Mündliche Nachfrage von RM Brust aus der Sitzung vom 16. September 2024 zum Schaugewächshaus
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 1446/2025 vom 16.05.2025
Stand: Am 19.05.2025 im Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Anlage 1 - Beschlussvorlage 0786/006
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Der Oberbürgermeister An alle Mitglieder des Rates An alle Mitglieder des Ausschusses Umwelt, Gesundheit und Grün An alle Mitglieder der Bezirksvertretung 5 An alle Mitglieder des Ausschusses Bauen und Wohnen An alle Mitglieder des Finanzausschusses Neubau eines Schauhauses in der Flora Ds-Nr. 0785/006 Ausschuss Umwelt, Gesundheit und Grün Bezirksvertretung Nippes Ausschuss Bauen und Wohnen (Werksausschuss Gebäudewirtschaft) Finanzausschuss Rat 01.06.2006 08.06.2006 12.06.2006 19.06.2006 22.06.2006 Ich bitte, die Vorlage zu den jeweiligen Sitzungen bereit zu halten. Schramma Anlage 23.05.2006 6586 1006 Der Oberbürgermeister Dezernat, Dienststelle Datum der Schlusszeichn; VI/ETIT 2E:.06.%006 zur Behandlung in öffentlicher nichtöffentlicher Beschlussvorlage Sitzung Sitzung Betreff Neubau eines Schauhauses in der Flora Beschlussorgan Rat — [Beratungsfolge Abstimmungsergebnis zugestimmt abge- | zu- ein- mehr- Ausschuss Datum/ Änderungen |lehnt |rück- | verwiesen in i stim- | heitlich ® Top s. Anlage ge- mig gegen i Nr. stellt Ausschuss Umwelt, Gesundheit und | 01.06.2006. \ ° Grün I] u Bezirksvertretung Nippes 08.06.2006 I 1] Bauen und Wohnen Werksausschuss Gebäudewirtschaft | Finanzausschuss 19.06.2006 Beschlussvorschlag einschl. Deckungsvorschlag, Alternative 12.06.2006 ® 1. Der Rat nimmt das Konzept für ein neues Schauhaus Flora zur Kenntnis und stimmt der dort dargestellten Variante 1 - kompletter Neubau - zu. 2. Der Rat beabsichtigt, die erbrachten und noch zu beauftragenden Architektenleistungen (bis zur Vorbereitung der Ausschreibung ).des Architekturbüros Königs, Köln, für den Bau des Schauhauses gemäß Variante 1 des Konzepts als zweckgebundene Schenkung vom Freundeskreis Botanischer Garten Köln anzunehmen und diese Architekturplanung zur Grundlage der weiteren Ausführung zu machen. 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass der Freundeskreis Botanischer Garten Köln die Einwer- bung von Sponsoren- und Spendengeldern in Höhe von insgesamt 3 Mio. € (inklusive der Architektenleistungen) bis zum 31.12.2007 in Aussicht stellt. Er beabsichtigt, diese als zweckgebundene Schenkung und Teilfinanzierung der geschätzten Gesamtkosten von 5,5 Mio. € für den Bau des Schauhauses anzunehmen. Fortsetzung des Beschlusses: 4. Der Rat ist mit einer Finanzierung des städtischen Anteils an den Investitionskosten in Höhe von 2,5 Mio. € im Rahmen des Wirtschaftsplans der Gebäudewirtschaft - eine Refinanzie- _ rung erfolgt über Mietzahlungen - einverstanden. Er beauftragt die Verwaltung, die Senkung des städtischen Anteils durch andere Zuschussmittel zu prüfen und das Planungskonzept „Schauhaus Flora“ weiter zu konkretisieren. Altemalive Weitere Erläuterungen, Pläne, Übersichten siehe Antage{n) Nr. 1,2 Problemstellung des Beschlussvorschlages, Begründung, ggf. Auswirkungen siehe Anlage 1 | Weitere Erläuterungen, Pläne, Übersichten siehe Anlage{n) Nr. 2 Der Inhalt des Beschlussvorschlages stimmt mit den Aussagen [] des Gesamtkonzeptes Stadtentwicklungsplanung [] überein ) [] des Flächennutzungsplanes | überein LJ nicht überein, siehe Anlage(n) Nr. ' I nicht überein, siehe Anlage{n) Nr. Haushaltsmäßige Auswirkungen Jährliche Folgekosten X Zuschussfähige Maßnahme: Nein ja, Kosten der Maßnahme ggf. Höhe des Zuschusses nein ia a) Personalkosten b) Sachkosten \ Ss. Ausfebrzeega warte ca. 2,5 Mio. € € s % € SH RL u der Kon dänen Wireschefbeplen Gebe tezs eff Jährliche Folgeeinnahmen (Art, Euro) Einsparungen (Euro) Zur Sitzungs- Vorhrreilune Zur Mitzeichnung Paraphe Anlage 1 Begründung: In seinem Beschluss vom 22.05.2003 hat sich der Rat für einen dauerhaften Erhalt von Flora und Botanischem Garten und für einen Neubau des nicht mehr für eine ‚langfristige Nutzung sanierbaren Schauhauses ausgesprochen. Zwischenzeitlich musste das Tropenhaus als Teil des Schauhauskomplexes auf- grund einer entsprechenden Beschlussfassung im Rat am 28.04.2005 statisch gesi- chert werden, um dessen Bestand für 4-5 Jahre bis zu einem Neubau zu sichern. Im Sinne der o.g. Beschlussfassung und wegen der nur temporären Beständssiche- rung des alten Schauhauses wurde in enger Abstimmung mit dem „Freundeskreis Botanischer Garten Köln e.V.“ (FBG-K) und unter Beteiligung der Universität Köln ein Konzept für ein neues Schauhaus (Anlage 2) erarbeitet, das insbesondere inhaltliche und gestalterische Anforderungen beschreibt. Parallel wurde vom FBG-K das Archi- tekturbüro Königs mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Erstellt wurde das Modell “ eines neuen Schauhauses sowie eine Kalkulation der Kosten eines Neubaus mit moderner Isolier- und Klimatechnik; um die Möglichkeiten und Finanzierbarkeit auch oplisch transparent darzustellen. Das Konzept und die Darstellung der Machbarkeitsstudie sind als Anlage beigefügt. Daraus ergeben sich folgende wesentliche Bestandteile: Standort eines neuen Schauhauses Vorgesehen ist ein Neubau am derzeitigen, unter Denkmalschutz stehenden Stand- ort. Dieser wird als ideal angesehen wegen - seiner unmittelbaren Anbindung an das Betriebsgelände, - die mögliche Verknüpfung mit dem. Subtropenhaus (insbesondere im Hinblick auf die Erhebung von Eintrittsgeld) - die attraktive Lage am Floraweiher hinsichtlich der Kombination von Event- und Gastronomienutzungen. “ Die bisherige Anordnung der Baukörper soll sowohl aus historischen als auch aus praktischen Gründen im Wesentlichen beibehalten werden, wobei dennoch durch eine bessere Ausnutzung der Fläche ein größere und für die Pflanzen erheblich ver- besserte Raumsituation geschaffen wird. Das neue Schaugewächshaus lässt sich ohne massive Eingriffe in die Außenanlagen des Gartens harmonisch einfügen. We- der die Inanspruchnahme eines neuen Grundstücks noch eine völlig neue Erschlie- Rung werden an dieser Stelle notwendig, wodurch die Kosten minimiert werden kön- nen. Finanzierung der Investitions- und der laufenden Kosten Ziel ist es, die Finanzierung des Projektes mit geschätzten Gesamtkosten von 5,5 Mio. € zu einem großen Anteil durch die Einwerbung von Sponsoren- und Spenden- gelder sicher zu stellen. Diese Aufgabe und die Weiterentwicklung der mit der Mach- barkeitsstudie verbundenen Architekturleistung will der FBG-K übernehmen, der be- reits entsprechende aussichtsreiche Kontakte geknüpft hat. Die Einwerbung von Sponsorengeldern in Höhe von etwa 3 Mio. € bis Ende 2007 wird vom FBG-K als realistisch angesehen. Dieser Anteil soil einschließlich der Kosten für die Architek- tenleistung des Büros Königs bis zur Leistungsphase 6 (Vorbereitung der Vergabe") als Schenkung an die Stadt übergeben werden. Ein Architektenwettbewerb ist durch eine solche Schenkung nicht notwendig. Der verbleibende Anteil der Stadt Köln läge dann ebenfalls in der Größenordnung von 2,5 Mio. €. Zur Senkung dieses Anteils werden die Möglichkeiten geprüft, weitere - Zuschüsse oder Fördermittel des Landes, des Bundes oder der EU zu bekommen. Eine Finanzierung des verbleibenden Anteils ist im Rahmen des Wirtschaftsplanes der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln vorgesehen. Die Refinanzierung erfolgt durch Mietzahlungen. Hierzu wird auf die Ausführungen unter Ziff. 7.3 des Konzeptes ver- wiesen. Durch diese Vorgehensweise ist die bisher u.a. in Betracht gezogene Veräußerung städtischer Grundstücke zur Finanzierung eines Neubaus nicht notwendig. Die Opti- on einer anderen Organisationsform für Flora und Botanischer Garten wird dadurch ® nicht berührt. Als Beitrag zur Refinanzierung der Unterhaltungskosten ist die Erhebung eines „mo- deraten“ Eintrittsgeldes sowie die Verknüpfung mit einem Event- und Gastronomie- bereich vorgesehen. Damit wird gleichzeitig. die Möglichkeit einer Kombination mit der Betreiberfunktion für das Schauhaus geschaffen. Sinnvoll ist eine Verbindung mit dem Betrieb der Fiora-Gaststätte, um Konkurrenzsituationen im „Stadtkonzern“ zu vermeiden und gleichzeitig das Gastronomieangebot auch hinsichtlich der touristi- schen Attraktivität attraktiver zu gestalten. . Zeitliche Planung Nach Sicherung der vorgesehenen Finanzierung bis Ende 2007 werden Anfang 2008 die notwendigen Vorlagen über die Schenkung, Finanzierung und den Bau des Schauhauses eingeholt. Ein Baubeginn wäre dann nach Ausschreibung frühestens 2009 möglich, wobei zu berücksichtigen ist, dass zur möglichst weitgehenden Siche- ® rung des vorhandenen wertvollen Pflanzenbestandes ein Bau. nur während der war- men Jahreszeit möglich ist. Damit wäre mit einer Fertigstellung/Eröffnung | im Jahre 2009/2010 zu rechnen. , Das Engagement der Freundeskreises Botanischer Garten Köln e.V. und die vorge- sehene Finanzierung ist eine große Chance, einerseits eine zeitnahe erhebliche Aufwertung der historischen Parkanlage und andererseits einen Baustein für die Aufwertung des Gesamtbereiches Zoo/Flora zu realisieren. ' Phase 1: Grundlagenermittlung; Phase 2: Vorplanung; Phase 3: Entwurfsplanung; Phase 4: Geneh- migungsplanung; Phase 5: Ausführungsplanung; Phase 6: Vorbereitung der Vergabe Anlage 2 Konzept für ein neues Schauhaus in der Flora Visualisierung eines neuen Schauhauses mit Cafe am Flora-Weiher ) (Machbarkeitsstudie; Freundeskreis Botanischer Garten Köln e. V.) Entwurf / Stand April 2006 flege und Grünflächen / 2006 Stadt Köln / Der Oberbürgermeister / Amt für Landschafisp Inhaltsverzeichnis Kapifei . Seite 4 Zusammenfassung 2 2 Zielsetzung . 