AN/0391/2025
Stand der Umsetzung der Gendergerechtigkeit bei Straßen(um)benennunge
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SPD Anfrage nach § 4
3723 Zeichen
An die Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern Teresa De Bellis -Olinger An Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 25.03.2025 AN/0391/2025 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 31.03.2025 Stand der Umsetzung der Gendergerechtigkeit bei Straßen(um)benennungen Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Ausschussvorsitzende, die SPD-Fraktion bittet Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung des Ausschusses am 31.03.2025 auf- zunehmen: Die Stadt Köln verfolgt seit Jahren das Ziel, die Gleichstellung von Frauen und Männern auch im Stadt- bild herzustellen. Bereits 2017 hat die SPD-Fraktion eine Anpassung der Benennungsrichtlinien einge- fordert. 2022 fasste der Rat dann den Beschluss, dass Frauen bei Straßenneubenennungen vorrangig berücksichtigt werden sollen, bis ein ausgewogenes Verhältnis zwischen nach Frauen und nach Män- nern benannten Straßen erreicht wird. Die Richtlinie umfasst neben Frauen auch non -binäre Men- schen. Faktisch liegt der Anteil von Straßen, die nach Frauen benannt wurden, aber weiterhin nu r bei rund zehn Prozent, wie der Frauengeschichtsverein ermittelt hat. Aktuell sei ein Großteil der Kölner Straßen nach Männern benannt. Um das Ungleichgewicht in einem absehbaren Zeitraum zu beseitigen, ist es daher zwingend erforderlich, dass bei Neubenennungen in der nächsten Zeit überwiegend Frauen be- rücksichtigt werden. Nur so kann die strukturelle Schieflage im Stadtbild korrigiert werden. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass selbst in Neubaugebieten mit mehreren neuen Straßen dieses Ziel oftmals nicht umgesetzt wird: Jüngstes Beispiel ist das Neubaugebiet Leidenhausener Straße in Köln- Eil. Trotz der Vorschläge der SPD-Fraktion in der zuständigen BV, dort zwei Straßen nach bedeutenden Frauen – Sigrid Volkmann, der ersten evangelischen Pfarrerin in Porz, und Orna Porat, einer internati- onal renommierten Schauspielerin mit Wurzeln in Porz – zu benennen, schlägt die Verwaltung erneut ausschließlich Gewann - und Flurnamen vor. - 2 - Die SPD-Fraktion stellt daher folgende Fragen: 1. Wie weit ist die Verwaltung aktuell mit der Umsetzung ihres Ziels der paritätischen Straßenbenen- nung? Bitte mit Angaben, wie sich der Anteil von Frauen und nicht-binären Personen im Verhältnis zum Anteil von Männern und zu dem von Gewann - und Flurnamen in den letzten 5 Jahren im Stadtgebiet und in den einzelnen Stadtbezirken entwickelt hat. 2. Wie plant die Stadt konkret, das Ziel der Gendergerechtigkeit bei Straßenbenennungen umzuset- zen, wenn in Neubaugebieten wie aktuell im Bereich Leidenhausener Straße wei terhin keine Frauen berücksichtigt werden? 3. Warum werden Vorschläge aus der Zivilgesellschaft (z. B. vom Kölner Frauengeschichtsverein) und der Politik – wie im Fall von Sigrid Volkmann, Orna Porat oder Tina Turner – regelmäßig von der Verwaltung nicht über nommen? 4. Welche Kriterien wendet die Verwaltung aktuell bei der Abwägung zwischen historischen Gewann- und Flurnamen und der Notwendigkeit, die Unterrepräsentanz von Frauen im Stadtbild zu beseiti- gen, konkret an? 5. Welche verbindlichen Maßnahmen und Priorisie rungen wird die Stadt in Zukunft ergreifen, um sicherzustellen, dass Frauen bei Neubenennungen tatsächlich überwiegend berücksichtigt wer- den? Mit freundlichen Grüßen Gez. Thomas Breustedt SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0391/2025
- Typ
- SPD Anfrage nach § 4
- Datum
- 25.03.2025
- Erstellt
- 25.03.2025 14:09