind es über 90%, die schon einmal Alkohol getrunken 
haben (BzgA 2009).  
 
• Trinkmengen:  Die durchschnittlich konsumierte Menge Alkohol bleibt bis 16 Jahre eher 
gering. Dann steigt sie sprunghaft an und bleibt auch danach auf diesem Niveau (BzgA 
2009).  
 
• Regelmäßiger Konsum:  Der Alkoholkonsum verfestigt sich bei den 16- bis 17-Jährigen 
soweit, dass ein Drittel regelmäßig trinkt, also mindestens einmal pro Woche (BzgA 
2009).  
 
• Alkoholkonsum nach Schulform:  Während bei den Jungen mehr Haupt – und 
Realschüler regelmäßig trinken als Schüler von Gymnasien, ist dieses Verhältnis bei 
Mädchen umgekehrt (Lampert & Thamm 2007). 
 
• Migrationshintergrund:  Jugendliche mit Migrationshintergrund trinken seltener 
regelmäßig als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Dies trifft auf beide 
Geschlechter zu (Lampert & Thamm 2007). 
 
• Geschlechtsspezifische Unterschiede:  Es trinken mehr männliche Jugendliche 
regelmäßig als weibliche. Auch die durchschnittlichen Trinkmengen sind bei 
männlichen Jugendlichen höher (RKI 2009; BzgA 2009). Aber sehr geringe 
Unterschiede. 
 
• Alte/Neue Bundesländer:  In den neuen Bundesländern trinken prozentual mehr 
Jugendliche regelmäßig Alkohol als in den alten Bundesländern (RKI 2009). 
 
• Internationale Vergleiche : Deutsche Jugendliche trinken häufiger und mehr Alkohol als 
in anderen europäischen Ländern. In vielen Vergleichen liegt Deutschland in der 
Spitzengruppe (ESPAD 2007). 
 
• Riskanter und gefährlicher Konsum:  8,2% der 12- bis 17-Jährigen trinkt 
Alkoholmengen, die auch für gesunde Erwachsene riskant oder gefährlich sind (BzgA 
2009).

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
4 
 
• Binge-Drinking:  Jeder fünfte Jugendliche trinkt einmal im Monat 5 Gläser oder mehr 
bei einer Trinkgelegenheit (BzgA 2009) Diese Menge ist für Jugendliche gefährlich, da 
sie die körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigen kann (Seitz, Bühringer & 
Mann 2008; weitere Informationen: DHS Factsheet Binge-Drinking und 
Alkoholvergiftungen). 
 
• Alkoholvergiftungen:  Die Zahl der Jugendlichen, die mit akuter Alkoholvergiftung im 
Krankenhaus behandelt werden müssen, ist zwischen 2000 und 2008 um 170 Prozent 
gestiegen (von 9.514 auf 25.709 bundesweit?) (Destatis 2009-2009). 
 
• Jugendorientierte Produkte:  Bier und Weinmischgetränke sowie Alkopops gehören zu 
den beliebtesten Getränken von Jugendlichen (BzgA 2004, 2007, 2009). Werbung und 
Marketing für diese Getränke führen dazu, dass Jugendliche das Risiko durch 
Alkoholkonsum unterschätzen, und bewirken dadurch einen erhöhten Alkoholkonsum 
Jugendlicher (Anderson 2007, DAK 2009; Science Group of the European Alcohol and 
Health Forum 2009; Saffer & Dave 2006; für weitere Informationen: DHS Factsheet 
Alkohol und Werbung 2009). 
 
 
Sinnvolle Prävention und Handlungsoptionen 
 
Präventionsarbeit zielt darauf ab, Schäden vorzubeugen oder zu reduzieren. Um wirksam und 
effektiv zu sein, muss sie auf fachlich bewährten und Erfolg versprechenden Ansätzen basieren. 
Durch wissenschaftliche Evaluation wurden im vergangenen Jahrzehnt wirksame Projekte, 
Programme und Maßnahmen der Präventionsarbeit identifiziert. Studien diverser Fachgebiete 
(z. B. Medizin, Wirtschaft, Psychologie, Soziologie) zeigen in welchen Bereichen 
Handlungsbedarf besteht (vgl. Anderson & Baumberg 2006; Babor et al. 2005, RAND Europe 
2009). 
 
Je nachdem, an welchen Personenkreis die Prävention adressiert ist, wird zwischen 
universeller, selektiver und indizierter Prävention unterschieden. Universelle Prävention  richtet 
sich z. B. über Aufklärungskampagnen in Massenmedien an die Allgemeinheit. Möglichst alle 
Mitglieder der Gesellschaft sollen erreicht und informiert werden. Selektive Prävention  richtet 
sich an spezifische Zielgruppen, wird deshalb in bestimmten Kontexten platziert und ist in 
Ausgestaltung der Maßnahme auf eine Personengruppe zugeschnitten. Indizierte Prävention  
richtet sich an Betroffene, die bereits Probleme durch Alkoholkonsum zu spüren bekommen. 
Erfolgreiche Instrumente sind z. B. die Frühintervention und Einzelgespräche in 
Krankenhäusern und Beratungsstellen. 
 
Neben dieser Unterscheidung auf verschiedenen Ebenen lässt sich Prävention auch nach 
Verhaltensprävention  und Verhältnisprävention  unterscheiden. Während Verhaltensprävention 
am individuellen Konsumverhalten ansetzt, um Alkoholschäden zu vermeiden oder zu 
reduzieren, wirkt Verhältnisprävention über die Regulierung von gesellschaftlichen 
Rahmenbedingungen z. B. mittels ordnungspolitischer Gesetzgebung. 
 
Die Verhaltensprävention  versucht über Aufklärung, Information, Beratung und Intervention 
auf die Personen so einzuwirken, dass schädliches Verhalten ausbleibt. In einer von der BzgA 
veröffentlichten Expertise wurden suchtpräventive Maßnahmen und deren Wirkung analysiert. 
Die folgenden Settings für Suchtprävention werden als die wirksamsten identifiziert:

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
5 
Settings und Methoden  
 
• In der Familie : umfassende Maßnahmen, das heißt kombinierte Eltern-, Kinder- und 
Familientrainings. 
• In der Schule : interaktive, auf dem Modell des sozialen Einfluss oder der 
Lebenskompetenz aufbauende Programme anstelle alleiniger Informationsvermittlung 
und alleiniger affektiver Erziehung oder anderweitiger nicht interaktiver Maßnahmen 
• Einsatz von Medien kampagnen als flankierende Maßnahmen aber nicht als alleinige 
Maßnahme zur Verhaltensänderung 
• Gesetzgeberische Maßnahmen  zur Beeinflussung des Preises von Substanzen und der 
legalen Altersgrenze des Konsums (siehe Verhältnisprävention) und als 
Abschreckungseffekte 
(Quelle: BzgA 2006) 
 
Verhältnisprävention  wirkt über die Einflussnahme auf bestimmte Rahmenbedingungen, die 
sich auf das Konsumverhalten auswirken. Es ist belegt dass ein Zusammenhang zwischen 
Alkoholpreisen und Konsummenge mit den damit verbundenen Schäden besteht: je niedriger 
der Preis, desto höher der (riskante) Konsum, insbesondere bei Jugendlichen (Chisholm et. AL 
2009; RAND Europe 2009).  
 