3 Auswahlkriterien 4 3.1 Abgrenzung zu Pflanzenschauhäusern anderer Städte 4 3.2 Abgrenzung/Ergänzung zum Vogel-Regenwaldhaus des Kölner Zoos 5 3.3 Technik, Energie, Kosten 5 4 Neue Schauhauskomponenten 6 4.1 Attraktiver Eingangsbereich 6 4.2 Eventbereiche 6 4.3 Gastronomie 7 © 5 Themen und Inhalte 7 5.1 Die Tropen — Schatzkammer der Vielfalt 7 5.1.1 Tropische Nutzpflanzen - „Menschen brauchen Pflanzen“ 8 5.1.2 Die tropische Vielfalt - das „Grüne Gold 9 5.2 . Die Wüste — und die knappe Ressource Wasser, das „Blaue Gold“ 10 9.3 Didaktik und Erlebnischarakter 11 6 Realisierungsmöglichkeiten . 12 61 Standort eines neuen Schauhauses 12 6.2 Anordnung der einzelnen Bereiche 13 6.3 Verschiedene Varianten eines neuen Schauhauses 14 6.3.1 Variante 1: Kompletter Neubau 14 6.3.2 Variante 2: Neubau nur des Großen Tropenhauses, Erhalt der Seitenflügel 15 7 Möglichkeiten der Finanzierung 16 ® 7.1 Vorstudie zur Machbarkeit eines neuen Schauhauses 16 7.2 Investitionskosten 17 7.3 Betriebskosten - 17 74 Eintrittsentgelte 18 8 Anhang j 20 8.1 Tabellarischer Vergleich vorhandener Anlagen in Deutschland 20 8.2 Tabellarischer Vergleich der Themen eines neuen Schauhauses 20 8.3 Kostenberechnung Machbarkeitsstudie des. „Freundeskreis Botanischer Garten Köln e.V.“ 21 1 Zusammenfassung Flora und Botanischer Garten der Stadt Köln stellen mit 750.000 Besuchern pro Jahr eine hochattraktive Institution der Erholung und Bildung dar. Bezüglich der Besucherzahlen und touristischen Bedeutung rangiert der Kölner Garten unter den „Top Ten" vergleichbarer bundesdeutscher Anlagen. Pflanzen, die der Emährung, Medizin und den technischen Anwendungen als „biologische Ressourcen“ zugrunde liegen, haben eine immense wirt- schaftliche Bedeutung. Erforschung und Erhalt dieser Ressourcen machen Botanische Gärten mit ihren thematischen Pflanzenschauhäusern zu den maßgeblichen Institutionen der lebendigen Vermittlung dieser Bildungszusammenhänge. Das große Tropenhaus des Botanischen Gartens ist aus Kostengründen nicht mehr sanie- rungsfähig. Der Rat der Stadt Köln hat daher in die Zielsetzungen seines Grundsatzbe- schlusses über den Erhalt und die Entwicklung von Flora und Botanischem Garten am 22.05.2003 den Erhalt und die Erneuerung des Pflanzenschauhauses aufgenommen. Nach einer Schließung im Juli 2004 wegen Gefährdung der Standsicherheit aufgrund gra- vierender Korrosionsschäden wurde das Haus für eine begrenzte Zeit statisch ertüchtigt und im Dezernber 2005 wieder eröffnet. Für die Konzeption eines neuen Schauhauses als Ersatz für das „Große Tropenhaus” wurden, basierend auf einem Vergleich vorhandener Anlagen in Deutschland mit neuen Schauhaus-Bauten, die für Köln relevanten Faktoren und Möglichkeiten analysiert. Das Konzept wurde in einem Arbeitskreis bestehend aus Vertretern des Amtes für Land- schaftspflege und Grünflächen, der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln und unter Beteili- gung des „Freundeskreis Botanischer Garten Köln e.V.“ entwickelt. Bei der baulichen Realisierung des Schauhauses sind zwei Varianten denkbar: Variante 1: Der Neubau des kompletten jetzt bestehenden Komplexes aus Großem Tro- penhaus, Kleinem Tropenhaus (Nutzpflanzen) und Wüstenhaus als architektonische Ge- samtlösung, Integration neuer Funktionsbereiche (Cafe, Shop, Eventflächen). Variante 2: Der Neubau nur des „Großen Tropenhauses“ unter Erhalt der beiden alten Seitenflügel. Variante 1 stellt die optimale Lösung dar, während Variante 2, abgesehen von anfänglich geringeren Investitionskosten, gravierende Nachteile aufweist. Sowohl aus funktionalen Gründen (zentrale Lage des Schauhauses in den Achsen von Flora und Botanischem Garten und an deren Nahtstelle) als auch aus denkmalkonservato- rischer Sicht (tropischer Hof mit der imposanten Libanon-Zeder und weitere Gartenumge- bung) stellt sich daher der bisherige Standort als optimal dar. i Anders als bisher sollen künftig Einnahmen aus Eintrittsentgelten, Event-, Merchandising-, und Gastronomiebereichen einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der laufenden Kos- ten eines neuen Schauhauses leisten. Diese Funktionsbereiche werden im neuen Tropen- haus (Variante 1) eingeplant. Zur inhaltlicher: Ausrichtung eines neuen Schauhauskomplexes eignen sich insbesondere die Themen ‚Tropische Vielfalt‘ („Biodiversität‘) „Tropische Nutzpflanzen“ (‚Das Grüne Gold"), und „Wüsten“ (mit der Ressource Wasser, „Das „Blaue Gold"). 2 Die mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln strebt, infolge einer Neustrukturierung der Lehrerausbildung, eine engere Zusammenarbeit mit dem Bo- tanischen Garten an. Es gibt deutliche Signale, dass die Universität die Entwicklung eines Konzeptes für das neue Schauhaus, unter dem Aspekt einer Mitnutzung für ihre Lehrver- anstaltungen, unterstützend begleiten möchte. Vom „Freundeskreis Botanischer Garten Köln“ wurde eine Machbarkeitsstudie für ein neu- es Schauhaus mit Kalkulation (Gesamtkosten ca. 5,5 Mio. € für die o.g. Variante 1) durch ein Architekturbüro finanziert, das von einem Marketing- und Finanzierungskonzept be- gleitet wird. Dieses Konzept sieht die Finanzierung eines Neubaus des Schauhauses durch eine Teilung der Investitionskosten zwischen Großsponsoren, Stiftungen und öffent- lichen Mitteln (EU, Bund, Land, Stadt) vor. Hiermit soll’die Machbarkeit hinsichtlich der gestalterischen und finanziellen Größenordnung dargestellt werden. Ein eventueil durch- zuführender Architektenwettbewerb bleibt hiervon unbenommen. Basierend auf diesen Überlegungen wird folgende Empfehlung ausgesprochen: « . Kompletter Neubau des jetzt bestehenden Schauhauskomplexes — Großes Tropen- haus, Kleines Tropenhaus, Wüstenhaus — unter Integration neuer Funktionsbereiche ® (Cafe, Merchandising, Eventflächen) gemäß Variante 1 am bisherigen Standort e Mischfinanzierung der Invsstitionskosten über Sponsoren, Stiftungen, öffentliche Mittel « Finanzierung der Betriebskosten über Einnahmen (moderates Eintrittsentgelt für das rieue Schauhaus, Pachteinnahmen aus Caf&, Merchandising, Eventmarketing) 2 Zielsetzung. _ Flora und Botanischer Garten sind wegen ihrer einzigartigen Kombination einer histori- schen Gartenanlage (Flora), gärtnerischer und botanischer Vielfalt (Botanischer Garten) und ihrer Bildungsthematik (Tropenhäuser, Wüstenhaus, Ausstellungen, Sonderschauen, Grüne Schule Flora, Themengärten) sehr beliebt. Der Garten erfüllt eine sehr bedeutende . Funktion im Erholungs- und Bildungsangebot der Stadt. Das Interesse an Gartenanlagen und -themen wächst stetig. Überregional sind Flora und Botanischer Garten, z.B. als Teil der „Straße der Gartenkunst“, ein noch weiter ausbaufähiges touristisches Ziel, was sich ‚an den in den letzten Jahren stark steigenden Besucherzahlen ablesen lässt. Die touristi- ® sche Bedeutung des Gartens und der Schauhäuser zeigt sich regelmäßig eindrucksvoll u.a. bei dem überregionalen Erfolg der alljährlich stattfindenden Kamelien-Ausstellung, der Kamielienbörse („Kölner Kamelien-Tage") und den Sonderausstellungen. Neben der hohen Attraktivität der Außenanlagen des Gartens kommt den Schauhäusern eine besondere Bedeutung zu. Sie bieten zü jeder Jahreszeit besondere Attraktionen und sind maßgebliche Orte