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1831/2022

Klosterkirche "Zum Guten Hirten"

Mitteilung BV 02.06.2022

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 3 (Lindenthal), Sitzung am 08.06.2022, TOP 11.2.1

Mitteilung BV

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Anlage zur Session-Mitteilung 1831 aus 2022 - STN Kier

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Mitteilung BV

3932 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VI/48 
 
Vorlagen-Nummer 
 1831/2022 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 08.06.2022 
 
Klosterkirche "Zum Guten Hirten" 
Mitteilung an die BV 3 zur Sitzung am 08.06.2022: 
Beantwortung einer Anfrage und Beschluss der BV-Sitzung am 24.01.2022, TOP 8.1.9: Kloster-
kirche "Zum Guten Hirten"  
Gemeinsamer Antrag von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, CDU-Fraktion, SPD-Fraktion, Gerd 
Kaspar/FDP und Lothar Müller/Die Linke, AN/0050/2022 
 
Beschluss: 
 
Die Bezirksvertretung bittet, die 1962-1964 von FRITZ SCHALLER gebaute ehemalige Klosterkirche 
ZUM GUTEN HIRTEN in Köln Lindenthal, Klosterstraße 79 unter DENKMALSCHUTZ zu stellen.   
 
Begründung: 
Diese Kirche gehört zu einem Kranz überregional bekannter, moderner Kirchen im Stadtteil Lindent-
hal mit besonders qualitätsvoller Architektur, der in seiner GESAMTHEIT ( es handelt sich um neun 
Kirchenbauten) erhalten werden muss. Leider wurden Kirchen ausgenommen, als Bauten der fünfzi-
ger Jahre unter Denkmalschutz gestellt wurden. Man glaubte, dass sie ein unantastbares ‚ewiges 
,Leberecht’ haben. 
Hier wirkte segensreich ein Orden, der in damaliger Zeit den so genannten ,gefallenen’ und damit 
ausgegrenzten Mädchen ein Zuhause, Ausbildung und die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben 
gab. 
Diese Saalkirche ist ein architektonisches Highlight, das Zelt Gottes darstellend. In ihrer Grundstruk-
tur ist sie mit einem Schwesternschiff und einer Krypta erhalten. Ebenso schützenswert wie das Ge-
bäude sind die in allen Teilen vorhandenen umlaufenden Fensterbänder mit dem außerordentlichen 
Glasfensterzyklus von FRANZ PAULI. Auch im Schwesternschiff existieren die Fensterbänder mit 
großer Aussagekraft, sowie in der Krypta und in der Sakristei. In letzterer befindet sich ein Selbstport-
rät Paulis. 
Diese Kirche ist also auch ein Denkmal des sozialen Fortschritts.  
 
Die Schutzwürdigkeit der Kirche ergibt sich auch aus der fachlichen Stellungnahme der Frau Prof. Dr. 
Hiltrud Kier (siehe beigefügte Anlage). 
 
 
Antwort der Verwaltung, Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege: 
 
Das Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege hat sich in früheren Jahren bereits abschließend mit 
der Prüfung der Denkmaleigenschaft der Klosterkirche zum Guten Hirten, Klosterstr. 79, befasst. In 
den Jahren 2015 bis 2017 wurde im Rahmen der Sichtung aller Kölner Nachkriegskirchen, die noch 
nicht in die Denkmalliste eingetragen sind, auch die nähere Prüfung und Besichtigung der Kirche zum 
Guten Hirten vorgenommen.  
Im Ergebnis wurde festgestellt, dass der Kirche keine Denkmaleigenschaft zukommt. Daher ist die

2 
 
Voraussetzung für eine Unterschutzstellung gemäß § 2 Denkmalschutzgesetz NRW nicht ge-
geben. 
 
Zur Begründung:  
 
Als Hauptgrund ist die örtliche Situation anzuführen. Die Kirche ist Bestandteil der sie umgebenden 
Gesamtanlage. Sie ist unmittelbar an den anschließenden Baukomplex angebunden. Die Kirche kann 
daher nicht ohne weiteres isoliert von dieser sehr heterogenen und nicht denkmalwerten Nachbarbe-
bauung betrachtet werden. 
Zudem besteht die ursprüngliche Nutzung als Kloster- und Anstaltskirche, auf die Planung und Bau 
hin angelegt waren, seit Längerem nicht mehr. Die Kirche erfuhr im Inneren durch eine neue Nutzung 
außerdem maßgebliche – auch bauliche – Veränderungen. 
 