Weiterhin besteht ein Zusammenhang von Verfügbarkeit und Alkoholkonsum. Je leichter, 
länger und uneingeschränkter Alkohol verfügbar ist, desto stärker treten riskante 
Verhaltensweisen bei Jugendlichen auf (Anderson & Baumberg 2006; Babor et al. 2005). 
 
Erschwinglichkeit und Verfügbarkeit können durch politische Entscheidungen beeinflusst 
werden. Diese Anwendungsbereiche verhältnispräventiver Arbeit ermöglichen die größten 
unmittelbaren Erfolge hinsichtlich der Reduktion von alkoholbedingten Schäden und sind für 
integrative Präventionsstrategien von größter Bedeutung. 
 
Auch Werbung für Alkohol erhöht insbesondere bei Jugendlichen den Konsum und ist ein Feld, 
in dem Verhältnisprävention regulierend eingreifen kann (DAK 2009; Science Group of the 
European Alcohol and Health Forum 2009; Saffer & Dave 2006). 
 
Handlungsoptionen für Entscheidungsträger 
Entscheidungsträgern und -trägerinnen aus der Politik stehen verschiedene Handlungsoptionen 
zur Reduzierung alkoholbedingter Schäden offen. Die hohe Wirksamkeit dieser Optionen sowie 
eine hohe Kosteneffektivität ist durch wissenschaftliche Studien belegt. 
 
• Preis- und Steuerpolitik : Über Mindestpreise oder erhöhte Alkoholsteuern kann die 
Erschwinglichkeit und damit der Alkoholkonsum beeinflusst werden (RAND Europe 
2009). 
• Lizenzierung von Verkaufsstellen : Über Lizenzierungsverfahren kann die Dichte von 
Verkaufsstellen begrenzt werden und somit die Verfügbarkeit beschränkt werden 
(Ramstedt 2002). 
• Ladenöffnungszeiten : Über Ladenschlussgesetze kann die zeitliche Verfügbarkeit 
beschränkt werden (Babor et al. 2005). 
• Regulierung der Werbung : Über gesetzliche Rahmenbedingungen für Alkoholwerbung 
können Jugendliche geschützt und riskanter Konsum reduziert werden (Science Group 
of the European Alcohol and Health Forum 2009).

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
6 
Policy Mix 
Die höchste Wirkung erzielt eine Kombination aus den genannten Präventionsarten. Sie 
ergänzen und unterstützen sich gegenseitig und bilden einen Mehrwert, der größer als die 
Summe der einzelnen Maßnahmen ist. So ein Policy Mix  wird auch von dem europäischen 
Regionalkomitee der Weltgesundheitsorganisation empfohlen (WHO 2006). Auch der Rat der 
Europäischen Union hat die Relevanz verhältnispräventiver Maßnahmen erkannt und sie den 
Mitgliedsstaaten empfohlen: 
 
Diese Empfehlungen bestätigen die Präventionsstrategien der Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
Die notwendige Koordination individueller und struktureller Maßnahmen wird in den Konzepten 
der Fachstelle für Suchtprävention (seit 1990) und dem Kommunalen Präventionsrat 
Darmstadt (seit 1992) als Voraussetzung Erfolg versprechender Präventionsmaßnahmen 
definiert. 
 
Die Empfehlungen für Entscheidungsträger sind auf kommunaler Ebene nur eingeschränkt 
umsetzbar. Deshalb ist es wichtig, regionale Handlungsfelder der Kommunalpolitik zu 
identifizieren und in ein kommunales Gesamtkonzept zu integrieren. 
 
Neue Klassifikation in der Suchtprävention 
 
Schon 1994 hat das US Institute of Medicine eine neue Definition von Prävention 
vorgeschlagen: Das Konzept von Primär-, Sekundär und Tertiärprävention sollte durch die 
Kategorien universelle, selektive und indizierte Prävention ersetzt werden. Die Hessische 
Landesstelle für Suchtfragen (HLS) hat seit einigen Jahren diese neue Klassifikation in Bezug 
auf Suchtprävention übernommen. 
1 
 
Inhaltliche Präzisierung in Bezug auf Zielgruppen 
Bis in die neunziger Jahre waren präventive Maßnahmen unterteilt in Primär-, Sekundär und 
Tertiärprävention. Die Primärprävention wurde zudem untergliedert in Verhaltens- und 
Verhältnisprävention. Verhaltensprävention beschreibt hierbei personalkommunikative 
Präventionsmaßnahmen und Verhältnisprävention meint Maßnahmen zur Veränderung 
gesellschaftlicher Risikofaktoren. Beide Kategorien bezogen sich sowohl auf den Zeitpunkt der 
Intervention als auch auf deren Zielrichtung. D.h. primärpräventive Maßnahmen setzen vor 
einer Entstehung von Sucht bzw. eines Problemverhaltens an und richteten sich an die 
allgemeine Bevölkerung. Sekundäre Prävention sollte bei bereits konsumierenden bzw. riskant 
konsumierenden Personen die Dauer eine (Sucht-)Störung reduzieren und die tertiäre 
Prävention diente zur Heilung bzw. Vermeidung von Rückfällen und zur Schadensminimierung. 
 
 
Die neue Klassifikation bietet eine inhaltliche Präzisierung in Bezug auf Zielgruppen. 
 
 
Universelle Maßnahmen  wenden sich an die Gesamtbevölkerung. Aus der Public Health 
Perspektive gilt die universelle Prävention als die bevorzugte Strategie, gerade weil sie sich an 
die ganze Bevölkerung richtet. Zu den klassischen, universellen Maßnahmen zählen 
beispielsweise massenmediale Kampagnen, Lebenskompetenzprogramme im System Schule 
sowie Kindergarten und Maßnahmen auf Gemeindeebene. 
 
 
                                                 
1 Die neue Klassifikation wurde im Auswertungsbericht „Suchtprävention in Hessen 2007“ ausführlich beschrieben

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
7 
Selektive Prävention  richtet sich an Gruppen mit spezifischen Risikomerkmalen. Diese 
Menschen sind in der Regel gesund und unauffällig, die Wahrscheinlichkeit einer 
Suchtentwicklung ist bei ihnen jedoch – aufgrund empirisch bestätigter Risikofaktoren 
(demografische und psychosoziale Risiken, Umweltrisiken) – erhöht. Die Methoden der 
universellen Prävention sind auch in der selektiven Prävention wirksam und effektiv. Als 
wirksam haben sich für diese Personengruppe unter anderem Selbstbehauptungstrainings, 
Veränderungen der normativen Einstellung 2 , Festlegung von Zielen sowie die Entmystifizierung 
der Substanzen erwiesen. 3 
 
 
Die Maßnahmen der indizierten Prävention  wenden sich an Personen mit bestimmten 
Risikomerkmalen und manifestem Risikoverhalten, bei denen die diagnostischen Kriterien einer 
Abhängigkeit noch nicht erfüllt sind. Die Maßnahmen der indizierten Prävention sollen soziale 
und persönliche Risikovariablen bei den Betroffenen mit flexiblen, maßgeschneiderten 
Interventionen beeinflussen. Hier entfällt das Problem der Zielgruppenerreichung. Gefährdete 
Menschen werden in der Regel behandelnden Institutionen zugewiesen. Die Fachstellen für 
Suchtprävention bieten keine Maßnahmen im Bereich der indizierten Prävention an, weil diese 
grundsätzlich im Aufgabenbereich sozialpädagogischer, therapeutischer und medizinischer 
Institution liegen. Auch wenn die Vermittlung z. B. an eine Jugend- und Familienberatung, 
Suchtberatungsstelle oder psychiatrische Einrichtung im Vordergrund steht, stehen natürlich 
auch diesem Personenkreis die Angebote der Fachstelle für Suchtprävention offen. 
 