der Bildung zum Zukunftsthema „Biologische Ressourcen“. Pflan- zen liefern als Primärerzeuger die essentiellen Rohstoffe für Nahrung, Medizin, Kleidung, Baumaterialien und T&chnik und werden daher heute auch als „Grünes Gold“ bezeichnet. Weltwirtschaftspflanzen wie Getreide, Kaffee, Baumwolle und Hölzer stellen die größten Handelsvolumina auf den Weltmärkten. Der weitaus größte Teil der Pflanzlichen Vielfalt oder „Phytodiversität" ist dabei in den Tropen und Subtropen zu finden. Zur Sicherung un- serer Ernährung und Wirtschaftsweise gilt es, diese Biologischen Ressourcen zu erfor- schen, zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Einem besucherstarken Garten wie „Flora “ und Botanischer Garten“ kommt dabei die zentrale Aufgabe der Bildungsarbeit zu, die auch am Standort in Riehl für die mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der Uni- versität wieder an Bedeutung gewinnen soll. Im Gegensatz und in Ergänzung zu anderen 7 > Medien ermöglichen die Schauhäuser im Botanischen Garten das unmittelbare Erleben dieser.Biologischen Ressourcen und ihrer Lebensräume und beeindruckt durch dieses sinnliche Erlebnis Studierende, Schüler und die Besucher sehr viel nachhaltiger als andere Bildungseinrichtungen. j Für den Medienstandort Köln haben die Schauhäuser als beliebter und häufig genutzter Drehort (sowohl im dokumentarischen wie fiktionalen Genre) eine große Bedeutung. Ziel ist es, ein Schauhaus mit besonders attraktiven, schau- und bildungsorientierten In- halten und modernster Didaktik bei gleichzeitig möglichst niedrigen Bau- und Folgekosten zu verwirklichen: Die Investitionskosten für den Neubau ließen sich durch eine Mischfinan- zierung Über Sponsoren, Stiftungen und öffentliche Mittel aufbringen. Laufende Kosten sollen über die Erzielung von Einnahmen weitgehend finanziert werden. 3 Auswahlkriterien Grundlegend für die Konzeption eines neuen Pfianzenschauhauses sind die in unmittelba- rem Zusammenhang zueinander stehenden Faktorenkomplexe: : « Inhalte / Ziele / Didaktik « Technik / Bau / Energie / Kosten « Marketing- / Eventfähigkeit Aufgrund der Gesamtsituation sowie der definierten Aufgaben der Anlage „Flora und Bo- tanischer Garten“ in den Bereichen Erholung und Bildung ist ein Alleinstellungsmerkmal nicht zwingend erforderlich für die Auswahl der künftigen Themen und muss daher nicht in die Überlegungen einfließen. Die Inhalte, die Didaktik und die anvisierten Ziele sind den Kosten für Bau, Technik und Energie gegenüberzustellen. Aus diesem Faktorenzusammenspiel ist die für den Standort Köln attraktivste Kombination zu ermitteln. Für eine gute Vermarktung sind attraktive Inhalte und geeignete Eventflächen die Voraus- setzung. Mögliche Themen und Inhalte eines neuen Schauhauses werden in Käpitel 5 be- handelt. j 31 Abgrenzung zu Pflanzenschauhäusern anderer Städte j Große, neu konzipierte Häuser wie in ; | Bremen, Hannover (s. Bild) oder Pots- dam sind für die Ausrichtung des Köl- ner Schauhauses wegen ihrer enor- men Bau- (7 bis 18 Mio. €) und Unter- haltungskosten nicht relevant (s. Kap. 7 und 8, Vergleich zu anderen Anla- gen). Aufgrund ihrer Entfernung zu Köln besteht keine Konkurrenzsituati- on. Zudem zeigen gerade diese jüngsten, sehr teuren Neubauten Hannover: Exno-Praiekt Resenwaldhaus (18 Mio. & . Mängel in der strukturellen Planung A (Folgekosten; hohe Eintrittsentgelte), so dass für Köln. eine hinsichtlich der Investitions- und Folgekosten wirtschaftlichere Lösung angestrebt wird. Die (kleineren) Schauhäuser in den Universitätsgärten der Nachbarstädte Born und Düsseldorf sind dagegen nicht für eine breite Öffentlichkeit angelegt, sondern dienen mit ihren Pflanzensammlungen vorran- gig Studien-.oder Forschungszwecken. Aufgrund dieser gänzlich verschiedenen Konzepti- on und den damit verbundenen Ausstattungsmerkmalen tangieren sie die Planung in Köln nicht. Weitere Gärten mit Schauhäusern, die Köln beeinflussen könnten, gibt es im nähe- ren Umkreis nicht. 3.2 Abgrenzung / Ergänzung zum Vogel-Regenwaldhaus des Kölner Zoo Tier- und Pflanzenwelt können wegen ihrer unterschiedlichen Ansprüche und strukturellen Voraussetzungen in einer Schauhaussituation nicht gleichberechtigt nebeneinander prä- sentiert werden. Im Zoo steht die Präsentation der Tierweit im Vordergrund, die Bepflan- zung dient vorherrschend der Erzeugung einer realitätsnahen Atmosphäre. Umgekehrt steht im Botanischen Garten die Pflanzenwelt im Mittelpunkt. Sie kann im Zoo nicht so dargestellt werden, wie es in einem Botanischen Garten mit seinem fachlichen und struk- turellen Hintergrund der Fall sein kann. Das Regenwaldhaus im Zoo und das Tropenhaus ® in Flora und Botanischem Garten können sich gegenseitig inhaltlich gut ergänzen; ein Tropisches Tierhaus im Zoo kann aber weder ein Pflanzenschauhaus im Botanischen Garten ersetzen noch umgekehrt. 3.3 Technik, Energie, Kosten Pflanzenschauhäuser zeigen Pflanzen, die in-unseren klimatischen Verhältnissen nicht im Freiland kultiviert werden können. Diese klimatischen Bedingungen reichen von extrem trockenen, aber kalten bis heißen Wüsten bis zu konstant tropisch temperierten (25 C) Regionen mit Niederschlägen von bis zu 8.000 mm (Köln: 750 mm). Entsprechend unter- schiedlich ist der bauliche, technische, energetische und gärtnerische Aufwand (Investiti- ons- und Folgekosten). . Den baulich und energetisch geringsten Aufwand erfordert die Darstellung der Wüsten und Subtropen. Aufwändiger wird die Darstellung tropischer Lebensräume, die allerdings auch U) eine weit höhere Attraktivität (s.u.) aufweisen. Für Köln eignen sich sowohl aus inhaltlicher als auch aus technischer und energetischer Sicht die Themen „Menschen brauchen Pflanzen“ (Tropische Nutzpflanzen. Ethnobota- nik), „Der Wert der Vielfalt" (Das „Grüne Gold“) und „Lebende Wüsten“ (und Ressource Wasser, ‚Das blaue Gold“). Einzelheiten zu den Themen werden in Kap. 5 erläutert. Der Einfluss der Technik- und Energiekosten in Abhängigkeit vom Thema eines Schau- hauses wird in Tabelle 2 (Anhang) zusammengefasst. Schon bei der Planung und der Realisierung des Neubaus sollten einer Minimierung der Folgekosten durch eine energetisch optimale Konstruktion sowie einer weitgehenden, Personal sparenden Automatisierung höchste Priorität eingeräumt werden. In der Machbarkeitsstudie des „Freundeskreis Botanischer Garten Köln e.V.‘ bzw. der sie begleitenden Kostenberechnung werden daher auch’ verschiedene Dacheindeckungen (Glas; Folie; Glas/ Folie; Glas/Folienkissen) einander gegenübergestellt. Vorgeschlagen wird dort eine Dacheindeckung mit energiesparenden, hoch UV- durchlässigen 3-fach-Folienkissen, die aufgrund des geringeren Gewichts zudem gerings- re Stahlstärken in der Konstruktion benötigt und mit 1 Mill. € nur 50% einer Glas / Folien- . Konstruktion kostet. Folien dieser Art werden schon in diversen Großbauten (z.B. Allianz- Arena, München; eingefärbte Folie) und Gewächshäusern (Masoala-Madagaskarhaus in Zürich; klare UV-durchlässige Folie; ebenso Hannover, Regenwaldhaus) eingesetzt, sind für die Verwendung im Pflanzenschauhausbereich geeignet und auch sicher; z.B. Vanda- fismusschäden sind nicht in größerem Umfang als bei Glaseindeckungen zu erwarten. 4 Neue Schauhauskomponenten Die Ansprüche an eine öffentliche Bildungseinrichtung oder an ein als attraktiv geltendes Ausflugsziel sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Dies muss bei der Planung be- rücksichtigt werden. Ein neues Schauhaus würde durch ein Cafe, einen Shop (mit z.B. Souvenirs, Pflanzen, Samen, Büchern) und einen oder mehrere Eventbereiche sinnvoll ergänzt. Alle Einrichtungen können entweder durch Investoren errichtet und betrieben o- der verpachtet werden, so dass eine Finanzierung gesichert wäre. 4.1 Attraktiver Eingangsbereich Die vorhandene Eingangshalle hat sich für die eigentlichen Aufgaben (Empfang, Orientie- rung, Einführung)-als zu klein und nicht funktional erwiesen. Ein neuer Eingangsbereich sollte neben dem (evtl.) Kassenbereich und einer thematischen Einführung auch Raum für den Kurzaufenthalt.von. Gruppen (Schließfächer), für Ausstellungen und Events bieten. Der benachbarte attraktive „Tropische Hof“ mit seinem Außenteich (Lotusblüte, Seerosen, Riesen-Seerose ) sollte erhalten bleiben und so dem Eingangsbereich einen weiteren Reiz verleihen. : 4.2 Eventbereiche Die Möglichkeit zur Durchführung von Events ist von entscheidender Bedeutung, deshalb . sind Eventbereiche besonders im attraktiven Schauhausbereich von Beginn an einzupla- nen. In den verschiedenen Schaubereichen sollen Aufenthaltsmöglichkeiten für jeweils bis zu ca. 40 Personen geschaffen werden; in der Verbindung mit dem Cafe und dem Ein- gangsbereich (s.u.) könnten Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen durchgeführt wer- den. Die Aufenthaltsmöglichkeiten können Zielgruppen wie Firmen- und Privatkunden (z. B. für Hochzeiten) oder Seminarteilnehmern zur Verfügung gestellt und auch von Schul- klassen und der Universität etc. genutzt werden. Der Bedarf für solche Eventbereiche zeigt sich schon heute an vergleichbar häufigen Nachfragen im Botanischen Garten. Das Ma- nagement der Events sollte möglichst in den Händen eines mit besonderen Veranstal- tungsorten erfahrenen Veranstalters liegen. 