Im Hinblick auf den vergleichbaren Bautypus („Zelt Gottes“) wurde die in naher Umgebung liegende 
Kirche St. Thomas Morus, ebenfalls ein Werk des Architekten Fritz Schaller, für eine umfängliche 
Prüfung zwecks Unterschutzstellung vorgesehen, die auch einschließlich ihres Ensembles eine höhe-
re Qualitätsstufe im Oeuvre des Architekten markiert. 
 
Mit Bezug auf die übrigen in der Stellungnahme von Frau Prof. Dr. Kier aufgeführten Nachkriegskir-
chen in Köln-Lindenthal wird festgestellt, dass es sich bei allen bereits um denkmalgeschützte Bau-
denkmale handelt.

Anlage zur Session-Mitteilung 1831 aus 2022 - STN Kier

6430 Zeichen

Die ehemalige Klosterkirche Zum Guten Hirten, 
jetzt die Syrisch-Orthodoxe Kirche St. Petrus und Paulus 
In der Klosterstraße 79 in Köln-Lindenthal 
 
 
Köln ist ein besonderer und überregional bedeutender 
Schauplatz des modernen Kirchenbaus des 20. Jahrhunderts, der 
einen besonders qualitätvollen Schwerpunkt im Stadtteil 
Lindenthal hat, wo sich die großen deutschen Architekten 
praktisch die Klinke in die Hand gaben.  
 
Hier baute Dominikus Böhm 1930-32 in Hohenlind die  
Krankenhauskirche St. Elisabeth, die 1949/50 die Darstellung 
des Jüngsten Gerichts von Peter Hecker in der Apsis erhielt. 
1950/51 entstand nahe des romanischen Krieler Dömchens von 
Otto Bongartz die Pfarrkirche St. Albertus Magnus, deren Chor 
1962 ebenfalls von Peter Hecker ausgemalt wurde. 1961 fügten 
Joachim und Margot Schürmann an den erhaltenen neugotischen 
Turm von St. Stephan in der Bachemer Straße einen 
transparenten kubischen Glasbau an. 1961/62 errichtete Emil 
Steffann mit St. Laurentius ebenfalls einen Kubus, der 
allerdings ein geschlossener Backsteinbau mit ungewöhnlich 
stimmungsvollem Innenraum ist. 1962/63 entstanden St. Thomas 
Morus in der Decksteiner Straße und 1962-64 die Klosterkirche 
zum Guten Hirten in der Klosterstraße, beide von Fritz 
Schaller und den Typ „Zelt Gottes“ vermittelnd. Von 1962-65 
ist die Krankenhauskirche St. Johannes der Täufer in der 
Stelzmannstraße und von 1967-70 Christi Auferstehung als 
„Betonskulptur“ in der Brucknerstraße, beide von Gottfried 
Böhm. Den Abschluss bildet 1968/69 die Kirche der katholischen 
Hochschulgemeinde in der Berrenrather Straße von Josef Rikus, 
ebenfalls ein eindrucksvoller Sichtbetonbau.

Diese ungewöhnliche Perlenkette großer Architektur ist so 
etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal von Lindenthal, worauf 
dieser Stadtteil besonders stolz sein darf. Bisher sind die 
Bemühungen, diesen Schatz geschlossen zu erhalten, auch von 
Erfolg begleitet worden, wie z.B. die Umnutzung von St. 
Laurentius für die Universität bezeugt.  
 
Nun aber soll mit dem vom Erzbistum Köln geplanten Abriss          
der ehemaligen Klosterkirche zum Guten Hirten ein besonders 
wichtiger Stein aus dieser Krone individueller Kirchbauformen 
gebrochen werden. 
Die 1962-64 von Fritz Schaller gebaute Kirche ist eine ostwest 
ausgerichteten Saalkirche, an die im rechten Winkel nach 
Norden ein Schwesternschiff mit darunter befindlicher 
Unterkirche (sogenannte Krypta, wohl ehemals Werktagskirche 
des Ordens) angefügt ist. Alle Teile sind durch die zentrale 
Stellung von Altar und Tabernakel verbunden, sodass Gemeinde, 
Asylantinnen und Orden zwar räumlich getrennt aber doch 
gemeinsam den Gottesdienst feiern konnten. Aufgabe des im 19. 
Jahrhundert gegründeten Ordens war die Aufnahme, Betreuung und 
Ausbildung von damals so genannten „gefallenen Mädchen“, die 
meist wohl sexuell ausgebeutete Frauen in 
Abhängigkeitsverhältnissen waren, denen die Schwestern Asyl 
gewährten und eine Ausbildung vermittelteten, um sie auf ein 
selbstbestimmtes Leben vorzubereiten. Gegen Ende des 20. 
Jahrhunderts war diese Aufgabe aufgrund veränderter 
Einstellung der Gesellschaft nicht mehr aktuell (Frauenhäuser 
übernahmen die neue Aufgabe, misshandelte Frauen zu schützen) 
und der Orden gab den Standort in der Klosterstraße auf. 1991 
wurde die Kirche für 30 Jahre an die syrisch-orthodoxe 
Gemeinde vermietet. Im Äußeren blieb der Bau, der 
architektonisch den Typ „Zelt Gottes“ darstellt, unverändert. 
Im Inneren, das über schlanken Rundstützen von einem 
hochaufragenden „Zeltdach“ dominiert wird, ist der Tabernakel 
am originalen Standort erhalten. Der ebenfalls von Karl

