V/0873/2007
Produktions- und Konzeptionsförderung für freie Theater 2008
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Beschlussvorlage
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V/0873/2007 DER OBERBÜRGERMEISTER Kulturamt Betrifft Produktions- und Konzeptionsförderung für freie Theater 2008 Bestätigung der Entscheidungen des Kuratoriums Beratungsfolge 07.11.2007 Kulturausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss bestätigt die in der Begründung aufgezeigten Förderentscheidungen des Ku- ratoriums für Produktions- und Konzeptionsförderungen für freie Theater für das Jahr 2008. Die Förderungen stehen unter dem ausdrücklichen Vorbehalt des Ratsbeschlusses über den Haushaltsplan 2008 und die damit verbundene Bereitstellung der Haushaltsmittel. Begründung: Auf der Grundlage der Leitlinien für die Produktions- und Konzeptionsförderung für freie Theater hat das Kulturamt vor den Sommerferien dieses Jahres die freien Theaterproduzenten zur Antrag- stellung bis zum 31. August 2007 aufgerufen. Insgesamt sind darauf hin 17 Anträge von 16 An- tragstellern eingereicht worden. In seiner Sitzung am 17. Oktober 2007 hat das Kuratorium über sämtliche vorliegenden Anträge entschieden. Zur Vergabe stand der planerische Ansatz für das Jahr 2008 in Höhe von 170.000 Euro, der dem des Vorjahres entspricht. Dem Kuratorium war bekannt, dass die Bereitstellung dieser Mittel unter dem ausdrücklichen Vor- behalt des Ratsbeschlusses über den Haushaltsplan 2008 steht. Dieser Vorbehalt wird nach posi- tiver Beschlussfassung im Kulturausschuss auch in die Zuwendungsbescheide an die Projektträ- ger aufgenommen. Die Mitglieder des Kuratoriums betonten ausdrücklich die grundsätzlich gute Qualität der freien Theaterarbeit in Münster, die sich auch im diesjährigen Spielplan des Pumpenhauses widerspie- gelt. In diesem Zusammenhang wünschte das Kura torium ebenfalls, dass die guten Möglichkeiten des Pumpenhauses, die sich durch den zweiten Bühnenraum im Keller ergeben, noch besser und effektiver für kleinere Produktionen aus dem lokalen Theaterbereich genutzt werden sollten. Damit könne das Haus unmittelbar die Palette der Produktionsmöglichkeiten für die freien Labels aus- weiten und verbessern. Die Kuratoriumsmitglieder kamen überein, dass eventuell freigesetzte Pro- Vorlagen-Nr.: V/0873/2007 Auskunft erteilt: Herr Ermeling Ruf: 492 41 03 E-Mail: Ermeling@stadt-muenster.de Datum: 23.10.2007 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0873/2007 duktionsmittel durch nicht realisierte Projekte im jeweils laufenden Spieljahr dem Pumpenhaus zur Verfügung gestellt werden und dafür eingesetzt werden sollen. Im Einzelnen hat das Kuratorium seine weiteren Förderentscheidungen wie folgt ausgesprochen: Antragsteller: Samir Akika Tanztheaterprojekt MISCHLING Beantragt: 32.000 Euro Zuschuss: 25.000 Euro Als einstiger Tänzer im Ensemble von Pina Bausch und aufgrund seiner Affinität zur HipHop – Kul- tur verfügt Samir Akika über hervorragende Kenntnisse sowohl der internationalen Modern – Dance – Szene als auch auf dem Sektor des B – Boying. Er war mit seinen Produktionen in den vergangenen Jahren bereits häufiger im Pumpenhaus zu sehen. Samir Akika hat seinen Arbeits- schwerpunkt seit dem Herbst dieses Jahres nach Münster verlagert. Das Kuratorium verspricht sich dadurch deutliche Impulse für das freie Theater in Münster. Bei der jetzt von Akika vorge- schlagenen Produktion handelt es sich um ein performatives Tanztheaterstück, das er mit Akteu- ren unterschiedlicher Kulturen erarbeitet. Antragsteller: Tugsal Mogul Theaterprojekt „Notaufnahme / Theater OP“ Beantragt: 15.711 Euro Zuschuss 13.000 Euro Die Produktion „Notaufnahme…“ ist die erste Verbindung zwischen Schauspiel und Medizin, die der erfahrene deutsch – türkische Regisseur und Arzt Tugsal Mogul in Münster am Pumpenhaus inszenieren wird. Als Textgrundlage dient das Buch des amerikanischen Autors und Arztes Frank Huyler „Notaufnahme – Geschichten zwischen Leben und Tod“, eine eindringliche Schilderung des Mikrokosmos Krankenhaus und der steten Suche des Arztes, das immer wieder neu aufzuneh- mende Ringen um die Unversehrtheit oder gar um das Leben eines Fremden - seines Patienten - bestehen und aushalten zu können. Mogul ist bekannt für seine mehrsprachigen, schauspielerisch konzentrierten und formstrengen Arbeiten. Antragsteller: Cactus – Junges Theater (Barbara Kemmler) Projektplanung 2008 Beantragt: 50.200 Euro Zuschuss: 40.000 Euro Das Junge Theater Cactus unter der Leitung von Barbara Kemmler repräsentiert in hervorragen- der Weise die freie Jugendtheaterarbeit in der Stadt. Für das kommende Jahr 2008 plant Cactus die neue (zweite) Staffel des Erfolgsformates „SOAP“, mit dem das junge Theater tiefer in das Thema der Mediensatire einsteigt. Die erste Staffel der Theater - Soap konnte durch ihr innovati- ves Format und durch das frische Konzept junge Menschen für das Theater begeistern, die vorher kaum damit in Berührung gekommen waren. Durch den eigens eingerichteten SOAP – Club im Pumpenhaus werden junge Zuschauer für längere Zeit an ein Theaterprogramm und die Spielstät- te im positiven Sinne gebunden. Cactus widmet sich darüber hinaus in 2008 unter der thematischen Zusammenfassung „schwarz / weiß“ einem afrodeutschen Schwerpunkt mit einer Theaterproduktion, einer Veranstaltungsreihe mit Diskussionen, pädagogischen Angeboten, Workshops für Jugendliche, Literaturveranstaltun- gen etc. Weiter wird Cactus eine „Preview“ des Mädchentanztheaterstücks „Shopping“ präsentieren und die Produktion „Turnaround“ vorbereiten, die in 2009 zur Premiere kommen soll. - 3 - V/0873/2007 Antragsteller: Freuynde + Gaesdte (Marcell Kaiser, Doro Aumayr) Theaterprojekt „Zwanzigtausend Faden“ Beantragt: 35.000 Euro Zuschuss: 12.000 Euro Die Theatergruppe Freuynde + Gaesdte präsentiert ihre Produktionen seit Jahren an den unter- schiedlichsten Orten in der Stadt. Freuynde + Gaesdte planen, die Inszenierung des neuen Stü- ckes „Zwanzigtausend Faden“ im Innern eines Containerschiffes anzusiedeln, das für die Dauer der Vorstellung den Dortmund – Ems – Kanal befährt. Grundlage für das Stück ist der Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne. Koproduzierende Partner für „Zwanzigtausend Faden“ sind Zeha Schröders schwedisches Label mime.se und die Züricher Grenzgänger. Darüber hinaus werden Fördergelder aus EU-Mitteln, des Landes, des Bundes und von Stiftungen erwartet. Angesichts dieser Mitfinanzierungsmöglichkeiten, die sich durch die zwei weiteren Koproduktions- partner ergeben, kam das Kuratorium überein, etwa ein Drittel des Fehlbetrages durch städtische Förderung zu decken. Antragsteller: Theater Sycorax ( Paula Artkamp, Manfred Kerklau) Theaterprojekt „Hochzeit“ von Elias Canetti Beantragt: 13.200 Euro Zuschuss: 10.000 Euro Das Theater Sycorax unter der Leitung von Paula Artkamp und Manfred Kerklau steht seit Jahren für eine professionelle Theaterarbeit mit Menschen mit psychischen Grenzerfahrungen. Ausge- hend von den Fähigkeiten und Begabungen der mitwirkenden wird auch die neue Produktion „Hochzeit“ ihre eigene „Sycoraxinterpretation“ gewinnen. Sycorax nimmt sich mit dem Canetti – Stück wieder einer literarischen Vorlage an, deren Inszenierung prozesshaft erarbeitet wird. Das Stück erscheint dem Kuratorium als prädestiniert für ein starkes Ensemblespiel mit individuellen Charakteren und eigenwilligen Typen, das damit reiche Möglichkeiten für das 17-köpfige Ensemble von Theater Sycorax bietet. Antragsteller: Phönix 5 / fringe ensemble (Harald Redmer) Jahresplanung 2008 / 09 Beantragt: 40.000 Euro Zuschuss: 30.000 Euro für 2008 Das Kuratorium wünschte sich Anträge der Produktionsgemeinschaft Phönix 5 /fringe ensemble, die über einen einzelnen Produktionsvorschlag hinaus mittelfristige Perspektiven aufzeigen (siehe auch Vorlage V/0883/2006). Mit dem jetzt vorliegenden Antrag machen Phönix 5 / fringe