4.3 Gastronomie Eine (qualitativ und quantitativ ansprechen- de) Tagesgastronomie fehlt zur Zeit. Dabei sind Flora und Botanischer Garten in be- sonderer Weise geeignet für einen längeren Aufenthalt, sofern die Möglichkeit besteht, auszuruhen und etwas zu essen und zu ftrin- ken. Erstrebenswert wäre ein Management der Flora-Gastronomie, eines Cafes und der Event-Veranstaltungen in Flora und Botani- schem Garten aus einer Hand, und zwar von einem Betreiber, der idealerweise auch über Erfahrungen und Kontakte für die Ak- quise und die Durchführung solcher Events verfügt. Damit wäre gleichzeitig gewährleistet, dass der Betreiber am Zustand des Gartens ein vitales Interesse hegt, entsprechend dafür Sorge trägt und sich nicht als davon.losge- löstes Geschäft versteht. Die. Erstellung eines Cafe- / Bistro-Bereiches, z.B. mit Blick auf. den Flora-Weiher (wie in der Visualisierung dargestellt) würde eine eigene Besuchsattrak- tivität entfalten und in Verbindung mit der Durchführung von Events auch zu weiteren Ein- nahmen führen. Daher sollte das Cafe auch über einen zusätzlichen abtrennbaren Raum zur multifunktionalen Nutzung verfügen. Dieser Raum kann sowohl der Erweiterung des Gastronomiebereiches dienen als auch unabhängig vom Gastronomiebetrieb, z. B. für Lehrveranstaltungen, Empfänge, als Seminar- oder Tagungsraum genutzt werden. Visualisierung des Cafes (Freundeskreis Botan. Garten) 5 Themen und Inhalte Bei der Ausarbeitung der thematischen Schwerpunkte eines neuen Schauhauses wurden folgende Kriterien berücksichtigt: e höchstmögliche Besucher-Attraktivität hinsichtlich aller Zielgruppen: Kölner Bür- ger/innen, Tourist/inn/en, Schüler/innen, Student/en/innen, Fachbesucher/innen s geringe Baukosten «e geringe laufende Kosten « optimale Infrastruktur e didaktisch gestaltete Besucherlenkung . e optimale Einbindung der Bereiche Events, Gastronomie, Merchandising e optimale Nutzung vorhandener Ressourcen, Ein tabellarischer Vergleich möglicher Themenschwerpunkte hinsichtlich Attraktivität / Technik / Aufwand / Kosten etc. findet sich im Anhang (Tabelle 2). j 5.1 Die Tropen - Schatzkammer der Vielfalt Bei den grundsätzlichen Überlegungen steht das Thema Tropen an erster Stelle. Die Tro- pen besitzen für die meisten Besucher/innen eine sehr hohe Anziehungskraft. Neben dem vorhandenen Interesse der'Besucher/innen für die in Europa fremde Vegetationsform löst die damit verbundene Assoziation an das Exotische, Geheimnisvolle und das Abenteuer auch ein sehr starkes positiv emotionales Moment aus. Damit bietet dieses Thema geradezu ideale Voraussetzungen für die didaktische Umsetzung. In Deutschland wachsen etwa 3.000 Pflanzenarten, in Europa ca. 7.000 - nur ein Bruchteil der heute bekannten 300.000 Arten insgesamt. Der weitaus größte Teil der Pfianzlichen Vielfalt oder „Phytodiversität“ ist in den Tropen und Subtropen zu finden. Schätzungen ge- hen sogar davon aus, dass aufgrund der Vielzahl noch nicht untersuchter Lebensräume (z.B. Kronen der Tropenwälder) die Zahl der Pflanzenarten sogar auf ca. 500.000 zu ver- anschlagen ist. Dabei sind nur die sog. „höheren Pflanzen“ (Blütenpflanzen) gerechnet — alle Algen, Moose und Farne sind dabei noch nicht mitgerechnet, obwohl auch diese für den Menschen (z.B. Ökologie der Meere) überlebenswichtig sein können. Das Thema „Tropen“ bietet — bedingt durch die hohe Vielfalt an Arten und Lebensräumen - sehr vielfältige Möglichkeiten einer geographischen und / oder thematischen Schwer- punktsetzung. Allen Schwerpunkten gemein ist die hohe Attraktivität für Besucher, ein mittleres Maß an technischem Aufwand und ein höheres Maß an energetischem Aufwand. Die Pflanzenbeschaffung und Kultivierung ist i.d.R. nicht schwierig, insbesondere kann und sollte z.T. auf den vorhandenen und sehr wertvollen Größpflanzen-Bestand des heutigen Tropenhauses zurückgegriffen werden. - Die Tropen als „Schatzkammer der Vielfalt" sind daher sehr geeignet, den geforderten Anspruch einer hochwertigen Verbindung aus didaktisch aufbereiteter Wissensvermittlung und Unterhaltungselementen (‚Edutainment‘) zu erfüllen. Die Ansprüche an die Erwartungen der Besucher der „Tropen“ und eine moderne Didaktik kann das alte Tropenhaus nicht mehr erfüllen. Dies trifft insbesondere auch für die konstruktiv durch die Glaseindeckung bedingte, geringe Höhe zu. Mit der in der Machbarkeitsstudie des „Freundeskreis Botanischer Garten“ vorgestellten Parabelform und einer erhöhten maximalen Firsthöhe von 18 Metern wird erst ein deutlich realistischerer Eindruck des Lebensraumes Tropen möglich. Insbesondere das dadurch gestiegene Gesamtvolumen als auch die besonderen, didaktischen Möglichkeiten wie z.B. ein Besuchersteg in den Baumkronen in 8 Meter Höhe steigern die Attraktivität und damit auch die Möglichkeiten der Vermarktung. 5.1.1 ‚Tropische Nutzpflanzen - „Menschen brauchen Pflanzen“ Pflanzen stellen die Grundlage allen menschlichen und tierischen Lebens dar und liefern essentielle Rohstoffe für Nahrung, Medizin, Kleidung, Baumaterialien und Technik. Alleine während eines Tages begegnen uns und nutzen wir mehrere hundert Pflanzen, von den Weltwirtschaftspflanzen Getreide, Gemüse und Obstpflanzen, Genussprodukten wie Kaffee und Tee, über Möbelhölzer hin zu Textilien aus Baumwolle; wir atmen den von den grünen Pflanzen produzierten Sauerstoff und konsumieren (durch die Nutztiere veredelte) Pflanzenprodukte wie Milch, Eier und Fleisch. Die wirtschaftliche Bedeutung von Pflanzen ist unschätzbar groß. Etwa 40.000 Pflanzen- arten werden weltweit insgesamt genutzt. Die Ernährung des weitaus größten Teils der Menschen beruht aber auf nur wenigen hundert Pflanzenarten, die im großen Maßstab angebaut werden; so z.B. die wichtigen Getreide, Reis, Mais, und die Sojabohne. Die für die Züchtung widerstandsfähigerer und ertragreicherer Sorten notwendigen Eigen- schaften (Gene) finden sich dabei vor allem in den Wildpopulationen der Pflanzen, in eng verwandten Arten und in lokalen Sorten (z.B. über 100.000 Reissorten). Mit Pflanzen und ihren Produkten ist eine enorme Wertschöpfung verbunden. Kaffee als Endprodukt stellt nach Erdöl den zweitgrößten Wirtschaftswert eines Einzelproduktes auf dem Weltmarkt dar. Alleine rein pflanzliche Arzneimittel erzielen auf dem internationalen Markt Umsätze in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar. Die daher auch als „Biologische Ressourcen“ bezeichneten Pflanzen müssen als Grundlage unseres Lebens erhalten und weiter erforscht werden. So sind insgesamt noch - immer mehr als 90 % aller Inhaltsstoffe nicht bekannt, identifiziert oder untersucht. Reis: Eine der wichtigsten Pflanzenressourcen — eine Pflanzenart mit 100.000 Sorten ! Nutzpflanzen sind für die Besucher hoch attraktiv, da diese eine besondere Nähe zu ihrem Alltag darstellen. Der Wert von-Pflanzen für den Menschen kann an spannenden Beispielen aus den verschiedenen Nutzungsarten (Nahrungs-, Medizinal-, Faser-, Tech- - nikpflanzen, nachwachsende Rohstoffe, etc.) ideal dargestellt werden. 