Eine Herausforderung an die Suchtprävention 
Die aktuelle Affinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 
4 zeigt, 
dass der individuelle Substanzkonsum bei Jugendlichen groß ist. Nach wie vor ist Alkohol die 
Substanz, die von Jugendlichen am meisten konsumiert wird. :  
Jugendliche, die riskante bzw. exzessive Konsummuster aufweisen,  werden mit universellen 
Präventionsmaßnahmen zwar erreicht, aber wenig spezifisch angesprochen. Selektive und 
indizierte Maßnahmen richten sich dagegen gezielt an diese Substanz erfahrenen und ggf. 
gefährdeten Jugendlichen. 
 
Forschungen zeigen, dass diese Präventionsmaßnahmen geeignet sind, Entwicklungsnachteile 
zu mildern und einer sozialen Desintegration sowie einem Abgleiten in die Abhängigkeit 
vorzubeugen. Allerdings sind selektive und indizierte Präventionsmaßnahmen auch aufwändig 
und komplex in der Umsetzung. Im Vergleich zur universellen Prävention sind deren Konzepte 
bisher wenig entwickelt, erprobt und erforscht. 
5 
 
Auch in Bezug auf selektive und indizierte Prävention sowie auf indizierte Prävention und 
therapeutische Intervention gibt es Überschneidungen, die jeweils gut in den unterschiedlichen 
Institutionen kommuniziert und definiert werden müssen, um Zuständigkeiten klar benennen 
zu können.  
 
                                                 
2  Z. B. zu lernen, dass die meisten Mitglieder der Peer-Gruppe den Konsum ablehnen 
3 Vgl. Rene Kostka: Stadt Zürich Suchtpräventionsstelle, Infoblatt Nr. 24, Oktober 2009  
4 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik 
Deutschland 2008. Verbreitung des Alkoholkonsums bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Köln 2009 
5 Vgl. Christa Berger: Stadt Zürich Suchtpräventionsstelle, Infoblatt Nr. 24, Oktober 2009

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
8 
Die Fachstellen für Suchtprävention haben bisher wenig Erfahrung mit selektiven und 
indizierten Ansätzen, denn laut der landesweiten Rahmenkonzeption 6 ist bisher eindeutig die 
universelle Prävention Aufgabe der Präventionsexperten/innen, individuelle Störungen sind 
ebenso deutlich eine Aufgabe der dafür zuständigen Beratungs- und Behandlungsinstitutionen.  
 
In der Praxis ist es nicht einfach, Kinder und Jugendliche für selektive und indizierte Angebote 
zu identifizieren und zu motivieren, unter anderem wegen befürchteter Stigmatisierungseffekte. 
Darüber hinaus ist es schwierig zu beurteilen, ob ein Jugendlicher „gefährdet“ oder „nicht 
gefährdet“ ist, denn es gibt keine standardisierte Definition mit einheitlichen Kriterien zum 
problematischen Substanzkonsum im Jugendalter. Entsprechend diffus sind die postulierten 
Risikoprofile, die der Früherkennung und Frühintervention zugrunde gelegt werden. 
7 
 
 
Arbeitsfelder der Fachstelle für Suchtprävention 
(Auszug: Strategien zur Suchtprävention in der Wissenschaftsstadt Darmstadt) 
 
Multiplikatorenarbeit:  - Beratung und Schulung von Multiplikato- 
ren und Multiplikatorinnen (vor allem in den 
Bereichen Kindergarten, Schule, Jugendpflege) 
     - Entwicklung und Mitgestaltung von  
       suchtpräventiven Konzepten in den ver- 
       schiedensten Sozialisationsinstanzen 
 
Projektarbeit:    - Planung und Durchführung, Auswertung  
       und Dokumentation von Projekten mit 
       Jugendlichen und Erwachsenen aus unter- 
       schiedlichen Bereichen 
 
Vernetzung:    - Initiierung regionaler Arbeitskreise 
     - Förderung von interdisziplinärem Zusam- 
       menwirken verschiedener Institutionen, 
       die sich mit Erziehung, Beratung und  
       Vorsorge befassen. 
 
Öffentlichkeitsarbeit:    - Mit dem Mittel der Öffentlichkeitsar- 
       beit gilt es möglichst viele Erwachsene 
       Jugendliche und Kinder auf das Thema  
       aufmerksam zu machen und sie für die  
       Problematik der Sucht und die Anliegen 
       der Prävention zu sensibilisieren. 
 
 
                                                 
6 Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS): Rahmenkonzeption der hessischen Fachstellen für Suchtprävention, 
Frankfurt 2003 
7 Z. B. Befindlichkeit, Suchtmittelkonsum, Verhaltensprobleme, Bezugsperson vermutet eine Gefährdung, 
wiederholter, unangepasster Substanzkonsum (12 Monate) und klinisch bedeutsame Beeinträchtigung, Versagen 
bei Rollenaufgaben, körperliche Gefährdung, gesetzliche Probleme, Fortsetzung des Gebrauchsmusters trotz 
substanzbezogener sozialer und zwischenmenschlicher Probleme, etc.

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
9 
Suchtprävention kann entsprechend den aktuellen Standards und wissenschaftlichen 
Erkenntnissen nicht anhand von verschiedenen Eckdaten, wie etwa der Anzahl von 
Veranstaltungen, Projekten oder gar der Gesamtheit der angesprochenen Personen auf ihre 
unmittelbare Wirksamkeit überprüft werden. 
 
Vielmehr ist es Ziel suchtpräventiver Arbeit, eine Organisationsstruktur aufzubauen, die 
langfristig erfolgreiche Präventionskonzepte umsetzen kann sowie das Erstellen eines 
Netzwerkes mit dem Ziel, präventive Maßnahmen in der Region zu koordinieren und ihre 
Effizienz zu steigern. Diese Maßnahmen orientieren sich an den aktuellen nationalen 
Standards der Suchtprävention auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und 
Empfehlungen. 
 
Suchtprävention und Jugendschutz 
Verteilte Verantwortung in unserer Stadt  
 
Suchtpräventive Arbeit wie auch ein Erfolg versprechender Jugendschutz ist eine 
Gemeinschaftsaufgabe, die in einer Kommune nur durch eine interdisziplinäre und 
institutionsübergreifende wie konzeptionell abgestimmte Zusammenarbeit möglich ist. 
Verantwortungsbereiche und Organisationsformen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
 
Repressiver Jugendschutz 
Bürger- und Ordnungsamt, Kommunalpolizei 
Polizei 
 
Präventiver Jugendschutz 
Jugendamt 
Jugendkoordination Polizei 
 
Suchtprävention 
Fachstelle für Suchtprävention 
Fachberatungslehrer/innen für Suchtprävention 
Jugendkoordination Polizei 
Kinder- und Jugendarbeit 
Träger der Sucht- und Drogenhilfe 
 
Präventionsnetzwerke  
Kommunaler Präventionsrat Darmstadt 
AG Sucht- und Drogenhilfe 
AG Sicherheit 
Expertenpool Alkohol 
AG KOBRA 
Netzwerk Gesunde Stadt 
Netzwerk gegen Gewalt 
 
Erweiterte Maßnahmen zum Thema Jugendschutz und Suchtprävention bedürfen einer 
konzeptionellen Absprache und Planung zwischen Sozialpolitik und Ordnungspolitik. Dies ist 
konzeptionell im Rahmen des Kommunalen Präventionsrates Darmstadt, insbesondere im 
Rahmen der AG Sicherheit verankert. 
 