Matthäus Winter geschaffene Altar wurde im Zusammenhang mit 
der Errichtung der für den Gottesdienst der Syrisch-Orthodoxen 
wichtigen Altarwand nach Osten verschoben. Das 
Schwesternschiff wird nun als Gemeindesaal genutzt. Das 
ursprüngliche Patrozinium der Schmerzhaften Mutter Maria wurde 
in „Sankt Petrus und Paulus“ geändert. 
 
Insgesamt ist der Bau in der Grundstruktur erhalten, 
insbesondere die in allen Teilen vorhandenen Fensterbänder mit 
dem schönen Glasfensterzyklus von Franz Pauli, der im 
Hauptschiff an der Ost- und Südseite Darstellungen aus dem 
Leben Jesu zeigt, an der Nordseite Szenen aus dem Leben 
Johannes des Täufers und an der Westseite aus der Apokalypse. 
Auch im Schwesternschiff sind die Fensterbänder mit einem 
reichhaltigen Programm erhalten sowie in der Unterkirche 
(Krypta) und in der Sakristei, wo sich auch ein Selbstporträt 
Paulis befindet. Bis auf einige Schäden, vor allem an der 
Südseite des Hauptschiffs, sind die Fenster noch in relativ 
gutem Zustand, müssten aber dringend von außen gesichert 
werden und natürlich wäre eine baldige Behebung von Schäden 
begrüßenswert.    
 
Nach Ablauf des Pachtvertrages konnte die Syrisch-Orthodoxe 
Gemeinde, die hier seit mehr als 30 Jahren etwa 400 Familien 
betreut und gerne an diesem Ort geblieben wäre, zwar eine 
Verlängerung bis etwa 2024 erreichen, ist aber gezwungen, sich 
nach einer neuen Bleibe umzusehen. Diese soll als Neubau in 
Kasselberg entstehen, wofür vor etwa 3 bis 4 Monaten ein 
Bauantrag eingereicht wurde. Woher die geschätzten Baukosten 
von acht Millionen Euro für den Neubau der Kirche kommen 
sollen, weiß man nicht. 
 
Der Abbruch der bestehenden und voll funktionsfähigen Kirche 
wird dagegen vonseiten des Erzbistums (und seiner diversen

Gruppierungen) nur betrieben, um das gesamte Grundstück an der 
Klosterstraße optimal vermarkten zu können.  
 
Wie eingangs ausgeführt, würde damit erstmals einer der 
wichtigen Bauten im Kranz der modernen Kirchenbauten in 
Lindenthal verloren gegeben werden. Noch dazu der Bau eines 
Ordens, dessen segensreiches Wirken durch die von allen 
begrüßten gesellschaftlichen Veränderungen, die keine 
„gefallenen Mädchen“ mehr kennt, heute nicht mehr benötigt 
wird. Die Kirche ist also auch ein Denkmal dieses sozialen 
Fortschritts. Zusätzlich ist mit der Neunutzung durch die 
Syrisch-Orthodoxe Gemeinde, deren liturgisch bedingte 
Änderungen den ursprünglichen Zusammenhang ohne Probleme 
kenntlich lassen, ein nun seit Jahrzehnten geprägter optimaler 
christlicher Ort geworden, der längst seine eigenen 
Traditionen entwickelt hat und vielen aus ihrer angestammten 
Heimat ins liberale Köln als Gastarbeiter oder Flüchtlinge 
Gekommenen neue Heimat wurde.  
 
Prof. Dr. Hiltrud Kier                        November 2021

Beratungsverlauf (1)

08.06.2022 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)
TOP 11.2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1831/2022
Typ
Mitteilung BV
Datum
02.06.2022
Erstellt
30.05.2022 16:02