5.1.2 Die tropische Vielfalt - das „Grüne Gold“ Zur Sicherung unserer Emährung und Lebensgrundlagen gilt es, diese Biologischen Ressourcen und ihre Vielfalt dauerhaft.zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Pflanzen wachsen dabei in Ökosystemen mit wechselseitigen und hochkompiexen Beziehungen (z.B. Pflanze - Bestäuber). Der Erhalt der Biotope ist damit auch Voraussetzung für den Erhalt dieser Ressourcen. Der durch den Menschen maßgeblich verursachte Artenverlust, v.a. in den Tropen, gefährdet weltweit den Erhalt und die zukünftige Erschließung dieser zunehmend be- schränkten Ressourcen. Zu deren Schutz wurden internationale Abkommen vereinbart, so u.a. die „Konvention über die Biologische Vielfalt" (CBD; Rio de Janeiro 1992) und das „Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (CITES, 1972) einschl. deren Umsetzung in europäische und nationale Gesetzgebungen. Botanischen Gärten kommen dabei Aufgaben wie die Umsetzung des Artenschutzes, ins- besondere die der dafür notwendigen Bildungsarbeit, zu. Die Vermittlung dieser komplexen Thematik und möglicher Lösungsansätze im Sinne der Entwicklung zukunftsfähiger, nachhaltiger Wirtschafts- und Nutzungsverfahren gelingt nur in sehr anschaulicher Weise mit direktem Bezug zum Nutzer. Hervorragend dazu geeignet ist das Thema „Tropische Vielfalt‘ mit seiner darstellbaren Vielfalt äußerst attraktiver und beliebter Pflanzen wie Orchideen, Farnen, Bromelien oder Palmen. Die besondere Exotik und Ästhetik bilden einen emotionalen Aufhänger, der didaktisch genutzt wird bei der Dar- steilung der Vielfalt, ihrer biologischen Ursachen und der Wechselwirkungen in den Bioto- pen. Sowohl im Gegensatz als auch in Ergänzung zu anderen Medien wie dem Fernsehen er- möglicht ein Botanischer Garten (mit Pflanzenschauhäusern) das unmittelbare Erleben der Natur und der Lebensräume - eine unverzichtbare Komponente der Bildungsarbeit. Nur ein Botanischer Garten bietet dafür die notwendigen Pflanzen, die Infrastruktur und das Fachwissen. Aufgrund eines natürlichen Interesses der Besucher/innen an Gärten, Blu- men und „Grün“ können komplexere Themen wie die der biologischen Ressourcen quasi beim Spazieren gehen vermittelt werden. . Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass hinsichtlich der langfristigen Ausges- taltung (Ausstellungen, wechselnde Bepflanzung, neue Angebote ) das Thema Tropen mit seinem Blüten- und Formenreichtum die größte Flexibilität in der Darstellung bietet. Daher sollen die beiden Schwerpunktthemen „Tropische Nutzpflanzen“ und „Tropische Vielfalt“ in jeweils einem Schauhausbereich realisiert werden. j 5.2 Die Wüste - und die knappe Ressource Wasser, das „Blaue Gold“ . Die Wüsten der Erde stellen für Menschen, Pflanzen- und Tierwelt Lebensräume der ex- tremen Anpassungen dar: Entsprechend faszinierend sind sie erfahrungsgemäß für Besu- cher aus den gemäßigten Klimaten. . Neben den biologisch ebenso einflussreichen Faktoren wie UV-Strahlung und Temperatur ist der Mangelfaktor „Wasser“ (das „Blaue Gold“) ein bedeutsames Thema, da diese Res- source knapper und damit wertvoller werden wird. Die Anpassung der Organismen an den Lebensraum „Wüste“ bringt besondere Formen, Strategien und Inhaltsstoffe hervor. So stammen einige gerade in letzter Zeit stark nachgefragte Nutzpflanzen aus extremen Trockenstandorten; so Z.B. die auch in Deutschland als Antirheu- matikum vertriebene „Teufelskralle”. Ein weiteres Beispiel ist die einen Ap- petitzügler („P1“) liefernde „Hoodia“ aus Südafrika. Das z.Zt. noch prakti- zierte Sammeln dieser Pflanzen aus der Wildnis gefährdet deren Bestand, eine Nachzucht ist (noch) nicht mög- lich. Die für den lokalen Markt bedeut- ; same Verarbeitung zum Endprodukt, Bere Ten Möglichkeiten einer die Art erhalten- Eine knappe, daher wertvolle Ressource: Hoodia spec. den Nutzung als praktischer Arten- und Naturschutz und damit die Erhal- tung solcher besonderer Lebensräume sind an diesen Pflanzenbeispielen hervorragend darstellbar. : 0% 10 Die Problematik der Ausbreitung von Wüsten („Desertifikation‘), den Folgen für die Vege- tation und damit auch für Wirtschaftsräume und der Umgang des Menschen mit der Res- source Wasser kann in einem „Wüstenschauhaus" sehr anschaulich dargestellt werden. Aufgrund der Bedeutung der Ressource Wasser für den Lebensraum „Wüste“ bietet sich die Kooperation mit dem lokalen Wasser-Versorgungsunternehmen als thematischem Sponsor an. Aufgrund der für Veranstaltungen gut geeigneten Klimabedingungen (mäßig . warm, v.a. trocken) lässt sich technisch unaufwändig ein Eventbereich einplanen, mit dem sich der Sponsor gut nach außen darstellen kann. 5.3 Didaktik und Erlebnischarakter Die Umsetzung der o.g. Themen muss nach den neuesten didaktischen Erkenntnissen unter Einsatz der verschiedensten Medien erfolgen. In Abhängigkeit von der letztendlichen Auswahl der Einzelthemen und : Pflanzenbeispiele wird in Zu- , ; sammenarbeit mit Gartenpäda- ® gogen ein Konzept zu erstellen sein, das unter Berücksichtigung der in Zukunft den Besucher be- gleitenden Materialien (Audio- / Foto-Guide; Tast-, Riechproben; Broschüren; Lehrmaterialien, etc.) einen vom intensiven, sinn- lichen Erleben bestimmten Be- such ermöglicht. Der Einsatz besonderer Lernsta- tionen mit der Möglichkeit zu ei- genem Handeln und Experimen- tieren wird die Auseinanderset- zung.der Besucher/innen mit den angebotenen Themen fördern. Ein Erlebnis in der Wüste: Durchblick durch das Wasser spei- chernde Gel von Aloe vera , Besonderen Reiz hat in diesem Zusammenhang das Anfang 2006 vom neu gewählten Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln angebote- ne stärkere Zusammenwirken beider Institutionen in der Lehrerausbildung. So möchte die ‚Fakultät die Entwicklung eines Konzeptes für die neuen Schauhäuser, unter dem Aspekt einer Mitnutzung für ihre Lehrveranstaltungen, unterstützend begleiten ö Realisierungsmöglichkeiten Bereits vor 20 Jahren standen „Flora und Botanischer Garten“ auf der Tagesordnung des Rates der Stadt Köln. Am 24. Oktober 1985 nahmen die Stadtverordneten den Entwick- lungsplan für Flora und Botänischen Garten mit den Stimmen aller Fraktionen zustimmend zur Kenntnis. Die denkmalpflegerische Zielplanung für den historischen Teil der Flora und i u der Neubau von Verwaltung und Betriebshof wurden bis-1988 als 1. und 2. Bauabschnitt realisiert. Der 3. und 4. Bauabschnitt bezog sich auf den Bau einer Kette neuer Schau-, Anzucht- und Überwinterungsgewächshäuser westlich des Weihers zur Verbin- dung der Schauhausgruppe am Großen Tropenhaus mit dem Subtropenhaus. Die richtungs- weisende Planung, in die auch ein neuer Eingangsbereich für die Schauhäuser und ein Cafe am Flora-Weiher einbezogen waren, solite einen Spaziergang durch die Vegetationszonen dieser Erde ermöglichen. Die Pläne und Mo- delle aus den 1980er Jahren zei- gen diese Vorstellungen der Ver- waltung, die damals jedoch nicht umgesetzt wurden. AMSTERDANnER STRASSE ZIELPLANUNG: Zielplanung Flora und Botanischer echte, N Garten Köln 1985 BREE Seither ist die bauliche Substanz des großen Tropenhauses unverändert geblieben und inzwischen aus Kostengründen nicht mehr sanierungsfähig. Entsprechend der vom Rat der Stadt Köln beschlossenen dauerhaften Erhaltung eines Pflanzenschauhauses (siehe Kap. 1} ist aufgrund der die Standsicherheit gefährdenden Korrosionsschäden auch nur eine temporäre statische Ertüchtigung des Tropenhauses bis zu einem Neubau vorge- nommen worden. j 6.1 Standort.eines neuen Schauhauses Die konzeptionellen Ideen der Zielplanung von 1985, insbesondere hinsichtlich eines neu- en Eingangsbereiches und der Verweilmöglichkeit in einem Caf& zwischen Schauhaus und Flora - Weiher, haben ihre Bedeutung für die Attraktivität und einen wirtschaftlichen Betrieb nicht verloren. Dies gilt ebenso für die Verknüpfung mit dem Subtropenhaus, die in zukünftige Planungen einfließen bzw. als Option erhalten werden sollte. Diese Möglich- keiten sind aber eng verbunden mit dem derzeitigen Standort. 12 Zur Realisierung der vorstehenden inhaltlichen und gestalterischen Ausrichtung eines neuen Schauhauses in einer Größenordnung, die auch den wirtschaftlichen Betrieb und die damit verbundenen Risiken kalkulierbar macht, ist der heutige Standort optimal. Andere Maßstäbe an die Größenordnung eines neuen Schauhauses, z.B. in Anlehnung an das Regenwaldhaus in Hannover, sind vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Probleme dieser Häuser und der derzeitigen und absehbaren finanziellen Rahmenbedingungen nicht realistisch und darstellbar. . Der jetzige Standort sollte zudem aufgrund seiner denkmalgeschützten Bedeutung (Grundriss des Schauhaus - Ensemble mit Tropischem Hof) innerhalb des historischen Gartens nach Abriss des vorhandenen Schauhauskomplexes beibehälten werden. Eine Verknüpfung mit dem Subtropenhaus ist weiterhin möglich. Günstig ist wegen des höhe- ren Überwachungs- und Pflegeaufwandes zudem die unmittelbare Nähe zum Betriebsge- bäude. Die Vorzüge des heutigen Standortes werden durch die Machbarkeisstudie nachgewiesen. 