RR 41/2023
Anfrage der Fraktion DIE LINKE./Volt vom 28.11.2023 Der Wald weiterhin in der Krise – Waldzustandsbericht 2023 und Forschungsnetzwerk Wald NRW
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Sitzungsvorlage RR (Anfrage der Fraktion DIE LINKE./Volt Der Wald in der Krise)
3250 Zeichen
Fraktion DIE LINKE. / Volt im Regionalrat Köln
Zeughausstraße 2-10|50667 Köln
+49 221 292 00 704
fraktion@linke-volt-regionalrat.koeln
www.linke-volt-regionalrat.koeln
Seite 1
Dienstag, 28. November 2023
Anfrage
Der Wald weiterhin in der Krise – Waldzustandsbericht 2023 und Forschungsnetzwerk
Wald NRW
Sehr geehrter Herr Vorsitzender Deppe,
im November 2023 wurde der aktuelle Waldzustandsbericht NRW veröffentlicht. Am 30.und
31.10.2023 trafen sich in Arnsberg Expertinnen und Experten und gründeten das Forschungs-
netzwerk Wald NRW. Die Koordinationsstelle für dieses Netzwerk ist im Zentrum für Holz und
Waldwirtschaft in Arnsberg angesiedelt. Der Wald und die Waldwirtschaft NRW stehen weiter
vor großen Herausforderungen, denen man begegnen möchte, in dem Expert*innenwissen zu-
sammengeführt und gemeinsame Strategien entwickelt werden.
Im Waldzustandsbericht heißt es:
„Die in diesem Jahr gute Bodenwasserversorgung der durchwurzelten Schichten während der
Vegetationsperiode führte nicht zu einer Verbesserung der Vitalitätswerte der Bäume. Hauptur-
sachen für die schlechten Vitalitätswerte sind die Auswirkungen der Dürre- und Hitzeperioden
des Vorjahres, erhöhter Wasserstress durch eine verlängerte Vegetationszeit aufgrund gestiege-
ner Temperatur, Schäden durch Insekten (in erster Linie bei der Fichte) und die langfristige Be-
lastung der Waldböden durch Stoffeinträge.“
https://www.mlv.nrw.de/wp-content/uploads/2023/11/waldzustandsbericht_nrw_2023_kurz.pdf
https://www.wald-und-holz.nrw.de/en/ueber-uns/forschung/forschungsnetzwerk-wald-nrw
Die Fraktion DIE LINKE. / Volt bittet um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Welche und wie viele Expert*innen aus welchen Institutionen zeichnen sich für die Erstel-
lung des Waldzustandsberichtes verantwortlich?
2. Warum werden für die Bereiche Bergisches Land und Niederrheinische Bucht (Seite 15
des Waldzustandsberichtes/ Intensivmonitoring Waldboden/ Bodenfeuchtigkeit / Saugspan-
nung) keine Ergebnisse angegeben?
3. Besondere Untersuchungen zur Waldforschung werden an den Standorten Rott (Region
Aachen), Elberndorf (Siegen- Wittgenstein), Kleve Tannenbusch und Schwaney (Kreis Pader-
born) durchgeführt. Warum gibt es diese Forschungen nicht auch an einem Ort im Bergischen
Land, in der Niederrheinischen Bucht oder anderswo?
DIE LINKE. / Volt im RR | Zeughausstraße 2-10|50667 Köln
Seite 2
4. Sind die „Wald erleben“- Angebote (Informations-Rundgänge mit Rangern) nur auf das Sauerland
beschränkt? Wenn ja, was ist der Grund dafür und ist es nicht möglich diese auf andere Bereiche
auszuweiten, um die Bevölkerung für das Thema „Wald“ zu interessieren?
5. Viele Millionen Euro werden bereitgestellt, um die privaten Besitzer*innen von Waldflächen für
einen nachhaltigen Aufbau und Umbau des Waldes zu motivieren. Wieviel Geld wurde in 2023
für welche Projekte ausgegeben und scheinen die finanziellen bzw. motivierenden Bemühungen
zu fruchten? Woran wird dies festgemacht?