Planungen und Vereinbarungen zu erweiterten Maßnahmen zum Thema Jugend und Alkohol 
können als Schwerpunkthema 2011 in der AG Sicherheit organisiert werden.

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
10  
Maßnahmen konkret 2010 / 2011 
Start einer Kampagne Jugend und Alkohol  
 
Oktober 2010 
Konzeptvorlage zum Thema Jugend und Alkohol im Sozialdezernat – Amt für Soziales und 
Prävention, Jugendamt,  
Konzeptabstimmung mit dem Sozialdezernenten 
Konzeptbesprechung in der AG Sicherheit des Kommunalen Präventionsrates Darmstadt 
 
November 2010 
Kick Off Veranstaltung der Kampagne „Meine Abwehr steht“  
Medienwirksame Fortführung der Kampagne in der 2. Saison des SV Darmstadt 98 
Im Rahmen der Kampagne werden 6 Thematische Veranstaltungen mit Kindern und 
Jugendlichen durchgeführt.  
 
Präventionskonferenz des Kommunalen Präventionsrates Darmstadt 
Thema Jugend- und Alkohol „zwischen Kompetenz und Koma“ 
 
Wettbewerb Suchtprävention konkret 2010 Vergabe des Darmstädter Präventionspreises für 
beispielhafte Präventionsprojekte und Präsentation der Projekte durch den Förderverein 
Prävention  
 
Thematische Projektgruppe Jugend- und Alkohol auf dem Darmstädter Jugendkongress 
 
Von der Fachstelle für Suchtprävention werden separat im November 3 Schulveranstaltungen 
zum Thema Jugend- und Alkohol und 2 Workshops mit einer Jugendgruppe durchgeführt. 
 
Möglichkeiten: Planung öffentlichkeitswirksamer Präsentationen von: 
• 20 Jahre Fachstelle für Suchtprävention Präsentation der Aktivitäten  
• 15 Jahre AG KOBRA Präsentation der Aktivitäten 
• Expertenpool Alkohol Veröffentlichung der Angebote für Schulen, 
Jugendeinrichtungen und Vereine. 
 
Dezember 2010 
Runder Tisch Jugendschutz im Rahmen der AG Sicherheit des Kommunalen Präventionsrates 
Darmstadt mit dem Ziel Kooperationsvereinbarungen zwischen Polizei, Ordnungsamt, 
Rettungsdienst, Kinderklinik, Rettungsdienst, Suchthilfe und Jugendamt mit dem Inhalt: 
 
-  Bei Kontrollen Minderjähriger, bzw. alkoholbedingter Auffälligkeiten erfolgt 
immer eine zu vereinbarende Information an das Jugendamt. 
-  Für die Eltern bzw. die Familie wird ein entsprechendes Informationsblatt 
entwickelt. 
- Das Jugendamt prüft, ob es bereits einen Familienkontakt gibt, und nimmt 
entsprechend Kontakt zu Eltern oder Familie des/der Minderjährigen auf und 
organisiert entsprechende Hilfsangebote. 
- Die Ordnungsbehörden und Jugendschutzbeauftragte konfrontieren das 
Umfeld, in dem der/die Jugendliche auffällig geworden ist mit dem Vorfall und 
demonstrieren eine organisierte Kultur des Hinschauens. 
- Die Vereinbarungen werden öffentlichkeitswirksam bekannt gemacht.

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
11  
Maßnahmen 2011 
 
Regelmäßige öffentliche Fachveranstaltung mit Referent/innen und Experten sowie 
Expertinnen für spezielle Themen und Zielgruppen im Rahmen der Kampagne Jugend und 
Alkohol. 
 
KPRd Dialog Forum Sucht 
Darmstädter Gespräche zum Thema  im Rahmen der Suchtwoche 2011 
Veranstaltende oder Kooperationspartner/innen wie auch die Referent/innen kommen aus 
dem jeweiligen thematischen Schwerpunkt. 
 
Themenfelder und Zielgruppen: 
 
Alkohol und Gewalt 
Kooperation mit Polizei und Jugendarbeit 
 
Alkohol und Berufsleben 
Kooperation mit ARGE, Bildungsträger 
 
Mädchen und Alkohol 
Kooperation mit Frauenbüro, Gesunde Stadt, Mädchenarbeitskreis 
 
Alkohol und Sport 
Kooperation mit Sportamt, Sportkreis, Vereine 
 
Alkohol und Führerschein 
Kooperation mit Polizei, Führerscheinstelle, ADAC 
 
Familie und Alkohol 
Kooperation mit städtischer Sozialdienst, Familienbildungsstätte 
 
Vorbild Eltern und Alkohol 
Kooperation mit Elternvertreter/innen, Elternbeiräte, Erziehungsberatung 
 
Alkohol und Gesundheit 
Kooperation mit Gesunde Stadt, Krankenkassen 
 
Alkohol und Sucht 
Kooperation mit Suchtselbsthilfe, Suchthilfe 
 
Alkohol und Feiern 
Kooperation mit Heinerfestausschuss, Veranstalter Gastronomen 
 
Alkohol und Schule 
Kooperation mit Schulen, Schulamt, Schülervertretungen 
 
Alkohol und Schönheit 
Kooperation mit Ernährungsberater/in, Imageberater/in, Jugendarbeit

Konzept Jugend und Alkohol 
Stand Oktober 2010 
12  
Saisonal flankierende Maßnahmen 2011: 
 
Bei allen Eröffnungen von Volksfesten und Veranstaltungen durch Vertreter/innen der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt wird aktiv auf die Kampagne „Jugend und Alkohol“ 
hingewiesen und um Aufmerksamkeit in Bezug auf den Jugendschutz geworben. 
 
Veranstaltungsteams: Polizei, Ordnungsbehörden, Jugendkoordinatoren und 
Jugendschutzbeauftragte bilden bei Veranstaltungen mit hohem Jugendanteil Teams vor Ort 
und im Umfeld der Veranstaltung. 
 
Vereinbarung mit dem Einzelhandelsverband und Gaststättenverband zu einer sichtbaren 
Selbstverpflichtung (Sichtbar durch einen einheitlichen Slogan „Wir achten drauf…“) 
Einheitliche Plakat, bzw. Buttonaktion für alle Verkaufsstellen auf dem Heiner- und 
Schlossgrabenfest. 
 
Wettbewerb für alle Darmstädter Schulen zu einem Kampagne Plakat zum Thema 
Jugendschutz mit speziellem Bezug auf Darmstadt. Produktion des Wettbewerbsiegers als 
Plakatserie für die Innenstadtwerbeflächen der Deutschen Städtereklame und dem Heag-
Mobilo Infotainment der Darmstädter Busse und Straßenbahnen. 
 
Entwicklung von speziellen Informationsmaterialien und Ratgeber zum Thema Jugendschutz 
für Erwachsene und Jugendliche. Verteilung der Materialien auf Festen und Veranstaltungen. 
 
Jugend und Alkohol wird das Schwerpunkthema 2011 in der offenen Kinder- und 
Jugendarbeit sowie der Gemeinwesenarbeit in Darmstadt. 
 