6.2 .Anordnung der einzelnen Bereiche Das neue Schauhaus sollte aus folgenden, in der angegebenen Reihenfolge hintereinan- der angeordneten Funktionsbereichen bestehen: - Eingangsbereich (Ihfos, Einführung, Pläne, evil. Kasse), Drei Schaubereiche (s.o.: tropische Nutzpflanzen; tropische Vielfalt, Wüste) Eventbereiche (je Teilthema; multifunktional / saisonal zu nutzen), evil. Tagungsräume Gastronomie / Cafe Merchandising Ausstellungsbereich, ggf. kombiniert mit 1. (Eingangsbereich) oder in einer baulichen Verbindung zum vorhandenen Subtropenhaus (s. Abb. Kap. 6) DPONPONDA Die Funktionsbereiche sollten aus Gründen der Attraktion und Vrermarktungsmöglichkeiten so angeordnet sein, dass die Besucher nacheinander durch sie gelenkt werden. Dies bie- tet folgende Vorteile: - ® e eine gelenkte Besucherführung durch den attraktiven Schaubereich, Merchandising, Gastronomie, ggf. Eventhalle und den Sonderausstellungsbereich führt zu einer garan- tierten Frequentierung des Merchandising- und Gastronomiebereiches, deren (Pacht-) Einnahmen zur Mitfinanzierung der laufenden Kosten dienen soll e mehrere Besuchergruppen können in den Teilbereichen der Schauhäuser parallel, z. B. durch die Grüne Schule Flora oder durch geschulte Honorarkräfte, betreut werden e ein definierter Ein- und Ausgang der miteinander verbundenen Bereiche bildet die Grundlage zur Erhebung von-Eihtrittsentgelten. Eine Umsetzung der verschiedenen Funktionsbereiche in einem Zug oder in mehreren Schritten (‚Baukastenprinzip") ist theoretisch denkbar. Ein kompletter Neubau gemäß Va- riante 1 (Kap. 6.3.1) als architektonische und technische Gesamtlösung ist aber auf jeden Fall zu bevorzugen. j 13 6.3 Verschiedene Varianten eines neuen Schauhauses Hinsichtlich der Realisierung eines Neubaus sind zwei Varianten denkbar, deren Vor- und Nachteile im Folgenden beleuchtet werden. . Gemeinsam ist beiden, dass auf den vorhandenen Bestand an Großpflanzen sowie auf die zu diesem Zweck ausgerichteten Kollektionen zurückgegriffen werden sollte. Bei den Großpflanzen wird im Einzelfall zu entscheiden sein, ob diese nach Rückschnitt für die Dauer des Neubaus am Standort (verpackt und mit Wurzelschutz) verbleiben oder vorher in die Anzuchtshäuser verbracht werden müssen. Dies erscheint, bei einkalkuliertem Risiko des Verlustes einzelner Pflanzen, als die in je- dem Fall günstigere Lösung als ein Totalabriss und Verlust bzw. eine notwendige Über- bauung der vorhandenen Konstruktion mit anschließendem Abriss innerhalb des Neubaus. Die akute Bauphase mit Abriss der vorhandenen Tragkonstruktion und der Glaseinde- ckung muss daner ausschließlich in die Sommermonate Mai bis September terminiert werden. 6.3.1 Variante 1: Kompletter Neubau Der gesamte bestehende Komplex „Großes Tropenhaus, Kleines Tropenhaus, Wüsten- haus und Eingangshalle“ wird neu gebaut, neue Funktionsbereiche werden integriert. Bei einem vollständig neuen Schauhauskomplex erübrigt sich eine architektonische Anpassung an die jetzige, an funktionale . Gewächshäuser erinnemde, wenig attraktive Bauweise und es bestünde größerer planerischer Spielraum. Eine harmonische architektonische Gesamtlösung mit dem Ziel, botanische Inhalte und äußere Form optimal aufeinander abzustimmen, würde möglich.: Gleichzeitig könnte ein neues Kölner Wahrzeichen entstehen, mit einem unverwechselbaren Cha- Visualisierung des neuen Tropenhauses (Machbarkeitsstudie; rakter und positiver | magewirku ng Freundeskreis Botanischer Garten Köln e. V.) für die Stadt In einen kompletten Neubau ließen sich die neuen Funktionsbereiche wie Cafe, Shop und Eventbereiche integrieren und in der gewünschten Reihenfolge anordnen. Diese in der bestehenden räumlichen Struktur unterzubringen, ist nicht möglich. Ein Neubau öffnet den Weg für eine komplett neue, hochmoderne Technik als einheitli- ches System mit einer Personal sparenden, weitgehenden Automatisierung. Alle techni- schen Funktionen wie Heizung, Lüftung, Bewässerung usw. ließen sich aufeinander ab- stimmen, bedienen und warten. Die vorhandene, alte Technik lässt sich mit einer neuen, modernen Technik nur sehr aufwändig kombinieren. 14 In einen Neubau ließe sich auch die Eingangshalle mit ihren neuen Mehrfachfunktionen und einer angemessenen Größe einplanen. Beim Erhalt der jetzt noch funktionstüchtigen Schauhausbereiche bliebe auch die Eingangshalle unverändert. Damit ließe sich ein Feil der neuen Überlegungen nicht realisieren. \ Die Erhebung von Eintrittsgeldern lässt sich ineinern kompletten Neubau leichter umset- zen als in einem erneuerten Teilbereich. Der ganze Komplex kann schon von Anbeginn unter diesem Aspekt geplant werden. Insgesamt kann damit ein abgerundetes System, sozusagen in einem Guss, entwickelt werden, in dem die einzeinen Komponenten ein stimmiges Gesamtkonzept ergeben. Die Akzeptanz bei den Besuchern, Eintritt zu zahlen, ist bei einem attraktiven Neubau und einer entsprechenden Marketingstrategie sicher leichter zu erzielen als bei einer teilweisen Erneuerung der altbekannten Strukturen. Ein kompletter Neubau ermöglicht auch die Besucherlenkung in der gewünschten Weise durch alle Funktionsbereiche. Die Investitionskosten für einen solchen Neubau liegen bei ca. 5,5 Mio. €. 5.3.2 Variante 2: Neubau nur des Großen Tropenhauses, Erhalt der Seitenflügel . Variante 2 sieht den Neubau lediglich des Großen Tropenhauses.vor, die beiden jetzt noch funktionstüchtigen, technisch aber veralteten Seitenflügel blieben erhalten. Damit wird der Schauhauskomplex im Prinzip in seinem’ bisherigen Ausmaß wieder hergestellt Der Vorteil dieser Variante liegt in den zunächst geringeren Investitionskosten, die not- wendig wären, um wieder einen funktionsfänigen Schauhauskomplex zu erhalten. Die Kosten für aufwändigere Arbeiten bei Abriss des Großen Tropenhauses unter gleichzeiti- gem Erhalt der Seitenflügel, der Anpassung alter und neuer Bauteile einschließlich der damit verbundenen Einschränkung der planerischen Gestaltung sowie der Aufrechterhal- tung einer veralteten Technik und dem damit verbundenen höheren Personaleinsatz sind jedoch einzukalkulieren. Variante 2 kann allenfalls als Notlösung in Hinblick auf die derzei- tige finanzielle Lage der Stadt angesehen werden, zumal in einigen Jahren die Seitenflü- gel renoviert werden müssten. Die Investitionen würden lediglich den altbekannten Zustand wieder her stellen, die Chan- ce auf eine technische und konzeptionelle „Rundum-Erneuerung" würde vertan. Dennoch kann innerhalb der vorhandenen Grenzen eine gewisse inhaltliche und gestalterische ® Überarbeitung der beiden Seitenflügel vorgenommen werden. Ob allerdings mit einer Ak- zeptanz für die Erhebung von Eintritt gerechnet werden kann, ist fraglich. Die Einbindung von Cafe und Shop ist bei dieser Variante nur schwierig realisierbar, ähn- lich wie es in der Zielplanung 1985 dargestellt ist, und würde aus heutiger Sicht einem Stückwerk gleichen. Damit würde auch die Erzielung weitere Einkünfte als Beitrag für die laufenden Kosten in Frage gestellt. 15 Die Vor- und Nachteile der beiden Varianten stellen sich klar dar: _ — |Pro Kontra 2 |- Architektonische Gesamtlösung / Kölner - Investitionskosten 5 Wahrzeichen "% |- Imagewirkung / Tourismus . > |- Moderne, einheitliche Technik - Verringerung der Personalkosten durch Automatisierung - Planerischer Spielraum - Hächste Attraktivität - Optimale Abstimmung zwischen Inhalt und Baukörper - Marketingvorteile (Eintritt / Events / Gastro / Merchandising) | Investitionskosten - Anpassung alter und neuer Strukturen ® & - Dadurch hoher technischer Aufwand beim e Neubau ' 2 - Beibehaltung veralteter Technik Ss - Keine Automatisierung - höhere Personalkosten - Absehbarer Renovierungsbedarf der alten Bauteile - - Keine neuen Funktionsbereiche wie Cafe, Shop, Eventbereiche - Unzureichende Funktionen Eingangshalle - Geringe Akzeptanz für Eintritt | ' - Geringe Imagewirkung 7 __ Möglichkeiten der Finanzierung ® 7.1 Vorstudie zur Machbarkeit eines neuen Schauhauses Als Beurteilungsbasis für die Machbarkeit des Schauhauses an dem unter Kap. 6.1 ge- nannten Standort wurde die Planungsidee eines Neubaus visualisiert. Der „Freundeskreis Botanischer Garten Köln“ hat einen entsprechenden Auftrag an ein Architekturbüro erteilt und finanziert. Es wurden ein Modeil und eine Computeranimation, verbunden mit einer Modellrechnung (auf Basis der Variante 1) zu den Investitionskosten erstellt. Ein Marketingkonzept wird derzeit noch erarbeitet. Die Möglichkeit bzw. Notwendigkeit eines Architektenwettbewerbs für ein neues Schau- haus wird davon nicht berührt; die Modellidee und -rechnung ist ausdrücklich als eine Vorstudie zur Machbarkeit und als visuelle Anschauungsgrundlage des Schauhauskon- zeptes zu verstehen. Die Modellrechnung ist imi Anhang beigefügt. Sie bildet die Grundlage für die nachstehend genannten Ausführungen zu Investitions- und Betriebskosten. 