Freundliche Grüße
Friedrich Jeschke Beate Hane-Knoll
Fraktionsvorsitzender stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Sitzungsvorlage RR (Schreiben MLV.NRW vom 07.12.2023)
6973 Zeichen
Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
40190 Düsseldorf
Dienstgebäude und
Lieferanschrift:
Stadttor 1
40219 Düsseldorf
Telefon 0211 3843-0
Telefax 0211 3843-939110
poststelle@mlv.nrw.de
www.mlv.nrw.de
USt-IdNr.: DE357413739
Öffentliche Verkehrsmittel
vom Hauptbahnhof zur
Haltestelle Stadttor:
Straßenbahnlinie 709
Buslinie 732
Ministerium für Landwirtschaft
und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen
7. Dezember 2023
Seite 1 von 4
Aktenzeichen
(bei Antwort bitte angeben)
63.07.00.01-001001
Dr. Thorsten Mrosek
Telefon 0211 3843-3222
Fax 0211 3843-939110
thorsten.mrosek@mlv.nrw.de
Bezirksregierung Köln
Dezernat 32 – Geschäftsstelle Regionalrat
z. H. Frau Marianne Weidmann
50606 Köln
- nur elektronisch -
Anfrage der Fraktion DIE LINKE./Volt im Regionalrat Köln „Der
Wald weiterhin in der Krise – Waldzustandsbericht 2023 und
Forschungsnetzwerk Wald NRW“ vom 28.11.2023
Ihre E-Mail vom 28.11.2023
Sehr geehrte Frau Weidmann,
hiermit übersende ich Ihnen die Beantwortung der Fragen der Fraktion
DIE LINKE. / Volt im Regionalrat Köln vom 28.11.2023:
Zu Frage 1 „Welche und wie viele Expert*innen aus welchen
Institutionen zeichnen sich für die Erstellung des Waldzustandsberichtes
verantwortlich?“:
Bei der Erstellung des jährlichen Waldzustandsberichts sind – im
Rahmen der Waldzustandserhebung mit dem Kronenmonitoring, des
forstlichen Umweltmonitorings mit dem Intensivmonitoring (Level II) und
weiteren Erhebungen – die Einrichtungen Ministerium für Landwirtschaft
und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen,
Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, Landesamt für
Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen und in
einigen Jahren auch Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen –
Landesbetrieb mit insgesamt etwa 25-30 Personen – in allen Fällen nur
mit Arbeitszeitanteilen, z. T. auch nur sehr geringen Anteilen – beteiligt.
Hierbei erfolgen die Geländeaufnahmen der Waldzustandserhebung mit
dem Kronenmonitoring durch zehn Personen.
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Zu Frage Nr. 2 „Warum werden für die Bereiche Bergisches Land und
Niederrheinische Bucht (Seite 15 des Waldzustandsberichtes/
Intensivmonitoring Waldboden/ Bodenfeuchtigkeit / Saugspannung)
keine Ergebnisse angegeben?“:
Die Bodensaugspannung wird im Rahmen des forstlichen
Umweltmonitorings für Nordrhein-Westfalen als gesetzliche Aufgabe auf
einem Teil der 20 Untersuchungsflächen des Intensivmonitorings
gemessen. Diese wurden Anfang der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre
nach regionalen (Waldtypen) und immissionsökologischen Kriterien
ausgewählt. Derzeit sind keine Intensivmonitoringflächen im Bergischen
Land und der Niederrheinischen Bucht vorhanden, sodass für diese
Bereiche im Waldzustandsbericht keine Ergebnisse zur
Bodensaugspannung dargestellt werden.
Weitere Informationen: https://www.lanuv.nrw.de/natur/forstliches-
umweltmonitoring/level-ii-intensivmonitoring
Im Gebiet der Niederrheinischen Bucht erfolgen in Bonn-Kottenforst
Untersuchungen des Geologischen Dienstes NRW, der dort u. a. eine
Bodenfeuchtemessstation betreibt (Daten abrufbar unter
https://www.gd.nrw.de/bo_bb_bodenfeuchtemessdaten.php).
Zu Frage Nr. 3 „Besondere Untersuchungen zur Waldforschung werden
an den Standorten Rott (Region Aachen), Elberndorf (Siegen-
Wittgenstein), Kleve Tannenbusch und Schwaney (Kreis Paderborn)
durchgeführt. Warum gibt es diese Forschungen nicht auch an einem
Ort im Bergischen Land, in der Niederrheinischen Bucht oder
anderswo?“:
Die Untersuchungen an den dargestellten Standorten beziehen sich auf
die Erhebungen im Rahmen des Intensivmonitorings als Teil des
forstlichen Umweltmonitorings für Nordrhein-Westfalen. Wie auch zu
Frage 2 beschrieben, werden im Rahmen des forstlichen
Umweltmonitoring als gesetzliche Aufgabe derzeit 20
Dauerbeobachtungsflächen in Nordrhein-Westfalen betrieben. Diese
wurden Anfang der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre nach regionalen
(Waldtypen) und immissionsökologischen Kriterien ausgewählt. Auf den
Flächen werden biotische Erhebungen (Phänologie, Kronenbonitur,
Nadel- / Blattanalytik, Ertragskunde und Bodenvegetation) sowie
bodenkundliche Erhebungen durchgeführt. Weitere Daten wie
Messungen zum Bodenwasserhaushalt werden zurzeit auf insgesamt 13
der 20 Flächen erhoben.