Öffentliche Umfragen und Befragungen in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt zum 
Thema Jugendschutz und Suchtprävention. Öffentlichkeitswirksame Präsentation der 
Ergebnisse. 
 
Monatlicher Newsletter zu aktuellen Themen und Veranstaltungen als E-Mail Service zum 
Thema Jugend und Alkohol. Fachveröffentlichungen bzw. Hinweise in Vereinszeitschriften, 
Krankenkassenbroschüren und Veranstaltungshinweisen. 
 
Medienpartnerschaften: regelmäßige thematische Kolumne im Darmstädter Echo. 
Fortsetzung der Themenreihe Jugend und Alkohol in Radio Darmstadt. Präsentation des 
Präventionsclips „Meine Abwehr steht“ bei public viewing Sport Veranstaltungen und 
Eröffnung von Jugendveranstaltungen. 
 
Umsetzung: 
Zur Umsetzung der Kampagne bedarf es klarer Absprachen und Vereinbarungen mit den 
relevanten Kooperationspartnern und -parnterinnen und einer Analyse der zur Verfügung 
stehenden Ressourcen. – auch im Bereich des präventiven Jugendschutzes. 
 
 
 
Amt für Soziales und Prävention 
Volker Weyel, Fachstelle Suchtprävention, Koordinationsstelle Sucht- und Drogenhilfe, 
Leitung Kommunaler Präventionsrat 
Barbara Akdeniz, Amtsleitung

anlage 1

22843 Zeichen

Landesinitiative des Hessischen Sozialministeriums 
 
„Prävention und Frühinterventionen  
bei jugendlichen Rauschtrinker/-innen in Hessen 
durch die Implementierung des Projektes  
„Hart am Limit“ (HaLT) 
 
 
 
 
 
 
 
Informationen für die Landkreise  
und kreisfreien Städte in Hessen 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wiesbaden, im Dezember 2010

Informationen zu HaLT  Seite 2 von 14 
    
 
A. Die Initiative 
Gegen den Trend zum Komatrinken bei Kindern und Jugendlichen anzugehen, ist das Ziel 
des Projektes HaLT. HaLT fängt Jugendliche nach stationär behandelter schwerer Alkohol-
vergiftung auf und wirkt gleichzeitig auf Verantwortliche in Beratungsstellen, Kommunen, 
Polizei und Vereinen ein, um geeignete Maßnahmen in der Alkoholprävention zu implemen-
tieren. Das Projekt HaLT wurde in der Bundesmodellphase wissenschaftlich evaluiert und in 
seiner Effektstärke positiv bewertet. 
Die positiven wissenschaftlichen Ergebnisse haben das Hessische Sozialministerium dazu 
bewogen, ab 2011 eine Anschubfinanzierung für das Projekt anzubieten für alle hessischen 
Landkreisen und kreisfreien Städten, die ein Interesse haben, mit gemeinsamer Anstrengung 
aller regional verantwortlichen Partner, HaLT in ihrer Region umzusetzen. Die Finanzierung 
soll sich über drei Jahre erstrecken – vorbehaltlich der entsprechenden jährlichen Verab-
schiedung des Landeshaushaltsplanes. Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) wird 
damit beauftragt, die landesweite Einführung von HaLT in Hessen zu koordinieren.  
Die Krankenkassen beteiligen sich im Rahmen einer gesonderten Vereinbarung mit dem 
Hessischen Sozialministerium und der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. an der 
Finanzierung des reaktiven Teils. 
B. Die Leistungen des Landes und der Krankenkassen 
Anschubfinanzierung 
• Das Hessische Sozialministerium stellt pro Kreis bzw. kreisfreier Stadt für die anteilige 
Finanzierung von Personal- und Sachausgaben und die regionale Koordinierung des 
Projektes Geldmittel in Höhe von max. 7.500,00 EUR je Jahr zur Verfügung. Der offi-
zielle Projektbeginn seitens des Landes ist 1.3.2011. Können die kommunalen Ge-
bietskörperschaften ihrerseits erst zu einem noch späteren Zeitpunkt beginnen, wer-
den in 2011 die Mittel ggf. nur anteilig ausgezahlt (pro Monat 625,00 €; 12 x 625,00 
€ = 7.500,00 €). Daher wird gebeten, unbedingt die Antragsfrist bis zum  31. Januar 
2011 einzuhalten (Vgl. Teil D „Die Antragstellung“, S. 1). 
Das Land beabsichtigt, das Projekt mit den gleichen Summen auch im Jahr 2012 und 
2013, vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel, zu fördern. 
• Grundsätzlich sind Zuschüsse von dritter Seite sowie Sponsoren in die Finanzierung 
einzubinden. (Vgl. hierzu Ziff. E Anlage 1, Seite 2). Eine Initiative seitens der Kreise 
und kreisfreien Städte zur Gewinnung von weiteren Mitteln ist wünschenswert. 
 
Finanzierung des reaktiven Bausteins durch die Krankenkassen 
• Die der Vereinbarung beigetretenen Krankenkassen in Hessen beteiligen sich umfassend 
an der Finanzierung des reaktiven Bausteins. Voraussetzung für die Vergütung durch die 
Krankenkassen ist die Durchführung des HaLT-Projektes nach den HaLT-Standards. 
 
Einmalige Übernahme der Kosten für die zentralen Zertifizierungsschulungen 
• Die an der Landesinitiative beteiligten Regionen und Suchtberatungsstellen bedür-
fen einer Zertifizierung. Diese wird durch die Teilnahme an speziellen bundesein-
heitlichen Schulungen erlangt. Alle Teilneh mende erhalten ein umfangreiches HaLT-
Handbuch sowie zusätzliche Handreichungen und Materialien für den Praxiseinsatz. 
Das Land trägt die Schulungs-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten. Die 
Fahrtkosten gehen zu Lasten der Teilnehmenden.

Informationen zu HaLT  Seite 3 von 14 
    
 
 
Unterstützung der regionalen Koordinator/-innen durch die Hessische Landesstelle für 
Suchtfragen (HLS) e.V. 
• Die HLS unterstützt mit einem Landeskoordinator für HaLT die Arbeit vor Ort. Er ist 
weiterhin für die Organisation und Durchführung der HaLT-Zertifizierungsschulungen, 
die landesweite Dokumentation und den Kontakt zu den Krankenkassen zuständig. 
 
Austauschplattform für alle HaLT-Akteure aus Hessen 
• Die HLS organisiert den Austausch für alle HaLT-Akteure aus Hessen. Landesweite Tref-
fen sollen den Austausch untereinander fördern und die Möglichkeit bieten, von den Er-
fahrungen der anderen Standorte zu profitieren. 
 
Homepage für die Landesinitiative HaLT in Hessen 
• Eine eigens eingerichtete Homepage dient sowohl der internen Kommunikation der 
beteiligten Standorte, als auch der Darstellung der Aktivitäten nach außen. 
 
Kostenfreie Bereitstellung von Materialien 
• Inzwischen existieren vielfältige Materialien für unterschiedliche Maßnahmen im 
Rahmen von HaLT (Flyer, Plakate, Aufkleber etc.). Über die HLS erhalten alle beteilig-
ten Landkreise/kreisfreien Städte ein „Starterpaket“ mit diesen Materialien. 
 
Überregionale Öffentlichkeitsarbeit 
• Über den Landeskoordinator in der HLS werden die regionalen Aktivitäten hessenweit 
publiziert. 
 