16 72 _Investitionskosten ‚Für den Neubau eines Schauhauses mit den in den vorigen Kapiteln skizzierten Flächen, Vermarktungs- und Eventmöglichkeiten einschließlich der notwendigen Klimatechnik ist it. der im Anhang vorgestellten Modellrechnüung eine Investition von ca. 5,5 Millionen Euro erforderlich. Nach bisherigen Überlegungen sollen die Investitionen wie folgt finanziert werden: - Großsponsoren (aus den Bereichen Food, Pharma, Biotechnik; Energie; Wasser) Stiftungen (Umwelt, Natur, Denkmalschutz) Spenden, -Aktionen (z.B. Wiederauflage der "Flora.-Aktie”; u.a. über den Förderverein) -: Fördermittel des Landes, Bundes, EU - Ggf. Beteiligung der Universität Köln - Eigenmittel.der Stadt Der „Freundeskreis Botanischer Garten Köln“ hat seine intensive Unterstützung bei der ® Einwerbung von Sponsoren- und Spendengeldern zugesagt. Es wird angestrebt, etwa die Hälfte der Baukosten auf diesem Wege zu finanzieren. Ferner soll die Möglichkeit einer Förderung durch öffentliche Mittel geprüft werden. Durch die Bedeutung des Schauhauses, insbesondere für den Bereich Wissenschaft und Bildung wie auch der Gartenkunst, werden realistische Chancen für Förderung mit öffentlichen Mitteln gesehen. Auf welche Weise die Eigenmittel der Stadt aufgebracht werden (z.B. PPP-Modell, Finanzierung über Mietzins/Einnahmen aus Eintrittsgelderh und sonstiger Vermarktung) ist abhängig davon, wie künftig die Trägerschaft bzw. die Eigentumsverhältnisse geregelt werden. Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Neubaumaßnahme von der Gebäu- dewirtschaft, die auch jetzt Eigentümer der bestehenden Betriebsgebäude ist, übernom- men wird und der Eigenanteil im Rahmen deren Wirtschaftsplan finanziert wird. 7.3 Betriebskosten ® Die Betriebskosten setzen sich insbesondere aus Kosten für Zinsen-/Miete, Energie, Per- sonal und Sachkosten für den Unterhalt der Pflanzungen zusammen. Deren Höhe ist ganz wesentlich davon abhängig, welche Investitionen zu refinanzieren sind und welche Ener- gie- und Personalkosten im Rahmen einer modernen Technik und Ausstattung anfallen. Es wird in jedem Falle davon ausgegangen, dass sich die Energiekosten für den Schau- hausbereich durch moderne und energiesparende Klimatechnik gegenüber dem derzeit maroden Heizsystem wesentlich reduzieren lassen. Derzeit stehen jährlich 500.000 € für die laufende Unterhaltung (Miete, Energie, Personal: und Sachkosten) des Schauhauskomplexes im Haushalt zur Verfügung. Angestrebt wird, diesen Betrag durch die Modernisierung zu mindern und durch Eintrittsgelder sowie Ein- nahmen aus anderen Gastronomie-, Event- und Merchandisingnutzungen weitgehend zu refinanzieren. Bei der bisher vorgesehenen und modellhaft gerechneten Größenordnung eines Neubaus erscheint dies realistisch. Die Mietzahlungen werden bei dem vorgesehe- nen zu refinanzierenden Eigenanteil der Stadt Köln nicht wesentlich von dem derzeit im Haushalt veranschlagten Mietanteil abweichen. Eine genauere Kosteneinschätzung bleibt einem noch zu erstellenden Finanzierungsplan auf Basis einer weiteren Detaillierung der Planung vorbehalten. 7.4 _Eintrittsentgelte Flora und Botanischer Garten nebst sämtlichen Schauhäusern und Sonderaustellungen sind bisher eintrittsfrei. Die Erhebung von Eintritt für die Schauhäuser muss aber bei ei- nem Neubau.grundsätzlich ins Auge gefasst werden. Dies widerspräche auch nicht der Tradition, Flora und Botanischen Garten seit der Übernahme der Flora-AG durch die Stadt Köln (1920) für alle Bürger/innen eintrittsfrei offen zu halten. Die Frage eines Eintrittsentgeltes für Schauhäuser und / oder für die Gartenanlage wurde zuvor auch schon in anderen Städten / Einrichtungen entschieden. Beide Möglichkeiten werden hier anhand einiger prominenter, jüngster Beispiele angesprochen: Die von Betreibergesellschaften getätigten, größeren Investitionen in den Städten Hanno- ver (‚Regenwaldhaus“), Potsdam („Biosphäre“) und Bremen (‚Botanica“) zeigen aufgrund . der betrieblichen Trennung von den sie umgebenden Gartenanlagen Kalkulationsmängel auf. ‘Während einerseits durch die Schaffung einer betriebswirtschaftlichen Struktur für eine positive Bilanz gesorgt werden soll, wird andererseits die bei den vorliegenden Ein- trittspreisen (8,00 bis 10,00 €) avisierte Besucherzahl nicht annähernd erreicht. Letzteres liegt natürlich auch an der Tatsache, dass die umgebenden Gartenanlagen selbst hoch attraktiv, jedoch eintrittsfrei oder nur gegen ein weit geringeres Entgeld zu besuchen sind, so dass die Besucher oft nicht bereit sind; für den Besuch eines Schaugewächshauses einen zusätzlichen Eintritt (dieser Höhe) zu bezahlen. So musste das „Regenwaldhaus" Hannover (zur EXPO 2000; 18 Mio. €) im Dezember 2004 Insolvenz anmelden, nachdem mit zuletzt 120.000 Besuchern (bei 8,50 € Eintritt) nur ca. % der ursprünglich avisierten Anzahl erreicht wurde. Es besteht der Plan, es in einer betrieblichen Gemeinschaft mit den Herrenhäuser Gärten (Großer Garten, Berggarten und Grotte Niki de Saint Phalle) zu einem Gesamt-Eintrittspreis von € 5,00 zu betreiben. Die „Biosphäre“ Potsdam leidet ebenfalls unter der Trennung vom BuGa-Park Potsdam; die Besucherzahl dieses in der-umgebauten BuGa-Pflanzenschauhalle betriebenen Schauhauses von ca. 80.000 (in 2004, nach Aussagen der Geschäftsführung) erreicht die avisierten von 250.000 jedoch deutlich nicht, bei 8,00 € Eintritt. In Bremen werden z.Zt. nach Wechsel der Geschäftsführung und „Konzentration des ope- rativen Bereichs“ (Teilentlassungen im Bereich Didaktik, Marketing) von den avisierten 240.000 Besuchern in „Botanica“ ca. 80.000 erzielt (Eintritt 9,00 €); der umgebende, hoch- attraktive, 46 ha große „Rhododendronpark* ist bei 400.000 Besuchern jährlich in 2005 - noch eintrittsfrei; Eintritt ist jedoch aus Finanzierungsgründen für 2006 für die Gesamtan- lage geplant. Im Gegensatz zu diesen Beispielen stellt sich der kommunal geführte Garten in Augsburg sehr positiv dar: Der Garten bietet ein neues, wenn auch kleines (auch mit dem jetzigen 18 Kölner Angebot nicht vergleichbares) Pflanzenschauhaus (2 Mio. € Baukosten; Thema: Mittelmeer-Flora) bei einem vergleichsweise geringen Einfritt für den gesamten Garten (2,50 € Erw. und preiswerte Jahreskarte); aufgrund hoher Besucherzahlen (ca. 250.000) reduziert sich der notwendige Zuschuss des (ehemals eintrittsfreien) Gartens deutlich. Eintritt erfordert auch einen entsprechenden, vom Besucher als gerecht empfundenen Gegenwert. Erlebnisqualität und Aufenthaltsdauer müssen im richtigen Verhältnis zum Preis stehen. Der Gast soll zudem zu Mehrfachbesuchen animiert werden. Zur Erzielung dieser Mehrfachbesuche tragen die Gartenanlagen selbst aufgrund ihrer Räume, Blühereignisse und natürlichen Wandlung im Verlauf der Jahreszeiten maßgeblich bei. So kann zur Gegenfinanzierung der gesamte Garten dienen, wie in Augsburg de- monstriert. Ein moderater Eintrittspreis und eine preiswerte Jahreskarte - nur für das Schauhaus oder den Garten - dienen in jedem Fall der Gegenfinanzierung, zumindest auch der Betriebskosten. Nach den derzeitigen qualifizierten Schätzungen beträgt die jährliche Besucherzahl für Flora und Botanischer Garten rd. 750.000 (Hochrechnung; Lichtschrankenzählungen seit Juli 2005) und für die Schauhäuser ca. 100.000 (Hochrechnung; Lichtschrankenzählungen ® seit August 2005). Es ist damit zu rechnen, dass die Besucherzahl bei einer Erhebung von Eintrittsentgelten erheblich abnimmt. Würde eine jährliche Besucherzahl von 400.000 bei einem geringen Eintrittsgeld für den gesamten Garten von ca. 4 € angesetzt, so könnten damit etwa 2/3 der jetzigen Gesamtkosten für Flora und Botanischen Garten gedeckt werden. Angesichts der Erfahrungen in anderen Gärten sind allerdings ehrgeizige finanzielle Er- wartungen durch die Kalkulation von Besucherzahlen mit erheblichen Risiken verbunden. Ohne entsprechende kostenintensive Gegenleistungen durch einen optimalen Pflegezu- stand, wechselnde Pflanzenschauen und andere Events ist bei dem Konsumverhalten der Bevölkerung kaum mit einer Akzeptanz von höheren Einfrittspreisen zu rechnen. In Köln ist zudem zu berücksichtigen, dass durch die bisher von der Bewirtschaftung des Gartens isolierte Verpachtung der Flora-Gaststätte eine Abtrennung dureh die Erhebung von Eintrittsgeldern problematisch ist. Es wäre wünschenswert, wenn bei der künftigen Verpachtung und Nutzung dieses Gebäudes die Belange des Gartens, eine stärkere Ein- ) bindung in eine angemessene Eventnutzung oder anderer Aktivitäten des Gartens mit be- rücksichtigt würden. Anbieten würde sich. ebenso eine Verknüpfung mit der Bewirtschaf- tung eines neuen Schauhauses. Es wird aufgrund bisheriger Diskussionen zunächst davon ausgegangen, dass der Besuch des Gartens auch künftig eintrittsfrei bleibt und nur für ein neues Schauhaus Eintrittsgeld erhoben wird. Durch das attraktivere Angebot eines neuen Hauses dürfte eine Besucher- zahl von 100.000 bei einem moderaten Eintritt. (ca. 4€ / 2 € ermäßigt) erreichbar sein. Damit dürfte sich neben anderen Einnahmen aus der Nutzung des Hauses ein wesentli- cher Teil der Betriebskosten decken lassen. Eine genauere Einschätzung lässt sich erst vornehmen, wenn alle notwendigen Grundlagendaten der Investition vorliegen. 