Weitere Informationen: https://www.lanuv.nrw.de/natur/forstliches-
umweltmonitoring/level-ii-intensivmonitoring
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Weitere wissenschaftliche Untersuchungen im Rahmen von
waldbezogenem Monitoring und Waldforschung finden auch außerhalb
des forstlichen Umweltmonitorings und damit auch über die aufgeführten
Flächen hinaus statt.
Zu Frage 4 „Sind die „Wald erleben“- Angebote (Informations-
Rundgänge mit Rangern) nur auf das Sauerland beschränkt? Wenn ja,
was ist der Grund dafür und ist es nicht möglich diese auf andere
Bereiche auszuweiten, um die Bevölkerung für das Thema „Wald“ zu
interessieren?“:
Der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen bietet Angebote
von Rangerinnen und Rangern im Nationalpark Eifel, im Naturpark
Arnsberger Wald und im Sauerland / Rothaargebirge an. Außerdem
bestehen Kooperationen mit Kreisen, Kommunen und Institutionen zum
lokalen Einsatz von Rangerinnen und Rangern.
Weitere Informationen: https://www.wald-und-holz.nrw.de/wald-
erleben/ranger
Zu Frage 5 „Viele Millionen Euro werden bereitgestellt, um die privaten
Besitzer*innen von Waldflächen für einen nachhaltigen Aufbau und
Umbau des Waldes zu motivieren. Wieviel Geld wurde in 2023 für
welche Projekte ausgegeben und scheinen die finanziellen bzw.
motivierenden Bemühungen zu fruchten? Woran wird dies
festgemacht?“
Für die Wiederbewaldung der Kalamitätsflächen und den Waldumbau
standen in 2023 Mittel in Höhe von rund 40 Mio. Euro zur Verfügung.
Das wichtigste Instrument zur Unterstützung der Wiederbewaldung sind
die Förderrichtlinien Extremwetterfolgen. Zum Stand 1.12. waren davon
rund 9 Mio. Euro in Bewilligungen gebunden. Es wird davon
ausgegangen, dass es hier in den kommenden Wochen noch eine
deutliche Zunahme an bewilligten Anträgen geben wird.
Im Vergleich zum Vorjahr wird insgesamt eine deutliche Steigerung der
Mittelbindungen erwartet. Es wird abgeschätzt, dass die ergriffenen
Maßnahmen, zum Beispiel die Einführung einer Pauschale zu
Unterstützung der Wiederbewaldungsplanung im Rahmen des 5-
Punkte-Programmes, ihre Wirkung zeigen. Insbesondere die Anfang
Dezember eingeführte Wiederbewaldungsprämie wird als einfaches und
unbürokratisches Förderangebot weitere Waldbesitzerinnen und
Waldbesitzer zur Wiederbewaldung motivieren. Die bisherigen
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Rückmeldungen aus den Bewilligungsbehörden lassen nochmal eine
deutliche Zunahme an Förderanträgen erwarten.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Dr. Mrosek
Sitzungsvorlage RR (Anfrage der Fraktion DIE LINKE./Volt vom 28.11.2023 Der Wald weiterhin in der Krise – Waldzustandsbericht 2023 und Forschungsnetzwerk Wald NRW)
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Seite 1 von 1 Sitzungsvorlage RR - öffentlich - RR 41/2023 Dezernat Regionalplanung, Braunkohlenplanung, Geschäftsstelle Ansprechperson Telefon BEZIRKSREGIERUNG Köln Datum 07.12.2023 Beratungsfolge Termin TOP Beratungsaktion Regionalrat des Regierungsbezirks Köln 08.12.2023 12.1 zur Kenntnis TOP: Anfrage der Fraktion DIE LINKE./Volt vom 28.11.2023 Der Wald weiterhin in der Krise – Waldzustandsbericht 2023 und Forschungsnetzwerk Wald NRW Beschlussvorschlag: Der Regionalrat nimmt die Antwort zur Kenntnis. Erläuterungen: Anlage(n): 1. Anfrage der Fraktion DIE LINKE./Volt Der Wald in der Krise 2. Schreiben MLV.NRW vom 07.12.2023
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- RR 41/2023
- Typ
- Sitzungsvorlage RR
- Datum
- 08.12.2023
- Erstellt
- 29.11.2023 14:31