 
C. Zielerwartungen des Landes an die teilnehmenden Landkreise und kreis-
 freien Städte bis Ende 2011 
 
1. Erfahrungen des HaLT- Bundesmodells zeigen, dass ein Beschluss der politischen 
Gremien (Kreistag, Stadtparlament oder Kreisausausschuss, Magistrat) das Projekt 
HaLT einzuführen, die Ernsthaftigkeit der Region dokumentiert, umfassend etwas 
gegen den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen zu unternehmen. Die 
Initiierung und Durchführung proaktiver Maßnahmen wird dadurch signifikant un-
terstützt. 
 
Ziel: Das Konzept und die Ziele von HaLT sind den politischen Entscheidungs-
trägern bekannt. Die politischen Gremien (Kreistag, Stadtparlament oder Kreis-
ausschuss, Magistrat) fassen einen entsprechenden Beschluss. 
 
2. Die Landesmittel und der Finanzierungsanteil der Krankenkassen sind Finanzierungs-
bausteine, die durch Eigenmittel seitens der durchführenden Regionen ergänzt wer-
den. 
 
Ziel: Eine Initiative seitens der Kreise und kreisfreien Städte zur Bereitstellung 
bzw. Gewinnung von weiteren Mitteln. 
 
3. HaLT ist ein Netzwerkansatz, wobei die Kooperationen über die „klassischen“ Netz-
werke der Suchtprävention - Suchthilfe und Pädagogik – hinaus gehen. Herzstück 
des proaktiven Bausteins ist das regionale Netzwerk. Neben den wichtigen Organisa-
tionen aus dem psychosozialen und medizinischen Bereich ist die enge Zusammen-
arbeit mit mindestens drei weiteren Netzwerkpartnern angestrebt (vorrangig Ord-

Informationen zu HaLT  Seite 4 von 14 
    
 
nungsamt, Festveranstalter, Polizei, Ausbildungsstätten im Einzelhandel, Vereinen).  
Erfahrungen zeigen, je umfassender die Entscheidungsbefugnisse der Netzwerkteil-
nehmenden sind desto schneller können Entscheidungen getroffen werden. 
 
Ziel: Bildung eines regionalen Netzwerkes mit „hochkarätig“ besetzten Teil-
nehmerinnen und Teilnehmer. 
 
4. Der Aufbau der Netzwerke benötigt Ressourcen und eine überzeugende Persönlich-
keit in der regionalen Projektleitung (HaLT-Koordinator). Sie sollte als Ansprechper-
son klar identifizierbar sein und das Projekt steuern und koordinieren. Wer das Pro-
jekt steuert / koordiniert und wer für welche fachlich-inhaltlichen Schwerpunkte ver-
antwortlich ist, sollte bereits in der Aufbauphase des Projektes geklärt werden. 
 
Ziel: Benennung einer regionalen HaLT-Koordinatorin bzw. eines Halt-
Koordinators 
 
5. Übergeordnetes Ziel von HaLT ist die Entwicklung einer kommunal verankerten Prä-
ventionsstrategie mit dem Ziel, Alkoholexzesse und schädlichen Alkoholkonsum im 
Vorfeld zu verhindern. Regional sollte diskutiert werden, welche konkreten Schritte 
hierfür nötig sind, bis wann diese erreicht sein sollen und wer für die Umsetzung 
verantwortlich zeichnet. 
 
Ziel: Entwicklung einer schriftlich fixierten kommunal verankerten Präventions-
strategie. 
 
6. Durchgeführte Maßnahmen im proaktiven Bereich sollen auf die beschlossene Stra-
tegie zurückzuführen sein. Während der reaktive Baustein die Zielgruppe der riskant 
Alkohol konsumierenden Jugendlichen anspricht, wendet sich der proaktive Baustein 
vorwiegend an Erwachsene. 
 
Ziel: Durchführung von abgestimmten Maßnahmen im proaktiven Bereich, ab-
geleitet von der kommunal verankerten Präventionsstrategie.  
 
7. Im reaktiven Baustein gelingt HaLT die systematische und frühzeitige Ansprache von 
Kindern und Jugendlichen, die mit einer schweren Alkoholvergiftung stationär be-
handelt werden müssen. Grundlage hierfür sind vertraglich fixierte (neue) Partner-
schaften zwischen Medizin und Suchthilfe. 
 
Ziel: Vertragliche Vereinbarung zwischen der Suchtberatungsstelle und der/den 
Klinik/en zur Durchführung des reaktiven Bausteins. 
 
8. Grundvoraussetzung für die Durchführung von HaLT ist die Zertifizierung durch die 
Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS). Die Landkreise/kreisfreien Städte stellen 
die Teilnahme der Ansprechperson für die Steuerung/Koordination des proaktiven 
Bausteins (HaLT-Koordinator/-in) an den zweitägigen Zertifizierungsseminaren der 
HLS sicher.  
Ebenso stellt die regionale Suchtberatung, die den reaktiven Baustein verantwortet 
eine Fachperson für eine eintägige Zertifizierungsschulung frei. Die Schulungen fin-
den in der Anfangsphase des Landesprojektes statt.  
 
Ziel: Sicherstellung der Voraussetzungen zur Zertifizierung der HaLT-Standorte.

Informationen zu HaLT  Seite 5 von 14 
    
 
 
 
Bemerkungen: 
Die oben genannten Ziele sind die Voraussetzungen, um mit der effektiven Umsetzung kon-
kreter Maßnahmen im Sinne der HaLT-Standards zu beginnen.  
 
Je nach aktueller Situation in den Landkreisen und kreisfreien Städten sind einige dieser 
„Vorarbeiten“ bereits umgesetzt. Hier können dann auch schon im ersten Projektjahr ver-
stärkt Maßnahmen im proaktiven Bereich umgesetzt werden. 
 
Ziel ist es, dass die vorgenannten Punkte bis Ende 2011 in allen an der Landesinitiative teil-
nehmenden Landkreisen und kreisfreien Städten umgesetzt sind.

Seite 6 von 14   
 
 
D. Anlagen 
 
1. HaLT-Standards 
2. Teilnahmebescheinigung und Abrechnungsformular für Leistungen des reak-
tiven Bausteins mit den Krankenkassen 
3. Interventionen des reaktiven Bausteins im HaLT-Projekt

Seite 7 von 14   
 
Anlage 1 
HaLT-Standards 
Folgende fünf Standards im HaLT-Projekt gelten als Voraussetzung für eine erfolg-
reiche Umsetzung. Diese Standards wurden von Prognos im Rahmen der wissen-
schaftlichen Begleitung der Modellphase identifiziert. Mit ihnen verbunden sind 
Akzeptanz, Wirksamkeit, Nachhaltigkeit und Effizienz von HaLT. Diese Projektstan-
dards sowie die Hinweise zu ihrer Umsetzung in der Praxis wurden von den HaLT-
Koordinatoren/innen aus neun Bundesländern, die sich im „Bundesnetzwerk HaLT“ 
organisiert haben, als wesentlich bewertet (2/2009). Sie dienen als Qualitätsnach-
weis, um eine Förderung durch Krankenkassen und Kommunen zu erreichen.   
Grundvoraussetzungen für eine Zertifizierung als HaLT-Standort sind  
1. Die Mitarbeiter/innen von HaLT verfügen in der Regel über einen (Fach-) 
Hochschulabschluss in den Bereichen Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Pädago-
gik oder Psychologie. 
2. Mindestens eine HaLT-Mitarbeiter/in eines Projekt-Standortes hat an einem 
HaLT-Einführungsseminar teilgenommen. 
3. Bei der Umsetzung des Konzeptes werden die folgenden Standards eingehal-
ten. 
4. Sponsoring wird angestrebt, wobei Sponsoring durch die Alkoholindustrie 
ausgeschlossen wird.