19 8 Anhang 8.1 Tabellarischer Vergleich vorhandener Anlagen in Deutschland Zur Orientierung und zum unmittelbaren Vergleich wurden andere Gartenanlagen mit Schauhäusern nach den Kriterien « Neues Schauhaus « Großstädtevergleich « Benachbarte Lage ausgewählt und hinsichtlich ihrer Betriebsgröße Inhalte Kosten Personalbudget und -struktur Einnahmen / Deckung Besucherzahl Leistungen miteinander verglichen. Die erhobenen Daten sind in der Tabelle 1 im Anhang zu finden. 8.2 _Tabellarischer Vergleich der Themen eines neuen Schauhauses Die drei großen, klimatisch bedingt vorgegebenen Themengruppen « Tropen « Subtropen e Wüsten wurden in ihre Unterthemen aufgeteilt und bzgl. folgender Faktoren verglichen Geographie Klimate Attraktion Didaktik / Ziel Alleinstellung Technik Energie Pflanzenbeschaffung, Kultivierung Pro / Kontra Die Übersicht findet sich im Anhang, Tabelle 2. 20 8.3 _Kostenberechnung Machbarkeitsstudie des „Freundeskreis Botanischer Gar- ten Köln e.V.”, - Baukosten Schauhauskomplex gemäß Variante 1: Kostenberechnung nach Bauteilen 4.102.480,00 € (excl. MwSt.) siehe Anlage 4.758.876.80 € (inkl. 16 % MwSt.) + 250.000.00 € Ergänzung der Bepflanzung + 250.000.00 € Didaktische Elemente + 200.000.00 € Neugestaltung Außenanlagen = gerundet: ca. 5,5 Mio. € \ LEpueuon sojuj Blalam „ auWZUSSsseI N SSWIO =D, ö vassepinyog In} yane veßunıyny=4, (yooy j ed - weı) ua | son sneus 00€ LI) Buaıya . 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Der Rat nimmt das Konzept für ein neues Schauhaus Flora zur Kenntnis und stimmt der dort dargestellten Variante 1 - kompletter Neubau - zu. ® 2. Der Rat beabsichtigt, die erbrachten und noch zu beauftragenden Architek- tenleistungen (bis zur Vorbereitung der Ausschreibung) des Architekturbüros Königs, Köln, für den Bau des Schauhauses gemäß Variante 1 des Kon- zepts als zweckgebundene Schenkung vom Freundeskreis Botanischer Gar- ten Köln anzunehmen und diese Architekturplanung zur Grundlage der wei- teren Ausführung zu machen. 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass der Freundeskreis Botanischer Garten Köln die Einwerbung von Sponsoren- und Spendengeldern in Höhe von ins- gesamt 3 Mio € (inklusive der Architektenleistungen) bis zum 31.12.2007 in Aussicht stellt. Er beabsichtigt, diese als zweckgebundene Schenkung und Teilfinanzierung der geschätzten Gesamtkosten von 5,5 Mio € für den Bau des Schauhauses anzunehmen. - 4. Der Rat ist mit einer Finanzierung des städtischen Anteils an den Investiti- onskosten in Höhe von 2,5 Mio € im Rahmen des Wirtschaftsplans der Ge- bäudewirtschaft — eine Refinanzierung erfolgt über Mietzahlungen - einver- ® standen. Er beauftragt die Verwaltung, die Senkung des städtischen Anteils durch andere Zuschussmittel zu prüfen und das Planungskonzept „Schau- haus Flora“ weiter zu konkretisieren. 5. Es soll geprüft werden, ob durch das Aufstellen von Spendenkässchen und einer Namensgebung des Schauhauses (ähnlich wie bei Sportstät- ten) weitere Einnahmen zu erzielen sind, um den Eintrittspreis mög- lichst moderat zu gestalten. Abstimmungsergebnis: Einstimmig beschlossen. Anlage 4 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift über die 13. Sitzung des Ausschusses Bauen-und Wohnen/Werksausschuss Gebäude- wirtschaft am 12.06.2006 TOP 13 Vorberatungen (Beschlussorgan Rat oder anderer Ausschuss) 13.1 Neubau eines Schauhauses in der Flora DS-Nr.: 0786/006 Ausschussvorsitzende Ulke verweist auf den von der BV Nippes einge- brachten Prüfauftrag und schlägt.vor, diesen zu übernehmen. © RM Hamm spricht'im Namen des hiesigen Ausschusses seinen Dank an den Freundeskreis Botanischer Garten aus. Der Werksausschuss Gebäudewirtschaft empfiehlt dem Rat wie folgt — d.h. in der Fassung der BV Nippes - zu beschließen: i . 1. Der Rat nimmt das Konzept für ein neues Schauhaus Flora zur Kenntnis und stimmt der dort dargestellten Variante 1 — komplet- ter Neubau — zu. 2. Der Rat beabsichtigt, die erbrachten und noch zu beauftragen- den Architektenleistungen (bis zur Vorbereitung der Ausschrei- bung) des Architekturbüros Königs, Köln, für den Bau des Schauhauses gemäß Variante 1 des Konzepts als zweckgebun- dene Schenkung vom Freundeskreis Botanischer Garten Köln anzunehmen und diese Architekturplanung zur Grundlage der ® weiteren Ausführung zu machen. 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass der Freundeskreis Botanischer Garten Köln die Einwerbung von Sponsoren- und Spendengel- dern in Höhe von insgesamt 3 Mio. € (inklusive der Architekten- leistungen) bis zum 31.12.2007 in Aussicht stellt. Er beabsichtigt, diese als zweckgebundene Schenkung und Teilfinanzierung der geschätzten Gesamtkosten von 5,5 Mio. € für den Bau des Schauhauses anzunehmen. 4. Der Rat ist mit einer Finanzierung des städtischen Anteils an den Investitionskosten in Höhe von 2,5 Mio. € im Rahmen des Wirt- schaftsplans der Gebäudewirtschaft — eine Refinanzierung er- folgt über Mietzahlungen - einverstanden. Er beauftragt die Ver- waltung, die Senkung des städtischen Anteils durch andere Zu- schussmittel zu prüfen und das Planungskonzept „Schauhaus Flora“ weiter zu konkretisieren. 5. Es soll geprüft werden, ob durch das Aufstellen von Spen- denkästchen und einer Namensgebung des Schauhauses (ähnlich wie bei Sportstätten) weitere Einnahmen zu erzielen sind, um den Eintrittspreis möglichst moderat zu gestalten. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt -
Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VI/26 Vorlagen-Nummer 16.05.2025 1446/2025 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft 19.05.2025 Mündliche Nachfrage von RM Brust aus der Sitzung vom 16. September 2024 zum Schaugewächshaus In der Sitzung vom 16. September 2024 erkundigte sich RM Brust zum Sachstandsbericht zum Schaugewächshaus und Orangerie im Botanischen Garten, warum der Architekt alleinig vom Freundeskreis ausgesucht worden sei und man als Geldgeber keinerlei Zugriff oder Mit- bestimmung über diese Auswahl habe. Antwort der Verwaltung Der Freundeskreis Botanischer Garten e. V. beauftragte im Jahr 2005 mit Eigenmitteln das Architekturbüro mit einer Machbarkeitsstudie zur Grundlagen-, Vor- und Entwurfsplanung (Vorbereitung der Ausschreibung, Leistungsphasen 1-3 HOAI) für das Schaugewächshaus als zweckgebundene Schenkung an die Stadt Köln. Aufgrund dieser Vorleistungen und den dadurch erworbenen spezifischen Projektkenntnissen erschien es allen Beteiligten fachlich sinnvoll und wirtschaftlich, das Büro auch mit der Baudurchführung zu beauftragen, zumal es auf dem Gebiet Schaugewächshausbau über eine entsprechende ausgewiesene Expertise verfügte und für das Projekt von der Fachdienststelle präferiert wurde. Ein entsprechender Ratsbeschluss mit Annahme der Schenkung erfolgte am 22. Juni 2006 (Vorlagen-Nummer 0786/006). Nach Klärung der vergaberechtlichen Belange wurden alle weiteren Vertragsangelegenheiten bilateral zwischen dem Architekturbüro und der Verwaltung abgewickelt. Gez. Greitemann Anlage: Anlage 1 – Beschlussvorlage 0786/006
Beratungsverlauf
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19.05.2025
Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft
TOP 2.6, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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