ensemble die künstlerische Zielsetzung und die Perspektive für die künftigen Projektvorhaben in den Jahren 2008 und 2009 transparent. Unter dem Themenkomplex „Gewalt und Wahrheit“, dem sich das Gemeinschaftslabel in den kommenden zwei Jahren widmen will, ist für 2008 zunächst die Produk- tion „“Winter im Morgengrauen“ nach dem Roman von Jens – Martin Eriksen geplant. Darüber hin- aus wird die für 2009 vorgesehene größere Ensembleproduktion „I said the things you told me not to say“ vorbereitet, die mit einer öffentlichen Vorschauaufführung im Herbst 2008 vorgestellt wird. Abgerundet wird das Arbeitsjahr 2008 mit einer Neufassung des Stückes „Zur schönen Aussicht“ von Ödön von Horvath, die bereits in 2002 erfolgreich präsentiert wurde. Im Sinne der Zielsetzung des Produktionsförderkonzeptes hält das Kuratorium die kontinuierliche Gemeinschaftsarbeit von Phönix 5 / fringe ensemble für beispielhaft. Auch das nun vorliegende Arbeitskonzept für die bei- den kommenden Jahre lässt wieder überregionale Aufmerksamkeit erwarten. Neben dem Zu- schuss für 2008 stellt das Kuratorium eine Förderung für 2009 in gleicher Höhe in Aussicht, um der Produktionsgemeinschaft Planungssicherheit mit auf den Weg zu geben. - 4 - V/0873/2007 Antragsteller: Theater T1 (Thorsten Lensing) Theaterproduktion „Lauf zum Meer“ von William Carlos Williams Beantragt: + 23.000 Euro Zuschuss: + 20.000 Euro Für die Produktion „Lauf zum Meer. Ein Idyll“ hat das Theater T1 bereits mit Beschluss über die Förderungen für 2007 einen Zuschuss von 15.000 Euro erhalten (siehe Vorlage V/0883/2006). Mittlerweile hat das Projekt eine enorm positive künstlerische Entwicklung genommen, durch die T1 namhafte Partner im Bundesgebiet gewinnen konnte. So beteiligen sich nun neben dem Thea- ter im Pumpenhaus auch die „spielzeiteuropa“ Berlin, sowie das Schauspielhaus Frankfurt und Kampnagel Hamburg. Dadurch war es möglich, mi t Katharina Schüttler die Schauspielerin des Jahres 2006 und mit Viviane de Muynck eine der bekanntesten Schauspielerinnen Belgiens zu verpflichten. Zudem wird die Produktion nunmehr mit Live – Musik geplant. Das Kuratorium bewer- tet die künstlerische Entwicklung des Projektes als äußerst positiv und verspricht sich davon einen besonderen Höhepunkt im Spielplan des Pumpenhauses. Folglich spricht es sich für die Erhöhung des Zuschusses um 20.000 Euro aus. Die Premiere wird im Theater im Pumpenhaus in 2008 sein. Zuvor wird T1 mit der geförderten Produktion „Onkel Wanja“ im Februar im Pumpenhaus zu sehen sein. Antragsteller: RedArt (Paula Artkamp / Beate Reker) Theaterprojekt „Kommt ein Mann zur Welt“ von Martin Heckmanns Beantragt: 32.000 Euro Zuschuss: 20.000 Euro Bei der neuen Produktion von RedArt „Kommt ein Mann zur Welt“ handelt es sich um eine Kopro- duktion mit dem TAG (Theater an der Gumpendorfer Straße) in Wien. RedArt konzentriert sich damit wieder auf die Aufführung eines Stückes eines jungen Autors. Nach Auffassung des Kurato- riums verspricht der Produktionsvorschlag eine unterhaltsame Inszenierung, die insbesondere ein jüngeres Publikum anspricht. Es spricht sich daher für eine Förderung in Höhe des Koproduktions- anteiles des TAG Wien von ebenfalls 20.000 Euro aus. Ablehnungen: Folgende Anträge wurden einstimmig abgelehnt: 1. Jan Klare / Christian Fries Produktion „Crashtime“ 2. Kaspar Wimberley + Martina Holn Produktion „Die Zusammenkunft“ 3. Andreas Ladwig Produktion „The Zoo Story“ 4. Andreas Ladwig Produktion “Lost” 5. Annette Knuf / Schrägstrichtheater Produktion “ AndersArtig” 6. Roger Trash Antrag auf Konzeptionsförderung 7. Theater Weltengucker Theaterprojekt zum Thema „Zeitreisen“ 8. Theater Shelire Produktion „Kains Strand“ 9. Theatergruppe Szenenwechsel Produktion „Der Revisor“ I. V. gez. Dr. Hanke Stadträtin
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0873/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 23.10.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37