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HaLT-Standard 1 
HaLT ist eine Kombination von HaLT-reaktiv (indizierte Prävention) und HaLT-
proaktiv (kommunal verankerte Strategie zur Alkoholprävention / universelle Prä-
vention).   
Begründung  
 Eine Kombination verhaltens- u. verhältnispräventiver Maßnahmen erhöht 
die Wirksamkeit. Die beiden Bausteine legitimieren und verstärken sich ge-
genseitig. 
 Der Verweis auf z.T. lebensbedrohliche Alkoholvergiftungen verdeutlicht das 
Problem, ohne Alkohol allgemein zu verteufeln. 
 Die Kombination von HaLT reaktiv mit HaLT-proaktiv verhindert die Redukti-
on der Problematik auf ein individuelles, rein jugendspezifisches Problemver-
halten. 
 Riskanter Alkoholkonsum kann durch HaLT-reaktiv allein nicht beeinflusst 
werden. 
Hinweise für die Umsetzung in der Praxis 
HaLT-proaktiv bedeutet  
 Das Konzept und die Ziele von HaLT sind den politischen Entscheidungsträ-
gern bekannt. Es liegt ein positives Votum (evtl. verbunden mit einer finan-
ziellen Förderung) eines relevanten kommunalen Gremiums vor. 
 Die enge Zusammenarbeit mit mindestens drei Netzwerkpartnern im proakti-
ven Bereich wird angestrebt (vorrangig Gemeinde/Ordnungsamt, Festveran-
stalter, Polizei, Ausbildungsstätte im Einzelhandel, Einrichtungen der Ju-
gendarbeit). 
 HaLT proaktiv ist ein Multiplikatorenkonzept (Qualifizierung der „Exper-
ten/innen vor Ort“, „Capacity Building“). Die Zielgruppe im proaktiven Bau-
stein sind vorwiegend Erwachsene. 
 Eine zentrale Ansprechperson für die Steuerung/Koordination des proaktiven 
Bausteins wird benannt. 
HaLT-reaktiv bedeutet  
 Eine Kooperationsvereinbarung mit mindestens einer Klinik liegt vor. 
 Eine zentrale Ansprechperson für den reaktiven Baustein ist benannt. 
 Für das Brückengespräch wird der HaLT-Fragebogen/-Leitfaden benutzt. 
Hinweis: Manche Städte und Landkreise haben bereits ein umfassendes und be-
währtes Gesamtkonzept zur Alkoholprävention mit einem eigenen Namen etabliert, 
das mit HaLT-proaktiv vergleichbar ist. Es ist sinnvoll, solch ein bewährtes Konzept 
fortzuführen. In Kombination mit HaLT reaktiv wird der bestehende kommunale

Seite 9 von 14   
 
Ansatz zu einem Gesamt-Konzept, das den HaLT-Standards entspricht, eine Zertifi-
zierung ist damit möglich.   
 
HaLT-Standard 2 
HaLT ist im reaktiven und proaktiven Baustein ein substanzspezifischer, auf Alkohol 
gerichteter Ansatz.   
Begründung  
 Eine eindeutige Ziel- und Zielgruppenorientierung erhöht sowohl im reakti-
ven als auch im proaktiven Baustein die Wirksamkeit. 
 Die eindeutigen Botschaften und Ziele lassen sich klarer kommunizieren und 
von den Adressaten/innen als allgemein gehaltene Präventions-Appelle um-
setzen. 
 Die Zielgruppe von HaLT-reaktiv sind Jugendliche mit schädlichem Alkohol-
konsum, die über die Klinik, aber auch and. Schnittstellen (Jugendhilfe, Poli-
zei etc.) erreicht werden.  
 Die wissenschaftliche Begleitung des HaLT-Projektes zeigte, dass die erreich-
ten Jugendlichen i.d.R. kaum illegale Drogen konsumieren. Dies bestätigt die 
Richtigkeit eines alkoholspezifischen Angebotes für diese Zielgruppe. 
Hinweis für die Umsetzung in der Praxis 
 Insbesondere in der Aufbauphase ist es teilweise schwierig, immer genügend 
Teilnehmende für das Gruppenangebot „Risiko-Check“ zu gewinnen. Es ist 
jedoch nicht sinnvoll, Cannabiskonsumierende Jugendliche mit einzubezie-
hen.  
 Um zeitnah ein Gruppenangebot durchführen zu können, hat sich die Zu-
sammenarbeit angrenzender Städte oder Landkreise als hilfreiche Option er-
wiesen.

Seite 10 von 14   
 
HaLT-Standard 3 
HaLT ist ein Netzwerkansatz, wobei die Kooperationen über die „klassischen“ Netz-
werke der Suchtprävention - Suchthilfe und Pädagogik – hinaus gehen.   
Begründung 
 HaLT erzielt eine große Reichweite, indem es Kooperationsnetzwerke nutzt 
und kommunale Akteure/innen einbindet. 
 HaLT nutzt vorhandene Strukturen und ist dadurch relativ kostengünstig. 
 Einmal etablierte Kooperationen sind durch die Mitverantwortung vieler Part-
ner/innen nachhaltig wirksam und werden zu Selbstläufern (Capacity Buil-
ding bei relevanten Multiplikatoren/innen). 
 Die Einbindung kommunaler Entscheidungsträger und vieler Partner erhöht 
die Akzeptanz der Projektziele, Prävention tritt nicht als „isolierter Mahner“ 
auf.  
Hinweis für die Umsetzung in der Praxis 
 Wesentlich für den Erfolg des Projektes ist es, neue Netzwerkpartner/innen 
der Suchtprävention wie beispielsweise Festveranstalter, Polizei, Ordnungs-
ämter, Medizin etc. in das Projekt einzubinden. 
 Der Aufbau der Netzwerke benötigt daher zunächst viele Ressourcen und ei-
ne überzeugende Persönlichkeit in der Projektleitung. Sie sollte als Ansprech-
person klar identifizierbar sein und das Projekt steuern und koordinieren.  
 Ist das Projekt einmal etabliert, kann es mit deutlich geringerem Aufwand 
fortgeführt werden.

