AN/0210/2019
Schwerer Verlust für den Wirtschafts- und Handelsstandort Köln durch Verlagerung der Kaufhof-Zentrale nach Essen: Ist die Standortpolitik der Oberbürgermeisterin gescheitert?
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SPD Anfrage nach § 4
4433 Zeichen
An die Vorsitzende des Rates Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 11.02.2019 AN/0210/2019 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 14.02.2019 Schwerer Verlust für den Wirtschafts- und Handelsstandort Köln durch Verlagerung der Kaufhof-Zentrale nach Essen: Ist die Standortpolitik der Oberbürgermeisterin gescheitert? Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD-Fraktion bittet, folgende Anfrage in die Tagesordnung der Ratssitzung am 14.02.2019 aufzunehmen: Am 25.01. hat der Kaufhof/Karstadt-Konzern bekanntgegeben, dass die gemein- same Unternehmenszentrale künftig ihren Sitz in Essen haben wird. Damit wer- den alle wichtigen Führungs- und Verwaltungsstrukturen beider Häuser dem- nächst in Essen gebündelt. Diese Entscheidung ist ein schwerer Schlag für den Wirtschaftsstandort Köln, von wo aus die Geschicke von Kaufhof seit über 120 Jahren gelenkt wurden. Derzeit sind in der bisherigen Kaufhof-Zentrale rund 1.600 Mitarbeitende beschäftigt. Für viele dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die aktuelle Entwicklung mit einem Verlust ihres Arbeitsplatzes verbunden o- der sie werden ihrer Tätigkeit künftig im Ruhrgebiet nachgehen müssen. In Köln verbleiben die Lohnbuchhaltung und die Steuerung des Outlet- sowie des Gastronomie- und Lebensmittelgeschäftes. Vorgesehen ist, in Köln ein Kompe- tenz-Center für Digitalisierung und E-Commerce aufzubauen. Im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 2./3.02.2019 erklärt der Vor- sitzende des Gesamtbetriebsrates Peter Zysik auf die Frage nach Unterstützung im Kampf um die Zentrale: „Man hatte den Eindruck, dass unser Stellenwert nicht nur hier in der Stadt, sondern auch bei der Politik im Land nicht besonders hoch ist. Die Stadt Essen hat da offenbar deutlich mehr Gas gegeben.“ - 2 - Die SPD-Fraktion bittet hierzu um Beantwortung folgender Fragen: 1. In KStA vom 31.12.2018 wird die Oberbürgermeisterin wie folgt zitiert: „ ich habe mit dem neuen Konzernchef Stephan Fanderl Kontakt aufge- nommen und ihn auf die Vorzüge des Standorts Köln aufmerksam ge- macht.“ Mit welchen konkreten Maßnahmen und Aktivitäten hat sich die Oberbürgermeisterin für eine Ansiedlung der Konzernzentrale in Köln und die damit verbundene Schaffung bzw. den Verbleib von Arbeitsplätzen am Standort eingesetzt? Welche Angebote, Gespräche und weiteres Engage- ment hat die Oberbürgermeisterin unternommen, um die unbestreitbaren Vorzüge des Standorts in der Entscheidungsfindung um den Sitz der Zent- rale zu verdeutlichen und zu bewerben? Gab es hier einen Austausch und Schulterschluss mit IHK und Vertretern von Verdi und DGB? Sind der Stadtspitze die ausschlaggebenden Argumente für die letztendliche Ent- scheidung bekannt und welche Konsequenzen ergeben sich hieraus für die Standortpolitik und die aktuellen und künftigen Strategien der Wirtschafts- förderung in Köln? 2. Welche Unterstützung wird seitens der Wirtschaftsförderung und der Oberbürgermeisterin geleistet, um den Ausbau der zukunftsträchtigen On- line-Sektion des Unternehmens in Köln zu begleiten und zu fördern? Gibt es zu den Planungen zum Aufbau eines Kompetenz-Centers für Digitalisie- rung und E-Commerce aktuell einen Austausch mit der Unternehmensfüh- rung? Wie viele Arbeitsplätze werden im Kontext des Digitalgeschäftes des Kaufhof/Karstadt-Konzern am Standort Köln gesichert bzw. geschaffen? 3. Neben einem massiven Stellenabbau im Umfang von rund 2.600 Vollzeit- stellen in Verwaltung und Filialen des Konzerns ist für Beschäftigte von Kaufhof der Ausstieg aus der Tarifbindung angekündigt. Es steht zu be- fürchten, dass die anstehende Sanierung zu einem erheblichen Teil zulas- ten der Beschäftigten durch deutliche Einschnitte bei der Bezahlung reali- siert werden soll. Wie positioniert sich die Oberbürgermeisterin in dieser Frage und welche Einflussmöglichkeiten wird sie nutzen, um die Arbeit- nehmerinnen und Arbeitnehmer in ihrem Kampf um den Erhalt von Ar- beitsplätzen zu unterstützen und eine Sanierung von Kaufhof ausschließ- lich auf dem Rücken der Beschäftigten zu verhindern? Mit freundlichen Grüßen gez. Dr. Barbara Lübbecke SPD-Fraktionsgeschäftsführerin
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Sache ist erledigt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0210/2019
- Typ
- SPD Anfrage nach § 4
- Datum
- 11.02.2019
- Erstellt
- 11.02.2019 09:12