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HaLT-Standard 4 
HaLT reaktiv ist eine niedrigschwellige, zeitlich begrenzte Frühintervention 
Begründung 
Mit HaLT wird erstmals eine Zielgruppe systematisch angesprochen, die bisher 
kaum erreicht wurde. 
 Die aufsuchende Arbeit in der Klinik nutzt ein sensibles Fenster (Betroffenheit 
bei Jugendlichen und Eltern, Risikokonsum ist offensichtlich). 
 Die Betonung von Risikoverhalten und nicht von Sucht sowie die zeitliche 
Begrenzung machen das Angebot niedrigschwellig. 
 Mit HaLT gelingt es, gefährdete Jugendliche frühzeitig in das Hilfesystem ein-
zubinden. 
 Die Wirkung von Frühintervention ist belegt (MI, TTM als theoretische Grund-
lagen). 
 Ein integriertes erlebnispädagogisches Modul macht das Angebot attraktiv. 
Zudem wird (Risiko-) Verhalten emotional, nicht kognitiv beeinflusst. 
Hinweise für die Umsetzung in der Praxis 
 Als Grundlage für die pädagogische Arbeit mit den Jugendlichen dient das 
HaLT-Handbuch (Trainermanual), in dem Struktur, Ziele, Inhalte und Metho-
den der pädagogischen Arbeit definiert werden. 
 An allen HaLT-Standorten wird ein einheitlicher Fragebogen für das Brücken-
gespräch eingesetzt.  
An manchen Standorten schließen die Kliniken mit den HaLT-Zentren einen 
Konsiliarvertrag ab. Dadurch bedarf es für das erste Gespräch (Brückenge-
spräch) keiner Schweigepflichtentbindung durch die Eltern. Damit erhöht 
sich die Wahrscheinlichkeit, dass belastete und gefährdete Jugendliche er-
reicht werden können, deren Eltern eine Zusammenarbeit ablehnen würden.  
 Um die Qualität zu garantieren, müssen HaLT-Honorarkräfte angemessen 
eingearbeitet werden und regelmäßig Supervision bzw. kollegiale Intervision 
erhalten.

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HaLT-Standard 5 
HaLT-Standorte verstehen sich als Kompetenzzentren, Impulsgeber und sind als 
Dienstleister im kommunalen Setting gut erkennbar.   
Begründung 
 Es gibt konkrete unterstützende Angebote wie Vorträge, Schulungen, Mate-
rialien etc. Damit wird Alkoholprävention für Kliniken, aber auch für Festver-
anstalter, Kommunen, Einzelhandel etc. attraktiv. Die Einbindung in HaLT 
wird dadurch eher mit Entlastung und nicht mit Mehrarbeit verknüpft. 
 Da Beispiele von alkoholvergifteten Kindern und Jugendlichen alarmieren, ist 
HaLT öffentlichkeitswirksam. HaLT reaktiv und proaktiv bieten den Koopera-
tionspartner/innen Imagegewinn.   
Hinweise für die Umsetzung in der Praxis 
 Wer das Projekt steuert / koordiniert und wer für welche fachlich-inhaltlichen 
Schwerpunkte verantwortlich ist, muss bereits in der Aufbauphase des Pro-
jektes geklärt werden. 
 HaLT-Fachkräfte unterstützen insbesondere Multiplikatoren/innen im kom-
munalen Setting.

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Anlage 2 
TEILNAHMEBESCHEINIGUNG und ABRECHNUNG für den reaktiven Baustein im Projekt 
„HaLT – Hart am Limit“  
 
Der Leistungsanbieter füllt diesen Bogen gemeinsam mit dem/der Versicherten aus und leitet ihn an 
die zuständige Krankenkasse weiter. Hinweis für die Versicherten: 
Die Krankenkasse verwendet die hier erhobenen Daten, um zu prüfen, ob sie Kosten erstatten kann (§  
284 SGB V). 
 
Angaben von Leistungsanbieter und Versicherten auszufüllen: 
 
 
…………………………………………………………………………………  ………………………………… 
Vor- und Zuname des Jugendlichen     Geburtsdatum 
 
 
Hiermit bestätige ich, dass ich an folgender Maßnahme teilgenommen habe: 
 
 
 
 
Maßnahme durchgeführt am Unterschrift des Jugendli-
chen bzw. bei Elternge-
spräch der Eltern 
Kosten 
Brückengespräch                            ca. 60 Minuten    
Elterngespräch                               ca. 60 Minuten    
Gruppenarbeit Risikocheck            ca. 8 bis 12 Stunden    
Zielvereinbarung abgeschlossen    
 
 
 
Ich bin unwiderruflich damit einverstanden, dass der Leistungsanbieter die o.a. Leistungen direkt mit 
meiner Krankenkasse abgerechnet. 
 
 
Angaben vom Leistungsanbieter auszufüllen  
 
Die Richtigkeit der vorgenannten Angaben wird bestätigt. Hiermit beantrage ich die Vergütung der durchge-
führten Maßnahmen auf folgendes Konto: 
 
Kreditinstitut  Bankleitzahl  Konto-Nr.  
  
IK-Kennzeichen Gesamtbetrag in €  
  
Ort  Datum  Unterschrift und Stempel des Leistungsanbieters 
 
 
 
…………………………………………………………… 
Versicherungs-Nummer des/der Versicherten  
Name und Adresse des Leistungsanbieters:

Seite 14 von 14   
    
 
 
Anlage 3 
Interventionen des reaktiven Bausteins im HaLT-Projekt  
 
 Brückengespräch, ca. 60 Minuten 
In diesem Gespräch geht es um die Reflexion des Geschehenen. Es erfolgt nach den Re-
geln der motivierenden Gesprächsführung. Es werden sowohl die Trinkmotive, die Fol-
gen des Trinkens wie auch die persönliche Verantwortung des Jugendlichen für sein 
Verhalten angesprochen.  
 
Das Gespräch findet direkt in der Klinik statt. Sofern dies nicht möglich ist, ist das Ge-
spräch innerhalb von drei Tagen nach der Alkoholintoxikation zu führen.  
 
 Elterngespräch, ca. 60 Minuten
 
Im Gespräch mit den Eltern wird versucht, das Geschehene aufzuarbeiten (Wie konnte 
es dazu kommen?). Die Eltern werden informiert und aufgeklärt (u.a. Folgen von Trink-
exzessen im jugendlichen Alter, Sensibilisierung bezüglich des Themas Alkohol). Es geht 
auch um die Vorgaben des Jugendschutzes und die Verantwortung der Eltern ihrem 
Kind gegenüber. Darüber hinaus werden Strategien entwickelt, wie zukünftig solch auf-
fälliges Trinkverhalten vermieden werden kann. 
 
Das Elterngespräch wird von der Fachkraft durchgeführt, die auch das Brückengespräch 
durchgeführt hat. 
 
 Gruppenintervention, (Risikocheck inkl. Abschluss -/Bilanzgespräch)
 
ca, 8 bis 12 Stunden 
In der Gruppenarbeit mit den Jugendlichen geht es vor allem um die Erarbeitung einer 
Risikokompetenz im Umgang mit Alkohol. Die Risikowahrnehmung wird trainiert, das 
Thema Grenzen erkennen und Grenzen einhalten und die Verantwortung für sich und 
andere durchgesprochen. In einem erlebnispädagogischen Teil geht es darum, den ju-
gendlichen Alternativen aufzuzeigen, mit denen auch „Grenzerfahrungen, Spaß haben 
und riskante Situationen erleben“ verbunden sind.  
 
 Interventionsabschluss mit Zielvereinbarung ca. 60 Minuten
   
Das Gespräch hat zum Ziel, die Jugendlichen nachhaltig zu einer Auseinandersetzung 
mit dem eigenen Konsumverhalten zu sensibilisieren. Zum Abschluss werden persönli-
cher Gewinn, persönliche Zielsetzung und Strategien, diese mit Teilschritten zu errei-
chen, besprochen.  
In Ausnahmefällen kann dieses Gespräch auch über telefonisch erfolgen.  
 
Bei Bedarf: Einleitung weitergehender Hilfen. Überleitung zu einer Familienberatungs-
stelle, Kontakt zum Jugendamt etc.

Beratungsverlauf (4)

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Details

Vorlagen-Nr.
2011/0036
Typ
Magistratsvorlage
Datum
14.01.2011
Erstellt
29.09.2026 00:00